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Das endgültige Hörmagazin

Folge 7: TITANIC und die PARTEI

Studiogast Moritz Post ist der Superminister von TITANIC: Verlagsorganisator und PARTEI-Referent im Frankfurter Rathaus. Gemeinsam mit Torsten Gaitzsch und Moritz Hürtgen zieht er im endgültigen Hörmagazin Bilanz nach über 15 Jahren PARTEI und trennt zwischen Klamauk und Realpolitik.

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Zum Tod von Fußballidol Diego Maradona

Diego Maradona ist tot. Den meisten Deutschen ist der argentinische Lebemann und trickreiche Spaßkicker aus dem Song „So gehen die Gauchos, die Gauchos gehen so“ (Die Toten Hosen) bekannt. Alle Experten und Oliver Bierhoff sind sich einig: Maradona ist zu früh gestorben (nachmittags deutscher Zeit). Es gab nicht mal genug Zeit, einen Nachruf zu schreiben. Mit Uwe Seeler haben Sportjournalisten und Matthias Opdenhövel ja schon seit ein paar Jahren gerechnet, auch mit Franz Beckenbauer und Hansi Meier.

Doch nun traf es das sympathische Genie, das immer gerne für Schlagzeilen sorgte. Zum Beispiel 1985, als er während eines Handball-Spaßspiels im Training der argentinischen Fußballnationalmannschaft den Ball mit dem Fuß ins Tor kickte. Die Aufregung war riesig, doch „Diego“ (wie ihn seine Mutter nannte) sagte den verdutzen Journalisten anschließend, das sei eben der Fuß Gottes gewesen. Von da an hatte er seinen Spitznamen weg. Später gab es für die Aktion die Auszeichnung „Goldener Fuß“, überreicht von Bundespräsident José „Joachim“ Gaucko.

Sein größter sportlicher Triumph war zweifellos, dass er nie mit Lothar Matthäus in einer Mannschaft spielen musste. Auch privat feierte der Filou Erfolge. Er war mit mehreren Bällen verheiratet, zum Teil sogar gleichzeitig. Auf Youtube gibt es viele Videos, auf denen Maradonas Kunst zu sehen ist. Der beliebteste Clip – ein Koks-Tutorial – kommt auf 14 Milliarden Views. Unvergessen seine Stationen: Buenos Aires, Barcelona, Bietigheim-Bissingen. Was nur wenige wissen: Auch der Hamburger SV wollte ihn mal verpflichten, doch der Transfer scheiterte daran, dass der Verein dem Weltstar partout eine eigene VIP-Fixerstube im Stadion verweigerte. Tja, und seitdem geht es mit dem HSV bergab. Was für eine Tragödie.

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Das ahnungslose Portrait (17)

Charles Baudelaire – was wir* über das französische Dichtergenie wissen und was nicht

 

5. November 1872. Der kleine Charlié wird geboren, als siebtes von insgesamt fünf Baudelaire-Kindern. Die Mutter aus wohlhabendem Hause (Constantine Baudelaire, geb. Hübner) erfand während eines Absinth-getränkten Nachmittagsspazierganges den Kaugummi (»Elastique Royale«). Der Vater war bettelarm, bis er eines Tages eine Blumenhandlung in der Lotterie gewann oder von einem reichen Onkel aus der Provence erbte. Das Geschäft jedenfalls florierte!

Im Alter von vier Jahren schrieb Baudelaire seinen ersten Roman (»Die Blumen des bösen Vaters«), ja er schrieb eigentlich schon, bevor er überhaupt lesen konnte. Weitere Essays und kleinere Gedichte folgten, es wurde wirklich alles sofort wegveröffentlicht, was er so von sich gab, das Pariser Dagblatt druckte im Jahr 1879 sogar seinen wütenden Leserbrief an die Metzgerei Los Bobos, nachdem ihm dort ein verschimmeltes Paar Wiener Würstl untergejubelt wurde. Da zählte der Bub gerade sieben Lenze.

Und zwar Heribert Lenz (deutscher Zeichner), Siegfried Lenz (deutscher Schriftsteller), Leopold Lenz (deutscher Opernsänger und Komponist), Ilse Lenz (deutsche Soziologin), August Lenz (deutscher Bankier), August Lenz (deutscher Fußballspieler) und nochmal Heribert Lenz. Der Würstlschimmel hatte ihm eine höchst seltsame Vision verpasst.

Diese verarbeitete Baudelaire dann in seinem zweiten Großwerk »Le fleur de sel«, einer Lyriksammlung, die grobkörnig übersetzt so viel wie »Gesalzene Verse zum Mittag« bedeutet. Berühmt wurden Zeilen wie »Bring die Würstl her, Chérie / Ich will jetzt mehr - weniger nie«, »Remoulade, Remoulade, ramtamtam« und »wer das hier übersetzt ist doof / und damit meine ich dich stefan george«.

Überhaupt wurde der große Literat im Alter auch ein ganz großer Esser, daran erinnert z.B. noch heute die Firma Iglu mit ihrem Tiefkühl-Fischgericht »à la Baudelaire«. Derzeit ausverkauft.

 

* Elias Hauck / Tim Wolff

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Der Downfall

Nach der verlorenen Präsidentenwahl ist die Stimmung im Weißen Haus trostlos, wie Mitarbeiter hinter vorgehaltener Hand berichten. Es herrsche "Bunker-Mentalität". So geht es mit dem Führer der freien Welt und seinen letzten Getreuen weiter:

  • Nach wie vor vom Wahlendsieg überzeugt, zeichnet Trump im Rosengarten des Weißen Hauses eine Schar junger Trumpeteers aus und tätschelt dabei einem 12-jährigen Proud Boy die Wange
  • Bei einer seiner täglichen Lagebesprechungen bekommt Trump einen Tobsuchtsanfall, als er erfährt, dass die "Gruppe Giuliani" einen von ihn befohlenen Entsatzangriff in Pennsylvania nicht durchführen konnte
  • Trumps Sohn für Volksaufklärung und Propaganda, Donald Trump Jr. ("total war"), holt seine Frau und die sechs Kinder zu sich ins Weiße Haus; das Sicherheitspersonal lässt vorsorglich alle Zyankali-Vorräte klammheimlich verschwinden
  • Trump twittert seiner Privatsekretärin Traudl Young sein privates und politisches Testament und heiratet anschließend seine langjährige Geliebte; die Formalitäten sind unkompliziert und schnell erledigt, trägt Ivanka doch bereits seinen Nachnamen
  • Trump begeht Selbstmord, indem er sich mit CNN vergiftet und gleichzeitig einen Golfball durch den Kopf jagt
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TITANIC-Leser stellen sich vor – Dezemberheft-Spezial (Folge 2)

"der westdeutsche Gratismut - ihr seid ein Haufen dummer Schwanzlutscher , Freimaurerfotzen und Arschlöcher ."
"Alpensepp" aus Protonmail.ch

"An die mutigen Künstler von "Charlie Hebdo" kommt ihr nicht ran. Bei dieser lustigen Satire wird keiner kommen und euch mit Blei vollpumpen. Macht doch mal lustige Satire über Madame "Allah". Diese Ausgabe würde ich mir sogar kaufen. Versprochen..."
Sebastian F. auf Facebook

"Wie wärs mal mit ner Mohammed Karikatur?"
Louis S. auf Twitter

"Soll das ein Beitrag sein, damit man radikale Moslems besser versteht? Pfui."
Roland K. auf Facebook

"Mutig wäre da jetzt noch eine Mohamed Karikatur !! Aber ich glaube dazu reichst leider nicht"
Stefan P. auf Instagram

"Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte mein Titanic-Abo mit sofortiger Wirkung kündigen.Kurze Begründung: Ich lese Titanic seit November 1979, abonniert habe ich das Magazin seit ca. 1981. Das aktuelle Heft ist das unwitzigste, vorhersehbarste in einer langen Reihe unwitziger und vorhersehbarer Ausgaben. Nichts mehr von einer anarchischen Attitüde, stattdessen öder linker Mainstream. Schon ein matter Scherz über homosexuelle katholische Kardinäle neulich auf Ihrer Website hätte mich fast zur Kündigung motiviert - jetzt war's zuviel. Ich verlange nicht, dass Sie sich mit dem Islam anlegen - ich behalte meinen Kopf auch lieber auf den Schultern -, aber dann sollte man aus Gründen der Selbstachtung auchdie anderen Religionen in Ruhe lassen. Doch das ist nur ein Grund unter vielen. lch habe ja noch mein Archiv mit 40 Jahrgängen und kann Artikel der Neuen Frankfurter Schule erneut lesen ... welch ein Niveauunterschied!"
Rudolf G. per E-Mail

"Wenn ihr es wirklich wollt, ist es kein Traum! Mfg doch einfach Mal #mohammed draus."
Larry B. auf Twitter

"Nur ekelhaft und billig. Aber ich werde deswegen nicht zum Terrorist. Fickt euch ins Knie Titanic."
Jochen Z. auf Facebook

"Wie unendlich mutig...bei Witzen über den Verein muss man ja nicht fürchten, geköpft zu werden."
Enrico P. auf Facebook

"I don’t speak German so wtf am I looking at?"
Cal G. auf Instagram

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TITANIC-Leser stellen sich vor – Dezemberheft-Spezial (Folge 1)

"Wenn es um #Mohammed ginge, würden wohl inzwischen Schüsse fallen, Häuser in Brand gesteckt ...Aber es geht ja nur um die wohl blasphemischte Darstellung von #Christus, dem Sohn Gottes. Da ist bislang selbst von #Kirchen nichts zu hören. Anderes erscheint wohl wichtiger zu sein."
Helmut M. auf Twitter

"Gut dass das nicht Mohammed ist. Da würd die Bude aber brennen Feuer."
Guido N. auf Twitter

"In Frankreich geben Menschen ihr Leben für Karikaturen gegen Mohammed, und ihr macht jetzt auf Trittbrettfahrer mit einer absolut ungefährlichen Karikatur gegen die Kirche? Peinlich."

Max Z. auf Twitter

"Nachdem sich Charlie Hebdo mit einem Tiger angelegt hatte, knöpft sich Titanic lieber die Hauskatze vor."
Gideon Böss, Schriftsteller

"Ziemlich asozial. Das hat nichts mit künstlerischer Freiheit zu tun. Das ist pure Beleidigung. Mit sowas Spaltet ihr. Ihr solltet subtil aufklären."
Kemal Ç. aus Facebook

"In der Titanic-Redaktion ist eine schwere Histrionische Persönlichkeitsstörung offenbar Einstellungsvoraussetzung. Was sie für Mut halten, ist nichts als Unreife, Schamlosigkeit und Verderbtheit."
Anette S. auf Twitter

"Einen auf Charlie Hebdo machen wollen, dann aber doch nicht den Mumm es auch richtig durchzuziehen? Glückwunsch, ihr mutlosen Kämpfer für die Kunstfreiheit!"
Volker M. auf Facebook

"Ach Gottchen. Wieder ein bisschen deutscher Gratismut gegen die Katholische Kirche. Der @titanic fällt auch nichts Neues mehr ein."
Birgit Kelle, Publizistin

"Ich bin mir ziemlich sicher, dass es anlässlich dieser grotesken, aber durch die Meinungsfreiheit abgedeckte Karikatur, keine Enthauptungen geben wird (westlich geprägte Welt, Trennung von Staat und Religion).Versucht es mal mit dem „Propheten“, dessen Namen ich nicht aussprechen werde ????... dann haben wir ein #Jesuistitanic in 2021."
Danou B. auf Facebook

"Und auf dem nächsten Titelblatt bitte Mohammed beim Verkehr mit seiner neunjährigen Gattin Aischa. Traut euch!"
Gerd K. auf Facebook

"woke-opportunismus und denkschwäche mit großer geste"
Ulf Poschardt, "Welt"-Geschäftsführer und -Chefredakteur

"So. Und nun mit der anderen Religion und Deutschland brennt."
Gübter H. auf Facebook

"So eine Karikatur wäre beim Islam undenkbar, da würden in Deutschland Köpfe rollen"
Instagram-User b._h._b.

"Wenn das eine andere Religion wäre, dann hgäbe es jetzt wahrscheinlich Anschläge"

Michael B. auf Instagram

"An Mohammed-Karikaturen traut ihr Feiglinge euch nicht ran"

Instagram-User J.


"Feigheit hat einen neuen Namen: #Titanic! Sollten sie sich mal mit dem #Propheten und dem #Islam erlauben, dann säße der Kopf sehr locker!"

Georg Pazderski, AfD-Fraktion Berlin



Charlie Hebdo für Feiglinge. Sollte in der Tat mehr Reichweite haben, damit möglichst viele Menschen sehen, wie billig #Gratismut zu haben ist."
Konrad E. auf Twitter


"Die Taz ist seit Langem schon das bessere Satiremagazin. Aber das ist jetzt wirklich endgültig das absolute Ende."
Micky Beisenherz, Gagschreiber und Moderator

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Als Generalbundesanwalt, Dr. Peter Frank,

sollten Sie sich in Zukunft lieber doch wieder auf Ihre dröge Amtssprache beschränken und bildliche Ausdrücke strikt vermeiden. Denn wenn Sie in einem Interview mit dem SWR behaupten, dass Terroristen nicht vom Himmel fallen, sind Sie ja fast schon selbst ein Fall für den Generalbundesanwalt. Manchmal – Stichwort »11. September« – tun Terroristen nämlich genau dies.

Grüßt ohne Metaphern: Titanic

 Ein paar Gedanken, Ex-Eiskunstläuferin Kati Witt,

mussten wir uns nach einem Ihrer Facebook-Einträge neulich schon über Sie machen. Nicht nur, weil Sie in dem nicht enden wollenden Text extra darauf hinwiesen, keine »Corona-Verleugnerin« oder »Lockdown-Gegnerin« zu sein. Dünnes Eis. Dann schrieben Sie, dass Ihre Trainerin Frau Müller früher aus Solidarität bzw. »Teamwork!« immer mit Ihnen gehungert habe, wenn sie meinte, Sie seien zu dick fürs Eis. Wenn wir es richtig verstanden haben, fordern Sie das jetzt auch von »der Politik«, aber nur im übertragenden Sinne, also zastermäßig.

Mit den Kufen vom Eis haute es uns jedoch bei diesem Satz: »Wenn ich, die wirklich das Glück hat, hier und da einen fröhlichen TV-Auftritt absolvieren zu dürfen, langsam immer mehr den Kopf hängen lasse, mache ich mir ernsthaft Gedanken und Sorgen.« Fernsehauftritte sind für Sie Glück? Quizshows halten Sie für fröhliche Angelegenheiten? Ist Ihre Birne jetzt total vereist?

Vielleicht machen Sie sich doch besser mal Gedanken über einen heißen Grog, empfehlen Ihnen wärmstens Ihre Ernährungsberaterinnen von der Titanic

 Annalena Baerbock!

»Die CDU hat kein Abo aufs Kanzleramt«, konstatieren Sie im Stern-Interview. Sind Sie sich da auch wirklich sicher? So ein Abo wird, wenn es einmal abgeschlossen wurde, nämlich gerne vergessen und automatisch verlängert. Die letzten Bundestagswahlergebnisse sprechen zumindest dafür. Lassen Sie vorsichtshalber prüfen, ob die Merkel auch fristgerecht gekündigt hat!

Rät Ihr Abo-Service von Titanic

 Nicht die Bohne, Rowohlt-Verlag,

interessieren uns Kalauer, und für Witze mit Namen und für Alliterationen haben wir bekanntlich auch nichts übrig. Deshalb ist es uns auch komplett egal, ja, wir nehmen es nicht mal ansatzweise zur Kenntnis, dass Du Dein für März als »Spitzentitel« angekündigtes Werk »Die Botschaft der Pflanzen. Was wir von der Natur lernen können und wie sie uns heilt« unbedingt von einem Autor hast anfertigen lassen müssen, der laut Deinen Angaben »Burkhard Bohne« heißt. Schon klar, Rowohlt, Burkhard Bohne, wie Benjamin Blümchen. Oder Arnfried Astel. Wir haben’s kapiert. Sehr, sehr witzig. Aber uns geht’s zum Glück ja nichts an!

Naturgemäß ohne Botschaft: Titanic

 Glückwunsch, Bill Kaulitz,

Glückwunsch, Bill Kaulitz,

zu Ihrer Autobiografie »Career Suicide«! Mit deren Erscheinen haben Sie im Alter von 31 Jahren – ob Sie wollen oder nicht – Ihren Lebensabend eingeläutet. Folgende Tätigkeiten stehen Ihnen somit noch zur Verfügung: Sentimental aus dem Fenster schauen; über die Zeitläufte sinnieren; im Ohrensessel sitzend ein Glas Cognac schwenken; imkern; Leute, die an Ihrem Haus vorbeigehen, böse anstarren; in Talkshows über Social Media und Gendersterchen schimpfen; Pfeife rauchen; im Hunsrück wandern; mit der Armbrust auf leere Erbsendosen schießen.

Jedenfalls nicht: Ihre Karriere als Musiker weiterverfolgen. Und dafür möchten wir uns im Voraus herzlich bedanken.

Ihre Jungspunde von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Kreativ beleidigen

Neues Schimpfwort für Urdeutsche in Jack-Wolfskin-Jacken: Mandarinenpeller!

Alexander Thiemann

 Zeitumstellung

Jedes Jahr im Frühling, kurz nach den ersten wärmenden Sonnenstrahlen, dringen überall aus der Umgebung vertraute Geräusche und Gerüche in Ohr und Nase. Und man weiß: Es ist wieder angekärchert!

Markus Berger

 Enjoy the screening!

Den Ausfall der Berlinale in diesem Winter habe ich ganz gut verkraftet. Ich habe ja alles hier daheim: viele schlechte und einige wenige gute Filme (Netflix), das überlegene Gefühl, Filme im Originalton und mit Untertitel sehen zu können (dito Netflix), drinnen stickige Luft und wenig Sonnenlicht, draußen Kälte und ungeräumte Gehwege, Besserwissergetue aus der Reihe hinter mir (wegen dünner Wände zum Nachbarn), schlechtes überteuertes Essen aus Einmalverpackungen. Sogar auf den obligatorisch einsetzenden Harndrang zehn Minuten nach Beginn des Films kann ich mich verlassen, und den Weg zum Klo lege ich natürlich im Dunkeln zurück, durch einen mit aufgereihten Amazon-Kartons gelegten Parcours von nachgeahmten Kinohipster-Käsemauken.

Tina Manske

 Redensarten und woher sie kommen

»Einen Zahn zulegen«: Wenn eine Person »kein D-Zug ist«, obwohl sie »die Düse machen« oder »Rennwasser trinken« soll – dann fragen wir uns auch heute noch ganz unwillkürlich, ob besagte Person nicht »einen Zahn zulegen« könnte. Diese Redensart geht zurück auf die Erfindung der beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg. Kurz nach seiner Erfindung kam Gutenberg mit der Produktion kaum nach; Martin Luther schrieb seine beliebten antisemitischen Pamphlete schneller, als sie gedruckt werden konnten. Gingen den Setzern wichtige Buchstaben aus, wurden sie deshalb oft nicht aufwendig nachgegossen, sondern durch einen der stets reich vorhandenen Lehrlingszähne ausgetauscht (ihnen hatte man zuvor »die Fresse poliert«, wie eine andere Wendung aus jener Zeit lautet). Obwohl das Schriftbild durch den Zahn deutlich litt, beschleunigte der in den Setzkasten »zugelegte« Zahn die Produktion erheblich und half den Setzern bei der Aggressionsabfuhr. Wenn Sie also heute jemandem auf die Sprünge helfen wollen, sollten sie ihm zunächst ordentlich aufs Maul geben – vielleicht legt er ja auf diese Weise selbst einen Zahn zu. Oder mehrere!

Leo Fischer

 Pee-Bottle

Aus Insiderkreisen weiß ich, was für Polizisten auf Demos das Schlimmste ist: stundenlang nicht auf Klo können. Da stehen sie, Reih in Reih, mit ihren Schlagstöcken, Visieren und Wasserwerfern, und gucken gequält. Klar, dass man da mal aggressiv wird. In Polizisten-Foren wird geraten, die Stunden vorher nichts zu trinken, das ist aber schwer: Wie auf den morgendlichen Mutmach-Korn verzichten? Praktikabler: Viele Einsatzkräfte gestehen in Foren, sich eine Urinflasche bzw. Pee-Bottle oder auch »Uriwell, die Notfall-Toilette« unterzuschnallen. Deshalb Tipp für Protestler: einfach die eigenen Demosprüche daran anpassen und Kennerschaft beweisen. »Bullenschweine, lauft jetzt schnell / sonst klau’n wir euer Uriwell!« oder irgendwas mit »Trottel / Pee-Bottle«. Reimtechnisch und metrisch noch nicht perfekt, aber in der Sache clever.

Ella Carina Werner

Vermischtes

Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Thomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURStephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURMax Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Martin Sonneborn & Benjamin Schiffner: "Quatsch und mehr" (signiert)
Das hat der Menschheit noch gefehlt: ein einziges Buch mit sämtlichem Quatsch der Geschichte – oder zumindest aus 15 Jahren "Partner TITANIC", der beliebt-kultigen TITANIC-Nonsensrubrik. Fotorätsel, Pflegehinweise, Antwort ohne Frage, unberühmte letzte Worte, Kochen mit Tieren, Kerzen-Fakten, Ediotiral, Tinas Strumpfband und tausend weitere schöne Rubriken – erstmals versammelt auf nicht weniger als 256 vielfarbigen Seiten.Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!
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Titanic unterwegs
05.03.2021 Frankfurt, Buchhandlung Schutt Thomas Gsella im Livestream
20.03.2021 Frankfurt, Mousonturm Oliver Maria Schmitt & Jürgen Kuttner (Livestream)
25.03.2021 Kiel, Kulturforum Max Goldt
04.04.2021 Frankfurt, Museum für Komische Kunst Hauck & Bauer: »Cartoons«