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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (77)

(Was bisher geschah)

"Regula", wiederholte Kurtchen.

"Warum nicht", sagte Gernolf, der Kurtchens Wiederholung ganz zutreffend als Frage aufgefaßt hatte. "Selten, aber nicht so behindert modisch und di­stinktionsverkrampft, wie es in unseren Kreisen heutzutage Sitte ist."

"Außerdem irgendwie schweizerisch."

"Ich steh auf die Schweiz", gab Gernolf zu. "Ein sagenhaft designtes Land. Österreich dagegen hat praktisch überhaupt kein Design. Ein Schweizer Bahnhof ist allein der überlegenen Grafik wegen immer ein Vergnügen, ein Bahnhof in Österreich dagegen kann so sauber sein, wie er will, er sieht im­mer verlottert aus, weil das Design Scheiße ist. Dasselbe gilt im großen und ganzen für die Länder insgesamt."

Kurtchen schwieg, diesen Vortrag hatte der Freund schon häufiger gehalten. Gleich käme der Teil mit dem Eisenbahnlogo.

"Brauchst dir nur die Logos der Eisenbahnen ansehn", sagte Gernolf und sah wie zum Zeichen, daß ihn die Sache eigentlich gar nicht interessiere und er sich und kollateral auch Kurtchen mit seinem Vortrag bloß die Zeit ver­treibe, wieder aus dem Fenster, wo das Grün noch sommerlich war, die Luft aber bereits blau und herbstlich in die Nase stieg. Kurtchen fiel ein, wie sehr er früher diese beiden Momente geliebt hatte: diesen späten, von Tucholsky als fünfte Jahreszeit verewigten und, erst recht, den verwandten im Vorfrühling, wenn es, abends, zum ersten Mal nach Som­mer roch, nach Erde, Dunst und Räuschen unter Bäumen; und das Herz vor Sehnsucht sprang. So egal ihm das Älterwerden war – jeden­falls solange er noch ohne Treppenlift seine fünf Stockwerke hochkam und seine Zähne mehrheitlich im Original waren –, ja, so sehr er sich darüber freute, daß der Klammergriff des Sexus nicht mehr ganz so schmerzhaft preßte und er, Kurtchen, Anlaß hatte zu vermuten, der Pubertät, auch der späten, die ge­rade unter den Besten so lange mahlt und wütet, nun aber doch entkommen zu sein, so sehr vermißte er das Loch, das früher Frühlingsnäch­te in ihm ris­sen und das, wie die Grube mit Grund­wasser, mit ungelebtem Leben drängend vollief.

"Das ÖBB-Logo, wie mit Photoshop im Kaffeehaus zusammengefingert", redete Gernolf im Hintergrund trostreich auf die Scheibe ein, "das würde ich jedem Grafikstudenten als vollkommen inakzeptabel um die Ohren hauen, weil es nämlich bloß irgendwie ausschaut, wie das Logo irgendeines mittel­ständischen Fleischfabrikanten, wo dann Fleisch und mehr Punktpunktpunkt druntersteht. Da ist die halbe Idee, die drinsteckt, fast schlimmer als gar kei­ne Idee. Das Logo der SBB dagegen: Da möchte ich schon Zugfahren, wenn ich das nur sehe, da ist, wenn ich mal so vulgärhegelisch extemporieren darf, eine Idee zur Wirklichkeit gelangt, die Idee von Schönheit und Moder­ne und Fort­schritt nämlich. Das einzige, was bei den ÖBB zur Wirklichkeit gelangt, ist Österreich als Designschrotthaufen."

Schloß Gernolf herzlich und suchte, gewissermaßen beifallheischend, wieder Blickkontakt. (wird fortgesetzt)

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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (76)

(Was bisher geschah)

"Beim Thema Apfelsaft lassen Kinder nicht mit sich handeln", las Kurtchen still, und Gernolf, mit dem einen Fuß auf der Rolltreppe, sagte in einem Ton, der zirka das Gefühl ausdrückte, das Kurtchen eben in der U-Bahn überfallen hatte: "So ein Schwachsinn. Kinder trinken praktisch alles, solange nur ge­nügend Zucker und Farbstoffe drin sind" und stellte sich (demonstrativ, wie Kurtchen fand) rechts auf die Treppe. Kurtchen sagte nichts, sein Vorrat an zivilisationskritischem Furor war fürs erste aufgebraucht, er würde sich erst wieder aufregen, wenn drei dönerfressende Esel sich in der leeren Bahn ne­ben ihn setzten und ihn vollstanken. Aber es war Samstag, die S-Bahn wäre nicht leer. Ordnungsgemäß stellte Kurtchen sich hinter den Freund, besah sich dessen Nacken und ertrug die kommunikationsfeindlichen Sekunden besser als die meisten.

In der Bahn schwiegen sie, auf eine freundliche, freundschaftliche, ein biß­chen müde Art, und abermals merkte Kurtchen, daß ihm die Fahrt als sol­che gefiel und er, wo er schon mal saß, momentlang nichts dagegen gehabt hätte, wenn sie, einen sehr langen Bogen beschreibend, nach einer Stunde wieder da geendet wäre, wo sie begonnen hatte. In seinem Rücken redete eine Mutter auf ein Kind namens Heinrich ein, und Kurtchen mußte an sei­nen jüngstvergangenen Aufenthalt in der Rewe-Kassenschlange denken, als eine Mutter ihre im Grundschulalter befindliche Tochter mit den Worten "Constanze, laß das Snickers liegen!" ermahnt hatte; und wie er den felsen­festen Entschluß gefaßt hatte, seine Tochter Petra und seinen Sohn Frank zu nennen. Oder Horst. Geschwister Horst und Petra Sahne. Diese verzweifel­ten Individuationsversuche; früher hatten sich die Leute einfach einen Phan­tasialand- oder „Nicht hupen! Fahrer träumt von Eintracht Braunschweig“-Aufkleber an den Audi geklebt, und gut war es gewesen. Heute zeugten sie Kinder und nannten sie Constanze und Heinrich; dabei würde es reichen, mal auf diese ewigen Outdoorjacken zu verzichten.

Er ginge demnächst wieder mal zum Penny, da war die Welt aus Mandy, Jasmin und Hakan noch in Ordung.

Sie hatten die Vororte erreicht, auf den Bahnsteigen standen Männer in kurz­en Hosen und Frauen mit dem, was in Deutschland als Frisur durchging.

"Wie würdest du deine Tochter nennen?" fragte Kurtchen Gernolf, wurde aber vom Lautsprecher und seinem "Zurückbleiben, bitte" unterbrochen, was ihm Gelegenheit gab, die Frage, als Gernolf ihn mit hochgezogenen Au­genbrauen ansah, frisch zu formulieren:

"Wie würdest du unsere Tochter nennen?"

"Regula", sagte Gernolf. (wird fortgesetzt)

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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (75)

(Was bisher geschah)

Gernolf sah schon fragend auf, wahrscheinlich hatte er, Kurtchen, irgendeinen Laut der Verzweiflung fahren lassen; aber er hatte schon die Lust verloren, sich mit dem Abhub weiter zu beschäftigen, wollte auch nicht für die Weiterverbreitung dieser neuerlichen Kardinalgemeinheit sorgen. Er blies einfach die Backen auf, schüttelte, weil das dazugehörte, den Kopf und wollte die Sauerei vor Mißbilligung schon richtiggehend wegfeuern, als er merkte, daß dazu gar kein Platz war, das Nachbarbankkarree war voll besetzt, und neben Gernolf war zwar frei, aber die Distanz zu knapp. Kurtchen überlegte, ob es möglich wäre, den Dreck voller Verachtung wegzulegen, und resignierte. Man entkam diesen Dingen einfach nicht; also stopfte Kurtchen das schäbige und grundverkom­mene Magazin wieder dahin, wo er es herhatte, ohne noch erfahren zu haben, was genau den Schlagersänger Udo Jürgens, wie auf dem Titel annon­ciert, nun zu einem solchen Genie machte.

Ohnehin mußten sie aus- und umsteigen, und Kurtchen wäre am liebsten sit­zengeblieben und bis zur Endstation durchgefahren, ohne Grund und Ziel, etwas, was er noch nie im Leben getan hatte, nicht einmal, nachdem er vor (Kurtchen mußte rechnen) Jahren hergekommen war und sich also seine neue Heimat vielleicht nicht aus dem U-, aber doch aus dem Straßenbahn­fenster hätte anschaun können. Gernolf hatte das immer getan, wenn er in eine neue Stadt gezogen war: sich einfach ein Tagesticket gekauft und von einer Endstation zur nächsten. Sie standen schon auf der Rolltreppe, als Kurtchen sicher war, daß er das niemals im Leben tun würde, ja schlechter­dings nicht tun konnte. Er überlegte, daß er unfähig sei, Dinge ohne Grund zu tun; aber war die Absicht, sich eine fremde Stadt, eine neue Umgebung zu besehen, nicht Grund genug? Sie waren schon im Marsch auf die nächste Rolltreppe, diesmal nach unten, zum anderen Gleis, als er immer noch ohne Antwort war und sich aber zwang, die Sache nicht weiter zu verfolgen; er fürchtete, daß hier ein Hund begraben lag, vielleicht nur ein kleiner, aber doch ein Hund. Kurtchen beschloß, die Sache später, in alkoholisiertem Zu­stand, noch einmal durchzudenken, wenn er sie, was na­türlich auch anginge, dann nicht schon vergessen hätte.

Gernolf, ein Freund auch in dieser Situation, zeigte ablenkend auf eine Re­klamewand, von der Kurtchen sicher war, daß sie noch nie etwas anderes ge­zeigt hatte als eben diese Werbung für einen Apfelsaft, die vor Alter schon ganz ausge­blichen war. (wird fortgesetzt) 

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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (74)

(Was bisher geschah)

Sie hatten Glück gehabt, die Bahn war gekommen, als sie eben die Rolltrep­pe verließen, und Kurtchen hatte sich gewundert, warum ihn das so freute, denn eilig hatten es beide nicht, und die Bahnen fuhren schließlich in zurei­chend hoher Frequenz; und weder war er ungern, wo er herkam, noch da, wo es hinging. Kurtchen, während Gernolf, gähnend und die Hände in den Ta­schen seiner Jeans, sich schlurfend asymptotisch der hereinsausenden, blau­grünen Kolonne näherte, überlegte, daß ihn die bloße Eleganz des Vorgangs freute, daß ihn die Tatsache des reibungslosen Übergangs ein starkes Argu­ment für die Richtigkeit seiner Pläne war: auch hier war Form der höchste Inhalt.

Jetzt saßen sie jedenfalls in der schon wieder ziemlich vollen Bahn, das ein­kaufswillige, mehrheitlich in seine Mobiltelefone starrende Publikum eines freundlichen Samstagnachmittags, auf dem Weg zu Karstadt, Jeans Inn oder Schuh-Görtz. Gernolf hatte noch immer die Hände in den Taschen und den Kopf an der Scheibe, was ihn ungelenk aussehen ließ, aber (und vielleicht deswegen) auch jünger machte; Kurtchen hatte eine Ausgabe des Bahnma­gazins Mobil entdeckt, die zwischen Sitz und Wagenwand stak und von der nicht recht einleuchtete, wo sie herstammte, diese Linie war nämlich keine, die zum Bahnhof fuhr. Immerhin konnte es sein, daß die Wagen immer mal wieder auf anderen Linien eingesetzt wurden, damit ihnen, wie Kurtchen schalkhaft dachte, nicht langweilig würde. Er beschloß, auch die­ses Rätsel Rätsel sein zu lassen und blätterte, da Gernolf weiter schwieg, an­gelegentlich durch den Kundenbindungsunschlitt. Und las:

"Frage des Monats: Dicki oder Schnucki? Ihre Freundin will es wissen: 'Fin­dest Du mich zu dick?' Sagen Sie die Wahrheit oder antworten Sie nett und diplomatisch? Schicken Sie ihre Antwort [Dicki oder Schnucki] bis zum", schon vorbei, schade, "per SMS an 32222. Als Dankeschön für Ihre Teilnah­me erhalten Sie eine für Sie kostenlose SMS mit der Auswertung der Ab­stimmung aller Teilnehmer sowie einen kostenlosen Handy-Klingelton zum Download: eine platzende Brötchentüte."

Wie erschrocken sah Kurtchen auf und in den Waggon hinein; aber auch nach dieser Sauerei, nach diesem postdemokratischen Hirnskandal, nach die­sem Verrat an allem, was Geist zu nennen die Menschen sich trotz allem verstanden, machte alles einfach weiter, suchte im Smartphone nach Bröt­chentütenklingeltönen und scherte sich nicht; und Kurtchen fand sich aber­mals eingewickelt in diesen spezifischen Gefühlsstoffmix aus 50 Prozent Überlegenheit und 50 Prozent Depression, denn siehe: "'Laubbläser oder Blasmusik – was nervt mehr?' fragten wir in unserer vergangenen Ausgabe. 81 Prozent antworteten LAUB und 19 Prozent MUSIK" – – – und wo, ach, wo war das tausendstel Prozent, das antwortete: ARSCHGESICHTER...

Gernolf gähnte abermals. (wird fortgesetzt)

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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (73)

(Was bisher geschah)

Kurtchen schüttelte den Kopf, aber so, daß es keiner merkte. Dann kam zum Glück das Frühstück.
Als die dicke Frau gerade zum vierten Mal den Taxistand inspizierte, schwamm Fisch in beider Mägen, und es war an der Zeit, den weiteren Tagesverlauf zu besprechen.

"So. Und nu?" begann Kurtchen lahm, aber entspannt, es konnte jetzt fast nichts passieren.

"Pfff", machte Gernolf bedeutungslos, wie erschöpft; daß ihn das Gespräch über Novellen, Taxis und Thomas Mann mitgenommen hatte, als dann doch in Grenzen lebens­entscheidend, ließ sich nicht ausschließen.

Kurtchen sah, um Zeit zu gewinnen, auf die Uhr.

"Die sitzen da ab zwo", machte er matt.

"Wo noch mal?" fragte Gernolf kongenial zurück.

"Ich weiß gar nicht mehr, wie das heißt. Wir waren da aber mal zusammen, weißt du noch, wo der Primero den Kommissar von der Gundula zusammen­gebrüllt hat, und später hat er dann den Bembel umgeschmissen, und du kamst vom Klo zurück und hast gesagt: Ihr trinkt vom Tisch?"

Gernolf spannte die Augenbrauen auf und ließ die Unterlippe hervorquellen zum Zeichen, daß Kurtchen ihm aufhelfe.

"Na komm", half Kurtchen fast ärgerlich. "Ihr Ficker trinkt vom Tisch?!"

"Aaah!" machte der Freund, dem gerade das Ficken zur Vervollständigung des Erinnerungspuzzles noch gefehlt haben mochte, und Kurtchen sah förmlich, wie die Erinnerung Gernolf flutete.

"Jut!" berlinerte Gernolf freudig, und seine Freude schien zu gleichen Teilen zusammengesetzt aus der wiedergefundenen Zeit, der zu erwartenden Zeit und der Zeit, die er deshalb nicht am Schreibtisch verbringen mußte, um No­vellen über Schweine und dicke Frauen, die in Taxiwagen steckenbleiben, anzudenken.

Zwei, vielleicht sogar acht Sekunden lang, während Gernolf sein Portemon­naie aus der Jacke fingerte, erinnerte sich Kurtchen an seine Adoleszenz, als das gepflegte Sich-Betrinken im freundlichen Ambiente einer Gastwirtschaft eine gute Weile lang Attraktion und Abendordnungspunkt aus eigenem Recht gewesen war, eine Veranstaltung, auf die man sich regelrecht freute und deren Reiz zusammengesetzt war aus Pubertät, Freundschaft, Frische der Entgrenzung und simpler, tiefer Vorfreude auf alles, was noch käme und so sehr vor einem lag, daß fünf, sechs Weizen auf keinen Fall schaden konnten, grad dann nicht, wenn man, irgendwo in den Tiefenschichten der juvenilen, altersgemäß in allerlei Deprimiertheit- und Unsicherheiten steckenden Seele, längst wußte, wie es würde; nämlich anders.

Trotzdem, nein: deswegen war er damals, in diesen Stunden, immer glück­lich gewesen; und eben war es Kurtchen, als spüre er diese Vorfreude noch einmal.

"Dann los?" Fragte Gernolf, und Kurtchen sagte, man müsse noch zahlen.

Am Zoo stiegen sie in die U-Bahn. (wird fortge­setzt)

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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (72)

(Was bisher geschah)

Wie um Kurtchen eine Fristverlängerung zu gewähren, erschien jetzt auch die Bedienung, und Kurtchen überraschte sich damit, daß er enttäuscht war, weil sie nicht kam, um das Frühstück zu bringen, sondern um die Bestellung für ein solches erst einmal aufzunehmen.

Nachdem das erledigt war, wußte er endgültig nicht mehr, was er Gernolf sagen sollte, weil es nach wie vor zu früh war für grundsätzliche Kommenta­re zur Lebenssituation anderer und weil er einerseits nicht einer sein wollte, der Gernolfs quasikünstlerisches Geeiere durch wohlwollendes Zureden ver­längerte, andererseits auch nicht dafür einstehen konnte, daß der alte Knall­kopf und Tagedieb nicht nächstes Jahr die Novelle des Jahrzehnts hinaus­haute. Ein fliehendes Taxi. O Mann.

"Wie ist es denn", fragte Gernolf jetzt zurück und klang wie einer, der Angst vor der Antwort hat.

"Wenn du", begann Kurtchen und zwang sich, den Blick vom Taxistand zu wenden, "dich, ähm … vielleicht wirklich erst einmal auf so kleine Sachen konzentrierst, dann … – ist das auf jeden Fall, na ja, was weiß ich, nicht gleich wieder so ein Krampf wie mit einem Großroman, du mußt ja nicht gleich der neue Franzen werden, ist doch vielleicht nicht schlecht, klein an­zufangen, steigern geht später immer noch", was zum Teufel laberte er da bloß, "und eine Novelle, gut, da hättest du schon mal den Bauplan, das käm dann von, pfff, vornherein mehr vom Stofflichen", sehr gut, Kurt, weiter!, "und die Gefahr ist kleiner, daß man sich in irgendwelchen Erzählebenen und diesem ganzen Scheiß", sehr gut, "verrennt", besser: verirrt, aber gesagt, war gesagt, "und vor allen Dingen könntest du ohne allzu großen Aufwand", so ein Quatsch, aber egal, "jedenfalls erst einmal, na ja, vielleicht, was zu Ende bringen?" Ups. Dachte Kurtchen dann doch und sah, während er Ger­nolf wie mutig anschaute, vor seinem geistigen Auge, wie Gernolf aufstand, erklärte, er, Gernolf, denke gar nicht daran, seine, Kurtchens, Frau zu ficken, einen Schein auf den Tisch legte und ging. Aber Gernolf saß und äugte wä­gend, die Arme vor der Brust. Und Kurtchen hatte ja auch gar keine Frau. Noch nicht. Der Inhalt seines Unterbauchs stellte sich kurz auf den Kopf. Dann ging es wieder.

Gernolf schwieg, aber nicht feindlich, und Kurtchen dämmerte, daß er, ge­wissermaßen aus Versehen und purer Not, genau die richtige Antwort gege­ben hatte. Wieder lief die Frau am vordersten Taxi vorbei, diesmal in die an­dere Richtung. Vielleicht traute sie sich nicht, ein Taxi zu betreten. Aus Angst, in der Tür steckenzubleiben.

"Nimm dir", fuhr Kurtchen, indem er die Tonkurve sanft sich senken ließ zum Zeichen, daß genug gesagt sei, passabel fort, "die sogenannte unerhörte Begebenheit und erzähl sie. Stell dir vor, du siehst das im Fernsehen oder liest es irgendwo und willst einfach wissen, wie es ausgeht. Warum die di­cke Frau da zum Beispiel gleich zum dritten Mal an den Taxen vorbei­streift."

"Was für eine dicke Frau", fragte Gernolf, der offenbar nicht den Ehrgeiz hatte, sich auf dem Klappentext seiner Erstlingsnovelle als präziser Beob­achter feiern zu lassen. (wird fortgesetzt)

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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (71)

(Was bisher geschah)

"Ähm", machte Kurtchen, der momentweise nicht mehr wußte, worum es ging.

"Aber was verstehst du schon davon. Klempner."

Das war, wußte Kurtchen, nicht böse gemeint. Gernolf, exemplarisch ver­kracht, wie er war, hätte auch wenig Grund dazu gehabt.

"Es muß einer nicht Koch sein, um zu merken, daß die Suppe versalzen ist", nahm Kurtchen, ironisch deklamierend, den Handschuh auf; und schalt sich intern sogleich unachtsam, denn er hatte zwar keine Lust auf eine Meinung, hatte aber trotzdem eine geäußert. Andererseits war er sehr gut im Meinung­haben, nämlich dann, wenn es ihn nicht selbst betraf. Trotzdem grinste er vag-ab­wartend, er wußte nicht, was er zu all dem sagen sollte. Novellen. Gute Güte.

"Gibt ja noch gar keine", sagte Gernolf, und Kurtchen vermochte nicht zu sagen, ob der Verdruß, den er zu hören glaubte, gespielt oder echt war.

"Das ist ja immer das Elend!" rief der Freund geradezu. "Daß man lieber ißt als kocht! Apropos, ich habe Hunger", fügte er geistesgegenwärtig hinzu und schaute wie mit wie frisch erwachten Lebensgeistern nach dem Fräulein.

Kurtchen erinnerte sich, daß genau das über den Bundespräsidenten neulich in der Zeitung gestanden hatte, warum auch immer: daß er, der Bundespräsi­dent, lieber esse als koche, auch gar nicht kochen könne, und Kurtchen wußte, daß diese Art Information genau den Speicherplatz besetzt halten würde, auf dem andere Leute, die nicht dafür disponiert waren, sich immer nur präzis den dümmsten Quatsch zu merken, den genauen Inhalt des vor zwanzig Jahren gelesen Manns ohne Eigenschaften liegen hatten.  

"Vielleicht ist das gar keine schlechte Idee", sagte er dann, um den Bundes­präsidenten aus dem Kopf zu kriegen, wie er, zwei Eier in der Hand, so rat- wie lustlos vor dem Designer-Induktionsherd steht. Gernolf, der sich schon wieder nach der Bedienung umgesehen hatte, drehte retour und merkte auf, und Kurtchen schämte sich ein bißchen, daß er sich grad noch ein stilles, problem- und also freundfreies Frühstück gewünscht hatte: Hier waren Wor­te nötig, und zwar möglichst warme.

"Es ist doch so", begann er und sah schon wieder auf den Taxistand, denn er wußte gar nicht, wie es war. Am vordersten Wagen ging eine ziemlich dicke Frau vorbei, und obwohl Kurtchen eher selten Taxi fuhr, war er sich sicher, noch niemals mit einer dicken Taxifahrerin unterwegs gewesen zu sein. Di­cke Frauen wurden wahrscheinlich keine Taxifahrerinnen, vielleicht war das verboten oder Unsinn, weil die erlaubte Zuladung dann zu klein wäre und nur noch für einen Hund oder ein Grundschulkind reichte, und wer ließ sein Kind schon alleine Taxifahren? Es wäre, dachte Kurtchen, während die Bedienung endlich anrauschte, wirklich einfa­cher, Gernolf wäre eine dicke Frau und heischte Stellungnahme zu dem Plan, Taxi zu fahren, da könnte man wenigstens bedenkenlos abraten. Aber Kurtchen war noch nie mit einer dicken Frau befreundet gewesen, er kannte nicht mal eine. (wird fortgesetzt)

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Winfried Kretschmann!

Auch Sie haben die Schüler der Bewegung »Fridays for Future« dafür kritisiert, dass sie freitags nicht in die Schule, sondern für eine bessere Klimapolitik auf die Straße gehen. Die Proteste müssten früher oder später ein Ende finden und könnten »nicht ewig so weitergehen«, befanden Sie. Und: Auch Klimaschützer müssten sich an Regeln halten, es gelte die Schulpflicht.

Stimmt genau, Kretschmann, das haben Sie gut erkannt! Die Schüler müssen unbedingt wieder öfter in die Schule! Dann lernen sie noch viel schneller, dass einer wie Sie vollkommen unwählbar ist.

Strike! Titanic

 Hola, mexikanischer Drogenboss Joaquín »El Chapo« Guzmán!

Hola, mexikanischer Drogenboss Joaquín »El Chapo« Guzmán!

Weil Ihnen u.a. aufgrund jahrzehntelangen Kokainschmuggels in die USA dort eine lebenslange Haft droht, versuchen Sie nun, auf dem ebenso hart umkämpften Modemarkt Fuß zu fassen. Via Instagram kündigte Ihre Ehefrau Emma Coronel Aispuro Ihr gemeinsames Fashion-Label »JGL« an: »Ich habe ein Projekt für eine Modelinie. Ich will meinen und Joaquíns Stil voranbringen.«

Dass auch Ihre Haute Couture süchtig machen und zahlreiche Abnehmer finden wird, steht indes nicht zu bezweifeln – bei Ihrem feinen Näschen für guten Stoff!

War dagegen noch nie en vogue: Titanic

 »Auto Motor und Sport«!

In Deiner Ausgabe vom 28. März hast Du den Audi R8 getestet und mit fünf von fünf Sternen bewertet. Da steht dann zum Beispiel unter »Umwelt« als Pluspunkt »geringe Umweltbelastung dank geringer Stückzahl« sowie, allen Ernstes, »nachhaltig, da voraussichtlich lange Nutzung«. Nun lässt sich derlei natürlich auch über Kreuzfahrtschiffe sagen, die es ja auch nicht in sooo hoher Zahl gibt und die immerhin ein paar Jahrzehnte halten.

Aber Minuspunkte hast Du in dieser Rubrik ebenfalls ausfindig gemacht, wenigstens einen: »Okay, sagen wir, wie es ist: sehr hoher Verbrauch«. Der aber letztlich wurscht ist, denn über dem Testkasten resümierst Du mit brutaler Ehrlichkeit: »Fünf Sterne? Aber der CO2-Ausstoß und der … egal. Einfach egal! Fünf Sterne verdient sich alleine schon der V10, weil er einer der letzten Sauger ist. Am besten heute fahren, morgen ist es zu spät.«

Haha, lustig. Und weißt Du was, »Auto Motor und Sport«, übermorgen ist es sogar noch später, weil wir alle zu tot sind, um Zehnzylinder-Monstren zu fahren.

Du saugst! Titanic

 Gute Idee, Spektrum.de!

Die zukünftige Kolonialisierung des Weltalls und die dazu nötige Raketentechnologie kommt zwar auch dank privater Unternehmen ganz gut voran, doch nach oben ist natürlich – buchstäblich – keine Grenze gesetzt. Und so verkündetest Du, dass die Raumsonde New Horizons auf dem Kuipergürtelobjekt Ultima Thule Alkohol gefunden hat.

Damit wäre der erste Schritt für ein schnelleres Vorantreiben der Besiedlung getan. Jetzt müssen wir dieses Ergebnis nur noch der Schnapsnase Jean-Claude Juncker stecken, und in weniger als zehn Jahren ist jeder noch so kleine Asteroid durch die ESA auf Fusel abgeklopft und besiedelt.

Verneigt sich vor Deiner intergalaktischen Genialität: Titanic

 For fuck’s sake, George Clooney!

In einer englischen TV-Show erzählten Sie uns, dass Sie einmal vor Ihrer Haushälterin die »braune Windel« eines Ihrer Kinder aus dem Müll genommen hätten, um diese dann genüsslich auszulecken. »Sie lief schreiend weg!« feixten Sie. Und wenn Sie, Clooney, jetzt denken, dass an dieser Geschichte auch nur irgendetwas besser wird, weil Sie, wie Sie nachschoben, die Windel vorher mit Nutella präpariert hatten – dann irren Sie krankes Schwein sich aber gewaltig.

Begeben Sie sich in Behandlung! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Zwiebelschlaf, der:

tritt auf nach langen Kochsitzungen mit Zerschneidung von Zwiebelgewächsen. Aufgrund der Überanstrengung und Überessung erfolgt beschleunigtes abendliches Müdewerden. Da in den Augen aber immer noch (!) ätherische Zwiebelöle herumschwimmen, folgt direkt auf jedes noch so beiläufig-friedliche Zufallen derselben ihr unmittelbares, schreckbegleitetes und schmerzvoll-brennendes Wiederaufreißen. Kann sich bis drei Uhr morgens hinziehen und nur überwunden werden, indem die betroffene Person sich einen in Mixed-Pickles-Sud getränkten Waschlappen über den Kopf zieht und die Worte »Gelegenheit macht Zwiebel, jetzt reicht es aber mal« geheimnisvoll vor sich hinmurmelt, aus dem Fenster springt und selig auf dem Komposthaufen verschimmelt.

Adrian Schulz

 Ehrliche Speisekarte

Ich fand es bemerkenswert, wie auf dem Menüplan zumindest im Diminutiv auf das Tierleid in der Fleischproduktion hingewiesen wurde: »Heute: Schwein-Elendchen«. Es war dann aber leider doch nur ein Tippfehler.

Jürgen Miedl

 Neuer Ethik-Kodex

Um mehr Fairness im Online-Handel zu erreichen, schlage ich vor, dass profitmaximierende Abmahnanwälte hin und wieder auch mal etwas bei ihren Opfern bestellen.

Jan Guthmann

 Technikpionier

Dass meine Zeitmaschinen viel besser funktionieren als sämtliche Konkurrenzmodelle, ist nun wirklich keine Überraschung. Ich bau’ die Dinger ja schließlich schon seit 2069.

Andreas Maier

 Waschzwang

Ich wasche immer erst ab, wenn alle kleinen Löffel dreckig sind. Die gehen mir immer als erstes aus. Wenn ich also beim Morgenkaffee merke, dass ich keinen sauberen kleinen Löffel mehr habe, dann wird richtig krass abgewaschen. Zumindest ein kleiner Löffel.

Dorthe Landschulz

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
26.05.2019 Berlin, Volksbühne Heiko Werning mit Paula Irmschler u.a.
28.05.2019 Hamburg, Grüner Jäger Ella Carina Werner
28.05.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
29.05.2019 Schwäbisch Gmünd, Esperanza Thomas Gsella