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Aus Eugen Egners Püppchenstudio

Aus meiner Schulbuchproduktion


 

Ein erfülltes Berufsleben (2. Folge)

Ich konnte also froh sein, ein Engagement als Witzeerzähler beim Konzertcafé Klingenberger zu haben. Weil aber auf diese Weise das Geld vorn und hinten nicht reichte, mußte ich parallel dazu regelmäßig in der Regina-Bar (gleich nebenan) auftreten. Das war nicht ganz leicht für mich, denn nebenher ging ich auch noch der ehrenamtlichen Tätigkeit als Säugetier nach. Mein Dienstherr, der von Haus aus furchtbar strenge Herr Klingenberger, durfte um keinen Preis erfahren, daß ich für die Konkurrenz arbeitete. Es ist mir heutzutage unbegreiflich, wie ich es so lange vor ihm verheimlichen konnte.

An meinem ersten Abend in der Regina-Bar kam ich als Riesenvogel auf die mit Schmierseife geglättete Bühne, führte eine schwitzende Hechtrolle vor und zeigte langwierige Versuchsreihen, bis das Licht langsam erstarb und zuletzt die Heizung abgeschaltet wurde. Im Dunkeln kündigte ich dann bei minus vier Grad eine Rechtsschutzversicherung. Großer Jubel! Beim nächsten Mal brachte ich in der Regina-Bar eine bahnbrechende Studie über schnarchenden Papierabrieb auf die Bühne, während ich drüben bei Klingenberger halsbrecherisches Schnarchen auf der Mundharmonika praktizierte.

 


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Die Cover-Vorderseite des nie veröffentlichten legendären Mensch Oyler-Albums (1988)


 

Ein erfülltes Berufsleben (1. Folge)

Die wenigsten wissen, daß ich in meiner Jugend über den Nominativ in der Musik promoviert und meinen Klavierschein bei Calvin Klostergott gemacht habe. Der Umgang mit dem mir daraufhin vom Kulturamt zugeteilten Tasteninstrument machte mich aber, wie ich im Laufe der Zeit erkennen mußte, ganz und gar nicht froh. Jeden Morgen mußte ich erneut die Kontrapunktprüfung des Stützvirginals ausschalten, den Notensammler leeren und die Fingersatzvorschlagsfunktion deaktivieren. Auf Dauer war ich keinesfalls bereit, dergleichen mitzumachen, und setzte konsequent den Konzertflügel mit zwei Tasten durch (A und B). Der Fachpresse entnahm ich später, man habe mir dafür lediglich fünf Kopeken gezahlt. Weil ich es nicht glauben wollte, widersprach ich: "Ich habe meine Momente, aber ich habe mich nicht für fünf Kopeken weggeworfen!"

Vorsichtshalber überprüfte ich trotzdem mein Guthaben am Klavier und mußte zu meinem Mißvergnügen feststellen, daß bis zu diesem Augenblick keinerlei Zahlungseingang erfolgt war. Das hatte eine alarmierende Wirkung auf mich, denn schon in jenen Tagen war ein Leben ohne die notwendigen finanziellen Mittel einigermaßen unerfreulich. 

 


Nützlicher Tip: Schon jetzt an Weihnachten denken!

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Dieser Witz wird ab sofort wöchentlich veröffentlicht

 


 

Staubsammlung (Anfang und Ende)

Manche meinen, wir seien gar nicht auf irgendeinem fernen Gestirn, sondern bloß - stark verkleinert - auf dem Kleiderschrank im Schlafzimmer. Für unsere starke Verkleinerung können sie allerdings keine plausible Erklärung anbieten. Wie auch immer, wenn man uns aus der Höhe betrachtet, sehen wir aus wie fremdartige Wesen auf einer Schutthalde. Dieser Eindruck verdankt sich dem vielen Staub, aus dem wir mittels eines Veredelungsverfahrens Zierstaub für Kleinhaushalte bereiten. Es ist einsam hier oben, die Arbeit hart. Niemand ist freiwillig an diesem Ort.

„Was verschlägt Sie denn hierher?“ werde ich gefragt.

„Das war so: ich hatte eine Idee, die sich dann leider als mißgebildet erwies“, beginne ich, doch man unterbricht mich. Infolge der Unterbrechung vergesse ich, wie es weitergeht. Aber eigentlich kann man es sich doch denken.

 


 

Nationaldelirium 

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Der Geldbriefträger ist da. 

 


 

Unvollendete Geschichte von einem der wichtigsten Vertreter der Neuen Gebrechlichkeit

 

Bevor ich zu einem der wichtigsten Vertreter der Neuen Gebrechlichkeit wurde, lehrte ich an an geheimer Stelle Kirchenspaltung und Kolbenhub für Kenner. Nach ein paar Wochen schickte man mich in den vorgezogenen Ruhestand. Da eine Rentenerhöhung durch Heiligsprechung für mich leider nicht in Frage kommt, versuche ich seither, meine Rente mit spontanen Vorträgen über weniger populäre Themen wie zum Beispiel den Kranzvorfall-Schadensplan aufzubessern. 

Wenn ich, was gelegentlich vorkommt, größere Mengen Geldes zum Leben brauche, lasse ich mich engagieren, um vor zahlreichem Publikum Gartenschläuche oder lange Elektrokabel mit bloßen Händen aufzurollen. Das ist für die Menschen immer wieder ein Erlebnis ganz besonderer Art. Sie können nicht genug davon bekommen. Parallel dazu wirkt der Kosmos auf mich ein, wahlweise auch das Universum. Meine Gastspiele führen mich in alle Landesteile, auch in die abgelegenen, manchmal sogar ins Ausland.

Auf diese Weise gelangte ich einmal an den Wohnort einer alten Dame, die ich aus unbekannten Gründen für meine Tante hielt. Ich verband meine Aufwickelnummer diesmal mit einem Vortrag, so daß ein Erweckungsabend daraus wurde. Das Element der Erweckung war dringend notwendig, denn ich schlafe bei meinen Darbietungen leicht ein. Dann dauert es meist nicht lange, bis das Publikum gleichfalls schläft. Wenn man bedenkt, daß bis heute nicht herausgefunden werden konnte, was Schlaf eigentlich ist und zu welchem Zweck es ihn gibt, wundert es kaum, daß damals erst recht niemand eine Erklärung dafür hatte. Doch zurück zu meiner Tante. Nach meinem Auftritt wollte sie mir zeigen, wo und wie sie wohnte, und ich brachte sie in einem von mir gebauten Bus nach Hause. Nein, Entschuldigung, nicht in einem von mir gebauten, sondern in einem Bus der lokalen Verkehrsbetriebe. Es bestand nur eine leichte Ähnlichkeit zwischen dem zuständigen Fahrzeugbauingenieur und mir, vielleicht auch zwischen dem Fahrer und mir, weshalb ich einen Moment lang irrtümlich annahm, ich hätte den Bus gebaut. Doch so etwas könnte ich ja überhaupt nicht. Schon als Kind war ich nie imstande gewesen, Modellbausätze von Schiffen, Flugzeugen oder Automobilen ordentlich zusammenzukleben und anzustreichen. Diese meiner Unfähigkeit war sowohl für mich als auch für meine Eltern bitter gewesen, denn sämtliche Mitglieder unserer zahlreichen Verwandtschaft bewiesen auf dem Gebiet des Modell-, Haus-, Instrumenten- und Fahrzeugbaus von jeher Talent. Den Bus, in welchem ich meine Tante nach dem erwähnten Erweckungsabend heimbrachte, hatte eine Cousine von mir konzipiert und gebaut. Das entnahm ich beschämt einer Inschrift im Fahrgastbereich.

Jetzt habe ich keine Lust mehr zu dieser Geschichte. Das Schreiben von Geschichten ist auf Dauer nichts für mich. Als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Gebrechlichkeit habe ich es außerdem nicht nötig. 

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Was bisher geschehen ist (Zusammenfassung)


 

Der Milchstein-Nachlaß (Urfassung)

3. Teil

„Eine Taube zu besitzen“, sprach der Mann, „bedeutet, dreimal am Tag Unglück zu haben.“ Eine Begründung dieser Aussage blieb er schuldig. Sein negatives Urteil über Tauben hinderte ihn indes nicht, mich zu tadeln, als ich eine verscheuchte, die, anscheinend von nirgendwo herkommend, sich dreist auf dem Schreibtisch niederließ. Unter solchen Umständen fand ich es nicht passend, die Zettel zu erwähnen. Daher stand ich leise auf und wandte mich den sich auf einem Beistelltisch türmenden Photoalben, Mappen und Aktenordnern zu. „Das ist der Milchstein-Nachlaß!“ rief mir der ältere Herr von seinem Platz aus zu, „den müssen Sie sich ansehen!“ Milchstein! Nun zweifelte ich nicht mehr daran, daß mein Mitbewohner die Zettel bei mir aufgehängt hatte. Trotzdem sagte ich auch jetzt nichts. Es war ein großer Nachlaß, den ich nun zu sichten begann. Er bestand aus Korrespondenzen, Photographien, Rechnungen und Kontoauszügen – sehr imposant. Beim Durchblättern der Photoalben gewann ich den Eindruck, eine auf zahlreichen Bildern zu sehende Frau müsse eine wichtige Rolle im Leben des Herrn Milchstein gespielt haben. Nur zu gern hätte ich Näheres über die Frau erfahren, doch gerade als ich es wagte, den Mann am Schreibtisch nach ihr zu fragen, kam die Nachricht, im Louvre sei eine Großspende aus Holz für mich eingetroffen.

 


 

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Der Milchstein-Nachlaß (Urfassung)

2. Teil

Gemäß meiner Profession saß ich meist am Klavier und komponierte unter Verwendung von Tonleitern mit mehreren Unbekannten. Immer wieder riß die hohe E-Saite. Fast täglich mußte ich mit dem Lötkolben Abhilfe schaffen. Mir kam der Verdacht, die Wohnung könnte dieses Übel verursachen. Doch das war nicht das einzige, was mich irritierte. Ebenso oft wie die Saite zersprang, hingen morgens Zettel in meinem Wohnbereich, auf denen rätselhafte Mitteilungen standen wie „Die Behauptungen über Milchstein müssen aufhören.“ Wenn der Gedanke auch nur abwegig genannt werden konnte, bestand gleichwohl die theoretische Möglichkeit, daß der ältere Herr am entgegengesetzten Ende der Riesenwohnung heimlich herüberkam, wenn ich schlief, und die Zettel aufhängte. Um Klarheit zu schaffen, wollte ich ihn darauf ansprechen. Eine vorherige Terminabsprache hielt ich für Zeitverschwendung, deshalb mußte ich in Kauf nehmen, eventuell zur Unzeit bei ihm zu erscheinen. Um dieses Risiko zu verringern, wählte ich eine möglichst unverfängliche Uhrzeit für meinen Besuch. Der Weg war weit, die Gefahr, mich zu verirren und nicht mehr zurückzufinden, beträchtlich.
Schließlich erreichte ich mein Ziel. Ich traf den etwa siebzigjährigen Mann hinter seinem Schreibtisch sitzend an. Er hieß mich Platz nehmen und erzählte mir unaufgefordert, er züchte Tauben in der Wohnung. Das erstaunte mich, denn es war doch zu erwarten, daß die Vögel dann auch zu mir hinüberfliegen würden. Ich hatte jedoch niemals das geringste davon mitbekommen.

 


 

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Aus Eugen Egners Püppchenstudio


 

Der Milchstein-Nachlaß (Urfassung)

1. Teil

Das Haus war nur eine Bleistiftskizze auf holzhaltigem Papier, dementsprechend günstig fiel die Wohnungsmiete aus. Zudem lockte ein Schild im Vorgarten mit dem Versprechen: „Geräumiger Wein mit Heimvorteil, wann immer Sie wollen.“
Ich konnte nicht widerstehen und klingelte bei der Vermieterin. „Gott sei Dank, Sie leben!“ rief sie aus, als sie die Tür öffnete. Sie freue sich immer darüber, wenn jemand lebe, erklärte die Frau, denn tote Menschen seien ihr weniger lieb. Wir einigten uns. Eine halbe Stunde später zog ich ein. Die weitläufige Wohnung bestand aus unterschiedlich großen Archivräumen. ‚Schade, daß ich meine frühen Sinfonien vernichtet habe’, dachte ich, ‚die Partituren könnte ich hier gut aufbewahren.’
Außer mir gab es noch einen zweiten Mieter der Wohnung, einen älteren Herrn, den ich nie zu Gesicht bekam. Die große Distanz zwischen unseren Wohnbereichen verhinderte auch, daß ich ihn je hörte. Genau genommen lag das nicht allein an der Entfernung, zusätzlich wirkten die zahllosen Schränke, Regale, Kommoden und Wandstücke, die ein labyrinthartiges Gefüge aus Zimmern und Gängen entstehen ließen, enorm schallabsorbierend. Eigentümlich war der Umstand, daß nicht die vorgenannten Aufbewahrungsmöbel an vorhandene Wände gestellt, sondern daß offensichtlich Wandabschnitte hinter die Möbel gemauert worden waren. Für mich sah es nicht so aus, als ob dabei ein Plan zugrundegelegen hätte, doch ich war nie ein guter Beobachter.

 


 

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Schwach, Bundesagentur für Arbeit!

Da wurdest Du dafür kritisiert, dass Du eine Hartz-IV-Empfängerin zum Lösen veritabler Grundschulaufgaben gezwungen hast. Auf die Netzschelte wegen Anweisungen wie »Schreibe unter das Bild das passende Wort« hin knicktest Du sogleich ein: »Wir können gut verstehen, dass die Teilnehmenden dies kritisieren, und teilen diese Meinung auch.«

Dabei, Bundesagentur, schulst Du damit unserer pädagogischen Expertise nach diese am Arbeitsmarkt unentbehrlichen Fähigkeiten: 1. bedenkenlos Befehle ausführen, 2. stupide Jobs erledigen, 3. Hilflosigkeit ertragen wie ein Kind, 4. das Gutsherren-Du akzeptieren und 5., am wichtigsten, komplette Selbstaufgabe!

Regt sowieso eine Umbenennung in Bullshitjob-Agentur an: Titanic

 Toller Service, »Manager Magazin«:

»Prokrastinations-Test: Sind Sie der König der Aufschieber?« Wir wollten uns natürlich sofort testen, aber leider war noch der Abwasch zu erledigen, und spazierengehen wollten wir ja auch, und endlich auf diese eine Mail antworten …

Aber morgen dann ganz sicher! Titanic

 Huhu, »Welt«-Journalist Peter Praschl!

Ein Texteinstieg muss neugierig machen, packen, sonst wird der Rest nicht gelesen. Das gilt besonders für Bezahlinhalte, deren erster Absatz frei einsehbar ist, und so begannen Sie einen Artikel über Sharon Tate mit den Worten: »Nichts wirkt so belebend wie eine ermordete junge Frau. All diese Fantasien, die sie entfacht – was aus ihr noch hätte werden können.«

Nun lässt sich eine Paywall aber rein technisch schwer überwinden, wenn man beim ersten Satz direkt auf den Bildschirm kotzen muss. Denn abgesehen davon, dass junge Frauen es deutlich weniger erfrischend finden, ermordet zu werden, als Sie und jemand, der sich statt mit Limonade mit Femiziden erfrischt, eher in die Psychiatrie als in die Medien gehört, evoziert Ihr Ekelgeschwalle in uns das Bild, wie Ihnen beim Schreiben solcher Widerlichkeiten die Hose aufgeht, und gegen solch starken Brechreiz ist noch kein Kraut gewachsen.

Immerhin, Praschl, stellt sich, sollte Ihnen etwas zustoßen, nicht die Frage, was aus Ihnen noch hätte werden können. Klar wäre einfach: Es wird keine neuen Texte von Ihnen geben. Und diesen Gedanken findet sehr belebend: Titanic

 Carlos Ghosn (Großkapital)!

Carlos Ghosn (Großkapital)!

Einst haben Sie aus Nissan, Renault und Mitsubishi ein internationales Bündnis geschmiedet. Seit November letzten Jahres sitzen Sie in Tokio in Untersuchungshaft; Sie sollen gegen Börsenauflagen verstoßen, Ihr Gehalt falsch ausgewiesen und private Verluste auf Nissan übertragen haben. Selbstverständlich wehren Sie sich gegen die Vorwürfe, wittern »Verrat« und die »Verschwörung« einer »Armee«, die Ihnen gegenüberstehe.

Nun wissen wir nicht, was an den Anklagepunkten dran ist, aber Herrgott, Ghosn, geht man allein nach Ihrem Äußeren, wundern wir uns, dass Ihnen nicht viel ärgere Untaten zur Last gelegt werden. Sie sehen aus wie jemand, der regelmäßig Dinge blafft wie »Ich hab genug gehört« und »Schafft ihn weg!«. Wie jemand, der mit einem Knopf unter der Schreibtischplatte eine Falltür öffnen kann. Jemand, der sich mit Blick aus dem obersten Stockwerk eines Wolkenkratzers einen 60 Jahre alten Whisky einschenkt, den er seiner globusförmigen Hausbar entnommen hat, während einer seiner Konkurrenten gefesselt und geknebelt vor ihm kniet. Kurzum: Man würde Ihre Besetzung als Bond-Bösewicht wegen Klischee-Übererfüllung ablehnen. Von Ihrem spukhaften Nachnamen wollen wir gar nicht erst anfangen!

Heute mal oberflächlich: Titanic

 Jetzt mal im Ernst, MDR!

In einem Spielbericht hast Du behauptet, alle drei Tore seien »durch einen ruhenden Ball« gefallen. Muss sich der Ball nicht doch ein ganz klein wenig bewegen, damit ein Tor fallen kann?

Fragt in sich ruhend, den Toren beim Fallen zusehend: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Genialer Lifehack

Du bist gerade unterwegs und möchtest wissen, wie spät es ist? Dummerweise hast du zwar keine Uhr, dafür aber eine Sozialphobie im Gepäck, kannst also auch keinen Fremden auf der Straße fragen? Kein Problem! Suche einfach den nächsten Supermarkt auf. Wähle eine Tütensuppe aus (ich habe sehr gute Erfahrungen mit der »Frühlingsgemüsesuppe« gemacht), gehe zur Kasse und bezahle sie. Tadaa! Auf dem Bon findest du die Uhrzeit. Auf die Sekunde genau.

Katharina Greve

 Russtikal

Die einen nennen die klassische Technik, wenn einen beim Wandern das Unwetter überrascht, schlicht »nackter Oberkörper« – für mich jedoch ist das »die russische Regenjacke machen«.

Theobald Fuchs

 Verpasste Gelegenheiten

»Rückblickend hätte ich schon einiges anders gemacht«, sagt die Mittzwanzigerin am Nebentisch. »Zum Beispiel hätte ich mit meinem Freund damals eigentlich gern mehr Zeit verbracht. Dann hätten wir uns auch viel früher getrennt.«

Tilman Birr

 Feindschaftspreis

Seit ich hier in Berlin wohne, hole ich mir bei meinem bevorzugten asiatischen Restaurant regelmäßig das einzige vegane Gericht. »6,90 Euro – für dich!« hieß es dort stets schmunzelnd vom Chefkellner. Letztes Mal überreichte mir erstmals eine andere Bedienung meine Bestellung: »Macht dann 5,90 Euro.«

Dominik Mauer

 Das Urteil

Seit sich in unserem Kafka-Lektürekreis herumgesprochen hat, dass die Dohle auf tschechisch »kavka« heißt –was, nebenbei bemerkt, natürlich auch Franz Kafka bekannt war und Spuren in seinem Werk hinterlassen hat –, wird bei uns statt des Ausdrucks »kafkaesk« nur noch das Wort »dohlenartig« verwendet. Anfangs hat mich das ja durchaus amüsiert, aber jetzt, nach etlichen Monaten, wirkt das Ganze auf mich doch eher albern oder zwanghaft. Teilweise finde ich die Situation sogar regelrecht dohlenartig.

Andreas Maier

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 20.03.:

    Für die Taz hat Fabian Lichter den Fußballbundestrainer Jogi Löw interviewt.

  • 15.03.:

    Die "Junge Welt" im Gespräch mit Martin Sonneborn über Turbopolitik.

  • 15.03.:

    Leo Riegel ist einer der drei Gewinner des NABU-Cartoon-Wettbewerbs. Wir gratulieren!

  • 13.03.:

    Das "Journal Frankfurt" berichtet über Chefredakteur Moritz Hürtgen.

  • 12.03.:

    Zu den Regierungskrisen der vergangenen zwölf Monate zählt die "Süddeutsche Zeitung" u.a. Moritz Hürtgens Twittercoup über einen angeblichen Fraktionsbruch.

Titanic unterwegs
23.03.2019 Leipzig, Café »Das Kapital« Katharina Greve
23.03.2019 Leipzig, Buchmesse Thomas Gsella
23.03.2019 Leipzig, LURU-Kino in der Spinnerei Paula Irmschler
25.03.2019 Bonn, Pantheon Martin Sonneborn