Newsticker

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Leute ... von Paula Irmschler

Die betroffene Studentin

Klara (22) ist traurig. Die Studentin der Interkulturellen Kommunikation hat zweieinhalb Jahre in Chemnitz gewohnt, um dort ihren Bachelor zu machen, und kann nicht fassen, was in ihrer ehemaligen Wahlheimat gerade passiert. "Ich kann nicht fassen, was in meiner ehemaligen Wahlheimat gerade passiert", wiederholt sie ihren Twitter-Status vom letzten Mittwoch noch mal und spricht auch die Zusätze "Hashtag Chemnitz" und "Hashtag Wirsindmehr" ins Aufnahmegerät. Klara (IKK) ist den Tränen nahe, denn sie hatte in Chemnitz wirklich eine gute Zeit. Sie hat oft mit anderen zusammengesessen, manchmal sogar mit internationalen Studierenden, meist aus Spanien, und indische Kochabende mit Polkamusik gemacht, #interkulturelleWochen. Klara (B.A.), die ursprünglich aus Freiburg im Breisgau kommt, ging gern auf Partys "in Karl-Marx-Stadt", hat "richtig viele liebe Leute" dort kennengelernt. Bei Amnesty International zum Beispiel waren nur richtig nette Ossis. Klara hat nie Probleme mit Nazis gehabt und fragt sich, wo die plötzlich herkommen. "Jonas, Sebastian, Lisa und ich wurden schließlich nie angegriffen oder so, alles war okay." Sie bricht in Tränen aus, ihr wird das alles zu viel. "Ich kann das Elend der Welt nur schwer ertragen", seufzt sie und küsst den Teddybären auf ihrem Schoß, den sie "Demokratier" getauft hat. "Ich denke, ich werde mich eine Weile aus dem Internet zurückziehen, ein bisschen Jennifer Rostock hören und nach Thailand verreisen." Die in den Medien nicht sichtbaren Opfer von Chemnitz (weil sie halt in Thailand sind) sitzen auf den Straßen ferner Länder, auf der Suche nach Gesprächen mit Einheimischen, um zu vergessen, wie es zu Hause ist, und dann wegen noch mehr Elend wieder schätzen zu lernen, wie es zu Hause ist. Doch diesmal klappt es nicht. Klaras schönes Chemnitz gibt es nicht mehr. "Wir waren wirklich optimistisch. Die Bewerbung von Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025, #ichwardabei, aber jetzt ...? Die zweieinhalb Jahre dort kann ich doch jetzt nicht mal mehr in meinen Lebenslauf ..." Sie kippt um und ist tot. Klara ist das erste Schamopfer von Chemnitz. Welt, sieh hin! Das haben die Nazis den Studentinnen mit dem ganzen Ausländerklatschen angetan. Ein Trauermarsch ist geplant für nächsten Montag vor der Unimensa, #estutmirinderseeleweh.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Merkel denken

Die wechselvollen Geschicke des Daseins haben mich in Begleitung meines Gatten auf ein Schiff inmitten des Atlantiks geführt, dessen Passagiere von uns abgesehen fast ausnahmslos Amerikaner des letzten Lebensdrittels zu sein scheinen. Wir genießen unter ihnen freundliche Aufnahme als homöopathische Gabe des Fremden, und zuweilen, nein, zu meinem großen Erstaunen kommt es bei fast jedem Gespräch, welches sich zwischen Gebäck und Spirituosen entspinnt, unweigerlich zu der Frage: "What do you think about Merkel?" Mich irritiert diese Frage stets aufs Neue, da mir darüber bewusst wird, dass ich sie mir eigentlich niemals gestellt habe: Ich habe mich ja auch noch nie gefragt, was ich von der Elbe, von Spülmittel oder Magnesiummangel halte. So bin ich dann versucht, die Stirn in konkret-kritische Falten zu ziehen und zu einer Betrachtung anzuheben, etwa der Art, ihr scheinbar spröde zurückgenommenes Wesen entspräche perfekt ihrer Rolle als oberster Sachwalterin des Kapitals, hinter dessen alles überstrahlenden Glanz sie demütig zurückträte. Doch wüsste ich nicht um das englische Wort für Sachwalterin, weshalb ich die Dienste des Smartphones meines Gatten in Anspruch nehmen müsste, was fraglos einen Einbruch in meiner Souveränität bedeuten würde; zudem stünde ich mit solch einer Äußerung unter den mehrheitlich konservativ gesinnten Senioren vermutlich im Ruch eines 'Libtards', was uns in der bordinternen Sympathieskala zwischen Julius und Ethel Rosenberg plazieren würde. Daher behelfe ich mich stets mit einem Aperçu des Menschenkenners Max Goldt, welcher vor langer Zeit, als Merkels Sonne noch im Aufgange begriffen war, schrieb, sie sähe immer aus, als ob sie Krümel in der Handtasche hätte [crumbs in her handbag]. Doch so erheiternd wie zugleich verständnisvoll die Staatsfrau auf eine menschliche Ebene hebend ich diese Beschreibung auch finde, sie stößt bei unseren amerikanischen Mitreisenden stets auf Unverständnis, Irritation, allenfalls ein mildes Höflichkeitslächeln. Zu Beginn dachte ich, die Charakterisierung Merkels sei vielleicht doch nicht so gelungen, doch nach einer Woche amerikanischen Frühstücksbüffets kenne ich den wahren Grund: Amerikanisches Brot krümelt nicht. Es ist knetbar, faltbar, würde vermutlich eine Weltumsegelung ohne erkennbare Alterungsspuren überstehen, jedoch stets in unverkrümelter Gänze. Ich müsste die Goldt'sche Bemerkung also anpassen, um sie fasslicher zu halten; doch dazu müsste ich zunächst erwähntes Smartphone meines significant other zu Rate ziehen, um herauszufinden, was Graubrot auf Englisch heißt.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Kulturell abgehängte Scheiß-Wessis

Lieber Michael Kretschmer

O Mann, das komplette Internet ist voll mit diesen dauerbetroffenen westdeutschen Bescheidwissern, die aus unerfindlichen Gründen immer noch lautstark Statements von Dir zu den komplett friedlichen Trauerkundgebungen in Chemnitz einfordern. Geht's noch? Dabei hast Du Dich doch schon am Montag mehr als deutlich per Powertweet von den Rechtsextremen, die "im Netz Stimmung machen und zur Gewalt aufrufen" und das Bild der Metropolregion Mitteldeutschland besudeln, distanziert – was wollen diese überheblichen, vom Klo twitternden Gutmenschen denn noch? Gibt die selbstgerechte Empörungsbubble um Sixtus, Passmann und Co. denn niemals Ruhe?

Als Sachse aller Sachsen und menschgewordene Innovationsregion, der 2017 sein Bundestags-Direktmandat versehentlich gegen einen Maler und Lackierer von der AfD (nichts gegen Maler und Lackierer!) verlor und einen Monat später versehentlich Nachfolger des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich wurde, hast Du gelernt, was es heißt, demütig zu sein. Demut. Bescheidenheit. Success. Das heißt für Dich auch: Wo die einen eine von zwei völlig zugedröhnten Neandertaler-Nazis gekaperte RTL-Nachtjournal-Schalte sehen, in der einer der beiden im Crystal Meth-Rausch live den Hitlergruß performt, siehst du das Positive: Immerhin hat NUR einer abgegrüßt, während der andere lediglich darauf achtete, dass sich RTL-Reporter Thomas Präkelt nicht zu kritisch äußert. Stichwort halbleeres und halbvolles Glas.

Ohnehin beschäftigst Du Dich lieber mit komplizierten physikalischen Problemen ("Hoffentlich stimmt das mit dem Faradayschen Käfig! Hier blitzt es der gewaltig!") oder coolen interessanten Fakten zum Thema Wölfe in Sachsen: "Die Wölfe in Sachsen fressen jedes Jahr: 5500 Stück Reh, 1500 Sauen, 700 Rotwild." Allesamt Themen, die viel mehr mit der echten Welt zu tun haben als das angebliche Nazi-Problem in Sachsen und über die man mal in Ruhe reden könnte – zum Beispiel beim nächsten Sachsengespräch am 30. August im Stadion Chemnitz. Schade, dass Du Deinen Ankündigungstweet dazu am Dienstagvormittag wieder löschen musstest, weil die westdeutschen Berufsempörten offenbar keine Ruhe geben werden, bis Du ihre ausgedachte Fantasiegeschichte von den Rechten in Sachsen nachplapperst. Wann beschäftigen sich diese kulturell abgehängten Scheiß-Wessis endlich mit den echten, drängenden Problemen in Germany?

Liebe Grüße in den Freistaat,
Dein Dax Werner

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Der TITANIC-Ombudsmann (4)

Liebe Leserinnen und Leser, ein superrassistischer Pegida-Anhänger als Angestellter der Kriminalpolizei – das ist in Deutschland Alltag, überall. Problematisch wird es allerdings, wenn er dabei ein albernes Hütchen trägt: Hier läuft die Polizei Gefahr, nicht mehr ernstgenommen zu werden. Auch von uns, den Medien. Wenn die Behörden auch zukünftig in Ruhe NSU-Akten schreddern möchten, dann sollten sie die Zusammenarbeit mit der Presse dringend verbessern!

So sehen es auch viele Einsender.

► TITANIC-Leser Robin A. kritisiert unsere zurückhaltende Politik in Sachen Talkshow-Rezensionen: “Viele der Positionen, für die der Hütchenmann steht, teile ich auch – nur eben im Fernsehen, mit Krawatte und akzentfrei! Warum ihm jetzt so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und mir nicht, verstehe ich nicht. So wird die AfD Volkspartei!”

Meine Antwort: Die Kritik ist berechtigt. Ich habe mit der Chefredaktion gesprochen: Sie wird sich ein paar Ihrer deprimierenden Auftritte “auf Youtube reinziehen”, wurde mir zugesichert. Ob Ihr konturloses Kartoffelantlitz genug Wiedererkennungswert für eine eigene Reportage liefert, wird demnächst bei einer internen Sitzung geklärt.


► Wieder einmal erreicht uns Post von TITANIC-Dauer-Leser Julian R. – Anlass der Beschwerde ist ein Gedicht auf unserer Homepage, das den Bin-Laden-Leibwächter Sami A. verherrlichte: “Wenn Sie schon zum schrankenlosen Massenmord aufrufen wollen, dann bitte auf der Gamescom. So wie die Bundeswehr und jeder andere seriöse Mörder auch!”

Meine Antwort: Die Kritik ist unberechtigt. TITANIC hat sich nicht für schrankenlosen Massenmord ausgesprochen, sondern für einen lokal begrenzten, in einem engen journalistischen Sinne, und natürlich im Rahmen der geltenden Rechtsprechung. Wenn ausgerechnet ein "Bild"-Mitarbeiter hier die hohen Standards der Berichterstattung schleifen lässt, macht uns auch aus kollegialer Sicht ein bisschen ratlos.


► TITANIC-Leserin Yasmina B. schreibt: “Mein Hund ist großartig und sehr fotogen! Warum finde ich diese Fakten in Ihrem Magazin nicht wieder? Gebt ihm doch erst mal eine Chance, bevor Ihr über ihn urteilt!”

Meine Antwort: Die Kritik ist unberechtigt. Die Redaktion beobachtet den Hund schon länger und kann sein Verhalten daher sehr gut einschätzen. Gerade im internationalen Vergleich, zum Beispiel mit der Katze, die in einer Kuchenform schläft, kann dieser Hund noch nicht vollends überzeugen. Bitte schreiben Sie uns, sobald Ihr Hund in einer Kuchenform schläft.

Herzlichst,

Ihr TITANIC-Ombudsmann

Leo Fischer

Wenn er sich noch an sein Passwort erinnert, erreichen Sie Herrn Fischer unter ombudsmann@titanic-magazin.de und ansonsten unter TITANIC, Stichwort: Sofort wegwerfen, Hamburger Allee 39, 60486 Frankfurt am Main.

Sie können ihn kontaktieren, wenn Sie Ihre politische Ansicht oder sonstige Wahnvorstellungen falsch oder verzerrt dargestellt finden. Aber auch, wenn Sie Zweifel an Fakten haben, am Leben oder "auch nur mal so". Er darf offiziell bei unserer Chefredaktion fragen, ob wir alles richtig gemacht haben. Wir werden keinen Einfluss auf seine Schützenhilfe nehmen und sie veröffentlichen, wann immer es gerade gut passt.

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Leute ... von Paula Irmschler

Frauen

Leute,

den geneigten TITANIC-Leser wird es sicher interessieren. Heute möchte ich ihm den weiblichen Zyklus erklären.

Es gibt vier Phasen: Prämenstruation, Menstruation, Postmenstruation und dann entweder Normalität oder O Gott, bin ich etwa schwanger. Jeweils dauern die Phasen etwa eine Woche, letztere bei der Antwort "Ja" vielleicht ein Leben lang. Erst wird viel geweint, Wein getrunken und Eis gegessen, Bridget Jones und Gilmore Girls geguckt. Dabei hat man eine sogenannte Lebenskrise, macht Schluss mit der Beziehung, zieht aus der Wohnung aus, kündigt seinen Job, wandert aus, schneidet sich die Haare. Dann geht man aufs Klo: Erleichterung, puh, es ist nur die Menstruation, dann: Boah, scheiße, es ist die Menstruation. Was da unten aus der Scheide kommt, ist im Übrigen gar kein Blut (ein weit verbreiteter Irrglaube), sondern Verzweiflung. Man liegt darnieder oder orientiert sich an den Tips aus dem Internet, die da lauten: Reiß dich zusammen, du Fotze. Ach, einfach schön eine Tasse Tee, ein gutes Buch, ein wenig Sport, Bauchi massieren, mit den Engeln reden. Man sagt nach einer halben Stunde dann den verfickten hässlichen Kack-Engeln, dass sie sich mal ficken mögen, ballert sich mit Ibu Meth voll und geht zu Twitter, wo man sich mit Niels Ruf anlegt. Was geschieht? Tja, aufgequollen, zu fett und "unfuckable", wird man plötzlich hysterische Feministin, die sich um Albernheiten wie Gleichberechtigung schert. Es passiert den Besten: Mal wieder hat man aus Versehen einen Genozid an Männern mit einem Hashtag ausgelöst. Im Anschluss daran muss man die Scherben zusammenkehren, sich wegen Volksverhetzung vor der Polizei verteidigen und dann hat man ganz kurz die Chance, ein normaler Mensch zu sein. In dieser Zeit kann man normale Dinge tun, zum Beispiel Niels Rufs Freundin werden oder Stift ins Auge. Nach einer Woche geht allerdings der ganze Wahnsinn wieder von vorn los und endet mit der Angst davor, von IHM schwanger zu sein. Auf dem Klo hinterlässt man eine riesige Wurst, verlässlicher Vorbote für die Menstruation, puuuh, ich grüße dich! Und: Ach süß, der Haufen sieht ein bisschen aus wie Niels.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Einszweidrei, im Brauseschritt

Als ich ein kleiner Junge mit einem winzigen ökologischen Fußabdruck war, erzählten ältere Verwandte – in Zeiten vor Erfindung des Internets eine wichtige Informationsquelle – ein ums andere Mal die Geschichte von der Cola, welche ein über Nacht hineingelegtes Stück Fleisch gänzlich zerfressen konnte. Eine ökotrophologische Fabel, ersonnen von Menschen, die noch eine gute Generation zuvor ganz andere Mengen Fleisches zum Verschwinden gebracht hatten und darin erst u.a. von den Erfindern der Cola gestoppt werden konnten. Der anschließende Marshallplan wurde dann zu unserer kindlichen Freude in Marsriegeln und koffeinhaltiger Limonade ausbezahlt. Dies aber grämte insgeheim unsere Alten, und so ersannen sie im Wirtshause über damals noch abtrittsdeckelgroßen Schnitzeln den Colamythos. Und obwohl die berühmte Wissenschaft heute imstande ist, das letzte Abendmahl eines Neandertalers aus seinem Zahnschmelz zu lesen: Die Unklarheiten und Legenden über die Nahrung, sie bleiben. Vegan oder Low Carb, beim Aldi oder beim Türken, schmackhaft oder gesund, zahllos sind die Konzepte. Doch letztlich geht es immer um den Zugriff auf die Körper der kleinen und großen Jungen und Mädchen und allen, die dazwischen liegen. Tendenziell freundliche, ungeschlachte Eiweißgebilde sind wir, dazu verdammt, uns täglich aufs Neue Brennstoff auf den Kessel zu legen, und das ruft die Alten im Wirtshaus und die Fernsehköche auf den Plan. Und jene Alten sterben an ihrer Galle, die Köche am Koks; wir aber sind verdammt, um 4 Uhr morgens diese Zeilen zu schreiben, denn Teufel noch eins, die Brause steckt tatsächlich voller Koffein.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Männlich, Gamer, Feminismusexperte

Als alter Hase im Startup-Geschäft und Duz-Freund von Carsten Maschmeyer weiß ich es nur zu gut aus eigener Erfahrung: Viele spannende Innovationen und Trends aus den USA schwappen leider erst mit einigem delay herüber nach Old Europe. Ein sehr vielversprechender Trend, der es ausgerechnet in diesem August nach Germany geschafft hat, sind kostenlose Webinars und Hot Takes von weißen männlichen Youtubern zu aktuellen Fragestellungen des Feminismus. Gamer und Streamer verschenken mega die schlauen und mutigen Einschätzungen zu Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, sagen, wie es wirklich ist, superschöne Win-Win-Situ, einfach danke!

Ich wüsste auch nicht, warum sich coole Typen wie der dreißigjährige Youtuber Montana Black aus Buxtehude (1,5 Mio. Abonnenten), der die meiste Zeit des Tages mit 12jährigen im Internet auf Fantasie-Inseln ums Überleben kämpft, nicht adäquat zum Thema Mann und Frau äußern können sollten: 0,5er Energydrink weggeext und schon wird auf Twitters losgeschossen gegen die nächstbeste "verbitterte Emanze, die öffentlich gegen Männer hetzt" (10. August 2018). Weil: "Wer Hass gegen Männer im Internet verbreitet,muss sich nicht wundern,wenn Hass von Männern zurückkommt." Mit so einem intelligenten Typen, der die Sprache der Zielgruppe spricht, arbeitet man doch gern mal ’ne lässige Youtube-Kampagne für Männerdeos, nicht wahr, Axe?

Aber "Monte", so der Spitzname bei den Fäns, ist nicht der einzige mutige Männerrechtler unter den weißen, männlichen Youtubern und Streamern, da gibt es zum Beispiel noch Deutschlands 21.-größten Youtube-Kanal iBlali mit ca. 2,7 Mio. Follis. Der Chef des Kanals, Vik, ist zum Beispiel auch Riesenfan des Wordings "Feminazi" (z.B. hier) und war mit seiner megaluziden Analyse zum Zustand des Feminismus schon vor Jahren seiner Zeit voraus als er "dumme User kritisiert [hat], die ihren dummen Männerhass mit ‚Feminismus‘ rechtfertigten. […] Heute, 2018, ist plötzlich gefühlt jeder der selben Meinung wie ich" (9. August 2018).

Ich sags mal so: Wo stünden wir gesellschaftlich, intellektuell und auch vom Diskurs her, wenn Klartexttypen wie der 25-Jährige Amberger Youtuber "Einfach Manuel" nicht regelmäßig erklären würden, was Feminismus ist und was nicht? "Es gibt 2 Arten von Feministen. Die, die Gleichberechtigung fordern, aber das ist irrelevant da in Deutschland längst Gleichberechtigung herrscht. Und es gibt die, die einfach nur ihren Männerhass ausleben und das ist vergleichbar mit Rassismus." (8. August 2018). 12 Semester Gender Studies in 245 Zeichen runterkondensiert, rattenscharfes Thinkpiece, Champ! Es ist alles so unglaublich geil im Internet, dass es mich manchmal komplett fertig macht.

Alles Liebe und bis in zwei Wochen: Ihr Dax Werner

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Wenn ausgerechnet Sie, Kölner Weihbischof Ansgar Puff,

im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur dazu aufrufen, sich durch das eigene Verhalten stärker gegen Menschenhandel zu organisieren, und predigen »Fangen wir bei der Prostitution an: Einfach nicht ins Bordell gehen. Punkt« – ist Ihre Aussage dann letztlich nicht auch ein Sinnbild der bigotten Sexualmoral Ihrer Kirche? Nomen est schließlich omen. Titanic

 Charlotte Roche!

Charlotte Roche!

In »Spiegel« und SZ, »Zeit« und Ihrem eigenen Podcast haben wir nun lang und breit zu lesen bzw. hören bekommen, dass Ihre Ehe nicht perfekt, sondern »ganz normal« sei. So normal kann sie aber doch nicht sein, schließlich haben »normale« Paare weder einen eigenen Ehepodcast noch Zeitungs- und landesweite Berichterstattung über ihr Privatleben, meinen Sie nicht?

Na ja, was Sie sonst so alles Normales tun, werden wir mangels Interesse wohl nie erfahren. Unser Leben geht trotzdem ganz normal weiter. Titanic

 Huhu, Pia Ratzesberger (SZ)!

»Im Kampf gegen den Klimawandel bleibt das Ozonloch eher eine abstrakte Vorstellung, während man irgendeine Plastikfolie jeden Tag aufreißt.«

Genau; bzw. apropos Loch: Regnet’s rein? Aber schön warm, wegen Ozonwandel?

Puh!

Löchrig grüßt Titanic

 Hey na, AKK?

Der Hype um Ihre Initialien will wohl einfach nicht abflauen. So lesen wir etwa auf »Spiegel online«, dass die Menüfolge des »Düsseldorfer Ständetreffs« ganz auf Ihre Initialen abgestimmt gewesen sei – »von der Vorspeise (Avocado, Kastenbrot, Krabben) über den Hauptgang (Apfel, Karotte, Kalbstafelspitz) bis zum Dessert (Ananas, Kokos, Kalamansi). Die Tischdekoration ebenfalls – Pflanzen in ihren Buchstaben, der Kaktus als Krönung.«

Leider im Bericht unerwähnt bleiben Spirituosen (Apfelkorn, Kabänes, Korianderlikör), Besetzung der Band (Alphorn, Kornett, Kwetschkommode) und Gäste (Arschlöcher, Kleingeister, Knalltüten) wie zum Beispiel Ihr ebenfalls anwesender Ex-Rivale Friedrich Merz (Aktienhandel, KumEx-Geschäfte, Karibikkonten). Der bekam laut »Spiegel« vom Publikum sogar mehr Beifall (Applaus, Klatschen, Kundgabe [von Zustimmung]) als Sie. Dabei sollte man doch meinen, dass Sie jemanden, der menü- und initialienmäßig zuerst an Froschhirne, Miesmuscheln und Fermentierte Magermilch denken lässt, mit links in die Tasche (Akten-, Korb-, Kosmetik-) stecken. Sind da womöglich wieder mal Aufstand, Kritik und Krawall im Anmarsch (im Kommen, am Kenntlichwerden)?

Okay, reicht. Titanic

 Ahoi, Jörg Thadeusz!

Gewohnt inhaltslos polternd beklagen Sie in der »Berliner Morgenpost« die moralische Hybris Deutschlands am Beispiel der Seenotretterin Carola Rackete: »Recht gilt nur so lange, bis ein deutscher TV-Fritze wie Jan Böhmermann, eine deutsche Nicht-Regierungsorganisation oder die gesamte deutsche Öffentlichkeit eine höher stehende Moral definieren.« So kommen Sie nebst originellen Bemerkungen über Quinoa essende »Szene-Berliner« schließlich zum Fazit: »Denn was moralisch geboten ist und was nicht, bestimmen nun mal die Deutschen.«

Da haben Sie aber etwas missverstanden: Die Königsdisziplin deutscher Hybris ist längst das moralische Gejammer über die Moral der anderen, aus dem vulgärdialektischen Irrglauben heraus, sich so in argumentative Höhen zu poltern. Objektiv gesehen, Herr Thadeusz, befinden Sie sich nämlich geistig längst selbst unter dem Meeresspiegel.

Fern jeder Hybris:

Ihre Seenotretter von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Remake

des Filmklassikers mit Demi Moore und Patrick Swayze: »Ghosting – keine Nachricht von Sam«.

Elias Hauck

 Neues aus Brüssel

Laut eines Urteils des EuGH können alle Termine, die Sie bereits beim Dermatologen ausgemacht haben, ab sofort auch von etwaigen Nachfahren genutzt werden. Diese müssen explizit auch noch nicht geboren sein.

Felix Scharlau

 Sommerabend-Komplex

Auch wir ließen die Gardinen offen bei unserem Hollandurlaub, wir wollten teil sein dieser freundlichen Gesellschaft, die nichts zu verbergen hat. Doch schnell wurde ein gewisser Zugzwang merkbar - ist es aufgeräumt genug für die Betrachter? Bin ich zu nachlässig gekleidet? Hinter all den hübschen Präsentierzimmern gibt es vermutlich neonbeleuchtete Räume mit Resopalmöbeln, dort sitzt man Krumm und mit strähnigen Haaren in ausgebeutelten Jogginghosen, blafft herum, isst kalte Pizza vor dem Fernseher.

Miriam Wurst

 Überlegung

»Falls ich diesen Abend nicht überleben sollte, möchte ich wenigstens so viele Delphine wie möglich mit in den Tod genommen haben« sprach er. Und bestellte nach acht Maß Bier und drei Schnaps eine Pizza Thunfisch ohne Käse.

Theobald Fuchs

 LinkedIn oder Tod

Nach langer Funkstille habe ich mich dazu entschlossen, meine Ex-Freundin und ehemalige Kollegin bei Xing zu adden, um ihr zu zeigen, dass sie mir auch beruflich absolut nichts mehr bedeutet.

Karl Franz

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 16.08.:

    Christian Y. Schmidt schreibt im "Neuen Deutschland" über die Ausstellung "Summer of China" in Berlin.

  • 16.08.:

    Die "Neue Westfälische" über das legendäre Bielefelder Satiremagazin "Dreck".

Titanic unterwegs
27.08.2019 Hamburg, Grüner Jäger Ella Carina Werner mit A. Neft, B. Maak u.a.
28.08.2019 Berlin, Theater im Pfefferberg Max Goldt
15.09.2019 Göppingen, Schloss Filseck F. W. Bernstein: »Sinnverlust ist Lustgewinn«
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«