Der Mißbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat mit Verbänden und Kirchen einen Maßnahmen-Katalog ausgehandelt, der künftig sexuellen Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen verhindern soll. Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Kinder dürfen nicht mehr mit in die Sauna, sondern nur noch in den Schwitzkasten genommen werden (zum Spaß)
  • Facebook-Kontakt zwischen Priestern und Kindern ist tabu. Als Ersatz wird das "Diözesenbook" eingerichtet: Hier können sich Priester und Kinder künftig von der Außenwelt unbeobachtet nächtelang gegenseitig anstupsen
  • Priester müssen Kinder künftig bis ganz nach Hause ins Kinderzimmer begleiten, damit das Kind auf dem Heimweg nicht von Vertretern anderer Organisationen ausgespannt werden kann (Piraten etc.)
  • Priester dürfen künftig nicht mehr ohne Vorwarnung in Naßräume eindringen, in denen sich Kinder befinden – es sei denn, es handelt sich um sehr, sehr attraktive Kinder bei denen man von Kindern im eigentlichen Sinne gar nicht mehr sprechen kann
  • Priester und Kinder müssen sich zur Wahrung einer notwendigen Distanz künftig siezen, es sei denn, sie haben miteinander bereits weitere Kinder

(Was bisher geschah)

Der Nachmittag zockelte weiter, bald lustig und lärmend, bald still und fast erschöpft; der Himmel blaute fahl, Winde strichen und legten sich, und wie die Figur eines Glockenspiels kam der Kellner und ging und kam und ging; noch einmal roch's nach Pflasterstein, nach Bier und Holz und alter Farbe, und die Konturen wurden breit, und die Flächen glitten ineinander, und in den Pausen, nach einem Gelächter, einem Mißverständnis oder der Pointe eines ahnungssatten Vortrags (Heiner: "Der Kommunismus war doch ir­gendwie, war doch echt jetzt mal nur was für die herrschenden Kreise") spürte Kurt­chen dieses eigentümliche Mit- und Ineinander von Gelöstheit und Wehmut, weil alles verschwamm und die Verschwommenheit das Ver­gehen schon ab­bildete, in Echtzeit, und es war fast egal, wie es weiter­ging, denn es ging weiter, immer weiter, und das war schön und schauerlich. Petra saß und trank beherzt, die Augen groß und voller Gier, auf diesen Quatsch und dann den nächsten; sie war wie Maos Fisch im Wasser, und Kurtchen kam sich vor wie ein betrunkener Angler, der die Angel bloß noch braucht, um sich an ihr festzuhalten. Es war nicht von der Hand zu weisen, daß alles ihm bekannt vor­kam, und auch Freds Erzählung, wie er als junger Mensch durch die USA getrampt war und dabei tatsächlich einmal Teller gewaschen hatte (Gernolf: "Keller gewaschen! Also, gefegt jetzt, oder was?" Heiner: "Gekärchert!"), stellte, so schön und gut erzählt sie war, genau das vage deprimierende Nachspiel vor, das eine stringente, seriöse Geschichte aus­nahmslos vorstellen mußte, wenn sie im Spätoktober des Kneipen­abendjahrs, nach Rausch und Krach und Atemnot erzählt wurde. Als ginge man nach dem Rummelplatz ins Theater.

"Und? Warst du schon im Urlaub? Oder fährst du noch?" fragte Petra Kurt­chen, während Fred und Heiner Tramperlebnisse austauschten und Gernolf, von dem Kurtchen wußte, daß er nie getrampt war, aufmerksam und, wie Kurtchen vorkam, ein biß­chen melancholisch zuhörte. Sie hatte die Stimme etwas gedämpft, was der Frage etwas Intimes verlieh; und Kurtchen horchte in sich hinein, ob deswe­gen irgend etwas rauschte oder wenigstens rumpelte; aber es blieb ruhig. Was immer das nun wieder zu bedeuten hatte.

"Vielleicht trampe ich einfach", sagte er, und obwohl nichts rauschte noch rumpelte, kam ihm dieser Dreh ins plänkelnd Lautproduzierende unange­messen vor, zumal der Abend über diesen Punkt auch längst hinaus war.

"Und wohin?" Kurtchen entging nicht, daß Petra die Frage so betonte, als bereue sie, gefragt zu haben; sie hatte etwas angeboten, er hatte es ausge­schlagen. Es tat ihm leid.

"Offenbach. Weiter würde ich mich gar nicht trauen." Er lächelte, gerade so offen, daß es nicht nach Taktik aussah.

"Keine Tramperfahrung?" fragte Petra wieder freundlich, und Kurtchen war erleichtert. (wird fortgesetzt)

FDP-Hoffnungsträger Christian Lindner steht für "mitfühlenden Liberalismus". Doch was ist das eigentlich genau und wie wird dieser praktiziert? Ganz einfach: Z.B. indem man…

…sich auf der Fahrt ins Büro angesichts der vielen Obdachlosen verzweifelt auf die Unterlippe beißt

…dem geschlossenen Kindertheater eine Träne nachweint

…beim Kauf einer 5-Euro-Jeans nachdenklich den Kopf schüttelt

…der gestreßten Dumpingfriseuse aufmunternd zunickt

…beim Arbeitsamt vorbeigeht und den wartenden Hartz-IV-Empfängern Mut zuspricht ("Klappt schon!", "Kopf hoch!", "Nicht lockerlassen!")

Fakt: Til Schweiger sitzt in der Jury von "Deutschlands Superhirn" im ZDF.
Frage:
Werden wir "Mutter Beimer" Marie-Luise Marjan demnächst bei "Germany’s Next Topmodel" sehen?


Das sagt der Seehofer:
"Senden Sie das nicht!"

  • Norbert Röttgen verliert die NRW-Wahl. In einer Erklärung macht er u.a. die Kanzlerin, seinen alten Doktorvater, seinen Sandkastenfreund Max, seine Saufkumpels, seine Ehefrau sowie seine "bekloppte Mutter" für die Niederlage verantwortlich: "Sie haben mich nie richtig ernstgenommen und falsch beraten." Angela Merkel überreicht ihm einen Strauß roter Rosen und ein Yes-Törtchen. 
  • Merkel verspricht den Verbleib Röttgens auf der Regierungsbank. Zumindest die "Kontinuität der Aufgabenerfüllung" solle gewahrt bleiben. Evtl. könne Röttgen von zu Hause aus arbeiten oder durch eine Wachsfigur am Kabinettstisch vertreten werden, sie denke da an Hermann Gröhe. In einer Erklärung durch seine Zimmertür verkündet Röttgen, er werde nun so lange in NRW bleiben, bis ihm die CDU mindestens zwei Wahlsiege in anderen Bundesländern verspreche, "am liebsten in solchen ohne Bindestrich." Außerdem wünsche er sich ein Motorrad.
  • In einem ZDF-Beitrag vor Röttgens Zimmertür erklärt Horst Seehofer, der Saubua solle sich jetzt endlich mal zusammenreißen. Pubertät schön und gut, aber seine Geduld schmelze gerade wie ein Weizenbier, das in der Sonne gärt. Röttgen macht eine Rückkehr nun davon abhängig, daß er wieder BDI-Geschäftsführer und Bundespräsidentenkandidat werden dürfe.
  • Die Kanzlerin verkündet Röttgens Entlassung: Für ein Motorrad lasse die Energiewende derzeit keinen Spielraum. Um das Kabinett zu erneuern und zu stärken, sei es nötig, es nun mit Clowns aus der dritten Reihe aufzufüllen. Röttgens Nachfolger wird Peter Altmaier, Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Kritische Hofschranzen und Speichellecker in der CDU".


Das sagt der Seehofer:
"...uuuuuuuund Schnitt! Danke, alles im Kasten? Gut, ich muß weiter zum nächsten Dreh: Tatort, diesen Batic endlich mal rausmobben!"

Vier Merksätze

Vor kurzem war in diesem Land
Nirgends ein Wort von Merkollande.

Damals galt jede Sympathie
Noch uneingeschränkt Merkozy.

Schon über unsrer Väter Wohl
Wachte einst jahrelang Merkohl.

Und wenn man eins zu fürchten hat,
Dann ist's Merkahmadinedschad.


Das sagt der Seehofer: "Den Röttgen habe ich mir ordentlich vorgenommen, was? Da mußte die Kanzlerin nur noch abräumen. Davor sollten Sie sich fürchten: vor Merkeehofer! Machen Sie eine Sondersendung, Herr Kleber. Oder  gleich 'nen eigenen Sender. Sie haben doch so komische Spartensender: ZDF Horst – da wär immer was geboten!"

Einen Tag nach dem Baggerunfall des bayerischen Innenministers Hermann ist der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) mit einem Drachenboot auf einem Badesee gekentert. Dabei riß er sein halbes Kabinett mit ins Wasser.

In weiteren Meldungen: +++ Wasserqualität in Niedersachsen auf dem niedrigsten Stand seit 1945 +++ Überraschender Plan zur Haushaltssanierung: Merkel schließt Lebensversicherungen für Unionsminister ab ++ Düsseldorf-Fan sichert sich McAllisters Paddel als Andenken, noch bevor das Boot gekentert ist +++ Goofy wird CDU-Ehrenvorsitzender +++


Das sagt der Seehofer:
"Erst säuft Röttgen in Düsseldorf ab, dann McAllister in Dingens. Das ist die logische Konsequenz daraus, daß die CDU ständig hin und her schwankt. Den nächsten Versager fischt dann hoffentlich aber niemand wieder raus! Senden Sie das gefälligst!"

 

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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
22.05.2012 Koblenz, Buchhandlung Heimes
  Thomas Gsella
23.05.2012 A-Linz, Posthof
  Max Goldt
24.05.2012 München, Volkstheater
  Max Goldt
26.05.2012 Rheine, Festival Jazz&Lyrik
  Thomas Gsella
Briefe an die Leser

 Namensexotin Gundis Zámbó!

Sie befinden sich nach einem Haushaltsunfall derzeit im Krankenhaus. Für die Bunte konnten Sie das Unglück rekonstruieren: »Über einen Hocker bin ich auf die Arbeitsplatte gestiegen und habe mir die Vase geschnappt. Als ich wieder runter wollte, verfehlte ich den Hocker und befand mich im freien Fall.« Und ganz ehrlich, liebe Frau Zámbó, ein treffenderes Sinnbild Ihrer Karriere hätten auch wir nicht finden können.

Ihre Profi-Metaphoriker von der

 

Titanic

 Grüß Gott, Chaleo Yoovidhya!

Sie haben einst den thailändischen Energydrink »Krating Daeng« erfunden, der Sie später unter dem internationalen Namen »Red Bull« zum Multimilliardär machte, und sind neulich gestorben. Wir hätten da noch eine Frage: Verleiht Red Bull wirklich jedem Flügel? Oder gibt es für die Urheber von widerlichen, überzuckerten, wodkaverunreinigenden, penetrant beworbenen und von für Ecstasy zu geizigen Techno-Douchebags vergötterten Ochsengallenlimonaden – gibt es für so jemanden einen ganz speziellen Platz in der Hölle?

Verleiht prinzipiell nichts:

Titanic

 Was hören wir da, Piratenpartei,

Du hast eine Jugendorganisation? Wie alt sind denn deren Mitglieder: so 9 bis 13?

Deine neugierigen Erziehungsberechtigten von der

Titanic

 Und, Gottschalk,

wenn’s ganz dicke kommt, das fiel uns letztens noch ein, wenn’s hart auf hart kommt für Ihre Karriere als sinkender Stern am Fernsehfirmament, dann haben auch Sie, wie so viele andere Große vor Ihnen, immer noch die ehrenvolle Möglichkeit, der Welt zu verkünden, Sie würden jetzt als Künstler erst einmal wieder zu Ihren Roots, zu Ihren schöpferischen Wurzeln zurückkehren. Und Sie waren doch in besseren Zeiten ursprünglich mal bei irgendeinem Sender irgendein einsamer Rufer irgendwo in der Radiowüste, oder?

Back to the roots, Tommy!

Es hört auch garantiert genau wie damals nicht zu:

Titanic

 Gideon Böss!

Hui, da haben Sie es in Ihrem Blog für »Welt online« dem Kabarettisten Georg Schramm und seinem Publikum aber mal so richtig gegeben: »Schramm brüllt auf der Bühne, ist empört und verwünscht die Mächtigen, die Reichen und Erfolgreichen. Das alles für ein verbeamtetes Publikum aus Lehrern, das sich für die Sicherheit einer enorm privilegierten Arbeitsstelle um die Chance gebracht hat, vielleicht selbst einmal richtig mächtig, reich und erfolgreich zu werden (aber auch um das Risiko, dabei pleite zu gehen).« Er bediene somit »eine Empörungsnische, die großzügig subventioniert und auf die Weltsicht derer zugeschnitten ist, die sozialer Sicherheit den Vorzug vor persönlichem Risiko geben«. Weshalb Schramm also »über Josef Ackermann schimpft«. Genau! Immer dieses Geschimpfe von Leuten, die ihre Schäfchen ins Trockene gebracht haben, über ausgerechnet den mutigen Ackermann, der täglich zittern muß, mit seinen Too-big-to-fail-Banken pleite zu gehen. Und dessen Branche Staatshilfen und privilegierte Arbeitsstellen praktisch wesensfremd sind.

Mensch, Böss, altes Milchgesicht: scharf beobachtet, das alles! Und zumindest haben wir jetzt eine Ahnung davon, warum Ihr Verhältnis zu Lehrkräften so tiefgreifend gestört ist.

Die Oberlehrer der

Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Verhandlungsgeschick

In jedem Vorstellungsgespräch, das einigermaßen gut läuft, kommt irgendwann der heikle Punkt, an dem der Bewerber gebeten wird, eine Zahl zu nennen. Als es bei mir mal wieder soweit war, versuchte ich es spontan mit Pi. Aber wie mir der irritierte Gesichtsausdruck meines Gegenübers zeigte, hatte ich wohl etwas falsch verstanden. Beim nächsten Mal versuche ich es eventuell mit der Eulerschen Zahl.

Peter Schumm

 Goodbye Deutschland

Eigentlich will ich nur auswandern, damit ich auf meine Internetseite »lebt in Paris, weil Til Schweiger in Deutschland wohnt« schreiben kann.

André Herrmann

 Leben im Leeren

Als die Kinder aus dem Haus waren, bekam Mutter ihren Ordnungsfimmel. Sie begann, den gesamten Hausstand akribisch durchzusehen, sortierte gnadenlos aus und warf alles weg, was sich nicht mehr verwenden ließ. Um den Überblick zu behalten, beschriftete Mutter die Schränke und Regale ohne Inhalt deutlich und gut sichtbar mit der Notiz »LEER«.

Diese Praxis übertrug sie auch auf andere Gefäße in ihrer Wohnung. So kam es, daß sich im Gewürzregal neben Pfeffer, Salz und Beifuß auch immer mehr Gläschen mit der Aufschrift »VERBRAUCHT« fanden. Als dies meinem ältesten Bruder zu gruselig wurde und er schließlich fragte: »Mutti, warum wirfst du das alles nicht weg?«, da blickte sie nur vorwurfsvoll und sprach: »Dann habe ich ja bald gar nichts mehr.« Stimmt wohl.

 

Felix Jentsch

 Was hilft

Die drei besten Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit:

  • Sommer
  • Herbst
  • Winter

Laura Eißenberger

 Oft mißverstanden

Schaltjahre sind keine Herrenjahre.

Zülfükar Tosun