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Das schreiben die anderen
  • 17.12.:

    Die Frankfurter Neue Presse im Gespräch mit dem Vater des "Strunk-Prinzips", Heinz Strunk.

Titanic unterwegs
21.12.2014 Kiel, Metro-Kino
  Max Goldt
22.12.2014 Berlin, Heimathafen Neukölln
  Max Goldt
22.12.2014 Frankfurt, Neues Theater Höchst
  Pit Knorr und die Eiligen Drei Könige
28.12.2014 Nürnberg, Hubertussaal
  Max Goldt
Briefe an die Leser

 Ciao, Petra Nadolny!

In sämtlichen U-Bahnhöfen des Landes müssen wir Sie so sehen: leichengrau, mit geschlossenen Augen, erahnbar oberkörperfrei, eher einer Stieg-Larsson-Verfilmung entfleucht als dem heiteren »Switch reloaded«, insgesamt Pein und Elend für die Augen. »Mein Ende gehört mir«, behaupten Sie da und werben mithin für das »Recht auf letzte Hilfe«, also: den assistierten Suizid. Nun kann der Freitod an sich durchaus ein edles Unterfangen sein; nur sollte man das Ende auch so wählen, daß möglichst kein anderer dabei zu Schaden kommt. Ergo: Strick, Brücke, Gift – super; Bahnverkehr aufhalten und alles voll mit Gedärm oder sogar Plakaten machen – doof und selbstgefällig.

Deswegen: nur Mut! Sie schaffen das auch alleine.

Letzter Wille von Titanic

 Generation Y!

Man hört und liest recht viel über Dich, wenn man nicht rechtzeitig abschaltet: Du seist selbstverliebt, verwöhnt, unrealistisch, größenwahnsinnig, selbstgefällig, egoistisch und verträumt, aber auch leistungsbereit, ehrgeizig, mobil und motiviert. Nur eins hat Dir noch keiner ins Gesicht zu sagen gewagt, nämlich die Wahrheit, daß Du überhaupt nicht existiert. Du bist eine Schimäre. Eine Erfindung plappermäuliger Journalisten und Soziologen, die schon morgen eine andere nichtvorhandene Sau durch das globale Mediendorf treiben werden.

Sei nicht traurig. Es hat auch schon ganz andere und viel interessantere Sachen als Dich nie gegeben. Zum Beispiel Gott oder das Ungeheuer von Loch Ness. Und hat es ihnen geschadet?

Na siehste. Und nun mach Dich mal bitte vom Acker.

Alsdann: Titanic

 Hey, Malte Lehming!

Das war einfach klasse, wie Sie es den Linksfaschisten neulich im Tagesspiegel gegeben haben: »Beleidigt, verbittert, aggressiv, rigide, justizvernarrt: so reagieren Linke, wenn ihnen die Meinung Andersdenkender nicht paßt. Wann je haben Rechte oder Konservative die Keule der Klage bemüht, wenn sie nach Lust und Laune geschmäht wurden? Thilo Sarrazin, Alexander Gauland, Hans-Olaf Henkel, Karl-Theodor zu Guttenberg, Christian Wulff, Joachim Gauck: sie alle hätten Anlaß genug, bleiben aber gelassen und locker.«

Genau die Leute wären uns übrigens auch als erstes eingefallen. Gut, Sarrazin hätten wir wohl nicht genannt, weil er sich vor kurzem 20 000 Euro von der Taz erklagt hat, und bei Wulff wären wir unsicher, ob er nicht das ein oder andere Mal den Rubikon der Locker- und Gelassenheit überschritten hat. Was uns aber wirklich geärgert hat, ist, daß Sie in Ihrer Aufzählung jemanden vergessen haben, der täglich haarsträubende Anschuldigungen über sich ergehen lassen muß und dazu noch nie auch nur ein Sterbenswörtchen verlauten ließ. Sie sollten sich persönlich bei Frau Zschäpe entschuldigen!

Beleidigt, verbittert etc.: Titanic

 Arme Curler!

Das Innenministerium hat Eurer coolen Sportart die komplette Förderung gezwickt, weshalb wir uns fragen, womit Ihr künftig Eure Steine finanziert. Müßt Ihr nun gar, als Haus- und Besenexperten, wischen gehen?

Wird alles schon glatt laufen, hofft Titanic

 Und über Euch, liebe Ossis,

lasen wir beim Online-Auftritt des Deutschlandradios: »Die Aufstiegschancen sind in Ostdeutschland größer als im Westen.« Somit hat sich für Euch seit der Wende nichts verändert – schließlich hattet Ihr schon zu Zeiten der Mauer die besseren Aufstiegsmöglichkeiten!

Turnt durchs semantische Minenfeld: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Sonntagssorgen

Neulich: Sonniger Sonntag. Nichts gemacht den ganzen Tag. Im dunklen Zimmer Filme geschaut, rumgehangen, gesnackt. Dann eine Szene im Film, ein Typ liegt den ganzen Tag nur in seinem Bett und starrt auf seinen Laptop. Ich denke: »Traurige Gestalt!« und bekomme einen Meta-Schrecken.

Frederik Skorzinski

 Es träumte mir einst,

ich stünde vor einem überwucherten alten Häuschen. Aufwärtsschauend erblicke ich eine engelsgleiche Frauengestalt auf einem verwitterten Arkadengang: Sie ist in blaue, wallende Seide gewandet, die ihre Schultern neckisch umspielt; ihr dunkles Haar weht im Wind und verströmt doch Ruhe und Behaglichkeit; ihre smaragdgrünen Augen verheißen mir Glück und Ruhm, Liebe und Sinn. Da beginnen ihre Augen zärtlich nach mir zu rufen, und als sie sich – wie schwebend! – ins Häuschen zurückzieht, folge ich ihr atemlos. Im Inneren umfängt mich Dunkelheit, und ich bemerke mit Herzrasen, wie sie sich an meinen Körper schmiegt und mir mit heißem Atem in mein Ohr lispelt: »Ich habe dich bereits erwartet, mein Liebster...« In diesem Moment wandelt sich alles um mich herum, und Lichter gehen an: Es sind penetrante, in den Augen schmerzende Neonlichter, und die Frau fügt hinzu: »... und endlich bist du erschienen, um zusammen mit den anderen am großen Schlußverkauf teilzunehmen.« In diesem Moment erkenne ich mit blankem Entsetzen, daß sich ihre warmen Augen in zwei brutale Eisklötze verwandelt haben: Die Frau ist nun ganz Kälte, Frechheit und Berechnung, und ich werde gewahr, daß ich eingesperrt bin; eingesperrt zusammen mit Hunderten, Tausenden abgelebten Greisen, die mit tristen und grämlichen Mienen lustlos in Verkaufstischchen wühlen, allerlei Plastikramsch in unendlich hohen Regalen zu erklettern trachten und, um Preise für billigstes, gefälschtes Porzellan zu erfragen, in kilometerlangen Schlangen vor der an einer Kasse sitzenden Frau anstehen; lediglich durch das Wegsterben der Greise dünnt sich die Reihe etwas aus, es wird aber sofort nachgerückt. Panik flammt in mir auf, und ich will mich verstecken, doch weiß ich, daß es aus dieser Hölle kein Entrinnen gibt, daß es niemals ein Entrinnen geben kann, daß alle mitmachen müssen und daß niemand, wirklich absolut niemand verschont werden darf. Als ich schweißüberströmt erwachte, wußte ich mit traumwandlerischer Sicherheit, daß ich soeben die große Hure Kapitalismus erträumt hatte.

Sebastian Klug

 Großer Auftritt

Der Frühling stolpert über die eigenen Füße. Der Sommer weiß nicht, wohin mit den Armen. Der Herbst ist ein dünner Lulatsch mit Pickeln. Dem Winter gelingt nichts, kein einziger Hopser. Merke: Du sollst mit deinem VHS-Kurs keine Choreographie zu den »Vier Jahreszeiten« aufführen.

Peter P. Neuhaus

 Erschreckend

Immer mehr Deutsche kennen nicht den Unterschied zwischen »und« oder »oder«.

Andreas Maier

 Leinenlos

Begeistert, ja fast neidisch auf das geteilte Glück, habe ich zuletzt auf die Naturfreunde in meinem Bekanntenkreis geblickt, die mit ihren herumtollenden Hunden stets einen vierbeinigen Gefährten an ihrer Seite wissen, deren belebtes Zuhause sich durch knuffige Katzen und die exotischsten Reptilien nochmals heimeliger und lebendiger anfühlt. Lange habe ich mich daraufhin auf die Suche begeben, Fachhandlungen durchschritten und Lexika gewälzt, um den passenden nichtmenschlichen Begleiter für mich zu finden, welcher in seinen Ansprüchen an Aktivität und Zuwendung exakt den meinigen entspricht. Was soll ich sagen, mein Topf Beamtengras und ich, wir haben uns gesucht und gefunden.

Fabian Lichter