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Premiumdenker der Gegenwart (64)

Name: Wodarg

Vorname: Wolfgang

Spitznamen: "Doktor", Doctor Do- and Knowlittle, Dr. mad. Wodarg

Hauptwerke: "Virologen, Pneumologen, alle logen - außer mir", "Der Wahrheit eins husten", "Pandenie und nimmer", "Comme ci, comme SARS"

Wurde beeinflusst von: Geltungsdrang, einer verschleppten COVID-19 Erkrankung, SPD

Hat Einfluss auf: die WhatsApp-Gruppe "Die ungelogen ECHTE !!! Wahrheit" u.a.

Verfeindete Denker: Christian Drosten und seriöse Konsorten

Befreundete Denker: Xavier Naidoo, Parteikollege Thilo Sarrazin

Bester Satz: "Wenn es dieses angebliche, neue Virus denn tatsächlich gäbe, warum kann ich es dann nicht mit freiem Auge sehen?"

Leser, die Wolfgang Wodarg mögen, mögen auch: Reisen in die Hohlerde planen, Protokolle der Weisen von Zion lesen, Chemtrails inhalieren

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Nicht durchdrehen

Wie Sie es schaffen, zu Hause nicht durchzudrehen. TITANIC strukturiert für Sie den Tag:

 

8.00 Uhr: Stehen Sie auf und lüften Sie!

 

8.30 Uhr: Frühstücken Sie! Denken Sie dabei an etwas, das Ihnen Freude bereitet, zum Beispiel an Ihren letzten Italien-Urlaub!

 

9.00 Uhr: Informieren Sie sich über den neuesten Stand, aber nicht zu lange! Ordnen Sie ca. 25 Browserfenster mit Nachrichten zur Covid-19-Epidemie dicht neben- und untereinander auf Ihrem Monitor an und lesen Sie ca. anderthalb Stunden lang quer!

 

10.30 Uhr: Putzen Sie Ihre Wohnung und sortieren Sie ein Regal Ihrer Wahl, zum Beispiel das Gewürzregal. Wenn Sie fertig sind, schmeißen Sie alle Gewürzdosen lauthals fluchend wieder auf den Boden und beginnen Sie von neuem! Wiederholen Sie den Vorgang fünf Mal.

 

12.30 Uhr: Mittagessen (Wursthappen-Pakoras in Senfsoße)

 

13.30 Uhr: Leichte sportliche Betätigung fördert die Verdauung. Wir empfehlen den "Ententanz".

 

14.00 Uhr: Telefonieren Sie mit Ihren Liebsten! Ordnen Sie dazu wie in Punkt 3 (Nachrichtenüberblick) sämtliche Video-Fenster nebeneinander an und sprechen Sie allen Zugeschalteten beruhigend zu!

 

15.30 Uhr: Werden Sie kreativ, bemalen Sie Ihre Wände! Versuchen Sie dabei, Ihre Ängste und Sorgen zu externalisieren! Falls Sie keine Farbe im Haus haben sollten, tun es auch flüssige Lebensmittel oder Exkremente.

 

16.30 Uhr: Nochmal Ententanz.

 

17.00 Uhr: Puh, keine Ahnung! Ganz schön lang so ein Tag, was? Vielleicht einfach mal in sich hinein horchen?

 

19.00 Uhr: Abendessen (Kalte Knabbermix-Suppe)

 

20.00 Uhr: Verhöhnen Sie das Corona-Virus, indem Sie das Fenster öffnen und laut lachen! Wer weiß: Womöglich lacht am Ende die ganze Straße mit.

 

21.00 Uhr: Singen Sie eine Oper Ihrer Wahl! Spielen Sie sämtliche Konflikte Ihrer Kindheit vor dem Spiegel nach! Sprechen Sie die Rollen Ihrer Eltern dabei einfach mit! Spielen Sie Halma gegen sich selbst!

 

00.00 Uhr: Trinken Sie eine warme Milch mit Honig und gehen Sie ins Bett! Morgen wartet ein neuer Tag auf Sie.

 

(Achtung: Diese Anleitung gilt nur für Alleinstehende! Für Paare oder gar Eltern mit Kindern gibt es leider keine Hilfe.)

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Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Ein Sinngeber

Dass die gegenwärtige Viruskrise das Kleingewerbe besonders trifft, sei mit Blick auf mein eigenes nicht zum Witz gemacht, besteht doch mein Problem bloß darin, wie in derart monothematischen Zeiten eine Kolumne zu bewirtschaften ist; oder ja sogar deren zwei; oder, rechnen wir die (übrigens sehr guete) in der (ebenfalls sehr gueten) „Wochenzeitung“ (Zürich) hinzu, drei, wobei da die lokalen, wunderbaren Kolleginnen und Kollegen helfen. Bei der Gelegenheit und weil grad Zeit ist möchte ich das Urheberrecht auf den WOZ-Kolumnenwitz vom vergangenen Donnerstag anmelden, falls ihn, was ich gar nicht glauben mag, nicht schon wer gemacht hat: „Das bayerische Abitur lässt sich letztlich ohne Hochschulabschluss gar nicht bewältigen“, und im letzten Jahr hat das sogar gestimmt.

Jasper von Altenbockum, ein sicherer Banker in Saure-Virus-Zeiten wie diesen, hat, das wird aus Wikipedia nicht recht klar, entweder ein achtbares rheinland-pfälzisches oder ein unschlagbares baden-württembergisches Abitur, was ihn zu allerlei berechtigt, etwa zu einer ungetrübten Spargelsaison: „Die Corona-Krise schreibt ihre ersten leicht widersinnigen Geschichten. Um doch noch die benötigten dreihunderttausend Saisonhelfer für die Gemüse-Ernte in Deutschland zu organisieren, wird es nicht ohne Improvisationskunst abgehen können – es sei denn, das Gemüse verdirbt auf den Feldern.“ Andersrum, Jasper: Das Gemüse wird auf den Feldern verderben, es sei denn, es gelingt ein Improvisationskunststück, das den Ausfall der ausländischen Erntehilfe kompensiert. Ein „Katastrophenfall de luxe“ ist nämlich eingetreten, und „der Katastrophenfall erlaubt es durchaus, inländische Arbeitskräfte dort einzusetzen, wo es dringend nötig ist, auch wenn sie davon nicht begeistert sind“.

Ihm wird doch nicht fad geworden sein in der Frankfurter Redaktion? Er wird sich doch nicht sehnen nach Sonnenschein, frischer Luft und Rückenschmerzen? Für einen Stundenlohn, der auf der Fressgass für einen Cappuccino reicht? „Aber schon wird bis in das Bundeslandwirtschaftsministerium vor der Rekrutierung von ,Zwangsarbeitern’ gewarnt, etwa Studenten. Das mag daran liegen, dass Julia Klöckner aus eigener Erfahrung weiß, dass sich Soziologie-Studenten für schwere Landarbeit einfach nicht eignen. Geschweige denn zum Spargelstechen.“

„Er war bei ihnen gesessen / In der Zeit ihres Kampfes / Wo sie jeden nahmen / Der ihnen half. / Später dann, in der Zeit nach dem Kampf / … Blieb er plötzlich aus.“ Brecht, 1933

Sowenig wie ehemalige solche der Geschichte, die auch gar keine Zeit hätten, den Spargel, den sie verzehren, auch noch selbst zu ernten, es wäre dies ja auch ein Verstoß gegen das eherne Frankfurter Prinzip von oben und unten: Sich von der harten Arbeit anderer ernähren, das ist soziale Marktwirtschaft oder, in „Notzeiten“ (Jasper), sogar „Solidarität“, die „einzufordern“ (deutsch: zu fordern) „nicht nur heiße Luft“ bedeuten darf, sondern auch, jawoll: „Zumutungen“.

Wenn auch nicht für einen Frankfurter Allgemeinen Zeitungsredakteur, für den die Grenzen der Zumutbarkeit bereits dann weit überschritten sind, wenn in der Kantine der Pudding alle ist oder ein Frühling ohne Spargelgericht stattfinden soll, was zu verhindern jede Zumutung wert ist; sofern sie bloß arme Schlucker oder potentielle Diversantinnen trifft, die, wo Solidarität und harte Arbeit nottäten, sich mit „irgendeiner Soziologie“ (Gunnar Homann) die Zeit vertreiben. Dass man nicht mal faule Hartzer zur Spargelernte pressen kann, wird Jasper da so bedauern wie die von Missgünstigen wie mir gezogene Parallele zum sog. Ernteeinsatz in der Deutschen Demokratischen Republik, deren Unrechtscharakter aber gerade hier sehr deutlich sichtbar wird, denn da fehlten die billigen Bulgaren halt immer. Mangelwirtschaft, widerlich.

Gemüsebauer, der Angst um seine Ernte hat, möchte man nicht sein; doch um wieviel weniger ein Erzähler allzu sinniger Geschichten, bei dem „Solidarität“ noch im Frühjahr klingt wie Winterhilfswerk.

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Überschätzte Lebensmittel (XXXVIII)

Heute: Thunfisch 

"Ach, du magst gar keinen Thunfisch? Kein Problem, dann leg ich ihn nur auf meine Seite der Pizza!", tönt es pseudo-rücksichtsvoll aus dem Katzenfuttermaul des Thunfischfressers. Ignoriert er, dass bereits zwei Milligramm des Ekelkonservenfraßes  in der Lage sind, 48 Bleche Pizza zu verseuchen und zudem den Backofen für mindestens 14 Tage komplett unbenutzbar zu machen? Oder ist der tumbe "Thuna"-Freund schlicht nicht in der Lage, Fakten wie diese zu erfassen? Man weiß es nicht, denn Thunfisch ist bekanntlich ein zuverlässiger Quecksilberlieferant. Ein Stoff, der herrlich dumm macht, was die einfältigen Esser dieser primitiven Miefspeise gewiss nicht stört. Nicht wenige von ihnen verschmähen ein feines Lachsfilet oder eine in Butter geschwenkte frische Kutterscholle, aber lieben dafür Thunfisch, "weil der schmeckt ja gar nicht so nach Fisch!" Richtig, denn er schmeckt nach Whiskas, dies jedenfalls suggerieren die identischen Gerüche beim Öffnen beider Dosen.

Der Antiheld einer jeden Sushi-Platte schwimmt im Meer herum und ernährt sich von Wasserleichen. Wenn er doch wenigstens etwas mehr Mikroplastik fräße! Sein Geschmack wäre dann zumindest etwas weniger streng. Von Seefahrern wurde der bräsige Beifang jahrhundertelang konsequent zurück über die Reeling geworfen. Weil aber die grenzdebilen Grätentölpel immer enthusiastischer in die Netze sprangen, fingen die Fischer aus Verzweiflung irgendwann an, sie noch an Bord zu konservieren, damit sie sie nicht selbst verzehren müssen. Ab den 1960er-Jahren lagerten Millionen der Büchsen jahrzehntelang in Prepper-Bunkern. Der Protein-Hype, der einen kulinarischen Irrläufer nach dem anderen (u.a. Protein-Bier, Protein-Eis, Erbsen-Pasta) aufs Serviertablett hievt, hat nun den Thunfisch, die Gestank gewordene Unverschämtheit aus dem Meer wieder an die Oberfläche gespült. Und sie wandert nun zusammen mit Spirelli-Nudeln und Dosenmais in die Einkaufskörbe arschblöder Fitness-Freaks. Auf dass sein Gestank sie für immer sozial isolieren möge!

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Aus Eugen Egners Püppchenstudio

 

 


 

Interessante Schaltungen  (Teil 1)

 

Mit meinem siebzig Jahre alten Wohnzimmerradio, aus dessen Lautsprecher neuerdings nichtmenschliche Stimmen zu hören waren, suchte ich einen Elektro- und Rundfunktechniker in der Nähe auf. Ich hatte den Apparat kaum auf die Theke gestellt und begonnen, über das schier unglaubliche Problem zu sprechen, da stürmte eine Frau in den Laden und rief dem Inhaber zu: "Führen Sie auch Reparaturen an elektrischen Vorrichtungen durch, die nichts mit Radio- oder Fernsehtechnik zu tun haben?"

"Kommt darauf an", sagte der Gefragte. "Erlauben Sie, dass ich zuerst der Dame helfe?" fragte er mich. Ich nickte schicksalsergeben.
"Worum geht es denn?" wollte der Techniker sodann von der ungeduldigen Kundin wissen. Sie präsentierte ihm einen "Spezialschalter", der, wie sie behauptete, infolge häufigen Gebrauchs defekt sei. Der Schalter trug die Beschriftung: Bei Gefahr diesen Schalter drücken!  

"Ich habe ihn von meinen Eltern geerbt", erklärte die Kundin, "und er ist mir immer eine große Hilfe gewesen. Doch die Gefahren haben seither ständig zugenommen, so dass ich den Schalter immer öfter drücken musste. Das hat ihn abgenutzt, irgendetwas scheint abgebrochen zu sein."
"Ich kann mich der Sache gern annehmen", sagte der Elektrotechniker, "als seriöser Geschäftsmann muss ich Sie allerdings darauf hinweisen, dass ich dann die Möglichkeit habe, die Bauweise des Schalters zu kopieren. Wären Sie damit einverstanden?"

(Fortsetzung folgt!)

 

 


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Das Corona-Orakel

Drei Dinge, die es nach Corona in Deutschland nicht mehr geben wird:

1.FDP 

So azurblau, sauber und leer wie der Canal Grande in Venedig zu Pandemie-Zeiten waren vor Corona nur Christian Lindners Augen. Nach der Krise wird dieser mit seiner Partei im nun verstärkt globalisierungskritischen Land keinen neoliberalen Fuß mehr auf den mit Breitbandkabeln durchsetzten Boden kriegen. Das Thema digitale Infrastruktur, ein früheres Steckenpferd der Freien Demokraten, verhält sich durch die Krise zur FDP wie der Klimawandel zu den Grünen: Ganz plötzlich wollen es alle, sogar die CDU, und das Thema taugt nicht länger für parteipolitische Profilierung. Den letzten Rest zum Verschwinden der FDP aus dem politischen Spektrum trägt der öffentliche Sektor bei, der, nicht zuletzt durch das eifrige Schnüren von Hilfspaketen, auch dem gegeltesten BWLer vor Augen geführt hat: Der Markt regelt gerade überhaupt nicht. Wenn wir die Krankenhäuser so privatisiert hätten, wie Christian es immer gewollt hat, hätten wir das Ganze vermutlich nicht überstanden. 

2. Klassische Lesungen 

Mundgeruch in der Luft, überschlagene Beine in Cordhosen, artifizielle, den Geniegedanken starkmachende Bühnensituation, signierte Buchseiten: Während Corona hat das Veranstaltungsformat „Lesung“ vollständig ihr nach Dicher-und-Denkertum müffelndes, anachronistisches Dasein offenbart. Kein Grund zur Sorge für Literaturhäuser und Verlage. Denn was die Krise gezeigt hat, deutete sich seit längerem an: Wer ein Buch veröffentlichen möchte, muss schlicht ca. 10 000 Instagram-Follower vorweisen und vor der Frontkamera performen können. Der/die Autor*in ist im Stream so lebendig wie nie, die Texte bleiben zweitrangig und alle Beteiligten werden in Zukunft statt schlecht, einfach gar nicht mehr bezahlt. 

3. Facebook

Da es über Monate keine Veranstaltungen gab, ist dem unintuitiven Netzwerk für Boomer und rechte Gruppierungen auch die letzte Daseinsberechtigung abhandengekommen. Mark Zuckerberg, der sich während der Krise endlich als Alien geoutet und mit seiner Familie auf den Mars gezogen ist, verkauft seine letzten Anteile an Facebook inklusive Whatsapp und Instagram an Jeff Bezos. Der Amazon-Boss weiß noch nicht so genau, was er damit macht, er wollte es erst mal besitzen. 

Drei Dinge, die es nach Corona in Deutschland geben wird: 

1. Richtiges Einkaufen

Der in der Bundesrepublik bislang durch und durch pragmatische, auf Sonderangebot und Billigfleisch ausgerichtete, emotionslose Vorgang wird sich nach der Pandemie grundlegend verändern. Sobald Latex-Handschuh und Atemschutz abgestreift, werden es die Deutschen in einer Nostalgie ihren (ehemals in europäischer Integration verbundenen) Nachbarn, den Franzosen, gleichtun und sich für den Einkauf Zeit nehmen. Selbst in Discountern wird nicht länger nur der Preis, sondern auch das Gemüse angeschaut, der Wein geprobt, der Kaffee gerochen, der Käse probiert. Allein die Klopapier-Regale bleiben schambehaftete Flecken der Supermärkte. Ähnlich wie beim Kondom-Kauf werden die Deutschen auch Jahre danach mit gesenktem Blick an ihnen vorbeihuschen, die Verpackungen an der Kasse mit anderen Waren verdecken und sie so unauffällig wie möglich nach Hause transportieren. 

2. Der Bayxit

Was sich schon vorher andeutete und sich währenddessen so klar abzeichnete wie nie zuvor, wird nach der Pandemie Realität: Bayern steigt aus. Niemand rollte das Corona-R so autoritär wie Markus Söder, der den blau-weißen, widerspenstigen Freistaat nach der Krise endlich in die wohlverdiente Unabhängigkeit und parlamentarische Monarchie des neuerkorenen "bayerischen Königreichs" führt. Was wird neu? Die Grenzen bleiben ganzjährig dicht und das nicht nur für Geflüchtete, sondern für alle Nicht-Bayern. Ausnahmen macht King Söder erst wieder für die Neuauflage des Post-Corona-Oktoberfest 2025: Neben ihrer deutschen und/oder österreichischen Staatsangehörigkeit müssen die Besucher*innen bei der Einreise entweder ihre Männlichkeit und einen Masterabschluss in einem MINT-Fach oder mindestens Körbchengröße D vorweisen. 

3. Neue Diskussion ums Trinkgeld

Die Branche, die während der Krise am meisten gelitten hat, ist die Gastronomie. Und auch nach Corona wird es schwierig: Künstler*innen, Musiker*innen und Mitarbeiter*innen des Kunst- und Kulturbetriebs, sonst häufige Café- und Kneipengäste, sind arbeits- und mittellos. Der frühere Kundenstamm solcher Etablissements, die freiberufliche Hipster-Bohème, die tagsüber Flat-White und abends Moscow Mule (oder andersrum) schlürfend an selten zur Realisation gebrachten Drehbüchern sitzt, lebt mittlerweile nicht mehr in der gentrifizierten Nachbarschaft, sondern wieder bei ihren Eltern im Vorort. Kranken- und Pflegepersonal sowie Mitarbeiter*innen des Einzelhandels dürfen in Deutschland bis auf Weiteres umsonst essen und trinken. Es hängt also an der im Homeoffice gebliebenen, systemirrelevanten Mittelschicht. Prognose: Alles unter 50 Euro Trinkgeld für einen Kaffee wird über lange Jahre als unhöflich gelten.

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Das neue Heft ist da!

O Schreck! Kaum hat man sich an die erste Killerpandemie gewöhnt, droht bereits der nächste Erreger das Land zu übermannen. Kommt er aus einem geheimen Labor oder doch von einer Horde überpotenter Bonobos? Die April-TITANIC stellt Nachforschungen an!

Außerdem im Heft: Der große Fotoroman "Die Getriebenen", der auf einem Film basiert, welcher auf einem Buch basiert, das auf wahren Begebenheiten basiert. Frisch aus dem Innenministerium: Strategien gegen Rechtsterror. Neuen Serien mit grauen Stars. Spannende Fälle für Richter Xi, 3 (!) Seiten Katz & Goldt, die Intimschatulle von Heinz Strunk und vieles mehr.

Das neue Heft gibt es ab jetzt am Kiosk, aber Sie kaufen es gefälligst im Onlineshop (Print oder PDF), in der App oder schließen ein Abo ab.

Tipp: Jetzt Goldmitglied werden und den vollen Pflegekomfort genießen!

 

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Scusi, Kellerei Settevetro (Italien)!

Scusi, Kellerei Settevetro (Italien)!

Wegen eines technischen Fehlers ist Dein Lambrusco in die Wasserleitungen des Örtchens Castelvetro di Modena gelangt und sodann hellrot und schäumend in einigen Häusern aus den Wasserhähnen geperlt. Der Unfall sei aber »nicht mit hygienischen oder gesundheitlichen Risiken verbunden« gewesen, teiltest Du mit.

So begrüßenswert natürlich im allgemeinen eine Alkoholversorgung aus dem Wasserhahn sein mag, müssen wir doch fragen: Hast Du noch alle Spaghetti im Topf, Kellerei Settevetro? Lambrusco zu verabreichen ist nach Recherchen in unserer famiglia sogar der Mafia zu eklig!

Es grüßt mit einem kühlen Konterbier: Titanic

 Hallo, Allos-Brotaufstriche!

»Leckere Linsen mit ausgewählten Gewürzen und Gemüse machen den Allos-Linsenaufstrich so besonders lecker« – ist das nicht ein bisschen halbherzig? Macht neben den leckeren Linsen nicht auch das leckere Gemüse Deinen leckeren Linsenaufstrich so besonders lecker? Ja? Nein?

Schluck’s runter.

Darum bittet Titanic

 Platsch, Bestsellerautor Frank Schätzing!

Wie hörten wir Sie jüngst aus dem Radio rausraunen? »Wenn Sie sich einmal in die Politik reinbegeben, verlieren Sie Ihre Freiheit – auch die Freiheit, Dinge auszusprechen. Die Parteistrukturen, in denen Politiker sich von der Pike auf hocharbeiten, sind wie Flüsse, und Sie sind der Kiesel. Sie werden rund geschliffen, ob Sie das wollen oder nicht. Andernfalls kommen Sie ja gar nicht oben an!«

Au weia. Was also, Frank Schätzing, tun? Flusskiesel künftig ungeschliffen lassen, damit sie besser oben ankommen und auf der Wasseroberfläche schwimmen? Strukturen entwässern, damit sie aufhören, wie Flüsse zu sein? Die Pike aus dieser feuchten Metapher nehmen, bevor sie rostet? Ja? Und wenn Politiker dann endlich die Freiheit haben, »Dinge auszusprechen« – was schätzen Sie: Wird das dann so eloquent und bildstark klingen, als hätte es ein gelernter Schriftsteller formuliert?

Übt noch die flüssige Aussprache: Titanic

 Kennen, Hagen Hultzsch (FDP Thüringen),

muss Sie natürlich niemand, dennoch hat es uns beeindruckt, dass Sie auf einem Wahlplakat, über das wir im Weimarer Straßendreck gestolpert sind, gewissermaßen prophetisch gefordert haben, den Menschen mehr zuzutrauen. Völlig daneben lagen Sie allerdings mit Ihrem Gruß »Hallo übermorgen«. Das hätte doch wohl treffender heißen müssen: »Hallo vorgestern«!

Kann sich das auch gut als künftigen Gruß an Ihre Partei vorstellen: Titanic

 Huhu, »Süddeutsche«!

Unter der Überschrift »Lauter Millionäre« gabst Du Arbeitnehmern in Deutschland sieben Tipps, wie sie im Lauf ihres Berufslebens eher 2,8 Millionen als 900 000 Euro brutto verdienen könnten. Neben wertvollen Ratschlägen wie »Berufswahl stellt Weichen«, »Lücken im Lebenslauf kosten«, »Bildung zahlt sich aus«, »Gehalt wächst mit dem Alter« und »Auf die Region kommt es an« heißt es unter »Führungsposten lohnen sich«: »Reichwerden klappt am ehesten, wenn man einen Chefposten ergattert.«

Echt, SZ? Bisher waren wir immer davon ausgegangen, dass man reich wird, wenn man möglichst lange einen subalternen Posten innehat, an dem einem alle anderen sagen, was man zu tun hat: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Offener Widerstand

Ohne mein Wissen ist aus der Telefonzelle im Dorf ein beschissener offener Bücherschrank geworden. Aus Trotz gehe ich dort jetzt immer telefonieren.

Ronnie Zumbühl

 Wesentlich werden

Neulich im Café bildete ich mir ein, am Nebentisch die Schriftstellerin Karen Duve zu sehen, um dann auf den zweiten Blick zu bemerken, dass es sich in Wahrheit um die Schauspielerin Catherine Deneuve handelte. Meine Hoffnung, es könne sich bei mir in Wahrheit um den Maler Jasper Johns handeln, erfüllte sich allerdings nicht.

Jasper Nicolaisen

 Frage nach dem Sinn des Lebens

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine Handvoll auserwählter Menschen gibt, denen eine höhere Macht den allgemeinen Sinn des Lebens bereits erläutert hat, aber leider sind das wahrscheinlich allesamt solche »Mich fragt ja niemand!«-Typen.

Cornelius W.M. Oettle

 Pragmatismus

Die Oma einer Freundin pflegte in der Nachkriegszeit, als es nichts zu essen gab, ihren hungrigen Kindern einen pfiffigen Ausweg aufzuzeigen, wie sich die Lust aufs Essen leicht vergessen lasse: »Jetz hauma uns halt as Maul am Tischeck an!« Und tatsächlich ist kaum etwas besser geeignet, den knurrenden Magen zu übertönen, als der Schmerzensschrei nach einer an der Tischkante blutig geschlagenen Lippe.

Tibor Rácskai

 Es gibt nur Innen

Großstädte haben keinen Stadtrand. Es kommt immer noch ein Imbiss, noch eine Baustelle, eine Industriehalle, ein Depot. Geografinnen, Immobilienmakler und Raumplaner starteten Expeditionen, um an den Rand einer Großstadt zu gelangen. Nie sind welche zurückgekommen.

Miriam Wurster

Vermischtes

Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 31.03.:

    Der "Spiegel" befragt TITANIC-Chefredakteur Moritz Hürtgen zu Corona als Gegenstand von Satire. 

  • 30.03.:

    "Der kleine Herr Tod" von Christian Y. Schmidt ist Buchtipp bei radioeins, die erste Lesung dazu gibt es hier. Auch MDR-ARTOUR stellt das Buch vor. Einen weiteren Livestream gibt es ab dem 1.4. jeden Mittwoch um 19 Uhr.

  • 13.03.:

    Stefan Gärtner in der "Jungen Welt" über Lutz Seiler.

     

  • 07.03.:

    Über den internationalen Frauentag schreibt Mark-Stefan Tietze in der Taz.

  • 06.03.:

    Der "Focus" berichtet darüber, wie TITANIC als "Tesla-Europabüro" die Bürger von Grünheide über die geplante Giga-Factory von Elon Musk aufklärte.