Inhalt der Printausgabe

Die PARTEI informiert


Martin Sonneborn (MdEP)
Bericht aus Brüssel
Folge 18

»Man soll nur von Europa sprechen, denn die deutsche Führung ergibt sich ganz von selbst.«

Außenpolitisches Amt der NSDAP

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Brüssel, Büro

Fotzenfritz ist wieder da. Von den Untoten auferstanden. Friedrich Merz, Aufsichtsratschef von Blackrock Deutschland. Der Mann, der mithilft, beim weltgrößten »Vermögensverwalter« fünf oder sechs Mill- oder Billionen Euro zu verwalten. Geld, das zu einem ansehnlichen Teil auch aus Cum-Ex-Geschäften stammt, mit denen die deutschen Steuerzahler gemolken wurden.

Erst vor einigen Tagen hat mein alter Kumpel Oettinger wieder versucht, Merz als nächsten Kanzlerkandidaten der Union ins Gespräch zu bringen. Eine Idee, die auch über eine charmante Seite verfügt – immerhin würde ein Rechtsruck der mittlerweile als kommunistisch geltenden Merkel-CDU den lustigen und unterhaltsamen Todeskampf der SPD verlängern. Und außerdem wäre Friedrich Merz nach Birne (»Helmut Kohl«) der zweite Kanzler, dem TITANIC seinen Spitznamen verliehen hat.

Leipzig, Messe

Der 35. Chaos Communication Congress in Leipzig steht passenderweise unter dem Titel »Refreshing Memories«. Und garantiert angenehme Arbeitszeiten. Nachdem Büroleiter Hoffmann gegen Mitternacht 4500 Nerds und Geeks eine Stunde lang die theoretischen Strukturen der EU erläutert hat, darf ich noch einige praktische Erfahrungen beisteuern und die Hacker mit Bildern von Elmar Brocken (72) und Jo Leinen (185) gruseln.

Brocken hat übrigens, trotz fast vierzigjähriger Erfahrung im Parlament, zu Redaktionsschluss noch keinen sicheren Listenplatz zur EU-Wahl im Mai.

→ Sachdienliche Hinweise aus dem Netz

Die PARTEI Eichstätt: #Broxit Thomas Langer: man hätte ihm zeit geben sollen, sein talent zu entfalten.

Bevor ich meinen Vortrag beginne, frage ich die Nerds, ob noch jemand den Ehrennamen kennt, den Merz vor fast 20 Jahren von TITANIC erhalten hat. Fünf, sechs Leute rufen sofort »Fotzenfritz«. Das ist korrekt. Angesichts der Vielzahl fragender Blicke erläutere ich den übrigen kurz, wie es dazu kam:

Leipzig, 35C3: For the lulz.

Im Frühjahr 2000 wurden einige deutsche Politiker von dem Bedürfnis überwältigt, der Öffentlichkeit zu gestehen, dass sie trotz aller konservativen Behäbigkeit einst eine aufregende, revolutionäre Phase durchgemacht hätten. Friedrich Merz zog nach und beichtete, er sei einmal mit langen Haaren und ohne Helm mit dem Mofa verwegen durchs Sauerland gebrettert. Leider fand die »Zeit« ein paar Klassenkameraden, die sich ebenfalls an die gemeinsame Jugendzeit erinnerten. Aber etwas differenzierter.

→ Sachdienlicher Hinweis der »Zeit«

»Schulterlange Haare? Merz? Nie im Leben!« meint Ernst Ferdinand, der gemeinsam mit Merz das Briloner Gymnasium besuchte. »Unser Kumpel hatte schon immer die Frisur, die er heutzutage trägt. Dafür hätte der alte Merz schon gesorgt, dass die Haare nicht zu lang wurden!« Die wilden Rasereien mit dem Motorrad, von der (sic!) Merz berichtete, habe es ebenfalls nicht gegeben. »Uli hatte zeitweise ein Zündapp-Mofa, ich irgendein französisches Fabrikat, Friedrich hatte gar keines. An die Pommesbude auf dem Marktplatz, an der Friedrich Merz angefangen haben will zu rauchen und Bier zu trinken, erinnert sich sein alter Freund folgendermaßen: »In Brilon hat es noch nie eine Pommesbude auf dem Marktplatz gegeben, es sei denn vielleicht zur Michaeliskirmes – für drei Tage im Jahr.«

Ich nahm das damals zum Anlass, die legendären Reportagenfälscher Gärtner/Nagel um eine Investigativrecherche in Merz’ Heimat zu bitten; und ohne dass die beiden ihren Schreibtisch für einen bemerkenswerten Zeitraum verlassen hätten, wurde mir bald darauf eine solche präsentiert. Den verwegensten Satz nahm ich heraus und setzte ihn als Überschrift darüber: »Sie nannten ihn Fotzen-Fritz«.

Der nächste Kanzler? Mit diesem schwer übersetzbaren ­Spitznamen wohl kaum: Merz in TITANIC 4/2000

Einige Jahre später saßen wir abends bei ein paar Bieren in der TITANIC-Redaktion herum, warteten auf die letzten Texte, die noch Korrektur gelesen werden mussten, und vertrieben uns die Zeit mit einem kleinen Wettbewerb: Internetadressen aufzurufen, die möglichst ins Leere führen sollten. Wenn ich mich recht erinnere, begann Benjamin Schiffner mit www.penisbruch.de – und verlor, denn dahinter verbarg sich die Seite eines Schachvereins. Ich zog nach und tippte im sicheren Gefühl der Überlegenheit www.fotzenfritz.de ein. Sie können sich meine sehr, sehr große Überraschung vorstellen, als sich ohne Umschweife die Homepage von Friedrich Merz öffnete. Offenbar hatte ein fachkundiger TITANIC-Leser – und das war im Jahr 2000 noch ein wenig aufwendiger – die Seite gesichert und zu seinem persönlichen Vergnügen eine Weiterleitung eingerichtet.

Nachdem wir diesen nützlichen Service öffentlich gemacht hatten, erhöhten sich die Besucherzahlen auf Merz’ Seite auffällig. So auffällig, dass irgendwann ein Anwalt forderte, den kleinen Spaß zu beenden. Was wir allerdings nicht so schnell taten, als dass es die Verbreitung des Spitznamens verhindern hätte können; vertraulichen Informationen aus dem Büro eines Bundestagsabgeordneten zufolge wurde der Sauerländer bereits fraktionsübergreifend »Fotzenfritz« gerufen – hinter seinem Rücken natürlich, Merz ist groß.

Eine Woche später wurde ich per Mail darüber informiert, dass, wenn es mal schnell gehen müsste, man auch über die URL www.fotzenfritz.tk auf Merzens Seite käme. Selbstverständlich gab ich diese Information an die TITANIC-Leser weiter, Tokelau liefert nicht aus. Ich schließe die kleine Geschichtsstunde mit der Bitte an Deutschlands Hacker, den Spitznamen nie, niemals zu vergessen und parat zu haben, falls Merz noch einmal aus der Kiste springen sollte.

Als ich 50 Minuten später von der Bühne gehe, ruft mir aus der ersten Reihe ein Nerd zu, wenn es mal schnell gehen müsse, komme man ab sofort auch über fotzenfritz.online auf Merzens Seite.

→ Sachdienliche Hinweise aus dem Netz

CryptoPunkrock: POLITISCHES Wissen des Tages www.fotzenfritz.com und www.fotzen-fritz.de führen direkt zur offiziellen Internetseite von Friedrich Merz (CDU), jüngst CDU-Partei-Chef-Kandidat.

Die PARTEI: fotzen-fritz.tk geht auch

Marc von Beichmann: Vergiss nicht fotzenfritz.icu

PHP And Cigars: Warum kommt bei Google nicht sofort die Homepage von Friedrich Merz, wenn man »Fotzen-Fritz« eingibt?

Armenien, Eriwan

Ministerpräsident Nikol Paschinjan ist in der wohl demokratischsten Wahl im gesamten Kaukasus mit gut 70 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Der unsympathische Vertreter der ehemaligen Regierungspartei Armen Ashotyan, den wir in Eriwan ebenfalls getroffen haben (TITANIC 10/2018), kritisiert, der Sieg habe schon vorher festgestanden, weil Paschinjan die Wahl »in einer postrevolutionären Euphorie abgehalten« habe. Smiley!

Brüssel, Place Luxembourg

Gesprächsthema ist heute wieder einmal der bekannteste Luxemburger der Welt, Jean-Claude Juncker, der gerade bei einem Gipfeltreffen vor laufenden Kameras der Protokollchefin der EU mal ordentlich die Frisur gerichtet hatte.

Juncker verwechselt seine (betrunkene) Protokollchefin mit dem (jungen) Friedrich Merz

Eine Praktikantin aus Luxemburg gesteht uns, dass die Kommissionspräsidentschaft Junckers ihrem ganzen Land entsetzlich peinlich sei. Und zwar nicht, wie ich ihr gegenüber vermute, weil Juncker als Finanzminister Hunderten von Unternehmen – unter anderem Amazon, IKEA, E.ON und der Deutschen Bank – geholfen hat, Milliarden Euro an Steuern zu vermeiden, sondern ganz schlicht, weil er Alkoholiker ist. Während die Praktikantin die Happy Hour nutzt (jedes zweite große Bier ist umsonst), google ich unauffällig die Worte »Saufnase Juncker« und bin überrascht von der Qualität der Treffer. Als ich etwas später den Assistenten eines Luxemburger Abgeordneten treffe, frage ich noch einmal nach. »Ja, natürlich«, nickt der Luxemburger, »Junckers Alkoholismus ist in Luxemburg allgemein bekannt. Er war 18 Jahre lang Regierungschef und hat in den letzten Jahren praktisch nichts mehr getan. Viele Leute haben ihn trotzdem gewählt, weil er wie ein netter älterer Herr aussieht. Aber die meisten waren froh, als wir ihn dann nach Europa abschieben konnten …«

→ Sachdienlicher Hinweis des »Independent«

»Jean-Claude Juncker waves off speculation over drinking – while ›drinking four glasses of champagne‹ President of European Commission has been accused of drinking ›cognac for breakfast‹ in the past«

Sachdienlicher Hinweis der »Presse«

Der heute 63-jährige Juncker ist kein Abstinenzler. Spekulationen darüber, dass er alkoholkrank sei, wies er verärgert zurück: »Glauben Sie, dass ich noch im Amt wäre, wenn ich Cognac zum Frühstück nähme? Das macht mich wirklich traurig, und es hat dazu geführt, dass meine Frau mich fragt, ob ich sie anlüge, weil ich zu Hause nicht trinke.«

Sachdienlicher Hinweis des »Spiegel«

Doch das sehen viele, die ihn in Brüssel über Jahre beobachtet und begleitet haben, deutlich anders. Teilnehmer der Euro-Gruppen-Besprechungen erinnern sich an Sitzungen, die Juncker »etwas erratisch« geleitet habe, andere wollen eine Alkoholfahne gerochen haben. In Luxemburg zucken politische Weggefährten bei diesem Thema nur die Achseln – die Trinkfreude ihres fast zwei Dekaden lang amtierenden Regierungschefs sei »ein offenes Geheimnis«.

Schon zum Mittagessen genehmige er sich mitunter zwei Gin Tonic und ein Bier. Das habe ihn aber in seiner Amtsführung bislang nicht beeinträchtigt, schieben die Weggefährten schnell hinterher. Der Journalist Pascal Steinwachs schrieb im »Lëtzebuerger Journal«, schelmische Zungen behaupteten, Juncker habe tatsächlich kein Problem mit Alkohol, nur ohne.

Sachdienlicher Hinweis der »Kronen-Zeitung«

Zur Sprache kam ein besonders skurriler Auftritt Junckers während eines EU-Gipfels in der lettischen Hauptstadt Riga im Mai des Vorjahres. Damals begrüßte der Luxemburger den ungarischen Ministerpräsidenten mit den Worten: »Hallo, Diktator!«

Das sorgte für verdutzte Gesichter unter den anwesenden Politikern und Delegierten. Auch wenn sowohl Orbán als auch Juncker betonten, dass sie sich seit geraumer Zeit auf diese Art und Weise begrüßten: Das und ähnliche »Späße« des 61jährigen werten viele Beobachter oftmals als Zeichen einer Alkoholisierung Junckers.

Zu sehen war auch, wie Juncker den österreichischen EU-Kommissar Johannes Hahn an dessen Krawatte zu sich zog. Andere Staats- und Regierungschefs bekamen freundliche Schläge auf Schulter, Rücken oder sogar angedeutete Ohrfeigen verpasst.

→ Sachdienlicher Hinweis von Telepolis

Von Juncker sind nämlich inzwischen mehrere Videoaufnahmen aufgetaucht, auf denen unter anderem zu sehen ist, wie er es kaum schafft, ein paar Treppenstufen auf ein Podium hochzusteigen; wie er wankt und von Donald Tusk, dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte und dem Staatspräsidenten der Ukraine beim Aufstellen für die Gruppenfotos dezent mit den Armen hinter seinem Rücken gestützt wird. Rutte sagte dem flämischen Sender VRT, »soviel er wisse«, leide Juncker »seit geraumer Zeit an einem Rückenproblem«.

Im Juni hatte Juncker dem irischen Parlament nach sichtbaren Schwierigkeiten beim Treppensteigen gesagt, das komme von Problemen mit dem Ischiasnerv, die er seit einem Autounfall habe. Der britischen Boulevardzeitung »Sun« sagte er darüber hinaus, es wäre ihm lieber, wenn er stattdessen betrunken wäre.

Für diese Erklärung sprechen Fotos, die Juncker zeigen, wie er bereits bei seiner Ankunft in einem Rollstuhl zu einem Hintereingang gefahren wird. Dagegen spricht, dass es ältere Aufnahmen von ihm gibt, in denen er ein eher übermütiges Verhalten an den Tag legt, das sich nur schwer mit einem Rückenleiden, aber leicht mit Trunkenheit erklären lässt. Der britische Komiker John Cleese hatte ihm deshalb bereits vorher den Spitznamen »Jean-Claude Drunker« verpasst.

Europäische Regierungschefs beim Versuch, Juncker brachial zu stürzen
Pardon: zu stützen.

 


Achtung, Durchsage: Dieser Bericht wurde aus Mitteln des Europäischen Parlamentes finanziert und zeigt möglicherweise ein Zerrbild desselben.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Nur interessehalber, Hochschule Bochum:

Die von Dir auf interamt.de, dem Stellenportal des öffentlichen Dienstes ausgeschriebene Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters für das Projekt »Möbilität für Subsahara-Afrika« – ist die am IKEA-Lehrstuhl von Prof. Kvistbro angelagert? Titanic

 Hallöchen, »Tagesspiegel«!

Du erfreust Deine Kundschaft neuerdings mit Berichten über den Aufenthaltsort von Erdbewohnern. Zum Beispiel so: »Musk ist wieder in Berlin, er war am Montag am BER gelandet.« Und weiter: »Der Privatjet von Musk, in Austin (Texas) gestartet, war am Montag um 9:42 Uhr am BER gelandet.« Tolle Nachricht. Falls das bei Dir, Tagesspiegel, zum neuen Standard werden sollte, folgende Info, sogar honorarfrei für Dich:

Es ist und bleibt in Frankfurt Deine Titanic

 Zu Ihrer Verteidigung, Keanu Reeves,

Zu Ihrer Verteidigung, Keanu Reeves,

der Sie trotz Pandemie auf einer Party in Potsdam waren, erklärte der Chef des »Studio Babelsberg«, es habe sich bei dieser ausgelassenen Feier samt DJ und Alkohol lediglich um eine Filmszene des neuen Matrix-Streifens gehandelt. Und in der Matrix gibt es ja, so spinnen wir diese Argumentation mal fort, kein Coronavirus.

Unserer Ansicht nach brauchen Sie sich aber so oder so keinen Kopf zu machen: Laut der Verordnung Brandenburgs sind derartige Veranstaltungen mit Anmeldung, Hygienekonzept und bis zu 50 Personen erlaubt, sofern sie keinen »Unterhaltungscharakter« besitzen. Und den haben Filme mit Ihnen ja nun wirklich nicht!

Diese Wahrheitspille wurde verabreicht von: Titanic

 Sie, Laura Karasek,

»leben gern exzessiv – ohne Handbremse!« Sie seien rastlos und leidenschaftlich, teilten Sie Bild in einem Interview mit, um dann Erstaunliches zu offenbaren: »Ich schreibe manchmal bis fünf Uhr, gehe selten früh ins Bett, mache Sport, lese viele Bücher.«

Und wir fragen uns nun: Ist das, Frau Karasek, schon die Postcorona-Definition von exzessivem Leben? Müssen wir zukünftig mit Statements rechnen wie: »Wollust? Super, ich stricke total gerne …« oder: »Komasaufen? Find ich mega, aber bitte ohne Alkohol«?

Ist noch nicht ganz in der neuen Zeit angekommen: Titanic

 Aber heda, ZDF/SWR!

»Wissen aktuell: Der Kopf isst mit!« heißt die Sendung; »Ess Dich gesund!« steht auf der Tafel, die auf dem fürs TV-Programm bereitgestellten Foto im Wochenmarktgemüse steckt.

Bleibt also bei Pommes: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Jubiläum

Unser Bonsai-Verein wird nächsten Monat stolze 50 Jahre alt. Keine Frage, dass wir das richtig klein feiern!

Jochen Schubert

 Dauerbaustelle und Kakerlaken

Wenn das Leben eine Reise ist, möchte ich vom Veranstalter mein Geld zurück.

Dominik Mauer

 Sordidum Disputatio

Im Zeit-Magazin fand ich einmal die Nummer einer Erotik-Hotline. Diese Illustrierte lesen meines Wissens lediglich Bildungsbürgeridioten und Liebhaber von Werbeinseraten für Uhren ab 1000 Euro. Man muss nur einmal die Zeit-Kontaktanzeigen studieren: »Emeritierter Professor, Opernliebhaber, Freund von Chopin und Zuckmayer, sucht ...« usw. Gerne stelle ich mir vor, wer einen da am anderen Ende der Hotline erwartet: »Hallöchen, mein Orpheus! Ich bin's, Eurydike. Möchtest du wissen, wie ich aussehe? Meine Nase ist gemeißelt aus feinstem Marmor. Meine Beine sind so lang wie die der Goldenen Madonna aus dem Essener Domschatz.« »Weiter. Mehr!« schnurrt der angesexte Anrufer. »Und dann mein Hinterteil ... Sag, Adonis, kennst du den ›Akt von hinten‹ von Modigliani?« »Natürlich kenne ich den, ich bin emeritierter Professor für Kunstgeschichte!« »Und meine Brüste! So riesig, so überproportional wie die der Venusfigurine.« »Welche Venusfigurine? Es gibt mehrere!« keucht der sabbernde Trottel. »Die von Willendorf natürlich«, pariert »Eurydike« und haucht noch ca. 30 Minuten versaute Sachen auf Latein, um den Dirty Talk (»sordidum disputatio«) zu vervollkommnen und den einsamen Zeit-Abonnenten monetär abzumelken. Kommen tun die Anrufer dabei nie, aber Freude haben sie trotzdem.

Ella Carina Werner

 Geschäftsidee

Hätte ich einen Hutladen, ich würde ihn »Ladenhüte« nennen.

Miriam Wurster

 Ungemütlich

Unser gemeinsamer Jubel darüber, dass meine Freundin innerhalb kurzer Zeit mehrere lukrative Werbefotoshootingangebote von Unternehmen wie XXXLutz, Roller und Ikea erhalten hatte, wich, als ich vor Freude unbedacht ausrief, sie habe einfach so ein richtiges Möbelgesicht.

Cornelius W.M. Oettle

Vermischtes

Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Titanic unterwegs
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