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Dax Werners Debattenrückspiegel KW33

Hey Leute!

Das ist er also jetzt, mein neuer Sendeplatz. Dax Werners Debattenrückspiegel zum Wochenteiler. Für mich persönlich sehe ich mit der neuen Programmierung eigentlich nur Vorteile: Ihr, liebe Leser:innen, seid wacher, aufnahmebereiter, ja lernfähiger als am Sonntagmorgen, wo ich mich hin und wieder schon gezwungen sah, mit kurzen Hauptsätzen und leicht nachvollziehbaren Gedankengängen für eine gemütliche, nicht allzu schwere Grundstimmung zu sorgen. Zum sonntäglichen Kaffee im Bett musste es hin und wieder eben leichte Kost sein, kein Vorwurf an euch, wir sind alle nur Menschen. Das wird sich nun allerdings, eingedenk des neuen Produktionstermins mitten in der Woche, radikal ändern. Anschnallen, Schulterblick und rückwärts raus rangieren in Richtung Zukunft - schön dass ihr noch dabei seid, wir haben viel vor, let’s go!

Unser heutiger Ausflug führt uns nämlich über die A1 nach Bielefeld, genauer: in den Oetker-Park. Die sympathische Metropole in Ostwestfalen mit ihrem grünen Naherholungsgebiet mitten in der Stadt ist nicht nur der Ort, an dem El Hotzo zum größten Internetphänomen unserer Zeit reifte, sondern auch Motiv und Kulisse für gleich mehrere musikalische hidden gems, über die ich heute mit euch ins Gespräch kommen möchte.

Beginnen wir mit dem Lied "Don't Want To Waste Your Time" des inzwischen berühmt gewordenen Cartoonisten Ralph Ruthe. Das Video, von Ruthe mit seinem eigenen iPhone 4 gefilmt, spielt auf virtuose Weise mit der im selben Jahr (2013) auffällig werdenden Ästhetik des "normcore", also der Affirmation eines "generic taste (khaki cargo pants, pumpkin spice lattes, etc.)", und persifliert gleichzeitig den männlichen Blick auf den weiblichen Körper. Das fast schon meditative Stück ist seiner Zeit ein wenig voraus und nichts geschieht hier zufällig: Die Szenen im Oetker-Park Bielefeld mit einem Cameo des Meisters selbst wirken wie ein verschlüsselte Referenz, die nur Eingeweihten ein Licht aufgehen lässt.

Eingeweihten wie mir. Dass der Oetker-Park hier nicht zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Popmusik Kulisse wird für die überbordenden romantischen Gefühle eines Mannes, das weiß man, wenn man ein wenig mit dem Frühwerk von Jochen Distelmeyer vertraut ist. Denn der Frontmann der Akademiker-Band Blumfeld und Säulenheiliger all derer, denen noch was an einem gut getexteten Song liegt, veröffentlichte genau hier in Liebefeld mit seiner ersten Band "Die Bienenjäger" schon 1987 einen Song namens "Das Herz eines einsamen Jägers": Ein gut gealteter Indiepop-Song, dem man die Jahresringe nur an Zeilen wie "Was kann Eike Immel nur, was Uli Stein nicht kann?" ablesen kann. Denn auch hier ist es schon wie 26 Jahre später bei "Don't Want To Waste Your Time" ein "Tag der großen Gedanken", an dem der Erzähler die Angebetete mit dem "unendlich Anderen" bekannt machen möchte, die er nur kurz zuvor im "Oetker Park sah".

Fast wirkt es, als treten die beiden Songs so über die Entfernung der Jahrzehnte hinweg in einen konstruktiven Dialog miteinander. Und obwohl äußerlich so unterschiedlich, würden sie sich gewiss im jeweils anderen erkennen, nämlich als Werke von Anfängern zwar, aber eben von teuflisch begabten Anfängern, die im Prinzip beide von derselben Sache singen: Dem Wunder der Liebe in Bielefeld.

Nutzt den freigewordenen Sonntag nun für einen Ausflug in den Oetker-Park: Dax Werner




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Briefe an die Leser

 Hut ab, »Star Insider«!

Unsere Aufmerksamkeit war Dir sicher, als Du Deinen Artikel »Kluge Köpfchen: Das sind die intelligentesten Promis« mit den Gesichtern von Rowan Atkinson, Emma Watson und nun ja … Wladimir Putin bebildertest.

Du scheinst ein wirklich erfrischend offenes Verständnis davon zu haben, was einen Promi zum Promi macht: Ob mit Grimassen schneiden oder Angriffskrieg führen, alle können es schaffen, wenn sie sich nur anstrengen und eben ein kluges Köpfchen sind. Das macht uns Mut!

Stets mit Köpfchen: Titanic

 Ihren Senf, Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin,

zum Umstand, dass Ihr 30 Jahre altes Pony Dolly offenbar von einem Wolf gerissen worden war, gaben Sie schon dazu, als das Tier noch nicht mal die Chance hatte, Wurst zu werden. »Die ganze Familie ist fürchterlich mitgenommen von der Nachricht«, ließen Sie mitteilen. Klar, von dem Pony können Sie logischerweise nicht mehr mitgenommen werden.

Sendet Ihnen diese Nachricht mit dem Pony-Express: Titanic

 Namenloses australisches Känguru!

Du zeichnest für die erste tödliche Känguru-Attacke auf einen Menschen seit 85 Jahren verantwortlich: Dein 77jähriges Opfer hatte Dich offenbar illegalerweise als Haustier gehalten. Das darf man nur, wenn man eine spezielle Ausbildung nachweisen kann. Aber deswegen gleich töten? Hat der Mann Dich nicht artgerecht gehalten? Hat er verlangt, dass du neunmalkluge Sprüche, Binsenweisheiten und halbgare politische Witze von Dir gibst? Dich am Ende sogar verfilmen wollen?

Schön und gut, aber Gewalt sollte dennoch nicht die Lösung sein, findet Titanic

 Dein Kindersport-Angebot, Hannover 96,

bietet laut Deiner Webseite »Sport ohne Leistungsdruck«, seine Basis bestehe aus Spaß und der Entwicklung persönlicher und kognitiver Eigenschaften. Toll, das hätten wir von einem Verein aus dem Profifußball-Kapitalismus wie Dir gar nicht erwartet! Antizipiert, wie es im Kommentatoren-Sprech heißt, hätten wir eher Internate für Fußballtalente im Grundschulalter und Sportleistungskrippen für Hoffnungsträger ab drei Monaten.

Doch schon angesichts des Mottos der Abteilung stellt sich Ernüchterung ein: »Fördern und fordern«. Damit führst Du Deine Kindersport-Sparte unter dem gleichen Leitbild wie Hartz IV, das bekanntlich alles andere als »Arbeitslosengeld ohne Leistungsdruck« ist.

Aber, Hannover 96, wo sich der Vater von Hartz IV, Gerhard Schröder, vor einigen Monaten aus dem Verein zurückgezogen hat, um einem Ausschluss zuvorzukommen, wäre es da nicht an der Zeit für ein neues Motto?

Empfiehlt Dir ein paar Einheiten Denksport: Titanic

 Scharf, Frankreich!

Aufgrund von Dürreausfällen gibt es kaum mehr Senf in Deinen Supermarktregalen. Vor allem der beliebte Dijon-Senf wird derzeit knapp. Da kommt ein Gastronom wie Pierre Grand-Girard in Douarnanez aus
der Bretagne schon mal in die »Bredouille«, wie die Tagesschau uns mittelscharf aufs Baguette zu schmieren versucht. Und ein Ende der Geschmacklosigkeit ist noch lange nicht in Sicht! Es wird wohl Jahre dauern, bis die Landwirtschaft so umgestellt ist, dass das goldfarbene Gold endlich wieder in Strömen fließt.

Vielleicht kannst Du Dich bis dahin ja mit etwas Ketchup über Wasser halten.

Deine pommes de terre von der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Alttestamentarisch

Führende Theologen bestreiten, dass die Bibel Selbstjustiz rechtfertigt. Aber war nicht Moses im Grunde der Erste, der das Gesetz in die Hand nahm?

Wieland Schwanebeck

 Für Facebook

Vorschlag eines tiefgründigen Denkspruchs für Tierärzte: Real eyes realize real lice.

Karl Franz

 Nicht nur für Cineasten

Um unprofessionelle Anschlussfehler zu vermeiden (»Mist, schon wieder eine Videokonferenz! Welches Hemd hatte ich heute Morgen an? Mit welchem Videofilter habe ich noch mal den Wäschehaufen im Hintergrund übermalt?« oder eben auch: »Huch, wieso sind Sie denn auf einmal nackt?«), könnte man direkt eine Continuity-Agentur für Heimarbeiter gründen. Schnapsidee oder innovatives Geschäftsmodell? Oder hatte ich das im letzten Meeting schon mal vorgeschlagen?

Alexander Grupe

 Grüner Daumen

Manches im Leben fällt einem einfach in die Hände, z. B. ein umfallender Kaktus, während man morgens das Rollo hochzieht.

Ferri Bueller

 Künstliche Idiotie (KI)

Seit Youtube mir vor dem Abspielen meiner Suchanfrage »Give Peace a Chance – John Lennon« eine Werbung für den freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr zeigte, mache ich mir keine Sorgen, dass intelligente Maschinen bald schon die Macht übernehmen. Außer das war bereits ein Anzeichen für Humor.

Jürgen Miedl

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.
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Das schreiben die anderen

  • 05.09.:

    TITANIC-Chefredakteur Moritz Hürtgen spricht bei 1LIVE Stories vom WDR über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" und liest daraus vor (auch bei Spotify und sonstigen Podcast-Plattformen).

  • 02.09.:

    Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet über das aktuelle Editorial der neuen TITANIC-Intendantin Patricia Schlesinger.

  • 17.08.:

    DLF Kultur spricht mit Bernd Eilert über sein Buch »Meine Île de Ré«

  • 08.08.: Moritz Hürtgen und Dax Werner sprachen mi dem hr zum Thema "Sind wir alle zu ironisch?!"
  • 25.07.:

    Merkur.de fasst die Reaktionen auf einen Uwe-Seeler-Cartoon von TITANIC zusammen.

Titanic unterwegs
01.10.2022 Kirchlengern, Forum Ella Carina Werner
03.10.2022 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule«
03.10.2022 Dreieich, Dreieich-Museum »Unkraut vergeht nicht«
05.10.2022 Leipzig, Kupfersaal Max Goldt