Endlich, endlich war es soweit, und sie konnten Abschied nehmen von der multikulturellen Lebenslüge: „Erdogans (Alb-)Traumergebnis bei den Türken in Deutschland zeigt, wie schwer es ist, Migranten zu integrieren. Die in der Vergangenheit in der Ausländer- und Einwanderungspolitik gemachten Fehler darf Deutschland in der Flüchtlingskrise nicht wiederholen“, mahnte Berthold Kohler in seiner „Frankfurter Allgemeinen“, tatsächlich wie erleichtert über den Umstand, daß jeder dritte der in Deutschland lebenden Besitzer und Besitzerinnen eines türkischen Passes – also von hundert Personen 33 – für Erdoğan Supermufti gestimmt hatte, statt sich an vorbildlichen Demokratien wie etwa Mecklenburg-Vorpommern ein Beispiel zu nehmen, wo es die autoritär-nationalkonservative, auch antisemitische AfD gemessen an der Wahlbevölkerung nur auf schlappe 13 Prozent gebracht hat, was zeigt, wie vergleichsweise leicht es ist, DDR-Bürger zu integrieren.

Nun aber ist Deutschland „schockiert“, weil „mehr als 400 000 Türken … hierzulande Erdoğans Machtergreifung zustimmten“, also, der Wahrheit eine Lanze, „ein knappes Drittel der türkischen Wahlberechtigten und etwa ein Fünftel der rund zwei Millionen Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit in Deutschland“, was ja immer noch viel mehr ist als das AfD-Siebtel in und um Magdeburg herum. „Und nicht jeder wahlberechtigte Erdoğan-Gegner traute sich angesichts der bis nach Deutschland reichenden Arme der türkischen Geheimdienste in die Konsulate. Doch am Ende ist die Prozentzahl entscheidend“, und zwar für den Frankfurter Leitartikel, der die „knappe Zweidrittelmehrheit, die in Deutschland die Verwandlung der Türkei in ein Erdoganistan befürwortete“ benötigt, damit er die „politische Kultur der hier lebenden Türken“ bemäkeln und die „Multikulti-Ideologen“ in den Senkel stellen kann, welche „Integration mit (Zwangs-)Assimilation gleichgesetzt“ und etwa gefordert haben, „türkische Kinder in Deutschland sollten ,erst mal richtig Türkisch lernen’, bevor man sie mit dem Deutschen quäle.“ Usw.

„ich schämte mich für andere log / log um andere nicht zu kränken / aber ohne Grund log ich auch / ich stieg in den Zug ins Flugzeug ins Auto / die meisten können das nicht / ich ging in die Oper /die meisten können das nicht haben nicht einmal das Wort Oper gehört“ Nâzim Hıkmet, 1961

Daß Lügen kurze Beine haben, ist ja auch so eine Weisheit, und der reine Zufall, daß mir gestern ein alter Aufsatz aus eigener Werkstatt in die Hände fiel, in dem ich die dem „Stern“ entliehene Information fand, daß der Türkischunterricht an deutschen Schulen einst nicht von Multikulti-Ideologen eingeführt wurde, sondern von Figuren wie dem Kohler, die mit dem muttersprachlichen Unterricht die „Rückkehrbereitschaft“ zu fördern beabsichtigten; der Jungtürken „vorbehaltlose Eingliederung in das deutsche Schulsystem“ war nämlich, wie der „Stern“ zitierte, nicht erwünscht, wie es bis kurz vor der Jahrtausendwende sogar noch Rückkehrprämien gab, und zwar nicht für irgendwelche Flüchtlinge, sondern für Türkinnen, die seit dreißig Jahren im Land gewesen sein mochten, aber hier unter keinen Umständen zuhause sein sollten. Und heute mit ihren Kindern, die zur Hälfte ohne Abschluß die Schule verlassen, immer noch vorm türkischen Sender sitzen, und die Töchter kramen dann vielleicht sogar das Kopftuch wieder raus, denn irgendwo will der Mensch halt hingehören. Und falls es Erdoğans Türkei ist, haben jene dafür gesorgt, die jetzt am lautesten schreien, daß „die Eingewanderten sich gar nicht integrieren wollen“, also jedenfalls 20 Prozent von ihnen nicht.

Es ist schlimm, wenn die Leute faschistisch wählen, so wie viele bestens integrierte Franzosen (m/w) es in Bälde tun werden. Viel interessanter als Kohlers zwei Drittel scheinen mir aber jene 50 Prozent der türkischen Gemeinde, die gar nicht erst zur Wahl gegangen sind. Wahlabstinenz, sagt die Forschung, hat, Protestgewähle hin oder her, einen ganz klaren Ort: den Rand.

Wenn, was Allah verhüten möge, die Türken und Türkinnen ihren psychotischen Oberspinner zum Größten Führer aller türkischen Zeiten gewählt haben werden sollten, dann können sie hierzulande mit den Augen rollen: Wie kann man denn, wie kann man nur in einer freien Wahl die Freiheit abwählen? Aber erstens haben das Oma und Opa bekanntlich auch getan, und zweitens reicht ein an einem kühlen Karfreitag unternommener Familienbesuch in einen deutschen Wildpark, um zu der Erkenntnis zu gelangen, daß Freiheit im Zweifel dazu genutzt wird, sie an der Garderobe abzugeben.

Das ist wörtlich zu verstehen; und ohne hier meinen epochalen Aufsatz aus der Mai-TITANIC 2015 wiederholen zu wollen, der die entschlossene Gore- oder Sonstwie-Tex-Uniformierung der Mittelschicht in den Blick nahm, war’s doch abermals erschütternd zu sehen, wie völlig schnurzegal es so gut wie allen ist, in welcher Kluft sie am hellichten (Feier-)Tag die Gegend bevölkern. Das ist mit dem „Verlust der Öffentlichkeit“ (Habermas, Sennett) gemeint, daß der Gedanke: Ich gehe vor die Tür, ich werde gesehen, ich bin ebenda Teil einer Gemeinsamkeit, und es könnte sein, ich muß oder möchte mich darauf einstellen, mich zeigen, mich (hätte man früher gesagt) fein machen – daß der nicht mehr gedacht wird. Es gibt ihn, diesseits von Beerdigungen oder Hochzeiten, schlicht nicht mehr.  

„Die Kleider beziehen ihren kommerziellen Wert in allen modernen Gesellschaften viel eher aus der Tatsache, daß sie der Mode entsprechen und also Prestige besitzen, als aus dem Umstand, daß sie ihren eigentlichen Zweck, nämlich die Person des Trägers zu kleiden und zu schützen, erfüllen. Das Bedürfnis, sich anzuziehen, gehört damit zu den ,höheren’ oder geistigen Bedürfnissen.“ Veblen, 1899

Oma noch ist niemals ohne Hut vor die Tür, und nu’ ist es ja immer Verhandlungssache, was da nun als fein oder Sonntagsanzug gilt, wie sich über Geschmack bekanntlich nicht streiten läßt. Aber was einhundertprozentig nicht fein ist, ist die Kleidung fürs Grobe, Unwirtliche, die für den Einsatz gedacht ist, dafür, daß man draußen zu Hause sein kann; und wiederum hilft Fassbinders „Acht Stunden sind kein Tag“ zu einer Erkenntnis, denn da sind die Proletarier, sobald es offiziell oder auch nur Wochenende wird, angezogen, noch in der Kneipe mit Krawatte, denn acht Stunden sind eben kein Tag, und die Einsatzkleidung, den Blaumann, muß man noch früh genug wieder anlegen. Die Aufhebung der Trennung zwischen Dienst und Schnaps bedeutet nun mal nicht, daß alles Schnaps, sondern daß alles Dienst ist, so wie, auf der Heimfahrt, das penetrante Angeduztwerden im (Erwachsenen-)Privatradio nicht bedeutet, daß uns das Privatradio lieb hat. Wir sind dem Privatradio scheißegal, und die als Jovialität getarnte Respektlosigkeit wird weitergereicht, wo sich niemand mehr um sich als Teil von etwas schert, das mehr wäre als immer bloß standortfreundlich. 

„Nun ja, wenn es aber doch regnet!“ – es regnete aber nicht; und gab’s da nicht mal Regenschirme? Trenchcoats? Lederjacken? Auch Freizeitfaser läßt sich in Arrangements bringen, die mehr ausdrücken als Gleichgültigkeit (eine Cordhose mag reichen, aber eine Cordhose ist ja schon Exaltation!). Doch im Wildpark bloß Trostferne: Familienverbände, von oben bis unten in künstlicher Wursthaut, Rentnerinnen, längst ohne Hut, aber mit Wolfskluft in Mauve. Sackförmig, konturenarm, uniform, und man muß sich schon zwingen, das nicht als Metapher zu lesen: daß sich das Individuum, wo’s schon nur mehr dem Namen nach existiert, dann wenigstens konsequent zum Verschwinden bringt und der Zivilisation, die doch auf ständiger Verfeinerung beruht, grimmig den Stinkefinger zeigt. Dem Kapitalismus, bekanntlich Feier des Naturzustands, ist es recht. (Es ist dies auch keine Frage des Geldes: Alle haben sie die neuesten Handys, jeder zweite ist mit dem Geländeauto da, und die scheuen Wildkatzen werden mit 1000-Euro-Objektiven herangezoomt; aber wo die 74 Milliarden Umsatz der Modeindustrie in Deutschland eigentlich hingehen, das bleibt ein Rätsel.)

Das Kopftuch ist bekanntlich abzulehnen, weil es Ausdruck von Konformität und Unfreiheit sei. Tja. Ältere Herren in Anzügen, falls man überhaupt noch mal einem begegnet, sitzen übrigens gern vor türkischen oder portugiesischen Cafés. Ich wünsche frohe Ostern.

Es gibt, meldet die Morgenzeitung, nicht nur zuviel Fernsehkrimi, es gibt auch immer mehr davon, aus der Krimiwelle sei längst ein „Tsunami“ geworden: „Neben dem Tatort, der inzwischen 40 Sonntage jährlich zum Totensonntag macht, hält sich das Erste noch den Donnerstag fix frei für Täter und Opfer. Das ZDF ermittelt samstags, montags und freitags zur Prime Time, sendet morgens alte und dienstagabends neue Folgen der Rosenheim-Cops und hat inzwischen in beinahe jeder mittelgroßen Kleinstadt eine Sonderkommission laufen.“ Die Sender, heißt es weiter, können sich darauf berufen, daß die Leute wirklich soviel Krimi wollen, Nachfrage und Angebot, und da an dieser Stelle keine Zeit für kultursoziologische Doktorarbeiten ist, versuchen wir’s in Kürze: Die Welt ist kriminell, und noch der simpelste Krimi spiegelt das und hebt es, mindestens „für den Moment“ (Claus Kleber), auf, in der Lösung natürlich und/oder im Gag. Der jüngste Tatort aus Münster, eine, wie zu lesen war, stur nach Schema gestrickte Pointenrevue, muß wohl einen Quotenrekord erzielt haben, und wer das deprimierend findet, der kaufe sich Rainer Werner Fassbinders frisch auf DVD renovierte „Familienserie“ von 1972/73, „Acht Stunden sind kein Tag“, in der es, wenn auch partiell etwas hölzern, um so verrückte Sachen wie Solidarität am Arbeitsplatz, fehlende Kindergartenplätze, Mietwucher oder Abhängigkeit in der Ehe geht. Und nicht darum, wer gestern um wieviel Uhr wo gewesen ist.

Was das nun, Szenenwechsel pur, mit dem neunjährigen Gymnasium zu tun hat, das Bayern, nach jahrelangem wutbürgerlichem Gezeter, jetzt re-installiert? Was mit der u.a. in Berliner Grundschulen gepflegten Lernmethode „Schreiben nach Gehör“: „Di foirwer retete eine oile aus dem Stal“, die, Späßchen des Weltgeistes, in der FAZ ein „empörter Gymnasiallehrer“ namens Rainer Werner für Schwachsinn und eine „Zumutung“ hält, vermutlich sogar mit Recht? Was mit der grundschulischen Abschaffung der klassischen Schreibschrift zugunsten einer „Grundschrift“ aus Druckbuchstaben, die, wie die foirwer auch, das Lernen erleichtern soll, zumal ja eh kein Aas mehr mit der Hand schreibt und die „Digitalisierung“ der Schulen allerorts promotet wird? Was mit den ständig wechselnden Säuen, die da durchs Bildungsdorf gejagt werden, ohne daß man dem wirklichen Desiderat, der Schule für alle, die keine Sortiermaschine in höherem (d.i. niederem, d.i. DAX-) Interesse wäre, auch nur ein Schrittchen näher käme? Weil man’s halt auch gar nicht will?  

„Zeichen, Farben, es ist / ein Spiel, ich bin bedenklich, / es möchte nicht enden / gerecht.“ Bobrowski, 1961

Der Krimi, wie er Tag für Tag stumm wegkonsumiert wird, erklärt nichts; täte er’s, würde er nicht als die Maschine zur Komplexitätsreduktion geliebt, die er ist. Er vereinfacht, was sich, ohne zu lügen, nicht vereinfachen läßt. Er verkleistert nicht nur die Wirklichkeit, er verkleistert noch die Fähigkeit, sie zu erkennen. Ähnlich dient das perennierende Bildungsbrimborium der Ablenkung, denn daß Schule, wiederum in aller Kürze, eine fürs Kind – für alle Kinder – und nicht die Konkurrenzinteressen von juste milieu und BDI sein müßte, läßt sich nicht dadurch herbeiflunkern, daß man die Rechtschreibung vereinfacht, das Gymnasium erst verkürzt und dann wieder versoftet oder sonst eins der ewigen „Angebote“ macht, wo das, was wirklich anzubieten wäre, doch vorenthalten wird.

Steil, vulgärdialektisch gedacht? Mag sein. Aber seit Wochen laden im örtlichen Kindergarten die Grundschulen per Aushang zu „Schnuppertagen“ und „Hospitanzen“, und zwar fürs Schuljahr 2018/19, mit Bio-Essen hier und Projekt-Tamtam da, und im Tatort heute abend geht es um Flüchtlinge. Also, nicht eigentlich um Flüchtlinge, denn „der Sonntagabendkrimi ist nun mal ein Unterhaltungsformat“ (SZ). Und die Schule der Leistungsgesellschaft eben nicht.

Not macht erfinderisch, aber weil die Not, ein sonntägliches Thema zu finden, ja nur eine ganz kleine ist, verlangt sie nicht viel mehr als einen Besuch im Kolumnen-Eck von „Spiegel online“, diesem, ein Wort Gremlizas zu aktualisieren, minütlich platzendem Wechsel auf ein Stück publizistische Aufklärung: „Bei vielem, was in Amerika oder Brüssel gegen die deutsche Autoindustrie unternommen wird, geht es darum, Deutschland zu schwächen. Warum fällt es vielen bei uns bloß so schwer, das zu begreifen?“

Weil es uns der Jan Fleischhauer halt noch nicht erklärt hat.

„Mehr als 800 000 Menschen arbeiten in Deutschland in der Automobilindustrie, es ist der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig des Landes. Nimmt man die Ausrüster und Dienstleister dazu, kommt man auf zwei Millionen Arbeitsplätze, die mehr oder weniger direkt vom Wohlergehen des Automobilbaus abhängen. Das sind die Zahlen, die man im Kopf haben sollte, wenn man das Ende des Verbrennungsmotors herbeiwünscht.“ Weil diese Wirtschaft halt allemal so funktioniert, daß egal welcher schädliche Unsinn produziert werden muß. Das könnte zu denken geben; könnte: „Dekarbonisierung’ ist der Begriff, unter dem das Ganze läuft. Was nach Wasser ohne Sprudel klingt, meint eine Wirtschaft, die ohne CO2-Ausstoß auskommt. Der Plan ist nicht ganz neu. Henry Morgenthau hieß der Mann, der vor 73 Jahren davon sprach, Deutschland wieder in einen Agrarstaat zu verwandeln.“ Da muß auch ein Esel wie Fleischhauer erst mal drauf kommen. „Was damals ein Schreckensversion (sic!) war, ist heute für viele ein Glücksversprechen“, nämlich im „grünen Milieu“, das „von einer Welt, in der nichts mehr raucht und lärmt“ träumt, nicht mal mehr der Fleischhauer, der, weil er ja so schön konservativ ist, von Glücksversprechen nichts hält, sondern sich als Mann der harten, auch unbequemen Fakten positioniert:

„Machen wir uns nichts vor“, eben: „Bei vielem“ – wer’s nicht weiß, muß vage bleiben –, „was auf europäischer Ebene gegen die deutsche Autoindustrie unternommen wird, geht es darum, Deutschland zu schwächen. Wer BMW und Daimler trifft, der trifft ins Herz der deutschen Wirtschaft, das wissen sie in Frankreich und Italien genau" und denken sich so gut wie täglich neue Grenzwerte aus. „Den Verschärfungen der Abgasnormen“, falls die nicht, wie üblich, von der deutschen Politik kassiert oder aufgeweicht werden, „können sie dort gelassen entgegensehen: Wer nur Kleinwagen baut, hat auf absehbare Zeit keine Probleme beim Flottenverbrauch.“ Eine sagenhafte Verschwörung auf europäischer Ebene also, wo Deutschland, wir erinnern uns, ja sowieso immer der Leidtragende und Zahlmeister ist und seine Handelsbilanz natürlich nicht auf z.B. italienische Kosten verbessert.

„Es hat Not an Kommis. Alles drängt der Journalistik zu.“ Kraus, 1909

„Auch bei den amerikanischen Strafverfahren kommt man nicht umhin, andere Motive als die Sorge um den Umweltschutz zu vermuten.“ Dekarbonisieren wollen sie uns wieder, wie der Morgenthau und die anderen Juden! „Die Empörung über die Schummelei beim Diesel erschiene mir jedenfalls deutlich glaubhafter, wenn die Leute, die über zu hohe Abgasbelastung klagen, nicht anschließend fröhlich in ihren SUV steigen würden, der 20 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer verbrennt.“ Die Leute, die über zu hohe Abgasbelastung klagen, sind aber eher welche, die gegen zu hohe Abgasbelastung klagen, mithin jene, die sich, in Kalifornien oder Vermont, statt eines SUV made in Germany einen sparsamen VW-Diesel gekauft haben und nun sauer sind, daß sie eine Dreckschleuder besitzen, die sie ausdrücklich nicht wollten.

Aber alles scheißegal, denn Fleischi ist halt ein wirtschaftsfreundlicher Konservativer bzw., mit abermals Leo Fischer, nicht einmal das: „Ich kenne Konservative: Er ist keiner, sondern bezieht taktische Positionen, die er zu spüren meint, und die ihm vor einem breiten Publikum Resonanz versprechen. Er schreibt als Journalist gewissen Stimmungslagen hinterher, ohne innere Beteiligung. (...) Wenige machen das mit seiner Berechnung.“ Und wenige sind also so hilfreich, wenn mir am Samstag nachmittag zu der Welt, wie sie ist und von „Beistrichjungen“ (Greml) und Schreckensversionen wie Jan Fleischhauer am Laufen gehalten wird, nichts mehr einfällt.

Das werde ich ja auch „oft“ gefragt: Wie ich nur immer an meine Ideen gerate! Und im Sinne der Transparenz wie auch der Kundenbindung will ich heute gern die Auskunft erteilen, daß ich gestern, in einem Kurzanfall von Frühjahrsputz, die Küche nicht nur aufgeräumt und staubgesaugt, sondern gleich auch noch mit einem Rest Wandfarbe die diversen Stuhlschrammen, Buntstift- und Fingerspuren beseitigt habe und den Farbtopf dabei auf dem (ungelesenen) Wirtschaftsteil vom Dienstag hatte; und schwupp, hatte der liberale Wirtschaftsmann Marc Beise unter der schon mal attraktiven, weil irgendwas verläßlich Unsozialistisches verheißenden Überschrift „Ach, unsere Reichen“ für alles Nötige gesorgt:

„Die Reichen über das bekannte Maß der progressiven Steuer (je höher das Einkommen, desto höher auch der Steuersatz) hinaus abzukassieren, macht keinen Armen reicher. Es ist die Crux der Umverteilung, daß ganz oben, bei Multimillionären und Milliardären, in der Summe gar nicht genug nachbelastet werden kann, um unten spürbar zu entlasten. Weshalb derart gestrickte Steuerreformen mit ziemlicher Regelmäßigkeit von oben bis weit in die Mittelschicht hineingreifen und damit jene treffen, die zunächst gar nicht gemeint waren“ und die im übrigen Beises Kernkundschaft stellen. „Auch Gesellschaften, die so sozial organisiert sind wie die deutsche“, das hat er schön gesagt, „profitieren von großen Vermögen. Sie sind das Rückgrat manches Traditionsunternehmens“, falls das nicht umgekehrt genauso gilt. „Sie investieren in neue Unternehmen und Ideen. Sie geben Geld, wo Banken sich schwertun. Sie investieren in Kunst und Kultur und in den regionalen Standort. Wenn namentlich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wie sie viele deutsche Kommunen kennen“ und die, versteht sich, rein gar nichts damit zu tun haben, daß es bei der Umverteilung da diese Crux gibt und die Unternehmenssteuern seit Schröder historisch niedrig sind, damit die Traditionsunternehmen bei der Vermögensbildung helfen können, „die finanziellen Möglichkeiten der öffentlichen Hand zusammenschnurren, wenn die Schwimmbäder und Theater geschlossen werden und das Geld nicht mal mehr für eine Kulturfabrik reicht, dann sind das Engagement und die Spenden der größeren und großen Privatvermögen sehr willkommen.“

Wie Charity ja immer so funktioniert, daß der Marxsche Mehrwert, der sich einzig der Aneignung fremder Arbeit verdankt, zu kleineren Teilen und unterm Beifall der Öffentlichkeit und nach Möglichkeit steuerwirksam zurückgegeben wird, daß also das Traditionsunternehmen mit dem Milliardenvermögen im Rücken dasselbe Schwimmbad beheizen läßt, dessen Heizung einer Politik, die die Bedingungen für das Entstehen von Milliardenvermögen gewährleistet, zum Opfer gefallen ist.

„Dem schlechtsten Ding an Art und an Gehalt / Leiht Liebe dennoch Ansehn und Gestalt.“ Shakespeare/Schlegel, 1605/1797

„Manchmal sind diese Vermögen von schwerem Makel behaftet“, denn das Morgenblatt ist nicht nur liberal, sondern auch kritisch und ja keinesfalls eine Erfüllungsgehilfin von Kapitalinteressen. „Sie sind durch illegales oder fragwürdiges Tun entstanden, durch Steuerhinterziehung, kriminelle Geschäfte und das Gemeinwesen schädigendes Verhalten“, womit jetzt nicht das kalte Schwimmbad gemeint ist, da kann das Traditionsunternehmen ja nichts dafür, daß es so wenig Steuern zahlen muß. „Häufig genug“, also praktisch immer, „aber sind sie Folge von Leistung und Eigeninitiative in einer offenen Gesellschaft“, deren Loblied auch Degenhardts alter Senator schon gesungen hat, „der, dem das ganze Wackelsteiner Ländchen gehört / und alles, was darauf steht“: „Schon mit fünf Jahren ist der Senator jeden Tag / von Wackelrode nach Hohentalholzheim gelaufen, / zwölf Kilometer hin / und zwölf Kilometer zurück. / Und warum? / Weil in Wackelrode ein Liter Milch zweieinhalb Pfennig gekostet hat, / in Hohentalholzheim aber nur zwei Pfennig, / und diesen halben Pfennig, den durfte der Bub behalten. /  Und das hat er auch getan, zehn Jahre lang – von Wackelrode nach Hohentalholzheim, / von Hohentalholzheim nach Wackelrode. / und nach zehn Jahren, da hat sich der Senator gesagt: ,So’, / hat das ganz Geld genommen, / ist hergegangen / und hat das erste Hüttenwerk auf das Wackelsteiner Ländchen gestellt.“

Und den ideellen Gesamt-Marc Beise als PR-Chef verpflichtet; daß der die Schrammen an der Wand (z.B. „Armutsbericht der Bundesregierung“) übermale. – Meine Farbe war übrigens nicht ganz die richtige. Man sieht, wo der Pinsel war.

In der Zeitung hat es ja immer das Vermischte, und es ist nicht einzusehen, warum ich das nicht auch haben soll; allora:

Immer mehr Deutsche schlafen schlecht. Laut DAK-Gesundheitsreport „Deutschland schläft schlecht“ sind Schlafstörungen bei Berufstätigen zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent angestiegen. Jeder zehnte Werktätige ist sogar von einer besonders schweren Schlafstörung betroffen. „So beunruhigende Zahlen hatte auch der Berliner Schlafforscher Ingo Fietze nicht erwartet: ,So einen dramatischen Anstieg innerhalb von sechs, sieben Jahren – das beeindruckt schon. Und das macht auch ein bißchen angst.’ Die Gründe hängen bei den meisten Betroffenen mit dem Berufsleben zusammen. Nachtschichten, starker Termin- und Leistungsdruck gelten als Risikofaktoren. Und wer von sich sagt, häufig an der Grenze der Leistungsfähigkeit zu arbeiten, ist prädestiniert für ernsthafte Schlafprobleme. Und die Digitalisierung sei ein entscheidender Grund für den schlechten Schlaf, meint DAK-Chef Storm: ,Viele Menschen kümmern sich nachts um die Akkus ihrer Smartphones, aber ihre eigenen Batterien sind nicht aufgeladen.’ Ständige Erreichbarkeit sei Gift für gesunden Schlaf“ (tagesschau.de).

Die Linken in der SPD machen derweil ernst mit dem Sozialismus: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß einige Menschen auf absehbare Zeit auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben“, hat der Sprecher der Parlamentarischen Linken (PL) in der SPD-Bundestagsfraktion Matthias Miersch der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt. „Für diese Menschen brauchen wir einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor, und zwar in weit größerem Umfang als bisher.“ Miersch denkt dabei an die „Betreuung älterer Menschen“, denen man vorlesen könne, und den „Umweltschutz“, z.B. die Pflege von Grünflächen. 

Derweil ist der Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland gestiegen. Laut Umweltbundesamt lag die Belastung 2016 um knapp vier Millionen Tonnen über der des Vorjahres. „Besonders stark wuchsen die Emissionen im Verkehr … So seien Motoren zwar effizienter geworden, dafür entschieden sich aber immer mehr Autokäufer für großmotorige Fahrzeuge, hieß es aus der Dessauer Behörde“, heißt es in der SZ. Das deutsche Klimaziel zu erreichen, bis 2020 den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 40 Prozent zu senken, wird damit immer unwahrscheinlicher.

„Der Kapitalismus, der alte Schlawiner, ist uns lang genug auf der Tasche gelegen / Vorbei, vorbei, vorbei, vorbei, jetzt isser endlich vorbei!“ PeterLicht, 2006

Derweil bittet mich am Eingang meines Supermarkts eine Initiative „Lunchbox e.V.“ um eine Nahrungsmittelspende. „Wir betreuen Kinder, deren finanzielle Mittel beschränkt sind und die sich deshalb nur unzureichend ernähren und versorgen können.“ Und das Rote Kreuz bittet per Postwurfsendung, „Kindern aus der Armutsfalle“ zu helfen. „Laut Bundesregierung“ sei „jedes fünfte Kind in Deutschland“ von Armut betroffen. „Oft müssen sie auf Selbstverständliches verzichten, z.B. auf eine tägliche warme Mahlzeit oder einen Schulausflug … Kinder aus armen Familien haben viele Sorgen und sind häufiger krank … Auch in der Schule zeigen sich Probleme, die sich zu geringeren beruflichen Chancen ausweiten können. So sind arme Kinder schon früh in den wichtigsten Lebensbereichen benachteiligt.“

Derweil ist „Spiegel online“ zufolge „endlich wieder Übergangsjackenzeit!“: „Der Winter ist vorbei, der Frühling ist noch nicht richtig da – Zeit, nachts wachzuliegen und sich zu fragen, ob man jetzt eine Übergangsjacke braucht. Noch unsicher? Wir hätten ein paar Tipps.“

Ich hätte da auch einen. Man denke ihn sich bitte.

Ich muß das Urteil des Kollegen Mentz über die ZDF-„Anstalt“ hier nicht wiederholen: „sehr intellektuell, informiert und elegant, ohne jeden Gratismut, dafür mit dem streng unpopulistischen (,Wollen Sie schon wieder mit Fakten die Stimmung relativieren?’) Bekenntnis zu Aufklärung, Humanitas und allem, was der Marktstaat und seine Agenten unter die Räder nehmen“, doch am Dienstag war’s wieder eine starke Sendung; und im Kolumnenzusammenhang der reine, von mir aus auch höhere Zufall, daß es ums Automobil ging, um PS- und SUV-Wahn und einen Abgasskandal in Permanenz, wo Verbrauchswerte im wesentlichen Erfindungen sind und Grenzwerte nur im Labor nicht überschritten werden, in der Praxis dafür ums tödlich Mehrfache, von den Umweltkosten fürs Benzin und jedes neue und noch so „ökologische“ Automobil zu schweigen, und daß die Politik das alles weiß und billigt und fördert und wie sie kriecht und kriecht und immer bloß kriecht. Unvergeßlich auch der Auftritt des Kollegen Gsella, der eine Schwester und eine Nichte auf der Autobahn verloren hat, genauer: an jenes fehlende Tempolimit, dem Studien zufolge 20 Prozent der Toten auf deutschen Fernstraßen geschuldet sind. Ausländischen Studien zufolge, wohlgemerkt; die letzte deutsche Studie ist 25 Jahre alt, der für sie Verantwortliche wurde danach kaltgestellt.

„Die Welt will betrogen sein, also werde sie betrogen.“ Gian Pietro Carafa, später Papst Paul IV., 16. Jahrhundert

Das Publikum war begeistert: Szenenapplaus und kathartischer Jubel, als sei es allerhöchste Zeit gewesen, daß das mal wer ausspreche, eine welch monströse Idiotie und kriminelle Unvernunft die hiesige (per „Dienstwagenprivileg“ auch noch schwer subventionierte) Fixierung ist; dabei zeigten die Kamerafahrten, daß hier, wo schon nicht der CSU-Stammtisch, so doch auch nicht die Antifa zustimmte, sondern ganz normales Publikum. Leute, die natürlich alle selbst Auto fahren, und nicht nur Kleinwagen, denn der deutsche PS-Durchschnitt von mittlerweile 144 PS kommt ja nicht von ungefähr, und die ihren Wohlstand, auf welchen Umwegen immer, den Hunderten Milliarden Euro verdanken, die die deutsche Automobilindustrie Jahr für Jahr umsetzt. Dieser Wohlstand und die „Sorglosigkeit seines Genusses“ bilden sogar unsere „kollektive Identität“, wie das in der „Süddeutschen Zeitung“ der Münchner Soziologe Stephan Lessenich genannt hat, der einen Grund fürs Hoch des Kanzlerkandidaten der SPD gesucht und sie in einem „gigantischen gesellschaftlichen Selbstbetrug“ gefunden hat, nämlich in der „Hoffnung, daß mit neuem Personal die alte Leier weitergehen kann“.

Das Nähere regele der „geheime Sozialvertrag der Wohlstandsrepublik Deutschland“: „Ihr, die politischen und ökonomischen Funktionseliten dieser Gesellschaft, dürft uns, die besitzlosen, aber mit dem allgemeinen Wahlrecht ausgestatteten Massen, im Betrieb und über das Parlament beherrschen, soweit und solange ihr für permanentes Wachstum und steigende Konsummöglichkeiten (…) sorgt (…). Und, so der wichtige Zusatzartikel zu diesem Vertrag auf Gegenseitigkeit, wenn ihr die Kosten dieses Arrangements von uns fern und uns dessen Nebenwirkungen vom Halse haltet: nämlich die für ökonomisches Wachstum notwendige Naturzerstörung, die trotz Umverteilung verbleibende Armut, das Wissen um die Gründung hiesigen Wohlstands auf der harten Arbeit von Menschen anderswo auf der Welt“. So beruht, kann man sagen, die Deutschland-AG auf dem Stillhalten derer, die es nicht besser wissen, und jener, die es nicht besser wissen wollen. Daß die, die in der „Anstalt“ sitzen, es wenigstens wissen wollen, ehrt sie; doch ihre schizophrene Lage macht den Applaus immer dann am lautesten, wenn es gegen eine Herrschaft geht, von der sie gern annehmen – oder sich wünschen? –, sie hätten nichts mit ihr zu tun.

»

bezahlte Anzeige

Dominik Bauer (Hrsg.): "Trump Countdown-Kalender Teil 1"
Nur noch 1361 Tage bis zum Ende seiner Amtszeit. Am 29. April 2017 ist Donald Trump 100 Tage im Amt - somit endet seine Schonfrist und der Präsidentschafts-Countdown kann offiziell beginnen.
Herausgeber Dominik Bauer hat diesen einzigartigen Wochenkalender zusammengestellt, mit vortrefflichen Beiträgen von BECK, Uwe Becker, Jan Böhmermann, Gideon Böss, Tim Feicke, Leo Fischer Burkhard Fritsche, Torsten Gaitzsch, Greser & Lenz, Katharina Greve, Severin Groebner Thomas Gsella, Gerhard Haderer, Hauck & Bauer, Michael Holtschulte, Frank Hoppmann, Rudi Hurzlmeier, Oli Hilbring, Moritz Hürtgen, Kittihawk, Dorthe Landschulz, Mario Lars, Til Mette, Denis Metz, OL, Martin Perscheid, Ari Plikat, Rattelschneck, Hannes Richert, Leo Riegel, Stephan Rürup, Ralph Ruthe, Schilling & Blum, Roland Scholle, David Schuh, Martin Sonneborn, Mark-Stefan Tietze, Friedemann Weise, Ella Carina Werner, Heiko Werning, Ruedi Widmer, Valentin Witt, Tim Wolff, Miriam WursterHans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige  Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In  diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen  Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde.  Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle  Sterne.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann       alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und       hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und       Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy       Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine       gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Thomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Heiko Werning, Volker Surmann (Hrsg.): "Ist das jetzt Satire oder was? Beiträge zur humoristischen Lage der Nation"
Sie werden vom Papst verklagt, lassen sich von Islamisten erschießen oder müssen sogar bestbezahlt und hochgelobt für das ZDF arbeiten: Satiriker. Die besten Satireschaffenden der Republik bekennen in dieser uneigentlich-eindeutigen Mut-Anthologie, wie das für sie so ist, im "Bergwerk des Humors" (FAZ) zu "malochen" (Thomas Gsella). Für dieses schamlos vom Charlie-Hebdo-Attentat profitierende Taschenbuch schreiben und zeichnen u.a.: ganz viele Leute aus dem TITANIC-Umfeld, Silke Burmester, Ahne, Fritz Eckenga und Knut Tucholsky.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Nicolas Mahler: "Der Urknall"
Nicolas Mahler, Meister des opulenten knappen Strichs, legt mit "Urknall" sein grundlegendstes, ursprünglichstes Werk vor. Von Kalauern wie "Sie sind mir aber eine Urknallcharge" bis "Wer hat an der Ur gedreht?" nimmt er zum Glück größtmöglichen Abstand und präsentiert statt dessen ein kleines, unglaublich dichtes Buch, in dem die ganze Welt des komischen Zeichnens angelegt ist, und das vor den Augen des Betrachters regelrecht explodiert. Ein Lichtblick im riesigen Dunkel des Buchmarkts!Stefan Gärtner: "Putins Weiber"
St. Gärtner ist der Schutzheilige der Alphabetisierten und Literaten. Gerühmt und bekannt als Parodist Daniel Kehlmanns, Ildikó von Kürthys, Arno Geigers und Thomas Gsellas, hat er nun seinen ersten Roman "vorgelegt" (Feuilletonphrase). "Putins Weiber" ist ein Pageturner (Klappentextphrase) des Gut-Schreibers (Idiotenphrase), voll mit Frauen, Alkohol, Psychotherapie, Aphorismen und Geschwätz, seltsamen Nachbarn, noch mehr Frauen, Männerfreundschaft und Autofahrten. So würde Nick Hornby schreiben, wenn ihm Eckhard Henscheid rechtzeitig Lawrence Sterne vorgestellt hätte!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Anselm Neft: "Helden in Schnabelschuhen"
Anselm Neft ist Großinquisitor auf Lesebühnen und Mitherausgeber des EXOT-Magazins für komische Literatur. Sein zweiter Roman führt geradewegs hinein in die finstere, stinkende, voraufklärerische Welt der Mittelaltermärkte. Dorthin verschlägt es seine Helden Max und Katja, die nach ihrem Studienabschluß in Philosophie aus schierer Verzweiflung mit der Mittelalterband Kobold auf Tour gehen und sich dabei in höchst komplizierte Liebes- und Lebenshändel verstricken. Neft schreibt, wie ihm der Schnabel(schuh) gewachsen ist – genau das Richtige für mittelalte Komik-Connaisseure mit Hang zum Schalmeienklang!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Wiglaf Droste: "Schalldämpfer"
Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels" (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W. Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben, die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Heiko Werning: "Schlimme Nächte: Von Abstürzen und bösen Überraschungen"Jeder von uns hat schon mal eine erlebt und würde sie am liebsten für immer aus dem Gedächtnis löschen: eine schlimme Nacht. Heiko Werning aber, Lesebühnengott und Reptilienforscher, hat sich an über 30 schlimme Nächte erinnert und sie tapfer aufgeschrieben. Kindlicher Kaninchenmord bei der Nachtwanderung, verpaßte Chancen im malaysischen Massagesalon, Prügeleien mit Fußballfans, psychopathische Spermien-Strickerinnen: diese Nachtmahre werden Sie nicht mehr schlafen lassen!Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"
Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 25.04.:

    Mark-Stefan Tietze diskutiert in der Taz den heiß umstrittenen Frühling.

  • 20.04.:

    Der WDR checkt zur NRW-Landtagswahl den PARTEI-Kandidaten Keno Schulte.

  • 20.04.:

    Stern.de über eine Hannoveraner Ausstellung von Wenzel Storch.

  • 12.04.:

    Mit der "Zeit" spricht F. W. Bernstein über Lyrik, Sinn und Gruppenarbeit.

  • 31.03.:

    "Hauptsache Kultur" vom HR besucht TITANIC und befragt Tim Wolff zu Erdoğan, Trump und Co.

Titanic unterwegs
28.04.2017 Köln, Uni
  Leo Fischer
28.04.2017 Diessen, Hotel Maurerhansl
  Thomas Gsella, Hans Well, Sebastian Gröller
28.04.2017 Neapel, Comicon
  Katharina Greve: »Das Hochhaus«
30.04.2017 Hamburg, Polittbüro
  Gerhard Henschel, Silke Burmester, Frank Schulz

bezahlte Anzeige

Briefe an die Leser

 Yalla, werte Herrschaften vom »Islamischen Staat«!

Ein bißchen stutzig macht es ja schon, daß Eure Attentäter sich zumeist nicht gerade durch einen den Drogen und dem Alkohol abholden Lebenswandel hervorgetan haben; und daß die Tatwaffe beim Anschlag von Stockholm ausgerechnet ein Bierlaster war, verstärkt unseren Verdacht: Kann es sein, daß Euer Verein nicht ganz halal ist?

Allahu akbar! Titanic

 Schnupper, schnupper, Gewürzmischerei »Sonnentor«!

Die Sorten Deiner »Fünf Helferlein der Wieder Gut! Linie«, v.a. »Klara Kopf« (»macht Platz für kreatives Kopfkino«), »Dita Detox« (»ins Reine kommen«) und »Irma Imun« (»die besten Immunbooster aus der Natur«), klingen ja schon recht gewagt. Aber wo bleiben »Dagmar Dachboden« (der Duftcocktail für ein intaktes Oberstübchen), »Liesel Leiste« (für alle Latten am Zaun) und »Berta Becher« (für ein vollständiges Tassensortiment im Schrank)?

Geru(c)hsame Grüße Titanic

 Alle Achtung, Jürgen Freyschmidt (FAZ)!

Sie warnten jetzt vor einer »Feminisierung der Medizin«. Diese hätte furchtbare Folgen für alle, weil Frauen nämlich das Studium häufiger abbrechen oder wegen Familiengründung und ähnlicher Kinkerlitzchen hinterher nur halbtags oder gleich gar nicht arbeiten. Aber warum gibt es bloß so viele Medizinstudentinnen? Ganz einfach: wegen des Numerus Clausus, denn »70 Prozent der Frauen haben eine bessere Abiturnote als Männer«.

Nur weil die Weiber also schlauer sind, dürfen die jetzt alle studieren. Das ist so ungerecht! Denn »bedeutet eine Durchschnittsabiturnote um 1 nun, daß der Kandidat oder die Kandidatin geeigneter für den ärztlichen Beruf ist als Kandidaten mit einer Durchschnittsnote von 2 oder mehr?« Natürlich nicht! »Um ein engagierter und passionierter Arzt zu sein, muß man kein glänzendes Abitur haben.« Für den ärztlichen Beruf geeigneter ist im Zweifel also eher ein dummer Typ als eine schlaue Frau, weshalb es eben unabdingbar ist, »eine Quote von 50 Prozent weiblichen und 50 Prozent männlichen Bewerbern festzulegen« und »statt der Abiturnote ein Losverfahren einzuführen«. Damit auch männliche Trottel wieder eine faire Chance bekommen! Das leuchtet uns ein. Und jetzt verstehen wir auch endlich, wie es zu der Besetzung der FAZ-Redaktion gekommen ist!

Engagiert und passioniert wie immer: Titanic

 Bushido!

Du bist wegen versuchten Betrugs vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten zu einer elfmonatigen Bewährungsstrafe und einer Geldbuße von 10 000 Euro verurteilt worden. Als Inhaber des Aquaristikgeschäfts »Into The Blue« sahst Du Dich im Haifischbecken der Branche anscheinend genötigt, zu Gangsta-Methoden zu greifen und Dir aalglatt mit einem fingierten Einbruch von Deiner Versicherung 360 000 Euro zu angeln. Daß Du den Schnüfflern ins Netz gegangen bist, ist insofern nicht verwunderlich. Schließlich fängt ohne wasserdichtes Alibi selbst der kleinste Fisch vom Kopf an zu stinken.

Wärst Du mal lieber für immer abgetaucht! Titanic

 Ach, »Tagesspiegel«…

Unter die Headline »Das war spitze!« die Zeile »Vor 30 Jahren starb Hans Rosenthal« zu setzen, das war natürlich auch schon wieder spitze.

Was Hänschen nicht lernt, lernt der »Tagesspiegel« nimmermehr, oder? Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Adrenalinrausch

Um den alltäglichen Lebensmittelkauf etwas spannender zu gestalten, habe ich mir das »Partisanen-Shoppen« ausgedacht. Dazu gehe ich alle paar Wochen in einen größeren Supermarkt und versuche, meinen Wocheneinkauf nicht aus den Regalen, sondern ausschließlich aus fremden Einkaufswagen zu bestreiten. Als kleiner Mann von der Straße muß man sich den Rausch nehmen, wo man ihn findet.

Karl Franz

 L’art d’ameublement

»Wie haben Sie sich denn Ihre Echokammer eingerichtet?«
»Ach, schlicht. Ganz schlicht.«

Christian Y. Schmidt

 Göttlich

Aufgrund eines Mißverständnisses gab es in der WG meiner Freundin vor kurzem einen großen Kartoffelüberschuß. Es wurde darüber diskutiert, was nun mit den ganzen Kartoffeln angestellt werden sollte. Schnell kamen wir auf »Himmel und Erde«, wobei meine Freundin der Meinung war, für das Gericht müßten Zwiebeln, Äpfel und Kartoffeln gemeinsam gekocht und dann zermatscht werden, während ihr Mitbewohner sich sicher war, daß Zwiebeln und Äpfel gebraten werden müßten und nur die Kartoffeln püriert würden. Nach einigem Hin und Her hatten sie zwar keinen Konsens gefunden, dafür aber eine wichtige Lektion fürs Leben gelernt: Von Himmel und Erde hat jeder seine ganz eigene Vorstellung.

Ernst Jordan

 Apathie im Alltag

Sagte neulich auf einer Party ein Typ im Überschwang: »Der Mann hat das Haus komplett mit den eigenen Händen erbaut!« Parierte ungerührt sein Gegenüber: »Hat der denn sonst keine Interessen?«

Theobald Fuchs

 Marktforschung

Placebos haben als Ersatzpillen wohl erst dann eine Chance, wenn sich die Probanden neben der beabsichtigten Wirkung des Testmedikaments auch sämtliche Nebenwirkungen einbilden.

Jonny Rieder