Newsticker

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Was 2020 sonst noch war (5)

September

Verschiedenes

+++ Läuft nicht: Der Schuhhandel in Deutschland klagt in der Corona-Krise über massive Absatzschwierigkeiten +++ Pandemieverlierer: Einer repräsentativen Umfrage des Digital-Branchenverbandes Bitkom zufolge nutzen seit Beginn der Corona-Krise immer mehr ältere Menschen Videotelefonie. Die Enkeltrick-Branche klagt bereits über massive Einnahmebußen +++

 

Der Fragebogen für Seehofers Rassismus-Studie ist fertig

Bundesinnenminister Horst Seehofer lehnt weiter eine Studie über Rassismus in der Polizei ab, stattdessen plant er eine Untersuchung über Rassismus in der Gesellschaft. Der Fragebogen für diese Studie ist bereits fertig und wird demnächst an alle Deutschen verschickt:

Sind Sie Rassist?

__ Nein

__ Auf keinen Fall

__ Keineswegs

__ Ich doch nicht

 

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

 

 

Oktober

 

Heil fordert "Mobile-Arbeit-Gesetz"

Nach Plänen von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sollen Arbeitnehmer demnächst einen Anspruch auf 24 Homeoffice-Tage im Jahr haben - sofern keine nachvollziehbaren Gründe dagegen sprechen. Des Weiteren fordert er:

  • Befristete Beschäftigung, die länger als zwei Jahre dauert, wird für rechtswidrig erklärt, es sei denn, der Betrieb ist möglicherweise von allgemeinen Konjunkturschwankungen betroffen
  • Verbot von Überwachung am Arbeitsplatz, solange noch kein Verdachtsfall bekannt ist, in dem ein Mitarbeiter das für den Toilettengang vorgesehene Zeitfenster überschritten hat
  • Einen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit in Betrieben mit über 5000 Angestellten, sofern der Chef einverstanden ist
  • Verbesserte Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie, vorausgesetzt, das Schweinefleisch wird dann nicht so teuer, dass sich der massenhafte Import für China nicht mehr lohnt
  • Nicht genommene Urlaubstage verfallen frühestens nach 12 Monaten, sofern die Aufsichtsräte keine Einwände haben
  • Allgemeines Verbot von Scheinselbstständigkeit, es sei denn, es wird sonst einfach zu teuer (z.B. bei Paketfahrern)

 

 

Noch 'n Berndt

Die AfD Brandenburg hat einen neuen Fraktionschef. Alles was Sie über Hans-Christoph Berndt wissen müssen:

  • Berndt ist nach Ausführungen des Verfassungsschutz ein "erwiesener Rechtsextremist" (kein Witz)
  • Berndt ist Führer des Vereins "Zukunft Heimat", der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird (kein Witz)
  • Berndts Verein erfüllt dem Verfassungsschutz zufolge eine "Scharnierfunktion" zur "gewaltbereiten rechtsextremistischen Mischszene" (kein Witz)
  • Berndt wird laut Verfassungsschutz vom Neonazi Marcel Forstmeier "massiv beeinflusst bzw. sogar gesteuert" (kein Witz)
  • Berndt ist ein Künstlername, eigentlich heißt er Hans-Christoph Björn (Witz)
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Was 2020 sonst noch war (4)

Juli

Disneyland Paris öffnet wieder – mit diesen Attraktionen

  • Niesenrad
  • Virussell
  • Fiebersimulator
  • Hatschidrom
  • Schnelltest-Schaubude
  • Pandemieland
  • Quarantänezelt
  • Shutdown-Scooter

 

Masterplan Schienenverkehr: So will die Bahn attraktiver werden

  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Stuttgart
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Gütersloh
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Saarlouis
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Hannover
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Köln
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Aachen
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Kaiserslautern
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Hamburg
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Bielefeld
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Nürnberg
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Mannheim
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Dresden
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in München
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Cottbus
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Wolfsburg
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Offenbach
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Kiel
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Mainz
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Bremen
  • Die Bahn verzichtet auf Halte in Berlin

 

August

Sie, Schauspieler Tom Wlaschiha,

sind den Zuschauern vor allem in der Rolle des Jaqen H'ghar bekannt, den sie in insgesamt 16 "Game of Thrones"-Episoden verkörperten. In der drehfreien Corona-Zwangspause haben Sie nun gärtnerische Fähigkeiten entwickelt, sagten Sie im Podcast "Tomorrow", in Rankgitter und große Blumentöpfe investiert und die Tage damit verbracht, auf dem Balkon Ihrer Kreuzberger Wohnung Tomaten zu züchten. Echt jetzt, Wlaschiha? Tomaten? Keine Schwertlilien oder Königskerzen, keinen Feuerdorn oder Blutweiderich, kein Hexenkraut und noch nicht einmal Drachenwurz, sondern schnöde Tomaten?

Puh, Sie schaffen es aber auch, uns Binge-Watcher endgültig jeglicher Illusion zu berauben!
TITANIC

Verschiedenes

+++ Widerstand gegen die Staatsgewalt: Bei der Corona-Demo in Berlin haben sich drei Polizisten auf der Treppe zum Reichstag einem Mob gewaltbereiter Rechtsradikaler entgegengestellt. Droht ihnen jetzt ein internes Ermittlungsverfahren? +++

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Was 2020 sonst noch war (3)

Mai

Die wichtigsten Regeln beim Friseur in Corona-Zeiten

 

  • Das Pony muss draußen warten
  • Vor dem Schneiden muss die Armbeuge gewaschen werden
  • Der Kunde muss während des Schneidens in einem Einkaufswagen sitzen
  • Man muss mit dem Friseur in einem Haushalt leben
  • Friseursalons mit Wortspielen im Namen dürfen gar nicht erst öffnen

 

Verschiedenes

+++ Nordchorea Huntington: Die Spekulationen, das Verschwinden von King Jong-un könnte mit seinem Gesundheitszustand zusammenhängen, reißen nicht ab. Es wird bereits gemutmaßt, der chronisch übergewichtige Dicktator hätte von seinem Leibarzt ein Platzebo bekommen +++ Sonderpreis: Um die Finanzierung der Corona-Sonderprämie von 1500 Euro pro Pflegekraft gibt es Unstimmigkeiten. Angesichts des Pflegenotstandes dürfte der Gesamtbetrag von 15000 Euro allerdings kein großes Loch in die öffentlichen Kassen reißen +++

Juni

Musiker spielen für Pflanzen

Im Gran Teatre del Liceu, dem größten Opernhaus von Barcelona, haben jetzt vier Musiker für 2292 Pflanzen gespielt. Der Grund: Der Initiator, Künstler Eugenio Ampudia, brauchte mal wieder ein bisschen Aufmerksamkeit. Und er hat noch mehr Ideen. So sollen die Musiker demnächst nicht nur vor Pflanzen spielen, sondern auch:

  • vor 2000 Katzen in New York
  • vor 5000 Sitzsäcken in Paris
  • vor 6000 Kugelschreibern mit SPD-Logo
  • vor 8000 leeren Joghurtbechern
  • vor 10000 Coronaviren in der Tönnies-Fabrik
  • vor 50000 Geldscheinen im Wohnzimmer von Philipp Amthor
  • vor 100000 Waschmaschinen in Duisburg

 

 

Die häufigsten Unfälle im Homeoffice

  • Über die eigenen Kinder stolpern
  • Der Hund frisst das Diensthandy
  • Hörsturz durch versehentliches Anklicken eines Scooter-Livestreams in der Mittagspause
  • Sich am selbstgebrühten Kaffee vergiften
  • Von den Mehlvorräten erschlagen werden
  • Der Hausesel beißt einen während der Videokonferenz
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Was 2020 sonst noch war (2)

März

Bundesregierung schnürt Applaus-Paket

Die Bundesregierung will mit einer weiteren Maßnahme auf die Corona-Epidemie reagieren und plant ein sogenanntes Applaus-Paket. Insgesamt werden 500 Milliarden Applaus-Minuten zur Verfügung gestellt. "Ob Kleinstunternehmer, Soloselbständige oder sozial Schwache – wir wollen allen Menschen helfen, und zwar schnell und unbürokratisch", teilte Wirtschaftsminister Peter Altmaier mit. Nach seinen Angaben sollen zunächst vor allem Supermarktkassiererinnen und Krankenschwestern profitieren. Sie bekommen ab sofort täglich 30 Sekunden mehr Applaus als in den vergangenen Tagen. "Im April erhöhen wir dann die Applaus-Zeit um weitere zehn Sekunden pro Person", sagte Altmaier. Sozialminister Hubertus Heil denkt außerdem über Änderungen bei Hartz IV nach: "Wir möchten großzügig sein und den Satz verdoppeln: Statt 432 Euro monatlich gibt’s künftig 864 Sekunden Applaus!" Die Wirtschaft lobte den Vorstoß der Regierung als "längst überfällig". Kritik kam dagegen von der FDP. "Applaus muss man sich hart erarbeiten", ließ Parteichef Christian Lindner wissen. "Wir dürfen jetzt nicht all unseren Applaus verbrauchen – sonst bleibt nichts mehr für die künftigen Apotheker-Generationen übrig."

 

Damit wollte Trump die deutsche Impfstoff-Firma "CureVac" in die USA locken:

  • Geld
  • Mike Pence hilft bei der Forschung mit Bibelzitaten und Gebeten
  • Sohn Eric wird für Testungen zur Verfügung gestellt
  • Verleihung der Ehrenmedaille "Medal of Corona"
  • Zehn Prozent Rabatt für Impfforscher im Golfclub Mar-a-Lago auf alle Schorlen ("Einen Gespritzten, bitte!")
  • Noch mehr Geld

 

April

Alles Wissenswerte über Maikäfer

Maikäfer gelten als Schädlinge, dabei haben sie nachweislich noch nie CDU gewählt, Platten der Toten Hosen gekauft und ein Buch von Juli Zeh gelesen. Immer, wenn die Maikäfer-Saison schon im April beginnt, gibt es unter Maikäfern eine große Diskussion über eine Namensänderung – bisher konnte sich die Aprilkäfer-Bewegung aber nie durchsetzen. Viele Maikäfer mögen gar kein Grünzeug, sie essen am liebsten Schokolade, Kekse und Käfsekuchen, bevorzugt mit einem Maikäffchen. Das Lieblingsauto der kleinen Viecher ist nach wie vor der VW Käfer. In der Maikäfergesamtschule ist "Die Verwandlung" von Franz Kafkäfer Pflichtlektüre. Die bekanntesten Maikäfer sind Sandra Maikäferschberger, Reinhard Meykäfer, Maikevin Kühnert, Maikefer Kohl-Richter und Karl Maix. Viele der Insekten arbeiten bei Feinkost Käfer. Die meisten Maikäfer leben in Maikäffern, einige aber auch in Städten (Mailand, Mainz, Maidrid).

 

Gute Ausreden, um nervige Video-Meetings abzuwürgen

  • "Ich kriege leider grad auf der anderen Leitung einen ganz wichtigen Netflix-Serien-Vorschlag rein."
  • "Riskant, wie nah dieses Glas Wasser an meinem Laptop steht. Ich hoffe, dass ich das nicht unabsichtlich über die Tastatur … Hoppla!"
  • "Ein lustiges GIF von euch schau ich mir noch an, aber dann muss ich mich erst mal wieder von dem ganzen Spaß erholen."
  • "Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Leider hab ich den Moment schon lange verpasst. Tschüssi"
  • "Hallo? Ich hör jetzt leider grade keinen mehr. Hallo? Ich kann nichts mehr hören …"
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Was 2020 sonst noch war (1)

Januar

Verschiedenes

+++ Pflegegrad Groko: In einem gemeinsamen Antrag wollen die Koalitionsfraktionen aus Union und SPD die Kurzzeitpflege stärken. Erneut ein Regierungsvorhaben ohne Augenmaß - angesichts des zu erwartenden langen Todeskampfes der beiden Volksparteien +++ No-Touch-Fußball: Hassan Al Thawadi, Katars Cheforganisator der Fußball-Weltmeisterschaft 2022, hat Homosexuelle aufgefordert, während der WM keine öffentliche Zuneigung zu zeigen. Schwulenverbände reagierten umgehend. Der DFB kündigte an, seinen Nationalspielern den ausgelassenen Torjubel zu verbieten +++ Milchstraßenreinigung: Weltraummüll ist ein Problem, das nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden kann. Daher will die Europäische Weltraumorganisation Esa mit dem Projekt "ClearSpace-1" ab dem Jahr 2025 im All klar Raumschiff machen. Esa-Chef Jan Wörner ist zuversichtlich, die exorbitante Müllmenge bewältigen zu können: "Zur Not hat der Mond ja auch noch Meere." +++ Tatsachenentscheidung: Der durch das Wembley-Tor 1966 bekannte Nationaltorwart Hans Tilkowski ist nach langer Krankheit gestorben. Fußballfans aus ganz Deutschland trauern an seiner letzten Ruhestätte: "Jetzt ist er doch drin." +++

 

Friedrich Merz legt neues Bierdeckel-Konzept vor

CDU-Kanzlerhoffnung Friedrich Merz fordert eine Unternehmensteuer auf dem Bierdeckel. Damit greift Merz ein Konzept aus dem Jahr 2003 auf, als er eine Steuererklärung auf dem Bierdeckel vorschlug. Doch der Blackrock-Politiker hat noch mehr Ideen:

  • Das CDU-Parteiprogramm auf einem Stück Klopapier
  • Die Speisekarte auf dem Personalausweis
  • Die Schufa-Auskunft auf der Nase
  • Das Rentenkonzept auf einer Bananenschale
  • Eine neue Straßenverkehrsordnung auf der Stirn
  • Der Lebenslauf auf einer Pobacke
  • Das Führungszeugnis auf einem Stück Seife
  • Das Grundgesetz auf einem Korken
  • Das Regierungsprogramm für das nächste Jahrzehnt auf einem Post-it-Zettel

 

Februar

Turtle-Mania

Vor einigen Jahren verstarb die weltberühmte Riesenschildkröte Lonesome Georg. Nun sind Forscher zu einer zehntägigen Expedition aufgebrochen, um auf Artverwandte des einstigen Stars zu stoßen: "Bei Solitary John machen wir uns allerdings keine große Hoffnungen mehr; der soll bereits 1980 erschossen worden sein."  Zuversicht dagegen herrscht, Isolated Paul und Ringo The Hermit noch lebend anzutreffen. Doch viel Zeit bleibt den Wissenschaftlern wohl nicht mehr. Help!

 

Was auf Andreas Scheuers Diensthandy drauf ist

  • Fotos von nackten (deutschen!) Autos
  • Leckere Rezeptideen mit Diesel
  • App mit den schönsten Tankstellen Bayerns
  • Beraterverträge mit Maut-Beratern
  • Pkw-Tinder
  • Klimaschutz-Notizen (Dokument noch leer)
  • Bahn-App (noch unbenutzt)
  • Jet Car Stunts 2
  • Adressen von 100 Lungenfachärzten

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Nicht die Bohne, Rowohlt-Verlag,

interessieren uns Kalauer, und für Witze mit Namen und für Alliterationen haben wir bekanntlich auch nichts übrig. Deshalb ist es uns auch komplett egal, ja, wir nehmen es nicht mal ansatzweise zur Kenntnis, dass Du Dein für März als »Spitzentitel« angekündigtes Werk »Die Botschaft der Pflanzen. Was wir von der Natur lernen können und wie sie uns heilt« unbedingt von einem Autor hast anfertigen lassen müssen, der laut Deinen Angaben »Burkhard Bohne« heißt. Schon klar, Rowohlt, Burkhard Bohne, wie Benjamin Blümchen. Oder Arnfried Astel. Wir haben’s kapiert. Sehr, sehr witzig. Aber uns geht’s zum Glück ja nichts an!

Naturgemäß ohne Botschaft: Titanic

 Als Generalbundesanwalt, Dr. Peter Frank,

sollten Sie sich in Zukunft lieber doch wieder auf Ihre dröge Amtssprache beschränken und bildliche Ausdrücke strikt vermeiden. Denn wenn Sie in einem Interview mit dem SWR behaupten, dass Terroristen nicht vom Himmel fallen, sind Sie ja fast schon selbst ein Fall für den Generalbundesanwalt. Manchmal – Stichwort »11. September« – tun Terroristen nämlich genau dies.

Grüßt ohne Metaphern: Titanic

 Annalena Baerbock!

»Die CDU hat kein Abo aufs Kanzleramt«, konstatieren Sie im Stern-Interview. Sind Sie sich da auch wirklich sicher? So ein Abo wird, wenn es einmal abgeschlossen wurde, nämlich gerne vergessen und automatisch verlängert. Die letzten Bundestagswahlergebnisse sprechen zumindest dafür. Lassen Sie vorsichtshalber prüfen, ob die Merkel auch fristgerecht gekündigt hat!

Rät Ihr Abo-Service von Titanic

 Ein paar Gedanken, Ex-Eiskunstläuferin Kati Witt,

mussten wir uns nach einem Ihrer Facebook-Einträge neulich schon über Sie machen. Nicht nur, weil Sie in dem nicht enden wollenden Text extra darauf hinwiesen, keine »Corona-Verleugnerin« oder »Lockdown-Gegnerin« zu sein. Dünnes Eis. Dann schrieben Sie, dass Ihre Trainerin Frau Müller früher aus Solidarität bzw. »Teamwork!« immer mit Ihnen gehungert habe, wenn sie meinte, Sie seien zu dick fürs Eis. Wenn wir es richtig verstanden haben, fordern Sie das jetzt auch von »der Politik«, aber nur im übertragenden Sinne, also zastermäßig.

Mit den Kufen vom Eis haute es uns jedoch bei diesem Satz: »Wenn ich, die wirklich das Glück hat, hier und da einen fröhlichen TV-Auftritt absolvieren zu dürfen, langsam immer mehr den Kopf hängen lasse, mache ich mir ernsthaft Gedanken und Sorgen.« Fernsehauftritte sind für Sie Glück? Quizshows halten Sie für fröhliche Angelegenheiten? Ist Ihre Birne jetzt total vereist?

Vielleicht machen Sie sich doch besser mal Gedanken über einen heißen Grog, empfehlen Ihnen wärmstens Ihre Ernährungsberaterinnen von der Titanic

 Glückwunsch, Bill Kaulitz,

Glückwunsch, Bill Kaulitz,

zu Ihrer Autobiografie »Career Suicide«! Mit deren Erscheinen haben Sie im Alter von 31 Jahren – ob Sie wollen oder nicht – Ihren Lebensabend eingeläutet. Folgende Tätigkeiten stehen Ihnen somit noch zur Verfügung: Sentimental aus dem Fenster schauen; über die Zeitläufte sinnieren; im Ohrensessel sitzend ein Glas Cognac schwenken; imkern; Leute, die an Ihrem Haus vorbeigehen, böse anstarren; in Talkshows über Social Media und Gendersterchen schimpfen; Pfeife rauchen; im Hunsrück wandern; mit der Armbrust auf leere Erbsendosen schießen.

Jedenfalls nicht: Ihre Karriere als Musiker weiterverfolgen. Und dafür möchten wir uns im Voraus herzlich bedanken.

Ihre Jungspunde von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Pee-Bottle

Aus Insiderkreisen weiß ich, was für Polizisten auf Demos das Schlimmste ist: stundenlang nicht auf Klo können. Da stehen sie, Reih in Reih, mit ihren Schlagstöcken, Visieren und Wasserwerfern, und gucken gequält. Klar, dass man da mal aggressiv wird. In Polizisten-Foren wird geraten, die Stunden vorher nichts zu trinken, das ist aber schwer: Wie auf den morgendlichen Mutmach-Korn verzichten? Praktikabler: Viele Einsatzkräfte gestehen in Foren, sich eine Urinflasche bzw. Pee-Bottle oder auch »Uriwell, die Notfall-Toilette« unterzuschnallen. Deshalb Tipp für Protestler: einfach die eigenen Demosprüche daran anpassen und Kennerschaft beweisen. »Bullenschweine, lauft jetzt schnell / sonst klau’n wir euer Uriwell!« oder irgendwas mit »Trottel / Pee-Bottle«. Reimtechnisch und metrisch noch nicht perfekt, aber in der Sache clever.

Ella Carina Werner

 Enjoy the screening!

Den Ausfall der Berlinale in diesem Winter habe ich ganz gut verkraftet. Ich habe ja alles hier daheim: viele schlechte und einige wenige gute Filme (Netflix), das überlegene Gefühl, Filme im Originalton und mit Untertitel sehen zu können (dito Netflix), drinnen stickige Luft und wenig Sonnenlicht, draußen Kälte und ungeräumte Gehwege, Besserwissergetue aus der Reihe hinter mir (wegen dünner Wände zum Nachbarn), schlechtes überteuertes Essen aus Einmalverpackungen. Sogar auf den obligatorisch einsetzenden Harndrang zehn Minuten nach Beginn des Films kann ich mich verlassen, und den Weg zum Klo lege ich natürlich im Dunkeln zurück, durch einen mit aufgereihten Amazon-Kartons gelegten Parcours von nachgeahmten Kinohipster-Käsemauken.

Tina Manske

 Kreativ beleidigen

Neues Schimpfwort für Urdeutsche in Jack-Wolfskin-Jacken: Mandarinenpeller!

Alexander Thiemann

 Redensarten und woher sie kommen

»Einen Zahn zulegen«: Wenn eine Person »kein D-Zug ist«, obwohl sie »die Düse machen« oder »Rennwasser trinken« soll – dann fragen wir uns auch heute noch ganz unwillkürlich, ob besagte Person nicht »einen Zahn zulegen« könnte. Diese Redensart geht zurück auf die Erfindung der beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg. Kurz nach seiner Erfindung kam Gutenberg mit der Produktion kaum nach; Martin Luther schrieb seine beliebten antisemitischen Pamphlete schneller, als sie gedruckt werden konnten. Gingen den Setzern wichtige Buchstaben aus, wurden sie deshalb oft nicht aufwendig nachgegossen, sondern durch einen der stets reich vorhandenen Lehrlingszähne ausgetauscht (ihnen hatte man zuvor »die Fresse poliert«, wie eine andere Wendung aus jener Zeit lautet). Obwohl das Schriftbild durch den Zahn deutlich litt, beschleunigte der in den Setzkasten »zugelegte« Zahn die Produktion erheblich und half den Setzern bei der Aggressionsabfuhr. Wenn Sie also heute jemandem auf die Sprünge helfen wollen, sollten sie ihm zunächst ordentlich aufs Maul geben – vielleicht legt er ja auf diese Weise selbst einen Zahn zu. Oder mehrere!

Leo Fischer

 Zeitumstellung

Jedes Jahr im Frühling, kurz nach den ersten wärmenden Sonnenstrahlen, dringen überall aus der Umgebung vertraute Geräusche und Gerüche in Ohr und Nase. Und man weiß: Es ist wieder angekärchert!

Markus Berger

Vermischtes

Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EUROliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Thomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Martin Sonneborn & Benjamin Schiffner: "Quatsch und mehr" (signiert)
Das hat der Menschheit noch gefehlt: ein einziges Buch mit sämtlichem Quatsch der Geschichte – oder zumindest aus 15 Jahren "Partner TITANIC", der beliebt-kultigen TITANIC-Nonsensrubrik. Fotorätsel, Pflegehinweise, Antwort ohne Frage, unberühmte letzte Worte, Kochen mit Tieren, Kerzen-Fakten, Ediotiral, Tinas Strumpfband und tausend weitere schöne Rubriken – erstmals versammelt auf nicht weniger als 256 vielfarbigen Seiten.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.
Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
05.03.2021 Frankfurt, Buchhandlung Schutt Thomas Gsella im Livestream
20.03.2021 Frankfurt, Mousonturm Oliver Maria Schmitt & Jürgen Kuttner (Livestream)
25.03.2021 Kiel, Kulturforum Max Goldt
04.04.2021 Frankfurt, Museum für Komische Kunst Hauck & Bauer: »Cartoons«