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Life & Style mit Antonia Stille

Life: Aperol, save the Queen 

Um so viel vorwegzunehmen: Dies ist (leider) kein gesponserter Text. Das beworbene Produkt war höchstens indirekt an seiner Entstehung beteiligt. Aber von vorne. Habt ihr auf dem (Bild-)Schirm, was gerade in Großbritannien/UK/England/London abgeht? Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber, so sagen es zumindest "Spiegel" und "Heute-Show": Das britische Unterhaus der Stars hat jetzt Sendepause. Der wuschelköpfige Sendedirektor hat die Handbremse gezogen, und deshalb steht das Parlamentsflugzeug still. Meine Meinung: Die Pause ist eine Chance. Wanne-Eickel an London: Entspannt euch einfach mal, dann wird das schon mit Europa! Offensichtlich haben jahrelanger Bier- und Essigkonsum das britische Parlament in den Untergang getrieben. Aber das muss nicht das Ende vom Leid, äh, Lied sein. Ich kenne ein Hausmittelchen, das mich noch schwupp-di-wupp durch jede kleine und große Demokratiekrise getragen hat: Aperol Spritz, der Aperitivo, der so ikonisch italienisch schmeckt, dass selbst Jamie Oliver sich seinen Namen nur im Flüsterton auszusprechen traut. Aperol Spritz ist die unangefochtene Queen der Getränke und muss sich dafür nicht mal wöchentlich mit Boris Johnson zum Tee treffen. Egal, ob ein gescheitertes Update das MacBook Air oder ein böswilliger Wischmob das Parlament lahmlegt – wenn man leicht einen spritzen hat, sieht die Welt gleich ganz anders (verschwommen) aus. Deshalb, liebe Engländer: Knallt euch einen Aperol in die Birne, steckt euch ein paar Eiswürfel in die Ohren und genießt, wie eure Sorgen langsam gemeinsam mit eurem Hörvermögen dahinschmelzen. Und wenn das rote Gold (Farbe der Hoffnung!) dem feinen britischen Gaumen zu sehr nach Europa schmeckt, kann immer noch ein Schuss Essig oder ein Beutel PG-Tip Abhilfe schaffen. Jeder kann Aperoliker sein.

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Inside TITANIC (8)

Intime Einblicke in das Innere der TITANIC-Redaktion und ihrer Mitglieder. Heute: Torsten Gaitzsch über eine verbrechensfreie Zone.

Ich habe ja mal als junger Hüpfer so ein Work-&-Travel-Dings gemacht – das würde ich am liebsten gar nicht zugeben, denn heutzutage machen so was nur Bonzenkinder ohne Flugscham und Bento-Redakteurinnen, die sich nach der Rückkehr über "die große Leere" ausheulen und darüber schreiben, dass sie seit dem WWOOFing-Gap-year auf der Lamafarm nur noch auf spanisch träumen, aber vor 15 Jahren war das halt gang und gäbe; na ja, jedenfalls wurde mir im Rahmen dieser Reise einmal in einem Hostel eine Schachtel Speiseeis gestohlen. Aus dem Gemeinschaftskühlschrank! Mit meinem Namen beschriftet! Obendrein so eine richtig geile Sorte, "Rocky Road" oder "Hokey Pokey", mmhhh! Diese Schandtat fällt locker in die Top 20 der größten Ungerechtigkeiten, die ich je erfahren musste, und war so INFURIATING, dass ich noch heute regelmäßig voller Ingrimm daran denke. In der TITANIC-Redaktion könnte sich dergleichen nicht zutragen. Was hier einmal im Kühlschrank landet, bleibt auch dort, es ist wie in Las Vegas. Selbst Dinge, die von einzelnen Redaktionsmitgliedern vergessen oder der Allgemeinheit vermacht werden, pflegen darin weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus zu lagern. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich im Frostfach ein Viererpack Semmelknödel, das irgendwer im Frühjahr dieses Jahres auf dem Wochenmarkt gekauft hat, und im Herzen des Kühlschranks ruht auf einer Untertasse seit – I kid you not – unserer letzten Weihnachtsfeier ein Stück Butter. Eine Schweizer Bank, deren Privatschließfächer zur Neige gegangen sind, könnte ruhigen Gewissens unseren Kühlschrank zwischenmieten, denn selbst Edelmetallbarren und Wertpapiere wären in dieser inter- oder transdimensionalen Niedrigtemperatur-Ausbuchtung auf alle Zeit sicher.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Thread über Threads

Mein Vater hatte mal eine VHS-Kassette vom Freddie Mercury Tribute Concert im Wembley Stadion 1992 und irgendwie lief diese Kassette sonntags öfter mal bei uns im Wohnzimmer. Wie hypnotisiert starrte ich dann auf den Bildschirm, wo Axl Rose oder Zucchero Queen-Hits interpretierten, derselbe Bildschirm, auf dem ich nur Stunden zuvor Super Mario oder Fifa gespielt hatte. Manchmal fand mein Vater sein IG-Metall-Feuerzeug nicht schnell genug und zündete sich seine filterlose Reval an der einzigen Kerze im Wohnzimmer an. Dann war es immer an meiner Mutter, ihn zu ermahnen: Er wisse ja hoffentlich, dass jedes Mal ein Seemann stirbt, wenn er sich die Zigarette an einer Kerze anzündet.

Auch wenn die Zukunft des Rauchens inzwischen im E-Zigarettensegment liegt (Stichwort junge Verkaufskategorie & hohe Handelsspanne), lässt sich immer noch im volkswirtschaftlichen Ton mahnen: Jedes Mal, wenn ein Twitter-Nutzer einen Analyse-Thread – also mehr als zwei Tweets hintereinander mit Punkt und Komma – über eine Landtagswahl ins Netz schiebt, verliert ein/e Politikwissenschaftler/in Projektmittel für das nächste Semester. Ein hochproduktives Sprüche-Pattern, um seinen Mitmenschen auf den Geist zu gehen!

Auf den Geist sollen mir in dieser Kolumne aber vor allen Dingen Threads gehen. Neben dem ordoliberalen Approach beider Bonmots, in denen so was wie Disruption oder Innovation bedauerlicherweise noch gar nicht mitgedacht werden kann, zündet mich an den großen Erklärthreads zur Sachsenwahl und Brandenburgwahl am Wochenende besonders an, wie sehr man sich an den eigenen Mutmaßungen hochrauschen kann, so dass man diese Minuten nach der ersten Hochrechnung als wissenschaftliche, peer-reviewte Befunde verkauft. In vielen Erklärthreads wird der bzw. die ostdeutsche Wähler/in zu einer Aufziehpuppe, an der mal der Neoliberalismus, mal die Medien, mal die AfD kräftig ziehen, und schon kommen 27 Prozent für die AfD raus. Oder wie der Nutzer @turboateng on point zusammengefasst hat: "Jörg schönborn hats grad bestätigt: das wahlergebnis kann mit der einstellung der buslinie 12 im kreis schmöckwitz-siebengau vollständig erklärt werden."

Woher kommt das? Ich erinnere mich, dass ich als Bub vor dem Einschlafen oft noch wach lag und leise dieses Gitarrensolo oder jenen Refrain von diesem Wembley-Konzert nachsang. Vielleicht ist das ja bei Wahlanalysen genauso: Wir sind hypnotisiert von der Expertenaura, wenn im Fernseher dieses oder jenes Wahlergebnis wieder mal mit Stress in der GroKo, schlechtem Ifo-Geschäftsklimaindex oder einfach zu vielen Nazis wegerklärt wird. Wir sind die kleinen Jungen und Mädchen, die noch wachliegen, obwohl morgen Schule ist, und davon träumen, mal was im Fernsehen erklären zu dürfen.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Smoke gets in your eyes

Die Tabakkonzerne, so hört man, wollen sich in naher Zukunft aus dem zunehmend unersprießlich gewordenen Geschäft mit Analogkippen zurückziehen und auf das konzentrieren, was sie am besten beherrschen, das Geldverdienen. Zu groß das Risiko, stets aufs Neue durch Menschen verklagt zu werden, die im Irrglauben an die gesundheitsfördernde Wirkung des Rauchens 50 Jahre lang am Tag ihre drei Päckchen weggeschmurgelt haben, sich plötzlich mit Atembeschwerden oder unerwünschtem Zellwachstum konfrontiert sehen und den Hersteller aus enttäuschter Liebe erfolgreich auf die Zahlung einiger Trilliarden (in Europa: Trillionen) Dollar in kleinen, unnummerierten Scheinen verklagen. Solche Wandlungen des Kerngeschäfts sind gar nichts so Seltenes, man denke an Nokia, vom Gummistiefel zum Handy (und wieder zurück). Auch Tankstellen, so heißt es, wollen sich schon bald statt auf mobilitäts- und CO²-fördernden Kraftstoff ganz auf den Abverkauf von Sushi und Bier verlegen. Überall weht Rauchern der Wind ins Gesicht (der Nebentisch wird sich dennoch beschweren); Analogbücher aus Raucherhaushalten sind im Antiquariat praktisch unverkäuflich, und Lesern mit der obligaten Sartre-Fluppe wird empfohlen, ihre Bücher nach dem Ableben gleich mit kremieren zu lassen. Als Traditionsnikotinisten bekümmert mich ein solcher Trend zutiefst; die allseits angepriesenen Verdampfer vermögen mich nicht zu locken, sie sind mir gleichsam elektronischer Tofu, wo meine Bronchien nach Lungenmett letzen. Beschimpft und ausgegrenzt wandele ich seither unruhig durch die Welt, letzte Reservate von Freiheit und Risiko suchend in einer Welt der Enge und Lebensgier. Und finde sie ausgerechnet hinter einer Zapfsäule, wo ich mit dem Tankwart hastig eine Zigarette verdrücke und mich mit ihm erinnerungsselig über Eimerrauchen und Stummelantennen austausche.

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Life & Style mit Antonia Stille

Style: Adiletten und Moral 

Heute ist Crossover-Time: Rap und Badelatschen. Klingt erst mal befremdlich, aber gleich ergibt alles einen Sinn. Trettmann, ein Deutsch-Rapper mit schwarzen Klamotten, Hut und Sonnenbrille, also quasi der ostdeutsche Udo Lindenberg, hat am Freitag die zweite Single seines neuen Albums gedroppt. Aber an der Sache ist ein Haken, denn Tretti, wie ihn seine Fans nennen, hat auf seiner neuen Platte auch mindestens ein Feature mit Gzuz von der 187 Straßenbande (Panzerknacker der Rapszene), der Frauen und Schwäne verprügelt. Was hat das jetzt mit Badelatschen zu tun? Trettmann ist so was wie der Adilettenkönig der Musikszene. Seine Fans eifern ihm trettbrettfahrend nach und schlappen sich durch ihre Insta-Stories und Facebook-Timelines. Adilette ist also zwangsweise Rap, wenn nicht sogar Trettmann-Merch. Sollte man auf die Latschen verzichten, nur weil der aktuelle deutsche Latschenpapst (Schlurfi et Schlappi) mit einem gewalttätigen Arschloch rumhängt? Am Ende stellt sich also die Frage, mit der wir uns so oft konfrontiert sehen. Was geht vor: Style oder Moral? Wie ihr wisst, plädiere ich am Ende immer für den Style. Wer auf der einen Seite gerne den ganzen Tag in Jogginghose rumlaufen würde, aber auf der anderen Seite weiter stilsicher Kreuzberg rocken will, für den (oder die!) sind Adiletten eben oft die einzige schlappbare Option, denn aus irgendeinem Grund sind diese zehenzwischenraumschonenden Gummi?-/Plastik?-Füßlinge gerade Trend und das muss man ausnutzen. Badelatschen sind gerade für eine Gesellschaft geeignet, die zunehmend auf Segway, E-Scooter und Boosted Board umsteigt, denn zum Gehen sind sie – unangenehmer Nebeneffekt – leider nicht geeignet. Man könnte es Schicksal nennen.

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Inside TITANIC (7)

Intime Einblicke in das Innere der TITANIC-Redaktion und ihrer Mitglieder. Heute: Fabian Lichter über die Raumaufteilung der Redaktion.

Die Redaktionsräume der TITANIC werden nach einem durchdachten Konzept genutzt: Wer den Eingangsbereich betritt, muss an Redaktionsassistenz Moritz Post vorbei, der von weitem schon Eindringlinge von erwünschten Besuchern (Foodora) zu unterscheiden weiß und Einlasssuchende kritischer befingert, als jeder Berghain-Torwächter es je könnte. Außerdem ist die Redaktion bestens alarmgesichert (gesammeltes Flaschenpfand seit 2003 rollt über den Boden), versuchen Sie also erst gar keine krummen Dinger! Die restlichen Flaschen (haha) sitzen verteilt auf hauptsächlich drei Räume. Nun unterscheiden sich die Naturelle der Mitarbeiter gewöhnlich wie Tag und Nacht. Da gibt es die Geselligen, die für ihr Leben gerne fröhlich herumschreien und ohne kräftige Gegenstimme verkümmern würden. Zurückgeworfen lediglich auf das eigene, einsame Grunzen würden sie sich irgendwann den goldenen Schluck gönnen, um nie wieder oder zumindest sehr spät am nächsten Morgen wieder aufzuwachen. Sie leben und werkeln in Raum 1. Dann gibt es die zarten Pflänzchen, die je nach Tagesform zwischen Menschenscheu und beinharter Depression changieren, für die ein zu lautes Vogelzwitschern selbst an guten Tagen schnell einmal akustischer Folter gleichkommt, und die schon aus arbeitspraktischen Gründen durch Glaswände separiert gehören. Sie vegetieren im Dunkeln in Raum 2. Raum 3 ist aus einer langen Tradition heraus (knapp eineinhalb Jahre) dem Chefredakteur vorbehalten und enthält kein (!) Fenster, damit die erwünschte Entwicklung zum weltentrückt schrulligen Satire-Großmufti möglichst schnell vonstatten geht. Für derzeit unbesetzte Räume wird noch Verwendung gesucht. Aktuell wird erwogen, die restlichen Räume zu fluten und sich einen Alligator anzuschaffen. Der Vorschlag stammt übrigens aus Raum 3.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Die große Mockridgiade

Ich habe am Sonntag den Fernsehgarten verpasst. Das passiert mir sonst nie, weil ich wirklich großer Fan dieses Formats bin und mir keine gemütlichere Sonntagmittagbeschäftigung einfällt, als die große, alte Dame Fernsehgarten im Bett liegend zu bingen, dazu ein köstliches, halb aufgetautes Tiefkühl-Croissant und eine gelbe 0,5er Dose Monster Energy (Valentino Rossi Edition) reinzuziehen. Savoir-vivre-mindframe. Aber ausgerechnet letzten Sonntag habe ich den Fernsehgarten verschlafen. Ausgerechnet die Ausgabe, in der der Poetry-Slammer Luke Mockridge eine der denkwürdigsten Fernsehgarten-Performances der letzten Jahrzehnte hingelegt hat. Shame on me.

Ich habe Y-O-U-T-U-B-E in die Adresszeile des Firefox-Browsers getippt. Mockridge hat einen im wahrsten Sinne wahnsinnigen Auftritt hingelegt, in dem er komplizierte narrative Jokes aus Witzekompendien der 1970er Jahre zitiert, Rentner beleidigt, mit einer Banane telefoniert und zum Finale wie ein Affe auf der Bühne tanzt. Die ganze Nummer ist einfach hella unangenehm anzusehen, man fragt sich immer wieder, wie er diese unfassbar peinliche Situation auf der Bühne, auf der sonst Semino Rossi oder Die Amigos performen, vor einem sichtbar überforderten Publikum aushält, am Ende rastet Andrea "Kiwi" Kiewel komplett aus – und ich glaube, all das macht die ganze Nummer so gut. Es funktioniert bei mir komplett über den Körper, weil es ein körperliches (lies: Gänsehaut) Erlebnis ist, das Video von seinem Auftritt anzusehen. Eine große Mockridgiade.

Und man will diesen Typen natürlich eigentlich überhaupt nicht gut finden, seine sonstigen Performances sind so vorhersehbar, klischeebeladen und viel zu erfolgreich. Deswegen ist man als kleiner, schüchterner Twitter-Kolumnist gezwungen, sich ein paar Meta-Gedanken zu diesem Spektakel zu machen. Nun denn.

Wenige Tage nach dem 11. September erschien im amerikanischen Nachrichtenmagazin „Time“ ein viel beachteter Aufsatz mit dem Titel "The Age Of Irony Comes To An End". Einen Monat später erschien in der "New York Times" ein Artikel, der das Gegenteil behauptete: "The Age of Irony Isn't Over After All". Man ist sich in dieser Frage also bis heute nicht einig, aber sicher ist: Irgendwas ist mit Ironie. Aber was? Erfüllt sich Mockridge – immerhin in einer Fernsehdynastie groß geworden – hier lediglich einen Kindheitstraum? Angetrieben vom jugendlichen Furor aus der Raucherecke vom städtischen Gymnasium mit MINT-Schwerpunkt? Was treibt dich an, Luke?

Und sind wir es nicht selber, die Internetmenschen, die genau diesen um Distinktion bettelnden, aber im Prinzip nur immer weiter ins Leere laufenden Humor bis zum Gehtnichtmehr kultiviert haben? Immer einmal mehr meta als du, gegen alles und jeden immunisieren, bloß keine wirkliche Haltung zeigen, bloß nie angreifbar machen? Wenn wir Luke Mockridges Auftritt auf Youtube angucken, sehen wir uns selber. Deswegen ist es so unangenehm und kaum auszuhalten. Und deswegen ist die Performance so gut.

Zack, fertig: Dax Werner

 

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Dein Kindersport-Angebot, Hannover 96,

bietet laut Deiner Webseite »Sport ohne Leistungsdruck«, seine Basis bestehe aus Spaß und der Entwicklung persönlicher und kognitiver Eigenschaften. Toll, das hätten wir von einem Verein aus dem Profifußball-Kapitalismus wie Dir gar nicht erwartet! Antizipiert, wie es im Kommentatoren-Sprech heißt, hätten wir eher Internate für Fußballtalente im Grundschulalter und Sportleistungskrippen für Hoffnungsträger ab drei Monaten.

Doch schon angesichts des Mottos der Abteilung stellt sich Ernüchterung ein: »Fördern und fordern«. Damit führst Du Deine Kindersport-Sparte unter dem gleichen Leitbild wie Hartz IV, das bekanntlich alles andere als »Arbeitslosengeld ohne Leistungsdruck« ist.

Aber, Hannover 96, wo sich der Vater von Hartz IV, Gerhard Schröder, vor einigen Monaten aus dem Verein zurückgezogen hat, um einem Ausschluss zuvorzukommen, wäre es da nicht an der Zeit für ein neues Motto?

Empfiehlt Dir ein paar Einheiten Denksport: Titanic

 Hut ab, »Star Insider«!

Unsere Aufmerksamkeit war Dir sicher, als Du Deinen Artikel »Kluge Köpfchen: Das sind die intelligentesten Promis« mit den Gesichtern von Rowan Atkinson, Emma Watson und nun ja … Wladimir Putin bebildertest.

Du scheinst ein wirklich erfrischend offenes Verständnis davon zu haben, was einen Promi zum Promi macht: Ob mit Grimassen schneiden oder Angriffskrieg führen, alle können es schaffen, wenn sie sich nur anstrengen und eben ein kluges Köpfchen sind. Das macht uns Mut!

Stets mit Köpfchen: Titanic

 Ihren Senf, Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin,

zum Umstand, dass Ihr 30 Jahre altes Pony Dolly offenbar von einem Wolf gerissen worden war, gaben Sie schon dazu, als das Tier noch nicht mal die Chance hatte, Wurst zu werden. »Die ganze Familie ist fürchterlich mitgenommen von der Nachricht«, ließen Sie mitteilen. Klar, von dem Pony können Sie logischerweise nicht mehr mitgenommen werden.

Sendet Ihnen diese Nachricht mit dem Pony-Express: Titanic

 Namenloses australisches Känguru!

Du zeichnest für die erste tödliche Känguru-Attacke auf einen Menschen seit 85 Jahren verantwortlich: Dein 77jähriges Opfer hatte Dich offenbar illegalerweise als Haustier gehalten. Das darf man nur, wenn man eine spezielle Ausbildung nachweisen kann. Aber deswegen gleich töten? Hat der Mann Dich nicht artgerecht gehalten? Hat er verlangt, dass du neunmalkluge Sprüche, Binsenweisheiten und halbgare politische Witze von Dir gibst? Dich am Ende sogar verfilmen wollen?

Schön und gut, aber Gewalt sollte dennoch nicht die Lösung sein, findet Titanic

 Scharf, Frankreich!

Aufgrund von Dürreausfällen gibt es kaum mehr Senf in Deinen Supermarktregalen. Vor allem der beliebte Dijon-Senf wird derzeit knapp. Da kommt ein Gastronom wie Pierre Grand-Girard in Douarnanez aus
der Bretagne schon mal in die »Bredouille«, wie die Tagesschau uns mittelscharf aufs Baguette zu schmieren versucht. Und ein Ende der Geschmacklosigkeit ist noch lange nicht in Sicht! Es wird wohl Jahre dauern, bis die Landwirtschaft so umgestellt ist, dass das goldfarbene Gold endlich wieder in Strömen fließt.

Vielleicht kannst Du Dich bis dahin ja mit etwas Ketchup über Wasser halten.

Deine pommes de terre von der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Für Facebook

Vorschlag eines tiefgründigen Denkspruchs für Tierärzte: Real eyes realize real lice.

Karl Franz

 Grüner Daumen

Manches im Leben fällt einem einfach in die Hände, z. B. ein umfallender Kaktus, während man morgens das Rollo hochzieht.

Ferri Bueller

 Künstliche Idiotie (KI)

Seit Youtube mir vor dem Abspielen meiner Suchanfrage »Give Peace a Chance – John Lennon« eine Werbung für den freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr zeigte, mache ich mir keine Sorgen, dass intelligente Maschinen bald schon die Macht übernehmen. Außer das war bereits ein Anzeichen für Humor.

Jürgen Miedl

 Alttestamentarisch

Führende Theologen bestreiten, dass die Bibel Selbstjustiz rechtfertigt. Aber war nicht Moses im Grunde der Erste, der das Gesetz in die Hand nahm?

Wieland Schwanebeck

 Nicht nur für Cineasten

Um unprofessionelle Anschlussfehler zu vermeiden (»Mist, schon wieder eine Videokonferenz! Welches Hemd hatte ich heute Morgen an? Mit welchem Videofilter habe ich noch mal den Wäschehaufen im Hintergrund übermalt?« oder eben auch: »Huch, wieso sind Sie denn auf einmal nackt?«), könnte man direkt eine Continuity-Agentur für Heimarbeiter gründen. Schnapsidee oder innovatives Geschäftsmodell? Oder hatte ich das im letzten Meeting schon mal vorgeschlagen?

Alexander Grupe

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.
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Das schreiben die anderen

  • 05.09.:

    TITANIC-Chefredakteur Moritz Hürtgen spricht bei 1LIVE Stories vom WDR über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" und liest daraus vor (auch bei Spotify und sonstigen Podcast-Plattformen).

  • 02.09.:

    Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet über das aktuelle Editorial der neuen TITANIC-Intendantin Patricia Schlesinger.

  • 17.08.:

    DLF Kultur spricht mit Bernd Eilert über sein Buch »Meine Île de Ré«

  • 08.08.: Moritz Hürtgen und Dax Werner sprachen mi dem hr zum Thema "Sind wir alle zu ironisch?!"
  • 25.07.:

    Merkur.de fasst die Reaktionen auf einen Uwe-Seeler-Cartoon von TITANIC zusammen.

Titanic unterwegs
08.10.2022 Baden-Baden, Kurhaus Max Goldt (mit einer Laudatio von Bernd Eilert)
08.10.2022 Köln, Klüngelpütz Ella Carina Werner
10.10.2022 Darmstadt, Centralstation Martin Sonneborn
11.10.2022 Frankfurt am Main, Club Voltaire TITANIC-Tucholsky-Gala