bezahlte Anzeige

Die PARTEI informiert


Martin Sonneborn (MdEP)
Bericht aus Brüssel
Folge 10

»Man soll nur von Europa sprechen, denn die deutsche Führung ergibt sich ganz von selbst.«

Außenpolitisches Amt der NSDAP

Folge 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14

Brüssel, Place Luxembourg

Jeden Donnerstag ab 18 Uhr wird vor dem Parlament das Wochenende eingeleitet. Spezielle Verkehrsschilder werden aufgeklappt, die den üblichen Brüsseler Verkehr fernhalten, danach bevölkern bis tief in die Nacht hinein Tausende von Praktikanten, Assistenten, Lobbyisten, Büroleitern und angehenden Praktikantinnen aus ganz Europa die Place Lux, nehmen teuren Wein oder hochpreisige Longdrinks, Bier aus Plastikbechern oder versorgen sich in umliegenden kleinen Läden mit günstigerem Dosenbier. Ins Gespräch kommt man schnell. Ein Assistent aus Luxemburg erzählt uns, daß die Kommissionspräsidentschaft Junckers seinem ganzen Land entsetzlich peinlich sei. Und zwar nicht, wie ich ihm gegenüber vermute, weil Juncker Unternehmen geholfen hat, Milliarden Euro an Steuern zu vermeiden, sondern ganz schlicht, weil er Alkoholiker sei. Während der Luxemburger uns zuprostet, google ich unauffällig die Worte »Saufnase Juncker« und bin überrascht von der Qualität der Treffer.


Anmerkung aus dem Netz

Pascal Krian Mir fehlt ein Update zum Brocken (169 Kilo?). Ich habe den vor kurzem gesehen – den gibt es ja wirklich!


Ein ehemaliger Büroleiter von Elmar Brocken (170 Kilo CDU) berichtet, daß er sich vom ersten Tag seiner Tätigkeit an jeden Morgen gefragt habe, ob er nicht lieber kündigen solle, bis er nach einem knappen Jahr schließlich gegangen sei. Im Laufe des Tages würde die Stimme des ostwestfälischen Cholerikers, der auch gerne mal mit Schuhen nach seinen Praktikanten wirft, beim Schimpfen in immer höhere Sphären wandern, und ab dem Spätnachmittag sei praktisch nur noch zu erahnen, was der Mann eigentlich will.

Was die Polen eigentlich wollen, macht uns ein polnischer Assistent deutlich: In Anbetracht der Verhältnisse derzeit würden viele seiner Landsleute einen erneuten Einmarsch der Deutschen frenetisch begrüßen. Hoffmann und ich enthalten uns erst einmal konkreter Zusagen. Zwei Abgeordnete der Ukip-Partei dagegen wissen nicht, was sie wirklich wollen: Die EU-Posten sind so gut dotiert, daß viele der britischen EU-Kritiker gegen den »Brexit« stimmen.

Dann treten ein paar Studenten aus NRW auf uns zu, bitten um ein Gruppenfoto. Feixend teilen sie uns mit, daß sie mit einer Reisegruppe in Brüssel sind, um einen CDU-Abgeordneten zu besuchen. Die Hälfte ihrer Gruppe sei tatsächlich zumindest halbwegs politikinteressiert, die andere Hälfte wollte einfach billig nach Brüssel. Ein Preis, den dann alle zu zahlen hatten, war die Teilnahme an einem 20minütigen Vortrag des CDU-Parlamentariers Axel Voss. Der Vortrag sei aber gar doch gar nicht so langweilig gewesen wie befürchtet, weil Voss zehn Minuten lang relativ unmotiviert und emotionslos über AfD, PKK und Front National schwadroniert habe, danach aber ansatzlos begonnen habe, über die Faulheit des Abgeordneten Sonneborn zu schimpfen.

Place Lux: Junge Europäer reichern sich mit Glyphosat an

Wieso eigentlich Faulheit? Zumindest bis zur Brexit-Abstimmung hatte es doch selbst in der Kommission interne Anweisungen gegeben, sämtliche Projekte zu stoppen, die Wasser auf die Mühlen der Europakritiker hätten sein können – also alle. Darüber hinaus lag und liegt wohl auch immer noch die komplette Umweltpolitik auf Eis, weil Juncker sich für Umwelt nicht interessiert. Jedenfalls nicht für niederprozentige.

Brüssel, Café Karsmakers

Am nächsten Vormittag analysieren Hoffmann und ich die Situation. Im ersten Jahr des Mandats hatte ich nachweislich zwei Minuten gearbeitet, je 60 Sekunden bei der Befragung der EU-Kommissare Oettinger und Navracsics. Wenn ich diesen Schnitt halten wollte, war also langsam mal wieder ein Einsatz fällig.

Auf meine Bitte hin meldet Hoffmann für die Aussprache am Dienstag abend (»Ausführungen von einer Minute zu Fragen politischer Bedeutung«) eine One-Minute-Speech an. Aber worüber soll ich sprechen? Ich habe zwar noch ein Werk meines depressiven Redenschreibers liegen. Leider jedoch ist es zeitgebunden und wird erst im kommenden Februar wieder aktuell.


Sachdienliche Ergänzung aus dem Aktenordner »Reden (I)«

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren, vorab einen herzlichen Dank, daß Sie heute hier erschienen sind. Es soll nicht zu Ihrem Schaden sein: Im Anschluß an diese Sitzung wird unter allen Anwesenden ein exklusiver Reisegutschein im Wert von 100 Euro verlost.

(Den Gutschein hochhalten)

Und auch ein Wort an die, die nicht hier erschienen sind: Meine knappe Redezeit verbietet es, Sie alle namentlich aufzurufen. Aber: Ihr steht auf meiner Liste, Arschlöcher!

Heute, liebe Mit-Europäer, auf den Tag vor acht Jahren, am 16. Februar 2007, starb Tanja. Tanja war das letzte Walroß in einem deutschen Tierpark. Sie starb im Zoo von Hannover, so, wie viele Europäer und Europäerinnen: einsam im Kreise ihrer Pfleger. Gerade einmal 33 Jahre wurde sie alt.

Das alles wissen Sie natürlich selbst. Warum ich es trotzdem erwähne? Weil mir scheint, daß sich Europa heute in einer ganz ähnlichen Situation befindet wie das Walroß Anja. Wir, liebe Kollegen, spielen dabei die Rolle der Pfleger; das Europäische Parlament ist der Zoo, und Brüssel ist Hannover. Der 16. Februar aber ist und bleibt der 16. Februar.

Daran können wir nichts ändern. Aber: Wir können die Geschichte des 16. Februar ändern. Aus einer Geschichte der Unfreiheit können wir eine Geschichte der Freiheit machen. Hier und heute. Denn ein Walroß gehört nicht in den Zoo, schon gar nicht den von Hannover!

Ich fordere Sie daher auf, mit mir Ihre rechte Hand zu heben, wenn Sie der sofortigen Auflösung des Europäischen Parlaments und der Befreiung Europas zustimmen!

Ich denke, dieses Ergebnis spricht für sich.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen viel Glück gleich noch!

(Mit dem Gutschein wedeln)


Die Süddeutsche, die ich nur noch des Sportteils wegen bei mir trage, hilft aus: Verwundert lese ich, daß der türkische Präsident Erdoğan die Kommission aufgefordert hat, ein EU-gefördertes Musikprojekt der Dresdner Sinfoniker zu zensieren. Die Abteilung von Kommissar Navrascisc ging offenbar sofort in die Knie und distanzierte sich, und erst der Dresdner Intendant brachte den Skandal in die Öffentlichkeit. Eigentlich ein gutes Thema, um Merkel zu ärgern …

Brüssel, Parlament

Meine Redezeit ist bewilligt worden, allerdings erst für kurz nach 22 Uhr. Hoffmann organisiert einen Besprechungsraum, ein MacBook, eine Leinwand, ein Sky-Signal, ein paar Dosen belgisches Bier und ein »Sitzung, bitte nicht stören!«-Schild, dann überbrücken wir die Zeit mit einer Partie Champions League. Gibt es eigentlich keine Nachtzulage für MEPs?

Die Aussprache zieht sich, es ist bereits kurz vor 23 Uhr, als ich den Plenarsaal betrete. Der Saal ist leer bis auf vielleicht ein Dutzend Abgeordnete, die noch auf ihre jeweilige Redezeit warten und sich bis dahin überwiegend digital die Zeit vertreiben. Ich erkenne David McAllister, und auch mein Lieblingsnachbar, der alte Monarchist Korwin-Mikke ist da, hellwach sitzt er allein in unserer Reihe und feilt an einer Rede zum Thema »Gleichstellung der Frau im digitalen Zeitalter«.

Korwin-Mikke wird zuerst aufgerufen. Für einen erklärten Gegner des Frauenwahlrechts zeigt er sich heute recht liberal: »Also beim Tennis zum Beispiel, da spielen die Männer ja mehr Sätze als die Frauen, fünf und drei, und beim Laufen laufen die Frauen auch nicht so viele Kilometer wie die Männer, und das heißt ja im Grunde, daß es da Unterschiede gibt …« Dann äußert er sich noch kritisch zum Verhalten Merkels in der Causa Böhmermann und beschließt seine Ausführungen routiniert: »Abgesehen davon glaube ich, daß die Europäische Union zerstört werden muß, vielen Dank!«

Waldorf und Statler im Parlament: Ausführungen von minderer polit. Bedeutung

Während der Pole sich wieder setzt, grinst er mir verschwörerisch zu. Nachdem ich meine eigenen Ausführungen beendet habe, zwinkere ich zurück. Ein bißchen, denke ich, wirken wir wahrscheinlich wie Waldorf & Statler, nur daß wir weniger Applaus bekommen: nach meiner Rede von links und rechts jeweils einen einzelnen Klatscher.*


Sachdienlicher Hinweis der FAZ

In einer kurzen Rede mit satirischen Untertönen hat der EU-Parlamentarier Martin Sonneborn Kritik an der Zensur der türkischen Regierung geübt. Die Rede im Wortlaut:

»Der ›Irre vom Bosporus‹ wie wir den Irren vom Bosporus, Erdoğan, im EU-Parlament liebevoll nennen, hat wieder zugeschlagen. Diesmal hat er durch seinen Botschafter die EU-Kommission angewiesen, die Förderung für ein Konzertprojekt der Dresdner Sinfoniker einzustellen, das sich mit dem türkischen Genozid an den Armeniern beschäftigt. Die Kommission hat daraufhin das Orchester aufgefordert, entsprechende Textstellen abzumildern und das Wort ›Genozid‹ zu vermeiden.

Als Mitglied des Kulturausschusses möchte ich einen Vorschlag zur Güte machen: Ich empfehle den Dresdner Sinfonikern dringend, das Wort ›Genozid‹ zu streichen – und durch den Begriff ›Völkermord‹ zu ersetzen.

Ich bin Deutscher, und mit Völkermord kennen wir uns aus.

Allerdings konstatiere ich mit einer gewissen Verblüffung, daß uns die Türkei hier allmählich den Rang abläuft. Deshalb möchte ich die türkische Regierung warnen, den hundertjährigen Rhythmus, in dem sie offensichtlich Genozide zu begehen gedenkt – derzeit genügt ein Blick auf die Lage der Kurden – nicht zu beschleunigen. Sonst müssen wir darüber nachdenken, die Drecksarbeit mit unseren Flüchtlingen jemand anderem zu übertragen. Nichts für ungut. Derzeit keine Türkei-Urlaube geplant.«

Sachdienlicher Hinweis von The European

TE: Sie stehen für Politainment. Wie viel hiervon verträgt das EU-Parlament?
MS: Das Parlament selbst hat damit wenig Probleme. Jo Leinen, ein etwa 163 Jahre alter Sozialdemokrat, hat kürzlich im Interview gesagt, er würde mich gar nicht wahrnehmen, möglicherweise würde ich auf einer anderen Wahrnehmungsebene arbeiten als er. Gut erkannt. Die Ein-Minuten-Rede, die ich kürzlich gegen Erdoğan gehalten habe, wurde im Netz auf verschiedenen Portalen über 3,5 Millionen Mal abgerufen. Zum Vergleich, das letzte Video meines geschätzten CDU-Kollegen Herbert Reul** hatte 36 Aufrufe. Und drei von den 36 waren mein Büroleiter und ich.

Erfurt

6. Bundesparteitag der Partei Die PARTEI in Erfurt! Mit 86 Prozent wird der Bundesvorstand wiedergewählt, und während nach den Abweichlern gefahndet wird, nutze ich die Gelegenheit, den thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow auf dem Balkon seiner Staatskanzlei zu empfangen. Eine Einladung war von beiden Seiten ausgesprochen worden, immerhin verbindet uns einiges: Ramelow wurde nach Osten abgeschoben, ich nach Westen. Beide gehören wir obskuren Protestparteien an, die schleichend hier wie da die Macht übernehmen. Leider ist meine Anzughose relativ feucht, nachdem ein PARTEI-Freund mir sein komplettes Pilsner Urquell darüber geschüttet hatte, statt es einfach zu trinken, aber das fällt gar nicht weiter auf, in Thüringen hat man derzeit andere Probleme. Zu gut erinnere ich mich noch an zwei ältere Herren, die mir bei Entnazifizierungsversuchen separat voneinander in einer TITANIC-Telefonaktion und bei einem Dreh für die »Heute-Show« auf die Frage »Wie lange währte das 1000jährige Reich?« geantwortet hatten: »Das ist doch ’ne Fangfrage, oder? Na, 1000 Jahre!«

MEP, Volk (i.e. Ed), Ministerpräsident (v.l.n.r.); Foto: Christian Jaeger

Das Treffen selbst wird nett, sobald die Kameras ausgeschaltet sind, und Ramelow beantwortet die Frage, ob er als Juniorpartner in einer Koalition zur Verfügung stehe, positiv. Dann gehen wir auf den Balkon, damit 46 Jahre nach dem historischen Treffen von Stoph und Brandt mal wieder zwei Willys nach Erfurt hinunter winken können. Und weil ein Fotograf den schönen Moment festhält, kann die Bild-Zeitung am nächsten Tag wahrheitswidrig berichten, daß »MP Bodo Ramelow und ›Partei‹-Chef Martin Sonneborn dem Volk zuwinken«. Die Wirklichkeit ist nicht ganz so spektakulär, auf dem Platz vor der Staatskanzlei jubelt kein Volk, sondern lediglich Ed aus Bremen (»Martin! Ich hab’ ein Kind von dir!«) mit zwei eindrucksvollen Fahnen: einer geliehenen PARTEI-Fahne und seiner eigenen (zwei Flaschen Pfeffi).


 

* Der Stern macht daraus freundlicherweise: »Applaus von links bis rechts…«

** Herbert Reul ist Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im EP und ein bißchen doof.

 

Achtung, Durchsage: Dieser Bericht wurde aus Mitteln des Europäischen Parlamentes finanziert und zeigt möglicherweise ein Zerrbild desselben.

»

bezahlte Anzeige

Dominik Bauer (Hrsg.): "Trump Countdown-Kalender Teil 1"
Nur noch 1361 Tage bis zum Ende seiner Amtszeit. Am 29. April 2017 ist Donald Trump 100 Tage im Amt - somit endet seine Schonfrist und der Präsidentschafts-Countdown kann offiziell beginnen.
Herausgeber Dominik Bauer hat diesen einzigartigen Wochenkalender zusammengestellt, mit vortrefflichen Beiträgen von BECK, Uwe Becker, Jan Böhmermann, Gideon Böss, Tim Feicke, Leo Fischer Burkhard Fritsche, Torsten Gaitzsch, Greser & Lenz, Katharina Greve, Severin Groebner Thomas Gsella, Gerhard Haderer, Hauck & Bauer, Michael Holtschulte, Frank Hoppmann, Rudi Hurzlmeier, Oli Hilbring, Moritz Hürtgen, Kittihawk, Dorthe Landschulz, Mario Lars, Til Mette, Denis Metz, OL, Martin Perscheid, Ari Plikat, Rattelschneck, Hannes Richert, Leo Riegel, Stephan Rürup, Ralph Ruthe, Schilling & Blum, Roland Scholle, David Schuh, Martin Sonneborn, Mark-Stefan Tietze, Friedemann Weise, Ella Carina Werner, Heiko Werning, Ruedi Widmer, Valentin Witt, Tim Wolff, Miriam WursterHans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige  Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In  diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen  Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde.  Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle  Sterne.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann       alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und       hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und       Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy       Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine       gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Heiko Werning, Volker Surmann (Hrsg.): "Ist das jetzt Satire oder was? Beiträge zur humoristischen Lage der Nation"
Sie werden vom Papst verklagt, lassen sich von Islamisten erschießen oder müssen sogar bestbezahlt und hochgelobt für das ZDF arbeiten: Satiriker. Die besten Satireschaffenden der Republik bekennen in dieser uneigentlich-eindeutigen Mut-Anthologie, wie das für sie so ist, im "Bergwerk des Humors" (FAZ) zu "malochen" (Thomas Gsella). Für dieses schamlos vom Charlie-Hebdo-Attentat profitierende Taschenbuch schreiben und zeichnen u.a.: ganz viele Leute aus dem TITANIC-Umfeld, Silke Burmester, Ahne, Fritz Eckenga und Knut Tucholsky.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Nicolas Mahler: "Der Urknall"
Nicolas Mahler, Meister des opulenten knappen Strichs, legt mit "Urknall" sein grundlegendstes, ursprünglichstes Werk vor. Von Kalauern wie "Sie sind mir aber eine Urknallcharge" bis "Wer hat an der Ur gedreht?" nimmt er zum Glück größtmöglichen Abstand und präsentiert statt dessen ein kleines, unglaublich dichtes Buch, in dem die ganze Welt des komischen Zeichnens angelegt ist, und das vor den Augen des Betrachters regelrecht explodiert. Ein Lichtblick im riesigen Dunkel des Buchmarkts!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 21.11.:

    Das österreichische Radio FM4 empfiehlt die neue Jahrhundertchronik aus dem Hause TITANIC.

  • 21.11.:

    Mark-Stefan Tietze in der Taz über arabische Clans, die Polizei und Gesellschaft unterwandern.

  • 20.11.:

    U.a. die "Salzburger Nachrichten" und der ORF berichten über die Eröffnung von Gerhard Haderers "Schule des Ungehorsams" mit der Ausstellung "Endlich Zeitreise möglich: Die besten Covers aus über 30 Jahren Titanic".

  • 19.11.:

    Die NZZ schreibt über "Das Hochhaus" von Katharina Greve.

Titanic unterwegs
24.11.2017 Wolfsburg, Hallenbad
  Thomas Gsella
24.11.2017 Mainz, Literaturbüro
  Gerhard Henschel
24.11.2017 Neuendettelsau, Gemeindebücherei
  Jürgen Roth, Thomas Roth
24.11.2017 Köln, Uni
  Tim Wolff

bezahlte Anzeige

Briefe an die Leser

 Wow, Helene Fischer!

Wow, Helene Fischer!

Unter einem »Rock aus Wasser« (»View«) sind Ihre Beine bei einem Konzert in Hannover also »verschwunden«. Großartig! Und das nächste Mal dann: der ganze Körper. Oder noch besser: gar nicht erst auftauchen.

Muß dann auch mal weg: Titanic

 Photograph Michel Klooster (NL)!

Auf Facebook veröffentlichten Sie die Aufnahme eines holländischen Brautpaars, das zeigt, wie die Braut im weißen Kleid vor dem den Rücken zur Kamera gewandten Bräutigam mit heruntergelassener Hose kniet. Das Bild versahen Sie mit dem Kommentar: »Einige Brautleute können nicht warten, bis die Party vorbei ist. Zum Glück hatten sie sich bereits das Ja-Wort gegeben und waren offiziell verheiratet«, sahen sich aber aufgrund einiger mißbilligender User-Kommentare gezwungen, ad hoc klarzustellen: »Wir dachten einfach, es wäre eine lustige Idee. Wer das als anstößig betrachtet, lebt in meinen Augen noch im Jahr 1996.«

Moment mal, 1996? Das Jahr, in dem die pubertäre Pixelphantasie Lara Croft zum »Sexsymbol« avancierte, Bilder des oberkörperfreien Golden-Goal-Torschützen Oliver Bierhoff beim EM-Finale nicht nur Frauenherzen höher schlagen ließen und als hierzulande über 3,3 Millionen Besucher in die Lichtspielhäuser strömten, um zu sehen, wie Jenny Elvers in der Deppenposse »Männerpension« ohne Schlüpper drunter kurz ihren Minirock lüpft?

Verdorie, Sie haben ja so recht! Titanic

 Und dann kamst Du, WAZ,

mit der Schlagzeile »Was Bundestrainer Joachim Löw anfaßt, wird zu Gold«. Und das wird leider bei dessen nächstem Taschenbillardmatch am Spielfeldrand noch im Hinterkopf haben: Titanic

 Danke, »DB mobil«,

für den kleinen Hinweis im Peter-Maffay-Interview: »Seinen einsam-romantischen Lieblingsort verrät Maffay auf dbmobil.de/maffay.« Wir haben uns schon länger gefragt, wo sich der Zugang zum Darknet befindet!

Schaurige Grüße Titanic

 Saudi-König Salman!

Saudi-König Salman!

Erst erlauben Sie Ihren Untertaninnen endlich das selbständige Autolenken – was unsere alten Satire-Chauvis zu tagelangen Witzüberlegungen à la »Gehen dem Land etwa die Amokfahrer aus?« bewegt –, um kurz darauf der Weltöffentlichkeit zu demonstrieren, daß man erst mal die Männer im Wüstenstaat den Treppen-Führerschein machen lassen sollte: Bei Ihrer Landung zum Rüstungstreffen in Rußland verweigerte die goldene (!) Rolltreppe Ihres Jumbojets den Dienst, woraufhin Sie für etliche Sekunden erstarrten und nicht wußten, wohin. Fürs nächste Mal aufschreiben, Eure Hoheit: Kaftan raffen, nach unten schauen, einen Fuß vor den anderen setzen, links gehen, rechts stehen.

Und wie Sie sich im Falle einer Notwasserung auf der güldenen Notrutsche zu verhalten haben, erfahren Sie bei der obligatorischen Sicherheitseinweisung. Passen Sie halt besser auf – auch wenn’s eine Frau erklärt. Sie Kamel!

Ready for landing: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Ekel Oettle

Ich hatte gestern eine Schlange auf dem Arm und es war so eklig, daß sie sich zwei Stunden später häuten mußte.

Cornelius W.M. Oettle

 Szene aus Paris

Die Tauben auf dem Eiffelturm sehen krank aus, gerupft. Ihnen wird inzwischen nahezu seriell blaues Aluminium auf die Federn gebacken, sie schwanken. Eine Zehe fehlt vielen, manchen gar Fuß oder Kopf. Sie sitzen auf mit scharfem Draht gespicktem Stahl, der unter ihnen rostet vom eignen Urin, während sie langsam und in aller Ruhe sterben. Manchmal gelingt es drei noch etwas rüstigeren, einen Müllsack nach oben zu schleudern – zum Preis von sieben Federn. Doch haben die Viecher sogar schon vergessen, wie man guten Müll von schlechtem unterscheidet. Überfressen mit halbleeren Batterien, drehen sich die Tauben schließlich wie lebende Überraschungsei-Geschenke vor lauter Energie sitzend im Kreis, angetrieben von der Ladungsdifferenz.

Adrian Schulz

 Anrede im Alter

Wirst du (45, gefühlt: 28) trotz Duzangebots von Mittzwanzigern weiter gesiezt, ist eine enttäuschte Replik mit »Du« genauso doof wie eine mit »Sie«. Die Mischung »Du darfst mich gerne siezen!« ist jedoch zu empfehlen. Damit zeigst du einem jungen Menschen zwar nicht deine innere Jugend, aber immerhin altersgemäße Herablassung.

Michael Höfler

 Flotter Käfer

Eines muß man Gregor Samsa ja lassen: Im Bett war er ein Tier.

Ringo Trutschke

 Anleitung zum Unglücklichsein

Als meine Freundin verträumt lächelnd meinen aus ihrer Sicht recht hübsch anzusehenden Körper pries, habe ich noch einmal zähneknirschend darüber hinweggesehen. Als sie daraufhin unter Singen und Pfeifen mein Lieblingsgericht zubereitete, konnte ich mich nur mit Mühe beherrschen. Nachdem sie schließlich jedoch den Wein und die Konzerttickets auf den kerzenbeschienenen Eßtisch drapiert hatte und mich mit strahlenden Augen ansah, bekam ich einen fürchterlichen Anfall und machte sie so richtig zur Schnecke. Was glaubte sie eigentlich, wer ich war!

Wanja Lindenthal