Eigentlich sollte diese Kolumne mit der Frage beginnen, wieviel die Elbphilharmonie hätte kosten müssen, daß es nicht trotzdem gleich vergessen gewesen wäre: zwei Milliarden? Zehn? Vor ein paar Jahren, „Elphi“ war noch im Bau, rechnete die Hamburger Gewerkschaftskampagne „Gerecht geht anders!“ vor, ziemlich exakt die 500 Millionen, die der weltbeste Konzertsaal des Universums damals noch kosten sollte, wolle der Hamburger Senat im Haushalt streichen, weshalb das „Prestigeprojekt“ (NDR) das „Hamburger Symbol für die ungerechte Verteilung und die soziale Spaltung in der Stadt“ (Kampagne) sei.

Vergangenheit; und schließlich soll es, Demokratie!, jetzt darum gehen, „mehr klassikferne Menschen in die Veranstaltungen zu locken. Und zwar nicht nur in für Junge, Arbeitslose und Asylanten angebotene Konzerte, sondern in das reguläre Programmangebot“ (SZ), das, ich vermute es mal, dann doch etwas umfangreicher sein wird als das kulturelle Almosen für die, die im Zweifel sowieso andere Probleme haben und für die die Elbphilharmonie sowenig gebaut worden ist wie sonst irgendein Kulturtempel. In Hamburg, wußte die Bürgerillustrierte „Spiegel“ schon im Januar 2006, werde an einer „Freiheitsstatue des hanseatischen Bürgertums“ gebaut, und genau elf Jahre später findet Faz.net-Leser Marcus Oehler: „Wenn die Kleingeister das Sagen hätten, gäbe es keinen Eiffelturm und keine Elbphilharmonie.“ Sondern, horribile dictu, erst das Fressen und das Obdach für alle und dann die Moral und den Beethoven fürs sog. Bildungsbürgertum, das, glauben wir Gremliza, „weder gebildet noch bourgeois“ ist, sondern aus „ambitionierten Kleinbürgern, Ärzten, Rechtsanwälten, Studienräten und ihren Gattinnen“ besteht, „die durch Tischdekoration und Konzertbesuch vom ordinären Pöbel sich abzuheben bemühen“. Der halt auch von den Milliarden, die der Finanzminister übrig hat, nichts abbekommen wird, weil Steuersenkungen eher die treffen, die was zum Versteuern haben.

„Ich bin so frei, von dieser Scheißkultur nichts wissen zu wollen.“ Gremliza, 2016

Aber das wollten wir ja gar nicht ausführen, denn im Fernsehen lief jetzt „Bubis: Das letzte Gespräch“, in dem das letzte Interview, das der auf den Tod kranke Zentralratsvorsitzende der Juden in Deutschland gab (und zwar im Sommer 1999 dem „Stern“), filmisch rekonstruiert und mit Dokumentarmaterial versehen wurde: Bubis, wie er 1992 Rostock-Lichtenhagen besucht: und weint. Udo Samel als Bubis, wie er sich, weinend, an seinen in Treblinka ermordeten Vater erinnert. Bubis, wie er 1985 die Aufführung von „Der Müll, die Stadt und der Tod“ mitverhindert und wie er den Interviewern den zentralen Satz in den Block spricht: Ich habe nichts bewirkt. (Der sich in der Druckversion zu „Ich habe fast nichts bewirkt“ gemildert fand.) Bubis, der die Frankfurter OB Roth in Schutz nahm, die ihm, Bubis, zum „Friedensprozeß in Ihrem Land“ gratuliert und mit Bubis’ Land Israel gemeint hatte. Der vergessene Eklat von 1992, als ein CDU-Provinzpolitiker ebenfalls der Meinung war, des deutschen Juden Bubis Vaterland sei Israel, und der unvergessene Eklat von 1998, als Walser in Gegenwart Bubis’ seine Friedenspreisrede hielt, die in Originalton und -bild noch widerwärtiger ist als der blanke Text, weil sie alle, alle des Nationaldichters „Moralkeule“ und der „Instrumentalisierung von Auschwitz“ zu (jüdischen) Erpressungszwecken applaudierten, und wie sich Bubis dann in Tel Aviv beerdigen läßt, aus Angst, daß sein Grab ebenso „in die Luft fliegt“ wie das seines Vorgängers Heinz Galinski.

Im Morgenblatt gestern der Bericht über einen Provinzpolitiker, der sich für Flüchtlinge eingesetzt und vor den Haßmails kapituliert hat, in denen sehr oft das Wort „Jude“ vorkommt. Ein paar Seiten später eine Bildunterschrift zu „Israels Siedlungsbau, der die … Zweistaatenlösung Haus für Haus unmöglich macht“, während die palästinensische Friedenspolitik bekanntlich eine bedingungslose ist. Tja. Um einen Begriff von deutscher Kultur anno 2017 zu bekommen, brauche jedenfalls ich die Elbphilharmonie kein Stück.

Das Internet ist ja bekanntlich der neustzeitliche Zentralort für Intelligenz und gutes Benehmen, und kaum hatte sich die Co-Vorsitzende der Grünen über ein mögliches „Racial Profiling“ der Kölner Polizei an Silvester beschwert, weil „Journalisten und Passanten … beobachtet hatten, wie die Polizei Männer mit vermutetem Migrationshintergrund am Kölner Hauptbahnhof von vermeintlichen Mitteleuropäern trennte und in einem Polizeikordon festhielt. Die Polizei bedachte sie mit dem Kürzel ,Nafris’, was für ,nordafrikanische Intensivtäter’ steht“ (SZ), wurde es „im Netz“ nach bewährter Art „unglaublich frauenfeindlich und rassistisch. Das ging von Verleumdung bis Gaskammer“ (Peter).

So weit, so üblich und eigentlich kein Grund, vom Frühstück aufzublicken, und daß sich Peters eigene Partei, voran der blöde Özdemir, umgehend von ihr distanzierte, damit die Klientel, für die Multikulti ist, wenn der Gemüsetürke auch Ajvar im Regal hat, nicht unruhig wird: ebenfalls geschenkt. Glücklich vergessen hatte ich allerdings, was für ein klassisch analoger Abort die ungute alte Bild-Zeitung ist. Das Morgenblatt wußte es: „Selten ist eine Parteichefin so abgewatscht worden, selten war das öffentliche Begleitkonzert so gehässig. ,Dumm, dümmer, Grüfri’, höhnte Bild, gemeint: Peter. Grüfri stehe für ,Grün-fundamentalistisch-realitätsfremde Intensivschwätzerin’, erklärte das Blatt etwas bemüht“, dessen stets bemühte Angestellte sich bekanntlich im Arbeitsvertrag verpflichten müssen, nicht für Gaskammern und deren Einsatz einzutreten; was freilich nicht hindert, gegens polizei- und obrigkeitskritische, linksversiffte Gutmenschentum so frei von der Leber weg zu hetzen, als sei Benno Ohnesorg eben erst erschossen worden.

„Der Wein erfindet nichts, er schwatzt’s nur aus.“ Schiller, 1799

Ein Glück fürs „größte Drecksblatt der westlichen Welt“ (Gremliza), daß die Rolle der „Cloaca maxima der öffentlichen Meinung“ (Kraus) so schön vom Internet ausgefüllt wird, und während vor der elektronischen Öffentlichkeit kaum ein Entkommen ist – und sei’s bloß, weil die Zeitungen ständig Trumps neuste Twitter-Einfälle zitieren –, gibt’s von Bild meist nur das, was im Supermarkt auf dem Weg zu Kasse überm Knick zu lesen steht: „Große Liste: Hartz IV und Ausländer in Ihrer Stadt“; was aber kein Grund zur Beruhigung ist. Denn das, was die Leute im Internet auskübeln, ist ja nicht im Schlaf über sie gekommen, und als im Jahr 2000, nachdem TITANIC die Fußball-WM nach Deutschland geholt hatte, Springers Kettenhund zum Angriff auf die Redaktion blies („Böses Spiel gegen Franz“), klang das, was da auf dem Anrufbeantworter landete (und auf der CD „Bild-Leser beschimpfen TITANIC“ angehört werden kann), ziemlich so wie jener Dreck, mit dem heute öffentliche Personen beworfen werden, die irgend etwas Linkes sagen (was, nebenbei, das Gejammer über linke Sprechverbote wie die Projektion klingen läßt, die es ist): „Sie sind ein ganz großes Schwein.“ „In einem Rechtsstaat gehören Leute wie Sie ins KZ.“

Alles mithin schon dagewesen; und mit dem „asozialen Hetzwerk von Idioten, Denunzianten, Polizisten und anderen Rechtsbrechern“ (Greml) hat der Haß also bloß sein Medium gewechselt. „Facebook und dergleichen Einrichtungen gehörten verboten. Statt in die Illegalität freilich geht Facebook an die Börse, wo die Firma für ihre Aktien hundert Milliarden Dollar erlösen wird. Der Wahrheit solchen Interesses hält kein Gedanke stand.“ Das freilich mit dem Interesse jenes anderen, stilbildenden Bewußtseinskonzerns identisch ist, dessen Enteignung seit einem halben Jahrhundert aussteht.

Wie haben sie einen belächelt damals, als man 2006 des Vaterlandes fröhliche Wiedergeburt im schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer für weniger märchenhaft denn menetekelig hielt und den „fröhlichen Patriotismus“ nicht für harmlos, sondern etwas, das dereinst genauso ausgenutzt werden würde wie Vaterländisches immer.

„Unser Herz schlägt für Deutschland“, meldet ein Jahrzehnt später nicht die Deutsche Liga für Volk und Heimat, sondern der harmlose, in Karten, Kalender und Nippes machende Schöning-Verlag auf Postkartentütchen aus dem ebenso unverdächtigen Quartiersbuchladen, und man muß sich schon auf die Homepage bemühen, um zu erfahren, daß die Heimatliebe eine zur Ansichtskarte ist („Von Sylt bis Garmisch-Partenkirchen, von Aachen bis Zwiesel bedienen wir seit Gründung des Verlags 1919 eine Vielzahl touristischer Orte. Noch heute werden in dem Lübecker Mittelstandsbetrieb Ansichtskarten konzipiert, entworfen und gedruckt“); und meine Reserve, was die „unaufhaltsame Faschisierung“ (Georg Seeßlen) der Deutschland AG angeht, halt bloß idiosynkratisch. Oder etwa nicht?

„Spatzl: ,Jetzt kann’s nur noch besser werden.’ – Franze: ,Jetzt wird wahrscheinlich alles ganz wunderbar.’“ Dietl/Süskind, 1983

Einen Tag später auf der weihnachtlichen Post habe ich aus der langen Warteschlange heraus Gelegenheit, zwei Kinderbücher zur Kenntnis zu nehmen, die zu irgendwelchen jahresendlichen Benefizzwecken vorgehalten werden: Erstens „Europa – entdecke den spannenden Kontinent“, zweitens „Deutschland – Deine Erlebnisreise durch Dein Heimatland“, und alles, was recht ist: So haben sie selbst in den geistig-moralisch gewendeten Kohl-Jahren meiner Adoleszenz nicht geknödelt, als ein Wort wie „Heimatland“ NPD, vielleicht noch Schlesiertreffen war; und daß der Siegeszug der unentwegt spannenden als vollauf konformen, das phrasenfroh Gutgelaunte in die Hirne hämmernden Sprache für die Nuancen taub macht, auf welche es doch ankäme, ist eine Warnung, die natürlich immer bloß ins Rauschen des Blätterwaldes gesprochen war. (Als ich einem Freund neulich mitteilen wollte, ich hätte eine Erzählung spannend, nämlich pulssteigernd gefunden, stellte ich fest, daß ich den Satz gar nicht mehr schreiben konnte, bedeutet er doch nach dem idiotischen, von den vereinigten Medialinstanzen ins Bodenlose gehunzten Sprachstandard der Gegenwart etwas völlig anderes als das, was ich meinte, nämlich praktisch nichts mehr. So wird das Ende von Sprache zum Ende von Welt.)

Allerletzter Weihnachtskauf, ein Blick ins „Was ist was“-Regal, und wiederum ein nationaler Zufallstreffer: „Deutschland. Land und Leute entdecken“, gab es früher auch nicht; und auf der Verlagsseite, wo ich nachsehen will, ob auch hier der Kontinent als spannender und sowieso erweitert deutscher mitmachen darf (ja, Band 113, „Europa“), wirbt ein kleines Mädchen im schwarz-rot-goldenen Sommermärchenoutfit. Oder muß ich sagen „Mädel“? Weil Frauen im final zu sich selbst befreiten Land aus Heimat, Hitler, Mario Barth allerorten zu „Mädels“ geworden sind? Und das, wie alles Grundverkehrte, auch noch gut finden?

Ich wünsche trotzdem ein gesundes neues Jahr. Im Rahmen der kranken Möglichkeiten.

Mein kleiner Bruder neigt eigentlich nicht dazu, mir recht zu geben, was vermutlich in der Natur kleinerer Brüder liegt, aber als er, der Familienvater, nun auch auf dem guten alten „Mensch ärgere dich nicht“ den Hinweis fand, dieses Spiel fördere die kindliche Konzentration etc., gab er sich geschlagen: Ja, sie seien alle verrückt geworden, und mir fiel dazu das alte Führerzitat über seine Hitlerjugend ein: Und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben.

Wahrscheinlich lag’s an der derart harmonisierten Stimmung, daß wir uns, was die Berliner Geschehnisse anging, gleich darauf einigten, daß man auch mit diesem Wahnsinn werde leben müssen, wobei meinem Bruder, dem Juristen, die Formel „allgemeines Lebensrisiko“ einfiel; und da war noch nicht klar, daß der Attentäter längst als hochbrisanter „Gefährder“ in den Akten stand, ohne daß es was genützt hätte. Zwar trat ausgerechnet der Liberale Lindner in die sich umgehend erhitzende Debatte mit der Forderung nach „Fußfesseln“ ein, aber auch die werden nicht verhindern, daß Leute, die töten wollen, töten werden. Wo ja schon bewaffnete Kinder aufgegriffen worden sind.

Nun ist Lebensrisiko aber nicht gleich Lebensrisiko. Ich kann vom Blitz erschlagen werden oder, wie Ödön von Horváth, von einem herunterfallenden Ast; ich kann aber auch auf der Autobahn verscheiden, weil irgendein Audi-Pilot nicht weiß, wo das Bremspedal ist. Auf Autobahnabschnitten ohne Tempolimit ist die Zahl der Verkehrstoten um fast 30 Prozent höher als auf solchen mit, und daß um der freien Fahrt für freie Bürger willen Menschen sterben, ist eine politische Entscheidung: Buchstäblich jeden Toten und jede Schwerverletzte, die auf die Rechnung des fehlenden Tempolimits gehen, verantwortet die Politik. Es gibt viele solcher Entscheidungen: über Abgasgrenzwerte oder Giftrückstände in Lebensmitteln, über Atomkraft oder Armut, die das Leben statistisch um ein reichliches Jahrzehnt verkürzt. Darüber, daß es sich beim Terror, mit dem die sog. freie Welt wird leben müssen, um eines der Risiken handelt, die nicht vom Himmel hoch herkommen, waren Brüderchen und ich uns dann nicht ganz so einig; schließlich sei beim Rasen auf deutschen Straßen der Zusammenhang von Ursache und Wirkung klar, bei Anschlägen wie dem in Berlin aber nicht, und wenn ich mich sagen höre, daß eine Welt, in der die einen viel und die anderen wenig haben, eine gewalttätige sein muß, und daß die Waffen, mit denen sich die Leut’ rund um den Erdball massakrieren, fast nie aus den Ländern der Massaker selber kommen (sondern, zum Beispiel, aus Deutschland), dann klingt das auch in meinen Ohren nach einem klischierten Sozialkundeunterricht der achtziger Jahre.

„Die GmbH haftet mit ihrem Gesellschaftsvermögen … für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Das Privatvermögen der Gesellschafter bleibt unberührt.“ Wikipedia

Aber ist es darum falsch? Wo kommen sie her, der Haß und der Wahn, wenn nicht aus einer Welt, die in ihren Wohlstandsregionen die Kinder immer blindwütiger auf eine Konkurrenz verpflichtet, die anderswo für das Elend sorgt, aus dem sich dann leicht die Kämpfer (und Kämpferinnen) für eine noch schlechtere Welt rekrutieren lassen? Wie soll der Fortschritt für eine Menschheit aussehen, wenn selbst der kleine Teil, der ihn sich leicht leisten könnte, darauf pfeift? Und ist es falsch, darauf zu beharren, daß die Gewalt nicht eher endet, bis daß Besitz und Macht nicht mehr davon profitieren?

Der Kapitalismus, das weiß sogar der Papst, kalkuliert mit Not und Tod; und die grimmige Parole, sich von Attentätern nicht beirren zu lassen, bedeutet nichts anderes, als daß auch die Toten auf deutschen Weihnachtsmärkten, die jetzigen wie die künftigen, längst als Betriebsausgaben verbucht sind.

Drei Fußminuten von dem Münchner Hotel, in dem wir waren, hat ein VW-Händler seine vielleicht 150 Meter lange und gewiß sechs Meter hohe Fassade mit wellblechartigem Aluminium verkleiden lassen. Daß er (oder sein Architekt) sich vorher überlegt hätten, wer das später wie saubermacht, können wir ausschließen, denn irgendwer ist immer da, der Hotelzimmer, Gehwege oder Außenfassaden saubermacht; und so stehen bei fünf Grad zwei Männer, ein alter und ein junger, mit Tüchern und Reiniger vor dem Quadratkilometer aus Wellenberg und Wellental und putzen. Sie putzen, als wir sie gegen Mittag passieren, und sie putzen, als wir drei Stunden später zurückkehren. Wenn wir dem, was so in den Zeitungen steht, glauben dürfen, geht es ihnen (so wie uns allen) „so gut wie noch nie“. Beim Händler drin läßt sich derweil ein dicker Mann ein noch dickeres Auto zeigen.

Gestern ein Gastkommentar in der lokalen Qualitätstageszeitung über die wachsende Dummheit und den Stolz darauf: „Ich kann mich noch an Diskussionsrunden im Fernsehen erinnern, bei denen die Teilnehmer sich wacker bemühten, einen möglichst gebildeten Eindruck zu hinterlassen, selbst wenn sie sich dafür als Blender und Aufschneider bewähren mußten. Wer heute in eine Talkshow gerät, bekommt es hingegen mit Leuten zu tun, die sich beflissen anstrengen, nur ja nicht als Klugscheißer dazustehen … Als wären Vernunft und Bildung eine Last, die den Menschen ungerechterweise aufgebürdet wurde und die abzustreifen geradezu ein urdemokratisches Anliegen wäre, beherrschen nun politische Abenteurer die mediale Welt und die digitalen Netzwerke, die in aller Öffentlichkeit lügen und gar nicht verbergen, es zu tun, und die deshalb von ihren Anhängern als vermeintliche Rebellen wider die unerträglichen Zwangsregeln des ,Systems’ verehrt werden … Die Begriffe, ob Faschismus oder Populismus, die wir angewidert ins Treffen führen, scheitern an der Aufgabe, die sie haben, die Realität nämlich zu fassen und uns damit ein Instrument in die Hand zu geben, auf diese angemessen zu reagieren. So wie wir sie verwenden, dienen sie aber nicht der Erkenntnis, sondern der Selbstentlastung. Wir sprechen von faschistoiden Tendenzen, nicht weil das, was sich heute ereignet, mit dem Rückgriff auf den historischen Faschismus besser zu begreifen wäre, sondern weil wir unsere Sorge, mehr aber noch unsere Abscheu kundtun wollen. Da geht es weniger darum zu erkennen, was sich tut, als sich zum Besseren und, mitunter, auch als die Besseren zu bekennen.“

„Ignorance is Strength.“ Orwell, 1949

Mag sein, der Autor Klaus-Markus Gauß verwendet diese Begriffe in dieser Absicht, und gewiß tut es die SZ, deren Publikum an diesen Tendenzen schon ausweislich seiner Abonnementsentscheidung nicht teilhat und im Zweifel gern glaubt, daß es die zwei tapferen Seelen sind, die in Handarbeit des VW-Händlers Hütte putzen, vor denen sich die sog. Zivilgesellschaft fürchten muß. So wie ich den Begriff Faschismus verwende, dient er allerdings dazu, den materiellen Grund auszuweisen, den es immer gibt, auch dafür, daß vor reichlich dreißig Jahren die „dummen Shows“ (Gauß) mit jenem Privatfernsehen kamen, das konservative Politiker in der Absicht installierten, aus der hier und da noch kritischen Masse eine unkritische zu machen; so wie die „Vereinfachung“ der deutschen Schriftsprache und die Schleifung der alten Universität bei hysterischstem Gewese um Exzellenz, Elitegymnasien und Hochbegabung (Heike Schmoll, FAZ: „Mittelmaß ist nicht genug“) immer nur dieselbe Absicht verfolgen: daß möglichst viel bei möglichst wenigen bleibe. Daß, andersherum, bei den vielen dann eher wenig bleibt, ist kein Kollateralschaden, sondern Absicht, und wer die klassenlose Gesellschaft nicht will, soll die Volksgemeinschaft nicht bejammern.

Denn die kommt doch gelegen.

Er könnte, hat Trump im Wahlkampf geprahlt, einen Menschen auf offener Straße niederschießen, und es würde ihn keine einzige Wahlstimme kosten. Daß wir mittlerweile so schön postfaktisch leben und die Wahrheit kaum interessiert, hat eben Vorteile: So habe ich, wie ich eben feststelle, im Juli bei einem sonntäglichen Frühstück behauptet, es gelte in Deutschland in Sachen Staatsbürgerschaft das sog. Optionsmodell, wonach sich z.B. ein junger Türke, eine junge Türkin bis zum 23. Lebensjahr entscheiden müssen, ob sie nun lieber einen türkischen oder einen deutschen Paß haben. Diese Information war falsch, nämlich veraltet, denn diese Regelung gilt seit 2014 nicht mehr: Wer als Kind nichtdeutscher Eltern hier geboren und sozialisiert ist, darf zwei Pässe haben. Zwar hat mich der Fehler keinen einzigen meiner Leser und Leserinnen gekostet, aber trotzdem bitte ich, die Fehlinformation zu entschuldigen. Daß es dem Reinhard Müller von der FAZ, der im Sommer Anlaß für den Beitrag war, darum ging und geht, „die doppelte Staatsbürgerschaft für Nichtarier zu denunzieren“, bleibt davon unberührt.

Gottlob ist die Realität dabei, meinen Fehler einzuholen. Auf dem Parteitag der CDU hat eine Mehrheit dafür gestimmt, zum Optionsmodell zurückzukehren, und auch wenn die Bundeskanzlerin gleich abwiegelte, in dieser Legislatur werde das gewiß nichts mehr, und überhaupt sei der Beschluß Unsinn, ist das freilich ein Signal an die vielen identitär Gestörten, daß sich in Zukunft wieder CDU wählen läßt, wenn man was gegen Ausländer hat. Denn einen richtigen Grund gibt es für den Rückzieher nicht; es gibt nur den Afghanen, der in Freiburg eine Studentin vergewaltigt und ermordet hat, und es gibt eine Stimmung, und es gibt den Jens Spahn, 36, der noch was werden will und dessen Parteitagsrede dem Vernehmen nach die knappe Mehrheit für den Rücknahmebeschluß zustande gebracht hat. Was das Ende des regelmäßigen Doppelpasses mit Flüchtlingen, Migrationsproblemen und toten deutschen Studentinnen zu tun hat, darf dabei offen bleiben; Spahn wird es selbst nicht wissen. Es ist auch ganz egal.

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Land tun könnt.“ Kennedy, 1961

„Doppelt hält schlechter“, hatte der Youngster und Finanzstaatssekretär bereits im September in der Zeit ausgeführt. „Denn Staatsbürger eines Landes zu werden, das bedeutet eben mehr, als einen Paß zu bekommen oder ein paar Rechte. Staatsbürgerschaft ist die hoheitlich-formalste Form, die Zugehörigkeit zu einem Staatsvolk, zu einer Gesellschaft mit all ihren Prinzipien und Grundlagen, ihren Werten und ihrer Kultur auszudrücken. Dies gilt um so mehr, als die deutsche Staatsbürgerschaft eine der attraktivsten überhaupt ist: Denn Deutschland ist eines der beliebtesten Länder der Welt. Seinen Einwohnern ging es noch nie so gut wie heute. Die Wirtschaft brummt, die Deutschen leben immer länger und gesünder, die persönliche Zufriedenheit wächst, viele sind mobil und weltoffen wie nie zuvor. Und: Wer einen deutschen Paß hat, der kann weltweit in die größte Zahl von Ländern visafrei reisen.“

So wunderbar in Deutschland ist’s, daß man Ausländern nicht erlauben sollte, neben dem besten Paß der Welt noch einen sinn- und kulturlosen Schrottpaß zu halten, wobei das Qualitätsgefälle ein Doppelpaßverbot eigentlich überflüssig macht; wie überhaupt das Bestehen auf Loyalität aus dem Munde eines christdemokratischen Bundespolitikers seltsam klingt. Denn der ist bloß loyal dem Standort und dessen Brummen gegenüber, und da auch noch loyal gegenüber dem scheinselbständigen Paketfahrer, der Leiharbeiterin oder dem Armutsrentner zu sein (der, weil arm, elf Jahre kürzer lebt als Freund Spahn mit 11000 brutto), ist eine logische Unmöglichkeit. Gerade für Deutsche mit muslimischem Hintergrund gilt, wenn die Statistiken zu Bildung und Einkommen irgendwas besagen, daß die Loyalität, die sie gefälligst zeigen sollen, die ist, die die Herrschaft vom Personal verlangt, und zwar vom niederen. Spahn verschaffte „den Konservativen in der Partei eine gewisse Genugtuung“ (Focus online), denn die haben die Beschwerde aus Zeiten, als Deutschtürken noch ungewaschene Gastarbeiter waren, wie frisch im Ohr: Die wissen wohl nicht, wo sie hingehören!

Sie sollen’s wieder wissen.

Eigentlich ist alles ganz einfach, pflegte mein seliger Vater einen seiner (seltenen) Vorträge einzuleiten, und also kann der Nahostkorrespondent des liberalen Morgenblatts die dortige Malaise ganz leicht per Leitartikel zusammenfassen: „Da ist Israel als routiniert rücksichtslose Besatzungsmacht; da sind Amerikaner und Europäer als halbherzige Vermittler; und natürlich sind da die Palästinenser selbst, die seit jeher mit ihren Führungsfiguren gestraft sind … Abbas also ist grandios gescheitert. Letztlich aber hat er nur die Chance vertan, die er de facto gar nicht hatte. Denn der Staatsgründung wäre er wohl auch nicht näher gekommen, wenn er rund um Ramallah ein Musterländle erschaffen hätte. Das potenzielle Staatsgebiet wird schließlich seit fünf Jahrzehnten von Israel besetzt gehalten – und die Regierung in Jerusalem zeigt keinerlei Interesse mehr, daran etwas zu ändern. In der täglichen Praxis wird der Siedlungsbau vorangetrieben, und in Israels politischen Diskussionen geht es mittlerweile mehr um mögliche Annexionen im palästinensischen Westjordanland als um eine palästinensische Staatsgründung.“

Das ist natürlich wieder ein glänzender Streich Volksaufklärung, wenn Israel seit 50 Jahren in routinierter Rücksichtslosigkkeit ein potentielles Staatsgebiet besetzt hält und, einfach so, keine Lust mehr hat, daran etwas zu ändern, und das hat sich der Peter Münch dann doch nicht getraut, die Wahrheit noch weiter zu beugen und auf dieses „mehr“ zu verzichten; ohne es freilich zu erklären. Platz bietet so ein Leitartikel halt nicht unbegrenzt, aber man kann ja darauf setzen, daß das Publikum die nahöstliche Geschichte der letzten hundert Jahre gut genug kennt, daß mehr bei ihm hängenbliebe, als daß der Palästinenser ein Halbjahrhundert lang chancenlos gegen die Brutalität israelischer Besatzung gewesen sei; und daß es z.B. weiß, daß diese Besatzung sich gewisser Tendenzen in der arabischen Welt verdankt, welche die Beseitigung Israels vorsahen und immer noch vorsehen.

„Weil einfach einfach einfach ist.“ Mobilfunkwerbung, 2005ff.  

Mit derselben Lust an der weltbildgerechten Vereinfachung erkannte Jasper von Altenbockum (FAZ) betr. Trump und rechts „das Paradox, daß es den Deutschen noch nie so gut ging, sich aber gleichzeitig so viele von ihnen so fremd vorkommen“, und die Beobachtung, es gehe den Deutschen so gut wie überhaupt noch nie, hatte vor zwei Wochen auch Prantl in München bereits gemacht (oder mindestens arglos wiedergegeben), und zwar ohne einen Blick auf die aktuelle Armutsstatistik, auf die Explosion der Zahl von Minijobs und working poor; und wo zuletzt ja häufig die Vokabel postfaktisch fällt und die, die jetzt AfD oder Hofer wählen, in ihrer Blase leben und Fakten gar nicht mehr wahrnehmen, darf doch auffallen, daß diese Angewohnheit eine scheint’s ubiquitäre ist. Wie nach dem Tode Fidel Castros der Hinweis unterblieb, daß es einem Schulkind in Havanna materiell sicher schlechter geht als einem im Münchner Hasenbergl, daß dieser Umstand aber weder seine Bildungschancen, noch seine Lebenserwartung berührt, die auch beide besser sind als im Slum von Caracas oder einer Favela von Rio; während in jenem Land, dessen Insassen es so gut geht wie noch niemals zuvor, Arme dümmer bleiben und ein reichliches Jahrzehnt früher sterben.

Aber an solchen Fakten hat ja keins ein Interesse, denn sie betreffen das Klassenregime, das so gottgegeben ist wie die Sonne, die Naturgesetze oder die jüdische Tücke; weshalb ich mir, unter Vereinfachern, den Tip sparen will, daß das Gegenteil von einfach gar nicht unbedingt kompliziert ist. Es ist nur schwer zu machen. -- Aber apropos Tip (zu Weihnachten): Oliver Nachtwey: Die Abstiegsgesellschaft. Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne. Berlin: Suhrkamp, 2016; Tilman Tarach: Der ewige Sündenbock. Israel, Heiliger Krieg und die "Protokolle der Weisen von Zion": Über die Scheinheiligkeit des traditionellen Bildes vom Nahostkonflikt. Freiburg u.a.: Edition Telok, 5. Aufl. 2016 

 


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TITANIC-Mitherausgeber und Gelegenheits-Bürgermeister Oliver Maria Schmitt ist über alle möglichen Kontinente gehüpft und hat Reisereportagen mitgebracht, die Ihnen den Spannungsschweiß auf Ihr Teiggesicht treiben werden! Er läßt sich in Simbabwe zum Survivalspezialisten ausbilden, verkostet in einer kasachischen Jurte Stutenmilch, wird beim Tangotanzen von finnischen (Meer-)Busen erdrückt und vermarktet sich auf der Frankfurter Buchmesse als Literaturtürke "Ertugrul Osmanoglu". Am Ende dieser Lektüre werden Sie sich vor allem eins fragen: "Was habe ich falsch gemacht, daß ich nicht so einen Job wie Oliver Maria Schmitt habe?"Stefan Gärtner: "Putins Weiber"
St. Gärtner ist der Schutzheilige der Alphabetisierten und Literaten. Gerühmt und bekannt als Parodist Daniel Kehlmanns, Ildikó von Kürthys, Arno Geigers und Thomas Gsellas, hat er nun seinen ersten Roman "vorgelegt" (Feuilletonphrase). "Putins Weiber" ist ein Pageturner (Klappentextphrase) des Gut-Schreibers (Idiotenphrase), voll mit Frauen, Alkohol, Psychotherapie, Aphorismen und Geschwätz, seltsamen Nachbarn, noch mehr Frauen, Männerfreundschaft und Autofahrten. So würde Nick Hornby schreiben, wenn ihm Eckhard Henscheid rechtzeitig Lawrence Sterne vorgestellt hätte!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Anselm Neft: "Helden in Schnabelschuhen"
Anselm Neft ist Großinquisitor auf Lesebühnen und Mitherausgeber des EXOT-Magazins für komische Literatur. Sein zweiter Roman führt geradewegs hinein in die finstere, stinkende, voraufklärerische Welt der Mittelaltermärkte. Dorthin verschlägt es seine Helden Max und Katja, die nach ihrem Studienabschluß in Philosophie aus schierer Verzweiflung mit der Mittelalterband Kobold auf Tour gehen und sich dabei in höchst komplizierte Liebes- und Lebenshändel verstricken. Neft schreibt, wie ihm der Schnabel(schuh) gewachsen ist – genau das Richtige für mittelalte Komik-Connaisseure mit Hang zum Schalmeienklang!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Wiglaf Droste: "Schalldämpfer"
Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels" (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W. Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben, die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Gerhard Henschel: "Beim Zwiebeln des Häuters – Glossen und Verrisse 1992-2012"Margot Käßmanns buntscheckige Gedankenwelt, Heinos faszinierende Schlichtheit, Slavoj Žižeks Parallaxengeschwurbel oder Günter Grassens Gedächtnislücken – TITANIC-Chefschimpfer Gerhard Henschel versucht Gestalten zu begreifen, von denen andere sich wünschen, sie nie kennengelernt zu haben. In diesem Sammelsurium herausragender Schleimfiguren finden Sie die schönsten Henschel-Polemiken aus zwanzig Jahren.Heiko Werning: "Schlimme Nächte: Von Abstürzen und bösen Überraschungen"Jeder von uns hat schon mal eine erlebt und würde sie am liebsten für immer aus dem Gedächtnis löschen: eine schlimme Nacht. Heiko Werning aber, Lesebühnengott und Reptilienforscher, hat sich an über 30 schlimme Nächte erinnert und sie tapfer aufgeschrieben. Kindlicher Kaninchenmord bei der Nachtwanderung, verpaßte Chancen im malaysischen Massagesalon, Prügeleien mit Fußballfans, psychopathische Spermien-Strickerinnen: diese Nachtmahre werden Sie nicht mehr schlafen lassen!Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"
Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 03.01.:

    Das Dänische Fernsehen hat (neben Böhmermann und FAZ) auch TITANIC besucht und auf eine Spendenaktion für die Deutsche Bank begleitet.

  • 01.01.:

    PARTEI-Chef Martin Sonneborn spricht mit dem Kölner Stadt-Anzeiger über den Weg zur Macht.

  • 29.12.:

    Die Berliner Morgenpost nähert sich einem erfolgreichen TITANIC-Cartoon.

  • 27.12.:

    Meedia dokumentiert, was Facebook-Nutzer über einen Cartoon aus der TITANIC-Dezemberausgabe denken.

  • 22.12.:

    Bei der Taz stellt Fabian Lichter Benimmregeln für den Handwerkerbesuch auf.

Titanic unterwegs
19.02.2017 Kassel, Caricatura-Galerie
  Beste Bilder – Die Cartoons des Jahres 2016
12.03.2017 Frankfurt, Museum für Komische Kunst
  »Sternstunden«

bezahlte Anzeige

Briefe an die Leser

 Du, Firma Dayclox,

bietest eine kleine Digitaluhr zum Aufstellen an: Auf dem Display werden Datum, Wochentag und Uhrzeit angezeigt. Sonst nichts. So weit, so handelsüblich. Wäre da nicht die Produktbezeichnung. Denn demnach handelt es sich keineswegs um eine Allerweltsuhr, sondern um eine »Alzheimeruhr« für ältere Menschen. Was wiederum den stolzen Preis von 65 Euro erklärt. Und uns jedoch mit der Frage zurückläßt, ob diese Verkaufsstrategie nicht irgendwie für jede Uhr und jeden Kalender gerechtfertigt wäre.

Will wissen, wann dem Kapitalismus die Stunde schlägt: Titanic

 Schauspieler Michael Fassbender!

Der Hochglanzillustrierten GQ verrieten Sie, daß sich jeder Mensch auf die beiden Typen »Macher« oder »Schwätzer« reduzieren läßt, wobei Sie sich mitunter zu letzteren zählen: »Ich erwische mich manchmal dabei, daß ich viel rede und wenig mache, und ich mag mich dann nicht besonders.« Den Grund, der Menschen in ihrem Handeln bremst, sehen Sie in der »Angst, sich hinzustellen und sich zum Affen zu machen«.

Da müssen wir Ihnen widersprechen. Wie Ihr GQ-Interview expressis verbis zeigt, kann man sich auch als nicht besonders gemochter Schwätzer ungebremst lächerlich machen.

Erwischt von Titanic

 SAP-Gründer Hasso Plattner!

SAP-Gründer Hasso Plattner!

Seit Sie in Ihrer Software-Klitsche nur noch im Aufsichtsrat sitzen, widmen Sie sich mit um so größerer Hingabe dem Mäzenatentum. Ihr neuestes Geschenk an die Stadt Potsdam ist das Museum Barberini, Nachbau des im 2. Weltkrieg zerstörten Palastes Barberini, ursprünglich Ende des 18. Jahrhunderts errichtet. Daß Sie eine Schwäche für solche Bauten haben, zeigte ja bereits Ihre mehrstellige Millionenspende für den Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses, heute Sitz des Landtages. Mit Ihrer – steuerlich sicher recht vorteilhaften – Stiftung haben Sie also maßgeblich dazu beigetragen, die Potsdamer Innenstadt von diesem schrecklichen Kriegsmakel zu befreien und im Sinne der guten alten Geschichtsklitterung in die gute alte Zeit zurückzuversetzen. Glückwunsch! Aber was ist ein Museum ohne Inhalt? Auch der findet sich in den Taschen Ihrer Spendierhose: Über die Jahre haben sich im Hause Plattner der ein oder andere Monet, Renoir, Richter und Kippenberger angesammelt, die nun mal endlich professionell abgestaubt und ausgestellt werden sollen. Und was ist Ihnen dabei besonders wichtig? Laut der Homepage des Museums: »Das Original erleben, die Begeisterung teilen.«

Darauf, Plattner, muß man erst mal kommen! Originale erleben – in einer monströsen Architekturfälschung!

Sorgt sich um Ihre Aura in Zeiten ihrer digitalen Reproduzierbarkeit: Titanic

 Du hattest, Tageszeitung Welt,

neulich eine kleine Denksportaufgabe für Deine Twitter-Follower: »Was Donald Trump mit Kim Kardashians Po gemeinsam hat.«

Halt, nichts verraten, wir kriegen’s selber raus: Beides sind Ärsche, die Dir zur Auflagensteigerung gerade recht kommen, stimmt’s?

Vermuten die Ratefüchse von Titanic

 Grüß Gott von uns, Papst Franziskus!

Sie beteten neulich folgende Zeilen herunter: »Desinformation ist wahrscheinlich der größte Schaden, den die Medien anrichten können, da die Meinung in eine Richtung gelenkt wird und der andere Teil der Wahrheit vernachlässigt wird.« Hm, joa, für das Oberhaupt der katholischen Kirche sind das schon starke Worte, von wegen im Glasmobil sitzen und Steine schmeißen und so. Andererseits war die Kirche immer schon groß darin, glaubwürdig in ihrer Unglaubwürdigkeit zu sein.

Gesegnet sei Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Das Netflixbarometer informiert:

Stadt mit dem höchsten Pro-Kopf-Konsum von Fernsehserien: Bingen am Rhein.

Florian Kölsch

 Mißverständnis

Meine Freundin fragte mich kürzlich, was wohl meine größte Schwäche sei. Ich antwortete darauf, das sei wohl die Tatsache, daß ich zwar die Semantik einer Frage korrekt deuten könne, nicht aber die implizite Seite einer Frage. Ob ich denn ein Beispiel dafür nennen könnte, wollte sie wissen. Meine Antwort: ja.

Ernst Jordan

 Etikette

In Zeiten wie diesen sollte die einem geplanten Anschlag vorausgeschickte Bombendrohung als Zeugnis von Anstand und guten Umgangsformen gewertet werden.

Sebastian Klug

 Krahahahaha!

Daß Krähen noch intelligenter sind als allgemein angenommen, wurde mir neulich klar. Wie viele wissen, läßt das Vogeltier, schlau wie es ist, Nüsse auf harten Untergrund fallen, um sie so zu knacken. Als ich neulich an der Ampel stand und nur knapp von einer solchen Walnuß verfehlt wurde, dachte ich, das sei Zufall. Erst Stunden später fiel mir ein, daß es sich um den subtilsten Spott seit langem über meine Kahlköpfigkeit handelte.

Leo Riegel

 Witze im Weltraum

Irgendwie scheint sich bisher noch niemand darum gekümmert zu haben, denn die Genres der Fäkal- sowie der Kellnerwitze sind noch nicht im Zeitalter der Raumfahrt angekommen. Mal sehen, ob ich das ändern kann. Also: In der internationalen Raumstation schwebt neben dem einzigen Gast über Tisch 3 ein Teller. Sagt der Gast: Herr Ober, in meiner Suppe verglüht ein schwarzes Loch. Sagt der Ober: Nein, das ist nur etwas, was aus meinem Kotbeutel entwischt ist.

Theobald Fuchs