Inhalt der Printausgabe

Die PARTEI informiert


Martin Sonneborn (MdEP)
Bericht aus Brüssel
Folge 11

»Man soll nur von Europa sprechen, denn die deutsche Führung ergibt sich ganz von selbst.«

Außenpolitisches Amt der NSDAP

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Straßburg, Plenum

Udo Voigt (NPD) tapert zu seinem Platz, zwei Sitze neben mir. »Na, Voigt«, frage ich, »immer noch in der Politik?« – »Hä?« – »IMMER NOCH IN DER POLITIK?« – »Was soll man tun? Als altes Frontschwein bleibt man dabei…« – »Aber bringt das denn was? In Göttingen* hatte selbst Die PARTEI mehr Stimmen als der NPD-Kandidat.«

»Die Wähler haben uns nur alle nicht gewählt, weil die auf das Urteil im NPD-Verbotsprozeß warten. Danach wählen die wieder uns!«


Sachdienlicher Hinweis der Zeit:
Ganz Niedersachsen lacht über die Göttinger NPD. Bei den Kommunalwahlen wollte diese siegessicher in den Kreistag einziehen und hatte schon ihren Kandidaten für das Landratsamt gekürt. Daraus wird nichts, denn der von der NPD anvisierte Sitz ging ausgerechnet an die Satirepartei »Die PARTEI«. Die kommentiert treffsicher: »Die PARTEI makes Göttingen great again!


Straßburg, Sommerfest

Gartenfest in einer prächtigen alten Straßburger Stadtvilla, die Parlamentarische Vertretung lädt ein, und europäische Wein-, Schnaps-, Bier-, Blumen- und Freßfirmen dürfen unentgeltlich die Stände im Garten bestücken. Büroleiter Hoffmann und ich stehen auf der Gästeliste und haben keine Probleme beim Einlaß. Auch unsere beiden Hamburger Praktikanten haben wenig Schwierigkeiten mit den Kontrollen am Gartentor. Sie verfügen zwar nicht direkt über eine Einladung, aber über etwas aus der Mode gekommene Anzüge und beste Laune, die sie einer leichten nachmittäglichen Alkoholisierung verdanken. Ihre Laune bessert sich noch, als direkt hinter ihnen MEP Bernd Lucke der Eintritt verwehrt wird. Während das Alfa-Männchen mit versteinerter Miene kehrtmacht, rätseln wir, worauf die Demütigung zurückzuführen ist. Ob die Sicherheitsleute Lucke höflich darauf aufmerksam gemacht haben, daß die Veranstaltung ab 18 ist?

Hoffmann und ich diskutieren die Sachlage bei einem transsylvanischen Bier, als der Chef den Garten betritt. Nach allen Seiten grüßend dreht Parlamentspräsident Chulz eine Runde in Richtung Bühne. Uns kann er nicht sehen, weil einer seiner hochgewachsenen Leibwächter genau in der Sichtachse zwischen ihm und uns läuft, also belle ich im Kasernenhofton »SCHULZ!«.

Mit den Augen von Bernd Lucke gesehen: Sommerfest in Straßburg…

Während der Leibwächter mich interessiert mustert, tritt der SPD-Mann freundlich lächelnd auf uns zu. »Normalerweise sagen Sie doch ›Chulz‹, Herr Kollege Sonneborn?« – »Sie haben recht, aber ich wußte nicht, ob Sie schon darauf reagieren. Als inoffizieller Sprecher der fraktionslosen Abgeordneten möchte ich Ihnen nur erklären, daß wir Sie stützen werden, wenn Sie Ihre Amtszeit verlängern wollen…« Forschend blickt mir der Rheinländer ins Gesicht, überschlägt offenbar kurz die Machtverhältnisse im EU-Parlament und seine Chancen als Kanzlerkandidat, nickt mir zu und geht dann ans Mikrophon.

Wahrscheinlich ist sein Redenschreiber bereits im Urlaub, Chulz sieht den dicken schottischen Ukip-Abgeordneten David Coburn in der ersten Reihe stehen, erklärt, daß er gerade den schottischen Ukip-Abgeordneten David Coburn vor sich sehe, trotz des Brexit-Votums, hier auf dem Kontinent. Und daß der Mann ihm künftig fehlen werde. Egal, was er, Chulz, im Plenum von sich gebe, immer, immer höre er ein lautes »Rubbish!« aus Coburns Richtung. Schade, daß es das demnächst nicht mehr… Ein lautes »Rubbish!« unterbricht den Parlamentspräsidenten, im allgemeinen Gelächter gibt er das Büffet frei.

Mit einem altersangemessenen Strohhut irrt Hans-Olaf Henkel umher, sucht wohl seinen Kompagnon Lucke. Als er uns sieht, kommt er heran und beglückwünscht uns zur Presseerklärung im Falle Frau von Strolch (vgl. B.a.B., Folge 9). Auf die Frage, wie es denn um ihn stehe, stöhnt der ehemalige BDI-Präsident auf: »Unser Schicksal ist doch, daß wir nicht zurücktreten können, da würden sonst AfD-Leute nachrücken. So Arschlöcher.«

Straßburg, Plenum

Kurz vor Beginn der Sitzung stupst mich mein Sitznachbar Korwin-Mikke an: »Beim nächsten Mal halte ich eine Rede, nach der werden mich alle hassen!« Der Pole kichert zufrieden in sich hinein. Udo Voigt drängelt sich hinter uns durch, grinst mich an. »Jetzt werden Sie mir sagen, daß Sie uns auch in Berlin geschlagen haben? Wir hatten Ihnen extra ein Plakat freigehalten, vor unserer Zentrale, nur zwei aufgehängt und eins freigelassen.«**

»Ich weiß nicht, wahrscheinlich, wieviel Prozent hatten Sie denn?«

»0,6 Prozent. Unser schlechtestes Ergebnis…«

Reflexartig ergänze ich »…seit Kriegsende.«

Voigt stutzt: »Nein, wir sind da erst seit den 60er Jahren vertreten!«

»Aber ist das nicht ein Zeichen, daß Sie den Laden zumachen sollten? Die AfD verwaltet doch jetzt Ihr Erbe.«

»Jaha, das wird sich zeigen, ob die das System immanent bekämpfen oder wie wir von außen. Wenn sie es immanent bekämpfen, wird unsere Zeit wieder kommen… Wer zuletzt lacht, lacht am besten!« Voigt lacht los, stockt: »Oh, jetzt habe ich zu früh gelacht!«

Ich widme mich wieder der Beantwortung einer Frage bei Abgeordnetenwatch, aber vergeblich, Hans-Olaf Henkel kommt auf mich zu: »Na, was machen Sie denn wieder?«

»Ich beantworte die Frage eines Wählers, wie lange es nach der Machtübernahme dauern wird, die Mauer wieder zu errichten.«

Henkel verzieht keine Miene, hat aber offenkundig Probleme, sich in dieser täglich komplexer werdenden Welt zurechtzufinden. »Macht… übernahme…? Mau… er… wieder…auf…?«

»Machtübernahme bedeutet über 50 Prozent der Sitze im Bundestag, und den Wiederaufbau der Mauer fordern wir bereits seit 2004. Immer mehr Staaten übernehmen diese Idee und immer mehr Wähler, wir hatten zwei Prozent bei den Wahlen in Berlin.«

Henkel muß auf Botox sein, keine Regung in seinem Gesicht: »Zwei Prozent in Berlin? Wie haben Sie denn das gemacht?? ZWEI PROZENT??? Wir hatten 0,4 Prozent mit der Alfa. Na, Sie werden im Parlament bleiben nach 2019, ich gehe dann ja. Bin froh darüber, da kommen die ganzen Arschlöcher von der AfD. Ich kenne die ja alle!«

»Also Pretzell saß schon neben mir, ein ganz unauffälliger Rechtsradikaler…«

»Pretzell rechtsradikal?« Henkel lacht auf: »Ich kenne die alle! Der steht doch für nichts! Der war pleite, 2015, Offenbarungseid, wußten Sie das? Der hat geschaut, was muß ich sagen, um Erfolg zu haben, ah, was Rechtes. Und dann hat er es gemacht. Die Petry, seine Freundin auch, wissen Sie, was die beiden verbindet? Beide standpunktlos, beide pleite, beide vier Kinder und abgehauen. Bei Gauland, da weiß man wenigstens, wofür der steht.«

Straßburg, Plenum

Das Plenum ist heute voll besetzt, die Pressetribüne auch. Juncker hält eine groß angekündigte »State of the Union«-Rede. Büroleiter Hoffmann hatte mir erklärt, ich müsse dann natürlich ebenfalls eine halten, und hat sogleich eine Minute Redezeit beantragt.

Offizielles PR-Bild von K.-H. Juncker

Der Kommissionspräsident spricht lange und verspricht den Europäern dabei das Aufstocken seines Investitionsprogrammes von 315 auf 630 Milliarden Euro, von denen allerdings erst 500 Milliarden gesichert seien. Ob ich Europa eine weitere Verdoppelung versprechen soll? Nein, lieber nicht; ich weiß nicht, ob meine Haftpflichtversicherung im Zweifelsfalle derartige Summen abdeckt.

Nach den üblichen Wortmeldungen der Fraktionsvorsitzenden höre ich Chulz plötzlich meinen Namen nennen: »Das Wort hat jetzt der fraktionslose Abgeordnete Sonneborn.« Na gut:

»Vielen Dank, Chef!« nicke ich ihm zu. »Die EU hat sich verändert. Als ich mein Mandat antrat, wollte ich für ein starkes Kern-Europa kämpfen mit 27 Satelliten-Staaten. Diese Anzahl hat sich reduziert. Nach dem Brexit und dem anstehenden Ausschluß Ungarns möchte ich dafür werben, auch den Iren die Tür zu zeigen. Eine Regierung, die es ablehnt, Steuerzahlungen der Firma Apple anzunehmen, könnte den Eindruck erwecken, es gehe um ein Europa der Konzerne, nicht der Bürger. Deswegen appelliere ich an die irische Regierung…« Ab jetzt ziehe ich beide Mundwinkel nach oben, um möglichst perfektes Englisch zu sprechen: »Dear Mr President of Ireland! If you still believe that Apple will create some jobs in Ireland – forget it. Apple only ever had ONE Jobs. But he is dead. He will not come back. So please take my advice: Take the money and run! 13 Billion Euro will buy you many, many I-Phones. This will generate more tax income for Ireland. Then you can buy even more I-Phones. It’s a win-win-win-situation. Think it over with a good bottle of Whiskey. Sláinte!

Eine kleine Bitte noch, Herr Juncker: Könnten Sie Ihren Digital-Kommissar Oettinger dazu verdonnern, sich alle 90 Minuten mit seinem Handy ins deutsche Telefonnetz einzuwählen? Das würde die Verhandlungen über Roaming und Leistungsschutzrecht in Brüssel erheblich aufwerten …«

Während Juncker keine Miene verzieht, verkneift Chulz sich diskret ein Lächeln: »Vielen Dank, Herr Sonneborn, für Ihre … (Pause) Rede. Auch daß Sie mich als Ihren Chef anerkennen, ehrt mich über alle Maßen, ich wußte gar nicht, daß ich der Chef eines so begabten … (längere Pause) Menschen bin.«***


Anmerkung aus dem Netz
Bäm Slack Props an den 1 Dude der geklatscht hat

Sachdienlicher Hinweis der Irish Times
Another German really had the knives out for Ireland. MEP Martin Sonneborn, founder of Die Partei (The Party), demanded the Republic be thrown out of the European Union for refusing to accept the commission’s judgment. He said expelling Ireland was an important signal to show that Europe was there for its citizens and not multinational concerns. In an open letter to President Michael D Higgins, he suggested the State »take the money and run«.


Karl-Heinz Juncker und sein Stellvertreter Timmermans müssen anhören, wie ihre EU weiter zusammenschrumpft.

Straßburg, Plenum

Letzte Abstimmungen. Korwin-Mikke und ich stimmen munter vor uns hin. Auf einmal wird zum allgemeinen Erstaunen eine Gesetzesformulierung mit nur einer Stimme abgelehnt. Bei uns beiden signalisiert ein rotes Lämpchen an den Stimmgeräten, daß wir parallel mit NEIN gestimmt haben. Der Pole jubelt: »Ich war’s!«

Ich korrigiere ihn: »Nein, ich!« Dann müssen wir beide lachen.

Auf dem Weg nach draußen treffe ich Marcus Pretzell. »Der CDU-Kollege Winkler hat eine Koalition aus CDU und AfD vorgeschlagen, ist das nicht rufschädigend? Bei der Einstellung Ihrer Wähler?« – »Ja, sehr, ich hatte eigentlich auch gedacht, das Angebot würde von der PARTEI kommen, wir brauchen doch schließlich Mehrheiten …« – »Das wird nichts, Hans-Olaf Henkel hat mir verraten, daß Sie gar nicht aufrichtig rechtsradikal sind!« – »Rechtsradikal? Ich dachte immer, das wären Sie!«



* Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen errangen PARTEI-Kandidaten über 20 Mandate.

** Voigt spielt auf das »Nazi hängen«-Plakat an und darauf, daß wir im letzten Wahlkampf ein überarbeitetes NPD-Plakat vor der NPD-Zentrale aufgehängt hatten. (Vgl. Google, Suchwörter »Gas geben«, »NPD-Voigt verklagt Sonneborn«)

*** 1 Rede zum »State of da Union« zum Nachschauen: www.youtube.com/watch?v=Z7g8-GxLTSc

Achtung, Durchsage: Dieser Bericht wurde aus Mitteln des Europäischen Parlamentes finanziert und zeigt möglicherweise ein Zerrbild desselben.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Huhu, »Süddeutsche«!

Unter der Überschrift »Lauter Millionäre« gabst Du Arbeitnehmern in Deutschland sieben Tipps, wie sie im Lauf ihres Berufslebens eher 2,8 Millionen als 900 000 Euro brutto verdienen könnten. Neben wertvollen Ratschlägen wie »Berufswahl stellt Weichen«, »Lücken im Lebenslauf kosten«, »Bildung zahlt sich aus«, »Gehalt wächst mit dem Alter« und »Auf die Region kommt es an« heißt es unter »Führungsposten lohnen sich«: »Reichwerden klappt am ehesten, wenn man einen Chefposten ergattert.«

Echt, SZ? Bisher waren wir immer davon ausgegangen, dass man reich wird, wenn man möglichst lange einen subalternen Posten innehat, an dem einem alle anderen sagen, was man zu tun hat: Titanic

 Hallo, Allos-Brotaufstriche!

»Leckere Linsen mit ausgewählten Gewürzen und Gemüse machen den Allos-Linsenaufstrich so besonders lecker« – ist das nicht ein bisschen halbherzig? Macht neben den leckeren Linsen nicht auch das leckere Gemüse Deinen leckeren Linsenaufstrich so besonders lecker? Ja? Nein?

Schluck’s runter.

Darum bittet Titanic

 Platsch, Bestsellerautor Frank Schätzing!

Wie hörten wir Sie jüngst aus dem Radio rausraunen? »Wenn Sie sich einmal in die Politik reinbegeben, verlieren Sie Ihre Freiheit – auch die Freiheit, Dinge auszusprechen. Die Parteistrukturen, in denen Politiker sich von der Pike auf hocharbeiten, sind wie Flüsse, und Sie sind der Kiesel. Sie werden rund geschliffen, ob Sie das wollen oder nicht. Andernfalls kommen Sie ja gar nicht oben an!«

Au weia. Was also, Frank Schätzing, tun? Flusskiesel künftig ungeschliffen lassen, damit sie besser oben ankommen und auf der Wasseroberfläche schwimmen? Strukturen entwässern, damit sie aufhören, wie Flüsse zu sein? Die Pike aus dieser feuchten Metapher nehmen, bevor sie rostet? Ja? Und wenn Politiker dann endlich die Freiheit haben, »Dinge auszusprechen« – was schätzen Sie: Wird das dann so eloquent und bildstark klingen, als hätte es ein gelernter Schriftsteller formuliert?

Übt noch die flüssige Aussprache: Titanic

 Scusi, Kellerei Settevetro (Italien)!

Scusi, Kellerei Settevetro (Italien)!

Wegen eines technischen Fehlers ist Dein Lambrusco in die Wasserleitungen des Örtchens Castelvetro di Modena gelangt und sodann hellrot und schäumend in einigen Häusern aus den Wasserhähnen geperlt. Der Unfall sei aber »nicht mit hygienischen oder gesundheitlichen Risiken verbunden« gewesen, teiltest Du mit.

So begrüßenswert natürlich im allgemeinen eine Alkoholversorgung aus dem Wasserhahn sein mag, müssen wir doch fragen: Hast Du noch alle Spaghetti im Topf, Kellerei Settevetro? Lambrusco zu verabreichen ist nach Recherchen in unserer famiglia sogar der Mafia zu eklig!

Es grüßt mit einem kühlen Konterbier: Titanic

 Kennen, Hagen Hultzsch (FDP Thüringen),

muss Sie natürlich niemand, dennoch hat es uns beeindruckt, dass Sie auf einem Wahlplakat, über das wir im Weimarer Straßendreck gestolpert sind, gewissermaßen prophetisch gefordert haben, den Menschen mehr zuzutrauen. Völlig daneben lagen Sie allerdings mit Ihrem Gruß »Hallo übermorgen«. Das hätte doch wohl treffender heißen müssen: »Hallo vorgestern«!

Kann sich das auch gut als künftigen Gruß an Ihre Partei vorstellen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Wesentlich werden

Neulich im Café bildete ich mir ein, am Nebentisch die Schriftstellerin Karen Duve zu sehen, um dann auf den zweiten Blick zu bemerken, dass es sich in Wahrheit um die Schauspielerin Catherine Deneuve handelte. Meine Hoffnung, es könne sich bei mir in Wahrheit um den Maler Jasper Johns handeln, erfüllte sich allerdings nicht.

Jasper Nicolaisen

 Es gibt nur Innen

Großstädte haben keinen Stadtrand. Es kommt immer noch ein Imbiss, noch eine Baustelle, eine Industriehalle, ein Depot. Geografinnen, Immobilienmakler und Raumplaner starteten Expeditionen, um an den Rand einer Großstadt zu gelangen. Nie sind welche zurückgekommen.

Miriam Wurster

 Frage nach dem Sinn des Lebens

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine Handvoll auserwählter Menschen gibt, denen eine höhere Macht den allgemeinen Sinn des Lebens bereits erläutert hat, aber leider sind das wahrscheinlich allesamt solche »Mich fragt ja niemand!«-Typen.

Cornelius W.M. Oettle

 Pragmatismus

Die Oma einer Freundin pflegte in der Nachkriegszeit, als es nichts zu essen gab, ihren hungrigen Kindern einen pfiffigen Ausweg aufzuzeigen, wie sich die Lust aufs Essen leicht vergessen lasse: »Jetz hauma uns halt as Maul am Tischeck an!« Und tatsächlich ist kaum etwas besser geeignet, den knurrenden Magen zu übertönen, als der Schmerzensschrei nach einer an der Tischkante blutig geschlagenen Lippe.

Tibor Rácskai

 Offener Widerstand

Ohne mein Wissen ist aus der Telefonzelle im Dorf ein beschissener offener Bücherschrank geworden. Aus Trotz gehe ich dort jetzt immer telefonieren.

Ronnie Zumbühl

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 25.03.:

    "Der kleine Herr Tod" von Christian Y. Schmidt ist Buchtipp bei radioeins, die erste Lesung dazu gibt es im Livestream.

  • 13.03.:

    Stefan Gärtner in der "Jungen Welt" über Lutz Seiler.

     

  • 07.03.:

    Über den internationalen Frauentag schreibt Mark-Stefan Tietze in der Taz.

  • 06.03.:

    Der "Focus" berichtet darüber, wie TITANIC als "Tesla-Europabüro" die Bürger von Grünheide über die geplante Giga-Factory von Elon Musk aufklärte.

  • 29.02.:

    Noch ein Portrait: Bayern 2 über Max Goldt.