Inhalt der Printausgabe

Die PARTEI informiert


Martin Sonneborn (MdEP)
Bericht aus Brüssel
Folge 16

»Man soll nur von Europa sprechen, denn die deutsche Führung ergibt sich ganz von selbst.«

Außenpolitisches Amt der NSDAP

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Brüssel, Büro

Fast drei Minuten lang muß ich über die Formulierung eines russischen Ministers lachen, Trump sei »eine Schande für die gesamte Menschheit«. Die Diskussion mit Büroleiter Hoffmann, ob es sich hierbei um Fake News handele, weitet sich aus auf den französischen Präsidenten Macron, der Trump offenbar zum Militärschlag gegen Syrien überredet hat. Da Macron nächste Woche das Parlament in Straßburg besuchen wird, beschließen wir, Redezeit für mich zu beantragen.

Ein US-Präsident macht ungebührlich & mit Raketen Werbung für dieses 10-Euro-Shirt aus dem PARTEI-Shop im ­TITANIC-Shop.

Brüssel, Plenum

Als ich eine halbe Stunde vor Beginn der Abstimmungen das Plenum betrete, spricht vorne gerade ein Kommissar über Frauenrechte. Überrascht sehe ich, daß links von meinem Platz kreuzfidel der alte Korwin-Mikke die Debatte verfolgt. Dabei hatte der Pole doch kürzlich der Presse gegenüber seinen Rücktritt erklärt. »Korwin-Mikke, warum sind Sie zurückgetreten?« frage ich und erfahre, daß der Pole sein Mandat aufgibt, um Bürgermeister oder Präsident von Warschau zu werden, so ganz verstehe ich sein Genuschel nicht. Auf jeden Fall wolle er gegen die Sozialisten kämpfen, weil ein Land selbst unter Affen besser dastehe als unter Sozialisten: »Die Affen entscheiden einmal gut und einmal schlecht, die Sozialisten immer schlecht!«

Vorletzter Auftritt: Korwin-Mikke kämpft bei einer Tierschutzveranstaltung für Naturpelz

Leider bekomme er wenig Aufmerksamkeit in den Medien, und das, obwohl er nicht gegen Juden sei, sondern nur gegen jüdische Kommunisten, die seien nämlich intelligenter und viel gefährlicher… Als der Kommissar vorne seinen Vortrag beschließt, ruft Korwin-Mikke in den Saal, er wolle ebenfalls ein Recht auf Abtreibung, und wenn er das nicht erhalte, zumindest finanzielle Kompensation. Seine letzte Wortmeldung als Parlamentarier erfolgt in der anschließenden Diskussion über den Mord an einem slowakischen Journalisten: »Es müßten mehr Frauen ermordet werden, 50 Prozent Frauen! Immer werden Männer umgebracht, was ist mit der Gleichberechtigung?« Dann reicht er mir die Hand zum Abschied und geht, um Präsident von Warschau werden.

Brüssel

In der Brüsseler EU-Blase gibt es zur Zeit nur ein Thema: Martin Selmayr, der deutsche Kabinettschef von Karl-Heinz Juncker, wird befördert. Zwei Mal. Innerhalb von fünf Minuten. Erst nicken 28 Kommissare seinen Aufstieg zum stellvertretenden Generalsekretär der EU-Kommission ab, und als wenige Augenblicke später der amtierende Generalsekretär höchst überraschend für alle Anwesenden – ausgenommen Juncker und Selmayr – in den vorgezogenen Ruhestand geht, auch gleich noch zum Generalsekretär. Selmayr ist ab sofort der höchste EU-Beamte, Herr über 32 000 Kommissionsmitarbeiter. Seine erste Amtshandlung ist die höchstpersönliche Aufhübschung seiner eigenen Wikipedia-Seite, danach entläßt er einige Direktoren, die mit ihren exorbitanten Gehältern in die innere Emigration geschickt werden, und befördert alte Studienkollegen auf die frei gewordenen Posten.

Martin S. aus Deutschland

Obwohl der ehemalige Bertelsmann-Lobbyist Selmayr als hochunsymapthischer Karrierist und eigentlicher Strippenzieher hinter Juncker gilt, der in der Kommission keinerlei Widerspruch duldet, hat er meine Sympathien. Drei Martin S. haben sich aufgemacht, um Europa zu retten. Chulz und ich dürfen inzwischen getrost als gescheitert gelten, um so wichtiger ist Selmayrs Erfolg – zumal sonst möglicherweise ein Ausländer sein neues Amt übernommen hätte. Und Ausländer sehen wir nicht gern auf den vier wichtigsten Verwaltungsposten der EU, deshalb sind ja jetzt die Generalsekretäre von Kommission, Parlament und Auswärtigem Dienst der EU Deutsche; lediglich im EU-Rat sitzt noch ein Däne, als Nachfolger eines Deutschen.

Als selbst unter konservativen Parlamentariern die Kritik immer lauter wird und Inge Gräßle (CDU) als Vorsitzende des Haushaltskontrollauschusses staubtrocken die »putschartige Aktion« kritisiert, in der die Grenzen des Rechts »gedehnt und möglicherweise sogar überdehnt« worden seien, greift Günther Oettinger ein, Kommissar für Schlitzaugenbeleidigung. Anläßlich einer Einladung des Verbands der deutschen Automobilindustrie beschwört Oettinger abends in einem Brüsseler Steakhouse die Abgeordneten, auf keinen Fall Selmayrs Rücktritt zu fordern.

→ Sachdienlicher Hinweis von Spon
»Das könnt ihr nicht machen«, sagte der Kommissar, »ohne Selmayr ist Juncker hilflos.« Elmar Brok, der Selmayrs Karriere stets gefördert hatte, raunzte seine Kollegen an: »Wie kann man nur gegen einen Deutschen sein!«

→ Sachdienlicher Hinweis der »Zeit«
Juncker drohte im Streit um Selmayr mit Rücktritt Die Blitzbeförderung eines Vertrauten setzt den EU-Kommissionschef unter Druck. Nun platzte Juncker offenbar der Kragen: »Wenn er geht, gehe ich auch!«

→ Sachdienlicher Hinweis von Wikipedia
Der französische Journalist Jean Quatremer, der die Beförderungsaffäre aufdeckte, sieht sie als »Staatsstreich«. Ihm zufolge soll sich Selmayr die Zustimmung der Kommissare zu seiner Beförderung erkauft haben, indem er zusagte, die monatlichen Zahlungen an ausgeschiedene Kommissare von zwei Jahren auf bis zu fünf Jahre zu verlängern.

Letzten Endes verhindert eine Mehrheit aus Konservativen und Sozialdemokraten im EU-Parlament, daß Selmayrs Beförderung rückgängig gemacht wird. GroKo Haram!

Straßburg, Parlament

Um 17 Uhr trage ich mich in die Anwesenheitsliste ein, schaue kurz in den Plenarsaal, sehe meinen Chef Tajani, der neuerdings den Aufbau einer eigenen EU-Armee fordert, und begebe mich dann in mein kleines Büro. Beim Macron-Besuch morgen mittag habe ich keine Redezeit, aber heute abend in der offenen Aussprache darf ich 60 Sekunden sprechen. Und meine Rede ist noch rund 20 Sekunden zu lang.

Gegen 21 Uhr sollen die one-minute-speeches beginnen, aber wegen irgendwelcher Diskussionen im Plenum verschiebt sich die Startzeit ständig nach hinten.

Politprofis lassen ihre Reden von Kollegen filmen und führen sie zu Hause bei Familienfesten vor.

Gegen 21.30 Uhr ist das Parlament längst menschenleer, alle netten Bars im Hause sind mittlerweile geschlossen. Büroleiter Hoffmann, Praktikant Samuel und ich sitzen gelangweilt in der Cafeteria herum und diskutieren über Kollegah und den anderen Willi.

→ Mail meines (depressiven) Redenschreibers
Sag mal, kannst Du nicht eine Petition starten, daß Kollegah und der andere Willi eingeschläfert werden sollen?

Um 22.30 Uhr mache ich mich auf ins Plenum. Rund 20 Abgeordnete sind noch über den Plenarsaal verteilt, warten auf ihren einminütigen Einsatz für Europa. Um 23.06 Uhr bin ich endlich dran, die ungarische Vizepräsidentin Lívía Járóka erteilt mir das Wort.

»Vielen Dank, Frau Präsident.

Aus Gründen möchte ich einmal darauf hinweisen, daß es verboten ist, Marschflugkörper in fremde Länder zu schießen.

Und unserem alten Kollegen Lambsdorff, der sich echauffiert, weil Deutschland eine Teilnahme an diesem Unsinn abgesagt hat, möchte ich entgegnen:

Lieber Graf, wenn Sie unbedingt in den Krieg ziehen wollen, niemand hindert Sie. Fallschirmspringen hat ja eine gewisse Tradition in der FDP. Zwinker-Smiley!

Die Bundeswehr allerdings können wir nicht mitschicken, die ist kaputt.

Die könnte höchstens defektes Militärgerät auf Assads Palast abwerfen.

So ein Leopard II aus 8000 Metern Höhe knallt da ganz schön rein.

Vizepräsidentin Lívía Járóka

Ähnlich übrigens wie die deutschen Nato-Panzer in Afrin, wo der Irre vom Bosporus derzeit einen brutalen Angriffskrieg führt.

Ein Wort noch an Präsident Macron: Sie halten große Reden an der Sorbonne, Sie haben die französische Elite-Laufbahn absolviert. Sie sollten wissen, daß das maßgebliche Erbe Ihrer Kultur die Aufklärung ist:

Zuerst wird aufgeklärt, dann geschossen – nicht umgekehrt!

Wie wollten Sie sich vor Voltaire und Diderot rechtfertigen? Fragen Sie doch mal Ihre Frau, die könnte mit beiden noch persönlich bekannt gewesen sein. Vielen Dank.«*

Die Vizepräsidentin kann sich eines Lächelns nicht erwehren, als sie den nächsten Redner aufruft. Ich verfolge seine Ausführungen nicht mehr, zu deutlich ruft mein Hotelbett.

→ Sachdienlicher Hinweis aus dem Netz

Günni Peters
Ist das dieser Battlerap von dem seit dem Echo alle reden?

atz frarz
Der letzte Satz war sehr unprofessionell

Hans Müller
Was für eine wuchtige Rede! Allerdings muß ich in einem Punkt widersprechen: Die Bundeswehr kann keinen Schrott aus 8000 Metern Höhe abwerfen, weil die Flugzeuge das nicht mitmachen!

WupperVideo
Welche Flugzeuge?

bfgguns
Die Transportmaschinen werden eh von den Ukrainern ausgeliehen.

Nikolaj der Burner
Ich hab mir bei dem Stuß den der Graf da verzapft hat fast die Hand gebrochen als sich meine Faust verkrampft hat… Der Typ hat sie doch nicht alle…

Brüssel, Büro

Macron revanchiert sich auf eine höchst unfeine Art und Weise. Durch seine Forderung nach »Transnationalen Listen« bei der nächsten EU-Wahl erhält plötzlich die Wahlrechtsreform von Jo Leinen (173), die bei allen Beteiligten als tot galt, wieder Rückenwind. Weitgehend unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit üben CDU/SPD noch einmal enorm Druck aus auf die 27 Satellitenstaaten in der EU. Als letzte Länder fallen Schweden und Belgien, lediglich Italien verzögert aufgrund der komplizierten Regierungsbildung in Rom die erforderliche Einstimmigkeit eines Beschlusses im Rat.

→ Sachdienlicher Hinweis von Telepolis
Der von Telepolis befragte Europaabgeordnete Martin Sonneborn von der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (PARTEI), meinte dazu:

»Ich dachte immer, wir wären die Unseriösen in diesem Spiel, Smiley. Aber CDU und SPD arbeiten mit stumpfen Lügen in ihrem Kampf um sieben oder acht weitere EU-Mandate. Die Behauptungen, es gäbe immer mehr fraktionslose Abgeordnete und immer mehr Fraktionen, sind schlichtweg falsch. Auch ist es ein bißchen viel der Ehre, wenn die großen Parteien erklären, das EU-Parlament sei durch die Anwesenheit von Julia Reda (Piraten), Tierschützer Stefan Eck und mir in seiner Funktion eingeschränkt. Fünf von sieben Abgeordneten der Kleinparteien sind einer Fraktion beigetreten und leisten dort gute Arbeit. Und ich mache halt, was ich immer mache.«

 


* Für den Fall, daß Sie bewegte Bilder mögen: Sie finden die Rede »Auf ein Wort, Monsieur Macron!« unter www.youtube.com/watch. Und darunter viele lustige Kommentare…

 


Achtung, Durchsage: Dieser Bericht wurde aus Mitteln des Europäischen Parlamentes finanziert und zeigt möglicherweise ein Zerrbild desselben.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ganz schön pfiffig, Bernd Riexinger!

Ganz schön pfiffig, Bernd Riexinger!

Als auch im sechsten Jahr seiner Amtszeit immer noch weithin unbekannter Vorsitzender der Linkspartei landeten Sie mit einem Tweet zur bayerischen Kruzifixverordnung einen satten und vielzitierten Treffer. Darin erklärten Sie gewitzt: »Statt jeder Behörde ein Kreuz zu verordnen, sollte die CSU sich lieber wieder um christliche Werte wie Nächstenliebe kümmern. Da haben Söder und Co. massiv Nachholbedarf.«

Alle Achtung, Herr Riexinger, da haben Sie ja rhetorisch einen wirklich mächtigen Hammer rausgeholt. Allein: wozu? Doch nur, um damit einen winzigkleinen Nagel auf den hohlen Kopf zu treffen – und mit diesem wiederum die ungeliebte Konkurrenz in Person des blöden Söder versuchsweise ans Kreuz der öffentlichen Meinung zu schlagen. Denn was heißt schließlich, die CSU solle sich »wieder« um christliche Werte wie Nächstenliebe kümmern? Das hat diese auf Polizeistaat, Spezlnwirtschaft und Rechtsauslegertum spezialisierte Partei in den 72 Jahren ihres Bestehens doch noch nie getan. Nicht einmal! Und das erwartet auch keiner ihrer Wähler von ihr.

Kurz gesagt: Statt anderen Parteien naseweis den Widerspruch zwischen hehrem Namen und tatsächlicher Politik vorzuhalten, Genosse Riexinger, sollten Sie sich lieber wieder um linke Werte kümmern!

Sieht auch beim Aufbau des Sozialismus Nachholbedarf: Titanic

 Marlene Mortler, Drogenbeauftragte!

Als Asketin in chief forderten Sie zuletzt eine Verteuerung alkoholischer Getränke. »Billigalkoholika zum Discountpreis«, wie Sie mit tautologischer Schärfe verlautbarten, »haben nichts mehr mit Genuß zu tun, sondern zielen auf Masse und animieren gerade Jüngere mit wenig Einkommen zum Saufen.«

Da können wir ja von Glück reden, daß die Maß im Bierzelt zwar durchaus zum Massenphänomen taugt, nämlich dem, daß Ihre CSU-Parteifreunde sich so lange damit begießen, bis sie zu betrunken sind, um der Wirtin noch ins Dirndl packen zu können, und freilich ferner noch bewirken mag, daß sie hinterher im selbstchauffierten Dienstwagen die Münchener Innenstadt zerlegen; jedoch bei den Preisen auf der Wiesn und dergleichen schwerlich von »Billigalkoholika« die Rede sein kann.

Aber was Alkoholkonsum in Ihrem Sinne angeht, könnte die Lösung doch so viel einfacher sein: Jede junge mittellose Schnapsnase sollte für ihre Trinkerei einfach eine großzügige staatliche Stütze erhalten (Arbeitstitel: ALK I). So kann sie sich künftig einfach 50 Jahre gereiften Gin gönnen, Sie können endlich mit Ihrem »Genuß« und jene in Zufriedenheit dahindelirieren.

G’suffa! Titanic

 Grünen-Kompostierer Robert Habeck!

Auf zwei vollen »Zeit«-Seiten im Fach Kommunikationssimulation gegen die Dünnpfiffkanone di Lorenzo anstinken zu können, das nötigt durchaus Respekt ab. Und doch genügt nur eines Ihrer Sätzlein, um die Sprach-, Gedanken- und Sinnlosigkeit Ihres politischen Daseins zu erahnen: »Das stimmt zunehmend weniger.«

Abnehmend mehr davon überzeugt, daß null bei Ihnen stimmt: Titanic

 Superstar Ingo Naujoks!

Superstar Ingo Naujoks!

»DB Mobil« gestanden Sie lachend Ihre Angst, beim Schlafen im Abteil beobachtet zu werden: »Vor allem Schulklassen. Da laufen oft Gruppen von fünf, sechs Kindern hin und her und tun so, als müßten sie auf die Toilette, während sie flüstern: Ist er das oder nicht? Da geh ich meist nach einer Weile hin und sage: Wollen wir ein Foto machen, oder wollt ihr ewig hier rumschleichen?«

Und lassen Sie uns raten: Die Schulkinder, die für Superserien mit Ihnen wie etwa »Morden im Norden« im Ersten sicher regelmäßig das I-Pad aus der Hand legen, antworten dann: »Wozu denn, wir suchen doch nur die Toilette, Herr Schaffner!«

Lacht: Titanic

 Hallo, Amazon!

Deine Anzeige »Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch« hat sich ja durchaus bewährt: Gruppenzwang als Kaufanreiz. Wenn nun aber bei Ansicht des Spritzmittels »Raupenfrei Xentari« als bald darauf folgender Kauf anderer Konsumenten »12 Dartpfeile mit 100 Spitzen« angegeben wird, könnte das nicht eher als Hinweis auf die Nichtwirksamkeit des Produkts verstanden werden?

Wirft auch gleich mit spitzen Gegenständen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Leider

Als Engländerin in Berlin bemerke ich, daß deutsche Kinder andauernd falsche Wörter benutzen. Ein Beispiel: Viele deutsche Kinder sagen, daß Kaninchen Hasis sind. Die deutschen Kinder laufen über den Bauernhof mit ihren deutschen Eltern, schauen sich Kaninchen an und rufen: »Ei gucke, Mama, ein süßer Hasi!« Die Eltern sagen dann leider nie: »Nein, du Idiot, das ist kein Hase, das ist ein Kaninchen, das ist eigentlich eine total andere Spezies von Tier! Hasen haben viel längere Ohren und leben über der Erde! Mach nie wieder diesen Fehler! Du Idiot!« Statt dessen sagen sie: »Ja, mein Schneckerchen, so ein süßer Hasie, mit süßen Hasenohren! So süß! Laß uns mal die Schweine anschauen …«

Jacinta Nandi

 Portion Mut

Wenn ich schon frühmorgens, unmittelbar nach dem Aufstehen, am Aufreißen des Espresso-Portionstütchens scheitere, mich der für diesen Vorgang eigentlich gar nicht notwendigen Schere bedienen muß, dann fühle ich mich den Anforderungen des Lebens an sich nicht mehr gewachsen. Eine couragiertere Persönlichkeit hätte dieses Scheitern vielleicht in einen Triumph gewendet, wäre zum weltweiten Vorkämpfer gegen den Verpackungswahn und die Reinhaltung der Meere aufgestiegen. Aber wenn ich darüber nachdenke, fühle ich mich noch elender.

Burkhard Niehues

 Kochtip eines Studenten

Es schmeckt gleich doppelt so gut, wenn es von Pfand bezahlt ist.

Karl Franz

 Neulich in der U-Bahn

Einigermaßen verwundert ein paar Grundschüler das Wort »Paranoia« sagen hören. Dann panischer Gedanke: Sprechen die über mich?

Adrian Schulz

 Mantras und Mudras

Beim Yoga geht es nicht um Vergleiche oder Leistung, es fördert Achtsamkeit, Demut und Hingabe. Also gut, durch die geschlossenen Augenlider wird schon geprüft, wie weit die Nachbarin bei der Vorwärtsbeuge kommt, wie lange die Streberin ganz vorne den Pflug halten kann. Am Ende der Stunde kann ich dann endlich punkten, bei der Tiefenentspannung ziehe ich sie alle ab.

Miriam Wurster

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige  Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In  diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen  Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde.  Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle  Sterne.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann       alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und       hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und       Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy       Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine       gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 21.06.:

    Das NDR-Medienmagazin "Zapp" hat die TITANIC-Redaktion für einen Beitrag über Twitterfakes besucht.

Titanic unterwegs
24.06.2018 Berlin, Jägerklause Katharina Greve
28.06.2018 Stuttgart, Stadtbibliothek Katharina Greve
30.06.2018 Hamburg, Planten und Blomen Ella Carina Werner
02.09.2018 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Otto. Die Ausstellung«