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Das ahnungslose Portrait (10)

Sahra Wagenknecht – was wir* über die Ex-Talkshow-Kommunistin wissen und was nicht

Sahra Wagenknecht ist vielen bekannt, weil sie eine Frau ist und aussieht. Was viele nicht wissen: Hinter der Projektionsfläche schlummert ein Mensch. Und was für einer! So hat sie zum Beispiel zwei Arme, zwei Beine, ein Äffchen und ein Pferd. Sie geht meistens vorwärts, weil ihre Augen in diese Richtung zeigen. Und sie hat eine unheimliche Faszination für das Spiel Jenga, kann mittlerweile mit einem Fuß Türme sturzfrei abbauen.

Geboren wurde Sahra Wagenknecht als Sarah Whagenknect, änderte die Buchstabenreihenfolge aber bald, um blöden Namenswitzen vorzubeugen. Ihre Kindheit verbrachte sie in Unrechtsstaaten, damit sie später besser Recht studieren konnte. Oder umgekehrt. Man weiß es nicht so genau.

Als Sahra ungefähr so alt war wie Ihr jetzt gerade, begann sie, Schlafbrillen von Prominenten zu sammeln. Ihr erstes Exemplar stibitze sie der Fernsehansagerin Dagmar Berghoff ("WC Turnier", Youtube) während einer Fährfahrt nach Dänemark. Es folgten weitere "Opfer" wie Saddam Hussein, Heino und Helene Hegemann. So ist heute Sahra Wagenknecht im Besitz der größten Schlafbrillensammlung der Welt – insgesamt "bestimmt über 50 Stück, genau gezählt hab ich die aber noch nie!" (Wagenknecht).

In den frühen 90er Jahren hat man ihre glockenklare Stimme oft in Berliner Programmkinos gehört, wenn es kurz vor dem Hauptfilm noch einmal hiess: "EIS! WILL JEMAND NOCH EIN EIS? CORNETTO? NOGGER? NOGGER CHOC?" – daher kommt auch der Berliner Spruch "Wollnwa uns wieda een Eis von der Wagenknecht andrehn lassn?", wenn man mal mit jemandem ins Kino gehen will. Das sagt heute jeder so.

Später hat sie so oft in Talkshows gesessen, dass sie weiß, wie Anne Will riecht, wenn sie nervös ist und hat Wolfgang Bosbach von allen, wirklich allen Seiten betrachten können. Deshalb heiratete sie zwischendurch Oskar Lafontaine.

Sahra Wagenknecht wird eingekleidet von Bijou Brigitte. Privat soll sie politisch engagiert sein.


*Elias Hauck / Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (9)

Heinz Erhardt – was wir* über den Godfather of Comedy wissen und was nicht

Fangen wir von hinten an: Heinz Erhardt ist tot. Er stolperte am 16. September 1981 im Münchner Naturhistorischen Museum über einen brokatverzierten, reich mit Rocaillen versehenen Bauernteppich und fiel so einem ausgestopften Dodo in die Arme – der Mann war sofort tot (der Dodo schon seit 20 000 Jahren). Zuvor trank Erhardt noch in der Cafeteria heimlich einen letzten Eierliqueur mit dem Sexsternchen Chris Howland. Sein letztes Abendessen nahm er im BRUMMSEPPLS HÜHNERSCHEISSHAUS am Viktualienmarkt ein: Sahnehering mit Preiselbeeren und Kart. "Himmlisch, einfach himmlisch", soll er dazu noch gesagt haben. An diesem Abend hat er, Erhardt, nach Ohrenzeugenberichten auch ein letztes Mal gelacht, als nämlich eine süße, kleine Oma rückwärts vom Stuhl gefallen ist! Tja, privat sind Humoristen eben eher einfach gestrickt*.

1980 letzte Bahnfahrt nach Berlin, um finale Änderungen an seiner Autobiografie durchzuboxen. Das Buch erschien postum und wurde ein internationaler Erfolg (Titel: "Ein Schelm, der Hochprozentiges dabei trinkt - ein Leben zwischen Korn und Doppelkorn").

In den 60ern und 70ern feierte "der Heinz" (brancheninterner Spitzname) Erfolge mit Filmklamotten wie "Willi will's wissen", "Das kann doch der Willi nicht wissen", "Willi weiß, wo die willigen Witwen wohnen", "Tante Willi isst gern Chili” und "Triumph des Willis" (mit Heinz Rühmann als "Tante Leni"). "Willi würzt die Würstchen" stand noch bis 2016 auf dem Index.

In den 50ern war Heinz Erhardt ein Bühnenschelm, in den 40ern und 30ern wie Millionen andere Deutsche ein Schelm, der von nichts wusste. Davor passierte nichts Erwähnenswertes. Eventuell die frühe Alkoholvergiftung durch Mutterkorn.

Sein erstes Wort war Haschischpfeife.

Wirklich bleiben werden aber Erhardts pointensatte Gedichte über den Ritter Fips Asmussen. Denn dieser tourt heute noch durch die Gegend und erzählt Erhardt-Scherze im Sekundentakt. Was uns mal wieder lehrt: Die besten Witze schreibt das Leben.


*Elias Hauck / Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (8)

Edgar Allan Poe – was wir* über den Gruseldichter wissen und was nicht

Edgar Allan Poe kam als Kind zur Welt. Und das in den USA, zu einer Zeit, da es nachts noch oft stockdunkel war. Als seine Mutter niederkam, rauschten die Gardinen traurig, ihr Rascheln klang schaurig. Der Vater war erfüllt von Angst und Schrecken und krähte darob wie ein Rabe. Dann der Schock: Die Mutter hätte lieber ein Mädchen gehabt, damit sie das Kind "Poe-sie" rufen kann. Deswegen wurde Edgar später Dichter und verarbeitete immer und immer wieder dieses erste Erlebnis. Der reinste Horror ...

Poe soll sieben verschwiegene Vornamen gehabt haben (einer davon Jolanda), aus dem Stand einen Sitzsarg erfunden und mindestens drei Staffeln "Dark" vorweggenommen in seinen frühen "Nachttopfgesprächen".

Legendär war Poes Drogenkonsum: Unter Pseudonym legte er ein Kräutergärtchen an, in dem er unter anderem Marihuana, Klatschmohn, schwarze Kresse, Knallkirschen und Tuberkulose züchtete. Mindestens eine der jungen Frauen, denen er aus literarischen Gründen nachstellte, riss er damit in den frühen Tod. Auch das nutzte er wieder für seine Gruselgeschichten, der Arsch.

Dabei war Poe vor seiner schriftstellerischen Karriere durchaus ein frohsinniger Mann gewesen: Als "Dat Zitronebäumche" tingelte er durchs (amerikanische) Rheinland, schliff Scheren (1 Gulden), braute Horoskope und Tinkturen (ab 1/2 Thaler), später auch Schlüsseldienst (280 Euro, ab 18 Uhr mit 30 Prozent Aufschlag). Und Branntwein, sehr viel Branntwein, ja Branntwein bis zur Sucht! Schmecken tat es ihm eigentlich immer. Was man auch seiner frühen Literatur anmerkt. Sein erstes Poem WAT WILLSTE MACHE war sofort ein Riesenerfolg:

"Wat willste mache /
sprach de Raab ausser lache /
sprach de Raab /
Ha ha ho /
Ha ha hi /
Ich als Raab /
mach auch emal Kikeriki"

Nach seinem Tode schrieb Edgar Allan Poe für die "Simpsons" und tritt heute noch regelmäßig in Geisterbeschwörungen in Erscheinung.


*Elias Hauck/Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (7)

Ulrich Wickert – was wir* über das TV-Urgestein wissen und was nicht

Wickert? Ulrich Wickert? Ach stimmt, der ging einmal in Paris über die Straße, ohne auf den Verkehr zu achten – und blieb unverletzt. Vor (nicht über die Straße) laufenden Kameras! Dieses Schauspiel wiederholte er einige Tage später in Tokio. Da war er schon ein Star! Weitere Auslandsaufenthalte und Straßenpassierungen folgten: in Mailand, in Monaco, in Hanau. Die Menschen waren süchtig nach seinen Stunts, fielen in Ohnmacht, wenn ER mal wieder einfach so über den Asphalt strawanzte. Sehr gutes Youtube-Video dazu: wie Wickert 1996 einen Knopf auf der Fahrbahn findet, ihn sich ex tempore ans Revers näht und dabei einen französischen Autofahrer in der Landessprache grüßt ("Bonjour!") Eine Fernsehshow folgte: "Der Autobahnflaneur" (3 Staffeln, antiquarisch auf DVD erhältlich).

1998 Oberschenkelhalsbruch auf dem Roten Platz, live vor laufender Kamera (leider nicht mehr auf Youtube). Während eines komplizierten viermonatigen Kuraufenthaltes in Bad Gubbel an der Sims gewann er in einer Tombola ein Buch über Fernsehjournalismus. So wurde er Tagesthemen-Onkel, prägte dort den Spruch "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er nicht ehrlich ist, denn sonst ist er der Dumme. Gute Nacht, ihr Gubbels!", der heute noch an den Henri-van-Dannen-Journalistenschulen dieses Landes gelehrt wird.

The Wickert Man liebt die Natur und versteht es nahezu perfekt, den kalifornischen Schreifrosch 1:1 nachzuäffen. Auf seinen Ruf hin ("Örg-arg! Örg-arg!") ist ihm schon das ein oder andere paarungsbereite Fröschli an den jazztrompeterhaft angeschwollenen Hals gesprungen.

Über seine Kindheit weiß man dagegen wenig. Er war recht sicher weder in der Waffen-SS noch beim Islamischen Staat, weil es das eine nicht mehr und das andere noch nicht gab zu seiner Zeit. Zumindest offiziell.

Ulrich Wickert gehört zu den Menschen, die einmal sterben werden. Von einem Auto will er sich dazu aber nicht überfahren lassen, das wäre zu grobe Ironie. Und der Wickert ist ein feiner Herr.

 

*Elias Hauck/Tim Wolff

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Das ahnungslose Porträt (6)

Marusha – was wir* über die TECHNOLEGENDE wissen und was nicht 

Zu Beginn ging alles Schlag auf Schlag: Mamarusha. Paparusha. Sex. Schwangerschaft. Kind. Wähwähwäh. Kita. Gruschu. Weifüschu. Zackzackzack. Dann: Berlin 1990, der Techno haust! Marusha (geb. Hilde-Gäbelein) betritt die Tanzfläche, erst als Feierbiest, dann als DJane. Alles tobt! Grauer Asphalt wird bunt.

Und hat Marusha sich nicht damals auch die Augenbrauen grün gefärbt? Nee, blau! Und zur Loveparade 1996 sogar mauve. Warum auch nicht? Sie hatte einen Hit. Sie hatte Augenbrauen. Sie hatte Haarfärbemittel. 1996 war ihr Jahr. Sie hat es seither nicht verlassen.

1998 färbte sie sich dann die Augenbrauen aus Überheblichkeit magentarot. Es folgte ein Rechtsstreit mit der Deutschen Telekom, 1998 dann ein Werbevertrag mit der Deutschen Telekom ("Publicity Stunt oder Versöhnungssex aus Geldgeilheit?", Zitty 06/98). Trotzdem wurde sie Krawattenmann des Jahres, unterschrieb erste Verträge für "Das waren die 90er"-Rückblickshows.

Dann wurde es ruhig um sie – Hörsturz! Die Augenbrauen wurden gelb. Ihr Arzt Dr. Alban ordnete eine Radikalkur an: Jazz, Jazz, Jazz! And all that Jazz brachte sie auch wieder auf die Beine bzw Ohren. Anfang der 2000er kämpfte sie sich langsam ihren Weg zurück, organisierte Achtsamkeits-Raves im Harz. Die Klangschalen-Remixe ihrer größten Hits sind mittlerweile so erfolgreich, dass sie sich endlich ein E kaufen kann.

Heute ist sie sogar so happy und dick im Geschäft, dass sie den Soundtrack für die baldige Lach-Yoga-WM mit Stefan Raab beisteuert. Hahaha. Ha. Ha. Ha. Hahaha.

Und wie isse so persönlich, die Marusha? Na, sie sitzt am Abend gerne mal gemütlich vor der Veranda mit einem Sixpack Lidl-Bier auf den Knien und hat Meinungen, obwohl sie vielleicht besser keine haben sollte. Sie kann Karate. Sie ist allergisch auf Mäusegerste. Manchmal verwechselt sie Salzgitter mit Heilbronn. Und sie liebt beliebige Informationen über öffentliche Personen, selbst wenn sie unzutreffend sind.

*Elias Hauck/Tim Wolff 

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Das ahnungslose Porträt (5)

Friede Springer Was wir* über die Verlegerin von "Bild" & Co. wissen und was nicht

Friede Springer (geb. Pferd) ist die Tochter eines Schachspielfabrikanten und seiner Dame. Als Säugling schrie sie wenig, eigentlich nur, wenn ihr etwas nicht passte (Windel, Mütze, das Gesicht ihres Kindermädchens). Das Stück Holz, das ihr als Puppe diente, nannte sie zärtlich "Pascal" - was aber nun wirklich keine nützliche Information ist.

Für den Weltkrieg konnte sie dann nichts, verfolgte ihn teilweise sogar skeptisch. Nicht zuletzt deswegen heiratete sie dann Axel Cäsar Springer, denn der mochte Krieg auch nicht - vor allem dann, wenn man ihn verliert. Außerdem kannte sie das Max-Goldt-Zitat nicht.

"Bild" las sie erst, als ihr Mann tot und sie plötzlich superreich war. So reich, dass sie einmal im Monat heimlich eine "Welt kompakt" auf geschredderten und recycelten 500-Euro-Scheinen drucken lässt. Die Frage, ob es "Welt kompakt" überhaupt noch gibt, interessiert sie dabei nicht, denn sie ist reich.

Erholung sucht Friede Springer regelmäßig in ihrem Lieblingsbunker bei Bad Reichenhall. Dort schwimmt sie buchstäblich in ihrem Geld, lässt sich sich die Peseten auf die Glatze prasseln und wühlt wie ein Seehund darin herum. Etwas von ihrem Reichtum abgeben will sie niemandem.

Ihre Hobbys: Freude und Eierkuchen. Sie hat aber für eine Dame ihres Stands auch eine rätselhafte Faszination für Bud-Spencer-Filme. Oft sitzt sie mit einer Pfanne Bohnen vor dem Fernsehgerät, schaufelt sich mit dem Kochlöffel das Zeug rein und feixt. Unziemlichen Personal haut sie gelegentlich den "Drömmel aus der Ömme". So hält sie sich bis ins hohe Alter fit.

Denn sie hat noch ein kulinarisches Laster: die Tiefkühlprodukte der super-edlen Firma Coppenrath & Wiese. Wenn sie spät nachts mal wieder zugekifft bis obenhin an ihren Beats bastelt / mit anderen Farmville-Spielern chattet, soll sie sich dabei eine Bienenstichcremetorte nach der anderen reinpfeifen. Und noch schön Eierlikör mit Sahne obendrauf! Und summt dabei noch ganz ordinäres Zeug! Eine feine Dame ist das nicht.

*Elias Hauck / Tim Wolff

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Das ahnungslose Portrait (4)

Siegfried und Roy – was wir* über die zwei Zauberkünstler wissen und was nicht


Die beiden wurden 1952 als Roy und Siegfried im Phantasialand/Brühl geboren. Ihr Vater war Richard Roy, der Erfinder der Frankfurter Grünen Soße, der 1960 bei einer Kaufhaussprengung starb. Von der Mutter (Irene Siegfried) wurden die beiden im Alter von sieben Jahren in die Geheimnisse der Magie eingeweiht: das dämonische Rollen mit den Augen, das Zwirbeln und Wichsen des Schnurrbartes, einfache Schwebe-Effekte und Verwandlungen. 1962 zersägte Roy sein erstes Kaninchen, Siegfried ließ bei einer Klassenfahrt nach Breslau 1965 den Lateinlehrer Editho Humperdinck verschwinden.

Von da an ging es steil bergauf: Auftritte im legendären "Goldenen Käfig" in Rottach-Egern, 1982 ein Abendessen mit David Copperfield. Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges kreierten sie zusammen mit Helmut Kohl den Millionentrick SIMSALABIMBES. Es folgten Gastspiele in Luxemburg und in der Schweiz. Dann plötzlich: USA! Als sie 1990 nach Las Vegas kamen, gab es dort praktisch nichts, nur zig Casinos und Weltstars. Und natürlich jede Menge Magier. Aber eben nicht Siegfried und Roy! So wurden sie reich.

Sie gönnten sich täglich teure Tiger, von denen einfache Menschen in Zweizimmerplattenbauwohnungen nur träumen können. Doch ihr Erfolg hatte einen doppelten Boden: Siegfried (oder war es Roy?) glitt langsam aber sicher in eine Kellogg's-Frosties-Sucht ab, die jahrelange Reha-Maßnahmen nach sich zog. Nur mühsam erlernte er wieder das Bauchreden und Schweben. Ab 2007 Freundschaft mit Daniela Katzenberger, es folgte im selben Jahr "Der unsichtbare Faden in Gold" für das Lebenswerk der beiden. Mit der aktuellen Großillusion SCHRÖDINGERS RAUBKATZE (Siegfried und Roy sind gleichzeitig lebendig und tot) touren sie zur Zeit rund um den Starnberger See.

*Tim Hauck/ Elias Wolff

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Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Wie bitte, Extremismusforscher Matthias Quent?

Im Interview mit der Tagesschau vertraten Sie die Meinung, Deutschland habe »viel gelernt im Umgang mit Hanau«. Anlass war der Jahrestag des rassistischen Anschlags dort. Das wüssten wir jetzt aber doch gern genauer: Vertuschung von schrecklichem Polizeiverhalten und institutionellem Rassismus konnte Deutschland doch vorher auch schon ganz gut, oder?

Hat aus Ihren Aussagen leider wenig gelernt: Titanic

 Apropos: ¡Hola bzw. holla, spanischer Priester!

Du hast Dir die Worte aus dem Matthäusevangelium »Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach« zu sehr zu Herzen genommen und in Deiner Gemeinde in der Kleinstadt Don Benito einen regen Handel mit Potenzmitteln betrieben. Für diesen nach weltlichem Ermessen offensichtlichen Sündenfall musst Du Dich nun vor einem irdischen Gericht verantworten.

Uns ist zwar nicht bekannt, ob Du Dich gegenüber Polizei und Justiz bereits bußfertig gegeben hast oder weiterhin auf das Beichtgeheimnis berufst. Angesichts der laut Zeugenaussagen freudigen Erregung Deiner überalterten Gemeindemitglieder beim Geläut der Glocken sowie ihres Durchhaltevermögens bei den nicht enden wollenden Eucharistiefeiern inklusive Rumgeorgel, Stoßgebeten und orgiastischer Gottesanrufungen sprechen alle Indizien aber ohnehin gegen Dich!

Bleibt auch ganz ohne künstliche Stimulanzien weiter standfest im Nichtglauben: Titanic

 Persönlich, Ex-Bundespräsident Joachim Gauck,

nehmen Sie inzwischen offenbar alles. Über den russischen Präsidenten sagten Sie im Spiegel: »Putin war in den Achtzigerjahren die Stütze meiner Unterdrücker.« Meinen Sie, dass der Ex-KGBler Putin und die DDR es wirklich allein auf Sie abgesehen hatten, exklusiv? In dem Gespräch betonten Sie weiter, dass Sie »diesen Typus« Putin »lesen« könnten: »Ich kann deren Herrschaftstechnik nachts auswendig aufsagen«.

Allerdings hielten Sie sich bei dessen Antrittsbesuch im Schloss Bellevue dann »natürlich« doch an die »diplomatischen Gepflogenheiten«, hätten ihm aber »schon zu verstehen gegeben, was ich von ihm halte«. Das hat Putin wahrscheinlich sehr erschreckt. So richtig Wirkung entfaltet hat es aber nicht, wenn wir das richtig lesen können. Wie wär’s also, Gauck, wenn Sie es jetzt noch mal versuchen würden? Lassen Sie andere Rentner/innen mit dem Spiegel reden, schauen Sie persönlich in Moskau vorbei und quatschen Sie Putin total undiplomatisch unter seinen langen Tisch.

Würden als Dank auf die Gepflogenheit verzichten, Ihr Gerede zu kommentieren:

die Diplomat/innen von der Titanic

 Dear Weltgeist,

das hast Du hübsch und humorvoll eingerichtet, wie Du an der Uni Jena Deiner dortigen Erfindung gedenkst! Und auch des Verhältnisses von Herr und Knecht, über das Hegel ebenfalls ungefähr zur Zeit Deiner Entstehung sinnierte. Denn was machst Du um die 200 Jahre später, lieber Weltgeist? Richtest an Deiner Alma Mater ein Master-Service-Zentrum ein. Coole Socke!

Meisterhafte Grüße von Deiner Titanic

 Ach, Taube,

Ach, Taube,

die Du in Indien wegen chinesischer Schriftzeichen auf Deinen Flügeln acht Monate in Polizeigewahrsam verbracht hast: Deine Geschichte ging um die Welt und führte uns vor Augen, wozu die indische Fashion-Polizei fähig ist. Aufgrund Deiner doch sehr klischeehaften Modetattoos (chinesische Schriftzeichen, Flügel) fragen wir uns aber, ob Du das nicht alles inszeniert hast, damit Du nun ganz authentisch eine Träne unter dem Auge oder ein Spinnennetz auf Deinem Ellenbogen (?) tragen kannst!

Hat Dein Motiv durchschaut: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Nichts aufm Kerbholz

Dass »jemanden Lügen strafen« eine doch sehr antiquierte Redewendung ist, wurde mir spätestens bewusst, als mir die Suchmaschine mitteilte, dass »lügen grundsätzlich nicht strafbar« sei.

Ronnie Zumbühl

 Einmal und nie wieder

Kugelfisch wurde falsch zubereitet. Das war definitiv meine letzte Bestellung.

Fabian Lichter

 Treffer, versenkt

Neulich Jugendliche in der U-Bahn belauscht, Diskussion und gegenseitiges Überbieten in der Frage, wer von ihnen einen gemeinsamen Kumpel am längsten kennt, Siegerin: etwa 15jähriges Mädchen, Zitat: »Ey, ich kenn den schon, seit ich mir in die Hosen scheiße!«

Julia Mateus

 Überraschung

Avocados sind auch nur Ü-Eier für Erwachsene.

Loreen Bauer

 Wenn beim Delegieren

schon wieder was schiefgeht, bin ich mit meinen Lakaien am Ende.

Fabio Kühnemuth

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
24.04.2024 Trier, Tuchfabrik Max Goldt
25.04.2024 Köln, Comedia Max Goldt
27.04.2024 Schwerin, Zenit Martin Sonneborn mit Sibylle Berg
28.04.2024 Lübeck, Kolosseum Martin Sonneborn mit Sibylle Berg