Newsticker

Nur diese Kategorie anzeigen:Dax Werners Debattenrückspiegel Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Dax Werners Debattenrückspiegel KW 52

Liebe Freund_innen,

die Erzähltheorie unterscheidet, da plaudere ich kein Geheimnis aus, zwischen erlebter Zeit und Erzählzeit. Ein extremes Beispiel ist das Buch Ulysses, das mehr als 1000 eng beschriebene Seiten lang von lediglich einem (!) Tag berichtet. Was für eine irre Verschwendung an Lebensenergie, Bücher für Menschen ohne Hobbies – so hätte man damals, im Jahr 2021, gelästert. Heute stehen die Dinge anders.

Weggefährten des noch immer ofenfrischen Kanzlers Olaf Scholz berichten, dass es sein großer Traum, ja sein eigentlicher Antrieb sei, diese literarische Versuchsanordnung mit seiner Kanzlerschaft noch zu übertreffen. Life imitates art: Wie sehr kann man Zeit dehnen? Lässt sich der Fortgang des Universums mit seinen Planetenläufen, Kometen und schwarzen Löchern entschleunigen, ja vielleicht sogar für vier Jahre pausieren, wenn Olaf Scholz es schafft, nur langsam genug zu sprechen? Fragen, die Scholz seit seiner Zeit als Juso-Kreisvorsitzender in Altona quälen. Eine mögliche erste Antwort lieferte der Hanseat am Silvester-Abend in seiner mit Spannung erwarteten ersten Neujahrsansprache.

Die Bedeutung dieser Ansprache wird klar, wenn man sich vergegenwärtigt, dass YouTube eigens für dieses Video die Funktion "In fünffacher Geschwindigkeit abspielen" eingepflegt hat. Übel nehmen kann man es der Google-Tochter nicht, der Aufruf des Kanzlers sich doch bitte "rasch die dritte Impfung abzuholen" gewinnt natürlich kurzfristig an Dringlichkeit, wenn die Neujahrsansprache, in welche dieser eingebettet ist, nicht bis zur nächsten Silvesternacht dauert. Dennoch: Was kurzfristig gut scheint, muss nicht langfristig gut sein. Denn vielleicht ist Olaf Scholz Kanzlerschaft mitsamt seinem speziellen Sprechtempo ein komplexes Symbol für den Aufbruch in eine neue Ära der Langsamkeit, eine Absage an die Power-Jahre unter Merkel, Seehofer und Co., ein Fanal der Entschleunigung, am Ende vielleicht sogar eine Ode an das süße Nichtstun.

Ein Beispiel aus seiner Rede: "Die andere große Aufgabe ist es, den Grundstein dafür zu legen, dass unser Land weiter gut vorankommt." Wer lediglich mit einem Ohr in fünffacher Geschwindigkeit beim Raclette zuhört, könnte denken, dass sich hier einer wirklich gerade die Ärmel hochkrempelt, um dieses Land zukunftsfit zu machen. Aufschluss verspricht wie immer die Methode des close readings: Wer ankündigt, erst einmal einen "Grundstein zu legen", hat vielleicht vieles vor, mit Sicherheit bewegt er sich die nächste Zeit jedoch nicht vom Fleck: Ist das Grundstück überhaupt als Baufläche ausgeschrieben? Wer finanziert den Bau mit wieviel Eigenkapital? Nur einige der vielen Fragen, die mit Bauamt, Sachverständigen und Architekten abgeklärt werden müssen.

Bis dahin wohnt die Scholz’sche Vision der absoluten Langsamkeit mietfrei in unserem Kopf. Lasst uns dieses neue Jahr, anders als die vielen Jahre davor, ganz langsam aussitzen. So, wie es sich der neue Kanzler wünscht, auch wenn er es noch nicht offen aussprechen kann. Und vielleicht, ja ganz vielleicht gelingt es uns am Ende sogar, die Zeit kurz anzuhalten. Das hier wird unser Jahr.

Euer: Dax Werner

 

Nur diese Kategorie anzeigen:Dax Werners Debattenrückspiegel Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Dax Werners Debattenrückspiegel KW 50

Liebe Leser_innen,

die Füße hochlegen, den da oben einen guten Mann sein lassen und ein paar schöne alte Krimis aus der guten alten Zeit rewatchen: So sollte die Vor- und Nachweihnachtszeit doch eigentlich idealerweise aussehen. Doch wie so oft machen verschiedene Interessengruppen diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Zum Beispiel das ZDF. Das wiederholt nämlich seit 2013 keine "Derrick"-Folgen mehr, weder im linearen noch im nicht-linearen TV. Der Grund: Im April des Jahres kam heraus, dass der Derrick-Darsteller Horst Tappert zu Lebzeiten Mitglied in der Waffen-SS gewesen war. Ein früher Fall von Cancel Culture? Zumindest nicht für den Youtube-Kanal "KultKrimi", der alle 281 Folgen ins Internet geladen hat. Ich habe mir für die heutige Kolumne alle Folgen von 1974 bis 1998 angesehen. Und glaube, wir können auch heute noch (trotz allem) eine Menge von Stephan Derrick lernen. Ein Listicle mit sechs Learnings.

  1. Um den Elefanten im Raum gleich unter Punkt 1 zu adressieren: Ja, Derrick war in der Waffen-SS. Und wird seither nicht mehr wiederholt. Doch wie äußerte sich Fritz Wepper, der 24 Jahre als Derricks Assistent Harry Klein durchs Fernsehen ermittelte, schon 2013: "Ein Stück TV-Kult, das Millionen mögen, zu verdammen, weil die Geschichte eines Darstellers Fragen aufwirft, halte ich für übertrieben und eine Bevormundung der Zuschauer." Learning: Derrick nur aufgrund seiner Nazi-Vergangenheit aus dem Programm zu nehmen, ist ein Fehler, der den Öffentlich-Rechtlichen heute so hoffentlich nicht mehr passieren dürfte.

  2. Der Spiegel lag mit seiner Kritik am ersten Derrick wie so oft wieder einmal völlig daneben: Ein "mieser Eindruck" hätte sich da geboten, tobte das Ressort TV in der Brandstwiete. Stein des Anstoßes: Die Derrick-Folgen begannen mit dem Mord, der in allen Einzelheiten samt Täter (!) erzählt wird. Eine Umkehrung des Whodunit, also der Suche nach dem Mörder als Konstruktionsprinzip, die man sich vielleicht bei der ein paar Jahre zuvor in den USA gestarteten Columbo-Reihe geborgt hatte. Warum aber, Euer Ehren, konnte ein ZDF-Freitagabendkrimi, dem der Spiegel das Prädikat "mies" verliehen hatte, trotzdem noch 24 Jahre lang laufen und zur meistverkauften deutschen Serie in der Fernsehgeschichte aufsteigen? Keine weiteren Fragen. Learning: Die Netflix-Serie "Dark" war vielleicht ein internationaler Erfolg, hier in Deutschland spielen wir aber seit jeher lieber den einfachen Pass. Das heißt: Je weniger mentale Anstrengung das Anschauen verlangt, desto besser. Wichtiger Punkt.

  3. Derrick war ein Kanzler-Liebling. So gab Helmut Kohl selbst einmal zu Protokoll: "Erstens gucke ich gelegentlich Krimis, zweitens gucke ich ganz besonders gern Derrick-Filme und ich finde, Horst Tappert ist ein fantastischer Darsteller. Wenn ich irgend kann, merke ich mir das aus der Rundfunk- und Fernsehzeitschrift vor und dann gucke ich mit großem Interesse und großem Behagen." Learning: Abschalten wie der Kanzler. Wer den Krimiabend wie weiland Helmut Kohl begehen will, markiert sich Youtube in der Hörzu und schaut Derrick heimlich auf dem Handy unter der Bettdecke.

  4. Derrick lebte, so würde man heute sagen, straight edge: Rauch nicht, trank nicht und schwieg sich über sein Gefühlsleben aus. Wenn er einen Fall endlich gelöst hatte, jubelte er nicht, sondern fiel in eine noch viel größere Melancholie als zu Beginn der Folge. Wäre die Alpro-Barista-Hafermilch 1974 schon am Markt gewesen, wäre ich mir sicher, dass der Kommissar genau damit seinen Kaffee veredelt hätte. Learning: Als Typ ist Derrick moderner denn je und würde in der Agenturszene von Köln-Ehrenfeld heutzutage kaum auffallen. 

  5. Den Start der Reihe begleiteten hart geführte Debatten um die Brutalität in "Derrick": Es seien zu viele Morde und die würden zudem noch zu explizit gezeigt. Einige Folgen wurden deswegen sogar nur noch in einer gekürzten Fassung wiederholt. Learning: Um in einem im globalen Maßstab gesehenen Fernseh-Zwergenland wie Deutschland einen Welterfolg zu kreieren, braucht es nur genügend Tote und unverhältnismäßig viel Brutalität auf dem Bildschirm. Ähnlich wie beim Netflix-Hit "Squid Game" aus Südkorea. Zufall oder Chiffre?

  6. Egal ob Früh- oder Spätfolgen, egal ob Siebziger oder Neunziger Jahre: Derrick erzählt uns heute mehr denn je aus einer lange aus der Mode gekommenen Zeit, nämlich der alten Bundesrepublik. BRD Noir in 4:3, verrauchte Zimmer, schrillende Türklingeln, heruntergekommene Maisonette-Wohnungen, in denen Architektur-Studierende der LMU München vor sich hin hausen. Learning: Wer ein Gefühl dafür bekommen will, wie sich dieses Land anfühlen wird, wenn Friedrich Merz ab 2025 regiert, sollte einfach wie ich alle 281 Derrick-Folgen studieren.

Viele Freude dabei und gesegnete Weihnachtstage: Dax Werner

Nur diese Kategorie anzeigen:Dax Werners Debattenrückspiegel Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Dax Werners Debattenrückspiegel KW 49

Liebe Freund_innen,

an diesem Sonntagmorgen schreiben wir schon Tag 5 des Kabinett Scholz I. Zeit für einige Fragen, die mich schon die gesamte Regierungszeit über quälen und Erkenntnisse, die nicht nur mich, sondern auch euch überraschen werden. Doch der Reihe nach.

Das aktuelle Image der Ampel hätte keine Agentur der Welt besser begleiten können. Vorneweg ein Kanzler, dem wie Jan Ullrich anno 1997 einfach alles gelingt, wirkt die Ampel gerade nicht wie ein rein arithmetisch bedingtes Übel, sondern wie das erste innovative Projekt auf Bundesebene seit dem Mauerfall, mehr noch: Wie ein modernes Märchen samt eigener Toniebox-Produktlinie. Man versteht die Ampel nicht auf konventionellem Weg, hört man es fast schon durch die Zeit-Debattenseite erklären, man müsse sie erfühlen. Erinnert sie nicht fast schon an die französische Filmkomödie "Ziemlich beste Freunde" aus dem Jahr 2011, in dem sich jedoch anstatt des ungleichen Duos ein ungleiches Trio vom Schicksal zusammengewürfelt findet und – tausende gut laufende Hochglanz-Post auf Instagram später – lernt, worauf es im Leben wirklich ankommt, nämlich gute Politik, Kettcar und ins Gelingen verliebt sein?

Ein bisschen kurz gegriffen, so mein bescheidenes Gefühl. Denn wer wirklich verstehen will, wie die Ampel tickt, muss hierher, genau dorthin, wo das Projekt seinen Anfang nahm: Ins Internet. Manche sagen: Klingbeil-Land (englisch ausgesprochen).

Genau hier feuerte TITANIC-Chefredakteur Moritz Hürtgen diese Woche einen Tweet in die Umlaufbahn, der mir die Richtung wies. Hürtgen im Original: "Fast das halbe Kabinett ist 51 Jahre alt." Etwas in mir räsonierte mit diesem kurzen, banalen Tweet, der oberflächlich kaum mehr als eine beiläufige Feststellung zu sein schien. Zunächst jedoch war es Zeit für den DW-Faktencheck: Volker Wissing: 51. Wolfgang Schmidt: 51. Nancy Faeser: 51. Habeck: 52, sieht aber aus wie 51. Hubertus Heil: 49, aber eigentlich alterslos.

Beweisaufnahme abgeschlossen. Dass Olaf "Scholzer" Scholz selbst laut Ausweisdokumenten 63 Jahre alt sein soll, täuscht über den bislang wohl am häufigsten übersehenen Fakt der Ampel-Koalition hinweg: Große Teile des Kabinetts Scholz I zählen zur Generation X, also den geburtenschwachen Jahrgängen zwischen 1965 und 1980, der Kohorte Til Schweiger, Verona Pooth und Sascha Lobo. Menschen, die ihre Zwanziger mit Nirvana, Privatfernsehen und der damals hoch kochenden Debatte anlässlich des Rebrandings von Raider zu Twix verbracht haben. Und mit der Generation X gibt in der neuen Regierung nun erstmals die Generation den Ton an, zu deren Merkmalen nicht nur "Perspektivlosigkeit und Desinteresse", sondern auch "Ziellosigkeit und [eine] pessimistische Einstellung im Leben" gehören.

Wollen uns Scholz, Lindner, Habeck und Co. mit ihrer agil anmutenden Performance der ersten 5 Tage also nur täuschen? Verbietet Karl Lauterbach uns Millennials bald, die Carbonara zu salzen? Einfach weil er so schlecht gelaunt ist? Haut die Generation Golf dieses Land in den nächsten vier Jahren so richtig in die Pfanne? Ich weiß es wirklich nicht. Aber ich habe Angst.

Bis nächste Woche, so wahr mir Gott helfe: Dax Werner

Nur diese Kategorie anzeigen:Dax Werners Debattenrückspiegel Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Dax Werners Debattenrückspiegel KW 48

Liebe Freund_innen,

leider fällt mir in letzter Zeit immer häufiger auf, wie sich Menschen über das Berufsbild des/der Social-Media-Manager*in lustig machen. Memes ins Internet hochladen, den El Hotzo-Sound auf mittelständische Chemieunternehmen aus dem Breisgrau runter kalibrieren und Hasskommentare von bayerischen Impfgegnern löschen, das, so die Nörgler mit ihren noch langweiligeren Bürojobs, sei doch kein richtiger Beruf, was müsse man denn dafür überhaupt studieren, Facebook oder was? Als Liebhaberei nach Feierabend gerne, echte Wertschöpfung für den Industrietanker Deutschland finde aber, so der Tenor, nach wie vor und aus gutem Grund in den tristen Industriegebieten der Republik statt.

Digital Entrepreneur, als der ich mich empfinde, sage ich hier natürlich: Weit gefehlt. Meine Einblicke in das Berufsfeld sind mannigfaltig, so erinnere ich mich noch gut daran, wie ich einmal zwei Monate lang 40 Stunden pro Woche "humorige" Texte über vegane Schokoriegel schreiben durfte und am Ende des Tages vor lauter Erschöpfung gerade noch so den Haustürschlüssel ins WG-Zimmer stecken konnte. Das Geschäft mit dem Internet ist hart und schnelllebig, echte Freunde findet man hier selten bis nie, das Credo: Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen.

Also ein business, dass sich schon von der Anlage her ein bisschen so anfühlt wie Politik. Kein Wunder, dass gerade im Haifischbecken SPD die wunderbare Welt der Social-Media eine immer wichtiger Rolle spielt. Hier wurde schon lange vor der Bundestagswahl in manpower und Expertise investiert. Mit Erfolg. Andererseits könnte man auch sagen: Die Social-Media-Strategie der SPD funktioniert eigentlich nur deswegen so gut, weil die anderen Parteien keine haben. "CDU Connect", die Avantgarde-Memeschleuder der Christdemokraten auf Instagram, hat den Betrieb zum Beispiel zum 26. September eingestellt und Robert Habeck antwortet mir seit rund 12 Wochen nicht auf Instagram.

Sozialdemokratische Internetpower in action ließ sich erst diese Woche wieder bestaunen, als es den designierten Bundeskanzler Olaf Scholz gelang, Sendezeit in Joko und Klaas berühmten Primetime-Segment zu ergattern. Stark gearbeitete Platzierung! Thema: Aufruf zum Impfen, gemeinsam können wir es schaffen und so weiter. Kaum hatte Scholz seine Ansprache im raumschiffartigen Studio-Ambiente beendet und sich ganz im Geiste Helmut Schmidts (er fehlt) strammen Schrittes in Bewegung gesetzt (Message: Olaf Scholz ist im September 2021 mit dem Raumschiff in Deutschland gelandet und kümmert sich jetzt mal um die Pandemie), twitterten die Social-Media-Soldat*innen der Sozialdemokratie schon drauf los: "Wahnsinn, jeder muss sich das ansehen!", "Gänsehaut!", "Ich schäme mich meiner Tränen nicht." Ich habe ja gar nichts dagegen, von content angerührt zu sein und/oder seinen persönlichen Internetauftritt in den Dienst der größeren (lies: sozialdemokratischen) Sache zu stellen, hatte jedoch trotzdem schon um kurz vor halb 9 das Gefühl, einer generalstabsmäßig geplanten und emotional hoch aufgeladenen Olafliebe-Offensive ausgesetzt zu sein, aus der es digital kein Entrinnen gab. Und noch während ich mit dem Gedanken spielte, die einschlägigen Accounts vielleicht vorsichtshalber ganz zu blockieren, trudelten die ersten Meta-Beobachtungen aus dem Willy-Brandt-Haus ein: "Olafs erste große Rede einfach mal  bei #JKLive. Zu COVID. Emotional, glasklar und nah. Kommunikation wie man sie manchmal braucht." 2000 Favs, besser hätte es Stefan Niggemeier nicht einordnen können.

Alles geil, alles super, nur: Mir als Beobachter ist manchmal nicht mehr klar, ob ich so manchen SPD-Accounts nun als Privatperson, Parteifunktionär oder als sich selbst beim Campaigning kommentierend beobachtenden SPD-Privatfunktionär lesen muss und würde mich hier zukünftig um etwas mehr Einordnung freuen. Vielleicht ja im Modus der kommentierenden Selbstbeobachtung.

Beobachtet sich ab jetzt auch in dritter Ordnung: Dax Werner

Nur diese Kategorie anzeigen:Dax Werners Debattenrückspiegel Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Dax Werners Debattenrückspiegel KW 47

Liebe Freund_innen,

gestern tauchte ein Twitter-Account auf, der sich als neue Virusvariante Omicron aka B.1.1.529 ausgibt und Tweets aus der Perspektive des neuen viralen Hits verfasste: "Nachdem es mir heute in Frankfurt so gut gefallen hat, wo gibt es sonst noch Weihnachtsmärkte? Am liebsten mag ich die mit vielen Ungeimpften. Tipps?" Eine bockstarke Idee, mit der er innerhalb von 24 Stunden mehr als 10 000 Follower (also alle in Deutschland noch aktiven Twitter-Accounts) hinter sich versammelte und den Satire-Finger präzise wie kein anderer in die offene Wunde legt: Ja, wir verstehen zwar, wie diese Pandemie funktioniert, aber wir konnten uns es bislang nicht so recht vorstellen. Nun, mithilfe dieses geistreichen Accounts, der aus dem Virus eine Art pädagogischen Pandemie-Pikachu mit emotionalem Innenleben macht, schon. Ich hoffe, dass es sich trotz der coronabedingten Lieferengpässe noch ausgeht und die – wenn man es nur ein wenig weiterdenkt – zwangsläufigen Corona-Kuscheltiere (wie wäre es mit "Omi" oder "Viri" als Name?) noch rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft produziert werden können. Wenn es zeitlich nicht mehr passt: Paypal ist bekannt.

Denn auch wenn Krise ist: Der Kapitalismus schläft nicht. Und erstmal 10 Tage abzuwarten, wie die ganze Chose sich entwickelt: So viel Zeit hat nur die neue Ampel-Koalition, nicht jedoch wir Solopreneurs im Segment Entertainment und Aufklärung. So sind laut Branchen-Flurfunk einige findige Gag-Autor*innen dazu übergegangen, ihre Oneliner inzwischen zu 100 Prozent von Bots schreiben zu lassen, die im Prinzip einfach Punchlines aus 2020 aufwärmen. Beliebtes, nach wie vor erfolgreiches Gag-Pattern: Hendrik Streeck sagt etwas, damit ist das exakte Gegenteil wahr (durchschnittlicher ROI: 380 Tränenlach-Emojis auf Facebook). Auch immer noch ein erfolgreicher Wachrüttler: Die Analogie zwischen Impfung samt Boostershot und dem Wechseln von Sommer- zu Winterreifen oder Zähneputzen. Klickstarke Nummern, die das Rad nicht neu erfinden, aber ihren Zweck erfüllen. Im Fußball würde man sagen: Den Spielstand verwalten. Und während die Bots die Comedy-Arbeit machen, widmet sich so mancher Autor in der Zwischenzeit einem richtigen Beruf: "Schon zum 1.9. habe ich eine Vollzeit-Stelle als Fernwärme-Monteur in Gifhorn angetreten", so ein Autor, der anonym bleiben will. "Für die Fans da draußen bin ich immer noch der ulkige Typ, der sich den ganzen Tag Gags ausdenkt, dabei sitze ich eigentlich gerade im Büro und mache die Dokumentation. Auf Instagram war ich schon seit Monaten nicht mehr."

Es sind Schicksale wie diese, die zumindest für einen Moment lang das wahre Ausmaß dieser Katastrophe erahnen lassen. Und es sind nicht die einzigen: So kollidierten schon in der letzten Pandemie-Staffel die Geschäfte der Maskenhändler Georg Nüßlein und Alfred Sauter mit ihrem Engagement – andere würden sagen: ihrer Liebhaberei – als langjährige CSU-Abgeordnete. Das OLG München entschied nun zu Recht, dass die beiden straffrei ausgehen und ihren Gewinn behalten können. Ein Urteil mit Signalwirkung für alle, die sich in den letzten 2 Jahren beruflich umorientiert haben und gleichzeitig eines, mit dem die unappetitlichen Korruptionsvorwürfe gegen die Union hoffentlich endgültig ad acta gelegt werden können.

Widmet sich nun wieder seinem eigentlichen Beruf als Notar: Dax Werner

Nur diese Kategorie anzeigen:Dax Werners Debattenrückspiegel Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Dax Werners Debattenrückspiegel KW46

Liebe Freund_innen,

es ist schon wieder soweit: Sonntag! In vielen Kulturen gilt der Sonntag als "Lockdown des kleinen Mannes": Beinahe schon rituell streife ich mir beispielsweise den flauschigen Merino-Pulli über, döse zweieinhalb Stunden bei "Das große Backen" auf Sat1 und werfe dann traditionell zu später Stunde parallel zu "Anne Will" noch mal den Second Screen an, um mich im Focus-online-Kommentarbereich von Menschen mit Erstwohnsitz im Eifelkreis Bitburg-Prüm bedrohen zu lassen.

Stichwort Focus online: Den Kolleg_innen gelang gestern Abend zu später Stunde ein regelrechter Scoop. Sie haben eine mögliche Übersicht mit Namen und Ressorts des Kabinetts Scholz ins Internet hochgeladen. Klasse Job, Gruß nach München! Mein Vorschlag: Wir gehen heute einmal kurz die Highlights durch. Pack ma’s, Politheads!

Arbeit und Soziales: Hubertus Heil (SPD)
Die Zeiten sind hart in der Eventbranche, sehr hart sogar. Und vielleicht ist das auch der Grund, dass Heil seinen Plan, sich in "Robin Alexander" umzubenennen und eine Karriere in der Welt des Schlagers zu starten, noch einmal vier Jahre auf Eis legt. In etlichen Nachtsitzungen haben sie im Willy-Brandt-Haus auf ihn eingesozt: "Singen kannst du auch später noch, wir brauchen dich noch mal hier in Berlin!" Dass Hubertus Heil schon ein Album mit Leslie Mandoki produziert hat und bereits für die "Giovanni Zarrella Show" im Zweiten gebucht war? Im politischen Berlin schon lange kein Geheimnis mehr. Doch aufgehoben ist nicht aufgeschoben: In vier Jahren ist Heil erst 53, also im besten Amigo-Alter, ein best ager mit beiden Beinen im Saft. Wir wünschen für die persönliche und private Zukunft nur das Beste!

Bundeskanzler: Olaf Scholz (SPD)
Gerade noch so vor der FDP gerettet. Geht für mich aber schlussendlich so in Ordnung. Jetzt aber bitte auch delivern!

Finanzen: Christian Lindner (FDP)
Starkes Signal auch an die Märkte in Tokio, Shanghai und New York: Die Aktienrente kommt, die private Krypto-Zusatzrente liegt bereits fertig in der Cloud. Gleichzeitig jedoch auch eine Personalie, die lange vom Alpha-Kampf zwischen Lindner und Habeck geprägt war, ein durchaus auch erotisch aufgeladener Konflikt, der die nächsten vier Jahre gewiss weiter schwelen wird …

Verkehr: Anton Hofreiter (Grüne)
Mit Sicherheit die lustigste Personalie: Anton Hofreiter wird Verkehrsminister. Diese Kröte, so dachte man sich im Strategie-Team der Grünen, muss die FDP mindestens schlucken, wenn sie das Finanzministerium will. Subtiler Humor, den gibt’s eben nicht nur in der "Heute-Show"! Bei allem Jux steht Hofreiter jedoch nach wie vor für Kontinuität: Auch wenn die Haare nun länger getragen werden als beim Vorgänger Scheuer (gerade bei Einweihungen von neuen ICEs problematisch), das Gros Infrastrukturtöpfe fließt wie schon in den 50 Jahren CSU-geführten Verkehrsressorts in den Süden der Republik. Win-win-win.

Gesundheit: Michael Theurer (FDP)
Er ist in den vergangenen Monaten zu einem der wichtigsten Pandemie-Erklärer aufgestiegen: Freundlich, gut gekleidet und stets im urigen Dürener Slang unterwegs, flog er mehrmals täglich von Talkshow zu Talkshow, um uns die neuesten Erkenntnisse aus der Welt der Aerosole und Varianten vorzusingen. Unvergessen seine herrlichen Duelle mit dem Bonner Virologen und Podcaster Hendrik Streeck, die er immer so elegant und fair anging, dass hier und da bereits Erinnerungen geweckt wurden an einen anderen großen Gentleman des Boxsports: Henry Maske. Grüne und vor allem SPD hatten hier auch nicht annähernd gleichrangiges Personal zu bieten, so dass zumindest diese Personalie schon lange klar war: Michael Theurer von der FDP wird Gesundheitsminister.

Außen: Annalena Baerbock (Grüne)
Als gelernte Völkerrechtlerin passt auch diese Entscheidung wie Arsch auf Eimer, dennoch: In den letzten Wochen und Monaten hatte ich heimlich zu hoffen gewagt, dass mein Liebling Alexander Graf Lambsdorff vielleicht doch noch das Rennen macht. Der damit verspielte strategische Vorteil: Lambsdorff repräsentiert mit seinem Stil und Äußeren wie kein zweiter derzeit lebender Mensch auf dieser Welt das Achtziger-Jahre-Röhrenfernseher-Deutschland, hier wären Stimmengewinne bei der dann bald Merz-geführten Union möglich gewesen. Prognose: Mit Annalena Baerbock wird aus Twitter in den nächsten vier Jahren eine Art Reddit mit 20 000 deutschsprachigen Außenpolitik-Experten! Und zum Schluss noch…

Kanzleramt: Wolfgang Schmidt (SPD)
Gewiss die überraschendste Personalie: Der Film-Youtuber und Podcaster Wolfgang M. Schmitt, während der Schulz-Welle 2017 versehentlich in die SPD eingetreten, wird neuer Kanzleramtsminister.

Starkes Lineup bis hierhin, aber damit es nicht zum Papiertiger mutiert, ist auch klar: Jetzt muss geliefert werden!

Auf die nächsten vier Winterwellen:

Euer Dax Werner

Nur diese Kategorie anzeigen:Dax Werners Debattenrückspiegel Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Dax Werners Debattenrückspiegel KW 45

Liebe Freund_innen,

wenn die Inzidenzzahlen Aktienkurven wären, wären Sachsen, Thüringen und Bayern seit dieser Woche die reichsten Bundesländer Deutschlands. Denn dass Graphen derart steil und selbstbewusst in die Höhe schießen, passiert sonst eigentlich nur, wenn der US-amerikanische Dirk Rossmann, Elon Musk, versehentlich den Namen der nächsten ausgedachten Kryptoschrottwährung twittert. Doch 471, so beispielsweise die 7-Tage-Inzidenz in der Landeshauptstadt Dresden in Kalenderwoche 45 (kurz: Dresden 45), bedeutet, da verrate ich euch kein Geheimnis, das exakte Gegenteil von wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlichem Fortschritt.

Denn statt Feierlaune in der Börse vor 8 war im Miniaturdebattenwunderland Twitter diese Woche analog zu den Inzidenzen wieder Lockdown-Stimmung angesagt; die üblichen Verdächtigen forderten einmal mehr Einschränkungen, Ausgangsbeschränkungen und Impfverpflichtungen, was der mobile Datentarif hergab; ganz so, als sei schon wieder 2020, Dieter Nuhr würde mitten in der Pandemie auftreten wollen und hätte vor lauter Ärger den australischen Busch in Brand gesteckt. Debattenzeitschleifen.

Frank Ulrich Montgomery, der Mann mit dem Namen, mit dem man einfach zwangsläufig Präsident des Weltärztebundes werden muss, ließ sich diese Woche bei Anne Will durch Twitter angezündet sogar dazu hinreißen, von einer "Pandemie der Ungeimpften" zu sprechen. Eine, wie wir Mittfünfziger natürlich sofort erkennen, wenig subtile Anspielung auf den berühmten Song "Diktatur der Angepassten" der Hamburger Band "Blumfeld". Ulf Poschardt vom militärhistorischen Onlinemagazin Welt nahm den Ball natürlich dankend an, kopierte einige Zeilen des Blumfeld-Songs "Wir sind frei" von songlyrics.net in sein Twitterprofil und garnierte diese mit seinem Lieblings-Emojo: Die Freiheitsstatue in New York.

Ihr spürt es: Spätestens Mitte der Woche wurde es debattentechnisch richtig unübersichtlich. Liegt auch daran, dass man in Deutschland im Jahr 2021 ohnehin vorsichtig sein sollte mit Begriffen wie "Tyrannei", "Diktatur" oder "Totalitarismus" – denn nicht nur, dass diese historisch durchaus vorbelastete Begriffswelt schon letztes Jahr durch schwäbische Esoteriker_innen "anders aufgeladen" worden wäre, lassen sich noch in jedem Backkatalog aller Hamburger Schule-Bands ein paar Catchphrase-Zeilen finden, die man für seinen Pandemie-Standpunkt "fruchtbar" machen kann.

Bei soviel Durcheinander geraten selbst die Coolsten ins Schleudern. Christian Lindner behauptete am Wochenende in den Tagesthemen, dass es wissenschaftlich gesichert sei, dass Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren "nicht wirksam sind". Geile Energie! Damit schließt er an die schöne Tradition von Armin Laschet (like wer sich erinnert) an, in Interviews nach Lust und Laune Dinge zu behaupten, die tags darauf von den Parteisoldaten der zweiten und dritten Reihe in den sozialen Medien glattgebügelt werden müssen. Insgesamt gut weggemanagt das Ding, einen kleinen Vorschlag für die Liberalen aus der Feder Peter Breuers hätte ich zum Schluss aber doch noch: Wenn sie die Ungeimpften so lieben, warum nehmen sie sie nicht zuhause bei sich auf?

Lässt das einfach mal so stehen: Dax Werner

3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Na, na, na, welt.de!

»Warum ›Barbie‹ klüger ist als alle anderen nominierten Filme zusammen«, titeltest Du in Deinem Feuilleton bezüglich der diesjährigen Oscar-Kandidaten. Allein: Wir haben noch mal den Taschenrechner gezückt, und wenn man auch die Dokumentar-, Kurz- und Dokumentarkurzfilme berücksichtigt, sind alle anderen nominierten Filme zusammen exakt 1,76 Klugheitspunkte klüger als »Barbie«.

Welches Medium dümmer ist als alle anderen Medien zusammen, braucht hingegen nicht nachzurechnen: Titanic

 Einfach mal kreativ sein, Rishi Sunak!

Der BBC sagten Sie: »Ich bin nicht sicher, ob sich die Leute so sehr für meine Ernährung interessieren, aber ich versuche, zu Beginn jeder Woche etwas zu fasten.« Wir glauben, dass Ihre Unsicherheit berechtigt ist: An Ihren Beliebtheitswerten kann man ablesen, dass sich das Interesse an Ihren Gewohnheiten in Grenzen hält.

Das ließe sich aber leicht ändern: Bei den ganzen verschiedenen Varianten wie TV-, Auto- und Plastikfasten gäbe es bestimmt auch für Sie etwas, durch das Sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit »eight days a week« auf sich zögen. Wie wäre es z. B. mit Abschiebungsfasten, Verbrennerverbotverzögerungsfasten oder Zweiteamtszeitfasten?

Nur dass Sie gerade beim Thema »Neuwahlen« dem Verzicht huldigen, sollten Sie nach Ansicht der Mehrheit Ihrer Landsleute schleunigst ändern. Zwischendurch kann man sich doch auch ruhig mal was gönnen, oder?

Mampft Ihre Scones mit Clotted Cream und reichlich Marmelade gleich mit: Titanic

 Bonjour, Marine Le Pen!

Bonjour, Marine Le Pen!

Das Potsdamer Treffen der AfD mit anderen extremen Rechten war selbst Ihnen zu heftig: Sie seien nie für eine »Remigration« in dem Sinne gewesen, dass Französinnen und Franzosen ihre Nationalität entzogen würde, selbst wenn die Einbürgerung unter fragwürdigen Bedingungen geschehen sei, meinten Sie und fügten hinzu: »Ich denke also, dass wir, wenn es denn so ist, eine krasse Meinungsverschiedenheit mit der AfD haben.«

Keine Ahnung, Le Pen, ob Sie mit dieser Haltung eine Chance aufs französische Präsidentenamt haben. Ministerpräsidentin von Thüringen würden Sie mit diesem Weichei-Schlingerkurs aber ganz sicher nicht!

Schon ein bisschen enttäuscht: Titanic

 Moin, Hamburger Craft-Brauerei ÜberQuell!

Dein Firmenname zeugt ja bereits von überschäumender Wortspiellust, aber so richtig freidrehend auf die Kacke haust Du erst bei den Bezeichnungen Deiner einzelnen Biersorten: Die heißen nämlich zum Beispiel »Supadupa IPA«, »Palim Palim Pale Ale«, »Pille Palle Alkoholfreies Ale« oder sogar »Franzbrewtchen Imperial Pastry Brown Ale«. Auweia!

Gerade bei Letzterem, das außerhalb Hamburgs von vielen gar nicht zu entschlüsseln sein dürfte, mussten wir, obschon viel gewohnt, dann doch schlucken, weil uns allein der Name innerhalb von Sekunden pappsatt und sturzbetrunken machte. Er erschien uns einfach zu brewtal, fast schon brauenhaft! Auf Dein Bier haben wir dann lieber verzichtet.

Aus der Ausnüchterungszelle grüßt trotzdem: Titanic

 Dir, Tod,

gefiel es im Jahr 2010, im Abstand von einem Tag Bärbel Bohley (11. September) und Claude Chabrol (12. September) abzuberufen, worauf wir damals in unserer Online-Rubrik »Fakt vs. Frage« scharfsinnig spekulierten, als Nächstes treffe es nun wohl Dieter Dehm, Erhard Eppler und Frank Farian. Knapp daneben! Denn Frank Farian holtest Du erst dieses Jahr, am 23. Januar – nicht ohne vorher noch die Büchnerpreisträgerin Elke Erb (22. Januar) abzuräumen.

Und langsam durchschauen wir Dich, Gevatter: A darf leben, B und C müssen sterben; D darf leben, E und F müssen sterben …

Um es kurz zu machen: Gundula Gause ist, trotz ihres boulevardmedial großflächig breitgetretenen Schwächeanfalls vom Dezember (Bild: »total unnötig«, »hätte mich krankmelden sollen«), fürs Erste fein raus, während Heimatsänger Hansi Hinterseer und Malertochter Ida Immendorff sich lieber schon mal das letzte Hemd anziehen sollten. Stimmt’s?

Gruselt sich vor der Antwort: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Pandemisches Passionsspiel

Die Erfahrungen aus der Coronazeit wirken teils immer noch nach. So fragt man sich heute bei der Ostergeschichte: Hat Pontius Pilatus, als er seine Hände in Unschuld wusch, dabei zweimal »Happy Birthday« gesungen?

Jürgen Miedl

 Nach Explosion in der Molkerei

Alles in Butter.

Loreen Bauer

 Authentisch

Jedes Mal, wenn mir ein bekennender Feinschmecker erklären will, wie aufwendig ein echt italienisches Risotto zubereitet gehört, habe ich das Gefühl, es würde stundenlang um den heißen Brei herumgeredet!

Mark-Stefan Tietze

 Lauf, Junge!

Die Ordner bei einem Fußballspiel würden sich wesentlich mehr Mühe geben, wenn sie bei der Jagd nach dem Flitzer auch nackt sein müssten.

Rick Nikolaizig

 Und das Brot erst!

Einen Krankenwagen rufen, ohne sich in Schulden zu stürzen, mehr Urlaubs- als Arbeitstage, Bier zum Frühstück: Deutschland ist toll. Mit solchen Takes können US-amerikanische Influencerinnen hierzulande natürlich punkten. Aber betreiben sie damit nicht einfach nur billiges Kraut-Pleasing?

Alexander Grupe

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
23.02.2024 Enger (bei Bielefeld), Impuls Thomas Gsella
27.02.2024 Bern, La Capella Max Goldt
27.02.2024 Bruneck, UFO Jugend- & Kulturzentrum Julia Mateus
27.02.2024 Wiesloch, Stadtbibliothek Ella Carina Werner