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Glanz und Elend des Kurtchen Sahne. Ein Wochenend-Fortsetzungsroman (75)

(Was bisher geschah)

Gernolf sah schon fragend auf, wahrscheinlich hatte er, Kurtchen, irgendeinen Laut der Verzweiflung fahren lassen; aber er hatte schon die Lust verloren, sich mit dem Abhub weiter zu beschäftigen, wollte auch nicht für die Weiterverbreitung dieser neuerlichen Kardinalgemeinheit sorgen. Er blies einfach die Backen auf, schüttelte, weil das dazugehörte, den Kopf und wollte die Sauerei vor Mißbilligung schon richtiggehend wegfeuern, als er merkte, daß dazu gar kein Platz war, das Nachbarbankkarree war voll besetzt, und neben Gernolf war zwar frei, aber die Distanz zu knapp. Kurtchen überlegte, ob es möglich wäre, den Dreck voller Verachtung wegzulegen, und resignierte. Man entkam diesen Dingen einfach nicht; also stopfte Kurtchen das schäbige und grundverkom­mene Magazin wieder dahin, wo er es herhatte, ohne noch erfahren zu haben, was genau den Schlagersänger Udo Jürgens, wie auf dem Titel annon­ciert, nun zu einem solchen Genie machte.

Ohnehin mußten sie aus- und umsteigen, und Kurtchen wäre am liebsten sit­zengeblieben und bis zur Endstation durchgefahren, ohne Grund und Ziel, etwas, was er noch nie im Leben getan hatte, nicht einmal, nachdem er vor (Kurtchen mußte rechnen) Jahren hergekommen war und sich also seine neue Heimat vielleicht nicht aus dem U-, aber doch aus dem Straßenbahn­fenster hätte anschaun können. Gernolf hatte das immer getan, wenn er in eine neue Stadt gezogen war: sich einfach ein Tagesticket gekauft und von einer Endstation zur nächsten. Sie standen schon auf der Rolltreppe, als Kurtchen sicher war, daß er das niemals im Leben tun würde, ja schlechter­dings nicht tun konnte. Er überlegte, daß er unfähig sei, Dinge ohne Grund zu tun; aber war die Absicht, sich eine fremde Stadt, eine neue Umgebung zu besehen, nicht Grund genug? Sie waren schon im Marsch auf die nächste Rolltreppe, diesmal nach unten, zum anderen Gleis, als er immer noch ohne Antwort war und sich aber zwang, die Sache nicht weiter zu verfolgen; er fürchtete, daß hier ein Hund begraben lag, vielleicht nur ein kleiner, aber doch ein Hund. Kurtchen beschloß, die Sache später, in alkoholisiertem Zu­stand, noch einmal durchzudenken, wenn er sie, was na­türlich auch anginge, dann nicht schon vergessen hätte.

Gernolf, ein Freund auch in dieser Situation, zeigte ablenkend auf eine Re­klamewand, von der Kurtchen sicher war, daß sie noch nie etwas anderes ge­zeigt hatte als eben diese Werbung für einen Apfelsaft, die vor Alter schon ganz ausge­blichen war. (wird fortgesetzt) 

Kategorie: Kurtchen Sahne



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Briefe an die Leser

 Gude, Fregatte »Hessen«!

Du verteidigst Deutschlands Demokratie zur Zeit im Roten Meer, indem Du Handelsrouten vor der Huthi-Miliz schützt. Und hast schon ganz heldenhaft zwei Huthi-Drohnen besiegt.

Allerdings hast Du auch aus Versehen auf eine US-Drohne geschossen, und nur einem technischen Fehler ist es zu verdanken, dass Du nicht getroffen hast. Vielleicht ein guter Grund für die USA, doch nicht auf der Erfüllung des Zwei-Prozent-Ziels zu beharren!

Doppelwumms von Titanic

 Aaaaah, Bestsellerautor Maxim Leo!

In Ihrem neuen Roman »Wir werden jung sein« beschäftigen Sie sich mit der These, dass es in nicht allzu ferner Zukunft möglich sein wird, das maximale Lebensalter von Menschen mittels neuer Medikamente auf 120, 150 oder sogar 200 Jahre zu verlängern. Grundlage sind die Erkenntnisse aus der sogenannten Longevity-Forschung, mit denen modernen Frankensteins bereits das Kunststück gelang, das Leben von Versuchsmäusen beträchtlich zu verlängern.

So verlockend der Gedanke auch ist, das Finale der Fußballweltmeisterschaft 2086 bei bester Gesundheit von der heimischen Couch aus zu verfolgen und sich danach im Schaukelstuhl gemütlich das 196. Studioalbum der Rolling Stones anzuhören – wer möchte denn bitte in einer Welt leben, in der das Gerangel zwischen Joe Biden und Donald Trump noch ein ganzes Jahrhundert so weitergeht, der Papst bis zum Jüngsten Gericht durchregiert und Wladimir Putin bei seiner Kolonisierung auf andere Planeten zurückgreifen muss? Eines will man angesichts Ihrer Prognose, dass es bis zum medizinischen Durchbruch »im besten Fall noch 10 und im schlimmsten 50 Jahre dauert«, ganz bestimmt nicht: Ihren dystopischen Horrorschinken lesen!

Brennt dann doch lieber an beiden Enden und erlischt mit Stil: Titanic

 Kurz hattet Ihr uns, liebe Lobos,

Kurz hattet Ihr uns, liebe Lobos,

als Ihr eine Folge Eures Pärchenpodcasts »Feel the News« mit »Das Geld reicht nicht!« betiteltet. Da fragten wir uns, was Ihr wohl noch haben wollt: mehr Talkshowauftritte? Eine Homestory in der InTouch? Doch dann hörten wir die ersten zwei Minuten und erfuhren, dass es ausnahmsweise nicht um Euch ging. Ganz im Sinne Eures Formats wolltet Ihr erfühlen, wie es ist, Geldsorgen zu haben, und über diese Gefühle dann diskutieren. Im Disclaimer hieß es dann noch, dass Ihr ganz bewusst über ein Thema sprechen wolltet, das Euch nicht selbst betrifft, um dem eine Bühne zu bieten.

Ihr als Besserverdienerpärchen mit Loft in Prenzlauer Berg könnt ja auch viel neutraler und besser beurteilen, ob diese Armutsängste der jammernden Low Performer wirklich angebracht sind. Leider haben wir dann nicht mehr mitbekommen, ob unser Gefühl, Geldnöte zu haben, berechtigt ist, da wir gleichzeitig Regungen der Wohlstandsverwahrlosung und Realitätsflucht wahrnahmen, die wir nur durch das Abschalten Eures Podcasts loswerden konnten.

Beweint deshalb munter weiter den eigenen Kontostand: Titanic

 Eine Frage, Miriam Meckel …

Im Spiegel-Interview sprechen Sie über mögliche Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt. Auf die Frage, ob die Leute in Zukunft noch ihr Leben lang im gleichen Beruf arbeiten werden, antworten Sie: »Das ist ja heute schon eher die Ausnahme. Ich zum Beispiel habe als Journalistin angefangen. Jetzt bin ich Professorin und Unternehmerin. Ich finde das toll, ich liebe die Abwechslung.« Ja, manchmal braucht es einfach einen beruflichen Tapetenwechsel, zum Beispiel vom Journalismus in den Fachbereich Professorin! Aber gibt es auch Berufe, die trotz KI Bestand haben werden? »Klempner zum Beispiel. Es gibt bislang keinen Roboter mit noch so ausgefeilter KI auf der Welt, der Klos reparieren kann.«

Das mag sein, Meckel. Aber was, wenn die Klempner/innen irgendwann keine Lust mehr auf den Handwerkeralltag haben und flugs eine Umschulung zum Professor machen? Wer repariert dann die Klos? Sie?

Bittet jetzt schon mal um einen Termin: Titanic

 Wussten wir’s doch, »Heute-Journal«!

Deinen Bericht über die Ausstellung »Kunst und Fälschung« im Kurpfälzischen Museum in Heidelberg beendetest Du so: »Es gibt keine perfekte Fälschung. Die hängen weiterhin als Originale in den Museen.«

Haben Originale auch schon immer für die besseren Fälschungen gehalten:

Deine Kunsthistoriker/innen von der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Teigiger Selfcaretipp

Wenn du etwas wirklich liebst, lass es gehen. Zum Beispiel dich selbst.

Sebastian Maschuw

 Treffer, versenkt

Neulich Jugendliche in der U-Bahn belauscht, Diskussion und gegenseitiges Überbieten in der Frage, wer von ihnen einen gemeinsamen Kumpel am längsten kennt, Siegerin: etwa 15jähriges Mädchen, Zitat: »Ey, ich kenn den schon, seit ich mir in die Hosen scheiße!«

Julia Mateus

 Tiefenpsychologischer Trick

Wenn man bei einem psychologischen Test ein Bild voller Tintenkleckse gezeigt bekommt, und dann die Frage »Was sehen Sie hier?« gestellt wird und man antwortet »einen Rorschachtest«, dann, und nur dann darf man Psychoanalytiker werden.

Jürgen Miedl

 Pendlerpauschale

Meine Fahrt zur Arbeit führt mich täglich an der Frankfurt School of Finance & Management vorbei. Dass ich letztens einen Studenten beim Aussteigen an der dortigen Bushaltestelle mit Blick auf sein I-Phone laut habe fluchen hören: »Scheiße, nur noch 9 Prozent!« hat mich nachdenklich gemacht. Vielleicht wäre meine eigene Zinsstrategie selbst bei angehenden Investmentbankern besser aufgehoben.

Daniel Sibbe

 Nichts aufm Kerbholz

Dass »jemanden Lügen strafen« eine doch sehr antiquierte Redewendung ist, wurde mir spätestens bewusst, als mir die Suchmaschine mitteilte, dass »lügen grundsätzlich nicht strafbar« sei.

Ronnie Zumbühl

Vermischtes

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Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
19.04.2024 Wuppertal, Börse Hauck & Bauer
20.04.2024 Eberswalde, Märchenvilla Max Goldt
20.04.2024 Itzehoe, Lauschbar Ella Carina Werner
24.04.2024 Trier, Tuchfabrik Max Goldt