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Kein Sex bei Olympia

Berichte der New York Times, nach denen die Organisatoren der Olympischen Spiele von Paris Athleten mit Anti-Sex-Maßnahmen von leistungsmindernden Aktivitäten abhalten wollen, entsprechen der Wahrheit. Dabei sind die bei jeder noch so kleinen Bewegung sofort zusammenfallenden Pappbetten nur die Spitze des Eisbergs. So wurden die angenehm warmen Duschen in den Appartments bereits zugunsten von laufend frisch befüllten Eistonnen ersetzt. Da die Gebüsche rund um das olympische Dorf schon vor Monaten abgeflämmt und mit langdornigen Gleditschien ersetzt wurden, dürften Tête-à-Têtes außerhalb der videoüberwachten Unterkünfte nur unter größten Qualen, hohem Blutverlust und mit anschließend verräterisch zerkratzten Extremitäten möglich sein. Besonders tückisch: Die 300 000 kostenlos zur Verfügung stehenden Kondome enthalten ersten Erfahrungsberichten zufolge ein hochdosiertes, transdermal wirkendes Ketamin, das nach dem Überstreifen selbst bei stämmigen Hammerwerfern sofortige Bewusstlosigkeit auslöst. Auch die Besuchsregelungen im Deutschen Haus wurden unlängst der neuen Anti-Sex-Policy angepasst. Weil nichts so unsexy ist wie Misserfolg, können sich ESC-Teilnehmer, Abgeordnete der Linkspartei sowie Stars aus der Fußballmannschaft des 1. FC Köln als Gäste mit Tagespässen frei auf dem Gelände bewegen. Aus der Beletage der bundesdeutschen Politik hingegen ist nicht jeder gleich gerne gesehen: Während Friedrich Merz nach Belieben ein und aus gehen und sogar auf den Zimmern übernachten darf, wurde Robert Habeck jüngst zur unerwünschten Person erklärt. Dem Charme des Wirtschaftsministers zu widerstehen, könnte für die Sicherheitskräfte allerdings zur 49. Disziplin der diesjährigen Spiele werden, bei denen es in sexueller Hinsicht heißt: "Nicht dabei sein ist alles!"

PH

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Wunder Punkt

Der Vatikan hat erstmals seit 1978 seine Regeln im Umgang mit angeblichen übernatürlichen Phänomenen und Wundern überarbeitet und will diese künftig strenger prüfen. Folgende Neuerungen gelten ab sofort:

  • Die Bildqualität von Marienerscheinungen muss mindestens eine Auflösung von 4K aufweisen
  • Wunderheilungen gelten nur als echtes Wunder, wenn die AOK die gesamten Behandlungskosten übernimmt
  • Zur Überprüfung paranormaler Erscheinungen wird eine eigens spezialisierte Kongregation eingerichtet: die Holy Ghostbusters
  • Brote aus wundersamer Brotvermehrung müssen Nutri-Score A aufweisen
  • Wahrlich wundersame Ereignisse dürfen nicht erklärbar sein durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse (Wissenstand 1430 n. Chr. oder älter)
  • Weinende Statuen sollten zumindest eine Tränenleistung von drei durchnässten Taschentüchern pro Stunde erbringen
  • Heiligenbilder auf Toastbroten müssen perfekt knusprig und goldbraun gebacken sein. Dann einfach Butter und Marmelade drauf. Lecker!

JüM

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Angst essen Spielplan auf

Nach einer Warnung ihres Fußball-Fanverbandes vor unpünktlichen oder ausgefallenen Zügen der Deutschen Bahn, befürchten viele Schotten, während der Europameisterschaft die Spiele ihrer Mannschaft zu verpassen. Diese geheimen Ängste treiben die Fans der anderen EM-Teilnehmer um:

  • Italien: Dass sich Spieler ihrer Mannschaft beim theatralischen Herumwälzen ernsthaft verletzen / diese sagenumwobene Mafia, von der man in Italien immer wieder hört
  • Österreich: Aufgrund der unüberwindlichen Sprachbarriere von niemandem verstanden werden und fernab des Spielorts irgendwo hilflos stranden
  • Schweiz: Wegen der Verpflichtung zur Neutralität zwanghaft unentschieden spielen / von Fans anderer Nationen für Deutsche gehalten werden / nach durchzechter Nacht morgens neben einem Logopäden/einer Logopädin aufwachen
  • Dänemark: Dass ihr "danish dynamite" wegen der holprigen Bahnstrecken bereits auf der Fahrt zum Stadion explodiert / die gute Platzierung auf dem Glücksindex nach einer Niederlage mit richtig mieser Scheißlaune ruinieren
  • Frankreich: An schlechtem Essen versterben, während einem gleichzeitig der Himmel auf den Kopf fällt
  • Spanien: Dass sich die 12 bis 15 Katalanen unter den Spielern vor dem Finale überraschend vom Team abspalten / die La Ola im Stadion verpennen und gnadenlos ausgepfiffen werden
  • England: Sich wegen alkoholbedingter Filmrisse an gewonnene Elfmeterschießen nicht mehr erinnern können / auf der Herrentoilette von einem Schotten beim Upskirting erwischt werden
  • Rumänien: Die Anwesenheit von Vampirjägern im Gästeblock / Spiele in praller Sonne / Knoblauch in Stadionwürsten
  • Niederlande: Wegen der durch massenhaftes Kiffen völlig entspannten und superfreundlichen Deutschen einen Kulturschock bekommen

PH

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Müters Söhne #6

Jugendliche und Alkohol

"Warum sollte ich mir mutwillig eine Alkoholvergiftung antrinken?"

Gideon ist 16 Jahre alt. Seine Mutter Viola Müter schreibt hier im wöchentlichen Wechsel über ihn und ihre anderen zwei Söhne im Alter von 5 und 12 Jahren. Die Mutter nennt sie liebevoll ihre "Mütersöhnchen".

Ich habe schon häufig gehört, dass Kinder ihren Eltern vorwerfen, nicht cool genug zu sein. Ich habe aber noch nie mitbekommen, dass eine Mutter sich öffentlich traut zu gestehen, dass sie ihren Sohn langweilig findet. Gideon gehört zu den Jugendlichen in Deutschland, die keine Lust auf Komasaufen haben. Laut einer Studie werden es immer mehr. "Warum sollte ich mir mutwillig eine Alkoholvergiftung antrinken?" fragt er abfällig. Es ist nicht so, dass Gideon gar keinen Alkohol trinkt. In der Pfalz wohnt ein Mann, den er "seinen Winzer" nennt. "Ich verachte einfach das sinnlose Besäufnis." Mir stellt sich die Frage, wie Gideon seinen ach so leckeren Weißburgunder wertschätzen kann, wenn er noch nie von Waldmeister-Schnaps gekotzt hat.

Ja, ich habe in meiner Jugend Komasaufen betrieben. Zu meiner Zeit war es eine angesagte Tätigkeit. Natürlich bin ich generell gegen übertriebenen Alkoholkonsum. Aber hat es mir geschadet? Im Gegenteil. Gideon verschließt allerdings die Augen vor den positiven Auswirkungen. Mein erstes Mal Komasaufen hatte ich im Alter von 15 Jahren in Cala Ratjada. Damals nannten wir den Partyort auf Mallorca scherzhaft Cala Ratata. Heute darf man das nicht mehr sagen. Die Jugendlichen haben keinen Humor mehr. Meine Erinnerungen an Cala Ratjada sind verschwommen. Sehr präsent ist hingegen, was mich sieben Liter Wodka Lemon an einem Abend gelehrt haben: dass ich International Business Management studieren möchte. Komasaufen war mein Work and Travel auf Bali.

Natürlich durchfuhr mich eine riesige Welle der Erleichterung, als Gideon mich neulich um Erlaubnis bat, in den Sommerferien mit seinen Freunden nach Lloret de Mar zu fliegen. Endlich, dachte ich, endlich ist Gideon bereit, eine außerkörperliche Erfahrung auf einer Schaumparty zu durchleben. Aber ich war naiv, habe mich vom Gefühl der Hoffnung blenden lassen. Mein Fehler. Gideons Plan für die Reise an die Costa Brava ist es, dort ein Kunstprojekt umzusetzen. Er und seine Freunde wollen den Alkoholmissbrauch bei Minderjährigen fotografisch festhalten und dabei die abstoßende Hässlichkeit des Komasaufens überspitzt darstellen. Mit dem Ziel, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, die den Exzess angeblich romantisiert. Wie einfallsreich.

Ich werde ihm die Reise nicht verbieten. Es liegt auf der Hand, dass er mit seinem Verhalten gegen mich und meinen Lebensweg rebelliert. Mir ist bewusst, dass es normal ist, dass Kinder gegen ihre Eltern rebellieren. Ich hätte mir nur gewünscht, Gideon würde anders rebellieren. Cooler. Mittlerweile fällt es mir einfach, es auszusprechen: Ja, ich finde Gideon langweilig. Und deshalb werde ich ihm unbemerkt eine Flasche Waldmeister-Schnaps in sein Gepäckstück legen.

Die Kolumne von Viola Müter erscheint jeden Donnerstag nur bei TITANIC.

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Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Warum, Internet?

Täglich ermöglichst Du Meldungen wie diese: »›Problematisch‹: Autofahrern droht Spritpreis-Hammer – ADAC beobachtet Teuer-Trend« (infranken.de).

Warum greifst Du da nicht ein? Du kennst doch jene Unsichtbar-Hand, die alles zum Kapitalismus-Besten regelt? Du weißt doch selbst davon zu berichten, dass Millionen Auto-Süchtige mit Dauer-Brummbrumm in ihren Monster-Karren Städte und Länder terrorisieren und zum Klima-Garaus beitragen? Und eine Lobby-Organisation für Immer-Mehr-Verbrauch Höher-Preise erst verursacht?

Wo genau ist eigentlich das Verständlich-Problem?

Rätselt Deine alte Skeptisch-Tante Titanic

 Prophetisch, »Antenne Thüringen«?

Oder wie sollen wir den Song verstehen, den Du direkt nach der von Dir live übertragenen Diskussion zwischen Mario Voigt und Björn Höcke eingespielt hast? Zwar hat der Thüringer CDU-Fraktionschef Höckes Angebot einer Zusammenarbeit nach der Wahl ausgeschlagen. Aber es wettet ja so manche/r darauf, dass die Union je nach Wahlergebnis doch noch machthungrig einknickt. Du jedenfalls lässt im Anschluss den Musiker Cyril mit seinem Remake des Siebziger-Lieds »Stumblin’ in« zu Wort kommen: »Our love is alive / I’ve fallen for you / Whatever you do / Cause, baby, you’ve shown me so many things that I never knew / Whatever it takes / Baby, I’ll do it for you / Whatever you need / Baby, you got it from me.« Wenn das nicht mal eine Hymne auf eine blau-schwarze Koalition ist!

Hätte sich dann doch eher »Highway to Hell« gewünscht: Titanic

 Hey, »Dyn Sports«!

Bitte für zukünftige Moderationen unbedingt merken: Die Lage eines Basketballers, der nach einem Sturz »alle Viere von sich streckt«, ist alles Mögliche, aber bestimmt nicht »kafkaesk«. Sagst Du das bitte nie wieder?

Fleht Titanic

 Vielen Dank, Claudia Schiffer!

Vielen Dank, Claudia Schiffer!

Die Bunte zitiert Sie mit der Aussage: »Um zu überleben, muss man gesund sein, und wenn man am gesündesten ist, sieht man einfach auch am jüngsten aus!« Gut, dass Sie diese Erkenntnis an uns weitergeben!

Geht jetzt zur Sicherheit bei jeder neuen Falte, Cellulitedelle und grauen Strähne zum Arzt:

Ihre greise Redaktion der Titanic

 Du, »Hörzu Wissen«,

weißt, wie Werbung geht! Mit »Die Sucht zu töten« machtest Du so richtig Lust auf Deine aktuelle Ausgabe, um erläuternd nachzulegen: »Bestialisch, sadistisch, rätselhaft: Was Menschen zu mordenden Monstern macht – acht Täter und die Geschichten ihrer grausamen Verbrechen.«

Wer kann sich da der Faszination der »dunklen Welt der Serienkiller« noch entziehen? Aber am Ende, liebe Hörzu Wissen, ist in diesem Zusammenhang doch die Implikation Deines Slogans »Hörzu Wissen – das Magazin, das schlauer macht!« das Allergruseligste!

Da erschauert sogar

Die True-Crime-resistente Redaktion der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Die wahre Strafe

Verhaftet zu werden und in der Folge einen Telefonanruf tätigen zu müssen.

Fabio Kühnemuth

 Vom Feeling her

Es hat keinen Sinn, vor seinen Gefühlen wegzulaufen. Man muss sich schon auch mal hinter einem Baum verstecken und warten, dass die das nicht merken und an einem vorbeiziehen, sonst bringt das ja alles nichts.

Loreen Bauer

 Dual Use

Seit ich meine In-Ear-Kopfhörer zugleich zum Musikhören und als Wattestäbchen verwende, stört es mich gar nicht mehr, wenn beim Herausnehmen der Ohrstöpsel in der Bahn getrocknete Schmalzbröckelchen rauspurzeln.

Ingo Krämer

 Empfehlung für die Generation Burnout

Als eine günstige Methode für Stressabbau kann der Erwerb einer Katzentoilette – auch ohne zugehöriges Tier – mit Streu und Siebschaufel den Betroffenen Abhilfe verschaffen: Durch tägliches Kämmen der Streu beginnt nach wenigen Tagen der entspannende Eintritt des Kat-Zengarteneffekts.

Paulaner

 Citation needed

Neulich musste ich im Traum etwas bei Wikipedia nachschlagen. So ähnlich, wie unter »Trivia« oft Pub-Quiz-Wissen gesammelt wird, gab es da auf jeder Seite einen Abschnitt namens »Calia«, voll mit albernen und offensichtlich ausgedachten Zusatzinformationen. Dank Traum-Latinum wusste ich sofort: Na klar, »Calia« kommt von »Kohl«, das sind alles Verkohl-Facts! Ich wunderte mich noch, wo so ein Quatsch nun wieder herkommt, wusste beim Aufwachen aber gleich, unter welcher Kategorie ich das alles ins Traumtagebuch schreiben konnte.

Alexander Grupe

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
23.05.2024 Bielefeld, Theaterlabor Max Goldt
24.05.2024 Dresden, Buchladen Tante Leuk Thomas Gsella
30.05.2024 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »POLO«
30.05.2024 Frankfurt, Museum für Komische Kunst Hans Traxler: »Die Dünen der Dänen«