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Meditation und Markt mit Dax Werner

Der große Europawahl-Spitzenkandidatencheck von Dax Werner – Folge 3

Hallo Leute, in Anbetracht der Ereignisse von Paris machen wir es heute kurz und schmerzlos: Hier ist Teil 3 des großen Europawahlkandidatenchecks! Diesmal mit der Tierschutzpartei und der Alternative für Deutschland!

Bildquelle: facebook.com/Spitzenkandidat

Martin Buschmann (Die Tierschutzpartei): Bei der Tierschutzpartei und ihrem Spitzenkandidaten Martin Buschmann haben wir es mit einer Partei zu tun, für die die ganzen lästigen Spielregeln der "Großen" nicht gelten: Die Selfies sind noch handgemacht, die Facebookseiten-URL von Martin Buschmann lautet selbstbewusst facebook.com/Spitzenkandidat und für den aus 25 Fragen bestehenden Online-Parteitest muss man das Ergebnis noch selber mit Kuli und Papier ausrechnen – Swag! Peinliche Europahoodies sucht man hier vergeblich, stattdessen verwöhnt uns das Parteiprogramm mit schonungslosen politischen Tiefenanalysen: "Noch niemals sind Tiere in so riesiger Zahl tagtäglich derart gequält worden, wie dies in unserer Zeit der Fall ist. Die Gründe sind bekannt: Es regiert das Geld." Ich weiß nicht, was Ihr, liebe Europafreunde, am 26. Mai machen werdet, ich jedenfalls wähle: das Mitgefühl.

Potenzielle Wähler:
Hannes "Orang-Utan" Jaenicke und die unheimliche Katzenoma aus dem 4. Stock.

Prognose: Wird der den professionalisierten Politikbetrieb unterlaufende Approach der circa. 800 Mitglieder starken Tierpartei den gewünschten Erfolg bringen? Einen Sieger gibt es jedenfalls jetzt schon: Das Mitgefühl.

Jörg Meuthen (NPD): Dass der Essener Wirtschaftswissenschaftler & AfD-Klapskalli Jörg Meuthen Social Media besser verstanden hat als alle anderen, wissen wir spätestens seit der Causa Kantholz. Als Meuthen am Abend des 7. Januar seinen Bremer Parteifreund Frank Magnitz nach einem "Stolpler" auf dem Heimweg im Krankenhaus besuchte, erkannte Meuthen die Gunst der Stunde und briet Magnitz mit den Worten "Fürs Vaterland" und "Das tut mir mehr weh als dir" noch mal mit seinem Samsung Galaxy Tab eins über, schoss mit dem selben Gerät schnell ein Foto von seinem Freund und arbeitete die Nummer professionell auf Twitter und Facebook. Das Ding skalierte selbst für AfD-Verhältnisse in ungekannte virale Höhen. Mal schauen, welchen Joker der Tausendsassa noch für die Europawahl im Ärmel hat.

Potenzielle Wähler: 25 Millionen aktive Facebook-Nutzer in Deutschland.

Prognose: Insgesamt schwierig.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Tropfen am Eimer

In den frühen Achtzigern hat eine Mitschülerin, 15 war sie damals, ein Buch geschrieben. Keines aus dem Copyshop, mit eigenen Aufklebern verziert oder so etwas, nein, einen richtigen Jugendroman, der bei Rowohlt oder Fischer in einer Taschenbuchreihe erschienen ist. Das war schon eine kleine Sensation in unserer Kleinstadt, und sie konnte sich dann all die Jahre hindurch teils diskrete Andeutungen um die Ecke, teils unverblümte Fragen etwa nach autobiographischen oder Tantiemen-Anteilen anhören. Dieser auferlegte Glanz (den sie immer recht entspannt von sich gewiesen hat) fiele heute gedämpfter aus; ich habe den Eindruck, dass fast jeder Mensch schon ein Buch geschrieben oder doch in Arbeit oder Planung hat. Oder zumindest ein gesättigtes Gleichgewicht herrscht, und auf jeden Schreiber ein Leser kommt; so wie fast jeder Mensch mit Internetanschluss schon entweder einen Amateurporno geschaut oder in einem solchen mitgewirkt hat. Ich glaube auch gar nicht, dass es Ruhmsucht oder das Geld ist, die Menschen in die Schreibprogramme treiben; durch das Internet entsteht bei den geistig Regeren eine Routine des Ausdrucks, die die Hemmschwelle des Erzählens herabsetzt. Zudem haben Schreibende meist auch eine lange zurückreichende Liebe zur Literatur, und so mag sich der Wunsch erklären, dem großen Büchermeer einige warme Tropfen zurückzugeben. Und so ein Meer ist groß, da ist das kein Problem; in einem öffentlichen Schwimmbad hingegen sähe die Sache schon anders aus.

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Life & Style mit Antonia Stille

Style: Öko-Fashion 

Irgendwann ist mal jemand morgens aufgewacht, wahrscheinlich in einem traurigen Vorort, Elmshorn oder Düsseldorf. Und dieser jemand hat sich dann gedacht: "Ich schnüre die zwei Roggenpfannkuchen von gestern Mittag zusammen, steck meine Füße rein und calle es fashion."

Ich will ja umweltbewusst leben, und es läuft auch nicht schlecht: Vegetarierin, fast plastikfrei unterwegs und Kundin der Deutschen Bahn (Stichwort Opferbereitschaft). Aber trotz stundenlanger Suche in den taubenverseuchten Tiefen deutscher Großstädte war es nicht möglich, umweltverträglich und nicht von Kindern produzierte Klamotten zu finden, ohne dass sie aussehen, als hätte Karl Lagerfeld der Welt auf dem Sterbebett nochmal einen unangenehm kratzenden Streich gespielt. Muss die Umweltbewegung sich kleiden wie Kevin aus "Kevin allein zu Haus"? Was ist das fucking Problem? Es kann doch nicht zu viel verlangt sein, ein einziges normales T-Shirt zu entwerfen, dessen Farbe nicht an eine Körperflüssigkeit erinnert. Wer sein Schaf mit Quinoa und Rosenkohl ernährt, sollte aus dessen Kot nicht auch noch Kleidung herstellen dürfen. Keine Angst, Ökos werden nicht plötzlich unglaubwürdig (oder gar sexy), wenn deren Kleider weniger an überreife Birnen erinnern, die auf Hüfthöhe einen unförmigen, saftigen Ballon bilden, der jeden Moment aufplatzen und eine für immer klebrige Pfütze hinterlassen könnte. Außerdem fährt der Porsche-Fahrer, auf dessen kümmerliche Gestalt man gelegentlich vom Familien-Tandem aus herabblickt, nicht mit vollrecycleten Inlinern zur Arbeit, nur weil eine Cartoon-Biene auf einem Hanfhängetop ihm "Bee a good person" zugesummt hat.

Wenn man seinen Freunden schon beim Döner-Essen zusehen muss, sollte man sich nicht auch noch durch das Tragen von Kartoffelsäcken bestrafen. Sadomasochismus hat außerhalb von Schlafzimmern und Seitenschiffen katholischer Kirchen nichts verloren. Öko muss endlich cool werden wie Kleidung von H&M oder Levi's. Stand jetzt scheinen Minderjährige aus Bangladesch die einzigen zu sein, die ordentliche Oberteile produzieren können. Faire, umweltverträgliche Klamotten, die aussehen, als wären sie Kinderarbeit – man wird doch wohl noch träumen dürfen.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Der große Europawahl-Spitzenkandidatencheck von Dax Werner – Folge 2

In knapp acht Wochen ist es wieder soweit: Europa wählt! Ein tiefendemokratischer Feiertag, ein Schicksalsmoment für den alten Kontinent. Ich, Dax Werner, werde für Sie versuchen, in den kommenden Wochen ein wenig Durchblick in den Listen- und Parteientrubel zu bringen. As a service. Weiter geht es heute mit einem alten Bekannten aus Athen und Ulrike Müller von den Freien Wählern.

 

Yanis Varoufakis (Demokratie in Europa – DiEM25): He's back. Denn: Einer muss den Job ja machen. Das ist nicht nur so ein Satz, den ich hier reinschreibe, das hat Yanis Varoufakis selbst genau so dem Deutschlandfunk erzählt: "Dass wir für ein politisches Amt antreten, ist eine lästige Pflicht, wie abends den Müll runterbringen. Jemand muss es machen." Und obwohl die die europaweit erste europaweite Liste "Unterstützung" von Julian Assange, Slavoj Žižek und Noam Chomsky bekommt, hat man es trotzdem geschafft, die Kandidatenliste zu gleichen Teilen mit Männern und Frauen zu besetzen. Chapeau Claque!

Potentielle Wähler: Rebels without a cause, Fans von "Sons of Anarchy" und die Redaktion der Nachdenkseiten.

Prognose: Ich konnte mal nicht schlafen und habe deswegen eine Dokumentation über den Formel-1-Rennfahrer Ayrton Senna auf Youtube angeguckt, und der eine Satz von Senna, der mir seitdem nicht aus dem Kopf will, stammt aus der Saison 1994: dass er müde sei und seinen Erzrivalen Alain Prost vermisse. Das Verhältnis zwischen Prost und Senna war wohl noch schlimmer als das zwischen Varoufakis und Schäuble. Fraglich also, ob der alte Petrolhead Yanis ohne seinen schwäbischen Erzfeind noch mal zur Hochform auflaufen kann. 

Ulrike Müller (Bundesvereinigung Freie Wähler): Die Spitzenkandidatin der Bundesvereinigung Freie Wähler heißt auf ihrer Homepage "die Besucher [ihrer] Internetseite mit einem herzlichen Grüß Gott willkommen". Ich klicke mich durch das Webangebot: Hier stimmt einfach alles, jeder Pixel atmet das Bild von der "Heimat Europa", es riecht nach Zukunft. So klappt's doch! Am allerbesten gefällt mir jedoch das schnörkellos mit der Spiegelstrich-Funktion im Open-Office runterformatierte PDF der zentralen politischen Forderungen der Freien Wähler, denn dort präsentieren uns die Freien direkt auf Position zwei einen steuerpolitischen Straßenfeger: Vereinfachung des Steuerrechts im Kirchhof'schen Sinne." Als nach 1945 Geborener habe ich naturgemäß keine Ahnung, was mit dem Kirchhoff‘schen Steuerrecht gemeint ist, vielleicht eine calvinistische Schrift aus dem späten 16. Jahrhundert? Andererseits finde ich es cool & nice, von einer Partei intellektuell so wegdominiert zu werden. Klare Wahlempfehlung!

Potentielle Wähler: Landwirte, Leute, die Trachten für eine Option halten, Philipp Lahm.

Prognose: Bitte an Hans-Ulrich Jörges wenden, danke!

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Spur der Steine

Mit dem Frühjahrsbeginn haben TV und Papierpresse die Internetseite „Gärten des Grauens“ entdeckt (wie die Traditionsmedien überhaupt immer häufiger den Eindruck von Spatzen machen, die einem brötchenkrümelnden Kleinkind hinterher hüpfen), und nun herrscht republikweite Empörnis über den Trend, den Vorgarten mittels Unmassen von Schotter und Steinplatten in einen Hybrid aus Gelsenkirchener Bauhaus und Westwall zu verwandeln. Ein Anblick, der das grünselige Gemüt zahlreicher Zeitgenossen bis tief in den ausgebauten Keller drückt; und fraglos gibt es Schöneres als den Anblick granitgrauer Wüsteneien, aus denen allenfalls noch ein paar Kugelbuchse herausfurunkeln – aber "Was ist die Alternative?" (Dunja Hayali, Eckart von Hirschhausen, onefootball.com et al.): Wöchentlich gemähte Grünstreifen, blaukorngemästete Rabatten, pestizidfixende Rosenidyllen, und der Laubbläser hat auch längst eine eigene Seite im "Netz" (Sascha Lobo). Und in der Wachstumsperiode, wenn andere ihr Geschlecht am Baggersee rösten oder modische Kleinhunde mit E-Bikes totfahren, steht man selber mit Trauerrändern im Mulch, und am Abend ist man dann zu müde, um noch etwas zu unternehmen, dann geht man eben ins Internet und stößt auf "Gärten des Grauens" und nach dem erstem Kopfschütteln kommt einem plötzlich eine Idee …

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Der große Europawahl-Spitzenkandidatencheck von Dax Werner – Folge 1

Mit dem 26. Mai steht uns dieses Jahr mal wieder ein europäischer Feiertag ins Haus, denn an diesem Tag werden ab 8 Uhr morgens traditionell Wahlaufrufe zur Europawahl in alle verfügbaren sozialen Netzwerke gefeuert! So war es schon guter demokratischer Usus der Altvorderen. Doch wen oder was sollen wir dann eigentlich ankreuzen? Schließlich gestalten sich solche Wahlzettel mitunter ganz schön undurchsichtig – Dax Werner versucht in den kommenden Wochen ein wenig Farbe reinzubringen und entpackt für Sie, liebe Leser*innen, die Spitzenkandidat*innen für die Europawahl im großen Europawahl-Spitzenkandidat*innencheck! Los geht‘s heute mit Bernd Lucke sowie der Tandem-Spitze der Sozialdemokraten, Katarina Barley und Udo Bullmann.

Bernd Lucke (EKR): Hello again! Mit Prof. Dr. Bernd Lucke meldet sich ein altbekannter Querulant auf dem Stimmzettel zurück. Nachdem Euro-Bernd von der von ihm selbst ausgedachten AfD auf dem Essener Parteitag 2015 herzloser aussortiert wurde als Müller, Hummels und Boateng kürzlich aus der Nationalelf, wollte es der Professor noch mal wissen und dachte sich eine neue Partei aus. Die ALFA-Partei, die er nach Urheberrechtsstreitigkeiten mit Kollegah in LKR (Liberal-Konservative Reformer) umbenannte, steht politisch immer noch für das große Lebensthema Luckes, nämlich seine Obsession mit dem Euro. Bernd Lucke auf der Suche nach der verlorenen Mark. Und weil nach so viel peinlichem Hin und Her irgendwann eh alles egal geworden ist, beschloss man auf dem Parteitag im November 2018 unter dem eigentlich ganz lustigen Namen „LKR – Bernd Lucke und die Liberal-Konservativen Reformer“ bei der Europawahl anzutreten. Ich find‘s irgendwie cool.

Potentielle Wählerschicht: Babyboomer, die mental in den öffentlich-rechtlichen Talkshows der frühen Zehnerjahre eingesperrt sind.

Prognose: Fünftstärkste Fraktion mit anschließendem Austritt von Bernd Lucke und Parteineugründung.

Katarina Barley und Udo Bullmann (SPD): Mit Barley und Bullmann schicken die Sozialdemokraten ein Alliterationspärchen als Spitze ins Rennen, mir als Sprachästheten gefällt‘s! Udo Bullmann ist hierzulande komischerweise noch ein komplett unbeschriebenes Blatt, macht aber drüben in der EU schon mächtig Karriere: Erst diesen Monat hat sich der Hesse zum offiziellen Fraktionsvorsitzenden der europäischen Sozialdemokraten wählen lassen und tritt damit in die Fußstapfen von Martin Schulz. Unterstützt wird seine Kandidatur von der noch amtierenden Justizministerin Katarina Barley. Mit ihrem „Ja“ zu Artikel 13 und Upload-Filtern hat es die kesse Kölnerin mit der gesamten Youtube- und Gamerbubble aufgenommen, nicenstein! Zwar unterläuft ihr Votum nach Auslegung einiger Experten eigentlich den Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU, umso beeindruckender, zu welchen Opfern Barley bereit ist, wenn sich die Gelegenheit bietet, gegen Gamer zu schießen. Hut ab! Aber ehrlich gesagt bin ich es auch gar nicht anders gewohnt von der zum Symbol der SPD-Erneuerung gewordenen Juristin. Berlin ist durchgespielt, Brüssel kann kommen!

Potentielle Wähler*innen: Träumer, Sonntagslinke, Menschen wie du und ich.

Prognose: Barley & Bullmann gewinnen das Ding haushoch, Bullmann wird Kanzlerkandidat der SPD, Barley Generalsekretärin der Vereinten Nationen.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Deutschland, ein Märchenwald

Unter den drei landschaftlichen Einfallstoren zur mitteleuropäischen Seele schätzt der Deutsche den Wald am meisten. Was die beiden anderen anbelangt, so nötigt der Berg eine gewisse sportive Härte ab, und das Meer (in Deutschland: See) als Ein- und Ausfallstor der Fremde wird zumeist verstockten Fischern und Lungenkranken überlassen. Aber der Wald! Schon Hermann-Arminius und die ganze Romantik und all die Naturlyrik vor, während und nach den Kriegen, und eben deshalb sollen die Wälder, die doch längst durchverwaltete Forste sind, so naturecht wie möglich daherkommen. Daher ward auch der Wolf wieder angesiedelt, doch es erhebt sich ein Geschrei: Es käme so weit, dass niemand mehr sein Schaf unabgeschlossen herumstehen lassen könne, und was mit dem Menschen sei. Nun sind in ganz Europa nach dem Krieg gerade mal ein knappes Dutzend Menschen ein Raub Isegrims geworden, was verglichen mit jährlich gut 3000 Verkehrstoten in Deutschland eher wenig erscheint – doch welch ein Frevel, ruft der Motorist, versuche doch mal einer, mit einem Wolf vier Kästen Bier aus dem Getränkemarkt nach Hause zu befördern! Bliebe als Argument contra lupos die schiere Willkür bei der Wahl der Forstverschönerung: Wölfe ja, doch warum keine Bären und Hexen? Die Antwort, sie ist ernüchternd: Mario Adorf ist altersschwach und steht kurz vor dem Abschuss, und Annegret Kramp-Karrenbauer darf erst nach der Bundestagswahl wieder ausgewildert werden.

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Winkwink, Christoph Hein!

Für Faz.net berichteten Sie über den Absturz zweier Passagiermaschinen des Typs Boeing 737 Max 8 und fragten besorgt: »Hängen die Fälle zusammen? Für Boeing wackeln die wichtigsten Kunden.«

Das ist ja ein Ding! Aber wie denn überhaupt, am Boden oder in der Luft? Vor und zurück oder mehr seitwärts? Und warum? Verkauft Boeing an Wackeldackel, oder ist das Flugzeug so schlecht verschraubt, dass es sich ständig in Turbulenzen befindet?

Tippt auf eine Portion Wackelpudding beim Schreiben: Titanic

 Preisverdächtig, ZDF-Mediathek,

wie Du auf Deiner Startseite nacheinander folgende Sendungen anpreist: »Aufbruch in die Freiheit. Preisgekrönter Fernsehfilm über den Kampf der Frauenbewegung«, »Bad Banks. Preisgekrönte Drama-Serie über eine erfolgreiche Jungbankerin«, »Die Reise der Menschheit. Preisgekrönte dreiteilige Dokumentation« sowie »Bares für Rares. In Horst Lichters preisgekrönter Trödel-Show kann jeder seltene Fundstücke … schätzen lassen.«

Wer auch immer diese äußerst kreativen Ankündigungstexte für Dich verfertigt: Wir hoffen, sie/er ist sehr, sehr preiswert, damit auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt!

(Aus)gezeichnet: Titanic

 Sagen Sie, Versicherungsmakler Frank Stümpert (Hann. Münden),

könnte ebendieses nicht vielleicht genau das Problem sein? Nein? Und wann hören Sie dann endlich damit auf?

Zum Glück arroganz-versichert: Titanic

 Prost Mahlzeit, Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU)!

»Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und soziale Teilhabe – das sind wesentliche Bausteine für ein gutes und gesundes Leben, gerade im Alter«, würgten Sie bei der Fachtagung »Im Alter in Form« der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen in Bonn Altbekanntes hervor. Deshalb soll die »Ernährungskompetenz« von Älteren verbessert und sollen Qualitätsstandards flächendeckend umgesetzt werden.

Im christdemokratischen Klartext also: Mehr wohnortnahe, per Gehhilfe erreichbare Tafeln mit einem ausgewogenen Restangebot an fast frischem Obst und Gemüse für Menschen, deren MHD bereits überschritten ist.

Kriegt jetzt schon das Kotzen: Titanic

 Resonanzkörper Else Buschheuer!

Resonanzkörper Else Buschheuer!

Sie haben bei sich selbst ein Helfersyndrom diagnostiziert und darüber ein Buch geschrieben, aus welchem Sie Auszüge ins »SZ-Magazin« – schließlich Heimat der »Guten Frage«, vormals »Die Gewissensfrage« – klatschen durften. Sie erzählen von einem Bettler, den Sie eine Zeit lang mit einem Almosen bedachten (»Geld, das ich auf der einen Seite verdienen und versteuern muss und das ihn auf der anderen Seite vielleicht davon abhält, sein Leben in die Hand zu nehmen«), welches Sie dann leider immer weiter zu schrumpfen gezwungen waren (»Ich hatte mittlerweile zwei Geflüchtete zu Hause, die es durchzufüttern galt«), bis er eines Tages verschwunden war: »Eine Frau hatte seinen Platz eingenommen … Wochen vergingen, dann war er zurück. Warum? Was war geschehen? War sie seine Urlaubsvertretung, war er krank gewesen? … War dem Kassenwart in der Zentrale des organisierten Verbrechens aufgefallen, dass ein gewisser täglicher Betrag, mein Betrag, nun ersatzlos weggefallen war?«

Über die sich entspinnende pekuniäre On-off-Beziehung reflektieren Sie am Ende so: »Der kleine, zufällig vor meinem Supermarkt vorhandene Mann wird zum Resonanzkörper meines Gutseinwollens und gleichzeitig zum Dorn in meinem Fleisch, das muss man sich mal vorstellen. Der steht ja nur da und bietet eine Zeitung feil, während in mir Deutungskollisionen toben. Er hat mir nichts getan, dennoch löst sein Anblick in mir Emotionen und Gedanken aus.«

Und so ähnlich geht’s uns mit Ihnen: Sie haben uns nichts getan, dennoch lösen Sie in uns Emotionen und Gedanken aus, teils justitiable. Sie stehen ja nur da und bieten ein Buch feil, während in uns Deutungskollisionen toben: Gehört das in die Altpapiertonne oder in den Sondermüll?

Will Sie nicht davon abhalten, Ihr Leben in die Hand zu nehmen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Top kek

Egal wie sehr ich versuche, der Jugendsprache zu entkommen, ich komme einfach nicht vom fleek.

Karl Franz

 Wenn Männer Bahn fahren

»Könnten Sie bitte die Beine wegtun, damit ich mich auch noch setzen kann?«

»Ha! Sie denken jetzt sicher, ich mache Mansplaining. Tu ich aber nicht! Das heißt ManSPREADING! … Das jetzt war Mansplaining.«

Felix Scharlau

 Kranke Medizin

Anhänger der Homöopathie sind überzeugt davon, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden kann. Aber gilt das nicht auch für Notfallchirurgen, die bei schweren Stichverletzungen zum OP-Messer greifen?

Maja Kaiser

 A bisserl was geht immer

Mein Tischnachbar in der Bäckerei antwortet jedesmal »Tschüss, Tschüss!«, wenn sich eine der Kundinnen nach dem Brotkauf von der Verkäuferin verabschiedet. Um die Poesie dieses Moments angemessen würdigen zu können, ist es hilfreich zu wissen, dass unser Tisch etwa acht Meter vom Verkaufstresen entfernt steht, in einer dunklen Ecke, von allen unbemerkt, und dass mein Nachbar ansonsten nichts weiter sagt oder tut, außer ganz leicht aus dem linken Auge zu tränen, während er seine Zigarettenschachtel auf- und zuklappt.

Peter P. Neuhaus

 Kriminalistisches Knoff-Hoff

Wie schafft es eigentlich das Verbrechen, niemals zu schlafen? Böse Augen haben keine Lider.

Elias Hauck

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 15.04.:

    Martin Sonneborn zu Gast in der Heute-Show.

  • 08.04.:

    Der "Standard" sprach mit Max Goldt.

  • 01.04.:

    Tim Wolff über den Kinderüberwacher Joachim Herrmann (CSU) in der Taz.

  • 28.03.:

    Der "Weser Kurier" porträtiert Martin Sonneborn.

  • 25.03.:

    Die "Osnabrücker Zeitung" berichtet über Martin Sonneborn und dessen Vergangenheit in Osnabrück.

Titanic unterwegs
20.04.2019 Alf, Haus Waldfrieden Pit Knorr, Oliver Maria Schmitt und Hans Zippert
23.04.2019 Berlin, Schloßparktheater Max Goldt
24.04.2019 Hamburg, Sternwarte Katharina Greve
24.04.2019 Berlin, Volksbühne Martin Sonneborn