Inhalt der Printausgabe

Die PARTEI informiert


Martin Sonneborn (MdEP)
Bericht aus Brüssel
Folge 8

»Man soll nur von Europa sprechen, denn die deutsche Führung ergibt sich ganz von selbst.«

Außenpolitisches Amt der NSDAP

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Straßburg, Büro

Aufregung im Parlament: Merkel und Hollande werden morgen zu Gast sein im Plenum, Reden halten für Europa. Wie die Fraktionen hat auch die Gruppe der 15 fraktionslosen Abgeordneten anschließend Redezeit, allerdings recht wenig: genau eine Minute. Was kann man Merkel in einer Minute sagen? 60 Sekunden, in denen sie in der Bank sitzen muß, schweigend wie eine Siebtkläßlerin ohne Hausaufgaben. Seehofer hatte kürzlich noch ganze 13 Minuten gebraucht, um sie zu demütigen. Egal, Büroleiter Hoffmann beantragt jedenfalls sofort die Redezeit. Leider stellt sich die Verwaltung quer. EU-Referatsleiter Herr Bordez (Franzose) glaubt, daß die Minute eher meinem unseriösen Kollegen Bruno Gollnisch* (auch Franzose) zusteht.


Sachdienliche Hinweise aus dem Netz

Bastian Dick Erst drücken sie uns das Saarland aufs Auge, jetzt dieser Affront. Ich halte es da mit Al Bundy: Es ist falsch, Franzose zu sein!
Claudius Eckhardt Aha, Franzosen. Oder wie Jeremy Clarkson sagt: »Surrendermonkeys«. Aber das ist evtl. politisch unkorrekt. »smile«-Emoticon!


Auf unsere begründeten Beschwerden hin erweist sich Bordez als erstaunlich kreativ beim Erfinden neuer Kriterien, nach denen Redezeit ab sofort vergeben wird; und nimmt es dabei auch mit der Wahrheit nicht allzu genau. Während der Schlagabtausch läuft, bitte ich meinen (depressiven) Redenschreiber um eine

One Minute Speech für Merkel. Drei Stunden später erhalte ich den Text für meine Ansprache, der mir auf den ersten Blick fast ein wenig staatstragend geraten scheint:

Liebe Frau Merkel, auch nach zwanzig Jahren Kanzlerschaft haben Sie nichts von Ihrer Wahnsinnsausstrahlung eingebüßt. Schade eigentlich. An Politik ist jedenfalls nicht zu denken, wenn eine so scharfe Braut im Parlament posiert. Endlich weiß ich, wofür das M in MILF steht: für Angela.


Sachdienliche Hinweise aus dem Netz

Deniz Y. Dix Bisschen zu passiv. Ich würde das etwas offensiver gestalten.
Burkhard Tomm-Bub Das ist flach, sexistisch, am Thema vorbei, sinnlos und in sich widersprüchlich. Von daher: den ansonsten dort üblichen Reden und Beiträgen eigentlich zu ähnlich.
Helge De Ein wenig subtil vielleicht, aber gut. In einer Minute kann man nicht mehr Schaden anrichten. »wink«-Emoticon
Denis König Mutti ist doch gar nicht 20 Jahre Kanzlerin. Bleiben Sie realitätsnah. Solche Fehler können Sie diskreditieren.
Franziska-Maria Kaul Soll das witzig sein? Die Fuckability der Bundeskanzlerin? In welcher verranzten Ecke wurde denn der Redenschreiber aufgespürt?!
Björn Schwabe Müsste es dann nicht ALF heißen?


Straßburg, Hotel

Am späten Vormittag soll die Entscheidung über die Reden fallen. Als ich gegen 10.30 Uhr das Hotel verlasse, fällt mir ein kantiger BKA-Mann auf, ein hochrangiger Personenschützer, mit dem ich beim Papstbesuch in Berlin schmerzhafte Erfahrung gemacht hatte. Seine Anwesenheit gibt mir zu denken. Sollte Merkel in meinem Hotel wohnen? Was kann ich tun, um sie zu ärgern: Zahnpasta unter die Türklinke? Toilettenpapier abrollen, »Merkel ist dooooof!« draufschreiben, wieder aufrollen? Ich bitte im Netz um qualifizierte Vorschläge.


Unqualifizierte Vorschläge aus dem Netz

Benjamin Krähling 100 Pizzen auf ihr Zimmer bestellen!
Bast Petrichor Brühwürfel im Duschkopf!
Jasper Maack Scheiß ihr in die Stiefel.


Straßburg, Parlament

Schlechte Nachrichten empfangen mich, die Redezeit geht endgültig an Frankreich. Zum Glück kann ich meine Wut gleich an ein paar Rentnern auslassen. Da ich in Straßburg regelmäßig über Tagesfreizeit verfüge, bevor das Plenum um 12 Uhr zusammentritt, treffe ich ein- bis zweimal in der Woche Schüler- oder Studentengruppen und berichte von den weniger seriösen Aspekten meiner Abgeordnetentätigkeit. Heute begrüßt mich zur Abwechslung eine Gruppe Senioren: »Wir sind 18 Mannheimer Unternehmer, waren alle mal in der CDU, heute ist nur noch einer in der Partei…« – »Gute Güte, und verdammt alt sind Sie«, entgegne ich, »werden Sie denn die nächste Wahl noch erleben?« Johlend folgt mir die Gruppe durch die Flure im Erdgeschoß, als uns in der Nähe des Eingangs eine Absperrung stoppt. Merkel und Hollande sollen hier gleich über den roten Teppich laufen und Bilder für die TV-Nachrichten liefern. Die Mannheimer zücken ihre Fotoapparate, ich mein Badge, das mir überall Zutritt gewährt. Auf der rechten Seite des Teppichs ist eine Pressetribüne aufgebaut, vollbesetzt mit Fotografen und Kameraleuten. Ich gehe nach links, stehe bestens postiert auf der anderen Seite.

Schon blitzen die Fotoapparate, Chef Chulz führt Merkel und Hollande gemessenen Schrittes über den roten Teppich. Kurz bevor sie auf meiner Höhe anlangen, beginne ich ein lautes, beklemmend langsames Klatschen, dem wohl anzuhören ist, daß es nicht wirklich von Herzen kommt. Chulz dreht sich zu mir um und hat nichts Besseres zu tun, als der Kanzlerin zuzurufen: »Ah, da ist der Herr von TITANIC!« Was dann kommt, irritiert mich nachhaltig. Merkel dreht sich um, sieht mich, für einen Moment treffen sich unsere Blicke – und im Überschwang der Gefühle, in großer Verwirrung oder in der Anspannung vor den Kameras der Weltpresse winkt sie mir zu! Die Frau, der ich regelmäßig ihre TITANIC-Titel** zugeschickt habe, die mich bei »Heute Show«-Dreharbeiten zum »Tag der offenen Tür« im Kanzleramt mit dem kältesten Blick der Welt bedacht hatte, sie winkt mir zu. Was hat das zu bedeuten: Wird sie langsam senil? Müssen Deutsche im Ausland zusammenhalten? Ist das so eine Art Stockholm-Syndrom?


Sachdienliche Hinweise aus dem Netz

Stefan Veith Es ist ganz einfach so: Sie mag Dich
Ronny Lorch Sei froh dass sie dir nicht über den Kopf gestreichelt hat!


Nachdenklich begebe ich mich ins Plenum und höre die etwas nervös vorgetragene, belanglose Rede Merkels und die ihres »Vize-Kanzlers Hollande« (Marine Le Peng anschließend) (Spaß). Interessanterweise ist Elmar Brocken (156 Kilo CDU) nachweislich die ganze Zeit über wach, jedenfalls blättert er z.T. eifrig in einem Sportteil herum, während Merkel länger damit kämpft, Flüchtlinge zu intregie… intrige… intregieren… als man mir Redezeit zugestanden hätte.

Nach den beiden Staatschefs darf als erstes der stets oberdevote Weber (CSU) seinen, unseren Dank aussprechen: »…möchte der Bundeskanzlerin danken, daß sie den Menschen Mut macht: Danke!« Dann schwadroniert er über die Weiterentwicklung Europas, die Abschaffung von Veto-Rechten, den Aufbau einer europäischen Armee, TTIP und endet: »Liebe Bundeskanzlerin Merkel, lieber Präsident Hollands,*** schaffen Sie mehr Europa, schaffen Sie mehr Union!« Und ganz, ganz zum Schluß kommt noch ein wenig erheiternder Beitrag Bruno Gollnischs: kein einziges Wort über scharfe Bräute oder Holocaust!

Seit den Anschlägen von Paris sehe ich den Schläfer Elmar Brocken mit anderen Augen: Trägt er unter seinem gewaltigen Jackett vier bis fünf Sprengstoffgürtel?

Brüssel, ein Flur im Parlament

Freundlich begrüßt mich Jo Leinen (163) (Jahre, nicht Kilo) auf dem Flur. Es gäbe da eine Buchhandlung in Freiburg, nichts Altmodisches, etwas ganz Modernes, ob ich nicht mal eine Lesung veranstalten könnte dort? Ich gebe ihm meine Mailadresse.


Sachdienlicher Hinweis von »n-tv«

»Die Musik spielt hier auf den Fluren, in informellen Absprachen und nicht in den Sälen«, sagt Jo Leinen, SPD.


Zwei Stunden später berichtet mir der Assistent eines MEPs, Leinen betreibe im »Ausschuß für konstitutionelle Fragen« (AFCO) eine Wahlrechtsänderung, die neben ein bißchen Kosmetik einen ernsten Kern hat: die Einführung einer 3- bis 5-Prozent-Hürde bei EU-Wahlen. ****

Die Regelung, die sich praktisch nur in Deutschland und Spanien auswirkt, wird von CDU und SPD vorangetrieben, und bei einem ähnlichen Wahlergebnis wie 2014 würden sämtliche Kleinparteien sieben gut dotierte Sitze an SPD und CDU abgeben. Lustig: Wenn die Wähler die ehemaligen Volksparteien nicht mehr wählen, lassen die ehemaligen Volksparteien einfach die Wahlgesetze ändern…


Sachdienlicher Hinweis des Tagesspiegel

»Eine Zersplitterung ist nicht gut für die Funktionsfähigkeit des Parlaments«, sagt Jo Leinen (SPD). Ihn stört nicht nur, daß Politiker wie Sonneborn das Parlament mißbrauchen. Es gebe auch zunehmend knappe Abstimmungen, weil einzelne Abgeordnete ohne feste Fraktionszugehörigkeit laufend ihre Meinung wechselten. Außerdem ließen sich ungebundene Abgeordnete auch leichter »kaufen«.


Normalerweise werde das Wahlrecht von den 28 Regierungschefs im Rat – der jede Änderung bestätigen muß – niemals angetastet, so unser Informant weiter. Aber aus irgendeinem Grund, den er nicht verstehe, habe Merkel Elmar Brocken gerade signalisiert, daß sie ihren ganzen Einfluß geltend machen werde. Sie würde es schätzen, wenn ihr in Europa demnächst keine Vertreter von Kleinstparteien mehr über den Weg liefen. Schade für Nazis, Tierschützer etc.

Und eigentlich auch für die FDP, natürlich. Aber die »Liberalen«, nicht dumm, versuchen mit einem unauffälligen kleinen Änderungsantrag die Tür ins EU-Parlament einen Spalt weit geöffnet zu lassen:

Für Parteien, die zum Zeitpunkt der Wahl zum Europäischen Parlament in einem regionalen Parlament mit Gesetzgebungsbefugnissen vertreten sind, beträgt die Schwelle 50 % der festgelegten allgemeinen Schwelle.

Solide 1,5 Prozent traut man sich in der EU-Wahl 2019 offensichtlich zu. Aber ob die FDP nach der BTW 2017 noch in regionalen Parlamenten mit Gesetzgebungsbefugnissen vertreten sein wird?

Da Jo Leinen auf den Fluren keine Mehrheit für seine Initiative zusammenbekommt, läßt er die Abstimmung kurzerhand um ein paar Wochen verschieben. Später im Plenum in Brüssel geht die Sache glatt durch, weil hier traditionell weniger Abgeordnete anwesend sind und einige verwirrte Spanier gegen ihre eigenen Interessen stimmen. Der Änderungsantrag der Liberalen findet keine Mehrheit.

Brüssel, Parlament

Neben »Trinker fragen – EU-Politiker antworten«-Veranstaltungen (mit aus Brüssel subventioniertem Bier) in den Bundesländern sind Pressekonferenzen in Brüssel eine gute Möglichkeit, zweckgebundenes Geld zweckgebunden auszugeben. Also veranstalte ich eine Pressekonferenz, um über ein für Europa eminent wichtiges neues Buch zu sprechen, zusammen mit meinen Ghostwritern Thomas Gsella & Oliver Maria Schmitt: »Sonneborn, Gsella, Schmitt – 20 Jahre Krawall für Europa«*****, Rowohlt, 25 Euro. Eine Einladung an die Praktikanten der deutschsprachigen MEPs ergeht per Mail, drei Tage darauf bin ich spätnachmittags auf dem Weg zur Veranstaltung. Elmar Brocken (157 Kilo CDU) kommt mir entgegen. »Falsche Richtung, Herr Brocken, wenn Sie meiner Einladung folgen wollen…« – »Von wegen!« schnaubt der Ostwestfale. »Ich gehe arbeiten!! Ar-bei-ten!!!«

Das tun wir auch: Minuten später führen Gsella, Schmitt und ich den Vorsitz in Saal ASP 3E2, eröffnen die Sitzung und lesen eine Stunde aus dem Buch vor, dem eine europäische Vision wohl abgeht wie keinem zweiten.

Auch wenn den Praktikanten der konservativen MEPs z.T. von der Teilnahme an der Veranstaltung abgeraten wurde, verfolgen doch über 100 Hörer das ganze interessiert, schon weil ein abschließender Champagner-Empfang annonciert wurde. Die Diskussion am Schluß wird abgerundet durch die Wortmeldung einer Japanerin, die fragt, was in den vergangenen 75 Minuten gesprochen worden sei, sie habe eine Übersetzung vermißt. Schmitt faßt zusammen – »We just were talkin’ Bullshit!« –, dann begeben wir uns nach unten, in die Feierräume des Parlaments.

Heute läßt sich die EU nicht lumpen, livrierte Kellner haben Champagner und diese kleinen leckeren aufgespießten Dinger aufgefahren. Gut 3000 Euro Steuergelder sind nach einer Stunde weggetrunken, auch subventionierter Champagner hat seinen Preis. Die Stimmung ist bestens, großer Durst kommt auf. Zum Glück haben wir unseren Empfang so plaziert, daß genau jetzt einen Raum weiter ein Empfang von Jo Leinen und Hanuta Hübner folgen soll, bei dem der AFCO-Ausschuß nach seiner Sitzung feiern und über das neue Wahlrecht plaudern will. Wer plauderte da mit mehr Recht als wir? Und da sich der Beginn etwas verzögert, weil Leinen bei seiner Veranstaltung die juristischen Fragen meines Büroleiters Dustin Hoffmann zur Wahlrechtsänderung nicht zu dessen Zufriedenheit beantworten kann, beschließen wir, nicht länger auf politische Randfiguren zu warten.

Schnell ist Leinens Empfang leergetrunken; obwohl es hier nur billigen belgischen Schaumwein gibt, Chips und Erdnüsse. Das wird auch der Grund sein, warum Hanuta Hübner kochend vor Wut abzieht. Sie ist immerhin Ex-EU-Kommissarin und somit vermutlich bessere Getränke gewöhnt… Mühsam beherrscht zischt mir ihre Assistentin zu: »Ich finde es sehr, sehr schade, daß der AFCO-Ausschuß diesen Empfang bezahlt – und niemand vom AFCO-Ausschuß hier ist!« Ich stimme ihr zu: »Das ist wirklich sehr schade, Cheers!«

Bester Laune verlassen wir den Laden und gehen nach Brüssel rein, an den Bars südlich von Molenbeek mal kräftig unsere Lebensart verteidigen. Smiley!

Epilog

Zu vorgerückter Stunde erklärt Büroleiter Hoffmann, daß er jetzt Verhandlungen mit dem ein oder anderen Staatspräsidenten aufnehmen wolle. Das Votum des Rates zur Wahlrechtsänderung muß einstimmig sein; und vielleicht wollen Ungarn, Engländer oder Polen Merkel ein bißchen ärgern. Ich halte das für eine ausgezeichnete Idee und bitte ihn, gleichzeitig vom Wissenschaftlichen Dienst prüfen zu lassen, ob wir Victor Orban verklagen können, weil er den Bau seines Zauns nicht europaweit hat ausschreiben lassen. Möglicherweise können wir den Irren ein wenig unter Druck setzen…

 


* Achtung, Name wird von einigen Korrekturprogrammen in »Bruno Goldfisch« geändert. Goldfisch war lange Jahre zweiter Mann hinter Jean Marie Le Pen beim Front National und durfte nicht mit in Marine Le Pens rechtsradikale EU-Fraktion ENF, weil er zu interessante Ansichten zum Holocaust vertritt.

** Vgl. Internet: »Deutschland wählt: Ein neues Gesicht für Angela Merkel«, »Darf das Kanzler werden?« etc.

*** Guter Witz, das. Leider ebenfalls von meinem Korrekturprogramm, Weber wäre nie darauf gekommen!

**** Eine ernsthafte juristische Einschätzung von Büroleiter Hoffmann finden Sie unter www.martinsonneborn.de, Eintrag vom 11.11.

***** Eigentlich »20 Jahre Krawall für Deutschland«; Name für die Buchvorstellung kurzerhand geändert.

 

Achtung, Durchsage: Dieser Bericht wurde mit 160 000 Euro aus Mitteln des Europäischen Parlamentes finanziert und zeigt möglicherweise ein Zerrbild desselben.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Und dann, »Welt online«,

wird einem klar, dass keine News-Seite so mittendrin im Ereignisfluss steht wie Du, wie schon die Titel Deiner Texte hinreichend klarmachen: »Und dann lockt der AfD-Chef die CDU mit der bürgerlichen Mehrheit«; »Und dann macht Senftleben AfD-Mann Kalbitz eine deutliche Ansage«; »Und dann fahren die Belgrad-Fans einen Panzer vor«; »Und dann sagt Boris Johnson in gebrochenem Deutsch ›Wir schaffen das‹«; »Und dann verrät Stoiber, warum Hoeneß geht«; »Und dann hat er es ›vermasselt‹« usw. usf.

Und dann scrollt der Leser unwillig über die Seite und kriegt höllische Kopfschmerzen. Und dann macht er plötzlich eine deutliche Ansage. Und dann sagt er in sehr klarer Sprache: »Was für eine Scheiße!« Und dann surft er für immer davon. Und dann geht die »Welt« plötzlich pleite. Und dann verrät Friede Springer, warum Poschardt gehen muss. Und dann hat er es schon wieder »vermasselt«.

Und dann sagt zum Abschied leise Servus: Titanic

 Fühlst Du Dich eigentlich verarscht, Bayerisches Oberstes Landesgericht?

Weil die Umwelthilfe anno 2012 durchgesetzt hat, dass zum Zwecke der Luftreinhaltung Dieselfahrverbote in München verhängt werden müssen, die CSU dieses seit 2014 rechtskräftige Urteil aber nicht umsetzt, verhängtest Du zur Strafe Zwangsgelder gegen den Freistaat Bayern. Doch nicht einmal das brachte die Regierung zum Einlenken. Was vielleicht auch daran liegt, dass, wie wir in der »Neuen Osnabrücker Zeitung« lasen, ein Zwangsgeld in diesem Fall eine »Überweisung eines Betrages von einer Buchungsstelle des Staatshaushaltes zu einer anderen Buchungsstelle« ist. Söder und Konsorten zahlen die Strafen also an sich selbst.

Versteht jetzt immerhin, warum die Umwelthilfe auf Beugehaft pocht: Titanic

 Guter alter Peter Maffay!

Guter alter Peter Maffay!

Pünktlich zum 70. Geburtstag und einer neuen Platte durfte die Presse Ihre Weisheiten verbreiten: »Ich habe keine Angst vorm Alter und finde, jede Falte in meinem Gesicht ist eine Erzählung aus meinem Leben.«

Nun, wie sollen wir es sagen? Vielleicht ist es Ihnen beim Blick in den Spiegel ja auch schon mal aufgefallen: Viel Platz für neue Erzählungen ist da nicht mehr. Die Konsequenzen allerdings müssen jetzt Sie ziehen.

Von Jubilarin zu Jubilar: Titanic

 Detective Reinhard Müller (FAZ)!

»Sind deutsche Unternehmen kriminell?« fragten Sie neulich in einem Artikel über Justizministerin Christine Lambrechts Gesetzesentwurf, weil nun auch Unternehmen strafrechtlich haftbar gemacht werden sollen. Und wir glauben, Sie sind da einer ganz brisanten Sache auf der Spur. Bleiben Sie dran!

Ihre Whistleblower von Titanic

 Bei Fuß, »Dogs«-Autorin Yvonne Adamek!

Sie haben fürs nötigste aller Wartezimmermagazine nachhaltiges Leben mit Hund ausprobiert und festgestellt, dass die Häufchentüten aus Plaste sind: »Es ist ein Teufelskreis. Entweder Scheiße am Schuh oder ein scheißschlechtes Gewissen.«

Diese Entweder-oder-Teufelskreise sind tatsächlich die schlimmsten, noch schlimmer als etwa dieser hier: Doof sein, »Dogs«-Autorin werden, doof bleiben.

Wuff! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Die Hausgeburt Satans

Genre-Idee: Comeback des Horror-Exorzismus-Klamauks, diesmal im Ökoelternmilieu spielend, Titel des ersten Films siehe oben.

Julia Mateus

 Grenzkontrolle

Ich kam spätabends auf dem Rückweg von meinem Portugal-Urlaub an der spanisch-französischen Grenze in eine Verkehrskontrolle. Routiniert fragte die streng aussehende Polizistin: »Do you take more than 10 000 Euro with you?« Ich musste lachen, sie war sichtlich irritiert, leuchtete mit ihrer Taschenlampe zuerst in mein Auto, darauf in mein Gesicht, musterte mich und fing auch an zu lachen.

Till Dejon

 Mensch vs. Material

Wenn man sich schon beim Auspacken des neuen Brotmessers mit ebendiesem in die Hand säbelt, zeugt das dann von der eigenen Blödheit oder von der Qualität des Messers?

Dorthe Landschulz

 Phrase, auf ihre Alltagstauglichkeit hin geprüft

Licht am Ende des Tunnels zu sehen bedeutet nicht, dass es draußen nicht wie aus Eimern schüttet.

Tibor Rácskai

 Am Puls der Zeit

Gehen Partner oder Elternteile, die unter dem Vorwand einer schnellen Erledigung vor die Tür treten, um dann nie wiederzukommen, ihre Familie also spontan verlassen, heutzutage eigentlich nur mal schnell »Sojamilch holen« oder »Vape Liquid« kaufen?

Fabian Eggers

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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20 Jahre Krawall für Deutschland
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Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 10.10.:

    Tim Wolff bei WDR5 über 40 Jahre TITANIC.

  • 09.10.:

    Christian Y. Schmidt berichtet in der TAZ davon, wie er einmal den Überwachungsstaat austrickste.

  • 08.10.:

    Eine Auswahl der TITANIC-Kolumnen von Walter Boehlich erscheint nun im Verbrecher Verlag – mit einem Nachwort von Stefan Gärtner.

  • 07.10.:

    Die HR-Hessenschau berichtet darüber, noch nie eine TITANIC aufgeschlagen zu haben.

  • 07.10.:

    Martin Sonneborn bittet die Europaabgeordnete Dubravka Šuica um Finanztipps.

Titanic unterwegs
18.10.2019 Kaiserslautern, Edith-Stein-Haus Thomas Gsella
18.10.2019 Frankfurt, Buchmesse Martin Sonneborn
18.10.2019 Frankfurt, Historisches Museum Ella Carina Werner
23.10.2019 Kassel, Schlachthof Max Goldt