Sie, Robert Harting,

zeigen als Vorzeigeathlet und deutscher Diskus-Dude gern alles: bei der Arbeit einen an Wahnsinn grenzenden Siegeswillen, nach der Arbeit permanent Ihren nackten Oberkörper im zerrissenen Leibchen und bei Dopingdebatten auch mal, was da unter Ihrer Halbglatze vor sich hin köchelt. Folgerichtig zeigten Sie nun auch ungefragt einen nicht übermäßig appetitlichen, endoskopischen Film Ihrer aktuellen Knie-OP im Internet. Wir ersuchen Sie aber inständig, mit der penetranten Zeigefreudigkeit noch vor Ihrer ersten Prostatavorsorgeuntersuchung unwiderruflich aufzuhören. Und sich im besten Fall vielleicht sogar selbst nicht mehr zu zeigen!

Mit erhobenem Zeigefinger: Titanic

Ciao, Petra Nadolny!

In sämtlichen U-Bahnhöfen des Landes müssen wir Sie so sehen: leichengrau, mit geschlossenen Augen, erahnbar oberkörperfrei, eher einer Stieg-Larsson-Verfilmung entfleucht als dem heiteren »Switch reloaded«, insgesamt Pein und Elend für die Augen. »Mein Ende gehört mir«, behaupten Sie da und werben mithin für das »Recht auf letzte Hilfe«, also: den assistierten Suizid. Nun kann der Freitod an sich durchaus ein edles Unterfangen sein; nur sollte man das Ende auch so wählen, daß möglichst kein anderer dabei zu Schaden kommt. Ergo: Strick, Brücke, Gift – super; Bahnverkehr aufhalten und alles voll mit Gedärm oder sogar Plakaten machen – doof und selbstgefällig.

Deswegen: nur Mut! Sie schaffen das auch alleine.

Letzter Wille von Titanic

Generation Y!

Man hört und liest recht viel über Dich, wenn man nicht rechtzeitig abschaltet: Du seist selbstverliebt, verwöhnt, unrealistisch, größenwahnsinnig, selbstgefällig, egoistisch und verträumt, aber auch leistungsbereit, ehrgeizig, mobil und motiviert. Nur eins hat Dir noch keiner ins Gesicht zu sagen gewagt, nämlich die Wahrheit, daß Du überhaupt nicht existiert. Du bist eine Schimäre. Eine Erfindung plappermäuliger Journalisten und Soziologen, die schon morgen eine andere nichtvorhandene Sau durch das globale Mediendorf treiben werden.

Sei nicht traurig. Es hat auch schon ganz andere und viel interessantere Sachen als Dich nie gegeben. Zum Beispiel Gott oder das Ungeheuer von Loch Ness. Und hat es ihnen geschadet?

Na siehste. Und nun mach Dich mal bitte vom Acker.

Alsdann: Titanic

Hey, Malte Lehming!

Das war einfach klasse, wie Sie es den Linksfaschisten neulich im Tagesspiegel gegeben haben: »Beleidigt, verbittert, aggressiv, rigide, justizvernarrt: so reagieren Linke, wenn ihnen die Meinung Andersdenkender nicht paßt. Wann je haben Rechte oder Konservative die Keule der Klage bemüht, wenn sie nach Lust und Laune geschmäht wurden? Thilo Sarrazin, Alexander Gauland, Hans-Olaf Henkel, Karl-Theodor zu Guttenberg, Christian Wulff, Joachim Gauck: sie alle hätten Anlaß genug, bleiben aber gelassen und locker.«

Genau die Leute wären uns übrigens auch als erstes eingefallen. Gut, Sarrazin hätten wir wohl nicht genannt, weil er sich vor kurzem 20 000 Euro von der Taz erklagt hat, und bei Wulff wären wir unsicher, ob er nicht das ein oder andere Mal den Rubikon der Locker- und Gelassenheit überschritten hat. Was uns aber wirklich geärgert hat, ist, daß Sie in Ihrer Aufzählung jemanden vergessen haben, der täglich haarsträubende Anschuldigungen über sich ergehen lassen muß und dazu noch nie auch nur ein Sterbenswörtchen verlauten ließ. Sie sollten sich persönlich bei Frau Zschäpe entschuldigen!

Beleidigt, verbittert etc.: Titanic

Arme Curler!

Das Innenministerium hat Eurer coolen Sportart die komplette Förderung gezwickt, weshalb wir uns fragen, womit Ihr künftig Eure Steine finanziert. Müßt Ihr nun gar, als Haus- und Besenexperten, wischen gehen?

Wird alles schon glatt laufen, hofft Titanic

Und über Euch, liebe Ossis,

lasen wir beim Online-Auftritt des Deutschlandradios: »Die Aufstiegschancen sind in Ostdeutschland größer als im Westen.« Somit hat sich für Euch seit der Wende nichts verändert – schließlich hattet Ihr schon zu Zeiten der Mauer die besseren Aufstiegsmöglichkeiten!

Turnt durchs semantische Minenfeld: Titanic

Staatsanwaltschaft München I!

Seit bald eineinhalb Jahren ermittelst Du gegen den Kriminalhauptkommissar Konrad Pitz wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage. Im Juni 2013 nämlich hat der Mann als Zeuge im NSU-Untersuchungsausschuß des bayerischen Landtags behauptet, 2007/2008 sei bei der Soko Bosporus ein Hinweis vom Verfassungsschutz auf eine Nazibande namens NSU aufgetaucht – der Hinweis sei über Nacht indes wieder abgehakt worden, ohne daß ihm nachgegangen worden wäre. So aber kann es niemals nicht gewesen sein, weil ja schließlich alle anderen Polizisten und Verfassungsschützer steif und fest behaupteten, vor dem Auffliegen des NSU von selbigem noch nie gehört zu haben! Folglich sahst Du, Staatsanwaltschaft München I, Dich gezwungen, gegen Pitz zu ermitteln.

Doch nachdem der Verfassungsschutz Anfang Oktober nun eingeräumt hatte, entgegen seinen jahrelangen Beteuerungen bereits 2005 in den Besitz eines Datenträgers gekommen zu sein, auf dem von einer Organisation namens »NSU/NSDAP« die Rede ist, hast Du jetzt Deine Ermittlungen gegen Konrad Pitz eingestellt und ermittelst gegen seine Kollegen, gell? Ach so, nein, Du hast Deine Ermittlungen gegen Konrad Pitz bei der Gelegenheit wieder aufgenommen! Schließlich gilt es, die alte Münchner Tradition hochzuhalten, wonach sich jeder verdächtig macht, der behauptet, bereits vor 1945 von einer Partei namens NSDAP gehört zu haben!

Die Reihen dicht geschlossen, die Staatsanwaltschaft München I marschiert!

Keine weiteren Fragen: Titanic

Salam, Thomas Strobl!

Als CDU-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg wurden Sie im Hörfunk zu der Entscheidung der Innenminister von Bund und Ländern, sog. gewaltbereite Islamisten an der Ausreise zu hindern, befragt: »Steigt damit, mit diesem Ausreisestopp, mit dem Versuch, das zu unterbinden, auch die Anschlagsgefahr in Deutschland?« Sie antworteten: »Ich glaube, das muß man wirklich in jedem Einzelfall sorgfältig abwägen. Im Grunde genommen halte ich es aber für richtig, daß wir Personen, die gefährlich sind, die radikalisiert sind, auch an der Ausreise hindern.« Im Grunde genommen, Strobl, im Grunde genommen. Aber eine prima Sache wär’s schon, wenn die Jungs ausreisten und ihre Bomben anderen um die Köpfe flögen, was?

Das findet auch Titanic

Und selbstverständlich, »SZ«,

will auch diese Sprachtorheit von Dir verbreitet sein, sei’s via Korrespondentenbericht (»Einige Senatoren werden bald ihre Absicht verkünden, 2016 Präsident werden zu wollen«) oder in der Kurzfassung von »Taxi Driver«: »Bickle ist die menschgewordene Weltverachtung, schon bevor er die minderjährige Prostituierte Iris kennenlernt und beschließt, sich an dieser verkommenen Stadt rächen zu wollen.« Es ist, liebe SZ, aber so: Man beschließt nicht, scheißen zu wollen, man beschließt zu scheißen, und wenn Du Dich nicht alsbald einmal zusammennimmst und wenigstens manchmal überlegst, bevor Du uns vor die Nase defäkierst, dann gibt’s einen Satz knüppelgewordene Kollegenverachtung, und zwar natürlich von Titanic

Hoho, Hans-Georg Maaßen!

Sie sind Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz und wußten, lange nach der Massenschlägerei zwischen Jesiden und tschetschenischen Muslimen in Celle und kurz nachdem es bei der Demonstration von Rechtsradikalen und Hooligans gegen Salafisten in Köln zu schweren Krawallen gekommen war: »Es besteht Anlaß zur Sorge, daß sich die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Extremisten auf unseren Straßen weiter aufschaukeln.« Ach, davon haben Sie also auch schon in der Zeitung gelesen? Und was machen Sie sonst so den ganzen Tag in Ihrem Bundesamt, Dr. Maaßen? Moorhühner schießen, Taschenbillard spielen und immer mal wieder willentlich ein rechtsradikales Mörder-Terror-Trio ignorieren?

Dann ist ja sehr beruhigt: Titanic

Wenn Sie, Volker Weidermann,

dieses in die FAS reinschreiben: »Natürlich ist es lächerlich und falsch, einen Dichter heute, 25 Jahre nach dem Fall der Mauer, einen DDR-Schriftsteller zu nennen. Aber das ist Volker Braun«, dann gibt es genau zwei Möglichkeiten: Entweder ist es lächerlich und falsch, einen Dichter heute, 25 Jahre nach dem Fall der Mauer, einen DDR-Schriftsteller zu nennen. Dann sollten Sie Volker Braun nicht fälschlich so nennen!

Oder aber Volker Braun ist tatsächlich und wahrhaftig ein DDR-Schriftsteller. Dann aber kann es nicht falsch sein, einen Dichter heute, 25 Jahre nach dem Fall der Mauer, einen DDR-Schriftsteller zu nennen. Wenn er’s doch ist!

So oder so, Weidermann: Sie haben einen peinlichen Denkfehler gemacht. Nicht zum ersten Mal!

Wissen Ihre DDR-Schriftsteller von der Titanic

Als Sie, Wolfgang Pohrt,

im Konkret-Gespräch mit Hermann Gremliza auf dessen Spekulation, wonach Sie und er eventuell »doch einmal zusammen« losgehen könnten, und zwar »mit einer Kalaschnikow im Arm«, als Sie darauf also mit »Wir beide nicht mehr. Das schaffen wir nicht« antworteten, da kamen vor Rührung beinahe die Tränen:

Ihrer guten alten Titanic

Liebe CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt!

Nachdem Angela Merkel bei einer Rede zum »8. Nationalen IT-Gipfel« in Hamburg partout das Wort »Festnetz« nicht einfallen wollte und erwartungsgemäß im Netz mit Hohn und Spott überzogen wurde, sprangen Sie Ihrer Kanzlerin auf »Spiegel online« bei: »Grundsätzlich geht mir die Arroganz mancher in der sogenannten Netzgemeinde manchmal auf die Nerven. Wir wollen doch erreichen, daß alle Altersgruppen und Schichten den digitalen Wandel verstehen. Dann müssen wir ihn auch in einer lebensnahen Sprache, die nicht nur Insider glücklich macht, erklären.« D’accord, Gerda Hasselfeldt! Endlich sagt’s mal jemand. Lebensferne Fachterminologie wie »Festnetz« ist bloß eines von vielen Beispielen für die Abgehobenheit der sogenannten Netzgemeinde. Man denke nur an unverständliches Kauderwelsch wie »schnurloses Telefon«, »Klingelton« oder gar »Computer«. Wer, außer einigen wenigen Eingeweihten, soll das um Himmels Willen noch verstehen? Und in welcher verlassenen Bergregion liegt eigentlich dieser IT-Gipfel?

Verständnisvoll grüßen: die Fachchinesen von der Titanic

Winand von Petersdorff (»FAS«)!

Das Coming-out des Apple-CEO Tim Cook hat Ihren Arbeitsspeicher offenbar komplett durchbrennen lassen. Seine Wirkung entfache es Ihrer Meinung nämlich »gerade da, wo es auf ein kritisches Echo stoßen kann. Wenn ein Schwuler einen solchen Konzern wie Apple leiten kann, der solch begehrenswerte Geräte produziert, dann kann das Schwulsein nicht so schlecht sein. Das ist eine einfache Botschaft. Sie steckt von nun an in jedem I-Phone, das auch in Rußland, Indien oder islamischen Ländern feilgeboten wird.« Logisch, Schwulenhaß basiert ja vornehmlich auf dem weitverbreiteten Mißverständnis, Homosexuelle seien faul und dumm. Aber damit nicht genug! »Ein I-Phone ist viel wirkungsvoller als eine Resolution der Vereinten Nationen gegen Homophobie. Attraktiver ist es überdies. Es ist ein Produkt der Kreativität, der Liberalität und der Gleichberechtigung, wie sie nur der Westen glaubwürdig vertreten kann. Die Länder, die die kapitalistischen Demokratien derzeit furchtbar gerne als degeneriert diskreditieren, müssen erstmal zeigen, was sie Besseres zu bieten haben.« Auch wieder wahr. Speziell Apple kann in Sachen Kreativität (im Finden von Lücken im Steuerrecht), Liberalität (in der Definition des Begriffes Umweltschutz) und Gleichberechtigung (Arbeitsbedingungen für Foxconn-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen gleich beschissen) so schnell niemand etwas vormachen.

Botschaft gut weggesteckt: Titanic

Veh, Armin (Bundesliga)!

Wo wir Sie, 53, als Trainer des VfB Stuttgart beim Auswärtsspiel gegen Frankfurt am Spielfeldrand sahen, in Domestos-Jeans mit dem Hosenboden auf Halbmast, einem evtl. dunkelmauven, in der Bauchgegend durchaus knappen Strizzi-Shirt mit extra weitem Halsausschnitt sowie darüber einem smaragdgrünen Steppjäckchen, da fanden wir erst fußlahm: Eigentor; aber dann, daß »in Würde altern« eben doch ein Megathema ist.

Vergleichsweise knackfrisch grüßt Titanic

Ihr, Politiker,

könnt aber auch nie etwas richtig machen! Da entnahmen wir n-tv.de die Meldung, wonach Ihr »gefährliche Tiere verbieten« wollt, und dachten sofort an elende Stechmücken, Köter auf dem Fahrradweg und Matthias Sammer. Statt dessen aber bereitet Ihr einen Angriff auf genau das schützenswerte Getier vor, das vorgenannte Plagen zu beseitigen imstande ist, nämlich »Skorpione, Schlangen und Spinnen«. Wie konnte das denn wieder passieren?

Wenn Ihr so weitermacht, verliert langsam wirklich die Geduld mit Euch: Titanic

Messners Reinhold!

Auf dem komplizierten, nämlich zweiseitigen Titel der im ICE herumliegenden Quatschzeitschrift Mobil dürfen Sie in Großformat eine Hauptmeinung haben und kundtun, und Ihre gegenwärtig tollste lautet: »Die Veränderung der Welt ist nur herbeizuführen…«, und kaum hat man dann umständlich umgeblättert, starren Sie einen urplötzlich an mit Ihrem rindsledernen Hochlandgesicht und kommen zu dem Schluß: »…wenn sich jeder einzelne verändert«. Und das hat uns wahrlich erfreut, weil die Veränderung der Welt so natürlich viel lieber und luftiger und leichter abliefe ohne dieses ganze altmodische Zeugs mit Expropriation der Expropria- und verwandter Profiteure und Verjagung der Bösen und Revolution und Guillotine usw.; aber wissen Sie, Messner, was wirklich blöd wäre? Was wirklich echt voll scheiße wäre? Wenn sich alle ca. 7 205 951 743 Erdenmenschen tatsächlich insoweit an Ihren Mobil-Titel halten und sich ändern und dings, und die Welt guckt schon ganz verwundert und denkt: Huch, na so was, werd’ ich also wirklich noch mal prima auf meine alten Tage! Aber dann: Pustekuchen, Maschinen stopp, Schluß mit Weltveränderung, weil: einer, ein einziger einzelner, sagen wir die Mitgliedsnummer 3 735 494 306, es nicht und nicht packt! Es verschläft, verpennt, versaubeutelt, aus Faulheit, aus Blödheit vor allem und weil er strafverschärfend auch eh keine Zeit hat bei seinen ewigen Unsinnsbabbeleien und Buntzeitungsglückskeksen, oder, Messner? Das wäre doch echt voll schade, oder?

Nun geben Sie’s halt zu! Titanic

Ernst Hutter & Die Egerländer Musikanten,

hießen Sie nicht mal Ernst Mosch? Haben Sie inzwischen geheiratet und Ihren Mädchennamen abgelegt? Fragt höflich: Titanic

Internetkritiker Evgeny Morozov!

»Wie kommt es, daß die IT-Industrie andauernd das Blaue vom Himmel verspricht und Geld wie Heu hat, während der Sozialstaat immer schlanker wird?« fragten Sie unlängst in der FAZ. Wichtig, wichtig, und interessante Frage auch, aber wir hätten zuvor gern noch folgende Sachverhalte geklärt: Wie kommt es, daß die Schnitte von Hosen und Oberteilen in Berlin-Mitte seit Jahren immer enger werden, während die Einwanderungspolitik Schwedens immer lockerer wird? Wie kommt es, daß die Inder zum Mars fliegen, während der Hamburger SV im unteren Tabellendrittel festsitzt? Wie kommt es, daß es immer mehr Joghurtsorten gibt, während in Japan dauernd alte Leute sterben? Und wie, scheißenochmal, kommt es eigentlich, daß eine international besetzte Kaste von kritischen Internetintellektuellen in unseren Qualitätszeitungen andauernd nur das Allergraueste vom Himmel versprechen darf und damit auch noch Friedenspreise wie Heu einsammelt, während die Verlage, die diesen Unsinn jedes Mal von neuem abdrucken, immer schlanker werden?

Fragt sich ratlos: Titanic

Und, Musikkapelle »Kategorie C«,

auch Euch Hool Heil! Aber Euer Beitrag zum HoGeSa-Festival hat uns nicht so gefallen. Wir hätten von einer Nazischläger-Band eigentlich eher etwas Schwungvolles, Reinschlagendes, Blutspuckendes erwartet! Statt dessen anklagende, bedenklich stimmende Christentags-Klampfenlieder wie »Heute schächten sie Schafe und Rinder / Morgen vielleicht schon Christenkinder!«.

Ja. Vielleicht. Aber Christenschweine wie Euch vielleicht leider nie!

Mit einem humoristischen Augenzwinkern der Kategorie Z: Titanic

Schwere Frage, Hools!

Bei Eurer Kölner Open-Air-Veranstaltung »Hooligans gegen Salafisten« (HoGeSa) hat einer Eurer sprechfähigen Sprecher in flammender Rede von der Bühne in Eure Blumenkohlohren gerufen: »Die Hoolszene ist begrenzt, aber wir wollen eine Volksbewegung werden! Da müssen wir uns fragen, wie wir es schaffen wollen, ernstgenommen zu werden!«

Wir sind rasend gespannt, wie Ihr Euch auf diese Frage wohl antwortet!

Aber bitte in jedem Fall auf die eigene Fresse: Titanic

ZDF-Chefredakteur Peter Frey!

Über Ihr kompliziertes Verhältnis zu Politikern sprachen Sie bei »Planet-Interview.de« einigermaßen gewunden: »Man darf sich nichts vormachen: Die Nähe zu den Mächtigen, daß man im Fernsehen mit ihnen gesehen wird, wirkt sich auf das eigene Wichtigkeitsgen aus. Damit kühl umzugehen und davon irgendwann auch Abschied zu nehmen, ist notwendig, aber auch gar nicht so einfach.«

Wie wir indes aus der Wichtigkeitsgenetik wissen, Frey, handelt es sich bei solchen Veränderungen eigentlich immer um Mutationen, verursacht durch Drogen, Dekadenz, dauerhafte Fernsehausstrahlung und gewiß auch die große Nähe zu Doofmännern aus Politik und Wirtschaft. Doch wie das mit Mutationen so ist: Damit kühl umzugehen ist für Mutanten vielleicht notwendig; davon aber Abschied zu nehmen, praktisch unmöglich.

Machen Sie sich lieber weiter was vor, rät Titanic

Olé olé olé, Philipp Lahm!

Auf die Einlassung »Ihre Mutter sagt, Sie seien als Kind sehr schüchtern gewesen und hätten im Schultheater lediglich Baum, Mond oder Sonne gespielt. Sprechrollen hätten Sie erst spät bekommen« im Interview mit der Süddeutschen Zeitung antworteten Sie: »Die Rollen als Baum, Mond und Sonne hatte ich einfach nur super drauf.« Perfekt, Lahm. Und ein Jammer, daß man Sie dann mit Sprechrollen behelligt hat. Was hätte bloß aus Ihnen werden können?

Fragt, die Hände in der Luft: Titanic

Und Ihr, werte Kollegen vom NDR,

vermeldet gekränkt: »Ausgerechnet der frühere sowjetische Staatschef Gorbatschow kritisiert den Westen.« Denn daß es sich für einen, der als Maskottchen des Westens sein Gnadenbrot in Form von Menschenrechtspreisen und Buchverträgen erhält, nicht gehört, die Hand zu beißen, die ihn füttert, wer wüßte das besser als die Lohnempfänger des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Findet ausgerechnet: Titanic

Hui Buh, Bully Herbig!

Nun halten also Sie für die nächsten 100 Jahre Ihr Gesicht für die Haribo-»Goldbären«-Werbung in die Kamera? Das wird bestimmt noch lustiger als die letzten 100 Jahre mit dem lustigen Onkel Thomas!

Muß schon jetzt ganz kindgerecht über schwuchtelige Mr. Spuck-Spots mit tuntigen Winnetouch-Goldbärchen kichern: Titanic

Soso, René Benko,

Sie sind der neue Besitzer der runtergewirtschafteten Karstadt-Kette, schließen zehn bis 20 Häuser, streichen 2000 bis 3000 Jobs, zwingen die Restbelegschaft zum Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wollen noch niedrigere Löhne als bisher auf Jahre im voraus festfrieren. So weit, so schlecht, so ideenlos. Aber dann, und das zeichnet wahrscheinlich Topwirtschaftsdenker wie Sie aus, Ihre hochkreative Karstadt-Neuerfindung: Sie wollen aus den restlichen Warenhäusern »Erlebnishäuser« machen. Oder, in vielleicht noch brillanterer Ideenformulierung: »Kaufhäuser der Stadt«. Wow! Aber warum dann nicht gleich Karstadt in »Kaufstadt« umbenennen?

Genial? Wieviel Millionen wir dafür wollen?

Ach, Benko! So was haut für Finanzheinis wie Sie doch kostenlos raus: Titanic

Herrgott, Merkel!

Anläßlich des Reformationstags weilten Sie in Ihrer alten Heimat Templin und sprachen in bisher ungekannter Offenheit über Ihren Glauben. Denn wer da bisher meinte, Gott Sebaoth, Jesus Baphometh und all die andern hinterletzten Dinge gingen Ihnen so was von am Popöchen vorbei, der wurde, gleich dem Kölner Stadtanzeiger, eines schlechteren belehrt: »Sie spricht vor allem über Fragen, auf die sie auch keine letzte Antwort habe – wie umgehen mit der immer größeren Zahl von Flüchtlingen, für die man ein offenes Herz haben müsse, sie aber dennoch nicht alle aufnehmen könne? Wie entscheiden in der Debatte um die Sterbehilfe, wo sind die Grenzen, wo werden sie überschritten? Es ist dieses Bekenntnis zum Zweifel, der ihr spürbar Sympathien der Zuhörer bringt.«

Merkel! Die Sympathien jener Unbedarften, denen Sie neben Ihrem politischen nun auch Ihr theologisches Halbundhalb servierten, mögen Sie vielleicht eingeheimst haben. Aber einen gibt’s, der für so was leider wenig Sympathien hat! Hören Sie ihn selbst: »Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.« (Offenbarung 3, 15-16)

Wir sehen Sie in der Hölle! Und zwar götterspeicheltriefend. Titanic

Hopp hopp, Katharina Fegebank!

Sie sind Spitzenkandidatin der Grünen für die Hamburger Bürgerschaftswahlen und ließen sich von der Morgenpost für eine tolle Aktion einspannen: »Mieten Sie die Grünen-Chefin!« Das Boulevardblatt bat seine Leser: »Schicken Sie uns Ihre Vorschläge, was Katharina Fegebank tun soll. Wollen Sie mit ihr die Wohnung renovieren? Brauchen Sie Unterstützung beim Verkauf in Ihrem Laden? Fehlt Ihnen eine helfende Hand bei was auch immer? Die Mopo wählt den besten Vorschlag aus und schickt Ihnen Katharina Fegebank vorbei.«

Wunderbar, Frau Fegebank! Wie Sie sich da zur willigen Kleinstdienstleisterin degradieren lassen, zur Hilfskraft, die sich zur Gaudi der Öffentlichkeit herumschubsen läßt und für keine Zweideutigkeit zu schade ist, von der »helfenden Hand bei was auch immer« bis zur Mailadresse »katharinapacktan@mopo.de«, das macht Ihnen wohl so schnell keine nach. Aber es wirft ein interessantes Licht auf Ihre Parteikarriere! Und natürlich Ihre Partei.

Und jetzt an die Arbeit, sonst setzt es was von Titanic

Nicht schlecht, liebes »Zeit-Magazin«!

p>Da hast Du doch glatt 26 Seiten geopfert, um zur großen »Uhrenschatzsuche« zu rufen. Unklar hast Du dabei gelassen, welche der vielen vorgestellten Ticktacks, deren Wert zwischen 2000 und 120 000 Euro lag, der einzige Gewinner am Ende erhalten sollte – ein gekonnter Kniff, um die Spannung zu erhöhen! Wir waren so frei, uns im Spielfieber weiteren Jux für Deinen nächsten umfangreichen Werbeblock auszudenken. Wie wäre es zum Beispiel mit »Luxusreise nach Jerusalem«, »Der Geldsack geht um«, »Störeierlauf«, oder »Golfsackhüpfen«? Das bringt auf jeden Fall Schwung in die greisen Gelenke der Kundschaft!

Nichts zu danken; Kinderspiel für Titanic

Verdammt, Thomas de Maizière!

Daß es »unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit« sei, dafür Sorge zu tragen, »daß der Terror nicht aus Deutschland in die Welt getragen wird«, geigten Sie neulich dem Stern zum Thema IS – und haben damit natürlich recht. Es wäre ja auch noch schöner, wenn der Terror einfach unkontrolliert hinausgetragen würde aus unserem schönen Land und nicht wie bisher von Heckler, Koch & Co. wachstumsfördernd verkauft. Was natürlich unter der gewissenhaften Aufsicht des Sauhaufens von Bundesregierung geschieht, dem Sie als einer der vordersten Terrorfürsten angehören. Allerdings würden wir Sie, de Maizière, im Gegensatz zu jungen Salafisten jederzeit nach Syrien ausreisen lassen. Gerne auch für immer!

Verdammt noch mal: Titanic

Chris de Burgh, irischer Jammerbarde (»Lady in Red«)!

Im Zeitungsinterview fanden Sie auf die Frage, ob Sie Aktiengeschäfte unethisch finden: »Natürlich gibt es einem zu denken, daß einer, der da ein bißchen vor dem Computer sitzt und Aktienpakete verschiebt, so viel mehr Geld verdient als ein Bauarbeiter auf der Straße. Aber ich bin kein Revolutionär, der dasteht und schreit: ›Nieder mit dem Kapitalismus.‹ Es ist eben so. Wenn Sie den Kapitalismus nicht mögen, dann sollten Sie an einem Ort leben, wo es keinen Kapitalismus gibt. Nichts einfacher als das.« Nichts einfacher als das? Welcher Ort schwebt Ihnen vor, de Burgh? Nordkorea?

Und natürlich gibt es zu denken, daß einer, der da ein bißchen auf seiner Gitarre herumrutscht und dazu Lieder abwimmert, so viel mehr Geld verdient als die Redakteure auf der Titanic

Mensch, Eon, alter Schmusebär!

Da haben Dich die Menschen jahrelang für ein skrupelloses Energieunternehmen gehalten, und dann stellt sich plötzlich heraus, daß Du in Wahrheit ganz anders bist. Denn wie Deine »Eon Kuschelstudie 2014« nahelegt, bist auch Du sehr gern Einwohner der »Kuschel-Nation Deutschland«, kuschelst »mindestens einmal pro Woche mit … den Kindern, einem Haustier oder einem Freund« – doch wohl nicht RWE? –, spendest »nicht nur technische, sondern auch menschliche Wärme« und bleibst dabei trotzdem vorbildlich sparsam. Denn wer »im Wohnzimmer (30 Quadratmeter) bei 20 statt 24 Grad Celsius kuschelt, spart über 60 Euro im Jahr.«

Und wenn man all das auf Deiner Website liest, Du kleiner, goldiger Kuschelkonzern, dann möchte man nur noch eins: Dich ganz fest drücken, und zwar am Hals.

Unsentimental: Titanic

Und, Günter Grass,

wo wir gerade dabei sind: Was für ein Glück, daß Sie nicht auch noch glauben, »singen« zu können!

Ausnahmsweise mit dankbaren Grüßen: Titanic

Wolf Biermann, alter Drachentöter!

Ihr Auftritt neulich im Bundestag ist ja schon jetzt legendär: beißender Spott, unaufgefordertes Gezeter, Ihre Klampfe, und natürlich das Abwatschen der Linken als »Drachenbrut« und »elenden Rest dessen, was zum Glück überwunden ist« – da war wirklich alles dabei. Sofern das der Auftakt Ihrer neuen Tournee gewesen sein soll, hätten wir da schon einen Vorschlag für den nächsten Auftrittsort: die Dracheninsel Kuba. Für Ihre Rückreise hat sich dann schon eine schöne Überraschung ausgedacht:

Ihre Ausbürgerungsbehörde von Titanic

Hmm, CDU-Generalsekretär Peter Tauber,

Sie wollen laut »Spiegel online« die CDU »bunter, jünger und weiblicher« machen und haben sich für Ihre Parteireform als Vorbilder die Gewerkschaft IG Metall und die Deutsche Bahn ausgesucht.

Sicher, daß Sie nicht erst mal eine neue Brille brauchen? Oder ein neues Hirn?

Fragt wie immer farbenfroh, jugendlich und feminin Titanic

28.11.2014

Was läuft, Langenscheidt-Sprachverlag?

Alle Jahre wieder kürst Du in einer von niemandem erbetenen »Initiative« das »Jugendwort des Jahres«. Und hätte Deine brave Jugendsprech-Jury das durch entspannte und gutgelaunte Online-Trolle auf uneinholbare 46 Prozent hochgepushte Internetvotum nicht noch ab- und zurechtgebogen, würde das Jahr 2014 mit »Fappieren (Selbstbefriedigung bei Jungs)« in die Geschichte eingehen.

Andererseits: Wer würde sich ohne Deine peinlich anbiedernde Jugendarbeit noch an die coolen Gewinnerworte der vergangenen 100 Jahre erinnern? An »Den Kolben polieren« (1914), »1000 Schuß, dann ist Schluß!« (1945), »Fräulein Faust besuchen gehen« (1958), »Sich einen von der Palme wedeln« (1972), »Fünf gegen Willi spielen« (1989) oder »Den Joystick quälen« (2004), wenn es den Langenscheidt-Sprachverlag und seine Einhandsegler nicht gäbe? Gewichst wird schließlich immer!

Sogar bei den Babos auf der: Titanic

 
<a href="/postkarten/karte/weihnachten-im-krieg-21-22494/" >zum Adventskalendert&uuml;rchen Weihnachten im Krieg (21)</a>

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Das schreiben die anderen
  • 20.12.:

    Mark-Stefan Tietze berichtet in der Taz von der Weihnachtsfeier des Frankfurter Pegida-Ablegers.

Titanic unterwegs
21.12.2014 Kiel, Metro-Kino
  Max Goldt
22.12.2014 Berlin, Heimathafen Neukölln
  Max Goldt
22.12.2014 Frankfurt, Neues Theater Höchst
  Pit Knorr und die Eiligen Drei Könige
28.12.2014 Nürnberg, Hubertussaal
  Max Goldt
Briefe an die Leser

 Sie, Robert Harting,

zeigen als Vorzeigeathlet und deutscher Diskus-Dude gern alles: bei der Arbeit einen an Wahnsinn grenzenden Siegeswillen, nach der Arbeit permanent Ihren nackten Oberkörper im zerrissenen Leibchen und bei Dopingdebatten auch mal, was da unter Ihrer Halbglatze vor sich hin köchelt. Folgerichtig zeigten Sie nun auch ungefragt einen nicht übermäßig appetitlichen, endoskopischen Film Ihrer aktuellen Knie-OP im Internet. Wir ersuchen Sie aber inständig, mit der penetranten Zeigefreudigkeit noch vor Ihrer ersten Prostatavorsorgeuntersuchung unwiderruflich aufzuhören. Und sich im besten Fall vielleicht sogar selbst nicht mehr zu zeigen!

Mit erhobenem Zeigefinger: Titanic

 Ciao, Petra Nadolny!

In sämtlichen U-Bahnhöfen des Landes müssen wir Sie so sehen: leichengrau, mit geschlossenen Augen, erahnbar oberkörperfrei, eher einer Stieg-Larsson-Verfilmung entfleucht als dem heiteren »Switch reloaded«, insgesamt Pein und Elend für die Augen. »Mein Ende gehört mir«, behaupten Sie da und werben mithin für das »Recht auf letzte Hilfe«, also: den assistierten Suizid. Nun kann der Freitod an sich durchaus ein edles Unterfangen sein; nur sollte man das Ende auch so wählen, daß möglichst kein anderer dabei zu Schaden kommt. Ergo: Strick, Brücke, Gift – super; Bahnverkehr aufhalten und alles voll mit Gedärm oder sogar Plakaten machen – doof und selbstgefällig.

Deswegen: nur Mut! Sie schaffen das auch alleine.

Letzter Wille von Titanic

 Generation Y!

Man hört und liest recht viel über Dich, wenn man nicht rechtzeitig abschaltet: Du seist selbstverliebt, verwöhnt, unrealistisch, größenwahnsinnig, selbstgefällig, egoistisch und verträumt, aber auch leistungsbereit, ehrgeizig, mobil und motiviert. Nur eins hat Dir noch keiner ins Gesicht zu sagen gewagt, nämlich die Wahrheit, daß Du überhaupt nicht existiert. Du bist eine Schimäre. Eine Erfindung plappermäuliger Journalisten und Soziologen, die schon morgen eine andere nichtvorhandene Sau durch das globale Mediendorf treiben werden.

Sei nicht traurig. Es hat auch schon ganz andere und viel interessantere Sachen als Dich nie gegeben. Zum Beispiel Gott oder das Ungeheuer von Loch Ness. Und hat es ihnen geschadet?

Na siehste. Und nun mach Dich mal bitte vom Acker.

Alsdann: Titanic

 Hey, Malte Lehming!

Das war einfach klasse, wie Sie es den Linksfaschisten neulich im Tagesspiegel gegeben haben: »Beleidigt, verbittert, aggressiv, rigide, justizvernarrt: so reagieren Linke, wenn ihnen die Meinung Andersdenkender nicht paßt. Wann je haben Rechte oder Konservative die Keule der Klage bemüht, wenn sie nach Lust und Laune geschmäht wurden? Thilo Sarrazin, Alexander Gauland, Hans-Olaf Henkel, Karl-Theodor zu Guttenberg, Christian Wulff, Joachim Gauck: sie alle hätten Anlaß genug, bleiben aber gelassen und locker.«

Genau die Leute wären uns übrigens auch als erstes eingefallen. Gut, Sarrazin hätten wir wohl nicht genannt, weil er sich vor kurzem 20 000 Euro von der Taz erklagt hat, und bei Wulff wären wir unsicher, ob er nicht das ein oder andere Mal den Rubikon der Locker- und Gelassenheit überschritten hat. Was uns aber wirklich geärgert hat, ist, daß Sie in Ihrer Aufzählung jemanden vergessen haben, der täglich haarsträubende Anschuldigungen über sich ergehen lassen muß und dazu noch nie auch nur ein Sterbenswörtchen verlauten ließ. Sie sollten sich persönlich bei Frau Zschäpe entschuldigen!

Beleidigt, verbittert etc.: Titanic

 Arme Curler!

Das Innenministerium hat Eurer coolen Sportart die komplette Förderung gezwickt, weshalb wir uns fragen, womit Ihr künftig Eure Steine finanziert. Müßt Ihr nun gar, als Haus- und Besenexperten, wischen gehen?

Wird alles schon glatt laufen, hofft Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Im Auge des Betrachters

Heute früh hörte ich beim Bäcker jemanden eine »schöne Tasse Kaffee« bestellen. Das gab mir zu denken, denn weder die klobige Tasse noch deren Inhalt besaßen einen ästhetischen Wert, und das Getränk aus der Maschine schmeckt erfahrungsgemäß so bitter wie es das Leben derjenigen ist, die im Stehcafé frühstücken müssen. Dennoch schien der Mann zufrieden. Kann man sich denn Kaffee schöntrinken?

Tibor Rácskai

 Sonntagssorgen

Neulich: Sonniger Sonntag. Nichts gemacht den ganzen Tag. Im dunklen Zimmer Filme geschaut, rumgehangen, gesnackt. Dann eine Szene im Film, ein Typ liegt den ganzen Tag nur in seinem Bett und starrt auf seinen Laptop. Ich denke: »Traurige Gestalt!« und bekomme einen Meta-Schrecken.

Frederik Skorzinski

 Es träumte mir einst,

ich stünde vor einem überwucherten alten Häuschen. Aufwärtsschauend erblicke ich eine engelsgleiche Frauengestalt auf einem verwitterten Arkadengang: Sie ist in blaue, wallende Seide gewandet, die ihre Schultern neckisch umspielt; ihr dunkles Haar weht im Wind und verströmt doch Ruhe und Behaglichkeit; ihre smaragdgrünen Augen verheißen mir Glück und Ruhm, Liebe und Sinn. Da beginnen ihre Augen zärtlich nach mir zu rufen, und als sie sich – wie schwebend! – ins Häuschen zurückzieht, folge ich ihr atemlos. Im Inneren umfängt mich Dunkelheit, und ich bemerke mit Herzrasen, wie sie sich an meinen Körper schmiegt und mir mit heißem Atem in mein Ohr lispelt: »Ich habe dich bereits erwartet, mein Liebster...« In diesem Moment wandelt sich alles um mich herum, und Lichter gehen an: Es sind penetrante, in den Augen schmerzende Neonlichter, und die Frau fügt hinzu: »... und endlich bist du erschienen, um zusammen mit den anderen am großen Schlußverkauf teilzunehmen.« In diesem Moment erkenne ich mit blankem Entsetzen, daß sich ihre warmen Augen in zwei brutale Eisklötze verwandelt haben: Die Frau ist nun ganz Kälte, Frechheit und Berechnung, und ich werde gewahr, daß ich eingesperrt bin; eingesperrt zusammen mit Hunderten, Tausenden abgelebten Greisen, die mit tristen und grämlichen Mienen lustlos in Verkaufstischchen wühlen, allerlei Plastikramsch in unendlich hohen Regalen zu erklettern trachten und, um Preise für billigstes, gefälschtes Porzellan zu erfragen, in kilometerlangen Schlangen vor der an einer Kasse sitzenden Frau anstehen; lediglich durch das Wegsterben der Greise dünnt sich die Reihe etwas aus, es wird aber sofort nachgerückt. Panik flammt in mir auf, und ich will mich verstecken, doch weiß ich, daß es aus dieser Hölle kein Entrinnen gibt, daß es niemals ein Entrinnen geben kann, daß alle mitmachen müssen und daß niemand, wirklich absolut niemand verschont werden darf. Als ich schweißüberströmt erwachte, wußte ich mit traumwandlerischer Sicherheit, daß ich soeben die große Hure Kapitalismus erträumt hatte.

Sebastian Klug

 Großer Auftritt

Der Frühling stolpert über die eigenen Füße. Der Sommer weiß nicht, wohin mit den Armen. Der Herbst ist ein dünner Lulatsch mit Pickeln. Dem Winter gelingt nichts, kein einziger Hopser. Merke: Du sollst mit deinem VHS-Kurs keine Choreographie zu den »Vier Jahreszeiten« aufführen.

Peter P. Neuhaus

 Erschreckend

Immer mehr Deutsche kennen nicht den Unterschied zwischen »und« oder »oder«.

Andreas Maier