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Fabian Lichters Economy Class

Weiter    

Natürlich ist der Versuch der Rationalisierung einer Welt, in der die Irrationalität waltet und wirtschaftet, zum Scheitern verurteilt. Nichts wirkt in Zeiten, in denen einen keine Krise mehr schocken kann, so grotesk wie die buchhalterische Routiniertheit, mit der man heute etwa noch einen über Jahrzehnte heruntergewirtschafteten Kahn namens Standort Deutschland durch die Unruhen der Gegenwart schippern möchte, von denen man offensichtlich immer noch im Inneren zu glauben scheint, es handle sich nur um einige vorübergehende Böen. Man hantiert mit Daten und Kurven, im Schlepptau ein Heer von Beratern und Kontrolleuren in Wirtschaftsteilen und Talkshows. Mit aller Ruhe der Welt beseelt, von der Frage umgetrieben, wie viel Schulden man der nächsten Generation wirklich auflasten will und kann, kontrolliert man vom Standpunkt nüchterner Kalkulation aus Haushaltspläne, Etats und Defizite, während Regionen unbewohnbar werden, wacht mit Argusaugen über Schuldengrenzen, Gebote und Spielregeln des Marktes, die man jetzt doch bitte nicht über Bord werfen sollte. Über Meldungen wie "Deutschland trocknet aus“ (tagesschau.de) oder "Permafrost taut unweigerlich auf“ (Spiegel) geht der in Rationalität geübte Blick hinweg, wie sonst nur bei Bekanntmachung der nächsten 300 000 Ansteckungsfälle mit einer Krankheit, die nachweislich die Gehirnmasse schrumpfen lässt. Es passt alles nicht ins System, egal wie aufdringlich es sich in unseren Alltag schiebt. Ein Krieg gleich nebenan? Hier kommen die geupdateten ETF-Guides. Jahrzehnte hat man sich energiepolitisch an einen autoritären Tyrannen und veraltete Technologien gebunden? Jetzt muss eben neu justiert werden. Wer hätte es ahnen können? Es gab Befürchtungen, sicher, aber mit Befürchtungen lässt sich nun mal schlecht arbeiten. Wenn nur jeder nach bestem Gewissen weiterwurschtelt, lösen sie sich irgendwann schon auf, all die Probleme   

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In Fahrt

Diese Kolumne wird nicht von mächtigen Schlüsselindustrien querfinanziert, der Autor hegt auch keine einflussreichen Kontakte zu Ölmagnaten, Tankstellenbesitzern oder Christian "Graf Zahl" Lindner. Unter diesen Voraussetzungen soll nun mit Vollgas in die Mobilitätsdebatte gebrettert werden. Denn nicht nur die Unverbesserlichen, die ihren Diesel auch dann noch für heilig halten werden, wenn auf der Erde kein Kraut mehr wächst, gerieren sich beim Thema Auto äußerst unwirsch und realitätsfern, auch auf der Gegenseite verbeißt man sich nur zu gerne in sein Feindbild, den rücksichtslosen Autofahrer, der noch im Jahr 2022 mit dem Auto zum Bäcker um die Ecke fährt und plötzlich gibt es nur noch skrupellose Sportwagenfahrer, die lachend die letzten Tropfen fossilen Brennstoffs in ihren Tank schütten. Daher können, so der Ton in etwaigen Kommentaren, die Preise an Tankstellen gar nicht hoch genug sein. Sogar bei den derzeitigen Rekordpreisen, so eine Meldung jüngst, waren keine messbaren Veränderungen im Straßenverkehr spürbar, und da schnaubt mancher gleich noch einmal, denn die Autos fahren so zahlreich wie zuvor. Was daran liegen könnte, dass ein Großteil der Menschen dann eben doch nicht rein aus Jux und Tollerei tagtäglich mit dem Verbrenner durch die Gegend ballert und dafür Raffinerien, Versicherungen und Schweineindustrie noch das letzte Geld in den Rachen wirft, sondern daran, dass man außerhalb einer Großstadt in Deutschland ohne Auto so dumm aussieht wie in der Stadt mit. Wer beim Tankrabatt Klientelpolitik schreit, hat sicher Recht, verkennt aber in der Regel auch, dass die Mehrheit der Autofahrer trotzdem weder Porsche-SUV fährt noch FDP wählt. Wer berufstätig ist und Kinder hat, ist auf dem Land mit einem Lastenfahrrad schneller am Herzinfarkt als am Ziel, wenn der nächste Arzt etliche Kilometer entfernt praktiziert und der Supermarkt dank Dörfersterben irgendwo weit hinter dem Horizont steht. Der öffentliche Nahverkehr war dort immer schon eine rein behauptete Alternative. Heißt auch, dass etliche ihr Auto nur mit Mühe unterhalten und dann vor allem, um den Alltag bewerkstelligen zu können. Darüber zu spotten oder großzügig hinwegzusehen hilft niemandem. Die künstlich hochgetriebenen Sprit-Preise machen nun die Falschen reicher und die Falschen ärmer und schreien eigentlich nach Maßnahmen ganz anderer Natur. Projektionen und das Ausblenden der Wirklichkeit abseits der Innenstädte sind aber nun mal auch keine geeigneten Mittel, eine Welt zu erkämpfen, die überhaupt einmal ohne Auto funktionieren kann.

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Die Angegriffenen

Mit dem Angriff russischer Truppen auf die Ukraine wurde auch an der Diskursfront kräftig aufgerüstet. Gerade unter Altlinken blickt man bisweilen noch mehr oder minder skeptisch auf die Solidarität mit der Ukraine. Unmöglich, das wurde dank Social Media schnell klar, ist es für so manchen, sich mit den Solidaritätsbewegungen einfach nur gemein zu machen und das Kriegsgebaren der autoritären Atommacht Russland zu verurteilen. Wo so viel Einigkeit herrscht, so wohl der Gedanke, braucht es sie schließlich erst recht, diejenigen, die dagegenschwimmen und es noch einmal mit den Schablonen von damals probieren. Als läge nicht längst alles offen vor einem auf dem Tisch, als gäbe es an der Sache noch etwas zu entlarven. Triebfeder mag wahlweise anarchistisch motivierte Nichteinmischung sein, man stört sich eben an der Präsenz von Nationalflaggen, ganz gleich, was gerade vor sich geht, und sei es eine Soli-Demo, oder aber man hält es noch mit der Vorstellung, irgendwo weit draußen in den Tiefen der russischen Tundra, ausgerechnet im Schatten des mafiösen Geheimdienstkapitalismus putinscher Prägung ruhe der Samen einer wie auch immer gearteten sozialistischen Zukunft in der Erde, den man mit seiner Kritik gegen westliche Einflüsse und letztlich jede Empirie beschützen müsse. Beim Ermitteln der Verantwortlichen für die Situation in der Ukraine erhalten sie jedenfalls nicht nur Argumentationshilfe von Sahra Wagenknecht, sondern längst auch von der AfD und der putintreuen Rechten. So befremdlich es auch sein mag, wenn Soldaten medial verkitscht werden und man sie bei Instagram herzt wie sonst nur Popstars oder Influencer, es bleibt ein Privileg, sich nicht fragen zu müssen, wie man sich verteidigt und womit, weil das eigene Leben gerade von einem wahnwitzig agierenden Regime bedroht wird.

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Martenstein Soundsystem

Eine Frage, die die Welt in den letzten Tagen wie kaum eine andere bewegte, lautete grob verkürzt etwa so: Wird der Journalismus besser oder schlechter, wenn man Kolumnen von Harald Martenstein löscht? Eigentlich eine einfache Sache, denkt man, also nur zu, es war dann aber doch alles etwas komplizierter. Er habe nur geschrieben, was er denkt, so Martenstein, genauer gesagt, die Aneignung des Judensterns durch deutsche Geschichtsverdreher habe nichts mit Antisemitismus zu tun, sondern sei vielmehr Zeichen der Identifikation. Darauf gab es, na klar, Empörung und wenig später war er auch schon weg, der Text. Und Märtyrer Martenstein gleich mit. Wer seinen "Sound" möge, schrieb er, könne ihn ja weiterhin drüben im Zeit-Magazin lesen. Die Löschung aber sei für ihn Anlass gewesen, dem Tagesspiegel Lebewohl zu sagen. Mit wem sich Menschen identifizieren, die bisweilen an gleich mehrere Weltverschwörungstheorien gleichzeitig glauben, oder die zumindest mit Kameraden solcher Couleur spazieren gehen, es könnte einem eigentlich auch schon wumpe sein. Und nicht jedes Zurückrudern nach allgemeiner Wurstigkeit beim Blattmachen ist gleich Zeichen eines nahenden Niedergangs der Öffentlichkeit. Dass ausgerechnet die Taz aber noch als Verstärker einspringt und die Löschung des Artikels als feige bezeichnen muss, überrascht dann doch. Den eigenen Kolumnistinnen fällt man zwar nicht löschend, zumindest aber publizistisch bekanntlich nur zu gerne in den Rücken, sobald sich etwa ein Polizeigewerkschafter über eine Glosse erzürnt. Meinungsmachende aber führten nun mal »die Debatte stellvertretend für die Leser*innen. Und wer wollte bestreiten, dass nicht mittige Teile der Gesellschaft so denken wie Martenstein?« (taz.de). Auf deren „Sound“ möchte man in diesen schwierigen Zeiten offensichtlich nur ungern verzichten.  

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Authentisches

Mit fortschreitendem Zivilisationsprozess wird bekanntlich die Sehnsucht nach dem Echten, dem Authentischen befeuert. Der Urlaub, der Einkauf, die Kunst sollen im Kontrast zum mit agilen Prozessen und Innovationskokolores hochgemodelten Arbeitsalltag wieder umso authentischer sein. Ganz so, als ob das Sinnieren über derlei Schlupfwege zur neuen, heiß ersehnten Unmittelbarkeit einer solchen nicht selbst schon im Wege stünde. Erträglicher wird der Gesamtquatsch durch all den Authentizitäts-Schmonz jedenfalls nicht gerade, schöner und wahrer auch nicht: Wer etwa nach Buchveröffentlichungen sucht, die sich nicht um banale Körperfunktionen, Bäume oder Selbstmanagement drehen, Literatur gar, die kein einfacher Abklatsch trostloser und totgerittener Debatten aus dem Gesellschaftsteil ist, hat es aber wohl einfach noch nicht ganz verstanden. Wer will schon Transzendenz, wo man gerade dabei ist, sich selbst zu orten? Arbeitnehmer, liest man nun dieser Tage, schätzen neuerdings auch unter den Arbeitgebern vor allem jene, die ihnen Authentizität bieten und ermöglichen. Arbeitgeber wiederum versuchen derweil, dem sogenannten Authenticity Gap zu entkommen, das die Kommunikationsagentur FleishmanHillard 2021 rund 80 Prozent der untersuchten Branchen attestierte. Das beste Mittel dagegen, meinen zumindest Personaler und das Marketing, lautet: weiter Wertebotschaften in Äther und Netzwerke blasen, heißt, engagiert und authentisch wirken, bis es eben sitzt. Und dabei stehen dann doch wieder alle zusammen. Der Verbraucher nämlich, so eine Erkenntnis der Studie, wünscht sich seine CEOs nicht etwa in die Wüste, sondern in die Öffentlichkeit, wo sie zu politischen Themen und gesellschaftlichen Ereignissen dann auch bitte Stellung beziehen sollen, während das Unternehmen im Hintergrund auf magische Weise soziale Missstände hinwegwirtschaftet. Immerhin ein doch geradezu erstaunlich authentischer Blödsinn.

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Vom Drink allein

Daran, dass im ewigen Wettbewerb selbst die Genussfähigkeit des Menschen auf der Strecke bleibt, wird man derzeit eindrücklich bei Rewe erinnert, wenn man sich auf dem Weg zur Kasse mal wieder am Regal für Food-Replacement vorbeidrücken muss. Wo man aufs Arbeiten so gar nicht mehr verzichten kann, kann man es offensichtlich eher noch auf feste Nahrung und greift deshalb lieber gleich zur Flasche. Neuerdings auch gerne mal der mit der Nahrungsergänzungsplörre. Das spart Zeit und Mühe und so ernährt man sich in Agentur und Homeoffice inzwischen auch nicht anders als oben auf der ISS – sky is the limit! Von Genuss ist an diesem Punkt dann auch keine Rede mehr, es genügt, wie sich Erfahrungs- und Testberichten entnehmen lässt, dass man den Inhalt herunterbekommt. Produziert ist das Ganze schließlich zum Verkauf und wer es gebraucht, hat selbst Schuld. Zumindest können Schauspieler sich so ein Zubrot verdienen, indem sie auf Facebook die bunten Flaschen eines Münchner Start-ups bewerben, und YouTuberstars dürfen ihrer Zuschauerschar zu sicherlich satten Konditionen vorbeten, dass sie sich – sofern sie den Schlaf nicht schon auf ähnliche Weise in die Mangel genommen haben wie den Hunger – der Trinknahrung wegen jedenfalls nun nicht mehr länger als für die Dauer einer Pinkelpause vom Bildschirm entfernen müssen. "Nach etwa 2 1/2 Stunde (sic!) greife ich erst zu einem Apfel, bis dahin kann ich satt und konzentriert arbeiten und das Fresskoma, das ich nach vielen anderen Mittagessen nur zu gut kenne, bleibt aus", bewirbt eine nahezu konzentrierte Testerin bzw. Verkäuferin – es ist ja heute ohnehin eins – im Magazin Fit For Fun ihr Süffelmahl. Wo der Mensch den Dingen dient, statt umgekehrt, da ist es nicht einmal wunderlich, viel mehr schon konsequent, dass man bei aller Beschäftigung mit dem Essen und dem eigenen Körper zu beidem kein Verhältnis mehr hat, das noch über ein funktionales hinausginge.

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Es liegt ein Grauschleier über der Stadt

Was ist nur los mit dem Distinktionsgebaren der Großstädter höherer Kaste? Hausfassaden, der Audi, das Innenleben – alles erstrahlt seit geraumer Zeit selbstbewusst tranig, irgendwo zwischen Anthrazit-, Schiefer- und Leichengrau. Ganze Straßenzüge werden geschluckt, erodiertes Grau stolz überpinselt mit jenem neuen Grau, das sich von dem alten neben der Sättigung vor allem durch eine kokette Note der Exklusion unterscheidet. Farbpsychologische Message: Hier wird saniert, dass die Mietspiegel wackeln. Eigentümer und Investoren der Republik haben sich in klandestiner Absicht kurzgeschlossen, ein geheimes Vorhaben zu vollenden, auf dass sich in Bälde nichts mehr in den bevorzugten Vierteln farblich mit ihren navyblauen Steppwesten beißen möge. Derweil wurde am anderen städtebaulichen Ende mit dem Klischee des sozialen Wohnungsbaus gebrochen. Vorbei die Zeiten trister und unscheinbarer Bröckel-Bauten. Der moderne Sozialbau ist bereits aus der Ferne erkennbar durch bunte Lochblech-Blenden, Papageienputz, Plexiglasverkünstelungen und Zier-Gestänge irgendwo zwischen Centre Pompidou und McDonalds-Rutsche. Als Architektur gewordene Menschenverachtung steht er da, der tumbe Klotz, Buntheit als Stigma im Raum, und alles im Namen des guten Willens. Jahrzehnte nach der Systemkonkurrenz, in Zeiten, in denen Altlasten wie Aufstiegsversprechen und die Rudimente von Sozialstaatlichkeit längst mit den übergebliebenen Asbestvorkommen entsorgt und begraben wurden, wird systematisch produziertes Elend neu verpackt. Potemkinsche Dörfer spätkapitalistischer Prägung. So leuchtet es bunt und schrill in allen Farben des RAL-Regenbogens, während drumherum im Gegenzug fleißig daran gearbeitet wird, noch die letzten gesellschaftlichen Zwischentöne verschwinden zu lassen. 

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Wieso so eilig, Achim Frenz?

Wieso so eilig, Achim Frenz?

Kaum hast Du das Zepter im Kampf um die Weltherrschaft der Komischen Kunst auf Erden in jüngere Hände gelegt, da schwingst Du Dich nach so kurzer Zeit schon wieder auf, um in den höchsten Sphären für Deine Caricatura zu streiten.

Mögest Du Dir auch im Jenseits Dein beharrliches Herausgeber-Grummeln bewahren, wünscht Dir zum Abschied Deine Titanic

 Anpfiff, Max Eberl!

Sie sind seit Anfang März neuer Sportvorstand des FC Bayern München und treten als solcher in die Fußstapfen heikler Personen wie Matthias Sammer. Bei der Pressekonferenz zu Ihrer Vorstellung bekundeten Sie, dass Sie sich vor allem auf die Vertragsgespräche mit den Spielern freuten, aber auch einfach darauf, »die Jungs kennenzulernen«, »Denn genau das ist Fußball. Fußball ist Kommunikation miteinander, ist ein Stück weit, das hört sich jetzt vielleicht pathetisch an, aber es ist Liebe miteinander! Wir müssen alle was gemeinsam aufbauen, wo wir alle in diesem gleichen Boot sitzen.«

Und dieser schräge Liebesschwur, Herr Eberl, hat uns sogleich ungemein beruhigt und für Sie eingenommen, denn wer derart selbstverständlich heucheln, lügen und die Metaphern verdrehen kann, dass sich die Torpfosten biegen, ist im Vorstand der Bayern genau richtig.

Von Anfang an verliebt für immer: Titanic

 Ach, Taube,

Ach, Taube,

die Du in Indien wegen chinesischer Schriftzeichen auf Deinen Flügeln acht Monate in Polizeigewahrsam verbracht hast: Deine Geschichte ging um die Welt und führte uns vor Augen, wozu die indische Fashion-Polizei fähig ist. Aufgrund Deiner doch sehr klischeehaften Modetattoos (chinesische Schriftzeichen, Flügel) fragen wir uns aber, ob Du das nicht alles inszeniert hast, damit Du nun ganz authentisch eine Träne unter dem Auge oder ein Spinnennetz auf Deinem Ellenbogen (?) tragen kannst!

Hat Dein Motiv durchschaut: Titanic

 Gude, Fregatte »Hessen«!

Du verteidigst Deutschlands Demokratie zur Zeit im Roten Meer, indem Du Handelsrouten vor der Huthi-Miliz schützt. Und hast schon ganz heldenhaft zwei Huthi-Drohnen besiegt.

Allerdings hast Du auch aus Versehen auf eine US-Drohne geschossen, und nur einem technischen Fehler ist es zu verdanken, dass Du nicht getroffen hast. Vielleicht ein guter Grund für die USA, doch nicht auf der Erfüllung des Zwei-Prozent-Ziels zu beharren!

Doppelwumms von Titanic

 Kurz hattet Ihr uns, liebe Lobos,

Kurz hattet Ihr uns, liebe Lobos,

als Ihr eine Folge Eures Pärchenpodcasts »Feel the News« mit »Das Geld reicht nicht!« betiteltet. Da fragten wir uns, was Ihr wohl noch haben wollt: mehr Talkshowauftritte? Eine Homestory in der InTouch? Doch dann hörten wir die ersten zwei Minuten und erfuhren, dass es ausnahmsweise nicht um Euch ging. Ganz im Sinne Eures Formats wolltet Ihr erfühlen, wie es ist, Geldsorgen zu haben, und über diese Gefühle dann diskutieren. Im Disclaimer hieß es dann noch, dass Ihr ganz bewusst über ein Thema sprechen wolltet, das Euch nicht selbst betrifft, um dem eine Bühne zu bieten.

Ihr als Besserverdienerpärchen mit Loft in Prenzlauer Berg könnt ja auch viel neutraler und besser beurteilen, ob diese Armutsängste der jammernden Low Performer wirklich angebracht sind. Leider haben wir dann nicht mehr mitbekommen, ob unser Gefühl, Geldnöte zu haben, berechtigt ist, da wir gleichzeitig Regungen der Wohlstandsverwahrlosung und Realitätsflucht wahrnahmen, die wir nur durch das Abschalten Eures Podcasts loswerden konnten.

Beweint deshalb munter weiter den eigenen Kontostand: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Dünnes Eis

Zwei Männer in Funktionsjacken draußen vor den Gemüsestiegen des türkischen Supermarkts. Der eine zeigt auf die Peperoni und kichert: »Hähä, willst du die nicht kaufen?« Der andere, begeistert: »Ja, hähä! Wenn der Esel dich juckt – oder nee, wie heißt noch mal der Spruch?«

Mark-Stefan Tietze

 Treffer, versenkt

Neulich Jugendliche in der U-Bahn belauscht, Diskussion und gegenseitiges Überbieten in der Frage, wer von ihnen einen gemeinsamen Kumpel am längsten kennt, Siegerin: etwa 15jähriges Mädchen, Zitat: »Ey, ich kenn den schon, seit ich mir in die Hosen scheiße!«

Julia Mateus

 Neulich

erwartete ich in der Zeit unter dem Titel »Glückwunsch, Braunlage!« eigentlich eine Ode auf den beschaulichen Luftkurort im Oberharz. Die kam aber nicht. Kein Wunder, wenn die Überschrift des Artikels eigentlich »Glückwunsch, Braunalge!« lautet!

Axel Schwacke

 Frühlingsgefühle

Wenn am Himmel Vögel flattern,
wenn in Parks Familien schnattern,
wenn Paare sich mit Zunge küssen,
weil sie das im Frühling müssen,
wenn überall Narzissen blühen,
selbst Zyniker vor Frohsinn glühen,
Schwalben »Coco Jamboo« singen
und Senioren Seilchen springen,
sehne ich mich derbst
nach Herbst.

Ella Carina Werner

 Kehrwoche kompakt

Beim Frühjahrsputz verfahre ich gemäß dem Motto »quick and dirty«.

Michael Höfler

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
18.04.2024 Berlin, Heimathafen Neukölln Max Goldt
18.04.2024 Hamburg, Centralkomitee Ella Carina Werner
19.04.2024 Wuppertal, Börse Hauck & Bauer
20.04.2024 Eberswalde, Märchenvilla Max Goldt