Inhalt der Printausgabe

Die PARTEI informiert


Martin Sonneborn (MdEP)
Bericht aus Brüssel
Folge 14

»Man soll nur von Europa sprechen, denn die deutsche Führung ergibt sich ganz von selbst.«

Außenpolitisches Amt der NSDAP

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Brüssel, Sommerfest der Parlamentarischen Gesellschaft (EPG)

Ein sommerlich warmer Mittwochabend: Zeit, gepflegt das Wochenende einzuleiten. Die pittoreske Stadtvilla der EPG, nur fünf Minuten Fußweg vom Parlament entfernt, haben wir vom letzten Sommerfest noch in bester Erinnerung. Mitglied der EPG sind wir allerdings immer noch nicht, obwohl ihr Vorsitzender, der Südtiroler Andreas Dorfmann, zugleich Vorsitzender der beliebten interfraktionellen Arbeitsgruppe »Wine, Spirits and Quality Foodstuffs«, bei der letzten Veranstaltung überzeugende Argumente vorgebracht hatte: mit dem Hinweis, daß die Lebensgefährtinnen von Mitgliedern zehn Prozent Rabatt auf Einkäufe in den Galeries Lafayette erhielten.

Büroleiter Hoffmann und ich stehen mit einem gesponserten Qualitätsgetränk in der Hand im Garten und beobachten interessiert den neuen Chef, Antonio Tajani. Während Chulz hier letztes Jahr keinen einzigen Schritt machen konnte, ohne angesprochen zu werden, geht der halbseidene Parlamentspräsident völlig unbeachtet durch die Parlamentarier und tippt verlegen eine SMS nach der anderen in sein Handy. Unbeachteter noch als wir, denn als wir an einem der langen Tische Platz nehmen, kommen die Kollegen Henkel (vormals AfD) und Professor Starbatty (ebenso) auf uns zu. »Passen Sie auf, was Sie sagen, der Sonnenborn schreibt alles mit!« warnt Hans-Olaf Henkel, während er sich neben mich setzt. »Nein, Henkel, nur die interessanten Sachen. Und nichts über Kleinstparteien, die nicht zu Plasberg eingeladen werden…«, korrigiere ich.

Hauptgesprächsthema ist an diesem Abend die Kritik von Kommissionspräsident Juncker am Parlament. Weil bei der Rede des maltesischen Präsidenten morgens nur 30 von 751 Abgeordneten im Plenum saßen, war Juncker vor Journalisten anschließend der Kragen geplatzt.


Sachdienlicher Hinweis der »Taz« …

… und des DLF

Ich war natürlich im Bett. Es war 9 Uhr morgens, und seit den Anschlägen von Brüssel gehe ich aus Sicherheitsgründen nie vor 11 Uhr ins Parlament. Außerdem sind die vielen Sommerfeste abends sonst nicht zu schaffen.


Hoffmann fragt, warum Juncker sich überhaupt so aufrege: »Was legen sie die Rede des Ratspräsidenten auch auf 9 Uhr! Wenn es voll sein soll, legt man so etwas vor die Abstimmungen.«

Paul Rübig, ein gemütlicher älterer ÖVP-ler aus Oberösterreich, Abgeordneter seit 1996, gesellt sich zu uns und gesteht: »Ich war nicht im Plenum, aber ich möchte auch nicht mit dem Malteser Präsidenten in einem Raum sein.« – »Warum nicht?« – »Naja, der steckt doch voll mit drin, Panama-Papers, Steuersachen…« – »Gute Güte! Gut, daß ich nicht hingegangen bin, ich wußte das ja nicht.« – »Die Eingeweihten wissen das, hahaha…«, lachend dreht der angehende Pensionist ab, bevor ich ihn darauf aufmerksam machen kann, daß er mit seinem EVP-Kumpan Karl-Heinz Juncker* auch nicht unbedingt den Raum teilen sollte.

Beste Laune bei Klein- und Kleinstparteien: Starbatty, Sonnenborn, Henkel

Hans-Olaf Henkel (vormals Alfa) steht auf und geht in Richtung der Stände, an denen europäische Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie erlesene Speisen und Getränke anbieten dürfen. Wenig später kehrt er strahlend zurück, ein Glas Rotwein erhoben in jeder Hand, triumphiert: »Ich habe gesagt, für mich und einen Freund, da habe ich zwei Gläser gekriegt. Das ist meine kleine private Steuerrückerstattung!« Bestens gelaunt stellt er die Beute ab und drängt in Richtung Buffet, während wir den Gin-Tonic-Ausschank ansteuern: »Zweimal Rückerstattungen mit Strohhalm und Eis, bitte!« Fast gleichzeitig kehren wir an den Tisch zurück, Henkel (derzeit LKR) trägt einen Teller mit Hähnchenschenkel und Kartoffelsalat. »Ich war der erste in der Schlange, der erste am Bufett!« ruft der ehemalige BDI-Präsident nicht ohne Stolz.

Straßburg, Büro

In zwei Tagen hält Juncker seine jährliche Rede zur »State of the Union«. Die Redezeit, die Büroleiter Hoffmann für mich beantragt hatte, wird bewilligt: wie üblich eine ganze Minute. Wenig später schickt mein (depressiver) Redenschreiber erste Gedanken zum Thema EU/Türkei. State of the Union? Ich lege die Füße auf den Schreibtisch und denke über den Zustand der EU nach.


Sachdienlicher Hinweis aus dem Ordner »Nichtgehaltene Reden II«

…bin ich der letzte, der nein sagt, wenn Angela Merkel und Sigmar Gabriel mich bitten, dem türkischen Botschafter in Deutschland gemeinsam gefrorene Scheiße in den Briefkasten zu stecken. Aber ich bin auch der erste, der die beiden anschließend an die Türkei ausliefern und gegen den feinen Menschen Deniz Yücel austauschen lassen würde. Und gegen die Frau mit dem Kind, über die keiner schreibt, und die anderen…


Straßburg, Büro

Auf dem Weg ins Plenum begegnet mir Udo Voigt. »Na, Voigt, noch in der Politik?« – »Hä?« – »NOCH IN DER POLITIK?!« – »Ja, ja … immer noch. Sagense mal, was wollen Sie denn in 15 Jahren über mich schreiben, wenn Sie jetzt schon schreiben ich sei… na… senil? Schwerhörig stimmt ja…«

Straßburg, Plenum

Junckers Rede ist zum Glück deutlich kürzer als die vom letzten Jahr. Die EU habe wieder »Wind in den Segeln«, die wirtschaftliche Entwicklung sei großartig, die Außengrenze besser gesichert und im Mittelmeer würden durch das EU-Türkei-Abkommen weniger Menschen ertrinken. Nun ja. Zwei Stunden später bin ich endlich dran und erhebe mich: »Präsidenten, Kollegen …«

Ich stocke. Ein Rundblick zeigt, das Plenum hat sich schon merklich geleert, und mit Parlamentspräsident Tajani und Karl-Heinz Juncker sind ja »…fast mehr Präsidenten als Kollegen hier, aber egal! In den letzten drei Jahren habe ich als EU-Abgeordneter großartige Arbeit geleistet: Ich habe die Engländer nach Hause geschickt, ich habe Martin Chulz entmachtet und zum SPD-Kanzlerkandidaten degradiert, und ich habe dafür gesorgt, daß Kanzler-Altlast Helmut Kohl vom Netz genommen, demontiert und witwengesichert endgelagert wird.

Rede …

Gescheitert bin ich allerdings daran, das Orbán-Regime und die polnische PISS-Partei demokratische Grundwerte zu lehren.

Am meisten stolz bin ich darauf, daß die EU jetzt eine ureigene PARTEI-Idee aufgenommen hat: die einer Mauer. Einer Mauer um ganz Europa.

Vor kurzem erst haben wir – ganz im Sinne der christlichen Unionsparteien – eine Obergrenze für Flüchtlinge gefordert: Deutschland soll jährlich nicht mehr aufnehmen müssen als das Mittelmeer. Und jetzt, noch bevor das Mittelmeer voll ist, errichtet die EU eine Mauer in der Sahara, in den kaputten Staaten Mali, Niger und Tschad! Abschließend möchte ich mich noch bei den ganzen Ausländern hier entschuldigen, daß so viele wichtige Entscheidungen vertagt werden mußten bis nach der Wahl in Deutschland. Eine Woche noch, dann regiert wieder eine PARTEI…«**

Kaum habe ich geendet, springt vorne im Plenum ein kleines Männlein von seinem Sitzplatz auf und winkt empört: Manfred Streber (CSU), einflußreicher Vorsitzender der Europäischen Volkspartei.

… Gegenrede …

Sachdienlicher Hinweis der »Mittelbayerischen Zeitung«

Wegen Sonneborn: Eklat im Parlament Aufregung im Europaparlament: Der CSU-Europaabgeordnete Manfred Weber regte sich auf, in einem Video ist der Clinch der beiden Politiker zu sehen. Nach Sonneborns Rede meldete sich Weber zu Wort und zeigte sich empört: »Wir sind hier im Parlament, wo Meinungsfreiheit erlaubt ist. Aber wenn man über einen Toten so spricht, wie der Herr Sonneborn gerade über Helmut Kohl gesprochen hat, dann ist das inakzeptabel und ich fordere, daß das Präsidium sich damit beschäftigt. Dieses Verhalten ist eines Parlamentariers nicht würdig.« Weber erntete Applaus der Kollegen im Parlament. Die Sitzungsleiterin versprach, daß man sich um den Fall kümmern werde.


… und Applaus.

Blöde Petze, denke ich, als ich das Plenum verlasse. Am Ausgang kommt ein sichtlich begeisterter Korwin-Mikke auf mich zu, gratuliert mir und fragt interessiert: »Was glauben Sie, was das kosten wird?« – »Nun, wenn Sie für Ihre Einlassungen kürzlich 9 000 Euro*** bezahlt haben, dann dürfte ich mit höchstens 90 Cent dabeisein. Wir sind hier im Parlament, wo Meinungsfreiheit zum Teil erlaubt ist …« Lachend geht der polnische Monarchist ab.


Sachdienliche Hinweise aus dem Netz

Jakob Augstein So kann man Europa und den Parlamentarismus auch beschädigen – als Witznummer.
Helga Ruepel (MEP, Grüne) Wie bitter: @MartinSonneborn leidet so am Testosteron. Bin ich froh, daß ich eine Frau bin!
Tobi Preuschoff Was redet dieser unlustige, verfickte Wichser für eine inhaltlose Dreckscheiße?! Das ist ein ERNSTES Parlament, welches sich um ernsthafte Probleme und deren Lösungen kümmert. Sonneborns Rede hingegen war adäquat und professionell wie immer.
Patrick Müller Die armen Dolmetscher.

Brüssel, MEP-Bar

Ja, die armen Dolmetscher. Und da das Präsidium nach Strebers Beschwerde nicht das deutsche Original verhandeln wird, sondern diverse Übersetzungen, interessiert mich auch, was die Dolmetscher simultan aus meinem Statement gemacht haben. Hier die Abschrift der englischen Verdolmetschung:

»Presidents, colleagues, probably more presidents here than colleagues at the moment, but never- , never mind. In the last three years, as an MEP, I have achieved a great deal of work. I sent away the Brits, I(long) de-throned Mr. Schulz, and I also ensured that (little pause) Helmut Kohl (pause) was (aaah… *sigh*) re- (pause) ahm… moved somewhere else. And also that the Polish PIS Party, (pause) I’ve tried to teach them democratic values. And I’m particularly proud, that the EU has taken on board (pause), an original idea that we had, namely a wall. A wall around Europe. Just recently (pause), going along with the CSU, we asked for an upper-limit of, for refugees. Germany shouldn’t take in more every year, than the Mediterranean Ocean. Now the Mediterranean Ocean, Mediterranean Ocean, is (pause) is full, so the idea is to construct a wall around those failed states Chad and Mali. And I would like to say sorry to ve…, to foreigners here, because a lot of decisions were deferred until after the elections in Germany. Just (pause) another week (pause) until the party will start governing again.«

Die Engländer sind also zumindest in groben Zügen informiert, die Franzosen fast ebenso gut: Für sie allerdings habe ich Chulz direkt »ins deutsche Bundeskanzleramt geschickt« und »mich versichert, daß das Erbe von Helmut Kohl in der Versenkung verschwindet«. Hingegen sei es mir leider »nicht gelungen, die Macht des Orbán-Regimes oder der Konservativen in Polen zu annulieren«.

Den Spaniern dagegen wird erklärt, ich hätte »dazu beigetragen, alle Errungenschaften, die Kohl angestoßen hat, endgültig einzulagern«; den Italienern ähnliches, allerdings ohne Helmut Kohl: »In den letzten drei Jahren habe ich einen unglaublichen Job gemacht als MEP. Ich habe Martin Max entfernt… aus seinem Amt, Martin Chulz und… (Pause) und diese ganze Konstruktion zerstört… eh, aber Orbáns Regime und die… uh, Partei konnten nicht besiegt werden. Wir haben eine Mauer um Europa und wir haben gesehen, daß die CSU-Partei eine externe Mauer verlangt, um die Flüchtlinge draußen zu halten, wir können nicht mehr aufnehmen, und jetzt sehen wir, daß die EU eine Mauer in der Sahara baut, in den Städten der Sahara und im Tschad…«

Auch die Tschechen hören eine etwas reduzierte Rede: »Das Wort hat Frau Sonneborn…« Der Name Chulz fällt nicht direkt, statt dessen heißt es: »…und ich habe die Kanzlerin Merkel degradiert.« Nach einer längeren Verwirrungspause geht es weiter: »… und (Pause) und… (Pause) hm… und habe mich für… um… (Pause) weitere Schritte gekümmert.« Mehr Humor als Manne Streber hat die Dolmetscherin allerdings: »…Deutschland sollte nicht mehr aufnehmen… (Pause, Ausatmen, Lachen) als das Mittelmeer.« Die Sahara nennt sie nicht, sagt nur: »…eine Mauer errichten, zum Beispiel im Tschad… und… (Pause) weiteren Ländern… (Pause) Mali… Niger.« Der Schluß wird höflich zusammengefaßt: »Noch eine angenehme Woche! Dann kommt es wieder zu einigen Veränderungen.« Auch Altkanzler Kohl findet keine Erwähnung.

Ebensowenig für die Rumänen im Plenum, nach Brexit und Chulz folgt einfach »…und andere Projekte«. Polen wird erwähnt, Orbán fehlt. Entfallen ist auch der Hinweis auf die »christlichen Unionsparteien«.

Während viele Ausländer im Plenum also gar nicht verstanden haben, was ich gesagt habe, würde jeder Schwede mich wahrscheinlich sofort zu einer Geldstrafe verurteilen, möglicherweise sogar wegen Sterbehilfe: »Die letzten drei Jahre habe ich als Anführer gegen dieses EU Parlament gearbeitet. Ich habe die Engländer heimgeschickt … und dafür gesorgt, daß der frühere Kanzler Helmut Kohl nun auch ruhen darf …«

Wenn schon diese kleine Rede derart interessant verdolmetscht wird, was bedeutet das dann für wirklich wichtige Reden? Und: Wer in Europa versteht eigentlich Oettinger?

Brüssel, Cafe Karsmakers

Zum Frühstück treffe ich einen freundlichen jungen Korrespondenten aus der Schweiz zum Interview. »Gestern war ich auf dem Fest der Schweizer Botschaft«, sagt er zu Beginn, »da habe ich mehreren deutschen Journalisten erzählt, daß ich Sie morgen interviewe. Die haben eine Übereinkunft, daß sie Sie nicht beachten … Die sehen Sie als Journalisten, als Konkurrenten.«Ich überlege, ob nicht mal eine grundsätzliche Analyse zur aktuellen Rolle der Medien angebracht wäre, bis hin zur Rolle der Satire als fünfter Gewalt im Staat, in einer Zeit, da viele Printmedien und öffentlichrechtliche Anstalten ihre Aufgabe als Vierte Gewalt offenbar nicht mehr bewältigen – aber das ist wohl der falsche Moment. Schnell wechsle ich das Thema und lade den Schweizer offiziell ein, mit seinem Land der EU beizutreten – »wir suchen noch ein paar Nettozahler, finanzkräftige Geberländer«. Leider wird das großzügige Angebot im Artikel später totgeschwiegen.


Sachdienlicher Hinweis der »Luzerner Zeitung«

Deutsche Journalisten in Brüssel geben sich verkrampft. Sonneborn sei ein »Spinner« oder ein »Selbstdarsteller, der einfach sein Heft verkaufen will«, heißt es.


Straßburg, Plenum

Einziges Abstimmgerät im EP mit exakt gleichmäßig abgenutzten JA- und NEIN-Tasten; Enthaltungstaste (Mitte) unbenutzt
Sven Giegold

Ich bin abgerutscht. Über drei Jahre lang habe ich fleißig abwechselnd die JA- und die NEIN-Taste gedrückt bei Abstimmungen. Ohne irgendwas zu bewirken. Und jetzt habe ich aus Versehen zehn Mal hintereinander mit JA gestimmt. Sven Giegold, Sprecher der Grünen im Parlament, hat einen humorlosen Bericht**** zur Abstimmung gebracht, der Transparenzregeln für Lobbyisten fordert, drei Jahre Karenzzeit für EU-Kommissare, bevor sie nach ihrem Mandat die Seiten wechseln dürfen, Ethikregeln für alle EU-Einrichtungen, besseren Schutz für Whistleblower etc. Die CDU/CSU-Fraktion hatte getobt und in der Nacht vor der Abstimmung noch jede Menge Änderungsanträge eingebracht. Ein knapper Ausgang stand zu erwarten, die grüne Seite signalisierte, daß es an einer Stimme hängen könnte. Also rutschte ich ab. Zu meiner Entschuldigung kann ich allerdings anführen, daß mir nur Minuten zuvor Beatrix von Strolch zugewunken hatte. Als ich ein Erinnerungsfoto machen wollte, während sie zwei Reihen vor mir mit einem Ukip-Mann sprach und diesen auch weiterhin fixierte, hob sie die Rechte (sic!) und winkte mir zum Abschied zu – sie geht in den Bundestag, sich Land und Volk zurückholen …

Frau von Strolch: Heim ins Reich, Kinder abknallen! Smiley!

Letztendlich ging dann alles gut und der Bericht mit sicherer Mehrheit durch, weil britische Tories und sogar polnische Konservative ehrenwerter abstimmten als die deutschen Mitglieder der EVP. Was werden die PARTEI- Wähler sagen?


Sachdienliche Hinweise aus dem Netz

André Janitschek Da schuldet uns jemand 10 x »Nein«.
Roman Heißt die Jugendorganisation der #AfD eigentlich »Die kleinen Strolche«?


Berlin, Verwaltungsgericht

Der Prozeß gegen den Bundestag***** ist der schönste meines Lebens. Gerichtspräsidentin Xalter, eine kluge Richterin mit Humor, zerlegt die fadenscheinige und – man kann es nicht anders sagen – in Teilen böswillige Argumentation der Bundestagsverwaltung elegant und mit Freude. Meine Lieblingsstelle: Der Anwalt der Gegenseite erklärt, daß es unmöglich sei, Geld zu verkaufen. Richterin im Brustton der Überzeugung: »Aber sie haben es getan!« Anwalt verzweifelt: »MAN KANN KEIN GELD VERKAUFEN!« Richterin lachend: »Aber sie haben es doch getan!« Unserer Klage wird stattgegeben. Der Anspruch auf die 70 000 Euro, die wir nach unserem Verkauf von 100-Euro-Scheinen aus der Parteienfinanzierung zu erhalten haben, bleibt gerechtfertigt, das absurde Strafgeld in Höhe von knapp 400 000 Euro, das Lammert und der Bundestag von uns fordern, wird aufgehoben.


Hämischer Hinweis aus dem Internet

Jörg Tauss Die letzte Niederlage des Herrn #Lammert. Ausgerechnet gegen @DiePARTEI Ich sage nicht, daß ich darüber traurig bin. LachtränenSmiley


Berlin, Wahlsiegesfeier der PARTEI

Die Stimmung im Gewölbe einer alten Brauerei in Prenzlauer Berg ist bestens, obwohl die PARTEI die BTW17 verloren hat. Alle anderen Parteien haben – eigenen Angaben zufolge – irgendwie gewonnen (außer der SPD, aber die zählt ja nicht mehr), wir haben verloren. Und zwar hoch verloren, mit fast 500 000 Zweitstimmen! Trotz der lustigen kleinen Kampagne, die die Taz gegen uns führte (»elitär, bourgeois und amoralisch«, »in ihrem Kern verachtenswerter als die AfD«), im Verein mit N-TV (»arroganter Haufen Wohlstandskinder«, »zutiefst demokratiefeindlich«), Auge & Fleischi, Niggi und dem schreibenden Friseur Sascha Lobo, sind wir mit einem Prozent die stärkste außerparlamentarische Oppositionspartei: FOR THE FEW – NOT THE MANY!

Elitäres T-Shirt gefällig? 15 Euro (zzgl. Versand) im TITANIC-Shop.

 


* Finanz-/Premierminister Luxemburg von 1995 – 2013. Vgl. Google, Seite 949ff., Suchworte »Lux-Leaks«, »Schandfleck des Jahres«, »Amazon-Steuersatz 0,5 Prozent«

** Die Rede in Wort & Bild

*** Vgl. BaB, Folge 13

**** Sven Giegolds Antrag im einzelnen

***** Informationen über die lustige Geldverkaufsaktion


Achtung, Durchsage: Dieser Bericht wurde aus Mitteln des Europäischen Parlamentes finanziert und zeigt möglicherweise ein Zerrbild desselben.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Detective Reinhard Müller (FAZ)!

»Sind deutsche Unternehmen kriminell?« fragten Sie neulich in einem Artikel über Justizministerin Christine Lambrechts Gesetzesentwurf, weil nun auch Unternehmen strafrechtlich haftbar gemacht werden sollen. Und wir glauben, Sie sind da einer ganz brisanten Sache auf der Spur. Bleiben Sie dran!

Ihre Whistleblower von Titanic

 Guter alter Peter Maffay!

Guter alter Peter Maffay!

Pünktlich zum 70. Geburtstag und einer neuen Platte durfte die Presse Ihre Weisheiten verbreiten: »Ich habe keine Angst vorm Alter und finde, jede Falte in meinem Gesicht ist eine Erzählung aus meinem Leben.«

Nun, wie sollen wir es sagen? Vielleicht ist es Ihnen beim Blick in den Spiegel ja auch schon mal aufgefallen: Viel Platz für neue Erzählungen ist da nicht mehr. Die Konsequenzen allerdings müssen jetzt Sie ziehen.

Von Jubilarin zu Jubilar: Titanic

 Und dann, »Welt online«,

wird einem klar, dass keine News-Seite so mittendrin im Ereignisfluss steht wie Du, wie schon die Titel Deiner Texte hinreichend klarmachen: »Und dann lockt der AfD-Chef die CDU mit der bürgerlichen Mehrheit«; »Und dann macht Senftleben AfD-Mann Kalbitz eine deutliche Ansage«; »Und dann fahren die Belgrad-Fans einen Panzer vor«; »Und dann sagt Boris Johnson in gebrochenem Deutsch ›Wir schaffen das‹«; »Und dann verrät Stoiber, warum Hoeneß geht«; »Und dann hat er es ›vermasselt‹« usw. usf.

Und dann scrollt der Leser unwillig über die Seite und kriegt höllische Kopfschmerzen. Und dann macht er plötzlich eine deutliche Ansage. Und dann sagt er in sehr klarer Sprache: »Was für eine Scheiße!« Und dann surft er für immer davon. Und dann geht die »Welt« plötzlich pleite. Und dann verrät Friede Springer, warum Poschardt gehen muss. Und dann hat er es schon wieder »vermasselt«.

Und dann sagt zum Abschied leise Servus: Titanic

 Fühlst Du Dich eigentlich verarscht, Bayerisches Oberstes Landesgericht?

Weil die Umwelthilfe anno 2012 durchgesetzt hat, dass zum Zwecke der Luftreinhaltung Dieselfahrverbote in München verhängt werden müssen, die CSU dieses seit 2014 rechtskräftige Urteil aber nicht umsetzt, verhängtest Du zur Strafe Zwangsgelder gegen den Freistaat Bayern. Doch nicht einmal das brachte die Regierung zum Einlenken. Was vielleicht auch daran liegt, dass, wie wir in der »Neuen Osnabrücker Zeitung« lasen, ein Zwangsgeld in diesem Fall eine »Überweisung eines Betrages von einer Buchungsstelle des Staatshaushaltes zu einer anderen Buchungsstelle« ist. Söder und Konsorten zahlen die Strafen also an sich selbst.

Versteht jetzt immerhin, warum die Umwelthilfe auf Beugehaft pocht: Titanic

 Bei Fuß, »Dogs«-Autorin Yvonne Adamek!

Sie haben fürs nötigste aller Wartezimmermagazine nachhaltiges Leben mit Hund ausprobiert und festgestellt, dass die Häufchentüten aus Plaste sind: »Es ist ein Teufelskreis. Entweder Scheiße am Schuh oder ein scheißschlechtes Gewissen.«

Diese Entweder-oder-Teufelskreise sind tatsächlich die schlimmsten, noch schlimmer als etwa dieser hier: Doof sein, »Dogs«-Autorin werden, doof bleiben.

Wuff! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Am Puls der Zeit

Gehen Partner oder Elternteile, die unter dem Vorwand einer schnellen Erledigung vor die Tür treten, um dann nie wiederzukommen, ihre Familie also spontan verlassen, heutzutage eigentlich nur mal schnell »Sojamilch holen« oder »Vape Liquid« kaufen?

Fabian Eggers

 Die Hausgeburt Satans

Genre-Idee: Comeback des Horror-Exorzismus-Klamauks, diesmal im Ökoelternmilieu spielend, Titel des ersten Films siehe oben.

Julia Mateus

 Grenzkontrolle

Ich kam spätabends auf dem Rückweg von meinem Portugal-Urlaub an der spanisch-französischen Grenze in eine Verkehrskontrolle. Routiniert fragte die streng aussehende Polizistin: »Do you take more than 10 000 Euro with you?« Ich musste lachen, sie war sichtlich irritiert, leuchtete mit ihrer Taschenlampe zuerst in mein Auto, darauf in mein Gesicht, musterte mich und fing auch an zu lachen.

Till Dejon

 Phrase, auf ihre Alltagstauglichkeit hin geprüft

Licht am Ende des Tunnels zu sehen bedeutet nicht, dass es draußen nicht wie aus Eimern schüttet.

Tibor Rácskai

 Mensch vs. Material

Wenn man sich schon beim Auspacken des neuen Brotmessers mit ebendiesem in die Hand säbelt, zeugt das dann von der eigenen Blödheit oder von der Qualität des Messers?

Dorthe Landschulz

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 10.10.:

    Tim Wolff bei WDR5 über 40 Jahre TITANIC.

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    Christian Y. Schmidt berichtet in der TAZ davon, wie er einmal den Überwachungsstaat austrickste.

  • 08.10.:

    Eine Auswahl der TITANIC-Kolumnen von Walter Boehlich erscheint nun im Verbrecher Verlag – mit einem Nachwort von Stefan Gärtner.

  • 07.10.:

    Die HR-Hessenschau berichtet darüber, noch nie eine TITANIC aufgeschlagen zu haben.

  • 07.10.:

    Martin Sonneborn bittet die Europaabgeordnete Dubravka Šuica um Finanztipps.

Titanic unterwegs
18.10.2019 Kaiserslautern, Edith-Stein-Haus Thomas Gsella
18.10.2019 Frankfurt, Buchmesse Martin Sonneborn
18.10.2019 Frankfurt, Historisches Museum Ella Carina Werner
23.10.2019 Kassel, Schlachthof Max Goldt