Inhalt der Printausgabe

Die PARTEI informiert


Martin Sonneborn (MdEP)
Bericht aus Brüssel
Folge 18

»Man soll nur von Europa sprechen, denn die deutsche Führung ergibt sich ganz von selbst.«

Außenpolitisches Amt der NSDAP

Folge 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18

Brüssel, Büro

Fotzenfritz ist wieder da. Von den Untoten auferstanden. Friedrich Merz, Aufsichtsratschef von Blackrock Deutschland. Der Mann, der mithilft, beim weltgrößten »Vermögensverwalter« fünf oder sechs Mill- oder Billionen Euro zu verwalten. Geld, das zu einem ansehnlichen Teil auch aus Cum-Ex-Geschäften stammt, mit denen die deutschen Steuerzahler gemolken wurden.

Erst vor einigen Tagen hat mein alter Kumpel Oettinger wieder versucht, Merz als nächsten Kanzlerkandidaten der Union ins Gespräch zu bringen. Eine Idee, die auch über eine charmante Seite verfügt – immerhin würde ein Rechtsruck der mittlerweile als kommunistisch geltenden Merkel-CDU den lustigen und unterhaltsamen Todeskampf der SPD verlängern. Und außerdem wäre Friedrich Merz nach Birne (»Helmut Kohl«) der zweite Kanzler, dem TITANIC seinen Spitznamen verliehen hat.

Leipzig, Messe

Der 35. Chaos Communication Congress in Leipzig steht passenderweise unter dem Titel »Refreshing Memories«. Und garantiert angenehme Arbeitszeiten. Nachdem Büroleiter Hoffmann gegen Mitternacht 4500 Nerds und Geeks eine Stunde lang die theoretischen Strukturen der EU erläutert hat, darf ich noch einige praktische Erfahrungen beisteuern und die Hacker mit Bildern von Elmar Brocken (72) und Jo Leinen (185) gruseln.

Brocken hat übrigens, trotz fast vierzigjähriger Erfahrung im Parlament, zu Redaktionsschluss noch keinen sicheren Listenplatz zur EU-Wahl im Mai.

→ Sachdienliche Hinweise aus dem Netz

Die PARTEI Eichstätt: #Broxit Thomas Langer: man hätte ihm zeit geben sollen, sein talent zu entfalten.

Bevor ich meinen Vortrag beginne, frage ich die Nerds, ob noch jemand den Ehrennamen kennt, den Merz vor fast 20 Jahren von TITANIC erhalten hat. Fünf, sechs Leute rufen sofort »Fotzenfritz«. Das ist korrekt. Angesichts der Vielzahl fragender Blicke erläutere ich den übrigen kurz, wie es dazu kam:

Leipzig, 35C3: For the lulz.

Im Frühjahr 2000 wurden einige deutsche Politiker von dem Bedürfnis überwältigt, der Öffentlichkeit zu gestehen, dass sie trotz aller konservativen Behäbigkeit einst eine aufregende, revolutionäre Phase durchgemacht hätten. Friedrich Merz zog nach und beichtete, er sei einmal mit langen Haaren und ohne Helm mit dem Mofa verwegen durchs Sauerland gebrettert. Leider fand die »Zeit« ein paar Klassenkameraden, die sich ebenfalls an die gemeinsame Jugendzeit erinnerten. Aber etwas differenzierter.

→ Sachdienlicher Hinweis der »Zeit«

»Schulterlange Haare? Merz? Nie im Leben!« meint Ernst Ferdinand, der gemeinsam mit Merz das Briloner Gymnasium besuchte. »Unser Kumpel hatte schon immer die Frisur, die er heutzutage trägt. Dafür hätte der alte Merz schon gesorgt, dass die Haare nicht zu lang wurden!« Die wilden Rasereien mit dem Motorrad, von der (sic!) Merz berichtete, habe es ebenfalls nicht gegeben. »Uli hatte zeitweise ein Zündapp-Mofa, ich irgendein französisches Fabrikat, Friedrich hatte gar keines. An die Pommesbude auf dem Marktplatz, an der Friedrich Merz angefangen haben will zu rauchen und Bier zu trinken, erinnert sich sein alter Freund folgendermaßen: »In Brilon hat es noch nie eine Pommesbude auf dem Marktplatz gegeben, es sei denn vielleicht zur Michaeliskirmes – für drei Tage im Jahr.«

Ich nahm das damals zum Anlass, die legendären Reportagenfälscher Gärtner/Nagel um eine Investigativrecherche in Merz’ Heimat zu bitten; und ohne dass die beiden ihren Schreibtisch für einen bemerkenswerten Zeitraum verlassen hätten, wurde mir bald darauf eine solche präsentiert. Den verwegensten Satz nahm ich heraus und setzte ihn als Überschrift darüber: »Sie nannten ihn Fotzen-Fritz«.

Der nächste Kanzler? Mit diesem schwer übersetzbaren ­Spitznamen wohl kaum: Merz in TITANIC 4/2000

Einige Jahre später saßen wir abends bei ein paar Bieren in der TITANIC-Redaktion herum, warteten auf die letzten Texte, die noch Korrektur gelesen werden mussten, und vertrieben uns die Zeit mit einem kleinen Wettbewerb: Internetadressen aufzurufen, die möglichst ins Leere führen sollten. Wenn ich mich recht erinnere, begann Benjamin Schiffner mit www.penisbruch.de – und verlor, denn dahinter verbarg sich die Seite eines Schachvereins. Ich zog nach und tippte im sicheren Gefühl der Überlegenheit www.fotzenfritz.de ein. Sie können sich meine sehr, sehr große Überraschung vorstellen, als sich ohne Umschweife die Homepage von Friedrich Merz öffnete. Offenbar hatte ein fachkundiger TITANIC-Leser – und das war im Jahr 2000 noch ein wenig aufwendiger – die Seite gesichert und zu seinem persönlichen Vergnügen eine Weiterleitung eingerichtet.

Nachdem wir diesen nützlichen Service öffentlich gemacht hatten, erhöhten sich die Besucherzahlen auf Merz’ Seite auffällig. So auffällig, dass irgendwann ein Anwalt forderte, den kleinen Spaß zu beenden. Was wir allerdings nicht so schnell taten, als dass es die Verbreitung des Spitznamens verhindern hätte können; vertraulichen Informationen aus dem Büro eines Bundestagsabgeordneten zufolge wurde der Sauerländer bereits fraktionsübergreifend »Fotzenfritz« gerufen – hinter seinem Rücken natürlich, Merz ist groß.

Eine Woche später wurde ich per Mail darüber informiert, dass, wenn es mal schnell gehen müsste, man auch über die URL www.fotzenfritz.tk auf Merzens Seite käme. Selbstverständlich gab ich diese Information an die TITANIC-Leser weiter, Tokelau liefert nicht aus. Ich schließe die kleine Geschichtsstunde mit der Bitte an Deutschlands Hacker, den Spitznamen nie, niemals zu vergessen und parat zu haben, falls Merz noch einmal aus der Kiste springen sollte.

Als ich 50 Minuten später von der Bühne gehe, ruft mir aus der ersten Reihe ein Nerd zu, wenn es mal schnell gehen müsse, komme man ab sofort auch über fotzenfritz.online auf Merzens Seite.

→ Sachdienliche Hinweise aus dem Netz

CryptoPunkrock: POLITISCHES Wissen des Tages www.fotzenfritz.com und www.fotzen-fritz.de führen direkt zur offiziellen Internetseite von Friedrich Merz (CDU), jüngst CDU-Partei-Chef-Kandidat.

Die PARTEI: fotzen-fritz.tk geht auch

Marc von Beichmann: Vergiss nicht fotzenfritz.icu

PHP And Cigars: Warum kommt bei Google nicht sofort die Homepage von Friedrich Merz, wenn man »Fotzen-Fritz« eingibt?

Armenien, Eriwan

Ministerpräsident Nikol Paschinjan ist in der wohl demokratischsten Wahl im gesamten Kaukasus mit gut 70 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Der unsympathische Vertreter der ehemaligen Regierungspartei Armen Ashotyan, den wir in Eriwan ebenfalls getroffen haben (TITANIC 10/2018), kritisiert, der Sieg habe schon vorher festgestanden, weil Paschinjan die Wahl »in einer postrevolutionären Euphorie abgehalten« habe. Smiley!

Brüssel, Place Luxembourg

Gesprächsthema ist heute wieder einmal der bekannteste Luxemburger der Welt, Jean-Claude Juncker, der gerade bei einem Gipfeltreffen vor laufenden Kameras der Protokollchefin der EU mal ordentlich die Frisur gerichtet hatte.

Juncker verwechselt seine (betrunkene) Protokollchefin mit dem (jungen) Friedrich Merz

Eine Praktikantin aus Luxemburg gesteht uns, dass die Kommissionspräsidentschaft Junckers ihrem ganzen Land entsetzlich peinlich sei. Und zwar nicht, wie ich ihr gegenüber vermute, weil Juncker als Finanzminister Hunderten von Unternehmen – unter anderem Amazon, IKEA, E.ON und der Deutschen Bank – geholfen hat, Milliarden Euro an Steuern zu vermeiden, sondern ganz schlicht, weil er Alkoholiker ist. Während die Praktikantin die Happy Hour nutzt (jedes zweite große Bier ist umsonst), google ich unauffällig die Worte »Saufnase Juncker« und bin überrascht von der Qualität der Treffer. Als ich etwas später den Assistenten eines Luxemburger Abgeordneten treffe, frage ich noch einmal nach. »Ja, natürlich«, nickt der Luxemburger, »Junckers Alkoholismus ist in Luxemburg allgemein bekannt. Er war 18 Jahre lang Regierungschef und hat in den letzten Jahren praktisch nichts mehr getan. Viele Leute haben ihn trotzdem gewählt, weil er wie ein netter älterer Herr aussieht. Aber die meisten waren froh, als wir ihn dann nach Europa abschieben konnten …«

→ Sachdienlicher Hinweis des »Independent«

»Jean-Claude Juncker waves off speculation over drinking – while ›drinking four glasses of champagne‹ President of European Commission has been accused of drinking ›cognac for breakfast‹ in the past«

Sachdienlicher Hinweis der »Presse«

Der heute 63-jährige Juncker ist kein Abstinenzler. Spekulationen darüber, dass er alkoholkrank sei, wies er verärgert zurück: »Glauben Sie, dass ich noch im Amt wäre, wenn ich Cognac zum Frühstück nähme? Das macht mich wirklich traurig, und es hat dazu geführt, dass meine Frau mich fragt, ob ich sie anlüge, weil ich zu Hause nicht trinke.«

Sachdienlicher Hinweis des »Spiegel«

Doch das sehen viele, die ihn in Brüssel über Jahre beobachtet und begleitet haben, deutlich anders. Teilnehmer der Euro-Gruppen-Besprechungen erinnern sich an Sitzungen, die Juncker »etwas erratisch« geleitet habe, andere wollen eine Alkoholfahne gerochen haben. In Luxemburg zucken politische Weggefährten bei diesem Thema nur die Achseln – die Trinkfreude ihres fast zwei Dekaden lang amtierenden Regierungschefs sei »ein offenes Geheimnis«.

Schon zum Mittagessen genehmige er sich mitunter zwei Gin Tonic und ein Bier. Das habe ihn aber in seiner Amtsführung bislang nicht beeinträchtigt, schieben die Weggefährten schnell hinterher. Der Journalist Pascal Steinwachs schrieb im »Lëtzebuerger Journal«, schelmische Zungen behaupteten, Juncker habe tatsächlich kein Problem mit Alkohol, nur ohne.

Sachdienlicher Hinweis der »Kronen-Zeitung«

Zur Sprache kam ein besonders skurriler Auftritt Junckers während eines EU-Gipfels in der lettischen Hauptstadt Riga im Mai des Vorjahres. Damals begrüßte der Luxemburger den ungarischen Ministerpräsidenten mit den Worten: »Hallo, Diktator!«

Das sorgte für verdutzte Gesichter unter den anwesenden Politikern und Delegierten. Auch wenn sowohl Orbán als auch Juncker betonten, dass sie sich seit geraumer Zeit auf diese Art und Weise begrüßten: Das und ähnliche »Späße« des 61jährigen werten viele Beobachter oftmals als Zeichen einer Alkoholisierung Junckers.

Zu sehen war auch, wie Juncker den österreichischen EU-Kommissar Johannes Hahn an dessen Krawatte zu sich zog. Andere Staats- und Regierungschefs bekamen freundliche Schläge auf Schulter, Rücken oder sogar angedeutete Ohrfeigen verpasst.

→ Sachdienlicher Hinweis von Telepolis

Von Juncker sind nämlich inzwischen mehrere Videoaufnahmen aufgetaucht, auf denen unter anderem zu sehen ist, wie er es kaum schafft, ein paar Treppenstufen auf ein Podium hochzusteigen; wie er wankt und von Donald Tusk, dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte und dem Staatspräsidenten der Ukraine beim Aufstellen für die Gruppenfotos dezent mit den Armen hinter seinem Rücken gestützt wird. Rutte sagte dem flämischen Sender VRT, »soviel er wisse«, leide Juncker »seit geraumer Zeit an einem Rückenproblem«.

Im Juni hatte Juncker dem irischen Parlament nach sichtbaren Schwierigkeiten beim Treppensteigen gesagt, das komme von Problemen mit dem Ischiasnerv, die er seit einem Autounfall habe. Der britischen Boulevardzeitung »Sun« sagte er darüber hinaus, es wäre ihm lieber, wenn er stattdessen betrunken wäre.

Für diese Erklärung sprechen Fotos, die Juncker zeigen, wie er bereits bei seiner Ankunft in einem Rollstuhl zu einem Hintereingang gefahren wird. Dagegen spricht, dass es ältere Aufnahmen von ihm gibt, in denen er ein eher übermütiges Verhalten an den Tag legt, das sich nur schwer mit einem Rückenleiden, aber leicht mit Trunkenheit erklären lässt. Der britische Komiker John Cleese hatte ihm deshalb bereits vorher den Spitznamen »Jean-Claude Drunker« verpasst.

Europäische Regierungschefs beim Versuch, Juncker brachial zu stürzen
Pardon: zu stützen.

 


Achtung, Durchsage: Dieser Bericht wurde aus Mitteln des Europäischen Parlamentes finanziert und zeigt möglicherweise ein Zerrbild desselben.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Vorsicht, US-Diplomaten auf Kuba!

Was mussten wir da Spannendes im »Spiegel« lesen? »Nächtliche Geräusche hatten Mitarbeiter der US-Botschaft in der kubanischen Hauptstadt Havanna aufgeschreckt, die im Hotel ›Capri‹ abgestiegen waren. Auf die Krachattacke, die im Detail allerdings unterschiedlich beschrieben wurde, folgten gesundheitliche Probleme, Hörverlust zum Beispiel, ebenso Schwierigkeiten beim Sprechen oder Gedächtnisstörungen.« In der Folge diskutierte man die Möglichkeit eines Angriffs mit Schallwellen oder Mikrowellen, was man von den Inselsozialisten halt so erwartet, bis dann zwei Biologen mit einer anderen, superlangweiligen Theorie um die Ecke kamen: »Ihren Erkenntnissen zufolge dürften Grillen der Art Anurogryllus celerinictus zumindest für einen Teil der beschriebenen Geräusche verantwortlich sein.«

Was? Grillen, die Hör-, Sprech- und Gedächtnisstörungen verursachen? Glaubt das bitte ja nicht, wir Spionagethrillerfans jedenfalls halten das für eine – na ja – Grille!

Zirp, zirp: Titanic

 Mutig, Uwe Pütz,

sehr, sehr mutig ist das, was Sie im Eröffnungssatz eines Artikels in wiederum »DB mobil« gestanden haben, nein: gestehen mussten. Denn irgendwann ist das Schweigen nicht mehr auszuhalten, irgendwann muss die Wahrheit ans Licht, auch wenn sie unerhört ist: »Ich muss gestehen, von der Coburger Bratwurst hatte ich bisher noch nie gehört.«

Hammer! Doch Sie sind nicht allein, Pütz, denn unter uns gesagt und Ihnen zur Gewissenserleichterung: Auch wir müssen gestehen, von der Coburger Bratwurst bisher noch nie gehört zu haben. Jetzt ist es raus. Und es kommt sogar noch härter: Auch von Ihnen hatten wir noch nie gehört!

Hier gesteht und kann nicht anders: Titanic

 Hoppla, Gerd Müller!

Sie sind zwar nicht der erste Spitzenpolitiker, der wegen eines Defekts an einem Regierungsflugzeug liegengeblieben ist. Aber als Entwicklungshilfemininster – in Afrika! Haben Sie da beim Warten in Sambia wenigstens ein paar Spenden für die dafür verantwortliche, total kaputte Bundeswehr klargemacht?

Africa for Germany! Titanic

 Gauklerbrüder Ehrlich Brothers!

Gauklerbrüder Ehrlich Brothers!

Im launigen »DB mobil«-Interview wurden Sie zu Ihren besten Zaubertricks und gefährlichsten Frisurenstunts gefragt und ob Sie Mitreisenden in der Bahn hin und wieder etwas vorführen. »Klar!« antworteten Sie, »im Bordrestaurant kann man sich zum Beispiel geschickt eine Kaffeesahne vor das Auge halten und mit der Gabel hineinstechen. Das sorgt für Begeisterung – und Ekel.«

Hä? Ach so! Weil dann überraschend ein blutiger Augapfel aus dem Sahnedöschen rollt, richtig? Okay, zugegeben: Das begeistert auch uns!

Ein fröhliches »Hex hex!« von Titanic

 Sehr geehrte Nathalie Weidenfeld!

Mit tiefe Nachdenklichkeit verbürgenden Vokabeln wie »endemisch«, »Opakheit«, »Ambiguität« etc. geben Sie im SZ-Feuilleton völlig zu Recht zu bedenken, dass die gute alte europäische »Kultur der Privatheit« vom »Monopol amerikanischer digitaler Social-Media-Kanäle« zerstört zu werden droht. Schließlich funktioniere Facebook »vornehmlich wie ein öffentliches Tagebuch, als ein Buch (›book‹) eben, in dem die Menschen offen ihr Gesicht (›face‹) zeigen, also ihr Innerstes für andere sichtbar machen.« Da haben Sie den Nagel (»nail«) auf dem Kopf (»head«) getroffen!

Doch eine Frage bleibt: Wenn Ihr Gesicht, Frau Weidenfeld, tatsächlich Ihr Inneres füllt – was sitzt dann bei Ihnen zwischen Haaransatz und Kinnspitze?

In Sorge: Ihre Gastroenterologen von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Intellektuelle

Intellektuelle sind für mich so Leute, die Dinge ohne das Wörtchen »so« erklären können.

Johannes Floehr

 Fashion Victims

Eine derzeit im Vergessenwerden begriffene Herrenmode der 1970er: ein außerordentlich lang gewachsener Nagel am linken kleinen Finger. Wie eine zierliche Klinge stand er von der Fingerspitze meines Vaters ab, der damit abwechselnd Briefkuverts aufschlitzte oder sich große dunkelgelbe Schmalzbrocken aus den Ohren pulte. Mein Onkel, welcher der gleichen Marotte anhing, überprüfte mit seinem körpereigenen Hornstiletto sogar die Profiltiefe der Autoreifen. Und der Hausarzt meiner Cousine … ach, lassen wir das! Man soll alte Wunden nicht grundlos aufreißen.

Theobald Fuchs

 Schlimme Vermutung

Wenn es das bedeutet, was ich denke, dann bedeutet es gar nichts.

Elias Hauck

 Weltverbesserung

Es ist ein oft bemühtes Klischee weiblichen Verhaltens, dass frau empfindlich reagiert oder sogar total ausrastet, wenn bei einer Zusammenkunft eine Geschlechtsgenossin die gleiche Robe trägt. Bei mir ist das völlig anders. Ich würde mich sogar freuen, wenn viele Menschen die gleiche Kleidung wie ich trügen. Die Welt wäre eine bedeutend schönere, da ich einfach einen ausgezeichneten Geschmack habe.

Katharina Greve

 Sesam, öffne mich

Zu Jahresbeginn soll man ja eigentlich Diät halten, aber als ich gerade beim Marokkaner saß und plötzlich bergeweise knusprige Falafel sowie ein Napf voll köstlichstem Hummus vor mir standen, waren alle guten Vorsätze Tahin.

Mark-Stefan Tietze

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
23.02.2019 Hannover, Wilhelm-Busch-Museum »Traxler für Kinder – zum 90. Geburtstag«
26.02.2019 Hamburg, Grüner Jäger Ella Carina Werner mit Tim Wolff
28.02.2019 Oldenburg, Kulturetage Max Goldt
01.03.2019 Köln, Klüngelpütz »2. Kölner Cartoonsitzung«