Newsticker

Nur diese Kategorie anzeigen:Dax Werners Debattenrückspiegel Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen

Dax Werners Debattenrückspiegel: KW 52

Liebe Leser_innen,

ein Satz aus einem Spiegel-Bezahlartikel ging mir diese Woche nicht aus dem Kopf. Am. 23.12. hatte das Team von der Ericusspitze den Text ins Internet hochgeladen, die Überschrift lautet bis heute: "Wenn Ökonomen abdriften". Beschäftigt wird sich mit dem "Phänomen", dass viele wirtschaftsliberale forward thinker in den letzten Jahren nach rechts abgedriftet sind: Meuthen, Homburg, Tichy – you name it. Weil ich mich immer noch nicht für ein Spiegel-Plus Abo entschieden habe, konnte ich naturgemäß nur die ersten drei Absätze lesen, aber meistens steht dort schon alles Wichtige drin. Zum Beispiel die Kernfrage, die offenbar für so viel Staunen in der Spiegel-Redaktion gesorgt hat: "Sein neues Publikum würde ihm diese Frage natürlich nie stellen, auch wenn sie sich aufdrängt, wann immer Stefan Homburg in der Öffentlichkeit spricht: Wie kann jemand so Kluges solch einen Unsinn verbreiten?" Für mich ist dieser erste Satz eine on point delivery, er trifft chirurgisch präzise genau das Gefühl vieler Menschen da draußen: Wie geht es, dass einer vom respektierten Wirtschaftsliberalen zum Querdenker wird; und das in einem Land, in dem eine akademische Ausbildung, zumal in der VWL, bislang noch immer die beste Medizin gegen jede Versuchung von rechts war? Vielleicht gibt es im Artikel später noch eine Erklärung, vielleicht aber auch nicht, denn ab dem dritten Absatz verblasst der Text vor mir.

Auch anderen Szenegrößen aus der Querdenkenbubble geht kurz vor Weihnachten die Luft aus. So musste der HNO-Arzt und Corona-Leugner Bodo Schiffmann nun nicht nur seine Schwindelambulanz in Sinsheim schließen, beim Herrn Doktor stapeln sich zudem inzwischen auch die Strafanzeigen, weil seine Patient_innen entgegen seiner ärztlichen Empfehlung die von ihm ausgestellten Fantasie-Atteste bei jeder Gelegenheit vorzeigen. Im Stream denkt der Doktor angesichts des drohenden juristischen Backlashs der BRD GmbH laut über eine Flucht ins Ausland oder ein Abtauchen in den Untergrund nach. Angebote für sichere Unterschlüpfe nimmt Schiffmann nach eigenen Angaben auch per Mail entgegen, und weil ich am Weihnachtsabend aus naheliegenden Gründen wenig zu tun hatte, habe ich für ihn schon einmal eine Liste mit 20 möglichen Rückzugsorten in den Wäldern NRWs recherchiert. Z. B. gibt es hier bei uns in der Nachbarschaft einige leerstehende Häuser, die mir beim Spazierengehen aufgefallen sind (Stichwort Upcycling). Man tut, was man kann, auch und gerade an Heiligabend.

Auch woanders gab es Grund zur Hoffnung: In Düsseldorf ist gestern die erste Impflieferung angekommen und wurde von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet persönlich in Empfang genommen: "Der Tag ist so bewegend, weil jetzt die Chance besteht, dass das überwunden wird." Auch wenn Laschet hier in erster Linie seine schlechten Umfragewerte im Rennen um den CDU-Vorsitz meint: Mit ein wenig Fantasie kann man hier auch eine positive Botschaft im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie herauslesen. Und Fantasie gehört für uns in NRW schon seit jeher dazu.

Leben auf Proxima Centauri?

Euer Dax Werner




Eintrag versenden Newstickereintrag versenden…
Felder mit einem * müssen ausgefüllt werden.

optionale Mitteilung an den Empfänger:

E-Mail-Adresse des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*
(mehrere Adressen durch Semikolon trennen, max. 10):

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Aha bzw. aua, Voltaren!

Das wussten wir gar nicht, was da in Deiner Anzeige steht: »Ein Lächeln ist oft eine Maske, die 1 von 3 Personen aufsetzt, um Schmerzen zu verbergen. Lass uns helfen. Voltaren.«

Mal von der Frage abgesehen, wie Du auf die 1 von 3 Personen kommst, ist es natürlich toll, dass Du offenbar eine Salbe entwickelt hast, die das Lächeln verschwinden lässt und den Schmerz zum Vorschein bringt!

Gratuliert salbungsvoll: Titanic

 Hä, »Spiegel«?

»Aber gesund machen wird diese Legalisierung niemanden!« schreibst Du in einem Kommentar zum neuen Cannabisgesetz. »Ach, echt nicht?« fragen wir uns da verblüfft. Wir waren bisher fest vom Gegenteil überzeugt. Immerhin haben Kiffer/innen oft sehr gute feinmotorische Fähigkeiten, einen gesunden Appetit und ärgern sich selten. Hinzu kommen die unzähligen Reggaesongs, in denen das Kiffgras als »Healing of the Nation« bezeichnet wird. All dies willst Du nun tatsächlich infrage stellen? Da lieber noch mal ganz in Ruhe drüber nachdenken!

Empfehlen Deine Blättchenfreund/innen von Titanic

 Bild.de!

»Springer hatte im Januar bundesweit für Entsetzen gesorgt«, zwischentiteltest Du mit einem Mal überraschend selbstreferenziell. Und schriebst weiter: »Nach der Enthüllung des Potsdamer ›Remigrations‹-Treffens von AfD-Politikern und Rechtsextremisten postete Springer: ›Wir werden Ausländer zurückführen. Millionenfach. Das ist kein Geheimnis. Das ist ein Versprechen.‹« Und: »In Jüterbog wetterte Springer jetzt gegen ›dahergelaufene Messermänner‹ und ›Geld für Radwege in Peru‹«.

Dass es in dem Artikel gar nicht um Dich bzw. den hinter Dir stehenden Arschverlag geht, sondern lediglich der Brandenburger AfD-Vorsitzende René Springer zitiert wird, fällt da kaum auf!

Zumindest nicht Titanic

 Hej, Gifflar!

Du bist das Zimtgebäck eines schwedischen Backwarenherstellers und möchtest mit einer Plakatkampagne den deutschen Markt aufrollen. Doch so sehr wir es begrüßen, wenn nicht mehr allein Köttbullar, Surströmming und Ikeas Hotdogs die schwedische Küche repräsentieren, so tief bedauern wir, dass Du mit Deinem Slogan alte Klischees reproduzierst: »Eine Schnecke voll Glück«? Willst Du denn für alle Ewigkeiten dem Stereotyp der schwedischen Langsamkeit hinterherkriechen? Als regierten dort immer noch Sozialdemokraten, Volvo und Schwedenpornos?

Damit wirst Du nie der Lieblingssnack der Metropolenjugend!

Sagen Dir Deine Zimt- und Zuckerschnecken von Titanic

 Hoppla, Berliner Gefängnischefs!

Drei von Euch haben laut Tagesspiegel wegen eines Fehlers der schwarz-roten Regierungskoalition statt einer Gehaltserhöhung weniger Geld bekommen. Aber der Ausbruch von Geldnöten soll durch einen Nachtragshaushalt verhindert werden. Da ja die Freundschaft bekanntlich beim Geld endet: Habt Ihr drei beim Blick auf Eure Kontoauszüge mal kurz über eine Ersatzfreiheitsstrafe für die nachgedacht, die das verbrochen haben?

Wollte diese Idee nur mal in den Raum stellen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 100 % Maxx Dad Pow(d)er

Als leidenschaftlicher Kraftsportler wünsche ich mir, dass meine Asche eines Tages in einer dieser riesigen Proteinpulverdosen aufbewahrt wird. Auf dem Kaminsims stehend, soll sie an mich erinnern. Und meinen Nachkommen irgendwann einen köstlichen Shake bieten.

Leo Riegel

 Vom Feeling her

Es hat keinen Sinn, vor seinen Gefühlen wegzulaufen. Man muss sich schon auch mal hinter einem Baum verstecken und warten, dass die das nicht merken und an einem vorbeiziehen, sonst bringt das ja alles nichts.

Loreen Bauer

 In Würde altern

Früher hätte mich der riesige Pickel mitten auf meinem Hals stark gestört. Heute trage ich den wohl niedlichsten ausgeprägten Adamsapfel, den die Welt je gesehen hat, mit großem Stolz ein paar Tage vor mir her.

Ronnie Zumbühl

 Altersspezifisch

Ich gehöre noch zu einer Generation, deren Sätze zu häufig mit »Ich gehöre noch zu einer Generation« anfangen.

Andreas Maier

 Gute Nachricht:

Letzte Woche in der Therapie einen riesigen Durchbruch gehabt. Schlechte Nachricht: Blinddarm.

Laura Brinkmann

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
18.05.2024 Wien, Rabenhoftheater Max Goldt
23.05.2024 Bielefeld, Theaterlabor Max Goldt
24.05.2024 Dresden, Buchladen Tante Leuk Thomas Gsella
30.05.2024 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »POLO«