Zu meiner kleinen DDR-Bibliothek gehört ein Buch eines Prof. Heinz Heitzer: „DDR. Geschichtlicher Überblick“ (Berlin/DDR, 1979/1989), ein natürlich restlos parteiisches Werk, und das ist hübsch zu lesen, wenn man ein Faible für derlei hat: „Der VII. Parteitag der SED im April 1967 stellte fest, daß die Bedingungen und die Notwendigkeit herangereift seien, in dem neuen geschichtlichen Abschnitt alle Bereiche der Gesellschaft, wie Politik, Ökonomie, Kultur und Ideologie, Wissenschaft, Landesverteidigung und andere, gleichermaßen und proportional zueinander zu entwickeln.“ Ob man nun unbedingt Zeithistoriker in der DDR gewesen sein will, steht auf einem anderen Blatt.

Dann doch lieber als Historikerin in Greifswald und ehemalige Stipendiatin der „Bundesstiftung zur Ausarbeitung“ – Freudscher Verschreiber – „Aufarbeitung der SED-Diktatur“ der Westpresse zuarbeiten und, so demokratisch wie phrasenfern, per Gastbeitrag in der SZ an den „mutigen Pfarrer Oskar Brüsewitz“ erinnern, „der sich aus Wut über das SED-Regime vor 40 Jahren selber verbrannte“: „Dieser Mann schlug alle Vorsicht in den Wind und verwies mit wunderlichen Aktionen auf den alltäglichen Aberwitz des SED-Regimes … gegen die staatliche Dominanz … erhob er das Wort gegen die Machthaber … Zu den unsinnigen Wahlen erschien er allenfalls, um dem verblüfften Wahlvolk zuzurufen: ,Ich habe schon gewählt, nämlich Jesus Christus!’“ Klar, daß die Tochter „kein Abitur machen durfte. Statt dessen teilten die Behörden das zierliche Mädchen zu einer Lehre als Gleisbauarbeiterin ein.“

So war das; wie Forschung ja immer dann am dankbarsten ist, wenn man vorher weiß, was rauskommt. Aber kann man wen zu einer Lehre „einteilen“? Und lassen sich „verweisen“ und „hinweisen“ wirklich synonym verwenden? Doch werden wir nicht nicklig und sparen uns auch die Prüfung der Frage, wie sinnvoll unsere Wahlen (West) denn sind (schon gar, seit es die Ost-Alternative nicht mehr gibt); wer in diesem Land nicht zum Abitur gelangt und warum nicht; welche Schikanen das Hartz-IV-Deutschland so auf Lager hat oder ob Adorno speziell ans SED-Diktaturregime dachte, als er über die totale Produktionswelt und den „Aberwitz ihrer Einrichtung“ schrieb.

„Für sicher hält er: In allem steckte ein Sinn; in allem steckt ein Sinn.“ Hermann Kant, 1972

Die Dame ist mein Jahrgang, heißt Hedwig Richter, und mit ihr marschiert die alte Zeit, in der die frischgeduschten Hedwigs, ausgestattet mit Bundesmitteln, sich natürlich nicht fragen, ob, was am Realsozialismus schlecht war, ohne die Feindschaft des Westens besser hätte sein können; und ob der kapitalistische Sieger für sich in Anspruch nehmen kann (noch überhaupt will), was Prof. Heitzer für seinen Sozialismus in Anspruch nahm: „Der Sozialismus garantiert nicht nur in Worten, sondern in der Realität das Recht auf Arbeit, auf eine hohe Bildung und ein kulturvolles Leben. Er hat Wesentliches geleistet, um die Gleichberechtigung der Frau zu verwirklichen.“ Im Boomjahr 2016 beziehen 6 Millionen Menschen in Deutschland Sozialgeld oder Hartz IV, 7,5 Millionen gelten als funktionale Analphabeten, und Kochmagazine heißen Mutti kocht am besten. Das ist freilich kein alltäglicher Aberwitz, sondern soziale Marktwirtschaft.

Die DDR hat, schreibt Dietmar Dath zum Tode Hermann Kants, „diejenigen mit ihrer Wirklichkeit gequält …, die ihr als ihre Bewohnerinnen und Bewohner nicht dienen wollten, weil sie von einer anders sozialistischen (oder gleich einer bürgerlich-demokratischen) Republik träumten“. So kann man selbst im bürgerlichen Blatt über den toten Sozialismus schreiben, wenn man nicht auf einem Auge blind ist und weder einfältig noch korrupt genug zu glauben, daß das, was ist, im Ernst schon alles sei. „Es muß doch mehr geben als arbeiten und eine Familie haben“, zitiert das Kernstück meiner Ostbibliothek (Windmöller/Höpker: Leben in der DDR. Hamburg 1977) einen Ost-Regisseur. „Man muß doch etwas tun, die Welt verändern, Spuren hinterlassen. Dieser Gedanke scheint mir unter den Menschen hier, die nachdenken, verbreiteter zu sein als bei Ihnen“, also bei Dr. Richter, in München oder auf Faz.net, wo unter Daths Nachruf ein Dr. Andreas Frick dem toten Kant sofort „Zuträger der Stasi“ hinterherschrie.

Daß ich von derlei Zukunftsfestigkeit mal zwei Wochen Urlaub nehmen muß: man möge es verstehen.

Liebe Leserin, liebe Leser: Ihr Sonntagsfrühstück ist am 11. September wieder für Sie da.

Daß man in den USA „so selten Kinder sieht, die sich irgendwo rumtreiben“, war dem SZ-Korrespondenten in Washington, D.C., eine Reportage wert: „Weder in Bussen noch im Wald noch vor dem Supermarkt. Im Schwimmbad sowieso nicht.“ Immer stünden sie unter Aufsicht, und da eine solche nicht ganztägig zu gewährleisten sei, sei Suburbia wo nicht menschen-, so doch kinderleer: „Nirgends Mädchen mit Zöpfen. Keine Jungs mit aufgeschlagenen Knien. Keine Kreidezeichnungen am Boden, lachende Sonnen und Marienkäfer auf zwei Beinen. Kein Geschrei zu hören, kein ,18-90-20, ich kommeeee’. In der typisch amerikanischen Vorstadt ist es so gespenstisch leer wie in einem Roland-Emmerich-Film über die Postapokalypse.“

Ich könnte mir jetzt die Mühe machen und eine Stunde durch mein deutsches Bioeltern-Stadtviertel spazieren, auf der Suche nach minderjährigen Mittelschichtsrumtreibern, aufgeschrammten Knien und Kreidezeichnungen auf Fußwegen; ich kann es mir aber auch sparen und die Feststellung wagen, daß sich die Grenze zwischen einer behüteten und einer überwachten Kindheit auch hierzulande verschoben hat. Andernfalls Schulen den Eltern nicht geradezu verbieten müßten, ihre Kinder allmorgendlich mit dem (Gelände-)Wagen heranzuschaffen.

„,If you need help, Don,’ the clown said, ,help yourself to a balloon.’ And it offered the bunch it held in one hand. ,They float,’ the clown said. ,Down here all we float; pretty soon your friend will float, too.’“ Stephen King, 1986

Daß es fast immer schlimmer geht, ist da entweder Trost oder Zukunftsmusik: „In Connecticut überhörte Maria Hasankolli eines Morgens im November ihren Wecker, worauf sich ihr Sohn, acht Jahre alt, allein auf den Weg machte. Zwei Polizisten hielten ihn an, begleiteten ihn zur Schule, fuhren daraufhin zur verschlafenen Mutter zurück und legten ihr Handschellen an. Die Anklage lautete, sie habe ihr Kind willentlich in Gefahr gebracht, es war von einer zehnjährigen Gefängnisstrafe die Rede. Hasankolli kam gegen 2500 Dollar Kaution wieder frei. Sie geht jetzt jeden Abend mit der Angst ins Bett, sie könnte den Wecker noch einmal überhören, schreibt sie: ,Dann nehmen sie mir meinen Sohn weg.’“ Derlei Wahnsinn hat nicht nur mit dem US-amerikanischen Hang zu moralfester Drakonik zu tun und nur vordergründig mit der massenmedial befeuerten Hysterie in puncto Kindesentführung, -mord und -totschlag; wie diese ist er Ausdruck der Klassensituation, denn daß das allzeit bedrohte Mittelschichtskind stellvertretend für die sich bedroht wähnende Mittelschicht selbst steht, versteht sich. Weshalb „in den Schwarzenvierteln von D.C., Chicago oder Baltimore … Kinder ohne Aufsicht auf Gerüste und Bäume [klettern], weil ihre Eltern gar keine Zeit haben, sich um sie zu kümmern“, und weil die Eltern in den Schwarzenvierteln eh längst da sind, wohin andere noch um keinen Preis absteigen wollen. Im vergleichsweise sozialdemokratischen Kanada, das wissen wir von Michael Moore, schließen die Leute nicht einmal ihre Haustüren ab. Man fühlt sich in Sicherheit, oder man tut es eben nicht.

Und hier? Statt allein spielende Kinder mit blutigen Knien zu suchen, könnte ich die Zahl der Kletterhallen mit unbedingt sicherem Kinderangebot googeln oder die der unfallfreien Indoor-Spielplätze mit Elternecke; könnte eine Liste anlegen all der Empfehlungen, die aus einem Kinderbuch oder -puzzle ein Förderprogramm für Kognition und Kreativität machen. Die Pippi-Langstrumpf-Kalle-Blomquist-Kindheit aus Abenteuer, Loch im Kopf, geklauten Kirschen und so barfuß wie autonom verbrachtem Sommer spielte in einem ideal sozialdemokratischen Schweden; heute ist alles Angst, und daß die Zeitung insinuiert, es sei dies ein Problem der USA, wollen wir ihr nachsehen. Sie ist auf einem Auge blind.

Wär’s nicht der ältesten Dinge eines, ich würde sagen, es ist der neuste dumme Scheiß. „Frauenhaß im Netz: ,Es ist zu viel’“, lese ich auf SZ.de. „Die feministische Autorin Jessica Valenti zieht sich aus den sozialen Medien zurück – weil inzwischen sogar ihre kleine Tochter Morddrohungen erhält.“ Broov. „Kaum ein Thema zieht im Internet so viel Wut auf sich wie die Verteidigung der Rechte von Frauen oder der Hinweis darauf, daß völlige Gleichberechtigung noch längst nicht erreicht ist. Aber an einem Morgen der vergangenen Woche war Schluß. ,Als ich heute aufgewacht bin’, schrieb sie auf Twitter, ,hatte mir jemand eine Vergewaltigungs- und Morddrohung gegen meine fünfjährige Tochter geschickt. Ich kann nicht akzeptieren, daß das Teil meines Jobs sein soll.’“  

Es sieht aber ganz so aus; wie die einschlägige Leserpost Teil des Jobs von Fußballreporterinnen ist und die Neuauflage von „Ghostbusters“, mit vier weiblichen Hauptrollen, „viel Haß von Männern provoziert“ (SZ, 3.8.). „In einer groß angelegten Untersuchung des Kommentierverhaltens seiner Leser hat der Guardian dieses Jahr herausgefunden, daß [Valenti] diejenige Autorin in der Redaktion ist, deren Texte die meisten haßerfüllten Kommentare erhalten. Was er noch herausfand: Acht der zehn ,meistgehaßten’ Autoren sind Frauen. Die beiden einzigen Männer auf der Liste sind schwarz, einer von ihnen ist homosexuell.“

Man muß sich aber gar nicht in die Untiefen der asozialen Netze begeben, um Mitteilung von dem zu erhalten, was den Insassen der freien Gesellschaft (um die wir laut Zeit ja jetzt kämpfen sollen) so durch den Affekthaushalt rauscht; und hat auch erst die Frankfurter Allgemeine (wider das BKA) neulich nachzuweisen versucht, daß Haß z.B. gegen Flüchtlinge und andere Kanaken eben nicht aus der Mitte der Gesellschaft, sondern so gut wie ausschließlich von Leuten komme, die WhatsApp-Gruppen namens „Garage Hakenkreuz“ unterhalten, bin ich meiner Morgenzeitung ganz ernstlich dankbar, daß sie dem zentralen zeitgenössischen Ressentiment des weißen Mittelstandsmannes so unverhohlen Ausdruck verleiht, daß es in jedem Seminar, das sich mit politischer Korrektheit befaßt, als Beweis für die ältere These dienen mag, die einschlägigen Beschwerden seien in 99 Prozent der Fälle nichts weiter als Freifahrtscheine fürs Gruselkabinett in den Köpfen jener, die sie so unentwegt bejammern.

„Das Virginitätsideal ist das Ideal jener, die entjungfern wollen.“ Kraus, 1924

Ich zitiere aus dem Streiflicht der Süddeutschen Zeitung vom 5. August, Seite 1: „Betreff: Kartoffelgender u. Aufschrei … Die Kartoffel, oder richtiger, der Kartoffel, muß sich ändern, wenn er der gleiche bleiben will. Fakt ist: Seit über hundert Jahren wird nahezu jede Neuzüchtung weiblich benannt. Ich aufschreie: Warum? Wo bleibt die tolle Männerknolle? Nur weil es der Grammatik gefiel, dem Kartoffel einen weiblichen Artikel beizuordnen? Wie übrigens ziemlich vielen Gemüsen: die Gurke, die Aubergine, die Artischocke etc. Diese systematische Ungerechtigkeit ist nicht zu übersehen. Aber unsere Politiker sind auf den Kartoffelaugen ja bekanntlich blind. Sollen also weiterhin und bis in alle Ewigkeit Neuzüchtungen bei den Nachtschattengewächsen Frauennamen tragen? Wie, und ich möchte, daß es jeder für sich im stillen und ehrlich beantwortet, wie wollen wir uns vor unseren Söhnen rechtfertigen, wenn sie eines Tages fragen, warum wir damals nicht gegen die Töchter von Sieglinde, Linda und Nicola vorgegangen sind? … Aber wenn erst mal die neuen Kartoffelsorten mit den von uns ausgearbeiteten Arbeitstiteln ,Uwe’ für einen ertragreichen Salatkartoffel und natürlich unser mehligkochender ,Jens’ in den Supermärkten liegen, wird auch dem Endverbraucher dämmern, welcher Verdummungsstrategie er jahrelang aufgesessen ist ... Und dann ist alles denkbar, auch die Trans-Kartoffel.“

Köstlich; und so dumm, daß unsere liberal-normalen Bildungsbürger, von GenderpolizistInnen, Gleichstellungslesben und intersexuellen Homotransen aufs frechste umstellt, es gern gelesen haben werden. Garage Hakenkreuz? I wo: Doppelgarage Speckgürtel; was zu beweisen war. (Wer hat's verfaßt? Man weiß es nicht, ich weiß es trotzdem: ein Arschloch. Und was für eins.)

Lange nichts gehört von Reinhard Müller, FAZ, genauer: länger nichts hören wollen. Das mag an den allzeit schneidigen Einstiegen liegen: „Doppelte Staatsangehörigkeit? Heute ernten wir die Früchte dieser Politik, der jedes Gefühl für Staat und Nation, für Sinn und Form völlig abgeht“, jawohl, Herr Reserveoffizier. „Klar ist, daß man zwar mehreren Staaten rechtlich verbunden sein kann – aber sich im Konfliktfall entscheiden muß“, so wie im Konflikt zwischen Erdogan (Hitler) und Merkel (Mutti Teresa), in welchem alle Türkinnen und Türken für Erdogan sind; anderslautende Berichte, wonach der Riß zwischen Anhängern und Skeptikern quer durch die Gemeinde, ja sogar die Familien geht, sind Quatsch und als Feindpropaganda zu betrachten. „So wie die Politik der offenen Grenzen von Wunschdenken geprägt war, so war die breite Einführung der doppelten Staatsangehörigkeit mit der Erwartung verbunden, die Integration insbesondere von Türken würde dadurch gefördert – eine Illusion.“ Denn die lassen und lassen sich einfach nicht integrieren, nicht einmal auf der integrierten Gesamtschule, von der Hauptschule zu schweigen; und da kommen die linksradikalen Blätter (wie z.B. die Süddeutsche) an und schreiben, gerade jene Türken, die sich in Deutschland „nicht angenommen fühlen“, seien die treuesten Erdoganisten!

„Dabei hat es schon vor gut 15 Jahren nicht an warnenden Stimmen gefehlt“, wir ahnen, wen er meint. „Wenn aus einem Ausländer ein Deutscher wird, so sollte das ein krönender, formaler wie emotionaler Schlußstein einer Einwanderungsgeschichte sein. Doch eine ziemlich große Koalition ist bis jetzt der Ansicht, die großzügige, ja blinde Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit auch an Flüchtlinge sei der Ausgangspunkt einer großartigen Integration.“ Weil nämlich jedem Flüchtling bei der Einreise die deutsche Staatsangehörigkeit verliehen wird, selbst wenn er gar nicht will, und von den drei Millionen Türkischstämmigen in Deutschland die riesige Mehrheit von 50 Prozent einen deutschen Paß hat; und zwar meist den allein, denn es gilt die sog. Optionsregel, wonach sich, wer in Deutschland geboren ist, aber türkische Eltern hat, bis zum 23. Lebensjahr für eine der beiden Staatsbürgerschaften entscheiden muß. Die Regel ist die deutsch-türkische Doppelstaatsbürgerschaft mithin gewiß nicht, weil (laut migrationsrecht.net) „die früher auf einem Umweg erreichbare Chance einer zweifachen Staatsangehörigkeit mit der Reform von 2000 beseitigt worden war … Wer nach dem 1. Januar 2000 als (eingebürgerter) Deutscher die türkische Staatsangehörigkeit (erneut) erworben hat, hat die deutsche verloren, es sei denn, ihm wäre die Beibehaltung der deutschen genehmigt worden. Welche Personen davon betroffen sind, läßt sich in Deutschland nicht ohne weiteres feststellen, weil bisher keine verbindlichen Vereinbarungen mit der Türkei über eine gegenseitige Mitteilung solcher Fälle bestehen.“

„Man darf ja gewisse Sachen nur noch an Stammtischen durchdenken.“ Kapielski, 1998

Wie viele von denen, die in Köln (oder wo immer) für Erdogan demonstrieren, einen deutschen Paß und vielleicht auch noch einen türkischen besitzen, weiß unser Mann von der Abteilung Fremde Heere Südost nicht, kann er auch nicht wissen, es ist ihm auch egal; wichtig ist die Feststellung, daß es sich bei türkischen Deutschen vielleicht nicht um vaterlandslose Gesellen handele, aber um solche, die das falsche Vaterland fürs richtige halten. „Jeder, der jetzt am Wochenende demonstriert, genießt die Meinungs- und Versammlungsfreiheit des Grundgesetzes. Als Staatsbürger“, wenn er denn einer ist, „sollte er sich diesem Land loyal zeigen – und weniger einem Herrscher, der genau diese Werte mit Füßen tritt. Warum eigentlich schwenken Deutsch-Türken bei solchen Anlässen oft nur die Fahne mit Halbmond und Stern und nicht auch Schwarz-Rot-Gold? Ja, warum? Vielleicht, weil die Deutschen selbst nicht zu diesen Farben der Freiheit stehen.“ Sofern sie nicht gerade FAZ-Leser sind, Fußballfans oder Nutzerinnen einer Schrebergartenanlage, wo die deutsche Trikolore vor jeder zweiten Hütte weht.

Was will er, der Reserveoffizier Müller, außer die Staatsbürgerschaft für Nichtarier denunzieren? Daß die Deutschen, denen das Türkische eine Muttersprache ist, deutsch denken, fühlen, handeln. Daß sie es nicht täten, ist reine Behauptung (und widerspricht sogar den Umfragen), und falls sie es nicht tun, kann man die Gründe kennen. Aber Gründe kennen und benennen ist im Journalismus so hinderlich wie in der Politik: „Wessen Herz für Erdogan schlage und wer für ihn und seine AKP auf die Straße gehe, solle das besser in der Türkei tun, sagte Spahn im Tagesspiegel“, denn wo gehobelt wird, ist der Jens Spahn (CDU) halt stets zur Stelle. „Die in Deutschland lebenden Türken müßten sich entscheiden, welchem der beiden Staaten ihre Loyalität gelte.“ Denn ein Verfassungsfeind muß Deutscher sein; und ein Politiker, grad der mit Ehrgeizstörung, ein demagogischer Kasper.

Das klingt jetzt (gut) ausgedacht; aber mein erster, wirklich allererster Gedanke, als ich, nachdem die Eilmeldungsbanderole übern Fernsehschirm gezogen war, vorm Videotext saß und mehr über den fränkischen „Axtangriff“ (Zeit.de) erfahren wollte, war: Warum haben die den erschossen? Man muß mich da verstehen, dasselbe hatte ich nach Nizza auch schon gedacht, schließlich war da kein Amokschütze, sondern ein Amokfahrer unterwegs gewesen, und ich fürchte, ich Gutmensch denke das reflexhaft: warum da keiner auf die Reifen schießt.

Auch fürs exekutive Personal gilt die Unschuldsvermutung, und ich kann (und werde) nicht wissen, ob das, was da finaler Todesschuß heißt, gerechtfertigt war oder nicht; aber was ich weiß, ist, daß ich ausnahmsweise einmal mit Renate Künast einer Meinung bin: daß man das fragen muß und können soll.

Die Reaktion in Person einer Ursula Scheer fand das auf FAZ.net freilich nicht: „So twittert man für die AfD“, war die säuische Parole, denn Künast, die gefragt hatte, habe „den Rechten im Lande einen Dienst“ erwiesen; ganz so wie ich es tue, wenn ich dagegen bin, daß Schwarze Neger genannt werden, und ich dem Stammtisch (heute: „das Netz“) einen Vorwand liefere, sich über meine politische Korrektheit so aufzuregen wie über Künast: „Wieso machen Sie den Täter zum Opfer???“ (Die multiplen Fragezeichen, in der Netzkommunikation leider lauthals üblich, hatte Künast vorgegeben: „Wieso kann der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden???? Fragen!“)

„Wer, wie, was, / der, die, das, / wieso, weshalb, warum? / Wer nicht fragt, bleibt dumm!“ Volker Ludwig, 1973

Kein Mensch macht einen Täter zum Opfer, wenn er fragt, ob der Gebrauch der Schußwaffe gerechtfertigt war, zumal bei einem Siebzehnjährigen, der über eine solche Schußwaffe nicht verfügt hat. Sicher kann man finden, daß nach einer solchen Tat die Twitter-Apparate zu schweigen hätten, aber das tut FAZ.net ja genausowenig, und es ist nichts als Heuchelei, der allzu geneigten Leserschaft jeden Furz aus dem WWW hinterherzutragen („Darüber lacht das Netz“), um, wenn es einem (oder einer) paßt, „ein kurzes Innehalten“ anzumahnen. „Aber Renate Künast will ganz vorne mit dabei sein“, anders als Netzjournalismus nämlich, der mich alle fünf Minuten fragt, ob ich Seitenaktualisierung wünsche, „und die Debatte, die diese neue Bluttat auslösen könnte, gleich in die von ihr gewünschte Richtung lenken. Denn wer da zugestochen hat, war männlich, jung, Muslim und Flüchtling – die Tat ist gleichermaßen der wahrgewordene Albtraum all jener, die sich für eine Politik der offenen Grenzen aussprachen, wie jener, die dem ,Wir-schaffen-das’-Mantra der Kanzlerin mißtrauten. An die zwei Millionen Flüchtlinge sind 2015 nach Deutschland gekommen. Also tippt Renate Künast los“, kurz bevor Ursula Scheer und die Hirnis aus „dem Netz“ lostippen, die sich nur zu gern übers brutale Amerika ereifern, aber nichts dagegen haben, wenn ein jugendlicher Messerstecher von Profis scheint's nicht anders gestellt werden kann als durch einen Herz- oder Kopfschuß.

Daß Ambivalenzen in unseren bornierten Zeiten ohnehin mehr was fürs Feuilleton sind, geschenkt, und daß ein Täter, wie brutal er auch gewesen sei (und unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit), dasselbe Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit genießt wie Ursula Scheer und Renate Künast, mag nicht immer leicht auszuhalten sein. Aber daß sich die feine FAZ mit dem dümmsten aller Argumente einer ressentimentalen Rübe-ab!-Meinung anschließt, um nämlich die Debatte in eine ihr (und der verkorksten Kundschaft) genehme Richtung zu lenken, ist, mit Rudi Völlers alter Island-Rede zu klagen, ein neuerlicher „Tiefpunkt“ und Indikator dafür, daß die Leut’, egal worum es geht, sich keine Fragen mehr stellen wollen; daß sie weder wissen wollen, wer das siebentorige Theben baute, noch, was ihre wunderbar inspirierende Elternzeit in Kuala Lumpur mit vom Starkregen weggeschwemmten Dörfern zu tun hat.

„Der brandenburgische CDU-Abgeordnete Marius Amfalder schrieb sarkastisch: ,Daß das die erste Frage ist, die einem bei so einem Horror einfällt, da muß man erst mal drauf kommen.’“ (FAZ.net) So wie ich; aber vermutlich bin ich, soweit habe ich's gebracht, so indiskutabel wie Renate Künast.

Ich muß nicht recht haben; ich möchte nicht einmal recht haben. Hätte ich nicht recht, dann wäre die Welt, wie sie ist, aufs beste eingerichtet und störten nur einige Unwuchten, Unklugheiten, Auswüchse; dann wären der IS und alle verwandten Klerikoterrorismen tatsächlich nur Ergebnis einer unverständlichen Vernageltheit, wie sie der Mensch, der vielen Sonne wegen, in gewissen Weltregionen einfach nicht ablegt.

84 Tote in Nizza, Blumen vor französischen Botschaften, und Merkel verspricht, der Kampf gegen den Terrorismus werde gewonnen. Das kann sie selbst sowenig glauben wie alle anderen: daß es nur darum geht, ein paar zehntausend Verrückten die Waffen abzunehmen. Daß hier ein Lkw in eine Menschenmenge gesteuert worden ist, setzt das, wie unbewußt immer, ins Bild: die Waffen, das sind die Mörder selbst, was aber heißt, niemand wird sie aufhalten.

Und wer sind sie? Fangen wir anders an: Wer sind sie nicht? Das ist einfach: Es sind kaum einmal Lehrer, Anwälte, Professorinnen. Jetzt also ein 31jähriger Lkw-Fahrer mit tunesischen Wurzeln und kleinkrimineller Vergangenheit, und die Feststellung, daß es meistens die aus den schlechteren Vierteln der Stadt sind, hat nichts mit dem Ressentiment zu tun, das den Bürger veranlaßt, seinen Nachwuchs auf die Oberstadt zu verpflichten, sondern mit Verhältnissen, die in blinder Sturheit Abgehängte produzieren, die gerne glauben, etwas Besseres als ihr Leben fänden sie überall. „Daß kein Riß durch die Gesellschaft gehen dürfe, davor warnen alle, die Kommentatoren und Wohlmeinenden und Abendlandbesitzer“, hieß es hier bei ganz ähnlicher, prototypischer Gelegenheit, „und es kommt ihnen sehr zupaß, lauthals einen Kulturkampf annoncieren können, wo es sich doch ganz offensichtlich ein kleines bißchen auch um Klassenkampf handeln, und zwar einen von der schmutzigen, bewußtlosen, religiös verdummten Sorte. ,Die drei Attentäter von Paris und ihre mutmaßliche Komplizin wurden in eine feindliche Welt aus Beton geboren. Aber sie hatten Chancen, ihren Platz im Leben zu finden’ (Süddeutsche) – so kann es gehen, und so geht es immer wieder, und kaum ist, man weiß nicht wie, eine Chance futsch, steht schon der Islam mit der Kalaschnikow bereit und gefährdet unsere Werteordnung.“

„Im Ernst: Ist der Reklamechef nicht noch widriger als der Mörder?“ Thea Sternheim, 1933

Mohamed Lahouaiej Bouhlel, der Polizei aufgrund von „Gewalttaten“ (Spon) bekannt, muß mir nicht sympathisch sein, und ich will das, was er angerichtet hat, nicht entschuldigen; aber wer’s nicht verstehen will, der soll nicht von Siegen in Kämpfen faseln, die so lange nicht enden, wie deren Ursachen nicht beseitigt sind. Nichts geschieht ohne Grund, und Dummheit – und es macht mir Mal für Mal weniger Spaß, darauf herumzureiten – ist gesellschaftlich produziert, sie ist sogar gewollt, mindestens gebilligt da, wo, global wie lokal, zum Zentrum immer die Peripherie gehört, wo gleich hinter der „Prachtstraße“ und „glitzernden Strandpromenade“ sogar laut FAZ „die gesellschaftlichen Unterschiede sichtbar“ werden. „Die Arbeitslosigkeit liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. Der rechtsextreme Front National holte bei der Regionalwahl im vergangenen Jahr immerhin 45,2 Prozent der Stimmen“, und laut Le Monde ist Nizza mit Umgebung ein „Hotspot der islamistischen Radikalisation“. Und wenn Miosga in ihren Tagesthemen aufsagt: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit: auch diesen Werten galt der Anschlag“, hat sie recht, aber ganz anders, als öffentlich-rechtliche Journalistenschulweisheit sich das vorstellen kann.

„Ein Gegenmittel gibt es nicht“, weiß da der FAZ.net-Kommentar (zu dem einem Leser aus dem friedlich-christlichen Abendland bereits wieder einfällt, man dürfe beim Terrorgrundsuchen „den Islam nicht ausklammern“): „Nicht alles, was töten kann, läßt sich verbieten.“ Aber was hier tötet, ließe sich abschaffen. Wenn man nur wollte.

Nachschrift: Diese Kolumne wurde am Freitag verfaßt. Am Samstag meldete FAZ.net erleichtert: „Attentäter war psychisch krank“. Er sei 2002 und 2004 „als Jugendlicher in Behandlung“ gewesen und laut Verwandtschaft ein „Mistkerl“ und faktisch „kein Moslem“. Sollte sich aufgrund dieser Umstände oder weiterer Ermittlungen erweisen, daß das Gesagte auf einer falschen Annahme beruht, hat der Autor – unter Hintanstellung der Frage, was wen zu einem massenmordenden Mistkerl macht – gern unrecht, stellt indes anheim, seinen Beitrag zur neuerlichen Wiedervornahme aufzuheben.

Eigentlich will ich keinen Ärger; aber was wird sein, wenn der Junge irgendwann mal Geschichtsunterricht hat? Unterstellt, das Geschichtsbild der Morgenzeitung ist das offizielle, muß er, geht’s um die Note und nicht um die Wahrheit, den Warschauer Pakt als Aggressionsinstrument verteufeln, „mit dem sich Moskau die Vorherrschaft über Osteuropa sicherte“, eine Vorherrschaft, die ihren Grund in sich selbst hatte, Macht um ihrer selbst willen, wie Orwell das, ein Jahr vor Gründung der Nato, so schön antiöstlich formuliert hatte. Im besten Falle kriege ich die Klausur nicht mit, denn ein Querulant, der Lehrkräften besserwisserische Briefe schreibt, will ich nicht werden.

Lahme Erkenntnis, Geschichte sei immer Geschichte der Sieger; aber immerhin ist Wilfried Loths altes Buch „Die Teilung der Welt 1941–1955“ noch lieferbar und nach wie vor nützlich, wo es schon wieder um Moskaus Aggressionsneigung geht, die aber auch unter dem Nationalisten Putin strukturell eine defensive ist. „Den entscheidenden Anstoß zur Eskalation des Konflikts“, des ersten Kalten Kriegs, „gaben die USA, indem sie die Sowjetunion die Anerkennung der implizit schon zugestandenen Sicherheitszone verweigerten; und sie waren es auch, die, strukturell und in ihren Machtmitteln ihrem Gegenspieler ständig weit überlegen, den Konfliktverlauf stärker bestimmten als jede andere Macht.“ Loth ein Chruschtschow-Versteher? Nein; einer, der weiß, was ein Interesse ist, was eine Einflußsphäre und was eine politische Dynamik, und der also „das Unvermögen der USA“ beklagen kann, „sich mit den imperialistischen Formen sowjetischer Interessensicherung in Osteuropa abzufinden und die tatsächlichen Zielsetzungen sowjetischer Politik wahrzunehmen“, nämlich ein Glacis zu schaffen, eine Wehrgrenze möglichst weit westlich.

„Denn es bleibt gewiß, daß jede Veränderung Wirkung einer andern ist, da Dies a priori fest steht: nur folgt sie nicht bloß auf die einzige, die ihre Ursache ist, sondern auf alle andern, die mit jener Ursache zugleich sind“. Schopenhauer, 1847

Moralisch kann man problemlos finden, Rußland habe auf der Krim und im Osten der Ukraine nichts verloren; funktional ist es so, daß Rußland immer dann mobilmacht, wenn ihm die Nato auf die Pelle rückt. (Ein Abwehrreflex aus napoleonischen, vor allem aber großdeutschen Zeiten.) Die Frage nach der Henne und dem Ei ist ja eine alte, aber wer war zuerst da: die Idee, die Nato/die EU/der Westen könne in Georgien und der Ukraine übernehmen, oder jene, das nicht zuzulassen? Ein Blick auf die Landkarte genügt, um zu sehen, was Nato-Mitgliedschaften Georgiens und der Ukraine für Rußland bedeuten; das läßt sich mit denen der baltischen Staaten oder Polens überhaupt nicht vergleichen.

Die laut sowieso geneigter FAZ gleichwohl einen russischen „Blitzkrieg“ fürchten, also einen Überraschungsangriff auf Nato-Territorium. Das wäre der Bündnisfall und vermutlich der Dritte Weltkrieg. Wenn ich das weiß, gibt es keinen Grund anzunehmen, Rußland wisse das nicht; aber der böse Russe ist ja auch fürs Selbstbild nicht unnützlich, für das der Deutschen sowieso, aber auch das der Balten, die sowjetische Denkmäler des Großen Vaterländischen Krieges schleifen, aber den eigenen Widerstand an der Seite von SS und Wehrmacht glorifizieren. Und von den polnischen „PiS-Nelken“ (Gremliza) will ich mir grad auch nichts über autoritäre Regime erzählen lassen.

Wer das in seine nächste Geschi-Klausur übernehmen will, bitte; aber, versteht sich, auf eigene Gefahr.

PS. Eben will mir scheinen, ich hätte das so ähnlich bereits aufgeschrieben. Tja. Hat es was genützt?

»

bezahlte Anzeige

Knorr/Schmitt/Sonneborn/Tietze/Zippert (Hrsg.): "TITANIC: Das Erstbeste aus 30 Jahren", Pappband
Die ersten drei Jahrzehnte der TITANIC zusammengedampft und bereinigt, und trotzdem braucht es noch 416 eng bedruckte Seiten, um nur das Erstbeste unterzubekommen. So sehen die Herausgeber dieses Buch. Ob sie recht haben? Überprüfen Sie es selbst!
Zweijahres-Abo: 86,40 EUR (Ausland: 106,80 EUR)Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Thomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Mark-Stefan Tietze: "Allein unter Veganern"
100 Jahre saß TITANIC-Urgestein Mark-Stefan Tietze in der Redaktion des endgültigen Satiremagazins, 100 Tage davon lebte er vegan. Folgen Sie dem "Gentleman der Satire" auf eine spannende Expedition durch Frankfurt Bornheim, Berlin Mitte und heimlich mitgeschnittene Redaktionssitzungen.Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Heiko Werning, Volker Surmann (Hrsg.): "Ist das jetzt Satire oder was? Beiträge zur humoristischen Lage der Nation"
Sie werden vom Papst verklagt, lassen sich von Islamisten erschießen oder müssen sogar bestbezahlt und hochgelobt für das ZDF arbeiten: Satiriker. Die besten Satireschaffenden der Republik bekennen in dieser uneigentlich-eindeutigen Mut-Anthologie, wie das für sie so ist, im "Bergwerk des Humors" (FAZ) zu "malochen" (Thomas Gsella). Für dieses schamlos vom Charlie-Hebdo-Attentat profitierende Taschenbuch schreiben und zeichnen u.a.: ganz viele Leute aus dem TITANIC-Umfeld, Silke Burmester, Ahne, Fritz Eckenga und Knut Tucholsky.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Martin Sonneborn & Benjamin Schiffner: "Quatsch und mehr" (signiert)
Das hat der Menschheit noch gefehlt: ein einziges Buch mit sämtlichem Quatsch der Geschichte – oder zumindest aus 15 Jahren "Partner TITANIC", der beliebt-kultigen TITANIC-Nonsensrubrik. Fotorätsel, Pflegehinweise, Antwort ohne Frage, unberühmte letzte Worte, Kochen mit Tieren, Kerzen-Fakten, Ediotiral, Tinas Strumpfband und tausend weitere schöne Rubriken – erstmals versammelt auf nicht weniger als 256 vielfarbigen Seiten.Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Nicolas Mahler: "Der Urknall"
Nicolas Mahler, Meister des opulenten knappen Strichs, legt mit "Urknall" sein grundlegendstes, ursprünglichstes Werk vor. Von Kalauern wie "Sie sind mir aber eine Urknallcharge" bis "Wer hat an der Ur gedreht?" nimmt er zum Glück größtmöglichen Abstand und präsentiert statt dessen ein kleines, unglaublich dichtes Buch, in dem die ganze Welt des komischen Zeichnens angelegt ist, und das vor den Augen des Betrachters regelrecht explodiert. Ein Lichtblick im riesigen Dunkel des Buchmarkts!Oliver Maria Schmitt: "Ich bin dann mal Ertugrul – Traumreisen durch die Hölle und zurück"
TITANIC-Mitherausgeber und Gelegenheits-Bürgermeister Oliver Maria Schmitt ist über alle möglichen Kontinente gehüpft und hat Reisereportagen mitgebracht, die Ihnen den Spannungsschweiß auf Ihr Teiggesicht treiben werden! Er läßt sich in Simbabwe zum Survivalspezialisten ausbilden, verkostet in einer kasachischen Jurte Stutenmilch, wird beim Tangotanzen von finnischen (Meer-)Busen erdrückt und vermarktet sich auf der Frankfurter Buchmesse als Literaturtürke "Ertugrul Osmanoglu". Am Ende dieser Lektüre werden Sie sich vor allem eins fragen: "Was habe ich falsch gemacht, daß ich nicht so einen Job wie Oliver Maria Schmitt habe?"Stefan Gärtner: "Putins Weiber"
St. Gärtner ist der Schutzheilige der Alphabetisierten und Literaten. Gerühmt und bekannt als Parodist Daniel Kehlmanns, Ildikó von Kürthys, Arno Geigers und Thomas Gsellas, hat er nun seinen ersten Roman "vorgelegt" (Feuilletonphrase). "Putins Weiber" ist ein Pageturner (Klappentextphrase) des Gut-Schreibers (Idiotenphrase), voll mit Frauen, Alkohol, Psychotherapie, Aphorismen und Geschwätz, seltsamen Nachbarn, noch mehr Frauen, Männerfreundschaft und Autofahrten. So würde Nick Hornby schreiben, wenn ihm Eckhard Henscheid rechtzeitig Lawrence Sterne vorgestellt hätte!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Martin Sonneborn, Andreas Coerper: "Heimatkunde — Eine Expedition in die Zone"
Für seinen Film "Heimatkunde" unternahm ZDF-Herausgeber und TITANIC-Reporter Sonneborn eine großangelegte Safari ins Berliner Zonenrandgebiet. Alle Fragen, die schon der Film offen ließ, werden im dazugehörigen Buch ebenfalls nicht beantwortet, dafür aber mit neuen Bildern und einem interessanten Soundtrack unterlegt. Da heißt es zugreifen!Stephan Rürup: "Basteln mit Bier" (signiert)
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Anselm Neft: "Helden in Schnabelschuhen"
Anselm Neft ist Großinquisitor auf Lesebühnen und Mitherausgeber des EXOT-Magazins für komische Literatur. Sein zweiter Roman führt geradewegs hinein in die finstere, stinkende, voraufklärerische Welt der Mittelaltermärkte. Dorthin verschlägt es seine Helden Max und Katja, die nach ihrem Studienabschluß in Philosophie aus schierer Verzweiflung mit der Mittelalterband Kobold auf Tour gehen und sich dabei in höchst komplizierte Liebes- und Lebenshändel verstricken. Neft schreibt, wie ihm der Schnabel(schuh) gewachsen ist – genau das Richtige für mittelalte Komik-Connaisseure mit Hang zum Schalmeienklang!Wiglaf Droste: "Der Ohrfeige nach"
"Ein Jahr ohne neues Drostebuch ist ein verlorenes Jahr", lautet eine alte Indianerweisheit, die "Häuptling eigener Herd" (= W. Droste) seit gut zwei Jahrzehnten beherzigt. In dieser Geschichten- und Glossensammlung nimmt uns der gemütliche Wüterich mit auf eine Reise zu abgedroschenen Phrasen ("jmd. mit auf die Reise nehmen"), schändlichen Servicewüstensöhnen und den allerletzten Medien- und Werbeauswüchsen. Merke: Der Großstadtalltag im 21. Jahrhundert ist schwer erträglich – mit Wiglaf Droste als Gefährte aber wenigstens unterhaltsam.Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Wiglaf Droste: "Schalldämpfer"
Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels" (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W. Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben, die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Heiko Werning: "Im wilden Wedding"
Das letzte echte Krisengebiet in Deutschland - keiner kennt es so gut wie Heiko Werning, denn er "lebt" seit über zwanzig Jahren ebendort. Was sich Tag für Tag zwischen Privilegierten-Spätshops und Prekariats-Kitas, zwischen Ghettoisierung und Gentrifizierung in Berlins Gruselbezirk Nr. 1 abspielt, hat der Survivalexperte Werning in diesem Geschichtenbüchlein versammelt (Arbeitstitel: "My Big Fat Krieg im Wedding").Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Björn Högsdal, Johanna Wack (Hrsg.): "Last Exit Babyklappe"
 "Jedes Kind ist gewissermaßen ein Genie und jedes Genie gewissermaßen ein Kind." Gut, das mag vielleicht die naive Meinung des warmherzigen Menschenfreunds Arthur Schopenhauer gewesen sein – die Autoren von "Last Exit Babyklappe" wissen es besser. Denn: Sind unsere Jüngsten nicht vielmehr lebendige Foltergeräte? Glatzköpfige, inkontinente, schreiende Schrumpelwesen, und also schon bei der Geburt reif fürs Altersheim? Antwort: ja. Es berichten u.a. die TITANIC-Autoren Anselm Neft, Björn Högsdal, Volker Surmann, Heiko Werning und Torsten Wolff!Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Stefan Gärtner: "Angéla – Lehrjahre einer Liebeshungrigen: Ein erotisch-historischer Schelminnenroman"
Sie wollten schon immer wissen, wie ein naives Mädchen vom Lande (Transelbanien) es bis ganz nach oben schafft (Sex)? Sie interessieren sich für Politik, Adel, Rokoko und den neuesten Klatsch des 18. Jahrhunderts? Sie wollen Bücher lesen, in denen Frauen Fellatio spenden und dabei Vergleiche mit einem "Tier, das Pflanzensaft aus einem Stengel trinkt", aushalten müssen? Dann greifen Sie zu, Sie historisch interessiertes Ferkel!Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Pit Knorr: "Mallorca: Insel der Inseln" plus TITANIC-Feuerzeug
Der TITANIC-Gründer und Wahl-Mallorkese Pit Knorr signiert dir sein Buch »Mallorca: Insel der Inseln« – und spendiert dir noch ein TITANIC-Feuerzeug, damit du’s auch zu Hause mallorquinisch warm hast!Gerhard Henschel: "Beim Zwiebeln des Häuters – Glossen und Verrisse 1992-2012"Margot Käßmanns buntscheckige Gedankenwelt, Heinos faszinierende Schlichtheit, Slavoj Žižeks Parallaxengeschwurbel oder Günter Grassens Gedächtnislücken – TITANIC-Chefschimpfer Gerhard Henschel versucht Gestalten zu begreifen, von denen andere sich wünschen, sie nie kennengelernt zu haben. In diesem Sammelsurium herausragender Schleimfiguren finden Sie die schönsten Henschel-Polemiken aus zwanzig Jahren.Ella Carina Werner: "Die mit dem Bauch tanzt"Wenn sie mal  nicht schwanger ist, schreibt sie wie der Teufel: die Hamburger  Satirikerin Ella Carina Werner publizierte in TITANIC über  bulgarische Flüche und das Elend der Kleingartenfavelas. In ihrem  ersten Roman schildert sie den Aufstieg ihrer Mutter von der  braven Hausfrau zur geheimnisvollen Bauchtanz-Exotin "Shazadi",  die ganz Ostwestfalen um den Verstand bringt. Und die Leserschaft  ihrer Tochter gleich mit!Stefan Gärtner: "Deutschlandmeise: Streifzüge durch ein wahnsinniges Land"
Ob Baltrum, Hamburg oder München, ob Dresden oder Stuttgart, ob Offenbach oder Mallorca, der schönste Strand Deutschlands – Stefan Gärtner war dort. Seine gesamtdeutsche Diagnose: Dachschaden. Lehnen Sie sich zurück, schnallen Sie sich an und durchreisen Sie bequem per Lesesessel dieses bizarre, hoffnungslose Land, in dem Sie schließlich leben (müssen)!Heiko Werning: "Schlimme Nächte: Von Abstürzen und bösen Überraschungen"Jeder von uns hat schon mal eine erlebt und würde sie am liebsten für immer aus dem Gedächtnis löschen: eine schlimme Nacht. Heiko Werning aber, Lesebühnengott und Reptilienforscher, hat sich an über 30 schlimme Nächte erinnert und sie tapfer aufgeschrieben. Kindlicher Kaninchenmord bei der Nachtwanderung, verpaßte Chancen im malaysischen Massagesalon, Prügeleien mit Fußballfans, psychopathische Spermien-Strickerinnen: diese Nachtmahre werden Sie nicht mehr schlafen lassen!Klaus Bittermann: "Möbel zu Hause, aber kein Geld für Alkohol"
Das Szeneleben kann einem ganz schön auf den Magen schlagen. Doch mit seinen Kreuzberger Szenen liefert Klaus Bittermann die beste Medizin. Mit trockenem Witz und einem Faible für Randfiguren beschreibt er die Touristen, Vandalen, Zopfträger, Alteingesessenen, Eigenbrötler, Backfische, Rucksack- und Fahrradhelmträger, die alltäglich durch Kreuzberg tollen. Toll!Schmitt, Tietze, Zippert (Hrsg.): Promi-Massaker: Die endgültige People-Bibel
Promis sind wie Omis, nur mit besserer PR? Von wegen! Sie sind Vollpfosten, Spackos, Troglodyten, Piesepampel, Gammelfleisch, Psychopathen und Arschgranaten, und als solche behandelt sie TITANIC seit über 30 Jahren. Die wichtigsten Abrechnungen finden Sie in diesem Buch.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"
Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Christian Y. Schmidt: "Bliefe von dlüben: Der China-Crashkurs"Er kannte den Großen Vorsitzenden Mao noch persönlich (aus seinen Büchern), weiß, was sich hinter der "Nr. 17" verbirgt und spricht fließend in einem fort: China-Experte Christian Y. Schmidt. Wer wissen will, von was für einem Volk er künftig beherrscht wird, sollte sich diesen Crashkurs nicht entgehen lassen. Ein Buch wie ein großer Sprung nach vorne.Thomas Gsella: "Blau unter Schwarzen - Gsellammelte Prosa I"
Nachdem der TITANIC-Hauslyriker mit seinen Gedichtbänden ein knappes Dutzend Verlage an den Rand des Ruins getrieben hat, wagt sich DuMont nun mit Gsellas prosaischsten Polemiken, Phantasien und Pherkeleien auf den Markt. Unterstützen Sie dieses verlegerische Abenteuer, wählen Sie diese schöne Prämie!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 24.08.:

    Martin Sonneborn im Sommerinterview mit Telepolis.

  • 23.08.:

    Hauck & Bauer geben dem Deutschlandfunk Amok-Antworten.

  • 23.08.:

    In der Taz rät Mark-Stefan Tietze zu Last-Minute-Urlaub auf Balkonien.

  • 17.08.:

    TITANIC-Chefredakteur Tim Wolff erklärt bei der 3sat-Kulturzeit, warum das endgültige Satiremagazin nicht 20 Jahre Rechtschreibreform feiert.

  • 16.08.:

    Mark-Stefan Tietze bekämpft in der Taz die weitverbreitete Pfauenfeindlichkeit.

Titanic unterwegs
01.09.2016 Kampen (Sylt), Kaamp Hüs
  Gerhard Henschel und Rainer Moritz
03.09.2016 Hamburg-Winterhude, Bücher & Co.
  Gerhard Henschel und Christian Maintz
03.09.2016 Meersburg, Neues Schloß
  Greser&Lenz: »Das ist ja wohl ein Witz!«
06.09.2016 Frankfurt am Main, Club Voltaire
  TITANIC-Kurzurlaub

bezahlte Anzeige

Briefe an die Leser

 Oskar Lafontaine, Genosse!

Eigentlich hatten wir Sie längst abgeschrieben. Doch wie wir hörten, möchten Sie bei der saarländischen Landtagswahl 2017 wieder als Spitzenkandidat antreten, um Flüchtlinge an der Einreise zu hindern, den Bau von Windrädern zu stoppen und was Ihrer AfD, pardon, Linken halt noch so auf der Galle liegt.

Wir fragen uns nun, wo dieser Vitalitätsschub herrührt. Ist es die Ehe mit der um ein Vierteljahrhundert jüngeren Sahra Wagenknecht, die Sie solche Pläne schmieden läßt? Müssen wir dann womöglich auch mit einer Neukandidatur Helmut Kohls für die Kanzlerschaft rechnen? Welchen irren Move planen Sie, Lafontaine, als nächstes? Als Autor von »Das Herz schlägt links« und weiterer Pamphlete können Sie uns die Antworten doch einfach in ein neues Buch schreiben. Wir schenken Ihnen sogar einen Titel dafür: »Das Herz schlägt nicht mehr«. Und etwas Beeilung bitte, sonst übernehmen wir das Ghostwriting! Titanic

 Si tacuisses, Mario Barth,

dann wären Sie zwar kein Philosoph geblieben, aber auch nicht der hirnlahme Meinungsdilettant, der »Natzi« schreibt und »Publizist« mit »Populist« verwechselt. Doch wenn Sie angesichts diverser Menschen, die diverse andere Menschen töten, weiter in Ihr Facebook stammeln »Ich versteh die Welt momentan nicht!!!« – was soll an diesem Satz falsch sein? Außer in Ihrem Fall vielleicht das Wort »momentan«?

Aber als Dauerdummi wissen <br/> Sie immerhin instinktiv, was in dieser schon immer unverständlichen Welt nicht nur momentan das Beste für Sie wäre und für unsereins sowieso: »Ich weiß ich bin für Comedy zuständig. Ich werde immer wieder gefragt, ob es auch andere Momente gibt. Ja, dieser!!! Ich bin sprachlos.«

Und würden Sie jetzt ein paar weitere Momente, Monate und Jahre sprachlos bleiben, dann hätte selbst der übliche Weltenhorror sein Gutes.

Vastehste? Vastehste? Titanic

 Glückwunsch und Umarmung, Petra Hinz (SPD)!

Glückwunsch und Umarmung, Petra Hinz (SPD)!

Als einfache Bundestagsabgeordnete aus Essen sind Sie für viele Menschen zum Vorbild geworden. Sie haben allen Unterprivilegierten gezeigt, daß man in der Partei der kleinen Leute mit den großen Ambitionen auch ohne Abitur und akademischen Abschluß eine glänzende Karriere hinlegen kann. Daß man kein juristisch gebildeter CDU-/CSU-Abgeordneter sein muß, um seine Mitarbeiter nach Herzenslust und Gutsherrenart zu schurigeln. Und daß man, wenn die grandiose Köpenickiade dann leider aufgeflogen ist, die albernen Ultimaten von irgendwelchen SPD-Granden zum sofortigen Mandatsverzicht selbstverständlich folgenlos verstreichen lassen kann, wenn man nur die innere Größe besitzt, diese Herren so lächerlich aussehen zu lassen, wie sie es nun einmal sind.

Uns wundert nur, Frau Hinz, daß Sie sich trotz dieser enormen Lebensleistungen so bescheiden gegeben haben. Abtauchen, die monatlichen Diäten weiterkassieren und einfach nichts von sich hören lassen? Also eigentlich wie ein ganz normales SPD-MdB!

Wie ein solches hätten Sie jedoch auch bis 2017 durchhalten können, finden wir, zumindest wenn Sie weiterhin keinen Mucks von sich gegeben hätten. Aber denken Sie dran: Spätestens zum Ende der Legislaturperiode hätten die Wähler dann doch ein Lebenszeichen erwartet, irgendein lautstarkes Bekenntnis zu den drei ehernen sozialdemokratischen Prinzipien Opportunismus, Klassenverrat und ganz besonders große Dämlichkeit.

In dieser Hinsicht vollends zufrieden mit Ihnen: die kleinen Leute von Titanic

 Sie, Andreas Bialas,

sind nordrhein-westfälischer Landtagsabgeordneter und Mitglied des, doch, der heißt wirklich so: »Silvesternacht 2015-Untersuchungsausschusses«. Auf die Frage der Wuppertaler Rundschau, welche Lehren Polizei und Landesregierung aus den damaligen Vorgängen am Kölner Hauptbahnhof ziehen würden, antworteten Sie: »Köln ist hier bei uns in NRW passiert. Deswegen sollten wir beweisen: Wir haben daraus gelernt und gehen das jetzt an.«

Wir möchten nachbohren: Was haben Sie konkret geplant? Die Verhaftung und Enteignung aller am Bau der Stadt tatbeteiligten Architekten? Die Einrichtung einer Sonderkommission »Organisiertes Verbrechen« gegen den Kölschen Klüngel? Standgerichte für die Bierpanscher? Die Sprengung des Musical Domes? Eine Ausgangssperre zwischen 11. November und Aschermittwoch? Erschießung von BAP, den Höhnern und den Bläck Fööss? Reparationszahlungen für drei Jahrzehnte RTL? Aufteilung des Stadtgebiets zwischen Bonn, Hürth, Bergisch-Gladbach, Leverkusen und Dormagen?

Nähme dafür Wartezeiten am Checkpoint Schäl wirklich gerne in Kauf: Titanic

 Schnellrenner Usain Bolt!

Sie blieben der olympischen Eröffnungsfeier mit der schönen Begründung fern: »Ich bin zu faul und unmotiviert.« Und so macht die Phrase vom Sportler als Vorbild doch endlich mal Sinn.

Es danken: die Couchpotatoes von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Aktuelle Erkenntnis

Signal Iduna ist ja gar keine Zahnpasta!

Teja Fischer

 In eigener Sache

Der aufmerksame Leser wird es bemerkt haben. Seit kurzem ist diese beliebte, seit vielen Jahren auf drei Seiten angelegte Rubrik aus redaktionellen Gründen um zwei Seiten gekürzt und an das Ende des Hefts verbannt worden. Fehlt nur noch, daß letztendlich auch noch die Texte der verdientesten Autoren zusammengestrichen

Daniel Sibbe (Euro 18,65)

 Geldfrage

Kann man nicht die Deutschen, die der Ansicht sind, sie zahlten den Ausländern alles, wenigstens in eine neue Steuerklasse stecken, in der sie das auch tatsächlich tun?

Dominik Bauer

 Früher war alles besser

In meiner Jugend brauchte man sich nur gehenzulassen, wenn man sich der Mode verweigern wollte. Heutzutage muß man sich rasieren.

Karsten Wollny

 Klingelt plausibel

Entgegen dem Trend benutze ich noch beinahe täglich mein Festnetztelefon. Irgendwie muß man sein Handy ja wiederfinden.

Tim Esser