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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 34 – Bundestagswahl Edition

Liebe Leser_innen,

es sind nur noch rund 700 Stunden bis zur Bundestagswahl. Deswegen erscheint der Debattenrückspiegel ab heute in leicht verändertem Gewand: als Ticker, der die sich überschlagenden Ereignisse aus Berlin und der Welt in mundgerechte Häppchen (sogenannte "Snacks") übersetzt, gleichsam chronologisiert und einordnet. Ab heute wird hier der einfache Pass gespielt. Let’s get it!


Während die Sozialdemokraten eigenen Angaben nach schon an über einer Million Haustüren geklingelt haben und zum ersten Mal seit 600 Jahren in einer Sonntagsfrage vor der Union liegen, lädt CDU-Mann Thomas Bareiß – vielen besser bekannt als Baku-Thommy – via Instagram zur dritten politischen Sommerwanderung. In Zollernalb-Sigmaringen ticken die Uhren eben noch anders, hier geht es um Kennernlernen auf Augenhöhe, hier gilt ein Handschlag noch was. Muss natürlich am Ende jede Partei individuell für sich entscheiden.


Habe einen Vertipper in Thomas Bareiß' Insta-Bio entdeckt: "Staatssekretär beim @bmwi_bund - Energie, Tourismus, Mittlestand!" Überlege kurz, ihn per DM darauf hinzuweisen. Lasse es dann bleiben.


Im SPD-Spot beschwört Olaf Scholz kraft seiner hanseatischen Langeweile den Geist von Helmut Schmidt. Ein starkes Motiv, welches mich an diverse Szenen aus der bekannten Filmreihe "Der Herr der Ringe" erinnert. Dynastisches Denken at work: Im Kampf und die Kanzlerkrone positioniert sich Scholz als Quasi-Erbe des Über-Hanseaten Schmidt, zieht eine Linie vom Held der Sturmflut ‘62 bis zu sich: Olaf Scholz. Sauber gearbeitetes Ding, da bleibt was hängen.


Etwas stört mich doch am Kanzlerspot der SPD: Das "Wir" bei "Wir haben manches erreicht" (0:49) wird von der darunter ausklingenden Motivationsmusik nahezu "verschluckt". Oder sagt Scholz etwas anderes, nämlich: "Haben manches erreicht"? Wäre vom Wording her gleichermaßen "nah dran" an den "Menschen da draußen". Ich fertige eine Spektrumanalyse an, doch auch diese liefert keine klare Antwort, so dass ich dem Willy-Brandt-Haus eine gepfefferte Presseanfrage reinfaxe, mit Bitte "um eine kurzfristige Stellungnahme bis morgen um 12 Uhr."


Annette Widmann-Mauz postet auf Instagram eine Veranstaltungsankündigung (38 Likes) für nächste Woche: Unter dem Motto "Vom Hof auf den Teller – Regional ist erste Wahl!" lädt die CDU Ammerbuch auf den Bauernhof der Familie Eißler. Mit dabei: Julia Klöckner. Schade, aber da kann ich leider nicht.


Auch Hans-Georg Maaßen teilt Fotos einer Wahlkampf-Wanderung mit Christiane Lieberknecht auf Twitter. Mit Maaßen ist ganz offenbar etwas passiert, eine Art Makeover, aus Hans-Georg ist nun "Schorch" geworden, der Schorch von nebenan. Schöne Arbeit an der brand: Der signature Dreiteiler wurde gegen Karohemd und Weste getauscht. Maaßen erinnert jetzt eher an den Typ Landwirt, der seinen Landkreis-Abgeordneten seit 10 Jahren mit kompromittierenden Fotos erpresst.


E-Mail aus dem Willy-Brandt-Haus. Man bedankt sich für die Anfrage, Scholz sage "Wir haben manches erreicht", so ein SPD-Sprecher. Dann aber der Hammer. Auf meine Frage, warum sich Scholz in dem Video gerade für das Indefinitpronomen "manches" entscheide (und nicht etwa für die attraktiven Synonyme "Verschiedenes" oder "Dies und das"), sagt man mir: "Nachdem wir bei der Bundestagswahl 2017 bekanntermaßen Probleme mit dem Wort 'manche' hatten (Vgl. 'Schulz-Story'), wollten wir dieses Mal unter Beweis stellen, dass wir in der Lage sind, ein solches Wort fehlerfrei auf Hochdeutsch auszusprechen." Was für ein übles Nachtreten gegen Martin Schulz. Eine boden- und stillose Frechheit. Einem Mann, der in einer mehr als schwierigen Situation für die SPD den Kopf hingehalten hat und gegen massive innerparteiliche Widerstände zu kämpfen hatte, einem so großen Aachener und Europäer so noch einen mitzugeben, das lässt mich dann doch wieder an der Regierungstauglichkeit der SPD zweifeln. Für diese Woche bin ich draußen.


Bestürzte, fast wütende Grüße: Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW33

Liebe Leser_innen,

Michael Sack, CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, nestelt im delfingrauen Sommersakko unentschieden an einer Wahlkampfbroschüre herum, sein Kompagnon Georg Günther wartet noch zwei Sekunden, bis die Leitung ins Berliner Tempodrom steht. Dann wirft er wahllos Kugelschreiber und Luftballons in ein christdemokratisches Goodiebag. Er ist Direktkandidat in Wahlkreis 15, jawohl, im Merkel-Wahlkreis, den sie seit 1990 ununterbrochen gewonnen hat. Günther und Sack erinnern in dieser Sekunde eher an zwei Typen, die in hektische Geschäftigkeit verfallen, wenn der Chef ins Büro lugt, ansonsten aber den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Von Beginn an sendet der Wahlkampfauftakt der Union mixed signals: Mal erinnert das Tempodrom mit Moderatorin Rebecca Mir an das GNTM-Finale, dann wieder an das fünfundzwanzigjährige Dienstjubiläum eines Maschinenbauers aus dem Hochsauerlandkreis. Manchmal sind die Grenzen fließend ...

Plötzlich sieht man Doro Bär auf der Leinwand: rosa T-Shirt, Beach-Club-Atmo, hinter ihr Menschen, die die junge Union aus Überzeugung leben. Warum wackelt die Kamera so und warum sehen wir Doro Bär lediglich in 640 x 480-Auflösung? Ist das diese Internet-Ironie, Kennzeichen der inhalts- und politikmüde gewordenen globalen Klasse mit 3 Netflix-Accounts? Auch diese Frage wird nie geklärt, stattdessen wird‘s blitzschnell wieder ernst: "Trotzdem ist das Umarmen, der Mensch als soziales Wesen, etwas das uns wichtig ist." Moment mal, war dieses ganze Körperlichkeitsding nicht das Steckenpferd des neuen politischen Endgegners der Union – Robert Habeck?

Nachdem Olaf Scholz mit seiner SPD in den Umfragen zuletzt gleichauf lag, war schon spekuliert worden, ob sich Markus Söder in puncto Kanzlerkandidatur möglicherweise doch noch selbst einwechselt wie weiland Günther Netzer im Pokalfinale 1973. Nichts da, auch der Bajuvare bläst plötzlich ins selbe versexte Horn, will die Union "sexy und solide" aufstellen. Auch der CSU-Wahlwerbespot, im Prinzip ein 30-sekündiger Closeup auf Söder, trieft vor erotischer Energie und feiert in Berlin Weltpremiere. Pro-Tipp: Den Ton ausmachen, dann könnte es sich auch um eine Parship-Werbung handeln. Als Söder doch noch die Kurve bekommt und in seiner Rede inhaltlich wird, klingt er plötzlich fast so linksradikal wie Olaf Scholz: "Diese Welt zu erhalten, sie ein Stück weit auch zu retten." Verkehrte Welt im Tempodrom.

Dann betritt er die Bühne. Armin Laschet, dead man walking, so meinen ja einige. Er wirkt entschlossen, vorbereitet, hochmotiviert, wissend, dass das hier eine All-or-Nothing-Rede werden muss. Er muss liefern. Wird er wieder den Bergmannstaler aus der Hosentasche grabbeln? Nein, der neue Armin Laschet klingt anders: "Ich war mit Elon Musk in Brandenburg." Was für ein Satz. Hier hätte ich an seiner Stelle ein paar Sekunden innegehalten und die Reaktionen abgewartet. Laschet stürmt jedoch durch, nichts kann ihn halten: "Ich hab’ ihn gefragt ‘Warum denn hier?’, da hat er gesacht: ‘Weil hier so gut ausgebildete Leute sind!'" Rumms! Das sitzt. Kann ja nicht alles scheiße gewesen in den letzten 16 Jahren, wenn Elon Musk in Brandenburg baut, oder? Laschet hat jetzt die richtige Temperatur, auf seiner Stirn bilden sich winzige Schweißtropfen, so viel Energie habe ich das letzte Mal bei den Jürgen-Höller-Power-Days 2017 gespürt. Der Mann hat noch was vor. "Armin, Armin!"-Rufe in der Halle, standing ovations, und während ich mich frage, wo eigentlich sein Teamkollege Jens Spahn steckt, meldet sich schon Sophia Thomalla mit einer Videobotschaft für die Partei. So viel Energie, so ein Aufbäumen kenne ich eigentlich nur von Fußballclubs, wenn der Klassenerhalt 5 Spieltage vor Schluss nur noch theoretisch möglich ist.

Ich glaube, der Wahlkampf hat gerade erst begonnen.

Euer: Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 32

Liebe Leser_innen,

je länger ich darüber nachdenke, desto deutlicher habe ich das Gespräch im Ohr: "Armin", sagten sie ihm, "keine Angst. Das ist eine sichere Nummer, da kannst du nur gewinnen!"

So halb stimmt das ja auch: Armin Laschet ist an einem Punkt in seinem Wahlkampf, an dem nicht viel mehr schief gehen kann. Vielleicht sollte das meetup mit Elon Musk ja die Trendwende im Kampf ums Kanzleramt bringen. Für die, die ihn nicht kennen: Elon Musk ist so etwas wie der US-amerikanische Frank Thelen. Das Treffen mit Musk in der Gigafactory könnte Laschet ein wenig internationales Flavour in seine bislang semi-erfolgreiche Kampagne zaubern: Big Armin auf Du und Du im Gespräch mit den ganz Großen der Welt.

Doch wieder einmal wurde der fidele Aachener Opfer manipulativen Video-Editings auf der Debatten-Schaltzentrale Twitter.com. Während es im hochgejazzten Clip den Anschein macht, dass Armin neben dem Südafrikaner eines Kanzlerkandidaten nicht würdige Lücken im E-Mobilitätsdiskurs ("What is the future of cars? Hydrogene?") offenbart, zeigt die Langfassung ein anderes Bild: In Wahrheit sollen sich Musk und Laschet gemeinsam köstlich über einen Journalisten beömmelt haben. Nun denn.

Für mich hat diese schon jetzt legendäre PK in der Grünheide etwas gänzlich anderes deutlich gemacht: Elon Musks verhaltensauffälliges Lachen - ob nun in Richtung Laschet oder in Richtung Presse - markiert den Endpunkt des langen popkulturellen Siegeszugs des Nerds. Der muskulöse Laschet hätte noch in jedem Highschool-Film der Achtziger Jahre zum prototypischen School-Bully getaugt. Nun ist der Kryptowährungs-Typ, der mit Vorname Elon heißt und seine Kinder nach der Star Wars-Figur R2D2 benennt, der Chef-Bully. Und Laschet der Typ Mensch, der auf einer durchschnittlichen Autofahrt viermal Streit mit dem Navigationsgerät anfängt.

Oh, the times they are a-changin'.

Euer: Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 30

Liebe Leser_innen,

die letzten Tage verbrachte ich auf einem herrlichen Ferienhaus auf dem Land, in dem jedoch das WLAN nicht funktionierte. Für jemanden wie mich, der auch in der Freizeit ständig angeschwitzt mit anderthalb Füßen im Debatten-Boxring steht, natürlich nicht weniger als eine Katastrophe. Wie soll das Internet eine Woche ohne meine Meinung auskommen? Wie soll ich ohne die Meinung der anderen auskommen? Je länger ich über meine Situation nachdachte, desto mehr wurde mir die nationale Tragweite des WLAN-Problems bewusst. Hier ging es nicht nur um mich, hier ging es um unser Land.

Ich beschloss, die Ruhe zu bewahren und zu überlegen, was Florian Schröder in meiner Situation tun würde. Der Passwortschutz der einbalkigen “Merkel muss Weg”-Netzwerke in Reichweite war das eine My zu strong, auch meine 20 Gigabyte reinsten teutonischen LTE-Datenvolumens waren nach einer Handvoll Focus-online-Artikel mit selbststartenden Werbevideos schnell runtergerockt, deswegen schrieb ich mit den letzten paar Megabyte eine gepfefferte Mail an den Ferienhaus-Vermieter: “Entschuldigung, aber das Internet ist irgendwie alle? NOTFALL! GLG”. Nun half nur noch beten.

Tagelang geschah nichts. Keine Antwort, kein Internet, keine Debatte. Dann, ein Tag vor der Abreise, die Überraschung, nein: das Wunder: Jemand hatte während unseres Wanderausflugs einen handgeschriebenen Zettel unter die Wohnungstür geschoben. Darauf der Name einer Fritzbox und ein 32-stelliges Passwort. “Es gibt doch noch einen Gott”, hörte ich mich tränenerstickt flüstern. Unten rechts auf dem Zettel hatte jemand einen Bärchen-Sticker aus der Ummantelung einer Backzeitschrift platziert, beide Bären schmiegten sich aneinander und blickten zufrieden nach oben. Richtung WLAN.

Doch das Signal war zu schwach. Ich bewegte mich Richtung Haustür, dann in den Flur, nach einem Moment Zögern auch in die Gärten der benachbarten Ferienhäuser. Immer wieder war das Netzwerk für einen Moment lang einen Balken stark da, verschwand jedoch gleich darauf wieder. Ich beschloss es im Nachbarort zu probieren und wanderte eine Stunde zu Fuß in den nächsten Ort. Es dämmerte, mein Blick war auf mein Display fixiert, so dass ich immer wieder vom Fußweg abkam in Richtung der Bundesstraße neben mir. Immer wieder torkelte ich auf die Fahrbahn, hin und wieder mussten mir Autos und Traktoren hupend und fluchend ausweichen. Sie konnten nicht wissen, worum es hier ging.

Dann hielt ein Lkw neben mir. Der Fahrer kurbelte das Beifahrerfenster herunter und obwohl der Motor noch lief, konnte ich es deutlich hören: Im Innern des Fahrerhaus lief der “Geistertruck” von Tom Astor. Mir wurde mulmig. “Wohin musst du, Junge?” fragte mich der Fahrer. “Richtung Internet, Trucker”, antwortete ich lautlos. Dann nahm er mich mit.

Stumm fuhren wir durch die Nacht, ich stellte keine Fragen. Kurz vor der tschechischen Grenze erreichten wir einen Serways-Rasthof, in dem noch Licht brannte. Der Trucker grüßte wortlos und warf mich vor dem Eingang raus. Inzwischen war es 3 Uhr morgens, ich blickte auf mein Huawei: Tatsächlich, hier gab es ein funktionierendes WLAN. Atemlos loggte ich mich in das offene Netzwerk und akzeptierte die AGBs, ohne sie durchzulesen. Dafür war heute keine Zeit.

Binnen Sekunden holte ich mir das Debatten-Update, das ich so dringend gebraucht hatte: TikTok, Instagram, Bild-Startseite. Irgendetwas stimmte nun wohl auch nicht mit einem zehn Jahre alten Buch von Armin Laschet, das er ohnehin nicht selbst geschrieben hatte. In der Zeit, in der ich nach Internet gesucht hatte, hatte sich der inzwischen zweite Plagiatsskandal dieses Bundestagswahlkampfs ereignet. Ein stummer Schock. Ich öffnete die Facebook-App und tippte ohne nachzudenken los, mit jedem Buchstaben spürte ich, wie ich langsam ruhiger wurde:

“Die Literatur verliert seit jeher an Bedeutung (wie anders wäre das Phänomen Ferdinand von Schirach zu erklären?), im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird inzwischen jede Sendung, in der zufällig ein Buch auftaucht, vorsorglich abgesetzt – und plötzlich kennt ein ganzes Land kein anderes Thema als die kollaborativ erarbeiteten Werbebroschüren eines 1,72 Meter großen Aacheners und einer grünen Fast-Noch-Millennial aus Hannover? Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der Bücher so viel bedeuten.”

Der Morgen graute. Den Schlusssatz schrieb ich mit letzter Kraft und konnte gerade noch so auf “Absenden” klicken, bevor ich völlig entkräftet vor dem Raststätten-Eingang zusammen sackte und in einen tiefen, traumlosen Schlaf fiel.

Eine erholsame KW wünscht euch einmal mehr:

Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 28

Liebe Leser_innen,

Ein alter Glaubenssatz aus der Comedy-Branche besagt: Humor, dass sei Tragödie plus Zeit. Nun waren die Hochwasser in Westdeutschland gestern Nachmittag schon wieder ein paar Tage her und Armin Laschet machte im Prinzip nichts anderes als eins und eins zusammen zu zählen: Die Zeit ist reif, befand er nach einigem Nachdenken, der Hochwasser-news-cycle neigt sich seinem Ende, ein bisschen Spaß muss jetzt auch mal wieder sein, ein, zwei flotte Sprüche, das hält die Moral der Truppe oben. Denn das Leben birgt, niemand weiß das besser als er, so manchen Rückschlag, vieles lässt sich nicht ändern, et hätt noch immer jot jejange: Diagnose resilient-Rheinisches Karnevals-Mindset eben bei Laschet, dem Instinkt-Politiker. Und während also Bundespräsident Steinmeier in Erftstadt mit dem ihm typischen heiligen Ernst in Mikrofone pastoralte, dieses und jenes versprach, bückte sich der CDU-Kanzlerkandidat im Hintergrund herrlich ab, bespaßte die versammelte Lokalprominenz aus dem Rhein-Erft-Kreis ab, fletschte die Zähne, prustete befreit auf. Im Grunde sind es schöne Bilder.

Im World Wide Web gab es dafür wieder einmal viel Kritik: Pietätlos sei die Darstellung, Laschet besäße kein Gespür für die Situation und hätte mit seinem Erftstadt-Stand-up seine Nicht-Eignung fürs Kanzleramt unter Beweis gestellt. Kurz gesagt: Im moralischen Elfenbeinturm herrschte einmal mehr Katastrophenalarm.

I beg to differ.

Es stimmt ja: Wir hier im hochwassergebeutelten NRW wünschen uns eigentlich nichts mehr, als dass der Noch-Landesvater kurz vorbeischaut, ein paar Fotos macht, Interesse simuliert, ein offenes Ohr suggeriert. Gleichzeitig leben wir nun schon einige Jahre unter der Regentschaft Armin Laschets, sind sozusagen bundesweite Modellregion für die sich abzeichnende Kanzlerschaft des kleinen Mannes aus Aachen. Armin Laschet’s Regierungsstil, das wissen wir hier jedoch längst, zeichnet sich durch 12 unterschiedliche Meinungen zu ein und demselben Thema aus, oft alle innerhalb von 24 Stunden geäußert. Seine Performance wirkt nicht selten rätselhaft, erratisch, launisch, immer wieder unterbrochen durch Episoden gespenstischen Ulks. Laschet, der Getriebene, von dem niemand so wirklich weiß, wie’s in ihm ausschaut. Was geht in seinem Herzen vor? Die Nächte verbringt er einem aktuellen Interview zufolge alleine schlaflos vor der Glotze, bevor dann um halb 7 schon wieder WDR2 oder der Deutschlandfunk durchbimmelt. Armin als moderner Hamlet. Vielleicht ein wenig far-stretched, aber das sind nunmal die Gedanken, die wir uns hier in NRW machen. In Armins vergeblicher Suche nach sich selbst erkennen wir Nordrhein-Westfalener uns wieder, das connected uns zu ihm.

Vielleicht würde es helfen, wenn auch der Rest der Republik es einmal versucht. Und vielleicht müssen wir einfach lernen, mit Armin Laschet zu leben. Er ist jetzt einfach da. Nicht erst in 50 Jahren, nicht in 20, nein: Jetzt.

Machen wir das Beste daraus.

Einen friedlichen Sonntag wünscht euch: Euer Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW 27

Liebe Leser:innen,

das war sie also auch schon wieder, die Fußball-Europameisterschaft der Herren 2021 oder wie wir UEFA-Fans sagen: die Fußball-Europameisterschaft der Herren 2020. Und wenn der niederländische Referee Björn Kuipers heute Abend dann auch das letzte Spiel dieses Turniers abgepfiffen haben wird und die Investorengruppe um Per Mertesacker, Christoph Kramer und Jochen Breyer im ZDF-EM-Studio zum letzten Mal das Licht ausmachen, werden wir zufrieden feststellen können: Die Euro 2021 bzw. 2020, sie war auch eine Fußball-Europameisterschaft der Herzen.

Die hat das Mega-Event nämlich im Sturm erobert. Und auch wenn sich die ausrichtenden Länder dieser Euro in den Farben getrennt gezeigt haben mochten – etwa hinsichtlich der zugelassenen Fans in den Stadien: 350 000 Zuschauer:innen in Budapest versus den 500 "Freunden der Nationalmannschaft" in München –, war man doch immer in der Sache vereint: Nämlich darin, innovativen Unternehmen aus spannenden Wachstumsbranchen eine hochwertige Fläche beim größten Sportevent Europas zu bieten. Man sagt, Fußball sei ein Ergebnissport, und hier kann man nur sagen: Das Ergebnis stimmt. 746 Millionen Europäer:innen haben eine ganze Reihe wahnsinnig spannender Unternehmen aus den aus rechtsstaatlicher Perspektive etwas problematischeren Fleckchen dieser Erde kennen lernen dürfen, ein nicht geringer Anteil könnte sich laut einer Allensbach-Studie nun, Mitte Juli, sogar vorstellen, mit Qatar Airways eine Besichtigungstour einiger Gas-Pipelines in Nord-Russland zu buchen (natürlich mit Alipay), ein paar eiskalte Heineken 0.0 zu zischen und zum Schluss noch einige TikToks zum Thema Meinungsfreiheit hochzuladen.

Zwar gab es hier und da immer Streit und Missgunst in old europe, etwa als die deutsche Öffentlichkeit vor dem Gruppenspiel gegen Viktor Orbáns Elf zum ersten Mal von L.G.B.T.Q.I.A.+-Rechten hörte und daraufhin (vielleicht etwas überambitioniert) gleich die gesamte Allianz-Arena in Regenbogenfarben tauchen wollte. Eine gut gemeinte Idee, gegen die jedoch gleich dreierlei sprach: 1. Politik hat im Fußball nichts verloren, 2. hatte Oli Bierhoff schon ein geiles Imagevideo mit "Die Mannschaft" produziert, in dem sich Jogis Jungs den Schriftzug "Human Rights" auf die T-Shirts gekritzelt hatten (irgendwann muss ja auch mal gut sein) und 3. hat sich der DFB comitted, die Farben und das Turnierdesign der UEFA konsequent leben zu wollen. Wissen, wer die Miete zahlt: Eine Tugend, von der sich viele Debatten-Fighter im Internet mal eine Scheibe abschneiden könnten!

Am Ende hat das Turnier für mich vor allen Dingen eines bewiesen: Wann immer in den letzten Jahren Kritik an Groß-Sport-Events in Ländern mit einem niedrigeren Demokratie-Index als Nordrhein-Westfalen laut wurde, wurde zu Recht ins Feld geführt, dass der Sport eben auch gesellschaftliche Prozesse in Bewegung setzen und unterstützen könne. Wandel durch Annäherung. Allein: Bislang fehlte der Beweis für diese These, doch die EM 2020 bzw. 2021 hat diesen aus meiner Sicht nun endlich erbracht. So verhandelt der DFB nur wenige Tage nach dem Achtelfinal-Aus mit Qatar Airways über eine Partnerschaft für die WM 2022.

Ich für meinen Teil freue mich schon auf spritzige TikToks mit dem kultigen Thomas Müller aus dem Cockpit einer Boeing 747.

Ein würdiges EM-Finale wünscht euch: Dax Werner

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Dax Werners Debattenrückspiegel KW26

Liebe Leser:innen,

er hat es wirklich getan. Frank Thelen, Skateboard-Legende und Seriengründer aus Bonn, hat gemeinsam mit einigen anderen windigen Gesellen aus dem Bereich fantasievolle Geschäftsmodelle insgesamt 500 000 Euro an die FDP gespendet. Bumm, der sitzt. Durchatmen. Muss eine unheimlich intensive Atmosphäre in der Sparkassenfiliale gewesen sein, als die zehn der Reihe nach das Knax-Taschengeldkonto leergeräumt haben. So sieht Aufbruch aus, so geht Veränderung! Der Plan dahinter wurde unverhohlen mit kommuniziert: Rot-Rot-Grün im Bund verhindern und eine schwarz-gelbe Koalition ermöglichen.

Wenn man bedenkt, dass R2G so ziemlich die unwahrscheinlichste Koalitionsoption nach der Bundestagswahl sein wird – selbst wenn Grüne, SPD und Linke auf 60 Prozent kämen, würde sich Olaf Scholz wohl mit staatspolitischer Miene für Neuwahlen einsetzen –, hätte man die halbe Million auch nachhaltiger investieren können. Zum Beispiel hätten die zehn Techträumer vom selben Geld genauso gut den 31jährigen Rechtsfuß Paolo Bartolomei vom italienischen Zweitligisten US Cremonese (Lombardei) verpflichten können (aktueller Marktwert: 550 000 Euro) und ihn zum puren amusement den ganzen Tag auf eine Torwand schießen lassen. Ab und zu würde Thelen den Kopf aus seinem Bürofenster stecken und Paolo mit ein paar Brocken Urlaubsitalienisch coachen. Eine herrliche Vorstellung! Bartolomei brachte es in dieser Spielzeit zwar nur auf 16 Einsätze, doch stand er damit immer noch öfter auf dem Feld als Wolfgang Kubicki bei Markus Lanz, Maybrit Illner und Gunnar Kaiser zusammen.

Thelen, den nicht wenige für den deutschen Mark Cuban halten, weil er vor 30 Jahren mal eine GmbH gegründet hat, bis vor kurzem auf VOX in molekulare Massagerollen und blinkende Bierhelme investiert hat (und diese invests in 6 von 10 cases im Nachgang zurückgerufen hat), geht es ohnehin weniger um die nackten Zahlen als vielmehr ums Gefühl und die Symbolwirkung seiner Megaspende. Mit dem neuesten investment case will er vor allen Dingen den Grünen medial einen mitgegeben werden. Diesen Faden griff er ein paar Tage später auch noch einmal in einem Videostatement auf, in dem er den grünen Wähler:innen eine "hohe Emotionalität" attestierte und von einem Bitcoin-Millionär schwadronierte, der angeblich eine Million Bitcoins (oder so) direkt an das gemeinsame Paypal-Konto von Habeck und Baerbock überwiesen habe. Was von alledem stimmt und was nicht: Unklar. Sicher ist nur eines: Es braucht keine Russenbots, um den Wahlkampf so langsam richtig schmutzig werden zu lassen. Pfui!

Klar ist auch: Wo der Eindruck entsteht, dass sich Parteien für solch mickrige Summen vor den Karren spannen lassen, geht Vertrauen in demokratische Prozesse verloren. Parallel dazu sehe ich jedoch noch eine viel gewaltigere Baustelle: Die mittelfristige Positionierung von Frank Thelen als Startup-Profi, Fernsehnase und public intellectual. Der Mann, der immer gern wie ein Hybrid aus Tony Hawk und Jeff Bezos rüberkommen möchte, wirkte zuletzt eben doch eher wie ein Frank aus Bonn. Welchen Technologiebaum will er für sich ganz persönlich einschlagen? Wo soll die Reise für ihn als Vordenker und Visionär letztendlich hingehen?

Vielleicht aber überrascht uns Thelen auch noch einmal alle: Zum Beispiel als Bildungsminister in einer neuen schwarz-gelben Koalition. Je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir diese Idee.

Einen herrlichen Sonntag wünscht:

Dax Werner

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 So schloss sich der Kreis, Angela Merkel,

So schloss sich der Kreis, Angela Merkel,

als Sie bei einem Wahlkampfauftritt auf Rügen versprachen, nach Ihrer Kanzlerinnenschaft in Berlin und in der Uckermark wohnen zu bleiben. »Von dort ist es durch die schöne A20 nicht mehr weit in meinen ehemaligen Wahlkreis.«

Klar, irgendwas mit Autobahnen hören die Deutschen ja gern, um Ihren Vorgänger mit dem Schnauzbärtchen nicht ganz vergessen zu müssen. Allerdings haben wir nicht vergessen, dass auf einem Teilstück ebenjener Autobahn 20, kurz nachdem es 2005 durch Sie als frisch gewählte Bundeskanzlerin freigegeben worden war, die Fahrbahn einbrach und ein Loch hinterließ, das nicht nur symbolisch tief und breit klaffte. »Eine fürchterliche Schmach« nannten Sie das damals. Pff! Eine schändliche Niederlage auf hierzulande heiligem Schlachtfeld!

Aber vermutlich setzen Sie bei den Autobahn-Deutschen einfach auf das große Vergessen. Hat beim Führer schließlich auch geklappt. Und gewählt werden müssen Sie ja auch nicht mehr.

Sagt zum Abschied leise »Umleitung«: Titanic

 Weißt Du, Zahnarztpraxis Enciso,

was wir gerufen haben, als wir eine Werbepostkarte von Dir mit dem Aufdruck »So muss Zahnarzt« aus dem Briefkasten holten? Genau: »Das kann Papierkorb.«

Maul! Titanic

 Michael Haberland, Organisator des Münchener Oktoberfests,

im Spiegel beschrieben Sie, wie man sich die digital stattfindende Wiesn vorzustellen hatte: »Alle Teilnehmer bekommen eine Wiesn-Box und einen Zoom-Link. Dann geht’s los. A Guadn!« Und weiter? »Sie klicken auf den Link zur verabredeten Uhrzeit, und dann stoßen wir gemeinsam an. O’zapft is’!«

Mal ehrlich, Haberland: Glauben Sie wirklich, dass Ihre ins Interview gejohlten Animationsrufe darüber hinwegtäuschen können, dass das alles ziemlich traurig klingt? Unser Tipp: Bei der nächsten Pandemie das Fest ganz absagen und einmal kräftig »Schaun’ mer mal!« brüllen.

A Guadn! Titanic

 Markus Lanz!

Sie sind im April von Ihrem Moderatorenkollegen Micky Beisenherz in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung aufgrund Ihrer wie auch immer gearteten Interviewtechnik als »Deutschlands schönste Grillzange« bezeichnet worden. Auf die Frage, ob das nicht Sexismus in die andere Richtung sei, antworteten Sie beim Jahrestreffen des Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger in Berlin: »Absolut.« Sie hätten sich zwar darüber gefreut, aber gleichzeitig gedacht: »Schreib’ das mal 2021 über eine Frau. Dann gibt es aber richtig ein paar hinter die Ohren und auch zu Recht.«

Da stimmen wir Ihnen ausnahmsweise ausnahmslos zu, ziehen dem kleinen Würstchen Beisenherz einfach mal präventiv die Löffel lang und verleihen Ihnen stattdessen ganz unzweideutig den zu Ihrem Moderations- und Interviewstil ohnehin viel besser passenden Titel »Deutschlands eitelste Flachzange«.

Grillt alles und jeden und auch zu Recht: Titanic

 Überrascht, Katja Kipping (Die Linke),

nahmen wir Ihren Tweet nach der Wahlschlappe zur Kenntnis: »In der Mittagspause gönne ich mir heute eine starke Dosis vom Känguru-Humor. Tut an Tagen wie diesen besonders gut«, versehen mit einem Bild von zwei Marc-Uwe-Kling-Hörbüchern. So viel Masochismus hätten wir Ihnen gar nicht zugetraut. Andererseits ergibt dann auch die Mitgliedschaft in einer Partei mit Sahra Wagenknecht Sinn.

Oder ist etwa alles nur ein geschickter Versuch, den Grünen & Co. die Stammwählerschaft mithilfe von deren Stammhumor abzugraben? In diesem Falle: Clever! Nach der Wahl ist bekanntlich vor der Wahl.

Extra starke Erkenntnisse von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Gesundheitsfrage

Gibt es so was wie Fremdhypochondrie, also dass man immer Angst hat, andere Leute hätten irgendwas oder ihnen würde etwas zustoßen? Ich frage für eine Freundin, bei der ich befürchte, dass sie das hat.

Paula Irmschler

 Emotionskontrolle

Schon ewig her, da fiel mir in einem Plattenladen in Sevilla auf, dass die Regalfächer A–K und M–Z relativ spärlich bestückt waren. Die Fächer L hingegen barsten fast schon vor Fülle. Eine nähere Überprüfung der L-Fächer brachte Klarheit: Los The Beatles, Los The Clash, Los The Doors, Los The Eagles, Los The Rolling Stones, um nur einige Beispiele zu nennen. Ich habe trotz rudimentär vorhandener Spanischkenntnisse davon abgesehen, das Personal darauf anzusprechen, denn diese mehr als amüsante Sortierung machte mir schlagartig klar, dass ich durchaus ein Typ bin, der etwas kann, was viele erst mühselig lernen müssen: loslassen.

Tom Breitenfeldt

 Bittgesuch

Ich liebe Online-Petitionen, ich unterzeichne jede. Hätte es sie früher gegeben, viel Leid wäre der Menschheit erspart geblieben. »Stopp Römer nach Germanien!« 200 000 Unterzeichner, und die alten Germanendörfer am Rhein stünden noch heute Stein auf Stein. »Für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, für Brot für alle, für das Volk als Souverän und noch ein paar andere Sachen. Sind Sie dabei? Hier können Sie unterschreiben!« 5 Millionen ratifizierende Franzosen, darunter der französische König, und der blutige Sturm auf die Bastille wäre nie geschehen. Dasselbe gilt für »Europa raus aus Afrika« oder »Herr Bismarck, erlauben Sie das Wahlrecht für alle!« Auch die Sponti-Bewegung hätte mit ihren Zielvorstellungen auf diesem Weg mehr Erfolg gehabt, von »Macht aus dem Staat – Gurkensalat!« bis »Miethaie zu Fischstäbchen!« Keine Ahnung, ob die rot-gelbe Staatsgewalt alle Anliegen wirklich erhört hätte, aber man hätte es versuchen können.

Ella Carina Werner

 Letztes Aufbäumen

Dass ein Smartphone beim Hochfahren mal – Gott zum Gruße! – vibriert, geschenkt. Die Geräte eines gewissen südkoreanischen Herstellers allerdings erbeben auch während des Herunterfahrens bei schon ausgeschaltetem Bildschirm noch mal kurz. Ganz so, als klopfte ein doch noch nicht Verstorbener von innen an den Sargdeckel.

Andreas Lugauer

 Next-Level-Kosmopolit

Ständig trifft man jemanden und sowieso kennt man fast alle über zwei Ecken: Ja, China ist für mich so ein richtiges Milliardendorf!

Leo Riegel

Vermischtes

Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EUROliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!
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Das schreiben die anderen

  • 28.09.:

    Oliver Maria Schmitt hat versucht, mit der Kraftradgruppe Frohsinn die Demokratie zu retten – zumindest in der FAS.

  • 28.09.:

    Das "Medienmagazin" vom BR hat mit Martina Werner (und anderen) über Satire, Journalismus und Politik gesprochen.

  • 25.09.:

    TITANIC-Herausgeber Martin Sonneborn spricht mit der Taz über Frauen in der Redaktion und erinnert sich an die beste Zeit für Satire.

  • 20.09.:

    In der Jungen Welt würdigt Stefan Gärtner den 80jährigen Eckhard Henscheid.

  • 14.09.:

    NDR Zeitzeichen zum 80. Geburtstag von Eckhard Henscheid.

Titanic unterwegs
24.10.2021 Offenbach, Wetter- und Klimawerkstatt Gerhard Henschel
26.10.2021 Hänigsen, Kunstspirale Thomas Gsella
27.10.2021 Braunschweig, Kult Thomas Gsella
28.10.2021 Hannover, Pavillon Thomas Gsella und Ella C. Werner mit M. Knepper