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Dax Werners Debattenrückspiegel KW17

Liebe Leser_innen,    

seit gestern kursiert auf der Homepage des Magazins Emma ein offener Brief vieler Promis aus der deutsche Kulturszene, die Bundeskanzler Scholz eindringlich davor warnen, die Ukraine mit schweren Waffen zu unterstützen. Was bislang niemand wusste: Auch ich, der TITANIC-Kolumnist Dax Werner, war zum Treffen der Erstunterzeichner_innen eingeladen. Spannende Leaks aus den eigentlich vertraulichen Diskussionen und warum ich letztendlich doch nicht auf der Liste der Unterstützer_innen aufgetaucht bin erfahrt ihr: hier.    

Es war Dienstagabend, ich war schon zu Lanz im Zweiten weggedöst, als mich plötzlich eine Sprachi von Juli Zeh aufweckte: "Daxi, mein Bester, Juli hier. Wir planen da PR-mäßig was zur Ukraine, einen kleinen Appell an Olaf, Eidinger und Yogeshwar sind auch schon im Boot, ich kann doch auf dich zählen?" Na klar, dachte ich, PR - ob positiv oder negativ - kann ich immer gut gebrauchen. Und schon am nächsten Abend fand ich mich in einem lichtdurchfluteten Speisesaal auf einem Brandenburger Ökohof wieder, inmitten der Geistesgrößen dieser unserer Republik: Dieter Nuhr, Reinhard Mey, Alice Schwarzer, you name it. Martin Walser hatte leichtes Gebäck für alle mitgebracht (das sich allerdings beim Probieren als sehr trocken entpuppte, vielleicht noch von Weihnachten über?) und Lars Eidinger spielte über eine Bluetooth-Box Techno von seinem Telefon ab, "the sound of peace" wie er uns erklärte. Dann ging es schon los:

Juli Zeh: "Ich wäre glücklich, wenn wir uns der Ukraine-Herausforderung pragmatischer und sachlicher nähern könnten. Je sachlicher man denkt und handelt, desto besser wird die Entscheidung. Ich denke zum Beispiel, dass…"    

Dieter Nuhr: "Annalena Baerbock, oder Leute?"    

Großes Gelächter im Raum.    

Ranga Yogeshwar und Martin Walser aus einem Mund: "Das ist noch gepflegtes Kabarett! Bravo!"    

Alice Schwarzer: "Moment mal, mir wurde gesagt, dass es hier heute eigentlich gegen Transsexualität gehen soll?" 

So ging das eine ganze Weile. Wir diskutierten in der Sache hart, aber im Umgang immer fair. Einigkeit herrschte nur ein einziges Mal, als plötzlich Dietrich Brüggemann und Jan Josef Liefers auftauchen und mitmachen wollten. "Lasst die Spinner bloß nicht rein", brüllte Lars Eidinger ohne von seinem Telefon aufzuschauen. Man sieht es ihm nicht an, aber der Mann mit dem Instagram-Account hat ein feines Gespür dafür, wann es Zeit ist, sich von den politischen Extremen zu distanzieren.    

Je länger das Treffen lief, desto mulmiger wurde mir jedoch. Waren wir Intellektuellen wirklich in irgendeiner Weise in der Lage, in der komplexen Frage um Waffenlieferungen an die Ukraine ein Wörtchen mitzureden und dem Kanzler seinen Job zu erklären? Ich brachte meinen Missmut unmissverständlich zur Sprache:

Dax Werner: "Ich muss sagen, ich finde dieses Treffen und die Idee mit dem offenen Brief wirklich richtig, richtig genial. Danke für die tolle Organisation, Jule! Ich unterschreibe alles gern, aber ich würde ungern als Dax Werner direkt hinter Martin Walser auftauchen."    

Svenja Flaßpöhler: "Aber aus alphabetischen Erwägungen wäre das der einzig gangbare Weg!"    

Alexander Kluge: "Was soll überhaupt ein Dax Werner sein? Kann man das essen?"    

Dax Werner: "Ich hatte überlegt, ob wir vielleicht noch Lars Weisbrod fragen? Oder Marina Weisband? Dann käme ich in der Liste direkt hinter denen, das sieht irgendwie cooler aus."    

Ranga Yogeshwar: "Toller Impuls, dann könnte uns Twitter auch nichts, wenn die beiden erstunterzeichnen."    

Martin Walser: "Es sind noch Kekse da, die habe ich doch extra gestern noch gebacken. Oder war das letztes Jahr?"    

Antje Vollmer: "Wir fragen vielleicht einfach mal nicht Marina Weisband? Hast du dir den Brief überhaupt mal durchgelesen, du Vollidiot?"

Langsam neigte sich der Tag dem Ende. Hinter Walser wollte ich aber auf keinen Fall auftauchen, deswegen unterschrieb ich den Brief zwar zum Schein, entfernte jedoch im Hotelzimmer angekommen meinen Namen im schwachen Schein des Chromebooks wieder aus dem Google Doc.    

Es fiel niemandem auf.    

Hat mal wieder unverschämtes Glück gehabt: Euer Dax Werner  




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Briefe an die Leser

 Dir, Tod,

gefiel es im Jahr 2010, im Abstand von einem Tag Bärbel Bohley (11. September) und Claude Chabrol (12. September) abzuberufen, worauf wir damals in unserer Online-Rubrik »Fakt vs. Frage« scharfsinnig spekulierten, als Nächstes treffe es nun wohl Dieter Dehm, Erhard Eppler und Frank Farian. Knapp daneben! Denn Frank Farian holtest Du erst dieses Jahr, am 23. Januar – nicht ohne vorher noch die Büchnerpreisträgerin Elke Erb (22. Januar) abzuräumen.

Und langsam durchschauen wir Dich, Gevatter: A darf leben, B und C müssen sterben; D darf leben, E und F müssen sterben …

Um es kurz zu machen: Gundula Gause ist, trotz ihres boulevardmedial großflächig breitgetretenen Schwächeanfalls vom Dezember (Bild: »total unnötig«, »hätte mich krankmelden sollen«), fürs Erste fein raus, während Heimatsänger Hansi Hinterseer und Malertochter Ida Immendorff sich lieber schon mal das letzte Hemd anziehen sollten. Stimmt’s?

Gruselt sich vor der Antwort: Titanic

 Moin, Hamburger Craft-Brauerei ÜberQuell!

Dein Firmenname zeugt ja bereits von überschäumender Wortspiellust, aber so richtig freidrehend auf die Kacke haust Du erst bei den Bezeichnungen Deiner einzelnen Biersorten: Die heißen nämlich zum Beispiel »Supadupa IPA«, »Palim Palim Pale Ale«, »Pille Palle Alkoholfreies Ale« oder sogar »Franzbrewtchen Imperial Pastry Brown Ale«. Auweia!

Gerade bei Letzterem, das außerhalb Hamburgs von vielen gar nicht zu entschlüsseln sein dürfte, mussten wir, obschon viel gewohnt, dann doch schlucken, weil uns allein der Name innerhalb von Sekunden pappsatt und sturzbetrunken machte. Er erschien uns einfach zu brewtal, fast schon brauenhaft! Auf Dein Bier haben wir dann lieber verzichtet.

Aus der Ausnüchterungszelle grüßt trotzdem: Titanic

 Na, na, na, welt.de!

»Warum ›Barbie‹ klüger ist als alle anderen nominierten Filme zusammen«, titeltest Du in Deinem Feuilleton bezüglich der diesjährigen Oscar-Kandidaten. Allein: Wir haben noch mal den Taschenrechner gezückt, und wenn man auch die Dokumentar-, Kurz- und Dokumentarkurzfilme berücksichtigt, sind alle anderen nominierten Filme zusammen exakt 1,76 Klugheitspunkte klüger als »Barbie«.

Welches Medium dümmer ist als alle anderen Medien zusammen, braucht hingegen nicht nachzurechnen: Titanic

 Einfach mal kreativ sein, Rishi Sunak!

Der BBC sagten Sie: »Ich bin nicht sicher, ob sich die Leute so sehr für meine Ernährung interessieren, aber ich versuche, zu Beginn jeder Woche etwas zu fasten.« Wir glauben, dass Ihre Unsicherheit berechtigt ist: An Ihren Beliebtheitswerten kann man ablesen, dass sich das Interesse an Ihren Gewohnheiten in Grenzen hält.

Das ließe sich aber leicht ändern: Bei den ganzen verschiedenen Varianten wie TV-, Auto- und Plastikfasten gäbe es bestimmt auch für Sie etwas, durch das Sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit »eight days a week« auf sich zögen. Wie wäre es z. B. mit Abschiebungsfasten, Verbrennerverbotverzögerungsfasten oder Zweiteamtszeitfasten?

Nur dass Sie gerade beim Thema »Neuwahlen« dem Verzicht huldigen, sollten Sie nach Ansicht der Mehrheit Ihrer Landsleute schleunigst ändern. Zwischendurch kann man sich doch auch ruhig mal was gönnen, oder?

Mampft Ihre Scones mit Clotted Cream und reichlich Marmelade gleich mit: Titanic

 Bonjour, Marine Le Pen!

Bonjour, Marine Le Pen!

Das Potsdamer Treffen der AfD mit anderen extremen Rechten war selbst Ihnen zu heftig: Sie seien nie für eine »Remigration« in dem Sinne gewesen, dass Französinnen und Franzosen ihre Nationalität entzogen würde, selbst wenn die Einbürgerung unter fragwürdigen Bedingungen geschehen sei, meinten Sie und fügten hinzu: »Ich denke also, dass wir, wenn es denn so ist, eine krasse Meinungsverschiedenheit mit der AfD haben.«

Keine Ahnung, Le Pen, ob Sie mit dieser Haltung eine Chance aufs französische Präsidentenamt haben. Ministerpräsidentin von Thüringen würden Sie mit diesem Weichei-Schlingerkurs aber ganz sicher nicht!

Schon ein bisschen enttäuscht: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Lauf, Junge!

Die Ordner bei einem Fußballspiel würden sich wesentlich mehr Mühe geben, wenn sie bei der Jagd nach dem Flitzer auch nackt sein müssten.

Rick Nikolaizig

 Nach Explosion in der Molkerei

Alles in Butter.

Loreen Bauer

 Authentisch

Jedes Mal, wenn mir ein bekennender Feinschmecker erklären will, wie aufwendig ein echt italienisches Risotto zubereitet gehört, habe ich das Gefühl, es würde stundenlang um den heißen Brei herumgeredet!

Mark-Stefan Tietze

 Und das Brot erst!

Einen Krankenwagen rufen, ohne sich in Schulden zu stürzen, mehr Urlaubs- als Arbeitstage, Bier zum Frühstück: Deutschland ist toll. Mit solchen Takes können US-amerikanische Influencerinnen hierzulande natürlich punkten. Aber betreiben sie damit nicht einfach nur billiges Kraut-Pleasing?

Alexander Grupe

 Pandemisches Passionsspiel

Die Erfahrungen aus der Coronazeit wirken teils immer noch nach. So fragt man sich heute bei der Ostergeschichte: Hat Pontius Pilatus, als er seine Hände in Unschuld wusch, dabei zweimal »Happy Birthday« gesungen?

Jürgen Miedl

Vermischtes

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