• Es ist Dienstag
  • Man muß eine Weile scrollen, um auf Neuigkeiten zu stoßen
  • Irgendwas in irgendwelchen Umfragen
  • Übermüdete deutsche Redaktuere übersehen mehr Rechtschreibfehler als sonst
  • Der Gesundheitszustand von Millionen Zuschauern gibt nun Anlaß zur Sorge
  • Das nächste TV-Duell ist jetzt noch wichtiger geworden
  • Vielerorts das Wetter (kälter, jedoch kein Zusammenhang)
  • Die Temperatur der Twitter-Server (wärmer, durchaus ein Zusammenhang)

"Nevermind"-Baby bei wiederholtem Nachstellen des legendären Nirvana-Covers ertrunken!

  • Verlierer
  • Lahme Ente
  • Vollhorst
  • Fettsack
  • Syphilis
  • Mittagessen
  • Bello
  • Bass Sultan Hengzt
  • Beatrix von Pferd
  • Hitler

Sigmar Gabriel (knapp 60) ist SPD-Vorsitzender, Wirtschaftsminister und Vizekanzler im Kabinett Merkel.

TITANIC: Herr Gabriel, Sie haben seit mehr als zwölf Stunden weder ein politisches Statement abgegeben, noch Ihre Meinung zu irgend etwas geändert, noch Ihrer SPD einen radikalen Kurswechsel verordnet. Geht es Ihnen gut?
Gabriel: Ja, danke, mir und allen meinen Pfunden geht es bestens.

TITANIC: Und womit waren Sie in der Zwischenzeit beschäftigt?
Gabriel: Wissen Sie, auch ein Politprofi meines Ranges muß hin und wieder etwas essen. Und mit vollem Munde spricht man nicht. Das hat mir mein Nazi-Vater tüchtig eingebleut. Damals herrschten schließlich noch Sitten. Und deshalb gab es in der Konsequenz auch für einen gewissen Zeitraum keine richtungsweisenden Äußerungen von mir.

TITANIC: Also zwölf Stunden Essen? Darf man wissen, was es gegeben hat?
Gabriel: Ja klar, ich bin schließlich absolut für Transparenz. Zunächst Schmalzbrote, dann Fettstippe mit Rot-Rot-Grünkohl und zum Nachtisch ein Häufchen Pfannenkuchen mit lecker Ahornsirup. Davon habe ich von meinen kanadischen Freunden ein Faß geschenkt bekommen.

TITANIC: Ist das eine Andeutung in Richtung Vorteilsannahme im Rahmen der CETA-Verhandlungen?
Gabriel: Einen Vorteil für mich persönlich? Das weise ich entschieden zurück. Ich treffe alle meine Entscheidungen in enger Absprache mit den Genossinnen und Genossen. Und stets im Sinne und zum Wohle der Verbraucherinnen und Verbraucher. Daß ich letzten Endes einer der größten Verbraucher bin, tut hier aber nichts zur Sache. Zum Beispiel wollten die mich auch mit einer All-You-Can-Eat-Edeka-Kaisers-Tengelmann-Black-Card ködern, aber ich hatte das Limit schnell erreicht, da war das Thema nicht mehr interessant für mich.

TITANIC: Apropos Tengelmann: Wie soll es da nun weitergehen?
Gabriel: Gut, es läuft seitens des Vorstandes von Kaisers eine 14-Tages-Frist für eine Lösung. Bis dahin habe ich die Regale wohl geleert. Dann müssen die Mitarbeitenden nur noch besenrein machen, bevor die Filialen zugeschlossen werden.

TITANIC: Herr Gabriel, wir danken für dieses Gespräch.

  • Menschen, die bei Fips Asmussen über Kopf- und Gliederschmerzen klagen, von Jürgen von der Lippe eine schlimme Triefnase bekommen und bei Mario Barth heftiges Fieber und Schüttelfrost plagt, leiden wahrscheinlich unter einer zu geringen Anzahl Lymphozoten.
  • Von wegen Traumtyp und Frauenversteher! Bei George Clooney läuft im Bett außer Amalverkehr gar nichts.
  • Apropo (hihi): Nicht erst seit 1985 herrscht hierzulande in Pornokreisen Vermumungsverbot (Ausnahme: die Dirty-Hairy-Reihe).
  • Wer seine Geburtstagsparty über das Internet organisiert hat, darf sich anschließend nicht über das nervige Gedoodle des DJs beschweren.
  • Narzissten mit einem Hang zu Selbstporträts in sozialen Netzwerken haben ganz offensichtlich einen Selfies-Tick.

Es ist ja nicht so, daß, gäbe es die CSU nicht, man sie nicht sofort erfinden müßte; wie ihr pfundiger Generalsekretär Andreas („Dr. Scheuer“) Scheuer umweglos einem Polt-Sketch entsprungen zu sein scheint: „Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los“, so Scheuer nicht daheim am Abendbrottisch, sondern vor der Presse (!), und es zeichnet die parteigebundene soziale Christlichkeit in diesem Land aber aus, daß sie sich sofort empört gezeigt und entschuldigt hat: „,Wir müssen Obacht geben, daß wir, wenn wir konservative Wähler wollen, nicht die kirchlichen Wähler verprellen’, sagte der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel der Augsburger Allgemeinen. Der langjährige Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion Alois Glück warnte vor einem ,gefährlichen Entfremdungsprozess’ zwischen der CSU und sozial engagierten Bürgern“ (Faz.net, 20.9.). Selbst der Parteichef Seehofer kritisierte seinen Generalsekretär umgehend bzw. nahm ihn jedenfalls väterlich in Schutz: Er habe nämlich „keinesfalls Sportvereine oder Kirchen angreifen oder beleidigen wollen“. Denn auch Wählerinnen und Wähler aus den Sportvereinen sollen nicht verprellt und angegriffen werden. Ob die ministrierenden, fußballspielenden Senegalesen angegriffen und beleidigt werden, ist dagegen nicht ganz so wichtig, die fallen als Kundschaft nämlich aus.

„Jesu, geh voran /auf der Lebensbahn! / Und wir wollen nicht verweilen, / dir getreulich nachzueilen; / führ uns an der Hand / bis ins Vaterland.“ Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, o.J.

Wär’s nicht so schamlos (und halt auch im umfassenden Sinne verletzend; siehe Faz.net am selben Tag: „Unbekannte greifen jungen Syrer in Schwerin an“, weil man die ja sonst ebenfalls nie wieder los wird), es wär’ bloß so fad wie die Marktwirtschaft, die halt auch immer bloß schaut, wo was zu holen ist, und wenn wo Stimmen zu holen sind, dann muß die Demokratie, dann muß sogar die CSU genau hinsehen: Holt ein Scheuer mehr Stimmen am Stammtisch, als er im Kirchenvorstand verprellt? Und soll man sich als stolze Volkspartei beim ideellen Gesamtwirtschaftsflüchtling entschuldigen, nur weil ein Generalsekretär sich im Ton vergriffen hat? „Auch ich kann mich mit diesem Satz nicht anfreunden“, zitiert die SZ den CSU-Landtagsabgeordneten Imhof. „Achtsamkeit im sprachlichen Ausdruck ist was Wesentliches.“ Nicht daß man am Ende einfach sagt, was man meint.

Wäre mein Gedächtnis besser, ich wüßte noch, wer die Rede vom Wirtschaftsflüchtling angegriffen hat als eine, die unterstellt, die wirtschaftliche Situation eines Menschen habe nichts mit Politik zu tun; als sei Armut nicht sowieso immer Politik, von ihr geduldet, produziert, provoziert. Da leuchtet dann auch ein, wieso der „Wirtschaftsflüchtling“ so gern genommen wird, strahlt er doch gleichzeitig auf die autochthonen Armutsopfer zurück, deren (selbstverschuldete, allenfalls schicksalhafte) Powerteh die solvente Mehrheit genausowenig anzugehen braucht wie die Armut im und aus dem Senegal. Pack, hier wir da; wie ohne den autoritären Charakter, heiße er nun Scheuer oder Ottilie Normalverbraucherin, eine bürgerliche Demokratie nicht funktionieren kann.

Da lob ich mir die Kanzlerin, die, angesichts von 82 Prozent der Deutschen, die sich (über das verschärfte Asylrecht hinaus) eine Korrektur der Flüchtlingspolitik wünschen, „das absolut sichere Gefühl“ hat, „daß wir aus dieser zugegeben komplizierten Phase besser herausgehen werden, als wir in diese Phase hineingegangen sind“. Der Scheuer Andi ist halt schon mal vorausgegangen.

»

bezahlte Anzeige

Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 26.09.:

    Bei Arte im Portrait: Ex-TITANIC-Chef und PARTEI-EU-Abgeordneter Martin Sonneborn.

Titanic unterwegs
28.09.2016 Hanau, Café des Vereins Lebensgestaltung
  Thomas Gsella
28.09.2016 Wiesbaden, Gemeindezentrum
  Gerhard Henschel
29.09.2016 Sassnitz, Grundtvighaus
  Max Goldt
29.09.2016 Madrid, Cafeteria der Deutschen Schule
  Thomas Gsella

bezahlte Anzeige

Briefe an die Leser

 Herrgottsakra, Söder (CSU), wie genial!

»Der beste Schutz vor Terrorismus ist, keine Terroristen ins Land zu lassen«, verkündeten Sie in der Münchener Abendzeitung. Hätte man das doch nur schon bei der RAF gewußt! Oder beim NSU! Und wäre die Pränataldiagnostik des Verfassungsschutzes damals schon soweit gewesen. Dann hätte man die kleinen Verbrecher, noch ehe sie das Land betreten haben, ohne Umschweife dahin zurückschicken können, wo sie hergekommen sind!

Nichts gegen Ihre Mutter, aber dahin wünscht Sie auch manchmal: Titanic

 Walter Hildebrandt, deutscher Vater!

Als Direktor eines Steinbeis-Instituts für Digitale Verblödung, nein: Innovation in Berlin rauschen einem naturgemäß die krudesten Dinge durchs Hirnkastl. Bei Podiumsgesprächen lassen Sie Ihre Umwelt daran teilhaben und sagen dann solche Sachen: »Ich als deutscher Vater glaube, daß wir die Digitalisierung des Kindes hinkriegen.« Bei der Digitalisierung Ihrer deutschen Brut wünschen wir Ihnen viel Erfolg, wie auch immer Sie sie bewerkstelligen mögen. Techno-Faschisten wie Ihnen würde trotzdem gerne die Stecker ziehen: Titanic

 ARD- und NDR-Moderator Alexander Bommes!

Vom Tagesspiegel gefragt, was Sie von Millionengagen für prominente Ex-Sportler als Kommentatoren im Fernsehen halten und ob Sie selbst schon Millionär seien, sagten Sie: »Wer die Besten haben will, der muß auch etwas dafür bezahlen. Und wenn man die Besten hat, könnte man ja auch stolz darauf sein, wie wäre es damit?« Was ja bedeutet, daß Sie umsonst arbeiten und niemand stolz auf Sie ist!

So viel Ehrlichkeit hätte Ihnen nicht mal für Millionen zugetraut

Ihre Titanic

 Unser Zuhause, Linda-Luise Bickenbach und Bente Schipp,

ist der wichtigste Ort in unserem Leben. Deshalb stimmen wir dem Atlantik-Verlag zu, der in seiner Vorschau die Bewerbung Eures Buches »Sachen richtig machen« mit den richtig gemachten Worten »Unser Zuhause ist der wichtigste Ort in unserem Leben« einleitet. Man denke aber nicht, daß man an ebenjenem Ort sorglos vor sich hinleben und sich wie zu Hause fühlen kann! Vielmehr hat man Sorgen, denn »ständig tauchen neue Fragen auf«, z.B.: »Wie pflege ich meine Handtaschen und Designermöbel? Was ist ein gut sortierter Kleiderschrank?« und die allerwichtigste: »Welche Drinks sollte man unbedingt mixen können?«

Zu fragen, ob sich mit Eurem »lässigen Buch für ein lässigeres Leben« ein breites Publikum erreichen läßt, unterläßt: Titanic

 Und Du, Bäckerei Bosselmann,

forderst uns mittels Deiner Brötchentüten dazu auf, nicht etwa Deine Backwaren, sondern Deine Mitarbeiterinnen zu bewerten. So kann man auf den Tüten wahlweise ankreuzen:

☐ freundlich
☐ normal/nichts besonderes
☐ unfreundlich

Außerdem ist dort noch Platz für »Mein Lob / Meine Reklamation«.

Wirklich schauerlich, sich vorzustellen, wie Leute ihre Brötchentüten zücken, sie mit Kreuzchen und Denunziationen versehen und dann Deiner Marketingabteilung zuschicken, dabei gleich noch schamlos ihre Adreßdaten preisgeben (denn Du willst Dich ja für das kooperative Verhalten »bedanken können«) und denken, sie hätten nun alles richtig gemacht.

Weißt Du, wie wir das finden, Bäckerei Bosselmann? Such’s Dir aus:

☐ unappetitlich
☐ unfein
☐ zum Kotzen Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Walter Benjamin

suchte als Philosoph oft Halt bei Haschisch und Huren. Viel Handfestes kam nicht dabei heraus. Auch nicht bei seinen Beschreibungen von Paris, wo es Orte gebe, die aussähen, »als sei über das Photo einer« (abgebrochen). Über den Charme der Stadt dürfe man sagen, es liege »in dieser Atmosphäre eine weise abgewogene Mischung, daß einer« (abgebrochen). Den Charme von Benjamins Schreibweise hingegen kann jeder erfassen, der schon einmal unter Cannabis-Einfluß z.B. Schatten für »eine Brücke über den Lichtstrom der Straße« gehalten hat. Mir aber bleibt es überlassen, das Flanieren als Methode zum Entdecken des Unerwarteten

Ludger Fischer

 Zeichen und Wunder

Kürzlich stutzte ich, als ich auf meiner neuen PC-Tastatur direkt unter dem »F« noch ein kleines rundes Zeichen entdeckte. Ein Smiley? Oder ein zusätzliches @? Weder zusammen mit ALT, CTRL oder sonst einer Kombination ließ sich etwas auf den Bildschirm zaubern. Lange dauerte der klappernde Versuch jedoch nicht, dann wurde mir klar: Man sollte einfach während des Zähneputzens keine E-Mails checken.

Tobias Jelen

 Abgelehntes Stadtmotto

»Im Westen nichts: Neuss«

Torsten Gaitzsch

 Beim Beobachten der Jugend

Ich bin nicht überrascht, als ein junger Mann im Rewe eine Getränkedose aus der Palette nimmt und in zwei Zügen austrinkt. Schließlich sieht man ja immer öfter angebrochene Tafeln Schokolade, Kekspackungen oder Weinflaschen in Supermärkten. Gestaunt habe ich aber, als er dann ganz selbstverständlich die leere Dose in den Rücknahmeautomaten gesteckt und anschließend den erhaltenen Bon an der Kasse eingelöst hat.

Wolfgang Beck

 Erfassung

Jetzt mal bitte alle die Hände hoch, die nicht gerne an Umfragen teilnehmen.

Ernst Jordan