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Fabian Lichters Economy Class

Sylt  

Ein Rätsel, warum ausgerechnet die Insel Sylt den Ruf genießt, der ihr vorauseilt, als idyllische, luxuriöse Vorzeigeinsel für Leistungsträger und Bessermenschen, als besonders strahlendes Fleckchen Deutschland. Das jedenfalls fragt sich, wer Westerland einmal schaulustig betreten hat und dort von einer Fußgängerzone begrüßt wurde, die jeder beliebigen deutschen Vorstadthölle entnommen sein könnte. Dass so viele Deutsche ihr 9-Euro-Ticket nun ausgerechnet für eine Reise nach Sylt verwenden wollten, man kann es nur als Ergebnis einer hartnäckigen Legendenbildung erklären. Einmal sein, wo sich HP Baxxter, Ulla Kock am Brink und Jürgen Klopp gute Nacht sagen. Die bekannten Reetdächer und Goschs Krabbenparadies am nördlichsten Zipfel, das, dank Krachts Faserland zwar irgendwie zum Kultort erhoben, doch allenfalls den Charme einer Raststätte auf der A8 versprüht. Aber immerhin mit Meerblick. Drumherum: Steppe und besteppwestete Urlauber beim Inselgang. Luxuriös an Sylt ist ausschließlich seine Exklusivität, man weiß eben, wessen Insel es ist und wessen nicht, wer sich hierher zu verirren hat oder allenfalls als Tagesausflügler geduldet ist. Und natürlich hat Christian Lindner seine Hochzeit auf Sylt weder abgesagt noch um Nachsicht gefleht, angesichts der Empörung darüber, dass etwa Gäste cool mit dem Privatflugzeug anreisen, während so mancher auf dem Festland schon Schweißperlen beim Gedanken an die kommende Nebenkostenabrechnung auf der Stirn stehen hat. Dass Lindner seine Sause also nicht samt Fritz "Maverick" Merz und Pfarrer Sloterdijk aus Solidarität mit den Werktätigen in ein Vereinsheim in Wuppertal verlegt hat, es war abzusehen. Und wem hätte es schon genützt? Niemandem zumindest, dem an Transparenz mehr gelegen ist als an symbolpolitischen Verschleierungsmanövern. Dass auf Sylt gefeiert wird wie eh und je, es sollte vielmehr als Geste mit Durchhaltesymbolik, als Mutmacher in finsteren Zeiten gesehen werden, denn als Ausdruck eines Mangels an Empathie. Als Zeichen, das sagen möchte: Es ist noch immer alles irgendwie gut gegangen und das wird es auch in Zukunft. Zumindest für manche.




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Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Chillax, Friedrich Merz!

Sie sind Gegner der Cannabislegalisierung, insbesondere sorgen Sie sich um den Kinder- und Jugendschutz. Dennoch gaben Sie zu Protokoll, Sie hätten »einmal während der Schulzeit mal einen Zug dran getan«.

Das sollte Ihnen zu denken geben. Nicht wegen etwaiger Spätfolgen, sondern: Wenn ein Erzkonservativer aus dem Sauerland, der fürs Kiffen die Formulierung »einen Zug dran tun« wählt, schon in der Schulzeit – und trotz sehr wahrscheinlichem Mangel an coolen Freund/innen – an Gras kam, muss dann nicht so ziemlich jedes andere System besseren Jugendschutz garantieren?

Sinniert

Ihre Titanic

 Wir wollten, »SZ«,

nur mal schnell Deine Frage »Gedenkbäume absägen. Hinweistafeln mit Hakenkreuzen beschmieren. Wer macht sowas?« beantworten: Nazis.

Für mehr investigative Recherchen wende Dich immer gerne an Titanic

 Hallihallo, Michael Maar!

In unserem Märzheft 2010 mahnte ein »Brief an die Leser«: »Spannend ist ein Krimi oder ein Sportwettkampf.« Alles andere sei eben nicht »spannend«, der schlimmen dummen Sprachpraxis zum Trotz.

Der Literatur- ist ja immer auch Sprachkritiker, und 14 Jahre später haben Sie im SZ-Feuilleton eine »Warnung vor dem S-Wort« veröffentlicht und per Gastbeitrag »zur inflationären Verwendung eines Wörtchens« Stellung bezogen: »Nein, liebe Radiosprecher und Moderatorinnen. Es ist nicht S, wenn eine Regisseurin ein Bachmann-Stück mit drei Schauspielerinnen besetzt. Eine Diskussionsrunde über postmoderne Lyrik ist nicht S. Ein neu eingespieltes Oboenkonzert aus dem Barock ist nicht S.«

Super-S wird dagegen Ihr nächster fresher Beitrag im Jahr 2038: Das M-Wort ist ja man auch ganz schön dumm!

Massiv grüßt Sie Titanic

 Du, »Hörzu Wissen«,

weißt, wie Werbung geht! Mit »Die Sucht zu töten« machtest Du so richtig Lust auf Deine aktuelle Ausgabe, um erläuternd nachzulegen: »Bestialisch, sadistisch, rätselhaft: Was Menschen zu mordenden Monstern macht – acht Täter und die Geschichten ihrer grausamen Verbrechen.«

Wer kann sich da der Faszination der »dunklen Welt der Serienkiller« noch entziehen? Aber am Ende, liebe Hörzu Wissen, ist in diesem Zusammenhang doch die Implikation Deines Slogans »Hörzu Wissen – das Magazin, das schlauer macht!« das Allergruseligste!

Da erschauert sogar

Die True-Crime-resistente Redaktion der Titanic

 Eher unglaubwürdig, »dpa«,

erschien uns zunächst Deine Meldung, Volker Wissing habe nach dem tödlichen Busunglück auf der A9 bei Leipzig »den Opfern und Hinterbliebenen sein Beileid ausgesprochen«. Andererseits: Wer könnte die Verstorbenen auf ihrem Weg ins Jenseits noch erreichen, wenn nicht der Bundesverkehrsminister?

Tippt aufs Flugtaxi: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Back to Metal

Wer billig kauft, kauft dreimal: Gerade ist mir beim zweiten Sparschäler innerhalb von 14 Tagen die bewegliche Klinge aus ihrer Plastikaufhängung gebrochen. Wer Sparschäler aus Kunststoff kauft, spart also am falschen Ende, nämlich am oberen!

Mark-Stefan Tietze

 Mitgehört im Zug

»Prostitution ist das älteste Gewerbe der Welt!« – »Ja, aber das muss es ja nicht bleiben.«

Karl Franz

 100 % Maxx Dad Pow(d)er

Als leidenschaftlicher Kraftsportler wünsche ich mir, dass meine Asche eines Tages in einer dieser riesigen Proteinpulverdosen aufbewahrt wird. Auf dem Kaminsims stehend, soll sie an mich erinnern. Und meinen Nachkommen irgendwann einen köstlichen Shake bieten.

Leo Riegel

 Dual Use

Seit ich meine In-Ear-Kopfhörer zugleich zum Musikhören und als Wattestäbchen verwende, stört es mich gar nicht mehr, wenn beim Herausnehmen der Ohrstöpsel in der Bahn getrocknete Schmalzbröckelchen rauspurzeln.

Ingo Krämer

 Citation needed

Neulich musste ich im Traum etwas bei Wikipedia nachschlagen. So ähnlich, wie unter »Trivia« oft Pub-Quiz-Wissen gesammelt wird, gab es da auf jeder Seite einen Abschnitt namens »Calia«, voll mit albernen und offensichtlich ausgedachten Zusatzinformationen. Dank Traum-Latinum wusste ich sofort: Na klar, »Calia« kommt von »Kohl«, das sind alles Verkohl-Facts! Ich wunderte mich noch, wo so ein Quatsch nun wieder herkommt, wusste beim Aufwachen aber gleich, unter welcher Kategorie ich das alles ins Traumtagebuch schreiben konnte.

Alexander Grupe

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
18.05.2024 Wien, Rabenhoftheater Max Goldt
23.05.2024 Bielefeld, Theaterlabor Max Goldt
24.05.2024 Dresden, Buchladen Tante Leuk Thomas Gsella
30.05.2024 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »POLO«