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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (77)

(Was bisher geschah)

"Regula", wiederholte Kurtchen.

"Warum nicht", sagte Gernolf, der Kurtchens Wiederholung ganz zutreffend als Frage aufgefaßt hatte. "Selten, aber nicht so behindert modisch und di­stinktionsverkrampft, wie es in unseren Kreisen heutzutage Sitte ist."

"Außerdem irgendwie schweizerisch."

"Ich steh auf die Schweiz", gab Gernolf zu. "Ein sagenhaft designtes Land. Österreich dagegen hat praktisch überhaupt kein Design. Ein Schweizer Bahnhof ist allein der überlegenen Grafik wegen immer ein Vergnügen, ein Bahnhof in Österreich dagegen kann so sauber sein, wie er will, er sieht im­mer verlottert aus, weil das Design Scheiße ist. Dasselbe gilt im großen und ganzen für die Länder insgesamt."

Kurtchen schwieg, diesen Vortrag hatte der Freund schon häufiger gehalten. Gleich käme der Teil mit dem Eisenbahnlogo.

"Brauchst dir nur die Logos der Eisenbahnen ansehn", sagte Gernolf und sah wie zum Zeichen, daß ihn die Sache eigentlich gar nicht interessiere und er sich und kollateral auch Kurtchen mit seinem Vortrag bloß die Zeit ver­treibe, wieder aus dem Fenster, wo das Grün noch sommerlich war, die Luft aber bereits blau und herbstlich in die Nase stieg. Kurtchen fiel ein, wie sehr er früher diese beiden Momente geliebt hatte: diesen späten, von Tucholsky als fünfte Jahreszeit verewigten und, erst recht, den verwandten im Vorfrühling, wenn es, abends, zum ersten Mal nach Som­mer roch, nach Erde, Dunst und Räuschen unter Bäumen; und das Herz vor Sehnsucht sprang. So egal ihm das Älterwerden war – jeden­falls solange er noch ohne Treppenlift seine fünf Stockwerke hochkam und seine Zähne mehrheitlich im Original waren –, ja, so sehr er sich darüber freute, daß der Klammergriff des Sexus nicht mehr ganz so schmerzhaft preßte und er, Kurtchen, Anlaß hatte zu vermuten, der Pubertät, auch der späten, die ge­rade unter den Besten so lange mahlt und wütet, nun aber doch entkommen zu sein, so sehr vermißte er das Loch, das früher Frühlingsnäch­te in ihm ris­sen und das, wie die Grube mit Grund­wasser, mit ungelebtem Leben drängend vollief.

"Das ÖBB-Logo, wie mit Photoshop im Kaffeehaus zusammengefingert", redete Gernolf im Hintergrund trostreich auf die Scheibe ein, "das würde ich jedem Grafikstudenten als vollkommen inakzeptabel um die Ohren hauen, weil es nämlich bloß irgendwie ausschaut, wie das Logo irgendeines mittel­ständischen Fleischfabrikanten, wo dann Fleisch und mehr Punktpunktpunkt druntersteht. Da ist die halbe Idee, die drinsteckt, fast schlimmer als gar kei­ne Idee. Das Logo der SBB dagegen: Da möchte ich schon Zugfahren, wenn ich das nur sehe, da ist, wenn ich mal so vulgärhegelisch extemporieren darf, eine Idee zur Wirklichkeit gelangt, die Idee von Schönheit und Moder­ne und Fort­schritt nämlich. Das einzige, was bei den ÖBB zur Wirklichkeit gelangt, ist Österreich als Designschrotthaufen."

Schloß Gernolf herzlich und suchte, gewissermaßen beifallheischend, wieder Blickkontakt. (wird fortgesetzt)

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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (76)

(Was bisher geschah)

"Beim Thema Apfelsaft lassen Kinder nicht mit sich handeln", las Kurtchen still, und Gernolf, mit dem einen Fuß auf der Rolltreppe, sagte in einem Ton, der zirka das Gefühl ausdrückte, das Kurtchen eben in der U-Bahn überfallen hatte: "So ein Schwachsinn. Kinder trinken praktisch alles, solange nur ge­nügend Zucker und Farbstoffe drin sind" und stellte sich (demonstrativ, wie Kurtchen fand) rechts auf die Treppe. Kurtchen sagte nichts, sein Vorrat an zivilisationskritischem Furor war fürs erste aufgebraucht, er würde sich erst wieder aufregen, wenn drei dönerfressende Esel sich in der leeren Bahn ne­ben ihn setzten und ihn vollstanken. Aber es war Samstag, die S-Bahn wäre nicht leer. Ordnungsgemäß stellte Kurtchen sich hinter den Freund, besah sich dessen Nacken und ertrug die kommunikationsfeindlichen Sekunden besser als die meisten.

In der Bahn schwiegen sie, auf eine freundliche, freundschaftliche, ein biß­chen müde Art, und abermals merkte Kurtchen, daß ihm die Fahrt als sol­che gefiel und er, wo er schon mal saß, momentlang nichts dagegen gehabt hätte, wenn sie, einen sehr langen Bogen beschreibend, nach einer Stunde wieder da geendet wäre, wo sie begonnen hatte. In seinem Rücken redete eine Mutter auf ein Kind namens Heinrich ein, und Kurtchen mußte an sei­nen jüngstvergangenen Aufenthalt in der Rewe-Kassenschlange denken, als eine Mutter ihre im Grundschulalter befindliche Tochter mit den Worten "Constanze, laß das Snickers liegen!" ermahnt hatte; und wie er den felsen­festen Entschluß gefaßt hatte, seine Tochter Petra und seinen Sohn Frank zu nennen. Oder Horst. Geschwister Horst und Petra Sahne. Diese verzweifel­ten Individuationsversuche; früher hatten sich die Leute einfach einen Phan­tasialand- oder „Nicht hupen! Fahrer träumt von Eintracht Braunschweig“-Aufkleber an den Audi geklebt, und gut war es gewesen. Heute zeugten sie Kinder und nannten sie Constanze und Heinrich; dabei würde es reichen, mal auf diese ewigen Outdoorjacken zu verzichten.

Er ginge demnächst wieder mal zum Penny, da war die Welt aus Mandy, Jasmin und Hakan noch in Ordung.

Sie hatten die Vororte erreicht, auf den Bahnsteigen standen Männer in kurz­en Hosen und Frauen mit dem, was in Deutschland als Frisur durchging.

"Wie würdest du deine Tochter nennen?" fragte Kurtchen Gernolf, wurde aber vom Lautsprecher und seinem "Zurückbleiben, bitte" unterbrochen, was ihm Gelegenheit gab, die Frage, als Gernolf ihn mit hochgezogenen Au­genbrauen ansah, frisch zu formulieren:

"Wie würdest du unsere Tochter nennen?"

"Regula", sagte Gernolf. (wird fortgesetzt)

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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (75)

(Was bisher geschah)

Gernolf sah schon fragend auf, wahrscheinlich hatte er, Kurtchen, irgendeinen Laut der Verzweiflung fahren lassen; aber er hatte schon die Lust verloren, sich mit dem Abhub weiter zu beschäftigen, wollte auch nicht für die Weiterverbreitung dieser neuerlichen Kardinalgemeinheit sorgen. Er blies einfach die Backen auf, schüttelte, weil das dazugehörte, den Kopf und wollte die Sauerei vor Mißbilligung schon richtiggehend wegfeuern, als er merkte, daß dazu gar kein Platz war, das Nachbarbankkarree war voll besetzt, und neben Gernolf war zwar frei, aber die Distanz zu knapp. Kurtchen überlegte, ob es möglich wäre, den Dreck voller Verachtung wegzulegen, und resignierte. Man entkam diesen Dingen einfach nicht; also stopfte Kurtchen das schäbige und grundverkom­mene Magazin wieder dahin, wo er es herhatte, ohne noch erfahren zu haben, was genau den Schlagersänger Udo Jürgens, wie auf dem Titel annon­ciert, nun zu einem solchen Genie machte.

Ohnehin mußten sie aus- und umsteigen, und Kurtchen wäre am liebsten sit­zengeblieben und bis zur Endstation durchgefahren, ohne Grund und Ziel, etwas, was er noch nie im Leben getan hatte, nicht einmal, nachdem er vor (Kurtchen mußte rechnen) Jahren hergekommen war und sich also seine neue Heimat vielleicht nicht aus dem U-, aber doch aus dem Straßenbahn­fenster hätte anschaun können. Gernolf hatte das immer getan, wenn er in eine neue Stadt gezogen war: sich einfach ein Tagesticket gekauft und von einer Endstation zur nächsten. Sie standen schon auf der Rolltreppe, als Kurtchen sicher war, daß er das niemals im Leben tun würde, ja schlechter­dings nicht tun konnte. Er überlegte, daß er unfähig sei, Dinge ohne Grund zu tun; aber war die Absicht, sich eine fremde Stadt, eine neue Umgebung zu besehen, nicht Grund genug? Sie waren schon im Marsch auf die nächste Rolltreppe, diesmal nach unten, zum anderen Gleis, als er immer noch ohne Antwort war und sich aber zwang, die Sache nicht weiter zu verfolgen; er fürchtete, daß hier ein Hund begraben lag, vielleicht nur ein kleiner, aber doch ein Hund. Kurtchen beschloß, die Sache später, in alkoholisiertem Zu­stand, noch einmal durchzudenken, wenn er sie, was na­türlich auch anginge, dann nicht schon vergessen hätte.

Gernolf, ein Freund auch in dieser Situation, zeigte ablenkend auf eine Re­klamewand, von der Kurtchen sicher war, daß sie noch nie etwas anderes ge­zeigt hatte als eben diese Werbung für einen Apfelsaft, die vor Alter schon ganz ausge­blichen war. (wird fortgesetzt) 

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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (74)

(Was bisher geschah)

Sie hatten Glück gehabt, die Bahn war gekommen, als sie eben die Rolltrep­pe verließen, und Kurtchen hatte sich gewundert, warum ihn das so freute, denn eilig hatten es beide nicht, und die Bahnen fuhren schließlich in zurei­chend hoher Frequenz; und weder war er ungern, wo er herkam, noch da, wo es hinging. Kurtchen, während Gernolf, gähnend und die Hände in den Ta­schen seiner Jeans, sich schlurfend asymptotisch der hereinsausenden, blau­grünen Kolonne näherte, überlegte, daß ihn die bloße Eleganz des Vorgangs freute, daß ihn die Tatsache des reibungslosen Übergangs ein starkes Argu­ment für die Richtigkeit seiner Pläne war: auch hier war Form der höchste Inhalt.

Jetzt saßen sie jedenfalls in der schon wieder ziemlich vollen Bahn, das ein­kaufswillige, mehrheitlich in seine Mobiltelefone starrende Publikum eines freundlichen Samstagnachmittags, auf dem Weg zu Karstadt, Jeans Inn oder Schuh-Görtz. Gernolf hatte noch immer die Hände in den Taschen und den Kopf an der Scheibe, was ihn ungelenk aussehen ließ, aber (und vielleicht deswegen) auch jünger machte; Kurtchen hatte eine Ausgabe des Bahnma­gazins Mobil entdeckt, die zwischen Sitz und Wagenwand stak und von der nicht recht einleuchtete, wo sie herstammte, diese Linie war nämlich keine, die zum Bahnhof fuhr. Immerhin konnte es sein, daß die Wagen immer mal wieder auf anderen Linien eingesetzt wurden, damit ihnen, wie Kurtchen schalkhaft dachte, nicht langweilig würde. Er beschloß, auch die­ses Rätsel Rätsel sein zu lassen und blätterte, da Gernolf weiter schwieg, an­gelegentlich durch den Kundenbindungsunschlitt. Und las:

"Frage des Monats: Dicki oder Schnucki? Ihre Freundin will es wissen: 'Fin­dest Du mich zu dick?' Sagen Sie die Wahrheit oder antworten Sie nett und diplomatisch? Schicken Sie ihre Antwort [Dicki oder Schnucki] bis zum", schon vorbei, schade, "per SMS an 32222. Als Dankeschön für Ihre Teilnah­me erhalten Sie eine für Sie kostenlose SMS mit der Auswertung der Ab­stimmung aller Teilnehmer sowie einen kostenlosen Handy-Klingelton zum Download: eine platzende Brötchentüte."

Wie erschrocken sah Kurtchen auf und in den Waggon hinein; aber auch nach dieser Sauerei, nach diesem postdemokratischen Hirnskandal, nach die­sem Verrat an allem, was Geist zu nennen die Menschen sich trotz allem verstanden, machte alles einfach weiter, suchte im Smartphone nach Bröt­chentütenklingeltönen und scherte sich nicht; und Kurtchen fand sich aber­mals eingewickelt in diesen spezifischen Gefühlsstoffmix aus 50 Prozent Überlegenheit und 50 Prozent Depression, denn siehe: "'Laubbläser oder Blasmusik – was nervt mehr?' fragten wir in unserer vergangenen Ausgabe. 81 Prozent antworteten LAUB und 19 Prozent MUSIK" – – – und wo, ach, wo war das tausendstel Prozent, das antwortete: ARSCHGESICHTER...

Gernolf gähnte abermals. (wird fortgesetzt)

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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (73)

(Was bisher geschah)

Kurtchen schüttelte den Kopf, aber so, daß es keiner merkte. Dann kam zum Glück das Frühstück.
Als die dicke Frau gerade zum vierten Mal den Taxistand inspizierte, schwamm Fisch in beider Mägen, und es war an der Zeit, den weiteren Tagesverlauf zu besprechen.

"So. Und nu?" begann Kurtchen lahm, aber entspannt, es konnte jetzt fast nichts passieren.

"Pfff", machte Gernolf bedeutungslos, wie erschöpft; daß ihn das Gespräch über Novellen, Taxis und Thomas Mann mitgenommen hatte, als dann doch in Grenzen lebens­entscheidend, ließ sich nicht ausschließen.

Kurtchen sah, um Zeit zu gewinnen, auf die Uhr.

"Die sitzen da ab zwo", machte er matt.

"Wo noch mal?" fragte Gernolf kongenial zurück.

"Ich weiß gar nicht mehr, wie das heißt. Wir waren da aber mal zusammen, weißt du noch, wo der Primero den Kommissar von der Gundula zusammen­gebrüllt hat, und später hat er dann den Bembel umgeschmissen, und du kamst vom Klo zurück und hast gesagt: Ihr trinkt vom Tisch?"

Gernolf spannte die Augenbrauen auf und ließ die Unterlippe hervorquellen zum Zeichen, daß Kurtchen ihm aufhelfe.

"Na komm", half Kurtchen fast ärgerlich. "Ihr Ficker trinkt vom Tisch?!"

"Aaah!" machte der Freund, dem gerade das Ficken zur Vervollständigung des Erinnerungspuzzles noch gefehlt haben mochte, und Kurtchen sah förmlich, wie die Erinnerung Gernolf flutete.

"Jut!" berlinerte Gernolf freudig, und seine Freude schien zu gleichen Teilen zusammengesetzt aus der wiedergefundenen Zeit, der zu erwartenden Zeit und der Zeit, die er deshalb nicht am Schreibtisch verbringen mußte, um No­vellen über Schweine und dicke Frauen, die in Taxiwagen steckenbleiben, anzudenken.

Zwei, vielleicht sogar acht Sekunden lang, während Gernolf sein Portemon­naie aus der Jacke fingerte, erinnerte sich Kurtchen an seine Adoleszenz, als das gepflegte Sich-Betrinken im freundlichen Ambiente einer Gastwirtschaft eine gute Weile lang Attraktion und Abendordnungspunkt aus eigenem Recht gewesen war, eine Veranstaltung, auf die man sich regelrecht freute und deren Reiz zusammengesetzt war aus Pubertät, Freundschaft, Frische der Entgrenzung und simpler, tiefer Vorfreude auf alles, was noch käme und so sehr vor einem lag, daß fünf, sechs Weizen auf keinen Fall schaden konnten, grad dann nicht, wenn man, irgendwo in den Tiefenschichten der juvenilen, altersgemäß in allerlei Deprimiertheit- und Unsicherheiten steckenden Seele, längst wußte, wie es würde; nämlich anders.

Trotzdem, nein: deswegen war er damals, in diesen Stunden, immer glück­lich gewesen; und eben war es Kurtchen, als spüre er diese Vorfreude noch einmal.

"Dann los?" Fragte Gernolf, und Kurtchen sagte, man müsse noch zahlen.

Am Zoo stiegen sie in die U-Bahn. (wird fortge­setzt)

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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (72)

(Was bisher geschah)

Wie um Kurtchen eine Fristverlängerung zu gewähren, erschien jetzt auch die Bedienung, und Kurtchen überraschte sich damit, daß er enttäuscht war, weil sie nicht kam, um das Frühstück zu bringen, sondern um die Bestellung für ein solches erst einmal aufzunehmen.

Nachdem das erledigt war, wußte er endgültig nicht mehr, was er Gernolf sagen sollte, weil es nach wie vor zu früh war für grundsätzliche Kommenta­re zur Lebenssituation anderer und weil er einerseits nicht einer sein wollte, der Gernolfs quasikünstlerisches Geeiere durch wohlwollendes Zureden ver­längerte, andererseits auch nicht dafür einstehen konnte, daß der alte Knall­kopf und Tagedieb nicht nächstes Jahr die Novelle des Jahrzehnts hinaus­haute. Ein fliehendes Taxi. O Mann.

"Wie ist es denn", fragte Gernolf jetzt zurück und klang wie einer, der Angst vor der Antwort hat.

"Wenn du", begann Kurtchen und zwang sich, den Blick vom Taxistand zu wenden, "dich, ähm … vielleicht wirklich erst einmal auf so kleine Sachen konzentrierst, dann … – ist das auf jeden Fall, na ja, was weiß ich, nicht gleich wieder so ein Krampf wie mit einem Großroman, du mußt ja nicht gleich der neue Franzen werden, ist doch vielleicht nicht schlecht, klein an­zufangen, steigern geht später immer noch", was zum Teufel laberte er da bloß, "und eine Novelle, gut, da hättest du schon mal den Bauplan, das käm dann von, pfff, vornherein mehr vom Stofflichen", sehr gut, Kurt, weiter!, "und die Gefahr ist kleiner, daß man sich in irgendwelchen Erzählebenen und diesem ganzen Scheiß", sehr gut, "verrennt", besser: verirrt, aber gesagt, war gesagt, "und vor allen Dingen könntest du ohne allzu großen Aufwand", so ein Quatsch, aber egal, "jedenfalls erst einmal, na ja, vielleicht, was zu Ende bringen?" Ups. Dachte Kurtchen dann doch und sah, während er Ger­nolf wie mutig anschaute, vor seinem geistigen Auge, wie Gernolf aufstand, erklärte, er, Gernolf, denke gar nicht daran, seine, Kurtchens, Frau zu ficken, einen Schein auf den Tisch legte und ging. Aber Gernolf saß und äugte wä­gend, die Arme vor der Brust. Und Kurtchen hatte ja auch gar keine Frau. Noch nicht. Der Inhalt seines Unterbauchs stellte sich kurz auf den Kopf. Dann ging es wieder.

Gernolf schwieg, aber nicht feindlich, und Kurtchen dämmerte, daß er, ge­wissermaßen aus Versehen und purer Not, genau die richtige Antwort gege­ben hatte. Wieder lief die Frau am vordersten Taxi vorbei, diesmal in die an­dere Richtung. Vielleicht traute sie sich nicht, ein Taxi zu betreten. Aus Angst, in der Tür steckenzubleiben.

"Nimm dir", fuhr Kurtchen, indem er die Tonkurve sanft sich senken ließ zum Zeichen, daß genug gesagt sei, passabel fort, "die sogenannte unerhörte Begebenheit und erzähl sie. Stell dir vor, du siehst das im Fernsehen oder liest es irgendwo und willst einfach wissen, wie es ausgeht. Warum die di­cke Frau da zum Beispiel gleich zum dritten Mal an den Taxen vorbei­streift."

"Was für eine dicke Frau", fragte Gernolf, der offenbar nicht den Ehrgeiz hatte, sich auf dem Klappentext seiner Erstlingsnovelle als präziser Beob­achter feiern zu lassen. (wird fortgesetzt)

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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (71)

(Was bisher geschah)

"Ähm", machte Kurtchen, der momentweise nicht mehr wußte, worum es ging.

"Aber was verstehst du schon davon. Klempner."

Das war, wußte Kurtchen, nicht böse gemeint. Gernolf, exemplarisch ver­kracht, wie er war, hätte auch wenig Grund dazu gehabt.

"Es muß einer nicht Koch sein, um zu merken, daß die Suppe versalzen ist", nahm Kurtchen, ironisch deklamierend, den Handschuh auf; und schalt sich intern sogleich unachtsam, denn er hatte zwar keine Lust auf eine Meinung, hatte aber trotzdem eine geäußert. Andererseits war er sehr gut im Meinung­haben, nämlich dann, wenn es ihn nicht selbst betraf. Trotzdem grinste er vag-ab­wartend, er wußte nicht, was er zu all dem sagen sollte. Novellen. Gute Güte.

"Gibt ja noch gar keine", sagte Gernolf, und Kurtchen vermochte nicht zu sagen, ob der Verdruß, den er zu hören glaubte, gespielt oder echt war.

"Das ist ja immer das Elend!" rief der Freund geradezu. "Daß man lieber ißt als kocht! Apropos, ich habe Hunger", fügte er geistesgegenwärtig hinzu und schaute wie mit wie frisch erwachten Lebensgeistern nach dem Fräulein.

Kurtchen erinnerte sich, daß genau das über den Bundespräsidenten neulich in der Zeitung gestanden hatte, warum auch immer: daß er, der Bundespräsi­dent, lieber esse als koche, auch gar nicht kochen könne, und Kurtchen wußte, daß diese Art Information genau den Speicherplatz besetzt halten würde, auf dem andere Leute, die nicht dafür disponiert waren, sich immer nur präzis den dümmsten Quatsch zu merken, den genauen Inhalt des vor zwanzig Jahren gelesen Manns ohne Eigenschaften liegen hatten.  

"Vielleicht ist das gar keine schlechte Idee", sagte er dann, um den Bundes­präsidenten aus dem Kopf zu kriegen, wie er, zwei Eier in der Hand, so rat- wie lustlos vor dem Designer-Induktionsherd steht. Gernolf, der sich schon wieder nach der Bedienung umgesehen hatte, drehte retour und merkte auf, und Kurtchen schämte sich ein bißchen, daß er sich grad noch ein stilles, problem- und also freundfreies Frühstück gewünscht hatte: Hier waren Wor­te nötig, und zwar möglichst warme.

"Es ist doch so", begann er und sah schon wieder auf den Taxistand, denn er wußte gar nicht, wie es war. Am vordersten Wagen ging eine ziemlich dicke Frau vorbei, und obwohl Kurtchen eher selten Taxi fuhr, war er sich sicher, noch niemals mit einer dicken Taxifahrerin unterwegs gewesen zu sein. Di­cke Frauen wurden wahrscheinlich keine Taxifahrerinnen, vielleicht war das verboten oder Unsinn, weil die erlaubte Zuladung dann zu klein wäre und nur noch für einen Hund oder ein Grundschulkind reichte, und wer ließ sein Kind schon alleine Taxifahren? Es wäre, dachte Kurtchen, während die Bedienung endlich anrauschte, wirklich einfa­cher, Gernolf wäre eine dicke Frau und heischte Stellungnahme zu dem Plan, Taxi zu fahren, da könnte man wenigstens bedenkenlos abraten. Aber Kurtchen war noch nie mit einer dicken Frau befreundet gewesen, er kannte nicht mal eine. (wird fortgesetzt)

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Pflegeroboter!

Was müssen wir da im »Handelsblatt« lesen? »Corona könnte Tür für Roboter öffnen«. Aber ist nicht gerade der Punkt, dass Ihr angeblich so nützlichen Pflegeroboter Euch selbst die Tür zu Corona bzw. Corona-Patienten öffnen können solltet? Solange ein kleines Virus schweren Maschinen wie Euch noch den Weg frei machen muss, ist Eure Zeit wohl doch noch nicht gekommen!

Meinen mitleidlos wie Ihr: die Witzmaschinen von Titanic

 Kneipp GmbH!

»Der einfachste Weg zum Glück ist«, sofern wir Deiner Werbung glauben dürfen, »das Leben mit einem Augenzwinkern zu sehen« und also Aroma-Pflegeduschen namens »Sei frech, wild und wunderbar!« bzw. sogar »Sei frech, verrückt und glücklich!« zu kaufen.

Wunderbar glücklich wären wir aber erst beim Erwerb eines Pflegeprodukts mit der frech-wilden Bezeichnung »Sei nicht traurig, dass der Name dieser Aroma-Dusche so lang ist, dass wir ihn gar nicht vollständig auf die Aroma-Pflegeduschen-Verpackung dru«.

Zwinker, zwinker: Titanic

 Scorpions-Fossil Klaus Meine!

Ihre Powerballade »Wind of Change« soll von der CIA geschrieben worden sein. Das behauptet zumindest der amerikanische Journalist Patrick Radden Keefe, der daraus gleich eine ganze achtteilige Podcast-Serie bastelte, in der Sie, Meine, in der letzten Folge selbst auftreten und alle Behauptungen verneinen.

Was für eine Zeitverschwendung, ist doch schon vorher klar gewesen: So manche schmutzige Geschichte hat die CIA sicherlich am Hals, aber für ein Verbrechen wie »Wind of Change« sind selbst die nicht skrupellos genug.

Pfeift auf Sie: Titanic

 Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

In Ihrem Kampf gegen Kontaktverbote und für das Menschenrecht auf Infektion tönten Sie in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«: »Mittlerweile habe ich das Gefühl, einige Ministerpräsidenten gefallen sich in der Rolle, dass sie auftreten können wie Sonnenkönige, und den Eindruck vermitteln, die Gewährung von Freiheiten sei Gnadensache.«

Und das, Kubicki, sagten Sie gewiss auf die selbstherrlichste, herablassendste Art, die man sich nur denken kann, fuhren mit Ihren Fingern lächelnd durch die gepuderte Allongeperücke und ließen sich von Ihrer Mätresse ein paar Weintrauben in den Mund schieben – einfach weil Sie keine anderen Sonnenkönige neben sich dulden, nicht wahr?

Winkt zur Warnung mit der Guillotine: Titanic

 Monika Maron!

Das war natürlich eine Menschenrechtsverletzung erster Güte, dass Sie im Zuge der Corona-Bekämpfungsverordnungen nicht mehr in Ihrem Landhaus im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern bleiben durften. Klar, dass Sie das nicht einfach hinnehmen konnten und sich durch die Ausreiseverfügung »an die DDR erinnert« fühlten. Und wo Sie schon mal an die erinnert wurden, ist Ihnen als Tochter des ehemaligen DDR-Innenministers Karl Maron auch gleich noch eingefallen, wie man sich als Bonze dort eine Vorzugsbehandlung sichert: sich nämlich via Parteizeitung (»Bild«) direkt beim Innenminister (Caffier) beklagen, der diesem unhaltbaren Zustand dann trotz anderslautender Verordnung gleich Einhalt gebot.

So weit, so zwingend. Stutzig macht uns lediglich, warum Sie eigentlich so unbedingt in Ihrem Zonenhäuschen zu bleiben trachten, schrieben Sie doch im »Spiegel« einst: »Der Osten verursacht mir Ekel. Ich halte es für eine Krankheit und weiß nicht, wie man sie heilt. Die Krankheit nenne ich Zonophobie.« Ein Glück, scheint zwischenzeitlich ja erfolgreich therapiert.

Ihre Pillen hätte auch gern: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Deutsch, wie es singt und kracht

Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, wird zunächst naiv annehmen, dass sich hinter einem Wort wie »Scheiblettenkäse« etwas unsagbar Absurdes, in der Muttersprache nur unter Zuhilfenahme sperrigster Umschreibungen Wiederzugebendes verbirgt, ähnlich gewissen japanischen oder isländischen Vokabeln, die zum Beispiel die mundwässernde Wirkung eines seit sechs Monaten im eigenen Sperma marinierten Walhodens bezeichnen. Um dann, mit wachsendem Sprachverständnis, zu begreifen, dass diese Ahnung nicht getrogen hat.

Jasper Nicolaisen

 Verwöhnt

Meinen Lebensstil muss man sich erst mal leisten können. Ich zum Beispiel konnte es noch nie.

Tanja Schmid

 Idee für 2021: Spargelernte per Silvesterrakete

Die jungen Feuerwerkskörper werden im April ins Spargelbeet gesät, wachsen dort bis zur erntereifen Rakete. Am 5. Mai heißt es dann: DER SPARGEL SCHIESST, und zwar uns unter großem Hallo und Funkenregen direkt in die Münder. Tradition (Spargel) trifft auf Tradition (Feuerwerk), bzw. »Volksspeisung mal anders«. Noch eine kleine Gegendemo (Querfront) dazu, einem Kind fliegt ein Spargel direkt ins Auge, im Folgejahr wird es Einschränkungen geben müssen, fertig ist DAS DEUTSCHE NEUJAHR.

Elias Hauck

 Filmkunde

In Zeiten von Zoom-Konferenzen kann es nicht schaden, der Leserschaft ein wenig Nachhilfe in filmischen Fachtermini zu geben. Eine sogenannte Text-Bild-Schere zum Beispiel kann für einen visuellen Bruch und Komik sorgen. Während der Video-Sprechstunde mit meiner Internistin erzählte ich ihr zum Beispiel, dass ich seit vier Monaten nichts trinke, während sie auf eine Galerie leerer Weinflaschen hinter mir starrte. Wichtig ist auch, dass man sich bereits vor jeder Zoom-Konferenz im Klaren ist, auf welches Genre man hinaus will, sich dabei aber genug Raum offenlässt für spontane Änderungen. Meine Video-Sprechstunde hatte ich zum Beispiel eher als »Komödie« gepitcht (aktuelle Blutwerte), am Ende wurde dann aber ein ziemlich bombastischer High-Budget-Horrorstreifen daraus (Privatbehandlung).

Jürgen Marschal

 Zieleinlauf eines Dialogs

Kundin (alte Dame): »Das ist dann schon sehr anstrengend.«
Kassiererin (ältere Dame): »Nein, ich könnte das nicht!«
Kundin: »Aber es macht auch Spaß.«
Kassiererin: »Das ist die Hauptsache.«
»Ja.«
»Ja. 14,60 bitte.«

Worum auch immer es sich dreht, das Gespräch ergibt Sinn.

Theobald Fuchs

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
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Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
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Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 20.05.:

    Mark-Stefan Tietze schreibt in der Taz über die vielen Deutschen, die vor der Merkel-Diktatur ins Weltall fliehen.

     

  • 18.05.:

    Das Neue Deutschland rezensiert Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod", ein Interview dazu gibt es auf Deutschlandfunk Kultur.

     

  • 14.05.:

    Marlen Hobrack bespricht im "Freitag" Christian Y. Schmidts "Der Kleine Herr Tod".

  • 13.05.:

    RTL, die »Hessenschau« und die SZ berichten über die Aktion "Torona: TITANIC hilft der DFL".

  • 05.05.:

    Im Kaput Mag gratuliert Tim Wolff TITANIC-Legende Thomas Hintner zum 60.

     

Titanic unterwegs
03.06.2020 Hachenburg, Hähnelsche Buchhandlung Gerhard Henschel
04.06.2020 Berlin, Buchhändlerkeller Gerhard Henschel
10.06.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve
14.06.2020 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst »Beste Beste Bilder – Die Cartoons des Jahrzehnts«