Wegen eines Konstruktionsfehlers ruft Ikea die Schokolade "Wörg" zurück. Einer offiziellen Mitteilung nach hatten sich mehrere Kunden über innere Blutungen, Brandflecken und Parodontose beklagt. Bei der Produktion sei es zeitweise zu Fehlern gekommen, so sei unter anderem das Gewinde der Schrauben jener Tafeln von Werk aus beschädigt, so daß die Schokoladenrippen bereits bei geringer Belastung nachgeben und es dadurch zu schwerwiegenden Kauunfällen kommen kann. Betroffen seien alle Schokoriegel aus der aktuellen Charge, zu erkennen an dem Stempel mit dem Produktionsvermerk "Winter 2002/03". Vereinzelt hatten Kunden auch von Stromschlägen in Zusammenhang mit dem Multifunktions-Ladegerät "Bruzzl" berichtet. Ikea-Pressesprecher Ville Ergar beteuerte diesbezüglich jedoch, die Schokolade funktioniere grundsätzlich ohne Strom und müsse deshalb auch nicht via Netzstecker aufgeladen werden. Jegliche Kombination der beiden Produkte "Wörg" und "Bruzzl" geschehe folglich auf eigene Verantwortung. Kunden, die "Wörg" gekauft haben, könnten das Produkt jederzeit in die nächste Ikea-Filiale zurückbringen; Käufer, die den Schokoriegel nicht mehr zur Rückgabe parat haben, werden gebeten, sich zügig in die nächste Ambulanz zu begeben.

De mortuis nihil nisi mentz. Über die Toten nichts außer die Worte des unsterblichen Hans Mentz:

Deix de luxe

Der Wiener Manfred Deix – ich sagte es bereits vor Jahren, doch in diesem Falle wiederhole ich mich gerne – Manfred Deix also macht seit Jahren wunderschöne Cartoons, die – ebenfalls seit Jahren – einen offensichtlich unausrottbaren Fehler haben: Sie erscheinen fast allesamt in österreichischen Blättern und beziehen sich daher häufig auf österreichische Zustände.

Das konnte mein Vergnügen an dem Prachtband »Cartoons de luxe«, Verlag Orac, allerdings kaum mindern. Denn 1. behandelt Deix durchaus auch Themen der internationalen – wenn auch kaum deutschen – Politik; auch ist 2. der laufende österreichische Schwachsinn dem bundesdeutschen häufig zum Verwechseln ähnlich, und 3. schau ich mir selbst diejenigen Blätter von Deix noch gerne an, bei denen ich trotz der hilfreichen Erläuterungen, die manchen Arbeiten beigefügt worden sind, gar nichts mehr begreife.

In solchen Fällen habe ich bei Deix zwar wenig zu lachen, aber doch viel zu bewundern – wie er das macht! – und viel zu bedenken – wie man sich irren kann! Denn Deix rüttelt empfindlich an einer meiner Lieblingsüberzeugungen, der nämlich, daß komische Grafik nicht allzu opulent auftreten sollte: Je ausgeführter ein Blatt, desto geringer die sich ohne Umschweife vermittelnde komische Kraft des Inhalts und seiner Formulierungen.

Stimmt aber nicht, jedenfalls nicht bei Deix. Der tuscht nicht etwa schlicht farbige Cartoons, sprich: kolorierte Federzeichnungen, der malt richtige Bilder. Und die füllt er meist nicht nur mit zahlreichen Details, sie sind auch häufig erfüllt von Licht, Stimmung und Atmosphäre – alles Ingredienzien, die von Rechts wegen zwar ästhetische Freude steigern, jedoch nicht unbedingt der Lachlust Vorschub leisten.

Daß Deix' Blätter trotzdem als komische Cartoons funktionieren, liegt an zwei Fähigkeiten dieses Zeichners, die selten in einem einzigen Menschen zusammenkommen: an seiner guten Technik und an seinem schlechten Geschmack. Sagen wir lieber: an seiner mitreißenden Geschmacklosigkeit. Seine Inhalte und Karikaturen nämlich machen vor gar nichts halt: nicht vor Mord, Totschlag, Perversion, Gebrechen und schon gar nicht vor der Würde des Menschen, angefangen vom Papst über die Politiker, die Frauen bis hinunter zum Kleinkind. Alles schrecklich komische Monster, wobei der Betrachter freilich stets auf der Hut sein muß: Nicht immer ist es Deix, der seine Mitmenschen derart monsterhaft sieht. Häufig greift er gängige Vorurteile auf, speziell die der Medien, und führt sie durch Übertreibung ad absurdum. Die Jugend ist kriminell? Klar ist sie das, und wie! Und schon tuscht Deix ein Blatt, auf welchem die Mordlust nur so aus allen Görenaugen funkelt und das Blut nur so aus allen Erwachsenenleibern spritzt.

Diese häufig undelikaten Vorgänge nun führt Deix in einer äußerst delikaten – das meint auch: schwierigen – Technik aus. Er aquarelliert, das heißt: Er arbeitet sehr flüssig und risikofreudig. Da er keine deckenden Farben benutzt, darf er sich keine Fehler erlauben. Meist unterlaufen ihm auch keine; das Ergebnis aber sind Cartoons, die bei aller Bildhaftigkeit häufig noch etwas von der Frische schlichterer Techniken haben, von der lavierten Feder- oder Kreidezeichnung etwa.

Deix hat gemeinsam mit Helnwein studiert, zusammen erprobten sie die Möglichkeiten des Aquarell. Sie sind zu sehr verschiedenen Ergebnissen gekommen, wobei ich die von Deix überraschender finde: Da ist nichts von jener traditionell wienerischen Morbidezza zu spüren, nichts von jenem auf Silbertablett gereichten – und trotzdem rasch wohfeilen – Schock-as-schock-can – dafür ist Deix denn doch zu komisch und zu kräftig.

Aus: TITANIC 8/84

 

Dampfhammer-Sozi Spencer

»Kaum fing ich wieder an zu schwimmen, wurde ich umgehend italienischer Meister im Freistil (was ich übrigens nie trainiert hatte).« Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer, ist vieles im Leben anscheinend mühelos gelungen. Da wundert’s einen nicht, daß nun auch seine Autobiographie (»Bud Spencer. Mein Leben, meine Filme«, Schwarzkopf & Schwarzkopf) ganz oben in den Bestsellerlisten steht. Für mich ist sie vor allem unter einem humorkritischen Aspekt interessant: Weshalb ist bzw. war gerade die Spencersche Brachialkomik über Generationen hinweg so erfolgreich, besonders in Deutschland?

Liegt es an der Synchronisation? Zwar haben die Übersetzer um den mittlerweile schon legendären Rainer Brandt mit Sprüchen wie »Werft die Friedensgabeln ins Gemüse!« oder »Wenn du mich noch mal duzt, hau ich dir ’ne Delle in die Gewürzgurke« einen eigenen Schnodderjargon geschaffen, der in seinen besten Momenten auch nach Jahrzehnten noch als Nonsens überzeugt – doch insgesamt auch viel Klägliches und Bemühtes bietet.

Das Duo Bud Spencer/Terence Hill entstand aus der überfälligen Wendung des Italowesterns in die Farce. Die Charaktere erwiesen sich eher zufällig als so prägnant und universal, daß sie in zeitgenössische Klamaukstoffe und fast jedes Genre übertragen werden konnten. Letztlich verkörperte vor allem Spencer das Prinzip dieser Filme, das auch mit anderen Partnern funktionierte: Hauptsache, sie reizten den genervten Dicken mit der einfachen Konfliktlösungsstrategie und aktivierten zugleich dessen Beschützerinstinkt.

Der vielseitigen Verwendbarkeit eines stets gleichbleibenden Charakters verdanken wir endlose Variationen dieser Fresse-voll-Filme, auch wenn Pedersoli seine Schauspielfähigkeiten eher realistisch einschätzte: »Ich verspürte, auch mit zunehmendem Erfolg, eine gewisse Scham.« Keiner seiner Filme ist besonders originell, aber die besten verfügen über eine Dreistigkeit, der sich kleine Jungs jeden Alters und Geschlechts nicht entziehen können – und obendrein über das, was Pedersoli als elementaren Identifikationsmechanismus beschreibt: »Ich war der Starke, der den arroganten Bösewichten Ohrfeigen verpaßt und so die Schwachen rächt. An meiner Seite waren Kinder, die Alten und die Frauen sowie die Furchtsamen und Schüchternen sicher vor den Wichtigtuern, da in den Geschichten von Bud Spencer die Ohrfeigen genau dort landeten, wo Worte und Gebete nicht mehr weiterhalfen.«

Bud-Spencer-Filme versprühen den heimeligen Charme der alten Sozialdemokratie: Wenn Herrschaftskarikaturen von dampfhammerstarken Proletariern die Fresse poliert bekommen, ist das fürs Publikum Bestätigung und Erleichterung im Arrangement mit den herrschenden Verhältnissen. Und alles bleibt sauber: Niemals fließt Blut, keiner wird dauerhaft verletzt, die Grenzen des Bürgerlich-Familiären werden nie überschritten (weswegen z.B. Hill nur eine verschämte und Spencer gar keine Sexualität besitzt), und die Rebellion schafft’s nie zur Revolution. Denn am Ende kommt die Bundespolizei, die Armee oder eine andere Macht, und die zwei bis vier Fäuste fügen sich dem Halleluja. Im Gegensatz zur SPD würde Bud Spencer in Deutschland jede Wahl gewinnen.

Aus: TITANIC 6/11

Ein Auszug aus Harald Welzers "Die smarte Diktatur"

Die Wahrheit ist: Wir leben, ohne es kommen gesehen oder je gemerkt zu haben, längst in einer Diktatur. Der digitalen Diktatur. Die größte Gefahr für unsere westliche Demokratie kommt unscheinbar daher. Ihr Hakenkreuz ist ein angebissener Apfel, ihre Soldaten eine Armada aus Telefonen, die über den großen Teich zu uns herüberschwappen. Das Dritte Reich war verglichen mit dem, was uns heute widerfährt, erst die Vorstufe: personalisierte Banner-Werbung, Spam-Mails, Menschen, die nur noch über Whatsapp und Zwitter kommunizieren. Man muß sich das einmal vor Augen führen: Heute, im Zeitalter des Internets und mit dem Einzug der Technik noch in den allerletzten Winkel unserer Privatsphäre, wäre es vollkommen unmöglich, Flüchtenden Unterschlupf zu gewähren. Dort, wo der Jude früher einmal seinen Platz gefunden hatte – hinterm Schrank oder neben der Telefonanlage – steht jetzt längst ein Modem, ein Drucker oder ein Grammophon. Die Technik ersetzt den Menschen, und die Schwachen trifft es zuerst.

Warum lassen wir das zu? Weil es so bequem ist. Klar, die Technik hat auch Vorteile. Ich kann heute mit einem Computer theoretisch innerhalb weniger Minuten eine SMS schreiben, das war vor hundert Jahren noch undenkbar. Aber die Technik verblödet uns auch, und wir verlernen das Wesentliche. Wann waren Sie das letzte Mal am Brunnen Wasser holen? Wissen Sie überhaupt noch, wie ein Eimer funktioniert? Wir haben jeden Tag die Möglichkeit, aus dem System auszusteigen. Bio kaufen reicht da nicht. Selber machen lautet die Devise: Einfach mal selbst die Bremsscheiben reparieren, mit Waldkräutern und Fliegenpilzen experimentieren statt zum Arzt zu gehen, Schnaps selber brennen und einfach mal ein paar Jahre im modrigen Kellerloch bleiben, anstatt in den Urlaub zu fliegen. Ich lebe so seit vielen Jahren, und es hat mir nicht geschadet. Mit dem Internet und all den modernen Gadgets kommt eine ganze Kaskade an unmenschlichem Gedöns auf uns zu, und die Demokratie wird Schluck für Schluck ausgehebelt. Versuchen Sie mal mit einem I-Phone und einem Laptop über die einfachsten Grundsatzprobleme unserer Gesellschaft zu diskutieren. Da kommt rein gar nichts von Seiten der Technik, außer dann und wann einmal ein verhaltenes Vibrieren oder irgendein "Pieps" oder "Tuut", und am Ende schalten sich die feinen Herren Geräte auch noch einfach selbst ab. Das hat mit Dialog, so wie ich ihn auf dem Gymnasium noch gelernt habe, nun wahrlich nichts mehr zu tun.

Wer mit moderner Technik kommuniziert, muß zwangsläufig verblöden. Wir merken das aber leider nicht mehr, weil wir längst drauf und dran sind, den Verstand zu verlieren. Das ist durchaus gewollt so. Ein Beispiel: Während ich immer weniger verstehe, wissen die Internetkonzerne alles über mich! Alles! Denn all diese bunten Apps sind nur trojanische Pferde, mit denen die Konzerne meine Gedanken stehlen wollen. Das sollte viel mehr Menschen außer mir angst machen. Die Welt ist in Gefahr, und nur ein klarer Kopf kann uns retten.

Ach, Brite
von Gunnar Homann

Ach Brite, Du magst Fremde nicht
Du magst viel lieber Pferde
Du zupfst in Deinem Garten rum
Und wühlst in brauner Erde

Dein Geld behältst Du gerne selbst
Und gibst es Spekulanten
Die machen ein Verlustgeschäft
Und schenken es Verwandten

Die Neger sind Dir viel zu schwarz
Die andern nicht viel näher
Du bist vom Pferd mal abgesehn
Genau wie Europäer.

  • EU-Kommissar werden
  • Sich zu Fish and Chips verarbeiten lassen
  • Es zur Abwechslung mal mit richtiger Arbeit versuchen
  • In ein Land auswandern, in dem nicht so viele Irre leben wie auf der Insel (z.B. Türkei, USA, IS)
  • Lobbyist werden
  • Sich einen schönen Ruhestand gönnen mit dem Geld seines Vaters (siehe Panama Papers)
  • Mit irgendeinem Anliegen als Trottel durchs Land ziehen – wie bisher auch schon
  • Nationaltrainer von England werden (nach der Achtelfinalpleite gegen Island am Montag)

Der Spiegel war dagegen, die Bild-Zeitung war dagegen, die Frankfurter Allgemeine et al. waren dagegen: daß die Briten auf eigenen Wunsch die Europäische Union verlassen. Warum freut es mich dann nicht?

Weil mir Jugoslawien auch schon näher wäre als das, was heute Balkan ist, und mag die EU auch mehr Konzern- denn Herzensprojekt sein; benimmt sie sich an ihren Außengrenzen auch schäbig; sind ihre „europäischen Werte“ zuvorderst die, die sich in Frankfurt und London handeln lassen: „die neue Wucht des Nationalismus“ (FAZ, 24.6.) ist trotzdem nichts, worüber sich eins freuen müßte, und daß nun „real people“ gewonnen hätten und am Drücker seien, glaubt Nigel Farage erstens selbst nicht und wäre zweitens, unter den unveränderten Besitz- und Wirtschaftsverhältnissen, auch nicht wünschenswert, mag der kleine britische Mann auch weniger Ressentiments im Herzen tragen als sein deutscher Verwandter.

Es reicht ein Blick auf die Figuren, die da gewonnen haben, wie auf die, die mit Genugtuung reagieren, allesamt nicht Linke oder solche, die sich nach Stalins „Sozialismus in einem Lande“ sehnen, sondern bestenfalls opportunistische Gauner (Boris Johnson), übelstenfalls Faschistinnen (Marine le Pen). Erschreckend außerdem, wie leicht die Leute bereit sind, aus „nationalen“, im Zweifel bloß rassistischen Gründen – denn wenn die Schotten gehen, ist der nationale Schuß ja nach hinten losgegangen – gegen ihre unmittelbaren Interessen zu stimmen, die, wo wir schon Kapitalismus haben, die des Außenhandels sind, den Großbritannien zu 45 Prozent mit dem Kontinent abwickelt. Die EU ist ja nicht kapitalistischer als das einzelne Mitglied, und ein in splendid isolation zurückgekehrtes Königreich wird nicht auf einmal fair zur Rentnerin (oder zum Trikont) sein, nur weil (vermeintliche) Absurditäten um die Länge von Salatgurken und der Selbstbedienungsladen Brüssel der Vergangenheit angehören.

„Einem einzelnen Land kann niemand dienen; er lügt, wenn er es behauptet. Es gibt nur zusammenhängende Interessen und den Dienst an ihnen.“ Heinrich Mann, 1933

Was immer, solange die Revolution eher nicht in Aussicht steht, nationale Souveränitäten auf verfaßte Weise beschneidet, ist mir lieber als alles, was sich auf Nation und die dazugehörige „Kultur“ beruft, und ein Europa ohne politische Grenzen ist jedenfalls eine bessere Idee als eine nationale, die, sofern zu ihr unter Raus-aus-dem-Völkerbund-Getöse zurückgekehrt wird, wesentlich eine rechte ist, ob es nun Ungarn zuerst! heißt oder Britain first. „Unter deutscher Fuchtel“ (Il Messagero) stünde Europa auch ohne EU, und den Euro, der die Fuchtel ggf. zur Knute werden läßt, haben die Briten nicht einmal.

Mag sein, das politische Europa wird von volksfernen Eliten beherrscht; die sind in Polen und Ungarn, bald in Österreich und Großbritannien (was immer von ihm übrig bleibt) nicht volksnäher oder kapitalferner, allerdings, wenn die Erfahrung etwas besagt, rücksichtsloser, bornierter und verlogener, als ein Eurokrat je sein könnte. „Europa“ ist schlecht? Kann sein. Aber es ist besser als das, was nach ihm kommt.

 Wie viele Journalisten haben erst am Tag nach der Abstimmung "Was ist die EU?" und "Welches Irland gehört zum Vereinigten Königreich?" gegoogelt?

 Kommen die bemitleidenswerten britischen Jungakademiker, die von ihren bösartigen Großeltern nun um ihre Zukunft gebracht wurden, demnächst mit dem Flüchtlingsboot über den Ärmelkanal zum Erasmusaufenthalt in Bordeaux, München oder Prag?

Wieso hat keiner von den Guten die Kraft, Typen wie Nigel Farage wenigstens mal eine Körperverletzung ohne bleibende Schäden zuzufügen?

Könnten Menschen wie Sigmar Gabriel, Margot Käßmann und Jan Böhmermann im Falle eines deutschen EU-Referendums mit guter Überzeugungsarbeit auf Twitter den Austritt verhindern?

Weshalb haben die sackalten, strunzdummen und arbeitslosen Inzestnazis vom Land nur Verachtung für uns gemäßigte Pressevertreter übrig?

Wie kann die EU nach dem Brexit weiterhin ein friedenswahrender, wohlstandsbringender Abenteuerspielplatz für Deutschland bleiben, auf dem man schwache Hilfsempfängerstaaten nach Herzenslust erniedrigen und herumscheuchen kann?

Warum verhalten sich die Wahlverlierer von Großbritannien kein bißchen sympathischer als die aus Österreich?

Mit der Verbreitung welcher Erklärungsmodelle für das furchtbare Ergebnis kann jetzt sichergestellt werden, daß rechte Parteien wie AfD, Front National und UKIP bei den nächsten Wahlen noch mehr Zulauf erhalten?

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Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 28.06.:

    In der Taz gibt Mark-Stefan Tietze Tips zum richtigen Sonnenbaden.

  • 27.06.:

    Martin Sonneborn im Interview zum EU-Referendum.

Titanic unterwegs
29.06.2016 Hamburg, Polittbüro
  Martin Sonneborn
30.06.2016 Hattingen, Stadtbibliothek
  Thomas Gsella
03.07.2016 Hannover, Wilhelm-Busch-Museum
  Rudi Hurzlmeier
03.07.2016 Aschaffenburg, Stadttheater
  Greser & Lenz und Hauck & Bauer

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Briefe an die Leser

 Übrigens, Markus Söder!

Nach Ihren Verkleidungen 2012ff. als – Wikipedia listet es akribisch auf – Punk, Drag Queen, Shrek, Mahatma Gandhi und Edmund Stoiber freut sich schon darauf, Sie fluterprobten bayerischen Heimatminister bei der nächsten Fastnacht als wahlweise Franziska van Almsick oder Clownfisch Nemo zu sehen: Titanic

 Himmel, Franz Josef Wagner!

Ja, man wird und wird nicht jünger, wähnt sich manchmal sogar schon nah und näher beim himmlischen Vater – und trotzdem muß ein alter Bild-Bock wie Sie sich so kurz vor dem gemeinsamen Treffen noch mit dem Allerhöchsten anlegen. Und etwa am 30. Mai angesichts quasibiblischer Regenfälle und Sintfluten die dürre Schmierenschreiberfaust drohend gen Himmel schütteln, daß der Morgenschnaps aus dem Glas spritzt, und fragen: »Was alles erlaubt Gott?«

Wir verraten’s Ihnen: alles. Gott erlaubt sogar solche Gestalten wie Sie.

Herzlichst Titanic

 Sicher, Heribert Prantl?

Sah der kürzlich verstorbene Rupert Neudeck, Mitgründer der Hilfsorganisation »Cap Anamur«, wirklich nur aus »wie eine Mischung aus Rübezahl, Marathonläufer, dem heiligen Christophorus und Gottvater«? Nicht auch noch ein bißchen wie Ayatollah Khomeini, Vader Abraham, Papa Schlumpf, der Alm-Öhi, eine Hälfte von ZZ Top und ein Hipster der mittleren 2010er Jahre?

Oder anders gefragt: Hat beim Verfassen Ihres Nachrufs in der SZ vielleicht ein C2H6O-basiertes Getränk eine Rolle gespielt, zu dem in Ihrer Branche durchaus häufiger gegriffen wird?

Für die Feststellung der absoluten Vergleichsuntüchtigkeit bei mehr als 0,0 Promille: Titanic

 Sie, Binali Yıldırım,

erklärten öffentlich, mit der Bundestagsresolution zum Genozid an den Armeniern habe Deutschland einen »historischen Fehler« begangen.

Tja, was sollen wir sagen? Irgendwann ist halt immer das erste Mal.

Mit besten Empfehlungen Titanic

 Geht’s noch, ZDF?!

Wir kommen eines durchschnittlichen Sonntagmorgens angeheitert gegen 6 Uhr nach Hause und frohlocken, weil der Ü16-Klassiker »Halloween – Die Nacht des Grauens« über den Bildschirm flimmert, da brichst Du nach einer halben Stunde einfach ab und sendest diese völlig kranke Freakscheiße um einen nervigen Primaten namens »Coco – der neugierige Affe«. Weißt Du eigentlich, wer um diese Uhrzeit zuschaut?

Hat immer noch den Kater des Grauens: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Gesundheit

Was man nicht im Kopf hat, muß man in den Beinen haben, heißt es. Bei der Thrombose meines Patenonkels hat sich das auf traurige Weise bewahrheitet.

Ernst Jordan

 Harmlosigkeitslippen, die

Dieses mimische Phänomen entsteht durch ein Einwölben und leichtes Aufeinanderpressen der Lippen. Menschen zeigen es in Situationen geringfügiger Peinlichkeit, etwa bei Unklarheit über die Reihenfolge in einer Warteschlange.

Robert von Cube

 Digitale Scham

Was ich mich auf Facebook nicht zu liken traue: meine eigenen Posts, meine eigenen Kommentare und dieses grandiose Läuseshampoo.

Ella Carina Werner

 Resümee

»Sie und ich hätten miteinander glücklich werden können, doch leider lernten wir uns kennen.«

Volker Schwarz

 Verkettung glücklicher Umstände

Die Katze hat letzte Nacht mit viel Radau eine prall gefüllte Blumenvase umgeworfen. Gleichzeitig ist aber auch die Rolle Küchenpapier vom Tisch gefallen und hat die Wasserlache, getreu ihrer Bestimmung, schweigend aufgesaugt.

Dorthe Landschulz