Newsticker

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Life & Style mit Antonia Stille

Style: Öko-Fashion 

Irgendwann ist mal jemand morgens aufgewacht, wahrscheinlich in einem traurigen Vorort, Elmshorn oder Düsseldorf. Und dieser jemand hat sich dann gedacht: "Ich schnüre die zwei Roggenpfannkuchen von gestern Mittag zusammen, steck meine Füße rein und calle es fashion."

Ich will ja umweltbewusst leben, und es läuft auch nicht schlecht: Vegetarierin, fast plastikfrei unterwegs und Kundin der Deutschen Bahn (Stichwort Opferbereitschaft). Aber trotz stundenlanger Suche in den taubenverseuchten Tiefen deutscher Großstädte war es nicht möglich, umweltverträglich und nicht von Kindern produzierte Klamotten zu finden, ohne dass sie aussehen, als hätte Karl Lagerfeld der Welt auf dem Sterbebett nochmal einen unangenehm kratzenden Streich gespielt. Muss die Umweltbewegung sich kleiden wie Kevin aus "Kevin allein zu Haus"? Was ist das fucking Problem? Es kann doch nicht zu viel verlangt sein, ein einziges normales T-Shirt zu entwerfen, dessen Farbe nicht an eine Körperflüssigkeit erinnert. Wer sein Schaf mit Quinoa und Rosenkohl ernährt, sollte aus dessen Kot nicht auch noch Kleidung herstellen dürfen. Keine Angst, Ökos werden nicht plötzlich unglaubwürdig (oder gar sexy), wenn deren Kleider weniger an überreife Birnen erinnern, die auf Hüfthöhe einen unförmigen, saftigen Ballon bilden, der jeden Moment aufplatzen und eine für immer klebrige Pfütze hinterlassen könnte. Außerdem fährt der Porsche-Fahrer, auf dessen kümmerliche Gestalt man gelegentlich vom Familien-Tandem aus herabblickt, nicht mit vollrecycleten Inlinern zur Arbeit, nur weil eine Cartoon-Biene auf einem Hanfhängetop ihm "Bee a good person" zugesummt hat.

Wenn man seinen Freunden schon beim Döner-Essen zusehen muss, sollte man sich nicht auch noch durch das Tragen von Kartoffelsäcken bestrafen. Sadomasochismus hat außerhalb von Schlafzimmern und Seitenschiffen katholischer Kirchen nichts verloren. Öko muss endlich cool werden wie Kleidung von H&M oder Levi's. Stand jetzt scheinen Minderjährige aus Bangladesch die einzigen zu sein, die ordentliche Oberteile produzieren können. Faire, umweltverträgliche Klamotten, die aussehen, als wären sie Kinderarbeit – man wird doch wohl noch träumen dürfen.

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Meditation und Markt mit Dax Werner

Der große Europawahl-Spitzenkandidatencheck von Dax Werner – Folge 2

In knapp acht Wochen ist es wieder soweit: Europa wählt! Ein tiefendemokratischer Feiertag, ein Schicksalsmoment für den alten Kontinent. Ich, Dax Werner, werde für Sie versuchen, in den kommenden Wochen ein wenig Durchblick in den Listen- und Parteientrubel zu bringen. As a service. Weiter geht es heute mit einem alten Bekannten aus Athen und Ulrike Müller von den Freien Wählern.

 

Yanis Varoufakis (Demokratie in Europa – DiEM25): He's back. Denn: Einer muss den Job ja machen. Das ist nicht nur so ein Satz, den ich hier reinschreibe, das hat Yanis Varoufakis selbst genau so dem Deutschlandfunk erzählt: "Dass wir für ein politisches Amt antreten, ist eine lästige Pflicht, wie abends den Müll runterbringen. Jemand muss es machen." Und obwohl die die europaweit erste europaweite Liste "Unterstützung" von Julian Assange, Slavoj Žižek und Noam Chomsky bekommt, hat man es trotzdem geschafft, die Kandidatenliste zu gleichen Teilen mit Männern und Frauen zu besetzen. Chapeau Claque!

Potentielle Wähler: Rebels without a cause, Fans von "Sons of Anarchy" und die Redaktion der Nachdenkseiten.

Prognose: Ich konnte mal nicht schlafen und habe deswegen eine Dokumentation über den Formel-1-Rennfahrer Ayrton Senna auf Youtube angeguckt, und der eine Satz von Senna, der mir seitdem nicht aus dem Kopf will, stammt aus der Saison 1994: dass er müde sei und seinen Erzrivalen Alain Prost vermisse. Das Verhältnis zwischen Prost und Senna war wohl noch schlimmer als das zwischen Varoufakis und Schäuble. Fraglich also, ob der alte Petrolhead Yanis ohne seinen schwäbischen Erzfeind noch mal zur Hochform auflaufen kann. 

Ulrike Müller (Bundesvereinigung Freie Wähler): Die Spitzenkandidatin der Bundesvereinigung Freie Wähler heißt auf ihrer Homepage "die Besucher [ihrer] Internetseite mit einem herzlichen Grüß Gott willkommen". Ich klicke mich durch das Webangebot: Hier stimmt einfach alles, jeder Pixel atmet das Bild von der "Heimat Europa", es riecht nach Zukunft. So klappt's doch! Am allerbesten gefällt mir jedoch das schnörkellos mit der Spiegelstrich-Funktion im Open-Office runterformatierte PDF der zentralen politischen Forderungen der Freien Wähler, denn dort präsentieren uns die Freien direkt auf Position zwei einen steuerpolitischen Straßenfeger: Vereinfachung des Steuerrechts im Kirchhof'schen Sinne." Als nach 1945 Geborener habe ich naturgemäß keine Ahnung, was mit dem Kirchhoff‘schen Steuerrecht gemeint ist, vielleicht eine calvinistische Schrift aus dem späten 16. Jahrhundert? Andererseits finde ich es cool & nice, von einer Partei intellektuell so wegdominiert zu werden. Klare Wahlempfehlung!

Potentielle Wähler: Landwirte, Leute, die Trachten für eine Option halten, Philipp Lahm.

Prognose: Bitte an Hans-Ulrich Jörges wenden, danke!

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Spur der Steine

Mit dem Frühjahrsbeginn haben TV und Papierpresse die Internetseite „Gärten des Grauens“ entdeckt (wie die Traditionsmedien überhaupt immer häufiger den Eindruck von Spatzen machen, die einem brötchenkrümelnden Kleinkind hinterher hüpfen), und nun herrscht republikweite Empörnis über den Trend, den Vorgarten mittels Unmassen von Schotter und Steinplatten in einen Hybrid aus Gelsenkirchener Bauhaus und Westwall zu verwandeln. Ein Anblick, der das grünselige Gemüt zahlreicher Zeitgenossen bis tief in den ausgebauten Keller drückt; und fraglos gibt es Schöneres als den Anblick granitgrauer Wüsteneien, aus denen allenfalls noch ein paar Kugelbuchse herausfurunkeln – aber "Was ist die Alternative?" (Dunja Hayali, Eckart von Hirschhausen, onefootball.com et al.): Wöchentlich gemähte Grünstreifen, blaukorngemästete Rabatten, pestizidfixende Rosenidyllen, und der Laubbläser hat auch längst eine eigene Seite im "Netz" (Sascha Lobo). Und in der Wachstumsperiode, wenn andere ihr Geschlecht am Baggersee rösten oder modische Kleinhunde mit E-Bikes totfahren, steht man selber mit Trauerrändern im Mulch, und am Abend ist man dann zu müde, um noch etwas zu unternehmen, dann geht man eben ins Internet und stößt auf "Gärten des Grauens" und nach dem erstem Kopfschütteln kommt einem plötzlich eine Idee …

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Meditation und Markt mit Dax Werner

Der große Europawahl-Spitzenkandidatencheck von Dax Werner – Folge 1

Mit dem 26. Mai steht uns dieses Jahr mal wieder ein europäischer Feiertag ins Haus, denn an diesem Tag werden ab 8 Uhr morgens traditionell Wahlaufrufe zur Europawahl in alle verfügbaren sozialen Netzwerke gefeuert! So war es schon guter demokratischer Usus der Altvorderen. Doch wen oder was sollen wir dann eigentlich ankreuzen? Schließlich gestalten sich solche Wahlzettel mitunter ganz schön undurchsichtig – Dax Werner versucht in den kommenden Wochen ein wenig Farbe reinzubringen und entpackt für Sie, liebe Leser*innen, die Spitzenkandidat*innen für die Europawahl im großen Europawahl-Spitzenkandidat*innencheck! Los geht‘s heute mit Bernd Lucke sowie der Tandem-Spitze der Sozialdemokraten, Katarina Barley und Udo Bullmann.

Bernd Lucke (EKR): Hello again! Mit Prof. Dr. Bernd Lucke meldet sich ein altbekannter Querulant auf dem Stimmzettel zurück. Nachdem Euro-Bernd von der von ihm selbst ausgedachten AfD auf dem Essener Parteitag 2015 herzloser aussortiert wurde als Müller, Hummels und Boateng kürzlich aus der Nationalelf, wollte es der Professor noch mal wissen und dachte sich eine neue Partei aus. Die ALFA-Partei, die er nach Urheberrechtsstreitigkeiten mit Kollegah in LKR (Liberal-Konservative Reformer) umbenannte, steht politisch immer noch für das große Lebensthema Luckes, nämlich seine Obsession mit dem Euro. Bernd Lucke auf der Suche nach der verlorenen Mark. Und weil nach so viel peinlichem Hin und Her irgendwann eh alles egal geworden ist, beschloss man auf dem Parteitag im November 2018 unter dem eigentlich ganz lustigen Namen „LKR – Bernd Lucke und die Liberal-Konservativen Reformer“ bei der Europawahl anzutreten. Ich find‘s irgendwie cool.

Potentielle Wählerschicht: Babyboomer, die mental in den öffentlich-rechtlichen Talkshows der frühen Zehnerjahre eingesperrt sind.

Prognose: Fünftstärkste Fraktion mit anschließendem Austritt von Bernd Lucke und Parteineugründung.

Katarina Barley und Udo Bullmann (SPD): Mit Barley und Bullmann schicken die Sozialdemokraten ein Alliterationspärchen als Spitze ins Rennen, mir als Sprachästheten gefällt‘s! Udo Bullmann ist hierzulande komischerweise noch ein komplett unbeschriebenes Blatt, macht aber drüben in der EU schon mächtig Karriere: Erst diesen Monat hat sich der Hesse zum offiziellen Fraktionsvorsitzenden der europäischen Sozialdemokraten wählen lassen und tritt damit in die Fußstapfen von Martin Schulz. Unterstützt wird seine Kandidatur von der noch amtierenden Justizministerin Katarina Barley. Mit ihrem „Ja“ zu Artikel 13 und Upload-Filtern hat es die kesse Kölnerin mit der gesamten Youtube- und Gamerbubble aufgenommen, nicenstein! Zwar unterläuft ihr Votum nach Auslegung einiger Experten eigentlich den Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU, umso beeindruckender, zu welchen Opfern Barley bereit ist, wenn sich die Gelegenheit bietet, gegen Gamer zu schießen. Hut ab! Aber ehrlich gesagt bin ich es auch gar nicht anders gewohnt von der zum Symbol der SPD-Erneuerung gewordenen Juristin. Berlin ist durchgespielt, Brüssel kann kommen!

Potentielle Wähler*innen: Träumer, Sonntagslinke, Menschen wie du und ich.

Prognose: Barley & Bullmann gewinnen das Ding haushoch, Bullmann wird Kanzlerkandidat der SPD, Barley Generalsekretärin der Vereinten Nationen.

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Deutschland, ein Märchenwald

Unter den drei landschaftlichen Einfallstoren zur mitteleuropäischen Seele schätzt der Deutsche den Wald am meisten. Was die beiden anderen anbelangt, so nötigt der Berg eine gewisse sportive Härte ab, und das Meer (in Deutschland: See) als Ein- und Ausfallstor der Fremde wird zumeist verstockten Fischern und Lungenkranken überlassen. Aber der Wald! Schon Hermann-Arminius und die ganze Romantik und all die Naturlyrik vor, während und nach den Kriegen, und eben deshalb sollen die Wälder, die doch längst durchverwaltete Forste sind, so naturecht wie möglich daherkommen. Daher ward auch der Wolf wieder angesiedelt, doch es erhebt sich ein Geschrei: Es käme so weit, dass niemand mehr sein Schaf unabgeschlossen herumstehen lassen könne, und was mit dem Menschen sei. Nun sind in ganz Europa nach dem Krieg gerade mal ein knappes Dutzend Menschen ein Raub Isegrims geworden, was verglichen mit jährlich gut 3000 Verkehrstoten in Deutschland eher wenig erscheint – doch welch ein Frevel, ruft der Motorist, versuche doch mal einer, mit einem Wolf vier Kästen Bier aus dem Getränkemarkt nach Hause zu befördern! Bliebe als Argument contra lupos die schiere Willkür bei der Wahl der Forstverschönerung: Wölfe ja, doch warum keine Bären und Hexen? Die Antwort, sie ist ernüchternd: Mario Adorf ist altersschwach und steht kurz vor dem Abschuss, und Annegret Kramp-Karrenbauer darf erst nach der Bundestagswahl wieder ausgewildert werden.

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Meditation und Markt mit Dax Werner

Sendepause für den Schwarzen Kanal

Liebe User*innen, Multiplikator*innen und Twitter*innen, auch für heute, Donnerstag den 28.03.2019, haben es die Social-Media-Sterne wieder vorausgesagt: Irgendwann gegen Nachmittag wird auf der Ericusspitze in Hamburg an einem 27-Zoll-Retina-HD-I-Mac-Monitor der Upload-Button getätigt werden. Dann wird eine weitere "Der Schwarze Kanal"-Kolumne der "Spiegel"-Edelfeder Jan Fleischhauer ins Internet geschossen.

Fleischhauers wöchentliche Kolumne ist der stuxnet-Virus aus der konservativen Filterbubble, sein einziges Ziel: Uns so sehr mit Müllmeinungen aus dem "Schwarzen Kanal" zu nerven, bis wir irgendwann aufgeben. Das Sophisticatete an der ganzen Nummer: Eigentlich sind nur wir es, die Fleischis Müllmeinungen zu Klimawandel, AfD, #metoo etc. verbreiten. Sei es durch Drunter- oder Drüberkommentare, Einschätzungen und Einwürfe, Screenshots mit markierten Textstellen, flotten Memes oder Anrufen bei unseren Großeltern. Egal, welches Thema sich Fleischi diesmal vorgenommen hat, wir nehmen das Teil mit ziemlicher Sicherheit volley. Ohne unseren natürlich angeborenen Empörungs-Instinkt (eine Art Atavismus aus der Steinzeit, als die Wut über misslungene Felsbilder noch das Überleben des ganzen Stammes sicherte) würden auch "Spiegel online" die Klicks auf die Kolumnen ihres Haus-und-Hof-Irren aus Pullach entgehen.

Deswegen mein Vorschlag für heute: Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen. Lasst uns diesmal nicht auf den Empörungsmechanismus hereinfallen, der am Ende doch nur Klicks für "Spon" und ein zufriedenes Lächeln bei Jan Fleischhauer zur Folge hat. Unter dem Hashtag #SendepauseFürDenSchwarzenKanal werden wir heute ein schwarzes Rechteck posten – als Zeichen.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe

Dax Werner

Nur diese Kategorie anzeigen:Meinung Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Sprachfamilie. Eine Aufstellung

Dass eine Kolumne, beziehungsweise die sie schreibende Person, ein kreatives Problem hat, lässt sich gut daran erkennen, dass sie das Kolumnenschreiben selbst zum Thema setzt. Ähnlich dem Gebührenfunk, wenn er laut über seine Unverzichtbarkeit räsoniert, der Demokratie, die sich als Wahrerin ihrer selbst anpreist oder dem Verband der Nutztiere, der die Schönheit des Nutztierdaseins priese, täte er es denn, wissen wir doch alle, dass moderne Computertastaturen für Simmentaler Fleckvieh denkbar ungeeignet sind. Dabei ist heute ein Tag, der zum Kolumnieren ohnehin einlädt, nämlich der "Tag der Muttersprache", was zu vielen klüglichen Betrachtungen herausfordert, dergestalt etwa, dass der Vater sich ein Land zusammenprügelt und die Mutter es stabil quasselt. Eine Muttersprache hat jeder, und zahllos sind die zu ihrer Pflege berufen sich Fühlenden, den Germanistikstudenten gleich, denen das korrekte Halten eines Buches schon hinlängliche Zurüstung scheint, denn was sind Goethes Wahlverwandtschaften gegen Prandtls Führer durch die Strömungslehre? Und so können all die öffentlich Kolumnierenden zwischen Broder und Martenstein, und was bei so viel Ego dazwischen noch an Platz bleibt, heute in ein Lob ihres vornehmsten Werkzeugs einstimmen, der vielgerühmten Muttersprache eben. Verschwiegen wird jedoch im Lobpreis vaterländischer Muttersprache, dass es auch noch eines Verstandes bedarf, um all die schönen Worte an ihre richtige Stelle zu setzen. Feiern wir dieses doch am Tag des Kindskopfes, dann ist die heilige Familie wieder zusammen.

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Zeugen Jehovas!

»Warum ist das Leben so kurz?« steht neuerdings auf Euren Aufstellern. Verständlich, das zu fragen, wenn man den ganzen Tag Blättchen verteilen und über Gott reden muss.

Im Geiste bei Euch: die Ketzer von

 Hicks, Juliane E. Reichert!

Im »Magazin für Barkultur« »Mixology« schreiben Sie unter dem Titel »Heimat und Hefe« über einen angeblichen Fruchtweintrend: »In welcher Variante auch immer, Cidre löscht den Durst und schmeckt fruchtig, meist nach Apfel, immer wieder auch nach Birne; man muss deutlich mehr Liter von ihm trinken, als der Körper zu fassen vermag, um ihm ein Sodbrennen zu entlocken.« Wem denn jetzt eigentlich? Dem Körper? Dem Cidre? Dem Apfel?

Klingt auf jeden Fall, als hätten Sie auch damit Erfahrung. Aber in welcher Variante auch immer, irgendwie haben Sie uns gerade ein Sodbrennen entlockt. Wollen Sie es wiederhaben?

Stößchen! Titanic

 Genial, Christoph Rottwilm (»Manager Magazin«)!

An Ihrem Artikel »Was Geldanleger von Superreichen lernen können« gefällt uns nicht nur der Titel, sondern auch, wie Sie gleich zu Beginn relativieren: »Reich werden. Es mag höhere Ziele im Leben geben, Glück beispielsweise, oder wenigstens Zufriedenheit und Wohlbefinden. Aber reich werden?« Ist man an dieser Stelle nicht bereits vom Kapitalismus geheilt, kann man weiterlesen: »Die meisten hätten wohl nichts dagegen einzuwenden, wenn ihnen das gelänge (nämlich reich zu werden). Doch wie stellt man es an? Ein Blick auf diejenigen, die es geschafft haben, lohnt sich …«

Und was haben Sie bei Ihren Recherchen in den Untiefen der Hochfinanz herausgefunden? »Unter den reichsten Menschen der Welt finden sich Leute mit den unterschiedlichsten Talenten. Nur eines haben alle gemeinsam: Sie wissen, wie man ein Vermögen vermehrt.« Ach, so geht das mit dem Reichwerden! Super! Da haben wir für Sie, Herr Rottwilm, gleich ein paar Ideen für zukünftige Artikel: Die erfolgreichsten Rennfahrer haben gemeinsam, oft als Erster im Ziel zu sein. Alle Bestsellerautoren haben gemeinsam, viele, viele Bücher zu verkaufen. Und »Manager Magazin«-Journalisten haben das gemeinsame Talent, uns auf die Nerven zu gehen.

Weiß, wie man Spaß vermehrt: Titanic

 Rudi Cerne (ZDF)!

Wie wir gelesen haben, sollen Ihre Zuschauer entsetzt gewesen sein, nachdem Sie in Ihrer Sendung »Aktenzeichen XY … ungelöst« Fotos einer Leiche gezeigt hatten. Dabei hatten Sie doch vorher extra darauf hingewiesen, dass das Bild manche Leute verstören könnte.

Wir wünschten uns vielmehr, Sie würden jedes Mal, bevor der Schirmherr Ihres XY-Preises für Zivilcourage, Horst Seehofer, eingeblendet wird, eine entsprechende Warnung aussprechen.

Hat immer noch Albträume vom letzten Mal: Titanic

 Sieh an, General Franco!

Sieh an, General Franco!

Jetzt ist’s offiziell: Sie werden umziehen. Das beschloss der Oberste Gerichtshof Spaniens. Bedeutet: Kein weiteres Abhängen mit Fascho-Pilgern in Ihrer von Zwangsarbeitern errichteten Kultstätte samt größtem Christenkreuz der Welt und frischen Blumen auf Ihrem Grab. Wurde auch Zeit, dass Sie die morschen Gebeine zusammenraffen und auf die Müllhalde der Geschichte tragen! Wie bitte? Sie werden auf einen staatlichen Friedhof nahe Madrid verlegt? Gute Güte, dass es diesen Despoten und Kriegsverbrechern aber auch immer so schwerfällt, ihren Platz einzunehmen!

*Kopfschüttel* Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Phonographisches Gedächtnis

Ich weiß noch genau, wo ich war, als der Anruf kam: am Telefon.

Tim Wolff

 Mythmist

Mir ist noch nie einer begegnet und ich bin meines Wissens noch nie einem aufgesessen, obwohl ich seit meiner Geburt in Großstädten lebe: Ich glaube, es gibt einfach keine urban myths. Oder ist genau das ein urban myth?

Adrian Schulz

 Durch die Schokolinse betrachtet

Wenn kein anderer Laden in Sicht ist und der kleine Hunger naht, muss ich wohl oder übel den benötigten Schokoriegel an einer Tankstelle kaufen. Dann stehe ich in der Schlange und ärgere mich über die Auto-Idioten vor mir, die den Treibstoff für ihre Dreckschleudern bezahlen wollen, mir damit die Zeit und der Umwelt die Zukunft stehlen. Andererseits: Ohne solche Idioten gäbe es diese Tankstelle nicht, an der ich mitten in der Pampa Schokolade kaufen kann. Die Welt ist mir schon oft viel zu kompliziert.

Katharina Greve

 Gedenken

Ich erinnere mich gut daran, dass meine Mutter Micky Maus, Fix und Foxi, Asterix, Tim und Struppi, Superman, Prinz Eisenherz und so weiter, kurz: Comics aller Sparten und Genres als »dumm« bezeichnete, als »obszön«, »primitiv« und »verblödet«. Für was sie meine Mutter allerdings nicht hielt, war »pervers«, »geisteskrank«, »widerlich«, »ätzend« oder »barbarisch«. Das rechne ich ihr bis heute hoch an!

Theobald Fuchs

 Premiere

Letzten Monat habe ich mir zum ersten Mal in meinem Leben eine indische Oper angesehen. Es war ein großartiges Singhspiel.

Andreas Maier

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 18.11.:

    Hans Zippert gibt in der "SWR 2 Matinee" Auskunft über TITANIC-Maskottchen Kohl.

  • 16.11.:

    Die "Schaumburger Nachrichten" verweisen auf eine interessante Anzeige aus der aktuellen TITANIC.

Titanic unterwegs
20.11.2019 Oldenburg, Wilhelm 13 Bernd Eilert mit Joachim Kersten und Klaus Modick
22.11.2019 Köln, Literaturhaus Katharina Greve
25.11.2019 Stuttgart, Theaterhaus Oliver Maria Schmitt
27.11.2019 Mannheim, Alte Feuerwache Max Goldt