Es ist ja nicht so, daß die Deutschen ihre Muslime von Herzen lieb haben: Sie wählen Erdoğan oder sind gleich Islamisten, und ihretwegen gibt es Problemviertel und Problemschulen. Verzichten können wir auf Türken und Araberinnen aber nicht, und nicht bloß wegen Döner mit allem oder weil ihr Weissu-ich-schwör-Deutsch dafür sorgt, daß der Lecker-perfekt-von-daher-Argot der Mehrheit wie Hochsprache klingt. Die muslimische Parallelwelt wird gebraucht, damit wer, etwa in Neukölln, stellvertretend israelische Flaggen verbrennen kann, weil der deutsche Bildungsbürger, die deutsche Israelkritikerin das ja bloß im Leserbriefteil ihrer Zeitungen dürfen, die die kanakischen Restschüler, wie die Morgenzeitung wußte, leider nicht lesen:

„Ein paar Jungs in schicken weißen Turnschuhen zünden ein weißes Tuch an, das einen Davidstern zeigt. ,Geil’, sagt Mohammed. Er selbst ist in Berlin geboren und aufgewachsen, seine Eltern stammen aus Libanon. Woher er seine Ansichten habe? Mohammed versteht die Frage nicht. Neuer Anlauf. Wie informiert er sich? ,Internet.’ Zeitungen? Nie eine gelesen. Seine Zeitung sei der TV-Sender Al-Jazeera.“

„Gibt es aber überhaupt eine vernünftige Art, über den arabisch-jüdischen Konflikt zu sprechen? Wenn man als Nichtjude nach dem Antisemiten-Methadon ,Israelkritik’ süchtig ist, natürlich nicht.“ Biller, 2014

Und das ist dann das Problem, daß die jungen Herrschaften nicht Zeitung lesen, z.B. die in Nahost-Angelegenheiten so fabelhaft objektive SZ. Die Leserbriefseite vom Dienstag, wo nach Trumps Jerusalem-Entscheid des Tobens kein Ende war – wegen Juda, nicht Trump –, ist mir versehentlich dorthin geraten, wo sie hingehört, ins Altpapier, aber viel eklatanter war die Reportage-„Seite drei“ mit einem langen Text über „die religiösen Verheißungen“, die sich in Jerusalem bündeln – eher neutral, die Korrespondentin, wie berichtet, ist neu – und einem kleineren darunter über die brennende Flagge von Neukölln und muslimischen Antisemitismus, und während hier ein kleines, zweispaltiges Foto den Flaggenbrand abbildet, ist das Aufmacherfoto ein vierspaltiger Klopper, 23 auf 19 Zentimeter, und zeigt, wiewohl es im Text um religiösen Fanatismus auf beiden Seiten geht, vier teils schreiend verängstigte Palästinenserinnen, die sich vor einem berittenen israelischen SEK-Polizisten an eine Hauswand drücken. „Jerusalem ist wichtiger als Eilat oder Beit El, weil es viel mit Religion zu tun hat“, sagt der Historiker Moshe Zimmermann im Text. In der Bildunterschrift sagt er: „Die Mehrheit der Palästinenser ist eingeschüchtert.“

Denn wie immer die Geschichte wirklich geht, so geht die Geschichte (im doppelten Sinn): Der Jude mit dem Knüppel hoch zu Roß, seine eingeschüchterten, unschuldigen Opfer an der Wand, und daß sie allesamt Kopftuch tragen, stört hier ganz ausnahmsweise nicht. (Im Fernsehen geht das genauso: Die verrückte jüdische Siedlerin mit den zehn Kindern kriegt einen ausführlichen Hausbesuch, dem verrückten Islamisten bleibt ein bißchen Pressekonferenz.) Und daß dann wer israelische Flaggen verbrennt, ist das ein Wunder? Und wie soll man das nennen, daß sich das auch genau andersherum erzählen ließe und daß das aber (Publizistikseminare, korrigiert mich bitte) nie geschieht, in München schon gleich gar nicht? Und was hat dieser reflexhaft manipulative Journalismus Al-Jazeera mehr voraus, als daß er bloß verhohlen antisemitisch ist? Und warum besorgen noch jüdische Expats das Geschäft ihrer liberalen deutschen Pseudofreunde? Die New Yorker Autorin Deborah Feldman, in Berlin ansässig, findet es „verrückt …, wie Israel hassende Muslime in Deutschland plötzlich gemeinsame Sache machen mit dem rechtsnationalistischen Flügel der AfD. Sie sagt: ,Es gibt leider so viel blinden Haß in der Welt. Warum?’“

„Gestern: Presse fabelhaft.“ Goebbels, 1933

Dieser Haß ist sowenig blind, wie er ausschließlich auf rechtsnationalistischen Flügeln zu Hause ist. Was er sieht, sieht er, und was er sehen will, kriegt er zu sehen. Ich weiß auch, wo. Pfui Teufel.

Jedes fünfte Kind in Deutschland kann am Ende seiner Grundschulzeit nicht vernünftig lesen und schreiben, und bevor jetzt wieder das allgemeine Gequengel anhebt von wegen Iglu-Schock, Rückschlag im internationalen Bildungswettbewerb usw.: Ich find’s eigentlich ganz gut.

Weil, es ist doch so. Dieses fünfte Kind ist ja ohnehin keins von uns: Zuhause wird weder richtig (oder überhaupt) deutsch gesprochen, noch stehen (gute!) Bücher im Regal, und die Schule, nicht wahr, kann auch nicht immer alles reparieren, was im Elternhaus verbrochen wird. Die protestantische Idee ist doch, daß der liebe Gott es den Seinen nach deren Mühen zuteilt, und wenn ein Kind nicht lesen lernt, dann ist das nur gerecht; wie es umgekehrt ganz ungerecht wäre, wenn die Kinder, wo zuhause RTL oder Auslandssender läuft, genauso prima lesekompetent wären wie unsere.

Diese Kinder nach vier Schuljahren voneinander zu separieren ergäbe ja auch gar keinen Sinn, wenn sie alle gleich gut wären, und auf unseren Gymnasien, Entschuldigung, ist weiß Gott genug los, da muß man dann schon sehen, wo man die Mittel konzentriert. Ohne zukünftige Leistungsträger geht es ja wohl nicht! Und braucht denn wirklich jedes Kind ein Abitur? Also, unsere Kinder natürlich schon, das hat was mit der Geschichte des deutschen Bürgertums zu tun, das Leute ohne Abitur für Honks hält. Aber irgendwer muß ja schließlich auch Häuser mauern oder Müll wegfahren, und stand das nicht neulich in der Zeitung, daß in Spanien ein Mangel an Feuerwehrleuten herrscht, weil die Leute reihenweise durch den Eignungstest fallen, und war die berechtigte Frage des Redakteurs nicht, warum man Rechtschreibung können muß, um Häuser zu löschen? In derselben Zeitung war jetzt ein Riesenartikel über Amazon, und da liegen die einen Leute auf dem Sofa und bestellen den ganzen Tag Quatsch, und die anderen stehen, kaum macht irgendwo ein Vertriebszentrum auf, Schlange für einen Job, weil man für den „nichts können muß“ (Zeitung). Und beides gehört zusammen, volkswirtschaftlich, logisch, überhaupt.

„Wenn ich noch mal das Wort ,Bildung’ höre, gehe ich spazieren.“ Jürgen Roth, 2018

Es muß dieses Kind, das nicht lesen kann, und ein weiteres, das nur halbwegs lesen kann, auch darum geben, weil sonst die anderen drei nicht aus Haushalten kommen könnten, die sich als bildungsnah bezeichnen, auch wenn sie eigentlich von nichts eine Ahnung haben, aber einen Riesenfernseher mit „Alexa“-Steuerung. Super Interview mit Bono heute: „Können Sie denn nachvollziehen … weil alles transparent und nachvollziehbar war … Ich kann das nachvollziehen“, und derart limitiert daherreden und -übersetzen und trotzdem noch Elite sein geht ja nur, wenn andere noch viel weniger können. Oder eben nichts, hurra!

Also muß man gezielt dafür sorgen, daß die Blöden sogar noch blöder bleiben wie wir: Zu wenige Lehrerinnen hier, „Schreiben nach Gehör“ da, am besten beides, und schon hat man ein überaus nützliches Drittel Bevölkerung: für die stetig wachsende Nachfrage bei Paket- und Lieferdiensten, aber auch fürs Verachtenkönnen, wobei wir, systemisch günstig, bloß uns selbst verachten, weil wir uns sehen, wie wir wären, könnten wir nicht mehr.

Bis dahin freilich: Alles gut!

Ein Text ist ja immer alle Texte, die man nicht schreibt, und also will ich mich heute nicht schon wieder des Geschreis wegen „sprachpolizeilicher Aktivitäten“ annehmen, das selbst so gebildete Männer (aber eben meistens: Männer) wie Thomas Steinfeld (SZ) und Peter Eisenberg (Linguistik) erheben, weil sich die Praxis durchsetze, „noch jedem ,Straftäter’ eine ,Straftäterin’ an die Seite zu stellen“, ach Gott; als wäre Polizei nicht das, was die Regeln durchsetzt, und wer setzt fürs Milieu die Regel durch, daß gemischtgeschlechtliche Gruppen unters männliche Rubrum fallen? Herr Steinfeld und Herr Eisenberg. Bin ja selbst Sprachpolizist (wenn auch einer ohne Knarre und Mandat), und ich erkenne einen, wenn ich ihn sehe. Und was den „zunehmend ideologischen Gebrauch der Sprache“ angeht, könnte Steinfeld zunächst einen Zettel in die Redaktion hängen lassen mit jenem zunehmend, sogar „massiv“ (Steinfeld) hirnverengenden Orwell-Vokabular, das seine Zeitung erst mal meiden soll, bevor’s wieder gegen irgendwelche Genderfaschist*innen geht.

Was ich hier auch nicht leisten will, ist, dem alten Adorniten, in dessen Mailverteiler ich (was gar nicht stört) geraten bin, den Wunsch zu erfüllen, es möge endlich mal einer den Oliver Welke und seine „Heute Show“ abwatschen, denn erstens hat das Kollege Mentz bereits getan („ein Eventmanager vom Sportfernsehen“), und zweitens bin ich mir nicht sicher, ob mir Welke nicht sogar ein bißchen leid tut. Er tut so gerne, was er tut, man sieht’s ihm an, aber er weigert sich zu sehen – oder sieht es ganz im Ernst nicht –, daß es auf der Welt nichts Affirmativeres, herrschaftsideologisch Aufgeladeneres gibt als Sport/Fußball und daß es, nicht moralisch, sondern handwerklich, nicht aufgehen kann, wenn ein Champions-League-Grüßaugust (und sei’s ein freundlicher) Satire gegen die da oben vorträgt. „Drei Mann in einem Raum, da ist schlecht Fotze lecken“ (Helge Schneider). Es geht schlicht nicht.

„Was ich nicht loben kann, / davon sprech ich nicht.“ Goethe, 1827

Und weil ich das alles nicht ausführen mag, bleibt glücklich Zeit, um mich auch einmal zu freuen, über ein Wunder fast, das freilich bloß ein Korrespondentenwechsel ist und jedenfalls dafür sorgt, daß der Gazastreifen plötzlich nicht mehr allein unterm perfiden Juden leidet: „Trotz des jüngsten Versöhnungsabkommens zwischen Fatah und Hamas: Die Lage in Gaza bleibt hoffnungslos. Bei der Übergabe der Verwaltung hakt es, viele Menschen warten seit Monaten vergeblich auf ihr Gehalt. … Der politische Analyst Talal Okal ... sieht die Schuld an der derzeitigen Verzögerung eher in Gaza … Die Autonomiebehörde zahle weiter die Stromrechnungen nicht, so daß es nur drei Stunden am Tag Elektrizität gebe. Auch hinter Okals Haus brummt ein kastengroßer Generator, mit dem drei Dutzend Haushalte versorgt werden – zum siebenfachen Preis des öffentlichen Stroms. Die Straßen sind Pisten, über welche Autos und noch mehr Eselskarren holpern. Asphalt gibt es in dieser Stadt mit rund einer halben Million Einwohnern nicht überall, dafür jede Menge tischgroße Schlaglöcher. Viele Gebäude stehen leer, die zehn Kinos der Stadt sind Brandruinen – von Hamas-Anhängern gestürmt. Auch das Museum und die Bibliothek sind zu. Dafür steht alle paar hundert Meter eine Moschee – nagelneu, von Katar finanziert. Rund ein Drittel der Frauen auf den Straßen trägt Niqab, den Gesichtsschleier.“

So sieht er also aus, der Freiheitskampf, und sogar seine Profiteure lernt man kennen; und da ich ja heut’ so viel nicht habe aufschreiben müssen, grüße ich die neue Israel-Korrespondentin der „Süddeutschen Zeitung“ Alexandra Föderl-Schmid. Ihr Vorgänger Peter Münch ist jetzt in Wien; kann er ja mit Strache mal essen gehen.

„In Deutschland sind über zwei Millionen Kinder von Armut betroffen“, heißt im Weihnachtsbrief des Deutschen Roten Kreuzes. „Die Wohnungsnot ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, hieß es letztens in der Zeitung. In Nordrhein-Westfalen ist der Feldhamster, las ich andernorts, ausgestorben; immer mehr heimische Vogelarten verschwinden oder sind längst verschwunden, der Kuckuck zum Beispiel wird die Klimaerwärmung wohl nicht überleben; und wegen Insektensterben, Klimawandel und monokultureller Idiotie wird der Apfelanbau, am Bodensee und anderswo, in näherer Zukunft in ernste Schwierigkeiten geraten. (In Kalifornien und China werden die Blüten bereits von Hand bestäubt.) Derweil ist der Absatz von Sportgeländewagen ungebrochen und sehen selbst Leute mit Kindersitz keinen Widerspruch darin, den Nachwuchs in Autos durch die Welt zu kutschieren, die nicht nur diese Welt ruinieren helfen, sondern anderen Kindern bei einem Unfall keine Chance lassen; und tun moderne Eltern für ihre Kinder alles, sind aber, sofern der morgendliche Ausflug in die Stadtteilbibliothek irgendwas besagt, nicht in der Lage, auch nur für zwei Minuten ihre elenden Daddelphones im Parka zu lassen.

Shampoos und Cremes, sofern nicht aus dem Bioladen, sind randvoll mit Mikrokunststoff, der die Gewässer versaut und irgendwann wieder auf dem Teller landet; der Fernsehbericht darüber ist von der Erheblichkeit dieser Tatsache aber so wenig überzeugt, dass er mit Hochgeschwindigkeitsmontage und völlig sinnlosen Zooms (bei Interviews!: rein ins Gesicht, raus ausm Gesicht) um die Aufmerksamkeit der Leute buhlt, die ihr Daddelphone nicht aus der Hand legen können und deren Sprachschatz sich so rasant auf die Hauptbestandteile „alles gut“ und „lecker“ reduziert; derweil kopiert ein ARD-Fernsehfilm, ohne es wohl selbst zu merken, fugenlos die Bild- und Musiksprache der Margarinewerbung, und die Morgenzeitung – wo, wer’s aushält, verfolgen kann, wie das Plusquamperfekt aus der Sprache verschwindet, das totaler, verhältnisloser Gegenwart halt auch im Weg steht – hat gleichzeitig keine Schwierigkeiten mit der Schlagzeile: „O Pannenbaum“.

„,Wie meinst ,Krise’, Spatzl? – ,Ja merkst du das denn nicht? Merkst du nicht, in was wir da alle hineinschlittern?’ – ,In was?’ – ,Aber das liegt doch förmlich in der Luft, ich saug mir das doch nicht aus den Fingern, das spürn wir doch alle!’“ Dietl/Süskind, 1983 

Nennen wir’s ruhig Krise: ökologisch, geistig, sittlich, und selten genug, daß ich mit der Zeitung mal d’accord bin: „Daß in Deutschland gerade etwas schiefläuft, das gilt vielen als der einzig sichere Befund in diesen unsicheren Zeiten … So viel Ungewißheit, die Republik im Stillstand, das Land in der Schwebe. Wer hat da Angst? Wer hat nun Hoffnung? … Siemens schmeiße raus, und die Politik schmeiße hin. Dafür habe man nicht gewählt … Was darf eine Demokratie den Bürgern zumuten? Oder, andersherum: Was müssen die Bürger auch einmal aushalten können? … So eine Krise prüft ein Land … Hört man [Herfried Münkler, der jüngst ein Buch zum Dreißigjährigen Krieg veröffentlicht hat] zu, erscheinen Mißlichkeiten wie der Rückzug eines FDP-Chefs aus der Jamaika-Runde im Vergleich zur Auslöschung Magdeburgs 1631 als Fliegenschiß der Geschichte.“

Allerdings nur dann. Ein Satz, der nach dem Nannen-Preis geradezu schreit.

Wer solch krisenfesten Journalismus hat, muß sich vor dem Weltuntergang jedenfalls nicht fürchten. Er mag ihn fast herbeisehnen.

Die Ära Merkel geht zu Ende, lese ich, und darüber müssen sich alle freuen, die wie Wolfgang Streeck, Professor für Soziologie und emeritierter Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln, seit Jahren wider die Postdemokratie anreden; denn „die Demokratie, wie wir sie kennen, ist auf dem Weg, vom Kapitalismus abgetrennt und um seinetwillen auf eine Kombination von Rechtsstaat und öffentlicher Unterhaltung reduziert zu werden“, wie Streeck in seinem lesenswerten, hier schon zitierten Band „Die gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus“ 2015 zusammenfaßte.

Wie groß also Streecks Erleichterung, daß es mit Merkels marktkonformer Nichtpolitik zu Ende geht, und so riesig ist sein Braß auf das „System Merkel“ als „postdemokratische Reduzierung von Strategie auf Taktik von einer politischen  Klasse, die ihre Regierungsfunktion an den globalen Markt und die europäische Technokratie abgetreten hat“, daß die FAZ nicht anstand, eine ganze erste Feuilletonseite dafür freizuräumen: „Auf dem Gipfel ihrer Macht, getragen von der ,Willkommenskultur’ und einer so angsterzeugten wie -verbreitenden Gleichschaltungsbereitschaft der politischen Klasse, regierte Merkel wie eine Monarchin … In der substanzentleerten und sentimentalisierungsbedürftigen deutschen Postdemokratie dagegen konnte Merkel für ihre Grenzöffnung den Sonderstatus einer ,Hier stehe ich, ich kann nicht anders’-Entscheidung beanspruchen … Dauertest einer demokratischen Öffentlichkeit auf ihre Fähigkeit und Bereitschaft hin …, unter laufender Opferung ihres Intellekts immer neue Absurditäten zu glauben oder wider besseres Wissen zu bekennen – etwa die Behauptung der Regierungschefin, man könne Grenzen heutzutage nicht mehr schließen ... Wenn eine Öffentlichkeit wie ein Tanzbär am Nasenring regierungsamtlicher Wahrheiten durch die Manege gezogen wird und sich ziehen läßt … Diejenigen, die sich im Herbst 2015 zu einer Einheitsmedienlandschaft zusammengefunden hatten, die bei Strafe moralischer Exkommunikation nicht so genannt werden durfte … Antifa als politische Bazooka … Merkels germanozentrische ,Flüchtlingspolitik’, ohne Vorwarnung der Partnerländer überfallartig ins Werk gesetzt, hat den Ausgang des Brexit-Referendums mitverursacht und die Ablehnungsfront der Ostländer konsolidiert … willigste Medienmaschine … regierungsamtlicher Antifaschismus …“

„Nur so ist allen […] und letztlich auch uns zu helfen.“ Grass, 2012

Man kann der substanzentleerten und sentimentalisierungsbedürftigen deutschen Postdemokratie ja viel vorwerfen: daß sie immer mehr Leute, auch Kinder, verarmen läßt und die Zahl der Wohnungslosen einen neuen Höchststand erreicht hat; daß immer mehr Menschen in Prekärjobs arbeiten und im Alter noch dümmer dastehen werden als jetzt schon; daß es eine Zweiklassenmedizin und eine Zweiklassenbildung gibt und die Armen dumm bleiben und früh sterben; daß sie der Industrie bei jeder Gelegenheit in der Arsch kriecht und gegen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen kaum mehr als das Nötigste unternimmt; daß sie Waffen an Despotien verkauft, mit subventionierten Nahrungsmitteln aus brutalisierter Landwirtschaft die Dritte Welt überschwemmt und sich eine willigste Einheitsmedienmaschine hält, die das und die verwandten Absurditäten für eine wunderbar funktionierende Marktwirtschaft im besten Deutschland aller Zeiten hält. Daß ihr größtes Problem hingegen der Flüchtling sei, der einer Welt zu entkommen versucht, für die dieses Deutschland Tag für Tag einsteht, oder Einheitsmedien, die wenigstens manchmal versuchen, dem anti-antifaschistischen Affen des demokratischen Souveräns nicht mehr Zucker zu geben als unbedingt nötig, und daß die Überwindung deutscher Postdemokratie bedeuten soll, daß nicht etwa über den Widerspruch von Kapital und Demokratie und eine Zukunft für alle geredet werde, sondern über Kanaken: ich bin begeistert.

Mit Rechten reden? Ich muß sie lesen, das genügt.

Die Geschichte war für mich eigentlich durch, weil die Morgenzeitung im Fall Spacey so stimmenreich wie einhellig darauf bestand, Leben und Kunst nicht in einen Topf zu werfen. Von den „sabbernden Erwartungen an Stars und deren vermeintliche Authentizität“ schrieb der gelernte Kunsthistoriker Peter Richter. „Keiner ist gezwungen, die Arbeit eines Menschen anzuschauen, den er verabscheut. Kevin Spacey aus einem Film zu schneiden ist kein besonders tröstliches Zeichen für das kulturelle Klima der Gegenwart.“ Und die gelernte Kunsthistorikerin Kia Vahland klagte, heute würden Kunstwerke häufig „nicht ästhetisch, sondern biographisch“ legitimiert: „Vielleicht sollte man Verbrecher, ob Künstler oder nicht, mit juristischem Augenmaß beurteilen.“

Als nun auch der große Komiker Louis C.K. an den Pranger geriet, rettete die FAZ in Gestalt einer Johanna Dürrholz meinen Frühstückstag, die, wenn auch in invertierter Form, den sabbernden Erwartungen an Stars und deren vermeintliche Authentizität aufsaß: „Dabei gibt es durchaus frauenfeindliche Figuren in amerikanischen Serien, deren Darstellern man den Sexismus verzeiht: Barney Stinson ist vermutlich der größte Sexist der Fernsehgeschichte. Sein Ziel ist die ,perfekte Woche’, also in einer Woche mit sieben Frauen zu schlafen, jeden Tag mit einer anderen. Er hat Regeln für sein Dating-Leben, die allesamt darauf hinauslaufen, daß er keine Frauen daten kann, die Übergewicht haben (…). Wieso ist dieser schrecklich-schlimme Mensch witzig? Ja, wieso mag man dieses frauenverachtende Arschloch sogar irgendwie? Das liegt zum einen am Regulativ der anderen Charaktere“, recte: Figuren, „in der Sendung (…). Zum anderen aber ist bekannt, daß Neil Patrick Harris, der Barney Stinson verkörpert, ein großer Humanist und Menschenfreund ist, ein gutmütiger Broadway-Star, der zwei Kinder hat und verheiratet ist – mit einem Mann. Die Diskrepanz zwischen Harris und Stinson könnte also größer kaum sein. Und das macht Barney Stinson in seiner Unerträglichkeit nicht nur erträglich, nein, es macht ihn irgendwie sympathisch. Das verdeutlicht, daß eine Sache, die in der Debatte um den Mißbrauchsskandal in Hollywood immer wieder gefordert wird, eben doch nicht immer möglich ist: Künstler und Werk sind nicht jedes Mal glasklar voneinander zu trennen.“

„Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.“ Schiller, 1798

Ob sich nun, rein sprachlich, etwas glasklar voneinander trennen läßt, ist die eine Frage; ob man Künstler und Werk trennen muß, die andere, denn der Künstler, soviel ist wahr, ist sein Werk; aber wenn der Künstler abends ins Kino geht oder seine Kinder ins Bett bringt, seine Frau schlägt oder beim Essen schmatzt, dann ist er ein Mensch, ein guter oder nicht so guter, ein netter Kerl oder ein Arschloch oder vielleicht beides. Und erstaunlich nun die Überzeugung, privates Idealverhalten (nach wessen Ideal?) sei Bedingung für Anstößiges, Frivoles, Heikles in der Kunst: „Weil nämlich, wer politisch inkorrekte Witze, frauenfeindliche Witze macht, die nur machen darf, wenn er sonst im Leben eine völlig reine Weste hat. Sonst funktioniert die überspitzte Ironie, die nur durch das Doppelspiel aus Fakt und Fiktion gelingt, nicht mehr. Wenn die Vorwürfe gegen Louis C.K. stimmen, ist er einfach nur ein weißer Mann mittleren Alters, der gern vor seinen Mitarbeiterinnen masturbiert. Und darüber schlimmstenfalls noch geschmacklose Witze erzählt.“

Richtig ist, daß Satire ihre Umgebung, ihren Hintergrund hat: Ein politisch inkorrekter, frauenfeindlicher Witz in TITANIC ist etwas anderes als ein ebensolcher Witz in „Bild“. Verwegen (wo nicht autoritär) ist aber die Annahme, das Privatleben eines Künstlers stehe für seine Kunst ein, was ja auch nur in Zeiten funktioniert, wo jeder private Furz sofort ins Weltnetz gelangt. Von Gerd Dudenhöffer etwa ist nie recht bekannt geworden, inwieweit er mit seiner Kunstfigur, dem saarländischen Spießer Heinz Becker, identisch ist, die vom Vereinsfest berichtet, auf dem die Bedienung keine Weiße war: „Ich haan gesaat, die macht des bestimmt schwarz.“ Es spielt auch keine Rolle; es wäre sogar schädlich. Denn der Saal steht kopf, und wer mitlacht, kann sich fragen, ob er mit Heinz Becker lacht oder über ihn, falls sich das nun wieder trennen läßt. Komik, Satire zumal, hat ja nun mal was mit Ambivalenz zu tun.

Louis C.K., der geschiedene mittelalte Comedian, der in New York lebt und zwei Töchter hat, steht auf der Bühne (oder vor der Kamera) als geschiedener mittelalter Comedian, der in New York lebt und zwei Töchter hat. Neben sehr vielem anderem (auch Politischem) geht es oft ums Onanieren, und das ist schon darum lustig, weil hier Banales und Existentielles so griffig in eins fallen. Es wird nicht weniger lustig, wenn ich erfahre, der private C.K. habe Frauen genötigt, ihm beim Onanieren zuzusehen. Seine Witze, sofern sie Sex, Ehe oder Elternschaft zum Thema haben, werden auch nicht plötzlich geschmacklos, weil er sich als Privatperson nichteinvernehmlich vor Frauen entblößt oder Anstalten dazu gemacht hat. Freilich wird auf der Bühne Leben verhandelt, und die Interpretin kann jetzt sagen, ah, da kommt es her. Aber auf der Bühne ist auf der Bühne ist auf der Bühne, und auf der Bühne zu wichsen (zu stehen, zu töten) ist etwas anderes als auf dem Marktplatz, nicht allein rechtlich (wie Louis C.K. jetzt erfahren muß), sondern kategoriell. Daß die Bühne das Wohnzimmer eines Künstlers sei, ist noch bei 300 Auftritten im Jahr eine Metapher.

„Die ästhetische Dimension bewahrt sich noch eine Freiheit des Ausdrucks, die den Schriftsteller und Künstler befähigt, (…) das sonst Unnennbare zu nennen.“ Marcuse, 1964

Ob das alles wiederum die positivistische Unfähigkeit „zum Absehen von der empirischen Wirklichkeit im Modus der Einbildungskraft“ (Klaue, wir hatten das) ist, das Unvermögen gerade der Jüngeren, unterm Regiment der Alternativlosigkeit Sozialisierten, Fiktion ohne Fakt zu denken und mehr als das Sosein wahrzunehmen, nämlich Marcuses „ästhetische Dimension“, muß hier nicht entschieden werden. Peter Richter ist jedenfalls so alt wie ich, Kia Vahland hat 2011 promoviert; Kollegin Dürrholz, falls ich beim Googeln die Richtige erwischt habe, hat 2015 in Bonn ihre Bachelorarbeit eingereicht.

Wär’ mein Gedächtnis nicht so schwammig, ich wüßte noch, bei welcher Gelegenheit ich jetzt neuerlich dachte, mein Widerstand gegens Gerede von der „Realsatire“ sei aufgebenswert; zu lächerlich, mit satirischen Mitteln nicht recht einholbar war gewesen, was mir da untergekommen war; wie ja bereits nach dem Friedensnobelpreis für Henry Kissinger Tom Lehrer gesagt haben soll, Satire sei ab sofort überflüssig. Und ist Trump etwa keine per se satirische Figur? Was soll da eins noch zur Kenntlichkeit entstellen?

Ein lieber Freund und überaus geschätzter Kollege, höchstgradig belesen, Marxist und Adornit, echauffiert sich über die (etwas ältere) Meldung, die Fa. Beiersdorf („Nivea“) habe eine über Facebook im Mittleren Osten verbreitete Reklame für ein Deodorant nach Protesten zurückgezogen; der Claim, unter einer von hinten fotografierten Brünetten im weißen Bademantel: „White Is Purity“. Den fand ein Shitstorm sogleich „rassistisch“, und der Freund, der weiß, wie dumm gerade Linkes sein kann, zitiert beifällig, was der Frankfurter Allgemeinen Ursula Scheer dazu eingefallen war: „Rassistisch war an dieser Anzeige gar nichts. Sie zeigt keinen Millimeter Haut, welcher Pigmentierung auch immer, sondern offenbarte ungewollt, welche Macht die selbsterklärten Reinheitswächter der Sprache und der Bilder inzwischen haben. Mit im Betroffenheitsgestus vorgetragenen Unterstellungen lösen sie zielsicher absurde Selbstbezichtigungen aus. ‚Weiß ist die Farbe der Unschuld‘ wird zum gefährlichen Satz. ‚Black is beautiful‘ ist nicht minder riskant.“

Das wäre dann also meine nächste Baustelle: die politische Korrektheit.

Im Stehsatz meiner Überzeugungen ist die political correctness, mindestens diesseits des Atlantiks und als ubiquitär vorgestellt, rechter Popanz, Wahn und Projektion, und wer jammert, die Welt sei mit Verboten linker Moralinskis vollgestellt, soll mir sagen, warum die Welt eher so aussieht, als sei alles erlaubt. Die Zahl der Insekten ist in Deutschland in den vergangenen dreißig Jahren um beklemmende 75 Prozent zurückgegangen, weil die Bauern ihre Felder zu Tode spritzen, Felder, auf denen etwa der Futtermais wächst, den unsere stolz unkorrekten Antiveganer mit jedem Schnitzel und jedem Steak verzehren. Gender? Raubt uns die Luft zum Atmen; dabei gibt es die gendergerechte Sprache in keiner Tageszeitung, keiner Tagesschau, keinem Hörfunkprogramm. Wer sich weder an einer Universität aufhält noch die alternative Linkspresse liest, kommt mit dem „Genderwahnsinn“ hauptsächlich dann in Berührung, wenn sich die Herrenpresse darüber echauffiert. Derweil sind, zum Beispiel, ums britische Parlament herum mal wieder Aberdutzende Frauen betatscht, vergewaltigt und sonstwie molestiert worden. Die politische Korrektheit ist gewiß humorlos; aber sonderlich humorig sind die Verhältnisse vielleicht auch nicht.

„Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.“ Marx, 1859

Politische Korrektheit ist Moral, und Moral und Humor sind nicht unbedingt Geschwister. Humor markiert Distanz, also Ironie, und Kollege Mentz beschwert sich, die jüngeren Leute wären nach seinem Eindruck immer weniger in der Lage, mit Ironie, Ambivalenz und doppeltem Boden umzugehen: Sie wüßten lediglich, daß man nicht mehr „Neger“ sagen darf, wüßten aber nicht mehr, daß man es sagen kann, um etwas anderes mitzuteilen. Sprachregelungen sind, wie Regelung immer, autoritär, und was politisch korrekter Haltung zweifellos eignet, ist jene positivistisch-gewalttätige Identität von Sache und Begriff, die Adorno perhorresziert hat. Darauf beruft sich linke PC-Kritik, und wer meine oben skizzierten Überlegungen unterschreiben kann, mag einmal Magnus Klaues exzellenten Band „Verschenkte Gelegenheiten“ (Freiburg 2014) lesen. Darin beschreibt Klaue einen Fall, in dem sich Grundschulkinder bei einem Verlag beschweren, in einem seiner Bilderbücher gebe es einen Schulleiter, sie hätten aber eine Schulleiterin, und außerdem seien in dem Buch alle weiß, während in ihrer Klasse auch türkische und afrikanische Kinder säßen. „In der Tat“, schreibt Klaue, „hätten angesichts der Beschwerde bei den Pädagogen die Alarmglocken schrillen sollen. Nicht aber, weil das Pixi-Buch den weiblichen und nichtweißen Teil der Menschheit diskriminierte, sondern weil die Minderjährigen, statt die Staatsbürgererziehungswerbung kurzerhand in die Tonne zu hauen, offenbar gleich ihren verblödeten Eltern sich und alle anderen allein als Zugehörige von amtlich anzuerkennenden Cliquen, Ethnien und Kulturgemeinschaften zu denken vermögen und sich dementsprechend ausgegrenzt fühlen, sobald sie in einem Buch, das sie lesen müssen, nicht mit all ihren ureigenen Partikulareigenschaften angemessen repräsentiert sind; weil sie also die angeblich so kindertypische Fähigkeit zur Phantasie, zum Absehen von der empirischen Wirklichkeit im Modus der Einbildungskraft, ebenso wenig entwickelt zu haben scheinen wie ihre Erziehungsberechtigten die vermeintlich erwachsene Fähigkeit zur Abstraktion.“

Die analog und dialektisch in der Lage sein müßte, in Absehung von der empirischen (und halt meistens rassistischen) Wirklichkeit einen weißen Bademantel für einen weißen Bademantel zu halten und weiße Reinheit für die des Arztkittels, zumal in einer mittelöstlichen Umgebung, die unter der Dichotomie schwarz/weiß evtl. gar nicht so leidet. Ist es so einfach?

Wer sich ein bißchen weiter auf die Nivea-Affäre einläßt, als es Ursula Scheer getan hat, findet beim ersten Googeln heraus, daß amerikanische Nazis umgehend gratuliert haben; daß die Marke Dove erst vor vier Wochen eine Reklame zurückgezogen hat, in der aus einer schwarzen Frau nach Benutzung eines Duschgels eine weiße wird; daß es tatsächlich eine sehr alte Tradition der Seifenreklame gibt, die aus Schwarzen Weiße werden läßt. Wer überdies noch die „Süddeutsche“ zur Hand hatte, erfuhr, daß es in Afrika einen Riesenmarkt für Hautbleichmittel gibt, aus Gründen, die man sich denken kann, und wer einen Blick auf die inkriminierte Reklame wirft (im Netz ohne weiteres zu finden), wird nicht daran zweifeln, daß es sich bei dem Fotomodell um eine Weiße handelt, auch ohne daß ihre Haut zu sehen wäre.

„Ihrem Wesen und Begriffe nach … ist also Sittlichkeit das Innehalten der Mitte. Fragt man dagegen nach dem Werte und dem Guten überhaupt, so bezeichnet sie darin ein Äußerstes.“ Aristoteles

Man kann der PC von links vorwerfen, autoritär, gratismoralisch, humorlos und anmaßend zu sein, und man darf bezweifeln, daß sie jene, die sie grimmig exekutieren, zu besseren Menschen macht. Was bei allem Argwohn aber nicht aus den Augen verloren sei, ist, daß sie ihren Grund hat. Und zwar ihren schlechten.

»

bezahlte Anzeige

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige  Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In  diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen  Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde.  Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle  Sterne.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann       alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und       hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und       Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy       Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine       gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Heiko Werning, Volker Surmann (Hrsg.): "Ist das jetzt Satire oder was? Beiträge zur humoristischen Lage der Nation"
Sie werden vom Papst verklagt, lassen sich von Islamisten erschießen oder müssen sogar bestbezahlt und hochgelobt für das ZDF arbeiten: Satiriker. Die besten Satireschaffenden der Republik bekennen in dieser uneigentlich-eindeutigen Mut-Anthologie, wie das für sie so ist, im "Bergwerk des Humors" (FAZ) zu "malochen" (Thomas Gsella). Für dieses schamlos vom Charlie-Hebdo-Attentat profitierende Taschenbuch schreiben und zeichnen u.a.: ganz viele Leute aus dem TITANIC-Umfeld, Silke Burmester, Ahne, Fritz Eckenga und Knut Tucholsky.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Nicolas Mahler: "Der Urknall"
Nicolas Mahler, Meister des opulenten knappen Strichs, legt mit "Urknall" sein grundlegendstes, ursprünglichstes Werk vor. Von Kalauern wie "Sie sind mir aber eine Urknallcharge" bis "Wer hat an der Ur gedreht?" nimmt er zum Glück größtmöglichen Abstand und präsentiert statt dessen ein kleines, unglaublich dichtes Buch, in dem die ganze Welt des komischen Zeichnens angelegt ist, und das vor den Augen des Betrachters regelrecht explodiert. Ein Lichtblick im riesigen Dunkel des Buchmarkts!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 27.11.:

    Die "Märkische Allgemeine" hat einen TITANIC-Brief an Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke gelesen.

  • 26.11.:

    Die LVZ spricht mit Martin Sonneborn über Dumme in Sachsen.

  • 22.11.:

    Vice sprach mit PARTEI-Chef Sonneborn über Neuwahlen, Fünfprozenthürden und Geldverkäufe.

  • 21.11.:

    Das österreichische Radio FM4 empfiehlt die neue Jahrhundertchronik aus dem Hause TITANIC.

  • 21.11.:

    Mark-Stefan Tietze in der Taz über arabische Clans, die Polizei und Gesellschaft unterwandern.

Titanic unterwegs
18.12.2017 Frankfurt, Mousonturm
  Max Goldt
18.12.2017 Dortmund, Subrosa
  Daniel Sibbe u.a.
19.12.2017 Frankfurt, Mousonturm
  Max Goldt
20.12.2017 Düsseldorf, Zakk
  Max Goldt

bezahlte Anzeige

Briefe an die Leser

 Au weh, Jan Frodeno!

Au weh, Jan Frodeno!

Sie haben sich beim weltweit wichtigsten »Iron Man«-Rennen in Hawaii, das Sie schon zweimal gewannen, in diesem Jahr einen Nerv eingezwickt und kamen daher unter großen Schmerzen nur als Siebzigster ins Ziel. Dies sei, wie Sie dem »Stern« verrieten, ein »erbitterter Kampf zwischen Kopf und Körper« gewesen. Doch nicht nur das! Ein »Gefühlscocktail« sei dieser Wettbewerb für Sie ebenso wie ein »Film«, der »immer wieder solche Dramen« schreibe – kurz: »eine Mischung aus Trotz, Willen, Hoffnung, Respekt«. Jetzt aber laufe »der echte Verarbeitungsprozeß« bei Ihnen, »jetzt gilt es erst mal, Abstand zu gewinnen und Körper und Geist wieder zu heilen«.

Wir wünschen, Jan Frodeno, dabei von Herzen alles Gute. Gerade weil ja in Ihrem Fall weiterhin zu befürchten ist, daß beim Kampf zwischen Kopf und Körper ersterer nicht den Hauch einer Chance hat.

Tief durchschnaufend: Titanic

 Rechtskonservative bis Ultrarechte!

Da Ihr neben dem »Cicero« nun auch das Magazin »Cato« unters – zumindest teilweise recht völkische – Volk bringt, ist’s wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Ihr uns auch die Römer »Seneca«, »Tacitus«, »Agrippa« und, wer weiß, vielleicht sogar »Caligula« oder »Nero« anbietet. Lesen werden wir den Quatsch aber bestimmt nicht. Grund? Schlicht keine Sallust!

Eure Titanic

 Verehrter Dr. Ezekiel Mutua!

Als Vorsitzender des Kenya Film Classification Board erregten, Quatsch: ärgerten Sie sich über Aufnahmen von zwei männlichen Löwen beim Sex: »Wenn unsere Löwen mit homosexuellem Verhalten anfangen, bedeutet das mit Sicherheit das Ende dieser Tierart.« Des weiteren führten Sie aus: »Sie müssen sich das irgendwo abgeguckt haben. Oder sie sind des Teufels.«

Nun ist es aber so, Dr. Mutua: Löwen sind zwar tatsächlich vom Aussterben bedroht, aber nur, weil Ihres- und unseresgleichen ihnen den Lebensraum unterm Hinternfell zu Nutzflächen umwandeln oder sie gleich erschießen. Während Menschen, bei denen homosexuelles Verhalten erheblich häufiger vorkommt, bestens gedeihen und dabei mehr und immer mehr werden, also eine höchst erfolgreiche Spezies sind. Vielleicht sollten Sie sich da einfach mal was abgucken. Oder sind Sie etwa des Teufels?

Vade retro, Satana: Titanic

 Huhu, Krauss-Maffei Group!

Du hast Dich im November im Kulturzentrum der Stadt München auf der »JobGate 2017« präsentiert, um Jugendlichen eine Ausbildung bei Dir schmackhaft zu machen. Deinem Anwerbematerial zufolge zählst Du »zu den weltweit führenden Herstellern von Maschinen und Anlagen zur Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Gummi«.

Das war schlau, denn Gummi ist ja gerade für die Zielgruppe der jungen Männer ein sehr wichtiger Rohstoff. Was wir vermißt haben, war ein Hinweis auf Dein Schwesterunternehmen Krauss-Maffei Wegmann, Marktführer im Bereich der militärischen Rad- und Kettenfahrzeuge wie dem Dingo, dem Mungo, dem Boxer, dem Leopard und dem Schützenpanzer Puma, dem Flugabwehrkanonenpanzer Gepard, dem Bergepanzer Büffel oder auch dem Minenwerfer Skorpion. Ein feiner kleiner Zoo. Darum wundert uns, daß Du diesen Umstand verschweigst, denn so könntest Du auch gleich die bekanntlich tierlieben jungen Mädchen anwerben. Aber wir verstehen schon: Ihr Kerle wollt lieber unter Euch bleiben.

Warme Grüße von den Flintenweibern auf der Titanic

 Was, Kathrin Spoerr (»Welt«),

Was, Kathrin Spoerr (»Welt«),

ist eigentlich bei Ihnen in der Redaktion los? In einem Kommentar zu Sexismus und #metoo schilderten Sie: Es gebe »Grund genug, sich belästigt zu fühlen«, berichteten Sie und erzählten auch von der Nachwuchsarbeit: »Praktikanten, die bei uns das Handwerk lernen wollen, lernen bei uns noch mehr. Daß es nicht nur alte Männer gibt, die junge Frauen anflirten, sondern auch alte Frauen, die junge Männer anflirten.« Zudem hätten Sie »Kollegen, die einander nur selten beim Namen nennen, weil sie die Anrede ›Zuckerpuppe‹, ›Baby‹ oder ›Liebchen‹ bevorzugen, Frauen genauso wie Männer. Es gibt Kollegen, die sich anschmachten, aufziehen.«

Uff! Nun kritisieren Sie diese Zustände in Ihrem Text aber gar nicht, sondern verteidigen sie und fragen rhetorisch: »Verbieten, was unsere Arbeit, unser Leben bunt macht?« Und da fragten dann wiederum wir uns: »Verbieten, was unser Leben bunt macht« – ist das denn nicht die Maxime von genau jenem im Kern staubgrauen Konservatismus, für den Springer-Schreiber/innen wie Sie seit jeher eintreten, wenn es um Ausländer, Drogen, Politik, kurz: mal nicht ums egomane Befriedigen der grenzenlosen Geilheit von Ihresgleichen geht?

Ihre Schätzelein von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Vorbildfunktion

Man ist Kindern im Winter kein gutes Vorbild, wenn man einen Schneeball formt, ihn glättet und preßt, bis er zu einer harten Eiskugel wird, damit hinter einer Hausecke seinem Opfer heimtückisch auflauert, hervorspringt, die Stirnmitte anvisiert, volle Pulle abzieht – und dann einen Meter vorbeiwirft.

Thorsten Mausehund

 Warnung

Glauben Sie ja nicht, daß Ihnen ein It-Girl bei der Lösung Ihres Computer-Problems helfen kann!

Franz Eckert

 Vice Versa

Was ist eigentlich ungesünder: Kaugummizigaretten zu rauchen oder echte zu kauen?

Teja Fischer

 Notwendiger Entschluß

Wenn mir bewiesen würde, daß unser gesamtes Denken und Handeln determiniert ist, würde sich für mich dadurch nichts ändern. Ich würde alles noch einmal ganz genauso machen.

Valentin Witt

 Vom Fenstersims berichtet

Gestern stand erst ein Krankenwagen, dann der Notarzt vor dem Nachbarhaus, abends ein Leichenwagen. Heute fuhr ein Umzugswagen zum Ausräumen vor. Wenn morgen ein weiterer Transporter mitsamt den neuen Bewohnern ankommt, sollte ich schon die Kriminalpolizei informieren, oder?

Tim Wolff