Newsticker

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Inside TITANIC (19)

Indiskrete Einblicke in das Innere der Redaktion und ihrer Mitglieder. Heute hat Redaktionspraktikantin Julia Mateus für Sie im Materiallager herumgestöbert.

Betritt man den TITANIC-Fundus, stellt man zunächst einmal fest: Hier sieht es recht ordentlich aus. Die meisten Gegenstände befinden sich in Ikea-Umzugskartons. Und das nicht etwa, weil der Bezug der neuen Redaktionsräume noch nicht lange her ist, sondern weil Weißraumfreund Tom Hintner hier aufräumt – und zwar fortlaufend. Alle Kartons sind ausführlich beschriftet. Manche geben sogar zusätzlich Auskunft darüber, was sich nicht in ihnen befindet: Wolle, Seide, Kordel, "Sex", Nähzeug steht auf einem. Ein anderer bietet Platz für Hosen, Damenröcke "Petry", zwei weitere etwas allgemeiner für WAFFEN und Arzt.

Wirft man allerdings einen Blick hinter die Kulissen bzw. Kartonwände, wird der propere erste Eindruck schnell gestört. In der Militär-Helme-Kiste befindet sich auch ein Umschlag mit Friedensfähnchen. Muss man wissen! Auf eine nähere Untersuchung der Gegenstände im rosa "Sex"-Korb verzichtet hingegen lieber, wer die Bilder aus jenem Fotoroman, in dem diese zum Einsatz kamen, noch im Kopf hat.

Trotz intensiver Nachforschung bleiben einige Fundus-Phänomene am Ende mysteriös: Warum enthält die redaktionseigene Werkzeugkiste fünf verschiedene Hämmer (aber keinen aus Holz)? Und was hat es mit den 1,5 kg Kaffeesatz auf sich, die in einer Glasschale aufbewahrt werden? Ich habe leider keine Antworten auf diese Fragen, aber vielleicht ja Sie? Mailen Sie sie mir gern an crowdfundus@titanic-magazin.de.

Vielen Dank!

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Heldengeschichten

Liebe Leser*innen,

2009 veröffentlichte Norbert Röttgen seinen Grundsatztext "Deutschlands beste Jahre kommen noch: Warum wir keine Angst vor der Zukunft haben müssen". Das Cover zeigt eine herrlich weiße Gießkanne von der alten Sorte, die einen Fleckchen Erde bewässert. Alles in allem eine gelungene Visualisierung der sozialpolitischen Maxime vom "Fördern und Fordern".

Und Röttgen sollte Recht behalten: Schon ein Jahr später meldete die ARD den Talkshow-Coup des Jahrzehnts, als Günther Jauch himself den Sonntagabend-Talkshow-Slot übernahm. Noch mal vier Jahre später holten Jogis Jungs das Ding im Maracanã-Stadion nach Hause.

Doch Norbert ist niemand, der seine Leser*innen nur besoffen zukunftsgeil schreibt, sondern einer, der auch nüchtern Bilanz ziehen kann, wenn es sein muss. Oder wie es der Klappentext verspricht: "Eine klare Analyse ohne Scheuklappen." Und in der Rückschau muss man es nun vielleicht so klar sagen: Das waren sie, die besten Jahre. Die WM 2014 zählt offenbar zu den Ereignissen, die mich besonders nachhaltig beschäftigen, denn vor einiger Zeit habe ich den Moment des WM-Gewinns hier an dieser Stelle schon einmal beschrieben: "Ich erinnere mich, wie Claus und ich minutenlang stumm auf einen 20-Zoll-HD-Ready-Flatscreen am Brüsseler Platz starrten, und an dieses unwirkliche Momentum, wo Fips Lahm das Dingen in den Nachthimmel von Rio streckte." Das "unwirkliche Momentum" war vielleicht eine Vorahnung, dass nach diesem Abend erst einmal nichts mehr besser werden würde. Und vielleicht, nein: sogar sehr sicher hat das an diesem Abend noch ein anderer Vordenker aus NRW deutlich gespürt. Norbert Röttgen.

Möglich, dass in ihm in diesen Moment der Entschluss reifte, es irgendwann noch mal zu versuchen, noch ein letztes Mal anzugreifen. Norbert Röttgens Geschichte ist die Geschichte eines Fighters, die Story von einem, der immer einmal mehr aufsteht, als er hinfällt. Einer, der weiß: Nur unter Druck entstehen Diamanten. Wir in NRW lieben solche Geschichten. 2012, die Schmach von Düsseldorf: Röttgen, damals noch Bundesumweltminister mit lausbubenhaftem Harry-Potter-Charme, verzockt sich bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl, will ohne klares Bekenntnis zu seinem Bundesland Ministerpräsident werden und scheitert krachend gegen Hannelore Kraft. Ich selbst arbeite zu dieser Zeit noch als kleiner Bub mit großen Träumen bei einem Fernsehsender unweit des Landtags, erinnere mich an einsame Feierabend-Biere mit Blick auf den Rhein. Nicht unwahrscheinlich, dass Norbert in diesen Momenten ratlos auf denselben Rhein blickte.

Nun hat er als vierter Nordrhein-Westfale nach Laschet, Merz und Spahn seinen Hut in den Ring für CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur geworfen. Viele werden diesen Move belächeln, ihm keine Chance einräumen, Fahrradrennen-Analogien wie "zu früh aus dem Windschatten gefahren" bemühen. Röttgen muss das nicht kümmern. Ja, die große Politik in Berlin wirkt immer technokratischer, steriler, doch ganz vielleicht ist ja noch einmal Platz für eine kleine Heldengeschichte. Oder, wie es bei "Volker Bouffier. Lebensgeschichte und Politik" im Kapitel "Leitgedanken des Politikers Volker Bouffier. Aus den Reden 2010 bis 2013" heißt: "Ich bin Hesse und trotzdem begeisterter Europäer."

Tut mir einen Gefallen und kommt gut durch die Woche.

Euer: Dax Werner

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Inside TITANIC (18)

Moritz Hürtgen über die Kühlschränke der Redaktion.

Wie viel ein Kühlschrank über das Haus verrät, in dem er lebt! Bei TITANIC gibt es nach offizieller Zählung fünf dieser Geräte. Ein Eisfach hat nur einer! Nämlich der "große Kühlschrank", ein Koloss mit Edelstahlanmutung, der einst im Konferenzraum gepflanzt wurde. Sekt und Bier werden ihm ebenso gerne anvertraut wie Grillsaucen und Ketchup, seit die Redaktion vor knapp zwei Jahren einmal grillen wollte. Auch ein paar Tetrapaks abgelaufener Vanillemilch finden sich in seiner Tür – sie wurden irgendwann mal für ein Artikelfoto gekauft. Im Eisfach: Eis, Eis, Eis und die Frosta-Fertiggerichte des Chefredakteurs (meine also).

Die kleinen Kühlschränke Numero 2 & 3 wohnen unter den Schreibtischen der TITANIC-Legenden Martina Werner und Thomas Hintner. Bei "Maddina" weiß ich nie so genau, was sie darin hütet; ich vermute aber: Frischkäse und ein paar "Ladungen" Morphium o.ä. Kollege Tom – und das darf nun wirklich keinen überraschen – lagert seine liebsten Spezialbiere in seiner Minifridge. Außerdem hat er immer kühl: ein paar Würste und eine Tube guten Senf. Diesen mopse ich mir oft heimlich.

Auch in der Redaktionsküche findet sich ein Kühlschrank: ein normal großer Einbaukühlschrank, um genau zu sein. Hier legen die Macher/innen von TITANIC alles rein, was sie gerne vergessen möchten. Es schimmelt und ist offen gesprochen einfach nur pervers ekelhaft. Reinigen nützt nichts, nach zwei Wochen sieht er aus wie immer. Pfui!

Und schließlich: mein Kühlschrank, der Kühlschrank im Büro des Chefredakteurs, den ich von meinem Vorgänger Tim Wolff übernahm. Was sich darin befindet, überlasse ich Ihrer Fantasie, liebe Leserinnen und Leser. Wer alles über sich verrät, bleibt nicht interessant und verliert Abonnent/innen.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Brigitte Büscher und die MS Deutschland

Liebe Leser*innen,

wer dieses Blog hier bereits länger verfolgt, wird's wohl schon wissen: Ja, ich bin talkshowsüchtig. Ich bekenne: Pro Woche arbeite ich locker fünf bis acht Talkshows weg, am Wochenende plane ich mit Stabilo-Textmarker, TV-Programmzeitschrift und einer schönen Retro-Folge Sabine Christiansen auf Youtube die kommende Talk-KW: Wie organisiere ich mein sonstiges Berufs- und Privatleben um die kommenden Aufreger-Ausgaben von Maischberger, Will und Lanz herum? Zeitmanagement am Limit. Weiß Gott nicht einfach, aber jemand (ich) muss den Job machen. Und ich mache mir Sorgen.

Früher sagte man einmal: Die Inuit kennen 100 Worte für Schnee und die Deutschen kennen eine Talkshow für jede Uhrzeit an jedem Tag der Woche. Beides stimmt nicht mehr. Wie in so vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen geht auch hier, im weiten Feld des gepflegten politischen Disputs vor Bewegtbildaufzeichnungs-Geräten, langsam der Kitt flöten, der den Laden noch bis gestern zusammenhielt. Lässt sich zum Beispiel auch daran ablesen, dass es nach der "Hart aber fair"-Auszeit von Frank Plasberg (Gute Besserung & liebe Grüße nach Köln!) eigentlich endlich einmal Zeit für Internet-Expertin Brigitte Büscher gewesen wäre, die Produktion stattdessen jedoch eine externe Nachwuchshoffnung aus dem ARD-Morgenmagazin eingekauft hat. Während wir "Hart aber fair"-Fans uns schon seit Jahren mit Demos vor dem WDR-Gebäude für eine Spin-off-Talkshow für Büscher starkmachen, treibt ihre Unsichtbarmachung selbst auf der objektiven Wissensplattform Wikipedia ungeahnte Blüten: Da, wo von findigen Autor*innen noch jeder 200-Zeichen-Blogpost von 2009 als eigenständige Veröffentlichung aufgeführt wird, finden sich aufgrund unklarer Quellenlage gleich zwei verschiedene Geburtsjahre für Büscher. Welch bittere Ironie.

Doch es gibt sie noch, die guten Nachrichten. In der neuen Internetsendung "Echte Meinungen aus Deutschland – Hier spricht das Volk" von "Bild" fährt Chefredakteur Julian Reichelt einen komplett naturalistischen Approach und haspelt sich 44 Minuten vor einem Publikum von 15 Menschen, die gleichzeitig seine Talkgäste sind, durchs neue Format. Alle 15 sitzen an auf einer Eichenbank, davor hat Reichelt (vielleicht eigenhändig?) ein Schiffssteuerrad drapiert. Die Sub-Message könnte klarer nicht sein: Hier sitzen die eigentlichen Kapitäne der MS Deutschland! Und jetzt nehmen wir uns mal ganz in Ruhe eine Dreiviertelstunde Zeit für Corona, Flüchtlinge und linken Terror!

Das minimalistische, fast karg gestaltete Intro mit aufeinandergestapelten Röhrenfernsehern thematisiert nicht nur noch einmal kunstvoll das inzwischen auch schon zehn Jahre zurückliegende Ende des Röhrenfernsehers, sondern weckt in seiner Visualität gleichzeitig Erinnerungen an die Anfänge des Privatfernsehens in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Es ist deutlich zu spüren: Hier meint es einer sehr ernst. Dass die Youtube-Version von "Hier spricht das Volk" nur 24 Stunden nach Upload schon sagenhafte 3739 Aufrufe verzeichnet, freut sicher nicht nur den neuen Springer-Investor KKR, sondern ist ein Hoffnungsschimmer für uns alle: Vielleicht ist das Genre Talkshow doch noch nicht an sein Ende gekommen.

Vielleicht gibt es doch noch eine Zukunft.

Euer Dax Werner

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Dorfkinder

Gerne würde ich die heutige Kolumne mit ein paar Fakten beginnen, die den gefürchteten Internet-Kosmopoliten in Aachen, Heidelberg und Regensburg wahrscheinlich nicht besonders gut schmecken werden: Wusstet Ihr, dass über 90 Prozent der Fläche Deutschlands ländlich geprägt ist und dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung auf dem sogenannten "Land" lebt? Astonishing facts, die auch mich beim Googeln so unvorbereitet getroffen haben wie weiland ein abrupter Jab von Ex-Boxprofi Sven Ottke aus Berlin-Tempelhof.

Facts jedoch, die es ermöglichen, mit ein paar Mythen und Vorurteilen aufzuräumen, die seit gestern die Diskussionen rund um das Thema Dorf bestimmen. Und wer hätte überhaupt gedacht, dass die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft im IV. Kabinett Merkel, Julia Klöckner, die erste große gesellschaftliche Debatte im neuen Jahrzehnt anstößt? Ich für meinen Teil hätte da eher auf Friedrich Merz und/oder Karl-Theodor zu Guttenberg gesetzt. So schön kann man sich irren.

"Dorfkinder haben den Dreh raus!" – Mit diesem schön gearbeiteten Claim launchte Klöckner gestern Morgen ihre Kampagne, die von sauber gearbeiteten High-Resolution-Fotografien begleitet wurde, die das Leben und die Gemeinschaft auf dem Land zeigten, wie es ist: Unverstellt, authentisch, fast neorealistisch. Und wie immer, wenn in Deutschland jemand eine Sache mal ein bisschen anders denkt als die gesellschaftliche Norm es vorsieht, lässt der Shitstorm nicht lange auf sich warten: Viele User zwitscherten sich unter dem Hashtag #Dorfkinder auf diversen Blogging-Plattformen die Finger heiß, empört wurde auf angeblich schlechtes Internet und fehlende Busverbindungen auf dem Land hingewiesen. Interessant, dachte ich, das sind ja genau die ausgedachten infrastrukturellen Probleme, mit denen die restliche Zeit des Jahres der Erfolg der AfD und andere Neonazis wegerklärt werden! Doch wenn die Landwirtschaftsministerin auf Twitter zum politischen Abschuss freigegeben wird, ist der vom Dorf in die Stadt gezogenen globalistischen Klasse noch jedes "Argument" recht, peinlich!

Disclaimer: Das folgende hübsche Thinkpiece verbloggte ich gestern schon auf meiner Jimdo-Homepage, möchte es aufgrund der Relevanz und Originalität auch den Titanic-Leser*innen nicht vorenthalten: "Wenn ich ans 'Dorf' denke, denke ich an Weber Grill, Carport und ,- real Future Store. Aber ich denke auch an kleine und mittlere Unternehmen, Mittelstand, Handwerk, Länderfinanzausgleich, kurz: die Basis." Anders gesagt: Der Milliarden-Überschuss im Bund rührt sicher nicht daher, dass wir jedes Mal, wenn wir traurig sind, ein neues Apple-Produkt von unserer Amazon-Wishlist bestellen, sondern wohl eher von der tagein, tagaus hart arbeitenden Landbevölkerung. Menschen, die mit ein paar Minuten ZDF-Morgenmagazin um halb sieben in der Früh ausreichend informiert in den Tag starten, um dann fleißig das Bruttoinlandsprodukt in neue Sphären zu pushen.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich empfinde tiefe Dankbarkeit.

Euer Dax Werner

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Inside TITANIC (16)

Brisante Einblicke in das Innere der TITANIC-Redaktion und ihrer Mitglieder. Heute: Fabian Lichter packt aus.

Satire ist ein Millionengeschäft, so lautet die landläufige Meinung, und die ist, wie immer: falsch! Die Wahrheit ist: Ich komme gerade mal so äußerst angenehm über die Runden, ohne arbeiten oder mir Gedanken machen zu müssen. Mehr ist nicht drin! Das war früher noch anders. Die inzwischen verschiedenen Heftgründer Hans-Maria Wolff, Eckhard Gernhardt und Ottfried Fischer haben sich einst die Taschen nur so voll gemacht. Unter anderem mit Geld. Stand jetzt schreibe ich an einem Schreibtisch neben einem Eimer, weil es wieder einmal durch die Decke tropft. Mit jedem Tropfen, der auf den Boden fällt, wird mir die Zeit bewusst, die gerade verrinnt. Zeit, in der ich vielleicht noch einmal von vorne anfangen könnte, sollte oder müsste? Als Zahntechniker, Uhrmacher oder Chemielaborant. Wo und wann bin ich falsch abgebogen? Ist da noch ein anderes Leben drin? Alberne Träume, nichts als Träume. Vor Weihnachten lag ein toter Vogel auf einem Schreibtisch, in der Zwischendecke scharrt ein Marder mit den Krallen und statt einen ausschweifenden Lebensstil zu führen, begnügen sich meine Kollegen mittlerweile mit der Aufzucht eines Pilzes. Gerade hat mein Magen gegrummelt, weil wir sogar an der Gratis-Schokolade für die Redakteure sparen. Bitte abonnieren Sie: https://www.titanic-magazin.de/abo/

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Meditation und Markt mit Dax Werner

20 Jahre Millennium

Liebe Leser*innen,

ich hoffe wirklich inständig, dass Ihr alle ausnahmslos ausgeschlafen und motiviert in die neue Dekade gestartet seid. Denn ehrlich gesagt kann ich mich an kein Jahrzehnt erinnern, das aufwühlender und chaotischer begonnen hätte als die 2020er Jahre. Die Welt braucht uns. Jetzt.

Gerade noch feierte man fröhlich und entrückt mit einigen lieben Freunden "20 Jahre Millennium" mit einem TV-Rip des Boss-Hoss-Auftritts von Silvester 2015 am Brandenburger Tor, doch schon am nächsten Morgen, just beim ersten Löffel kalten Kartoffelsalats "von gestern", überschlagen sich schon wieder sämtliche Ereignisse.

In der niederrheinischen Powerstadt Krefeld ging ein Experiment mit chinesischen Himmelslaternen gründlich daneben, in Leipzig-Connewitz wurde ein Polizist von Linksextremen in siedendes Wasser geworfen und danach in Pech und Schwefel getaucht. Weil die schwarze Magie der Linken keine irdischen Grenzen kennt, ließ sich von der ganzen Tortur später so gut wie nichts nachweisen: Perfide! Aber so kennen wir sie, die Linken.

Auch und gerade auf der Diskurs-Plattform Twitter.de. Noch halb verschlafen loggte ich mich in meinen Account ein, die Diskussionen waren hier wie immer schon drei Schritte weiter als im Deutschlandfunk. Unter dem Hashtag #Krefeld wies ein Klimakämpfer aus Ilmenau mittels eines 48-teiligen "Threads" darauf hin, dass in Australien seit Beginn der Buschbrände im September 2019 ca. 480 Millionen Säugetiere verendet seien, und provozierte zum Schluss mit der rhetorischen Frage, in welchem Verhältnis das denn zu dem Drama ums Affenhaus in Krefeld stünde. Moralisch nicht besonders integer, wer für seine fragwürdige politische Agenda tote Affen gegeneinander in Stellung bringt, meine Meinung!

Meinungsstark zeigte sich dafür aber erfreulicherweise auch der Bizeps-Komiker Felix Lobrecht: Die linksmagische Propaganda von der harmlosen Silvestersause in Connewitz, die urplötzlich von den für den CDU-Wahlkampf abgerichteten Polizisten gecrasht wurde, verfing bereits im linksliberalen Rechthaber-Milieu, da zwitscherte Lobrecht unerschrocken: "Connewitz dicht machen, Polizeitaktik trotzdem prüfen. Jetzt!" Law-and-Order-Gebell aus dem RTL-Comedystall: Grundgütiger, geiler kann ein Jahr doch wirklich nicht los gehen. Frohes Neues!

Sucht für Euch auch dieses Jahr die Story hinter der Story: Dax Werner

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Exquisit, Rowohlt Verlag,

ist abermals das Herbstprogramm Deines – wie man so sagt – Labels »Kyss«, mit welchem Du deutschsprachige Heranwachsende zu kompetenter Leserschaft fortbilden möchtest.

Die bewährte Anya Omah (»eine im Selfpublishing bereits erfolgreiche Autorin mit großer Fanbase«) verheißt eine erbauliche »New-Adult-Trilogie mit deutschen Settings«, bestehend aus dem Roman »Regenglanz« (»so schmerzlich schön wie ein Tattoo«), sodann »Nebelschimmer« (»Eine Own Voices Romance. Divers, positiv und selbstverständlich«) und schließlich »Gewitterleuchten« (»Forbidden Love, Second Chance, Enemies to Lovers«), während Kira Mohn in ihrem Werk »The Sky in Your Eyes« die Problemfelder »Body Positivity und Naturschutz« thematisiert, wohingegen Jen deLuca »Fake Relationship« angeht, »eines der beliebtesten Romance-Motive, kombiniert mit dem absolut einzigartigen Setting Mittelalterfestival«, und zwar in ihrem Roman »A History of Us – Nur drei kleine Worte« (aber sind das nicht genau genommen vier kleine Worte? Nun, eine Petitesse).

Urdeutsche Settings à la Naturschutz plus Mittelalter, kombiniert mit Body Positivity und Fake Relationship: da kommen die New Adults unseres Vaterlands garantiert ins gepflegte Schmökern.

Geben Dir dennoch keine Second Chance: die Erwachsenen von Titanic

 Försterfürst Peter Wohlleben!

Försterfürst Peter Wohlleben!

Irre, was Sie im Spiegel-Interview so vom Stapel lassen. Vor allem hacken Sie auf die Methoden der Forstwirtschaft ein: »Viele Förster reagieren auf meine Argumente und Ideen wie Terrier, die an die Wand gedrängt werden.« Landwirtschaftsministerin Klöckner wolle nicht in Talkshows mit Ihnen sitzen, Bäume aus Baumschulen bezeichnen Sie als »Weicheier, gedopt mit Dünger«. Und: »Die klassische Forstwirtschaft geht oft superbrutal vor, mit Riesenkahlschlägen. Als ob die Förster irgendwelche Substanzen geschluckt hätten.«

Und das lassen wir an der Stelle einfach mal stehen wie einen schönen, heimischen Feldahorn, den Sie gegenüber den Baumschul-Weicheiern klar bevorzugen.

Gut Holz, alte Weichbirne: Titanic

 Recht medizinisch, Digitalisierungs-Staatsministerin Dorothee Bär,

gingen Sie im Tagesspiegel die Steuersenkungspläne für den so genannten Mittelstand Ihrer CSU und der CDU an: »Viele Unternehmen haben während Corona stark geblutet, ihnen müssen wir jetzt den Rücken stärken.«

Hm, das könnte vielleicht die falsche Therapie zur Diagnose sein. Und abgesehen davon, dass Sie damit womöglich noch mehr Geld in Umlauf bringen, an dem Blut klebt, können so ein paar labbrige Scheinchen einen Rücken überhaupt richtig stärken? Oder denken Sie etwa nur an einen Stapel stabiler Münzen? Auch wackelig; und das lassen Sie mal besser nicht Ihre Wählerinnen und Wähler hören, rät Ihnen Dr. Google von der Titanic

 Birne Merz!

Stimmt das, was wir da lasen? Dass der geplante Ausbau des Flugplatzes Arnsberg-Menden, an dem Sie als Anwohner und »passionierter Pilot« (Spiegel) großes Interesse haben, in Gefahr ist? Grund dafür ist neben den 4500 Quadratkilometern Wald, die gerodet werden müssten, die wenige Millimeter große Quellschnecke, deren Lebensraum ebenfalls geopfert würde. Es soll deshalb nun Klage eingereicht werden.

Und da stehen wir selbstverständlich felsenfest hinter Ihnen, Merz. Denn die Vorstellung, dass Sie nach den Niederlagen gegen Kramp-Karrenbauer und Arminion Laschet nun auch noch gegen ein winziges Weichtier den Kürzeren ziehen, können wir schlicht nicht ertragen.

Lass Dich nicht zermürben, Fritz! Titanic

 Allergieinfodienst!

Du schreibst auf Twitter: »Allergiker sollten sich bei essbaren Insekten informieren«, ob Kreuzreaktionen mit anderen Nahrungsmittelallergien möglich seien. Aber wenn die Insekten auch nur ein bisschen Hirnschmalz haben, was werden die wohl antworten? Vermutlich so etwas wie »Esst keine Insekten! Hochallergisch!«, um die eigene Haut respektive den Chitinpanzer zu retten.

Informieren sich doch lieber bei echten Fachleuten:

Deine Spaßvögel bei Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 @o_tempora_._o_mores

Die Jugend wird immer dümmer? Ja, ja, das behaupten gnatzige Tattergreise schon immer, von den alten (haha) Griechen bis zu den Sumerern vor 5000 Jahren. Heute sind wir weiter: Die Alten müssen diesen Vorwurf nicht mehr umständlich in Tontafeln ritzen oder auf Papier drucken – die Jugend trägt die Einfalt bereits im Namen, genauer: im TikTok-Benutzernamen! Sind die Wunschnamen »anna«, »bayernfan« oder »björn« schon weg, gibt es noch Fantastilliarden Möglichkeiten, ein originelles, nicht vergebenes Alias zu finden; etwa indem man einfach ein paar Alltagsvokabeln zusammenschraubt: »doppelpferd«, »eieralarm«, »elektrononne« – alle noch frei und alle ohne eine bescheuerte Kombination aus Zahlen, Unterstrichen und Punkten! War das so schwer, @elina_123____, @klausklausiii und @.miiiniiischnuff.? Der alte @sookraatees__philo.king würde schmunzeln.

Alexander Grupe

 Exklusive Expertise

Wer sich immer schon über die Merkwürdigkeit des Ausdrucks wunderte, jemand sei ein »Dahergelaufener« und allein angesichts dessen nicht qualifiziert, in puncto eines bestimmten Sachverhalts etwas zu äußern oder zu tun und daher von vornherein unbedingt auszuschließen, dem sei gesagt: Richtig so! Denn: Da könnte ja jeder kommen!

Andreas Meinzer

 Ironie. Ein Schüttelreim

Ich hab’ mir am Buch »Wundversorgung Grundwissen« ironischerweise den Finger wund g’rissen.

Jürgen Miedl

 Private Vorsorge

Man hat da einen bösen Verdacht und beginnt eine Nabelschau. Man betastet Spitzbauch, Nasenhaar, Krähenfuß und Gemüt: Midlife-Crisis! Man sucht Rat bei den Raunern im Netz und stößt auf die teilnahmsvolle Warnung, dass bisher Erreichtes jetzt zur Last, gar zum Feind werden könne. Man unterzieht die Erfolge der Vergangenheit einer Inventur, mit der man sehr schnell fertig ist, und dankt, gänzlich unbelastet, seinem jüngeren Ich. An der Front muss wohl kaum mit einem Angriff gerechnet werden.

Sascha Lützeler

 Ungeduldige Frage

Wie alt muss ich eigentlich werden, damit ich mir endlich einen Porsche wünsche?

Katharina Greve

Vermischtes

Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
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Das schreiben die anderen

  • 20.09.:

    In der Jungen Welt würdigt Stefan Gärtner den 80jährigen Eckhard Henscheid.

Titanic unterwegs
23.09.2021 Köln, Comedia Max Goldt
24.09.2021 Essen, Zeche Carl Max Goldt
24.09.2021 Berlin, Mehringhof-Theater Ella Carina Werner
25.09.2021 Bremen, Havengalerie Katharina Greve: »Satire gegen rechts«