Inhalt der Printausgabe

Die PARTEI informiert


Martin Sonneborn (MdEP)
Bericht aus Brüssel
Folge 11

»Man soll nur von Europa sprechen, denn die deutsche Führung ergibt sich ganz von selbst.«

Außenpolitisches Amt der NSDAP

Straßburg, Plenum

Udo Voigt (NPD) tapert zu seinem Platz, zwei Sitze neben mir. »Na, Voigt«, frage ich, »immer noch in der Politik?« – »Hä?« – »IMMER NOCH IN DER POLITIK?« – »Was soll man tun? Als altes Frontschwein bleibt man dabei…« – »Aber bringt das denn was? In Göttingen* hatte selbst Die PARTEI mehr Stimmen als der NPD-Kandidat.«

»Die Wähler haben uns nur alle nicht gewählt, weil die auf das Urteil im NPD-Verbotsprozeß warten. Danach wählen die wieder uns!«


Sachdienlicher Hinweis der Zeit:
Ganz Niedersachsen lacht über die Göttinger NPD. Bei den Kommunalwahlen wollte diese siegessicher in den Kreistag einziehen und hatte schon ihren Kandidaten für das Landratsamt gekürt. Daraus wird nichts, denn der von der NPD anvisierte Sitz ging ausgerechnet an die Satirepartei »Die PARTEI«. Die kommentiert treffsicher: »Die PARTEI makes Göttingen great again!


Straßburg, Sommerfest

Gartenfest in einer prächtigen alten Straßburger Stadtvilla, die Parlamentarische Vertretung lädt ein, und europäische Wein-, Schnaps-, Bier-, Blumen- und Freßfirmen dürfen unentgeltlich die Stände im Garten bestücken. Büroleiter Hoffmann und ich stehen auf der Gästeliste und haben keine Probleme beim Einlaß. Auch unsere beiden Hamburger Praktikanten haben wenig Schwierigkeiten mit den Kontrollen am Gartentor. Sie verfügen zwar nicht direkt über eine Einladung, aber über etwas aus der Mode gekommene Anzüge und beste Laune, die sie einer leichten nachmittäglichen Alkoholisierung verdanken. Ihre Laune bessert sich noch, als direkt hinter ihnen MEP Bernd Lucke der Eintritt verwehrt wird. Während das Alfa-Männchen mit versteinerter Miene kehrtmacht, rätseln wir, worauf die Demütigung zurückzuführen ist. Ob die Sicherheitsleute Lucke höflich darauf aufmerksam gemacht haben, daß die Veranstaltung ab 18 ist?

Hoffmann und ich diskutieren die Sachlage bei einem transsylvanischen Bier, als der Chef den Garten betritt. Nach allen Seiten grüßend dreht Parlamentspräsident Chulz eine Runde in Richtung Bühne. Uns kann er nicht sehen, weil einer seiner hochgewachsenen Leibwächter genau in der Sichtachse zwischen ihm und uns läuft, also belle ich im Kasernenhofton »SCHULZ!«.

Mit den Augen von Bernd Lucke gesehen: Sommerfest in Straßburg…

Während der Leibwächter mich interessiert mustert, tritt der SPD-Mann freundlich lächelnd auf uns zu. »Normalerweise sagen Sie doch ›Chulz‹, Herr Kollege Sonneborn?« – »Sie haben recht, aber ich wußte nicht, ob Sie schon darauf reagieren. Als inoffizieller Sprecher der fraktionslosen Abgeordneten möchte ich Ihnen nur erklären, daß wir Sie stützen werden, wenn Sie Ihre Amtszeit verlängern wollen…« Forschend blickt mir der Rheinländer ins Gesicht, überschlägt offenbar kurz die Machtverhältnisse im EU-Parlament und seine Chancen als Kanzlerkandidat, nickt mir zu und geht dann ans Mikrophon.

Wahrscheinlich ist sein Redenschreiber bereits im Urlaub, Chulz sieht den dicken schottischen Ukip-Abgeordneten David Coburn in der ersten Reihe stehen, erklärt, daß er gerade den schottischen Ukip-Abgeordneten David Coburn vor sich sehe, trotz des Brexit-Votums, hier auf dem Kontinent. Und daß der Mann ihm künftig fehlen werde. Egal, was er, Chulz, im Plenum von sich gebe, immer, immer höre er ein lautes »Rubbish!« aus Coburns Richtung. Schade, daß es das demnächst nicht mehr… Ein lautes »Rubbish!« unterbricht den Parlamentspräsidenten, im allgemeinen Gelächter gibt er das Büffet frei.

Mit einem altersangemessenen Strohhut irrt Hans-Olaf Henkel umher, sucht wohl seinen Kompagnon Lucke. Als er uns sieht, kommt er heran und beglückwünscht uns zur Presseerklärung im Falle Frau von Strolch (vgl. B.a.B., Folge 9). Auf die Frage, wie es denn um ihn stehe, stöhnt der ehemalige BDI-Präsident auf: »Unser Schicksal ist doch, daß wir nicht zurücktreten können, da würden sonst AfD-Leute nachrücken. So Arschlöcher.«

Straßburg, Plenum

Kurz vor Beginn der Sitzung stupst mich mein Sitznachbar Korwin-Mikke an: »Beim nächsten Mal halte ich eine Rede, nach der werden mich alle hassen!« Der Pole kichert zufrieden in sich hinein. Udo Voigt drängelt sich hinter uns durch, grinst mich an. »Jetzt werden Sie mir sagen, daß Sie uns auch in Berlin geschlagen haben? Wir hatten Ihnen extra ein Plakat freigehalten, vor unserer Zentrale, nur zwei aufgehängt und eins freigelassen.«**

»Ich weiß nicht, wahrscheinlich, wieviel Prozent hatten Sie denn?«

»0,6 Prozent. Unser schlechtestes Ergebnis…«

Reflexartig ergänze ich »…seit Kriegsende.«

Voigt stutzt: »Nein, wir sind da erst seit den 60er Jahren vertreten!«

»Aber ist das nicht ein Zeichen, daß Sie den Laden zumachen sollten? Die AfD verwaltet doch jetzt Ihr Erbe.«

»Jaha, das wird sich zeigen, ob die das System immanent bekämpfen oder wie wir von außen. Wenn sie es immanent bekämpfen, wird unsere Zeit wieder kommen… Wer zuletzt lacht, lacht am besten!« Voigt lacht los, stockt: »Oh, jetzt habe ich zu früh gelacht!«

Ich widme mich wieder der Beantwortung einer Frage bei Abgeordnetenwatch, aber vergeblich, Hans-Olaf Henkel kommt auf mich zu: »Na, was machen Sie denn wieder?«

»Ich beantworte die Frage eines Wählers, wie lange es nach der Machtübernahme dauern wird, die Mauer wieder zu errichten.«

Henkel verzieht keine Miene, hat aber offenkundig Probleme, sich in dieser täglich komplexer werdenden Welt zurechtzufinden. »Macht… übernahme…? Mau… er… wieder…auf…?«

»Machtübernahme bedeutet über 50 Prozent der Sitze im Bundestag, und den Wiederaufbau der Mauer fordern wir bereits seit 2004. Immer mehr Staaten übernehmen diese Idee und immer mehr Wähler, wir hatten zwei Prozent bei den Wahlen in Berlin.«

Henkel muß auf Botox sein, keine Regung in seinem Gesicht: »Zwei Prozent in Berlin? Wie haben Sie denn das gemacht?? ZWEI PROZENT??? Wir hatten 0,4 Prozent mit der Alfa. Na, Sie werden im Parlament bleiben nach 2019, ich gehe dann ja. Bin froh darüber, da kommen die ganzen Arschlöcher von der AfD. Ich kenne die ja alle!«

»Also Pretzell saß schon neben mir, ein ganz unauffälliger Rechtsradikaler…«

»Pretzell rechtsradikal?« Henkel lacht auf: »Ich kenne die alle! Der steht doch für nichts! Der war pleite, 2015, Offenbarungseid, wußten Sie das? Der hat geschaut, was muß ich sagen, um Erfolg zu haben, ah, was Rechtes. Und dann hat er es gemacht. Die Petry, seine Freundin auch, wissen Sie, was die beiden verbindet? Beide standpunktlos, beide pleite, beide vier Kinder und abgehauen. Bei Gauland, da weiß man wenigstens, wofür der steht.«

Straßburg, Plenum

Das Plenum ist heute voll besetzt, die Pressetribüne auch. Juncker hält eine groß angekündigte »State of the Union«-Rede. Büroleiter Hoffmann hatte mir erklärt, ich müsse dann natürlich ebenfalls eine halten, und hat sogleich eine Minute Redezeit beantragt.

Offizielles PR-Bild von K.-H. Juncker

Der Kommissionspräsident spricht lange und verspricht den Europäern dabei das Aufstocken seines Investitionsprogrammes von 315 auf 630 Milliarden Euro, von denen allerdings erst 500 Milliarden gesichert seien. Ob ich Europa eine weitere Verdoppelung versprechen soll? Nein, lieber nicht; ich weiß nicht, ob meine Haftpflichtversicherung im Zweifelsfalle derartige Summen abdeckt.

Nach den üblichen Wortmeldungen der Fraktionsvorsitzenden höre ich Chulz plötzlich meinen Namen nennen: »Das Wort hat jetzt der fraktionslose Abgeordnete Sonneborn.« Na gut:

»Vielen Dank, Chef!« nicke ich ihm zu. »Die EU hat sich verändert. Als ich mein Mandat antrat, wollte ich für ein starkes Kern-Europa kämpfen mit 27 Satelliten-Staaten. Diese Anzahl hat sich reduziert. Nach dem Brexit und dem anstehenden Ausschluß Ungarns möchte ich dafür werben, auch den Iren die Tür zu zeigen. Eine Regierung, die es ablehnt, Steuerzahlungen der Firma Apple anzunehmen, könnte den Eindruck erwecken, es gehe um ein Europa der Konzerne, nicht der Bürger. Deswegen appelliere ich an die irische Regierung…« Ab jetzt ziehe ich beide Mundwinkel nach oben, um möglichst perfektes Englisch zu sprechen: »Dear Mr President of Ireland! If you still believe that Apple will create some jobs in Ireland – forget it. Apple only ever had ONE Jobs. But he is dead. He will not come back. So please take my advice: Take the money and run! 13 Billion Euro will buy you many, many I-Phones. This will generate more tax income for Ireland. Then you can buy even more I-Phones. It’s a win-win-win-situation. Think it over with a good bottle of Whiskey. Sláinte!

Eine kleine Bitte noch, Herr Juncker: Könnten Sie Ihren Digital-Kommissar Oettinger dazu verdonnern, sich alle 90 Minuten mit seinem Handy ins deutsche Telefonnetz einzuwählen? Das würde die Verhandlungen über Roaming und Leistungsschutzrecht in Brüssel erheblich aufwerten …«

Während Juncker keine Miene verzieht, verkneift Chulz sich diskret ein Lächeln: »Vielen Dank, Herr Sonneborn, für Ihre … (Pause) Rede. Auch daß Sie mich als Ihren Chef anerkennen, ehrt mich über alle Maßen, ich wußte gar nicht, daß ich der Chef eines so begabten … (längere Pause) Menschen bin.«***


Anmerkung aus dem Netz
Bäm Slack Props an den 1 Dude der geklatscht hat

Sachdienlicher Hinweis der Irish Times
Another German really had the knives out for Ireland. MEP Martin Sonneborn, founder of Die Partei (The Party), demanded the Republic be thrown out of the European Union for refusing to accept the commission’s judgment. He said expelling Ireland was an important signal to show that Europe was there for its citizens and not multinational concerns. In an open letter to President Michael D Higgins, he suggested the State »take the money and run«.


Karl-Heinz Juncker und sein Stellvertreter Timmermans müssen anhören, wie ihre EU weiter zusammenschrumpft.

Straßburg, Plenum

Letzte Abstimmungen. Korwin-Mikke und ich stimmen munter vor uns hin. Auf einmal wird zum allgemeinen Erstaunen eine Gesetzesformulierung mit nur einer Stimme abgelehnt. Bei uns beiden signalisiert ein rotes Lämpchen an den Stimmgeräten, daß wir parallel mit NEIN gestimmt haben. Der Pole jubelt: »Ich war’s!«

Ich korrigiere ihn: »Nein, ich!« Dann müssen wir beide lachen.

Auf dem Weg nach draußen treffe ich Marcus Pretzell. »Der CDU-Kollege Winkler hat eine Koalition aus CDU und AfD vorgeschlagen, ist das nicht rufschädigend? Bei der Einstellung Ihrer Wähler?« – »Ja, sehr, ich hatte eigentlich auch gedacht, das Angebot würde von der PARTEI kommen, wir brauchen doch schließlich Mehrheiten …« – »Das wird nichts, Hans-Olaf Henkel hat mir verraten, daß Sie gar nicht aufrichtig rechtsradikal sind!« – »Rechtsradikal? Ich dachte immer, das wären Sie!«



* Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen errangen PARTEI-Kandidaten über 20 Mandate.

** Voigt spielt auf das »Nazi hängen«-Plakat an und darauf, daß wir im letzten Wahlkampf ein überarbeitetes NPD-Plakat vor der NPD-Zentrale aufgehängt hatten. (Vgl. Google, Suchwörter »Gas geben«, »NPD-Voigt verklagt Sonneborn«)

*** 1 Rede zum »State of da Union« zum Nachschauen: www.youtube.com/watch?v=Z7g8-GxLTSc

Achtung, Durchsage: Dieser Bericht wurde aus Mitteln des Europäischen Parlamentes finanziert und zeigt möglicherweise ein Zerrbild desselben.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Recht medizinisch, Digitalisierungs-Staatsministerin Dorothee Bär,

gingen Sie im Tagesspiegel die Steuersenkungspläne für den so genannten Mittelstand Ihrer CSU und der CDU an: »Viele Unternehmen haben während Corona stark geblutet, ihnen müssen wir jetzt den Rücken stärken.«

Hm, das könnte vielleicht die falsche Therapie zur Diagnose sein. Und abgesehen davon, dass Sie damit womöglich noch mehr Geld in Umlauf bringen, an dem Blut klebt, können so ein paar labbrige Scheinchen einen Rücken überhaupt richtig stärken? Oder denken Sie etwa nur an einen Stapel stabiler Münzen? Auch wackelig; und das lassen Sie mal besser nicht Ihre Wählerinnen und Wähler hören, rät Ihnen Dr. Google von der Titanic

 Exquisit, Rowohlt Verlag,

ist abermals das Herbstprogramm Deines – wie man so sagt – Labels »Kyss«, mit welchem Du deutschsprachige Heranwachsende zu kompetenter Leserschaft fortbilden möchtest.

Die bewährte Anya Omah (»eine im Selfpublishing bereits erfolgreiche Autorin mit großer Fanbase«) verheißt eine erbauliche »New-Adult-Trilogie mit deutschen Settings«, bestehend aus dem Roman »Regenglanz« (»so schmerzlich schön wie ein Tattoo«), sodann »Nebelschimmer« (»Eine Own Voices Romance. Divers, positiv und selbstverständlich«) und schließlich »Gewitterleuchten« (»Forbidden Love, Second Chance, Enemies to Lovers«), während Kira Mohn in ihrem Werk »The Sky in Your Eyes« die Problemfelder »Body Positivity und Naturschutz« thematisiert, wohingegen Jen deLuca »Fake Relationship« angeht, »eines der beliebtesten Romance-Motive, kombiniert mit dem absolut einzigartigen Setting Mittelalterfestival«, und zwar in ihrem Roman »A History of Us – Nur drei kleine Worte« (aber sind das nicht genau genommen vier kleine Worte? Nun, eine Petitesse).

Urdeutsche Settings à la Naturschutz plus Mittelalter, kombiniert mit Body Positivity und Fake Relationship: da kommen die New Adults unseres Vaterlands garantiert ins gepflegte Schmökern.

Geben Dir dennoch keine Second Chance: die Erwachsenen von Titanic

 Försterfürst Peter Wohlleben!

Försterfürst Peter Wohlleben!

Irre, was Sie im Spiegel-Interview so vom Stapel lassen. Vor allem hacken Sie auf die Methoden der Forstwirtschaft ein: »Viele Förster reagieren auf meine Argumente und Ideen wie Terrier, die an die Wand gedrängt werden.« Landwirtschaftsministerin Klöckner wolle nicht in Talkshows mit Ihnen sitzen, Bäume aus Baumschulen bezeichnen Sie als »Weicheier, gedopt mit Dünger«. Und: »Die klassische Forstwirtschaft geht oft superbrutal vor, mit Riesenkahlschlägen. Als ob die Förster irgendwelche Substanzen geschluckt hätten.«

Und das lassen wir an der Stelle einfach mal stehen wie einen schönen, heimischen Feldahorn, den Sie gegenüber den Baumschul-Weicheiern klar bevorzugen.

Gut Holz, alte Weichbirne: Titanic

 Birne Merz!

Stimmt das, was wir da lasen? Dass der geplante Ausbau des Flugplatzes Arnsberg-Menden, an dem Sie als Anwohner und »passionierter Pilot« (Spiegel) großes Interesse haben, in Gefahr ist? Grund dafür ist neben den 4500 Quadratkilometern Wald, die gerodet werden müssten, die wenige Millimeter große Quellschnecke, deren Lebensraum ebenfalls geopfert würde. Es soll deshalb nun Klage eingereicht werden.

Und da stehen wir selbstverständlich felsenfest hinter Ihnen, Merz. Denn die Vorstellung, dass Sie nach den Niederlagen gegen Kramp-Karrenbauer und Arminion Laschet nun auch noch gegen ein winziges Weichtier den Kürzeren ziehen, können wir schlicht nicht ertragen.

Lass Dich nicht zermürben, Fritz! Titanic

 Allergieinfodienst!

Du schreibst auf Twitter: »Allergiker sollten sich bei essbaren Insekten informieren«, ob Kreuzreaktionen mit anderen Nahrungsmittelallergien möglich seien. Aber wenn die Insekten auch nur ein bisschen Hirnschmalz haben, was werden die wohl antworten? Vermutlich so etwas wie »Esst keine Insekten! Hochallergisch!«, um die eigene Haut respektive den Chitinpanzer zu retten.

Informieren sich doch lieber bei echten Fachleuten:

Deine Spaßvögel bei Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Private Vorsorge

Man hat da einen bösen Verdacht und beginnt eine Nabelschau. Man betastet Spitzbauch, Nasenhaar, Krähenfuß und Gemüt: Midlife-Crisis! Man sucht Rat bei den Raunern im Netz und stößt auf die teilnahmsvolle Warnung, dass bisher Erreichtes jetzt zur Last, gar zum Feind werden könne. Man unterzieht die Erfolge der Vergangenheit einer Inventur, mit der man sehr schnell fertig ist, und dankt, gänzlich unbelastet, seinem jüngeren Ich. An der Front muss wohl kaum mit einem Angriff gerechnet werden.

Sascha Lützeler

 Ironie. Ein Schüttelreim

Ich hab’ mir am Buch »Wundversorgung Grundwissen« ironischerweise den Finger wund g’rissen.

Jürgen Miedl

 Exklusive Expertise

Wer sich immer schon über die Merkwürdigkeit des Ausdrucks wunderte, jemand sei ein »Dahergelaufener« und allein angesichts dessen nicht qualifiziert, in puncto eines bestimmten Sachverhalts etwas zu äußern oder zu tun und daher von vornherein unbedingt auszuschließen, dem sei gesagt: Richtig so! Denn: Da könnte ja jeder kommen!

Andreas Meinzer

 @o_tempora_._o_mores

Die Jugend wird immer dümmer? Ja, ja, das behaupten gnatzige Tattergreise schon immer, von den alten (haha) Griechen bis zu den Sumerern vor 5000 Jahren. Heute sind wir weiter: Die Alten müssen diesen Vorwurf nicht mehr umständlich in Tontafeln ritzen oder auf Papier drucken – die Jugend trägt die Einfalt bereits im Namen, genauer: im TikTok-Benutzernamen! Sind die Wunschnamen »anna«, »bayernfan« oder »björn« schon weg, gibt es noch Fantastilliarden Möglichkeiten, ein originelles, nicht vergebenes Alias zu finden; etwa indem man einfach ein paar Alltagsvokabeln zusammenschraubt: »doppelpferd«, »eieralarm«, »elektrononne« – alle noch frei und alle ohne eine bescheuerte Kombination aus Zahlen, Unterstrichen und Punkten! War das so schwer, @elina_123____, @klausklausiii und @.miiiniiischnuff.? Der alte @sookraatees__philo.king würde schmunzeln.

Alexander Grupe

 Ungeduldige Frage

Wie alt muss ich eigentlich werden, damit ich mir endlich einen Porsche wünsche?

Katharina Greve

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 14.09.:

    NDR Zeitzeichen zum 80. Geburtstag von Eckhard Henscheid.

  • 10.09.:

    Ella Carina Werner in der taz über bald arbeitslose Labortiere.

  • 01.09.:

    Beim Münchner Sender M94.5 gibt Moritz Hürtgen Auskunft über den TITANIC-Aiwanger-Telefonterror aus der Septemberausgabe.

     

  • 30.08.:

    Stefan Gärtner ist bei der Jungen Welt fassungslos.

     

  • 27.08.:

    Der Spiegel berichtet von "Hubert Aiwangers" Telefonaktion in der September-TITANIC.

Titanic unterwegs
19.09.2021 München, Literaturhaus Hauck & Bauer: »Cartoons«
19.09.2021 Kaufungen, Mittelthalhof Gerhard Henschel
23.09.2021 Köln, Comedia Max Goldt
24.09.2021 Essen, Zeche Carl Max Goldt