Newsticker

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Neue Staatsformen

Jürgen Elsässer, Chef der jüngst verbotenen Compact, fantasierte von einem "Deutschen Demokratischen Reich" unter der Führung von "Reichskanzler" Höcke. Er war jedoch auch alternativen Regierungsformen gegenüber offen:

  • Tyrannei für dich und mich
  • Deutsche Diktatorische Republik
  • Feudalismus freier Bürger
  • Parlamentarische Oligarchie
  • Bürokratisch Anarchische Aristokratie
  • Despotie für jedermann

KF

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Müllion Dollar Baby

Um der Rattenplage Herr zu werden, ersetzt New York Müllsäcke ab sofort durch Mülltonnen. Das, so Bürgermeister Eric Adams, sei nicht weniger als eine "Trash Revolution". Diese genialen Ideen hat er sich noch abgeguckt:

  • Für ein besseres Raumklima sollen Wohnungen in New York mit Fenstern ausgestattet werden, die sogenanntes "Lüfting" erlauben
  • Um die Lebensdauer der New Yorker Wolkenkratzer zu erhöhen, werden diese künftig aus Backstein und nicht mehr aus Optimismus und dem amerikanischen Traum gebaut
  • Jede U-Bahn fährt ab sofort in beide Richtungen, statt an der Endhaltestelle achtlos weggeworfen und durch eine neue ersetzt zu werden
  • "Autobahnen" werden den notorisch zähen Stadtverkehr bald zum Fließen bringen
  • Dealer werden dazu angehalten, nur noch gesunde Kleinstmengen an Heroin und Co. zu verkaufen
  • Die Kriminalität soll durch aufmerksames Starren drastisch reduziert werden

KF

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Platz 1 - Die Spitzenkolumne #16

Find yourself someone who looks at you as intensiv und verständnisvoll as Die Zeit looks at a random US-Neonazi, der einfach ein mega Laberarsch ist. Auf Platz 1 der Podcastcharts befindet sich der schlimmste Podcast, den ich je gehört habe, und das sage ich als Veteranin vom dreiteiligen “Verbrechen”-Spezial über den Fall Kachelmann. In “WHITE - Geständnis eines Neonazis” (ein herrlicher Titel) redet ein selbstgefälliger Mann eine ziemlich unspektakuläre Geschichte runter, die er auf peinlichste Weise aufbläst. Soweit nichts Neues. Für die Aufblaserei sind aber so viele Manöver nötig, dass ich hoffe, der Presserat oder wenigstens ein Shitstorm schaltet sich bald ein. Also, der Neonazi hat dem Podcasttypen erzählt, er habe mal jemanden aus rassistischen Gründen umgebracht. GEIL, denkt sich natürlich der Podcasttyp und recherchiert die Sache nach, stellt die an den Haaren herbeigezogensten Theorien vor, wie ich's eigentlich nur von mir kenne, wenn ich verliebt bin und mich frage, wieso die Person nicht antwortet, behelligt schwer traumatisierte Leute aus dem Umfeld des Neonazis, und dann kommt noch eine Folge und noch eine und noch eine, in der er nichts findet, aber könnte nicht doch alles ganz anders sein? Bitte ja! Bitte lass es ganz anders sein und dieser Podcast hat nie existiert! Aber dann müsste ich hinterherrecherchieren, mit Leuten sprechen, die ihn vielleicht auch gehört haben und zu einer Erinnerungsforscherin gehen, die mir völlig widersprüchliche Sachen darüber sagt, ob ich mir den ganzen Scheiß nun eingebildet habe oder nicht, Hilfe!

Les' ich halt ein Buch! Hier, Spiegel Bestseller, Belletristik Hardcover, Platz 1: Ah, was von Marc-Uwe Kling. Schön, da kann ich wieder schmunzeln! Doch was muss ich da in der Beschreibung lesen? “Die 16-jährige Lena Palmer verschwindet spurlos. Drei Tage später taucht sie in einem verstörend brutalen Video wieder auf, welches in atemberaubendem Tempo viral geht. BKA-Kommissarin Yasira Saad soll Lena finden und die Täter identifizieren. Ihr bleibt wenig Zeit, denn schon gibt es erste gewalttätige Demonstrationen in deutschen Städten.” NEIN! NEIN! Jetzt nicht auch noch mein, unser Marc-Uwe, der damals in jeder Studi-WG aus den Lautsprechern dröhnte. Ich kann nimmer. Geht doch alle zur Zeit.

Was ist denn auf Platz 1 der Mallorca Megacharts? Ah, geil “Pyrotechnik” von Eggers, Hüftgold und dem Balkonultra. Und wisst ihr, was Pyrotechnik nicht ist? Na, na? Genau, ein Verbrechen!

Platz 1 – die Spitzenkolumne von Paula "the one" Irmschler erscheint jeden Samstag in voller Länge nur bei TITANIC.

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Müters Söhne #15

Erste Liebe


"Ich habe meine Muse gefunden"

Gideon ist 17 Jahre alt. Seine Mutter Viola Müter schreibt hier im wöchentlichen Wechsel über ihn und ihre anderen zwei Söhne im Alter von 5 und 12 Jahren. Die Mutter nennt sie liebevoll ihre "Mütersöhnchen".

Gideon hat in der Métro in Paris eine gleichaltrige Französin angeflirtet. "Ich habe meine Muse gefunden", verkündete er nur wenige Sekunden, nachdem er und Clémentine ihre Instagram-Handles ausgetauscht hatten. Im ersten Moment fand ich Clémentine unsympathisch. Im zweiten auch, denn als ich mich als Gideons Mutter vorstellte, ließ Mademoiselle Mandarine, oder wie auch immer sie heißt, mich blöd dastehen. Sie tat so, als verstehe sie mein Französisch nicht. In der Hinsicht passen sie und Gideon gut zusammen. Schade, dachte ich. So schnell wird man während eines entspannten Mutter-Sohn-Trips durch eine Jüngere ersetzt.

Manche würden es sicher als zynisch bezeichnen, unter den Umständen von einem entspannten Mutter-Sohn-Trip zu sprechen. Gideon und ich sind nach Paris gefahren, weil mein Mann unter der Wahnvorstellung leidet, dass Thorben von seinem Vater, dem Mentalisten Stefan, entführt wurde. Ich meine, es gibt nachvollziehbare Gründe dafür, dass wir seit fast zwei Wochen nichts von den beiden gehört haben. Ich stelle mir vor, wie sie zusammen auf dem Eiffelturm liegen, unfähig ihn zu verlassen, weil sie sich versehentlich gegenseitig hypnotisiert haben. So oder so ähnlich einfach wird die Funkstille zu erklären sein.

Ich hätte mir gewünscht, dass Gideon und ich erst mal gemeinsam Paris erkunden, bevor wir unser jüngstes Familienmitglied wieder nach Hause bringen. Wir können schließlich dankbar sein, dass Thorben sich in der französischen Hauptstadt aufhält und nicht in Bielefeld. Stattdessen bezeichnet er das erstbeste Mädchen als die "Liebe seines Lebens" und plant seine Tage anderweitig: nämlich ohne mich. Ich bin skeptisch. Ich vermute sogar, dass Gideon von Beginn an das Ziel verfolgt hat, eine Muse zu finden. Dass er gar nicht vorhatte, Zeit mit mir zu verbringen, sondern mich loswerden wollte. Vor der Abreise durchlief er einen Glow Up, wie die jungen Leute sagen. Und ich Dumm-Naive hatte mir eingeredet, er habe seinen spießigen Look abgelegt, damit ich mich weniger für ihn schäme.

Während ich einsam den Eiffelturm besteige, trifft sich Gideon mit Sérpentine in einem Café in Montparnasse. Bestimmt sind sie in einem dieser Bistros, das berühmt ist, weil Ernest Hemingway dort von einem Iced Brown Sugar Oatmilk Shaken Espresso Durchfall bekommen hat. Oder was auch immer angehende Literaten damals getrunken haben. Zuhause hatte ich mich noch über Gideon lustig gemacht, dass er in Paris auf den Spuren Hemingways wandeln wolle. Jetzt, allein auf dem Eiffelturm stehend, wo weder Stefan noch Thorben hypnotisiert liegen, bereue ich mein Verhalten. Ich suche Gideon in meinen Kontakten. "Es kann sein, dass Thorben wirklich entführt wurde", sage ich, noch bevor er sich mit seinem Namen melden konnte. Mein ältester Sohn muss sich jetzt entscheiden – Familie oder Liebe?

Die Kolumne von Viola Müter erscheint jeden Donnerstag nur bei TITANIC.

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Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Dass gerade bei Dir, »ARD One«,

die Schweizer Miniserie »Doppelleben« läuft, macht das Zuschauen nur halb so unterhaltsam.

Ein (!) Beitrag von der Arbeitsgemeinschaft der Titanic-Rundfunkanstalten

 Gurr-gurr, Limburger/innen!

Im Rahmen eines Bürgerentscheides habt Ihr für das Töten von Tauben in Eurem Stadtgebiet gestimmt. Die Vögel sollen durch Genickbruch abgemurkst werden. Wir wüssten nun noch gerne, ob diese Hinrichtungen öffentlich abgehalten werden. Und können die Moribunden Kirchenasyl in Eurem Dom bekommen? Oder gibt das Bistum dieser Hexenjagd seinen Segen?

Fragt die Rattenfängerin der Lüfte Titanic

 Aha, Daniel Brühl …

»Am Ende jedes Drehtags stand ich in meinem Apartment unter der Dusche und habe wahrscheinlich ein ganz trauriges Bild abgegeben. Meine Haare waren ja getönt, und die dunkle Farbe lief mir jedes Mal übers Gesicht, wie bei einer Midlife-Crisis …« So berichteten Sie der Zeit von Ihren Erfahrungen während des Drehs der Serie »Becoming Karl Lagerfeld«.

Na, das ist ja nun wirklich typisch Midlife-Crisis, dass einem während jeder Dusche dunkle Farbe über das Gesicht läuft! Haben Sie auch andere charakteristische Symptome bemerkt wie die plötzliche Fähigkeit, mit Toten zu kommunizieren, einen Heißhunger auf Kinderseelen und das rötliche Verfärben Ihrer Pupillen? Dann handelt es sich um einen ganz normalen Verlauf!

Weiß Ihre Titanic

 Excusez-nous, Emmanuel Macron!

Excusez-nous, Emmanuel Macron!

Als französischer Präsident und leidenschaftlicher Europäer ließen Sie es sich bei Ihrem Deutschlandbesuch nicht nehmen, sich Ungarns Staatschef Viktor Orbán und dessen Selbstbedienungsmentalität gegenüber der Europäischen Union vorzuknöpfen. »Unser Europa ist kein Supermarkt«, verkündeten Sie trotzig vor der Dresdner Frauenkirche und fanden mit Ihrem griffigen Sprachbild Anklang in der Sie fleißig zitierenden deutschen Presse.

Auch wir möchten Ihnen zu der eindeutigen Botschaft an Budapest gratulieren – und machen uns gleich los in Richtung Frankreich. Sich den Einkaufswagen vollzumachen und sogar Geld dafür zu bekommen: in Ihrem Land, Macron, versteht man wirklich was vom guten Leben! Fragt sich nur, wie es Ihre Bevölkerung angeblich trotzdem schafft, einen großen Teil ihres Einkommens für Lebensmittel auszugeben.

Es grüßt der Discounter unter den Satirezeitschriften: Titanic

 Lass Dich nicht unter Druck setzen, »Stern«!

Du versuchst, dem Phänomen Taylor Swift auf den Grund zu gehen, und erklärst, was die Sängerin für Dich einzigartig macht: »Eine Sache, die es in der Musik so noch nicht gab: Nähe und Fühlbarkeit und den Wunsch, nicht mehr weghören zu wollen, wenn ein Lied von ihr im Radio läuft.«

Aber, Stern, Du musst Dich doch nicht verbiegen! Wenn Du nun mal weghören willst, wenn »Cruel Summer«, »I Knew You Were Trouble« oder »Anti-Hero« gespielt werden, darfst Du da auf Dich hören und diesem Bedürfnis Raum geben!

Versichert Dir und schickt obendrein noch ganz fühlbare Grüße:

Deine Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Letzte Runde

Nach einer Woche Kneipentour hat mich die Katze zu Hause vor verendete Tatsachen gestellt.

Alexander Grupe

 Bilden Sie mal einen Satz mit »Hinduismus«

Absprachen zur Kindbetreuung,
manchmal sind sie Schall und Rauch bloß.
Beide in der Hand die Klinke:
»Wo willst hin du? Is mus auch los!«

Wieland Schwanebeck

 Dritter Weltkrieg?

Warum eigentlich nicht? Aller guten Dinge sind drei.

Dorthe Landschulz

 Ungelogen

Allen, die nicht gut lügen können, aber mal einen freien Tag brauchen, sei folgendes Vorgehen empfohlen: Morgens beim Arbeitgeber anrufen und sich krankmelden mit der absolut wahrheitsgemäßen Begründung: »Ich habe Schwindelgefühle.«

Steffen Brück

 Morning Routine

Obst zum Frühstück ermöglicht einen gesunden Start in den Tag, aber wer keine Lust hat, sich schon morgens in die Küche zu stellen und Früchte zu schnippeln, dem empfehle ich stattdessen Snoozies.

Loreen Bauer

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
04.08.2024 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst Die Dünen der Dänen – Das Neueste von Hans Traxler
04.08.2024 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst »F. W. Bernstein – Postkarten vom ICH«
18.08.2024 Aschaffenburg, Kunsthalle Jesuitenkirche Greser & Lenz: »Homo sapiens raus!«
01.09.2024 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »POLO«