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Das ahnungslose Portrait (37)

Horst Tappert – was wir* über den SS-Schauspieler wissen und was nicht

Horst Tappert wachte jeden Morgen um Punkt 6 Uhr 0 auf und konnte sich an nichts mehr erinnern. Mühsam erlernte er immer wieder jeden Tag noch vor dem Frühstück das Sprechen und Salutieren, gegen 13 Uhr das Gehen und Exerzieren. Dann Brombeertee und ein Schuss Heroin, direkt in die Vene des ZDF-Stars.

"Wo war ich gestern Abend zwischen 20 Uhr 15 und 22 Uhr?"

soll er dabei immer leise seiner Ehefrau Hilde zugeflüstert haben. Um 14 Uhr straight dann jeden Tag immer wieder derselbe Schauspielunterricht bei Silvja deGulpta (bitte googeln). Legendär ihre Tipps: "Emozione mucjo, Seniore Tapperto!" – er war für seine kalte Art bekannt. Dann schminkte Silvja ihn bis zur Unkenntlichkeit, stundenlang. 16 Uhr Cognac. Fanpost beantwortete er dann einfach direkt in der Badewanne, jeden Tag ein heißes Bad, 90 Minuten lang, das ist gut für die Tränensäcke zum Aufquellen. Tja, und dann ging es ja auch schon zur Arbeit in die Bavaria Filmstudios, aber was wollte er da noch mal genau?

Vergessen wollte er dort. Vergessen, dass er bei der SS war. Problem: Die SS steckt in Vergessen. Außerdem waren alle im Fernsehgeschäft mindestens einmal bei der SS. Das gehörte damals einfach zum guten Ton. Ohne Totenkopfring kam man gar nicht erst aufs Set. Und dann wurde vom Krieg erzählt, dass die Schenkel glühten. Doch nur hinter der Kamera. Sobald es hieß "Kamera läuft!", war Schluss mit lustig. Und Tappert ein anderer, und zwar: Walter Giller. 862 Folgen lang verwandelte sich Horst Tappert innerlich in Walter Giller, um Derrick spielen zu können. Es gelang jedesmal. Das Publikum war begeistert.

Um 20 Uhr 15 hieß es dann

"Uhrenvergleich, Hilde! 3, 2, 1, klick."

Danach ging es sofort ins Bett (Tappert hasste alles, was nach der Tagesschau lief). Noch ein Glas Milch, ein Löffel Honig, total kranker Sex und dann: süße Träume Richtung Vergessen.

 

*Elias Hauck/Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (36)

Maike Kohl-Richter – was wir* über die legendäre Exkanzler-Gattin wissen und was nicht

Maike Kohl-Richter hat 2 Leben, das erste führte sie zurückgezogen in einem Hutzelhäuschen im Wald, mit selbst genähten Frottee-Gardinen und einer Katze auf dem Buckel. Abends ist sie immer um einen großen schwarzen Kessel gehüpft und hat da Froschaugen, Spinnenbeine und Wurzeln reingeworfen, fertig war ihr Zaubertrank ("Maikes Finest")! Der soll gut gegen Rheuma und Geldwäsche gewesen sein, so erzählen es sich jedenfalls die Tiere des Waldes.

Jedenfalls am Wochenende verkaufte sie dann immer diesen wichtigen Trank, direkt an der Bundesstraße B1, nahe Kloster Chorin. Eines Tages hielt da ein Auto an, eine schwarze Limousine mit Aufkleber an der Stoßstange "I AM FROM OGGERSHEIM – SEX NOW!" und das Unglück nahm seinen Lauf ...

Lange wurde Maike Richter unterstellt, sie hätte sich aus niederen Motiven den besten und reichsten Kanzler der Bundesrepublik gekrallt. Selbst renommierte Politikwissenschaftler nannten sie "Kohldigger". Einfach so. Als wäre das kein ziemlich bemühtes Wortspiel. So, als müsste man nicht viel rhetorisches Brimborium auffahren, um die in dem Begriff wabernde Misogynie hinter Ironie und erfundenem Kontext zu verstecken. Einfach so: "Kohldigger – she ain't messin' with no broke Kanzlers."

Dabei war Helmut Kohl in seinen späten Jahren durchaus ein gebrochener Mann und Maike Kohl-Richter was still messin' with him bis zum Ende. Es soll keiner sagen, das sei keine beeindruckende Leistung! Daran, Kohl unter Kontrolle zu bekommen, sind Generation von vermeintlich gestandenen Männern jämmerlich gescheitert. Und wenn Maike Kohl-Richter in diesem Prozess hier und da Fehlerchen gemacht hat – ja, und? Die Frau wird nächstes Jahr erst 32. In jungen Jahren macht man nun mal Fehler.

Das einzige, was wirklich bedauerlich an Helmut Kohls Tod ist: dass die Kohl-Ehe II nie die Chance hatte, das Insta-Game von Gerhard Schröder und seiner Frau So-yeon zu übertreffen.

 

*Elias Hauck/Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (35)

Walt Disney – was wir* über den Unterhaltungsgroßmeister wissen und was nicht

Walter Richard David Disney III. war eines dieser Kinder, bei denen man denkt: "Hoffentlich wird der bald erwachsen, damit man ihn genauso hassen darf, wie seine Mitschüler es tun." Und er wusste es. Noch später scherzte er gerne in Zoom-Konferenzen: "Kinder sind die Juden unter den Menschen: Ich hasse sie." Er hatte seine Not zur Tugend gemacht.

Aus Rache an Kindern erfand er die langweiligste Comic-Maus aller Zeiten und nannte sie "Dampfboot Wilhelm", nach dem von ihm verehrten Kaiser Wilhelm II. An ihrer Seite sollte ursprünglich noch ein kleiner blauer Elefant auftauchen. Aber das war sogar dem Kinderhasser Disney zu langweilig.

Fun fact: Keine einzige von Walt Disneys Namensideen hatte Bestand in den Publikumstests, auf die er sich verließ, weil er unverschämt viel Geld verdienen wollte. So wurde aus "Dampfboot Wilhelm" Micky Maus. Donald Duck hieß ursprünglich "Brigadegeneral Schulz" und Gundel Gaukeley "Eisenbahnwaggon Schaluppke".

1960 gründete Disney einen Vergnügungspark und benannte ihn nach seinem eigenen Namen: WALTERLAND. Hier, inmitten des fröhlichsten Ortes der Welt, lernte er 1964 auch die Liebe seines Lebens kennen: Esther, die Frau, die immer so lustig im Kassenhäuschen echte Dollar in echte Disneydollar umtauschte. ER heiratete sie vom Fleck weg, SIE darf bis heute weiter im Kassenhäuschen arbeiten! Wo die Liebe hinfällt ...

Die Ehe wurde bald geschieden ("Pfandbon-Skandal"), und er eröffnete fließbandmäßig weitere Parks, heiratete in jedem Land die Kassenmaus und setzte weiter kleine Mäuschen in die ganze Welt, die wiederum in den Parks als Schuhputzer, Hotdogverkäuferinnen oder Schneewittchen arbeiten. So ist bis heute jeder Mensch um maximal 2 Ecken mit Walt Disney verwandt. (s. auch der ➝ Dschingis Khan der Unterhaltung)

1977 Tod in Kentucky, der Leichnam wurde auf sein Geheiß hin gut eingefroren. Sein feierliches Wiederauftauen ist für den 12. Februar 2475 geplant.

*Tim Wolff und Elias Hauck

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Das ahnungslose Portrait (34)

Die Brüder Grimm – was wir* über die genialen Geschichtenerzähler wissen und was nicht

Die Brüder Grimm waren riesige Schalke-Fans, wenn nicht sogar DIE größten Schalke-Fans überhaupt. Wenn irgendwo ein Auswärtsspiel von "ihrer Mannschaft" war: da mussten sie hin! Also raus aus den Studierhosen, rein in die gläserne Kutsche und Hü! Hott! auf nach Geylenhusen, ins Stadion, das damals allerdings noch Wettstreitkabane hieß, und wo der aus Lumpen und Spatzendärmen zusammengefummelte Fußball auf seinen Einsatz lechzte.

Der Fußball verzehrte sich regelrecht, damals wie heute, nach einem Kicken und Schreien.

In der Wettstreitkabane jedenfalls angekommen, wir schreiben wie gesagt das Jahr 1820, machen sich die beiden Bros erstmal ein kleines Feuer an, es war so finster und auch so bitterkalt. Der Duft von gebratener Gans am Stock (2 Gulden) liegt in der Luft und die ersten Bauersleut' haben sich auch schon oben auf der Zuschauertribüne zur Ruhe gelegt und singen derbe Spott-Lieder auf die da oben, im Speziellen hier auf Kurfürst Georgolf 2, der wegen eines Gehfehlers einfach nur der "schiefe Schorsch mit seinem dicken Bobbes" genannt wurde. So kamen die beiden auf ihre Ideen!

Und dann war da neben den heute noch berühmten Brüdern Johann Sebastian und Christopher Grimm der dritte, der vergessene Grimm-Bruder Casimir Gotthilf. Er war ein rechter Tollpatsch. Mal stolperte er beim Tanz in seinen glühenden Eisenschuhen, mal biss er in einen vergifteten Apfel und überlebte nur, weil er zu ungeschickt war, richtig zu schlucken. Ein anderes Mal griff er in eine Spindel und schlief hundert Jahre. Seine Brüder lachten sich dann jedesmal "pumpelschlapp" (s. "Daes geheyme Woerterboch der Gebryder Grymm", S. 17, Verbrecher Verlag). So süchtig waren sie nach diesem Spaß, dass sie ihrem Bruder fürderhin alles mögliche vergifteten und verglühten. Zum Beispiel die Wackersteine, die sie ihm in den Bauch operierten. Er verreckte dann elendiglich. Und wenn er nicht gestorben ist ...

 

*Elias Hauck/Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (33)

Barbara Schöneberger – was wir* über das Multitalent wissen und was nicht

Was viele nicht wissen: Es gab mal eine Zeit, da kannte niemand Barbara Schöneberger. Schwer vorstellbar bei einer Frau, die überall ist, im Fernsehen und bei App-Store-Eröffnungen, im Radio und bei Deiner Oma auf dem Kaffeekränzchen. Sogar eine eigene Zeitschrift hat Barbara Schöneberger ("Brigitte").

Angefangen hat alles damit, dass sie als Assistentin des Radionazis Elmar Hörig, der irgendeine seltsame Fernseh-Gameshow ("Schnickschnackschnucki" oder so) hatte, sich nicht jeden sexistischen Mist gefallen ließ. Und da dachten sich Produzenten aller Art: "Witziger und anständiger als Elmar Hörig – das geht? Als Frau? Wow." Und seither ist Barbara Schöneberger ÜBERALL und sagt lustige Sachen.

Hier die Liste ihrer besten Sprüche: … Moment. Irgendwo hier muss sie doch liegen. Liste, Liste, Liste. Nee, das ist ein Einkaufszettel. Das ist eine Quittung. Hier? Auch nicht. Ist eine Vorladung. Na ja. Dann geht es auch ohne.…

Privat soll sie jedenfalls ganz witzig sein, sammelt Gürtelschnallen mit Elvis Presley vorne drauf, ist mal zusammen mit Ina Müller im Lift steckengeblieben (über 18 Stunden, seitdem haben sie einander nichts mehr zu sagen!) und will nach eigenen Angaben "die Welt mit einem Lachen retten". Auf einer Spendengala für Millionäre, die sich für die Zukunft steuerliche Vorteile erhoffen, hat sie letztes Jahr so laut gelacht, dass Günther Jauch aus Versehen seinen eigenen Wein verschluckt hat und seitdem wie im Delirium eine WWM-Sendung nach der anderen wegmoderiert.

Mag keine Kinder und Tiere ("Aufmerksamkeits-Vampire"), hilft aber, wenn die Kamera an ist, auch mal einem Baby über die Straße. Raucht Gauloises Blondes mit Red Bull, liebt Barcelona ("schön laut"), und in Hamburg-Gonzenheim ist seit 1998 eine Clownsklinik nach ihr benannt.

Alles gut und schön, aber was ist eigentlich eine Clownsklinik?

Eine Clownsklinik behandelt chronisch kranke Witzemacher wie Dich und mich.

*Tim Wolff und Elias Hauck

Alle Zitate aus Bunte 04/21, "Das große Promi-Lügen-Special"

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Das ahnungslose Portrait (32)

(Dr.) Erika Fuchs – was wir* über die Neologismus-Großmeisterin wissen und was nicht


+++ Plagiatsaffäre: Erika Fuchs verliert Doktortitel +++ hat von Walt Disney abgeschrieben +++

Was uns fehlt: die Sprache, um angemessen über Dr. Erika Fuchs zu schreiben. Denn wir haben nicht Begriffe wie "Fähnlein Fieselschweif" oder "kleines Helferlein" erfunden, höchstens Wortspiele wie "Clark Gäbelchen" oder "Lancier". Gut, wir durften aber auch nie Disney-Comics übersetzen. Trotzdem: So gut hätten wir das niemals gekonnt.

+++ EIL +++ Eintritt ins Entenalter mit 68 Jahren geplant +++ EI +++

Erika Fuchs hat nicht nur Namen wie Gundel Gaukeley (im Original "Eisenbahnwaggon Schaluppke" -> Walt Disney, Folge 35; schrecklich, oder?) erdacht, sondern Ausrufe, die heute noch alle nutzen. Auch diejenigen, die nie ein Lustiges Taschenbuch in der Hand hatten. Hier ein kurzes Best-of:

 

Aus höherer (oder tieferer?) Gerechtigkeit wurde Erika Fuchs dann fast so alt, wie es in Deutschland sonst nur Nazifrauen wie Leni Riefenstahl, Heinz Rühmann und Heidi Klum werden. Begonnen hatte sie ihr Leben unter falschem Namen, was sie aber mittels Heirat korrigieren konnte. Schon als Kind erfand sie gerne Ausrufe wie "Ächz", doch niemand hörte ihr zu. Vermutlich wegen Weltkrieg. Doch dann ging alles plötzlich ruckzuck - nur einen weiteren Weltkrieg später: Micky Maus! Sie war angekommen. Also Erika Fuchs. Nicht Micky Maus. Obwohl, die auch. Ja, uff. Wie gesagt: Erika Fuchs konnte viel besser Sprache machen tun als wie wir.

*Elias Hauck / Leo Riegel / Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (31)

Joachim Gauck – was wir* über den ehemaligen Bundespräsidenten wissen und was nicht 

COVID19 ist eine Erfindung der Seifenindustrie. Kaum sterben ein paar tausend Leute an einem "Virus", kaufen alle wie blöd die Laugenpampe und singen den halben Tag psychotisch Happy Birthday vorm Spiegel. Zufall? Nein! Genauso wie es kein Zufall ist, wenn ein legendär ungewaschener Ex-Bundespräsident Querdenker mag.

Von "Big Soap" lässt sich ein Joachim Gauck so wenig zur Hygiene zwingen wie vom SED-Staat. Wie oft standen Spitzel vor seiner Tür und riefen: "Herr Gauck, wir flehen Sie an, waschen Sie sich! Wir müssen Ihnen doch auf Schritt und Tritt folgen, bitte, es ist nicht zum Aushalten, huströchelkotz." Ja, wie oft? In den Stasi-Akten ist keine genaue Zahl vermerkt.

Sicher ist, dass Gauck schon als sturer Dreckspatz zur Welt kam. Später erzählte er in seinen Predigten gerne das von ihm selbst erfundene Gleichnis vom sturen Dreckspatz. Es geht so: Einmal wurde ein kleiner Spatz dreckig. Doch er wusch sich nicht. Gott fand's toll. GAUCK! Amen.

Ornithologen unterscheiden Joachim Gauck in zwei Joachim Gaucks:

1) Gauckus Melancholia Rex
Da ist zum einen der DDR- oder auch Vorwende-Gauck, der mit aufgeplustertem Gefieder lustlos auf der Sitzstange brütet, kaum gegen den Spiegel pickt und das Futter verweigert. Seine Kloake ist regelmäßig kotverschmiert, er putzt sich nicht, wirkt am Tag lethargisch und kann nachts nicht schlafen, weil er a) an Deutschland denkt und b) seine Augenlider vom vielen Weinen schon halb durchsichtig geworden sind. Oben auf dem Kopf stehen einzelne Federn sinnlos ab. Am Baden hat er keine Freude (s.o.)

2) Gauckus Germanicus Aschus Phoenicus
Im Frühjahr 1990 wurde dann der erste Joachim Gauck in Freiheit gesichtet. Sein Ruf reicht von "To-le-ranz! To-le-ranz!" bis zu "AfD Ok! Why not!". Aber das muss man ja nicht alles gleich in die Zeitung reinschreiben. Also wie gesagt:

Melden Sie bitte alle weiteren Rufe von Joachim Gauck umgehend an den NABU.

*Elias Hauck/Tim Wolff

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Allergieinfodienst!

Du schreibst auf Twitter: »Allergiker sollten sich bei essbaren Insekten informieren«, ob Kreuzreaktionen mit anderen Nahrungsmittelallergien möglich seien. Aber wenn die Insekten auch nur ein bisschen Hirnschmalz haben, was werden die wohl antworten? Vermutlich so etwas wie »Esst keine Insekten! Hochallergisch!«, um die eigene Haut respektive den Chitinpanzer zu retten.

Informieren sich doch lieber bei echten Fachleuten:

Deine Spaßvögel bei Titanic

 Recht medizinisch, Digitalisierungs-Staatsministerin Dorothee Bär,

gingen Sie im Tagesspiegel die Steuersenkungspläne für den so genannten Mittelstand Ihrer CSU und der CDU an: »Viele Unternehmen haben während Corona stark geblutet, ihnen müssen wir jetzt den Rücken stärken.«

Hm, das könnte vielleicht die falsche Therapie zur Diagnose sein. Und abgesehen davon, dass Sie damit womöglich noch mehr Geld in Umlauf bringen, an dem Blut klebt, können so ein paar labbrige Scheinchen einen Rücken überhaupt richtig stärken? Oder denken Sie etwa nur an einen Stapel stabiler Münzen? Auch wackelig; und das lassen Sie mal besser nicht Ihre Wählerinnen und Wähler hören, rät Ihnen Dr. Google von der Titanic

 Birne Merz!

Stimmt das, was wir da lasen? Dass der geplante Ausbau des Flugplatzes Arnsberg-Menden, an dem Sie als Anwohner und »passionierter Pilot« (Spiegel) großes Interesse haben, in Gefahr ist? Grund dafür ist neben den 4500 Quadratkilometern Wald, die gerodet werden müssten, die wenige Millimeter große Quellschnecke, deren Lebensraum ebenfalls geopfert würde. Es soll deshalb nun Klage eingereicht werden.

Und da stehen wir selbstverständlich felsenfest hinter Ihnen, Merz. Denn die Vorstellung, dass Sie nach den Niederlagen gegen Kramp-Karrenbauer und Arminion Laschet nun auch noch gegen ein winziges Weichtier den Kürzeren ziehen, können wir schlicht nicht ertragen.

Lass Dich nicht zermürben, Fritz! Titanic

 Exquisit, Rowohlt Verlag,

ist abermals das Herbstprogramm Deines – wie man so sagt – Labels »Kyss«, mit welchem Du deutschsprachige Heranwachsende zu kompetenter Leserschaft fortbilden möchtest.

Die bewährte Anya Omah (»eine im Selfpublishing bereits erfolgreiche Autorin mit großer Fanbase«) verheißt eine erbauliche »New-Adult-Trilogie mit deutschen Settings«, bestehend aus dem Roman »Regenglanz« (»so schmerzlich schön wie ein Tattoo«), sodann »Nebelschimmer« (»Eine Own Voices Romance. Divers, positiv und selbstverständlich«) und schließlich »Gewitterleuchten« (»Forbidden Love, Second Chance, Enemies to Lovers«), während Kira Mohn in ihrem Werk »The Sky in Your Eyes« die Problemfelder »Body Positivity und Naturschutz« thematisiert, wohingegen Jen deLuca »Fake Relationship« angeht, »eines der beliebtesten Romance-Motive, kombiniert mit dem absolut einzigartigen Setting Mittelalterfestival«, und zwar in ihrem Roman »A History of Us – Nur drei kleine Worte« (aber sind das nicht genau genommen vier kleine Worte? Nun, eine Petitesse).

Urdeutsche Settings à la Naturschutz plus Mittelalter, kombiniert mit Body Positivity und Fake Relationship: da kommen die New Adults unseres Vaterlands garantiert ins gepflegte Schmökern.

Geben Dir dennoch keine Second Chance: die Erwachsenen von Titanic

 Försterfürst Peter Wohlleben!

Försterfürst Peter Wohlleben!

Irre, was Sie im Spiegel-Interview so vom Stapel lassen. Vor allem hacken Sie auf die Methoden der Forstwirtschaft ein: »Viele Förster reagieren auf meine Argumente und Ideen wie Terrier, die an die Wand gedrängt werden.« Landwirtschaftsministerin Klöckner wolle nicht in Talkshows mit Ihnen sitzen, Bäume aus Baumschulen bezeichnen Sie als »Weicheier, gedopt mit Dünger«. Und: »Die klassische Forstwirtschaft geht oft superbrutal vor, mit Riesenkahlschlägen. Als ob die Förster irgendwelche Substanzen geschluckt hätten.«

Und das lassen wir an der Stelle einfach mal stehen wie einen schönen, heimischen Feldahorn, den Sie gegenüber den Baumschul-Weicheiern klar bevorzugen.

Gut Holz, alte Weichbirne: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Private Vorsorge

Man hat da einen bösen Verdacht und beginnt eine Nabelschau. Man betastet Spitzbauch, Nasenhaar, Krähenfuß und Gemüt: Midlife-Crisis! Man sucht Rat bei den Raunern im Netz und stößt auf die teilnahmsvolle Warnung, dass bisher Erreichtes jetzt zur Last, gar zum Feind werden könne. Man unterzieht die Erfolge der Vergangenheit einer Inventur, mit der man sehr schnell fertig ist, und dankt, gänzlich unbelastet, seinem jüngeren Ich. An der Front muss wohl kaum mit einem Angriff gerechnet werden.

Sascha Lützeler

 Ungeduldige Frage

Wie alt muss ich eigentlich werden, damit ich mir endlich einen Porsche wünsche?

Katharina Greve

 Ironie. Ein Schüttelreim

Ich hab’ mir am Buch »Wundversorgung Grundwissen« ironischerweise den Finger wund g’rissen.

Jürgen Miedl

 Exklusive Expertise

Wer sich immer schon über die Merkwürdigkeit des Ausdrucks wunderte, jemand sei ein »Dahergelaufener« und allein angesichts dessen nicht qualifiziert, in puncto eines bestimmten Sachverhalts etwas zu äußern oder zu tun und daher von vornherein unbedingt auszuschließen, dem sei gesagt: Richtig so! Denn: Da könnte ja jeder kommen!

Andreas Meinzer

 @o_tempora_._o_mores

Die Jugend wird immer dümmer? Ja, ja, das behaupten gnatzige Tattergreise schon immer, von den alten (haha) Griechen bis zu den Sumerern vor 5000 Jahren. Heute sind wir weiter: Die Alten müssen diesen Vorwurf nicht mehr umständlich in Tontafeln ritzen oder auf Papier drucken – die Jugend trägt die Einfalt bereits im Namen, genauer: im TikTok-Benutzernamen! Sind die Wunschnamen »anna«, »bayernfan« oder »björn« schon weg, gibt es noch Fantastilliarden Möglichkeiten, ein originelles, nicht vergebenes Alias zu finden; etwa indem man einfach ein paar Alltagsvokabeln zusammenschraubt: »doppelpferd«, »eieralarm«, »elektrononne« – alle noch frei und alle ohne eine bescheuerte Kombination aus Zahlen, Unterstrichen und Punkten! War das so schwer, @elina_123____, @klausklausiii und @.miiiniiischnuff.? Der alte @sookraatees__philo.king würde schmunzeln.

Alexander Grupe

Vermischtes

Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 20.09.:

    In der Jungen Welt würdigt Stefan Gärtner den 80jährigen Eckhard Henscheid.

Titanic unterwegs
23.09.2021 Köln, Comedia Max Goldt
24.09.2021 Essen, Zeche Carl Max Goldt
24.09.2021 Berlin, Mehringhof-Theater Ella Carina Werner
25.09.2021 Bremen, Havengalerie Katharina Greve: »Satire gegen rechts«