Großes Daumenkino: Die offizielle TITANIC-App

Sie sind sich zu fein, mit einem antiken Printerzeugnis durch die Welt zu laufen? Sie haben Unmengen Geld für Ihr Smartphone oder Tablet aus dem Fenster geworfen, anstatt Ihre Liebsten mal wieder schön zum Essen auszuführen? Sie haben nicht die Zeit, einmal im Monat zum Kiosk oder Briefkasten zu laufen? So jemand sind Sie?* Bitte, dann haben wir was für Sie: Die neue TITANIC-App!

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  • Jeden Monat die neue Ausgabe der TITANIC, 66 Seiten für Ihr Gerät optimiert
  • Wischen ist das neue Blättern: Fotoromane in der bequemen Einzelbildansicht zum Zoomen und Entdecken
  • Handliche Textboxen erleichtern das Lesen und Verstehen. Senioren atmen auf!
  • Benachrichtigung, wenn das neue Heft erhältlich ist. Schneller als jeder Postbote
  • Für Android und iOS

Die Printausgabe des endgültigen Satiremagazins auf dem verfetteten Wischbildschirm Ihres Smartphones oder Tablets. Nur schlappe vier Euro pro Ausgabe, und zum Testen vorneweg ein Digitalheft gratis (Ausgabe Oktober 2013)!

Bonus: Die in der App gekauften Hefte können sie auch im Browser lesen!

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Briefe an die Leser

 Ganz schön pfiffig, Bernd Riexinger!

Ganz schön pfiffig, Bernd Riexinger!

Als auch im sechsten Jahr seiner Amtszeit immer noch weithin unbekannter Vorsitzender der Linkspartei landeten Sie mit einem Tweet zur bayerischen Kruzifixverordnung einen satten und vielzitierten Treffer. Darin erklärten Sie gewitzt: »Statt jeder Behörde ein Kreuz zu verordnen, sollte die CSU sich lieber wieder um christliche Werte wie Nächstenliebe kümmern. Da haben Söder und Co. massiv Nachholbedarf.«

Alle Achtung, Herr Riexinger, da haben Sie ja rhetorisch einen wirklich mächtigen Hammer rausgeholt. Allein: wozu? Doch nur, um damit einen winzigkleinen Nagel auf den hohlen Kopf zu treffen – und mit diesem wiederum die ungeliebte Konkurrenz in Person des blöden Söder versuchsweise ans Kreuz der öffentlichen Meinung zu schlagen. Denn was heißt schließlich, die CSU solle sich »wieder« um christliche Werte wie Nächstenliebe kümmern? Das hat diese auf Polizeistaat, Spezlnwirtschaft und Rechtsauslegertum spezialisierte Partei in den 72 Jahren ihres Bestehens doch noch nie getan. Nicht einmal! Und das erwartet auch keiner ihrer Wähler von ihr.

Kurz gesagt: Statt anderen Parteien naseweis den Widerspruch zwischen hehrem Namen und tatsächlicher Politik vorzuhalten, Genosse Riexinger, sollten Sie sich lieber wieder um linke Werte kümmern!

Sieht auch beim Aufbau des Sozialismus Nachholbedarf: Titanic

 Marlene Mortler, Drogenbeauftragte!

Als Asketin in chief forderten Sie zuletzt eine Verteuerung alkoholischer Getränke. »Billigalkoholika zum Discountpreis«, wie Sie mit tautologischer Schärfe verlautbarten, »haben nichts mehr mit Genuß zu tun, sondern zielen auf Masse und animieren gerade Jüngere mit wenig Einkommen zum Saufen.«

Da können wir ja von Glück reden, daß die Maß im Bierzelt zwar durchaus zum Massenphänomen taugt, nämlich dem, daß Ihre CSU-Parteifreunde sich so lange damit begießen, bis sie zu betrunken sind, um der Wirtin noch ins Dirndl packen zu können, und freilich ferner noch bewirken mag, daß sie hinterher im selbstchauffierten Dienstwagen die Münchener Innenstadt zerlegen; jedoch bei den Preisen auf der Wiesn und dergleichen schwerlich von »Billigalkoholika« die Rede sein kann.

Aber was Alkoholkonsum in Ihrem Sinne angeht, könnte die Lösung doch so viel einfacher sein: Jede junge mittellose Schnapsnase sollte für ihre Trinkerei einfach eine großzügige staatliche Stütze erhalten (Arbeitstitel: ALK I). So kann sie sich künftig einfach 50 Jahre gereiften Gin gönnen, Sie können endlich mit Ihrem »Genuß« und jene in Zufriedenheit dahindelirieren.

G’suffa! Titanic

 Grünen-Kompostierer Robert Habeck!

Auf zwei vollen »Zeit«-Seiten im Fach Kommunikationssimulation gegen die Dünnpfiffkanone di Lorenzo anstinken zu können, das nötigt durchaus Respekt ab. Und doch genügt nur eines Ihrer Sätzlein, um die Sprach-, Gedanken- und Sinnlosigkeit Ihres politischen Daseins zu erahnen: »Das stimmt zunehmend weniger.«

Abnehmend mehr davon überzeugt, daß null bei Ihnen stimmt: Titanic

 Superstar Ingo Naujoks!

Superstar Ingo Naujoks!

»DB Mobil« gestanden Sie lachend Ihre Angst, beim Schlafen im Abteil beobachtet zu werden: »Vor allem Schulklassen. Da laufen oft Gruppen von fünf, sechs Kindern hin und her und tun so, als müßten sie auf die Toilette, während sie flüstern: Ist er das oder nicht? Da geh ich meist nach einer Weile hin und sage: Wollen wir ein Foto machen, oder wollt ihr ewig hier rumschleichen?«

Und lassen Sie uns raten: Die Schulkinder, die für Superserien mit Ihnen wie etwa »Morden im Norden« im Ersten sicher regelmäßig das I-Pad aus der Hand legen, antworten dann: »Wozu denn, wir suchen doch nur die Toilette, Herr Schaffner!«

Lacht: Titanic

 Hallo, Amazon!

Deine Anzeige »Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch« hat sich ja durchaus bewährt: Gruppenzwang als Kaufanreiz. Wenn nun aber bei Ansicht des Spritzmittels »Raupenfrei Xentari« als bald darauf folgender Kauf anderer Konsumenten »12 Dartpfeile mit 100 Spitzen« angegeben wird, könnte das nicht eher als Hinweis auf die Nichtwirksamkeit des Produkts verstanden werden?

Wirft auch gleich mit spitzen Gegenständen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Leider

Als Engländerin in Berlin bemerke ich, daß deutsche Kinder andauernd falsche Wörter benutzen. Ein Beispiel: Viele deutsche Kinder sagen, daß Kaninchen Hasis sind. Die deutschen Kinder laufen über den Bauernhof mit ihren deutschen Eltern, schauen sich Kaninchen an und rufen: »Ei gucke, Mama, ein süßer Hasi!« Die Eltern sagen dann leider nie: »Nein, du Idiot, das ist kein Hase, das ist ein Kaninchen, das ist eigentlich eine total andere Spezies von Tier! Hasen haben viel längere Ohren und leben über der Erde! Mach nie wieder diesen Fehler! Du Idiot!« Statt dessen sagen sie: »Ja, mein Schneckerchen, so ein süßer Hasie, mit süßen Hasenohren! So süß! Laß uns mal die Schweine anschauen …«

Jacinta Nandi

 Portion Mut

Wenn ich schon frühmorgens, unmittelbar nach dem Aufstehen, am Aufreißen des Espresso-Portionstütchens scheitere, mich der für diesen Vorgang eigentlich gar nicht notwendigen Schere bedienen muß, dann fühle ich mich den Anforderungen des Lebens an sich nicht mehr gewachsen. Eine couragiertere Persönlichkeit hätte dieses Scheitern vielleicht in einen Triumph gewendet, wäre zum weltweiten Vorkämpfer gegen den Verpackungswahn und die Reinhaltung der Meere aufgestiegen. Aber wenn ich darüber nachdenke, fühle ich mich noch elender.

Burkhard Niehues

 Kochtip eines Studenten

Es schmeckt gleich doppelt so gut, wenn es von Pfand bezahlt ist.

Karl Franz

 Neulich in der U-Bahn

Einigermaßen verwundert ein paar Grundschüler das Wort »Paranoia« sagen hören. Dann panischer Gedanke: Sprechen die über mich?

Adrian Schulz

 Mantras und Mudras

Beim Yoga geht es nicht um Vergleiche oder Leistung, es fördert Achtsamkeit, Demut und Hingabe. Also gut, durch die geschlossenen Augenlider wird schon geprüft, wie weit die Nachbarin bei der Vorwärtsbeuge kommt, wie lange die Streberin ganz vorne den Pflug halten kann. Am Ende der Stunde kann ich dann endlich punkten, bei der Tiefenentspannung ziehe ich sie alle ab.

Miriam Wurster