Newsticker

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Vertrauen ist gut, Demoskopie ist besser

Bodo Schiffmann, Rainer Wendt und YouTube-Abschlüssen zum Trotz genießen Ärzte, Polizei und Universitäten unter der Bevölkerung einer Forsa-Umfrage zufolge das größte Vertrauen. Unangefochtener Spitzenreiter ist die Berufsgruppe der Mediziner mit einer Zustimmung von 112 Prozent. Danach folgen gleichauf die Polizei (110) und die deutschen Hochschulen (plus/minus ein akademisches Viertelprozent). Dagegen wurde die Justiz abgestraft. Dennoch wollten sich die Demoskopen über die Zustimmungswerte für das Bundesverfassungsgericht kein abschließendes Urteil anmaaßen. Ungeachtet des generellen Ausrüstungsmangels und permanenten Munitionsklaus schoss nach etlichen Dienstzeiten der Ladehemmung die Bundeswehr im Ranking wieder nach oben. Wenig überraschend dagegen ist der Vertrauensverlust in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der innerhalb des letzten Jahres sogar um den signifikanten Faktor 0,86 von 17,50 auf 18,36 pro Monat zunahm. Die geringste Vertrauenswürdigkeit in Deutschland müssen laut Gesamtergebnis allerdings mal wieder die Meinungsforschungsinstitute selbst beklagen. Quot erat demonstrandum.

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Knockout für die Diplomatie?

Übereinstimmenden Berichten von Sky und Sport1 zufolge bereitet sich der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko auf eine Eskalation zwischen Russland und der Ukraine vor. So habe er beizeiten viel zu weite und viel zu bunte Shorts beim kommunalen Beschaffungsamt geordert. Der Politiker gehe außerdem jeden zweiten Tag zum Nordic Walking und halte einen strikten Ernährungsplan (mit nur zwei Cheatdays pro Woche) ein. Den russischen Präsidenten Wladimir Putin nannte er auf VKontakte "Fliegengewicht", was laut internationalen Beobachter*innen schwerwiegende Folgen haben könnte. Des Weiteren tauchte bei Russia Today ein Video auf, in welchem Klitschko minutenlang regungslos auf einer Waage stehend eine Putin-Büste anstarrt. Der Clip stamme aus dem erbeuteten Datensatz einer Cyberattacke auf ukrainische Behörden. Ob das alles lediglich dazu diene, die Muskeln spielen zu lassen, ließen nachrichtendienstlich vernetzte Quellen offen. Vitali Klitschko hoffe im Falle des Falles auf eine hohe K.o.-Quote, damit die Amtsgeschäfte nicht allzu lang ruhen müssten.

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Rat In Peace - Ein Nachruf auf Magawa

Katzenjammer in Kambodscha. Erst Mitte letzten Jahres war die berühmte Minensuch-Ratte Magawa in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Nun ist sie im hohen Alter von acht Jahren sanft entratzt. Fünf Jahre hatte der ebenso mopsfidele wie wieselflinke Nager erfolgreich über hundert unter Gänseblümchen und Löwenzahn verborgene Landminen und Sprengfallen im kambodschanischen Erdreich erschnüffelt, die noch von den bestialisch wütenden Frontschweinen der Roten Khmer stammten. Vielen Menschen rettete er dadurch das Leben oder ersparte ihnen ein hundeelendes Dasein als Versehrter. 2020 wurde die bienenfleißige Ratte allen Unkenrufen zum Trotz mit dem höchsten britischen Orden seiner Art – vergleichbar nur mit dem Georgs-Kreuz, der bedeutendsten zivilen Auszeichnung für Tapferkeit im Vereinigten Königreich der Tiere – geehrt. Von "affengeil" bis "bärenstark" reichte damals die tierische Freude bei der belgischen Hilfsorganisation Apopo, die das Naturtalent zwischen den üblichen Hornochsen, Schafsköpfen und Spatzenhirnen ausgebildet hatte. Neben dem Bild des heldenhaften, mit einer kleinen Goldmedaille am blauen Band um den Hals wie ein Preisbulle behangenen Fliegengewichts bleibt zumindest die schöne Vorstellung, dass Magawa nun umgeben von Schäfchenwolken im Rattenhimmel als Friedenstaube durch die Lüfte fliegt.

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Das Beste aus zwei Welten

Nach dem ewigen Hin- und Her beim Thema Impfpflicht ist nun eine eindeutige Regelung in greifbarer Nähe: das etwas ungelenk benamste "Gesetz über eine Pflicht zur Impfung gegen Covid-19 und ein Angebot zur Impfpflicht (Impfpflichtangebotsgesetz)".
Gesundheitsminister Lauterbach (SPD): "Die Impfpflicht gilt zunächst nur für Geimpfte. Ungeimpfte bekommen das Impfpflichtangebot. Wenn sie dieses ablehnen, müssen wir eventuell nochmal nachbessern. Aber so haben wir Zeit gewonnen, um uns auf die nächsten Wellen vorzubereiten."

Die Zustimmung des Bundesrats sei für den 8. April geplant, vermutlich 2022. Bei Bild TV wurde der Kompromiss von Thomas Gottschalk als "coole Sache" bezeichnet. Wolfgang Kubicki (FDP) sprach in der gleichen Runde indes von einem "Impfpflichtangebot durch die Vordertür".

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Wie Omikron Reichen auf Sylt zu schaffen macht

Die Omikron-Variante breitet sich bundesweit rasant aus. Vor allem auf Sylt, der Insel der Superreichen, steigt die Corona-Inzidenz. Sie liegt aktuell bei 1,5 Millionen Euro. Bei den Inselbewohnern wachsen nun die Sorgen. Viele Infizierte haben schlaflose Nächte, weil sie die Frage plagt: Wo verbringe ich die Quarantäne - auf der Yacht oder in der Villa? Ein Betroffener, der anonym bleiben will, berichtet: "Ich wollte mir jetzt eigentlich einen neuen Porsche kaufen, aber ich darf nicht raus! Dabei habe ich so lange gespart, nämlich zweieinhalb Stunden! Jetzt stapelt sich hier das Geld und ich kann es nicht ausgeben - bin ich einfach nur am Boden zerstört!" Einige Sylter befürchten, dass ihnen in den nächsten Wochen wegen Omikron die Befriedigung einiger Grundbedürfnisse verwehrt wird, zum Beispiel Golfspielen, Jagen und mit dem Hubschrauber zum Bäcker fliegen. Immerhin haben manche noch ein bisschen Hoffnung: Sie setzen darauf, dass die FDP-Bundesregierung von Olaf Scholz schon bald erste Erleichterungen für reiche Menschen beschließen wird.

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sylt Marketing Gesellschaft!

Du machst auf dem Festland mit dem Slogan »Sylt macht sychtig« auf die umrissbekannte Nordseeinsel aufmerksam. Und ja, sie hat noch mehr negative Eigenschaften! Sylt ist syndhaft teuer, das Publikum dort verhält sich dynkelhaft. Ja, die ganze Ynsel ist bei genauerer Betrachtung das reinste Shythole, ein Besuch dort kompletter Unsynn!

Steht fürs nächste Brainstorming gerne bereit: Titanic

 Liebe Alte,

»Drogenhandel und Abzocke von Senioren« titelte kürzlich die Braunschweiger Zeitung. Also, dass Ihr abgezockt werdet, finden wir natürlich echt doof, aber: Wie läuft es denn so mit der Rentenaufbesserung durch den Drogenhandel?

Fragt schon mal prophylaktisch: Titanic

 Wie viele Achtundsechziger, Udo Knapp,

bist auch Du, je älter Du wurdest, politisch immer weiter von links nach rechts marschiert: Du warst der letzte Vorsitzende des SDS, anschließend in einem Verein namens »Proletarische Linke«, um dann in den Achtzigern auf dem rechten Flügel der Grünen zu landen und schließlich bei der SPD, und zwar eigentlich nur, damit Du was in den Kolonien werden konntest, am Ende stellvertretender Landrat. Heute kritisierst Du die Gewerkschaften dafür, dass sie nur immer wieder Lohn fordern, wie man das als einer, der nichts gelernt hat bis aufs Lamentieren, halt so macht.

Dieser Weg verbindet Dich mit dem wohl dümmsten deutschen Sänger, Wolf Biermann, weshalb Du dem »alten weisen Mann« (Dein O-Ton) auch neulich so kenntnisfrei wie pathetisch zum Geburtstag gratuliertest: »Biermann hat den größten Teil seines Lebens in zwei furchtbaren deutschen Diktaturen verbracht. In beiden hat er gelitten, aber beide hat er mutig streitend und widerstehend überlebt.«

Wie man nun aber jeder Biermann-Bio entnehmen kann, hat der walrossbärtige Dödelbarde nur acht Jahre unter den Nazis und 23 Jahre in der DDR gelebt; die restlichen 53 jedoch im goldenen Westen (britische Besatzungszone, BRD und Gesamtdeutschland). Daher nun unsere Frage: Bist Du Dir, Udo Knapp, sicher, dass Du auf Deine alten Tage die Bundesrepublik Deutschland, in der Du so schöne Posten innehattest, wirklich als furchtbare Diktatur bezeichnen willst?

Wie meinen? Es stand doch bloß in der Taz, und in keiner richtigen Zeitung? Und rechnen konntest Du noch nie? Na dann, weitermachen, Udo, aber vielleicht demnächst doch ein bisschen, he, he, knapper.

Kurz angebunden: Titanic

 Was ist da los, deutsche Medien?

»Die radikalen Impfgegner vom Alpthal« besuchte der Spiegel und fragte dazu mit brennendem Reporterehrgeiz bereits im Teaser: »Nun verweigerte ein Dorf gar dem Impfbus die Einfahrt. Was ist da los?« Gute Frage. Der auch die Taz nachgeht: »Im Schwarzwaldkreis Rottweil sorgen Impfgegner für gereizte Stimmung. Was ist da los?« Womöglich Ähnliches wie im Nordosten. Die B.Z.: »Was ist da los? Corona-Lage in Brandenburg doppelt so schlimm wie in Berlin«. Aber nicht nur im Zuge der Pandemie verlangt überraschender Tumult nach unverzüglicher Aufklärung: »Was ist da los? Bei Bella Hadid fließen Tränen« (N-TV); »Was ist da los? Anouar wurde bei The Voice disqualifiziert« (Berliner Kurier); »Was ist da los? NFL-Superstar schon wieder verletzt«. Gut, dass Bild sich der Sache annimmt, denn die FAZ ist gerade mit Wichtigerem beschäftigt: »Die neue Apple Watch 7 ist angekündigt, aber Garmin hält sich bei seinem Top-Produkt zurück. Was ist da los?«

Der, die, das, / wer, wie, was / wieso, weshalb warum? / Wer nicht fragt, bleibt dumm – sicherlich. Wer allerdings immer dasselbe fragt, auch.

Überfragt: Titanic

 Sänger Max Mutzke!

Sänger Max Mutzke!

Zum Thema Klimawandel und Verkehr klagten Sie im Interview: »Es gibt bei uns eine Verbindung, da fahr ich 10-12 Minuten mit dem Auto hin. Weil der Ort aber auf dem Berg liegt, fährt der Bus mehrere Stationen an und es dauert fast zwei Stunden. Aber da arbeiten Leute.«

Wir wissen nicht, wie der Berg, auf dem Sie wohnen, beschaffen ist und wer dort die Busrouten plant. Aber mal angenommen, Sie würden wegen der langen Busfahrt den einen oder anderen Auftritt verpassen, wäre das nicht ein weiterer Grund für die »Öffis«?

In diesem Sinne: Go green!

Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Notgedrungen einfallsreich

Mein Nachbar vergisst seit einigen Jahren regelmäßig seine Bank-Pin. Auf die Karte kann er die Pin natürlich nicht schreiben. Wie er mir vor Kurzem berichtete, hat er eine clevere Lösung für sein Problem gefunden: Um sich die Pin nicht mehr merken zu müssen, aber trotzdem nicht sein Geld zu riskieren, hat er seine Pin einfach auf den einzigen von ihm genutzten Bankautomaten geschrieben.

Karl Franz

 Alles richtich

Jüngst wurde ich darauf angesprochen, dass das Wort »richtig« aus logopädischer Sicht korrekterweise »richtich« ausgesprochen werden muss. Um mir meine Verwunderung darüber gar nicht erst anmerken zu lassen, entgegnete ich nur ein lässiges »selbstverständlig«.

Fabian Lichter

 Schicksalhafte Wendung

Brüche im Leben gibt es bei allen Menschen. Öfter ist es so, dass jemand nach überstandener schwerer Krankheit das bisherige Streben nach Geld und Ruhm infrage stellt und beschließt, den sinnentleerten Job im Reisebüro, in der PR-Agentur (sehr viel seltener vielleicht auch im Schlachthof) hinzuschmeißen, um nur noch zu malen, zu töpfern, zu fotografieren, einen Gemüsegarten anzulegen oder zu schreiben. Es erfolgt allerdings nicht zwangsläufig eine Neuausrichtung zum Kontemplativen, Musischen. In meiner Bekanntschaft gibt es einen Fall, in dem der genesene junge Künstler seine Erfüllung als skrupelloser Miethai fand.

Miriam Wurster

 Fünfzehn Zeichen Ruhm

Es hat wohl niemand je den Wunsch, um jeden Preis berühmt zu werden, heftiger kritisiert als meine Urgroßmutter. Ich kann mich gut erinnern, dass mein Vater einmal beim Lesen der Zeitung aufschreckte und Uroma ihn fragte: »Was ist denn?« – »Der Franz ist gestorben. Ich habe gerade seine Todesanzeige gelesen.« Sie schüttelte bloß genervt den Kopf und sagte: »Die Leute machen heutzutage wirklich schon alles, um in die Zeitung zu kommen.«

Jürgen Miedl

 Trost vom Statistiker

Wenn du wieder einmal frustriert bist und denkst, du bist nur durchschnittlich begabt und mittelmäßig erfolgreich, dann wechsele doch einfach in eine andere Stichprobe!

Theobald Fuchs

Vermischtes

Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
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Das schreiben die anderen

  • 20.01.:

    In Göttingen eröffnete die große Eugen-Egner-Ausstellung im Alten Rathaus. Bilder vom Event zeigt das Göttinger Tageblatt und die Stadt Göttingen hat alles aufgezeichnet.

  • 20.01.:

    Mit Daumen und Rechenschieber erstellte Oliver Maria Schmitt in der FAZ das Horoskop fürs Reisejahr 2022, der Cartoon dazu stammt von Katharina Greve.

Titanic unterwegs
21.01.2022 Braunschweig, Staatstheater Max Goldt
26.01.2022 Dresden, Staatsschauspiel Max Goldt
26.01.2022 Hamburg, Polittbüro Thomas Gsella
31.01.2022 Meiningen, Kunsthaus K. Greve, H&B und A. Plikat: »Corona revisited«