[14.06.2015]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Ein Hilferuf

Am Mittwoch bekam die Gesamtschule Wuppertal-Barmen den deutschen Schulpreis. „Die Kanzlerin“, berichtete die Morgenzeitung, „ehrt damit eine Schule, die für mehr Gerechtigkeit in der Bildung steht, für mehr Chancen auf dem Weg zum Abitur“. In Barmen lernen alle, needless to say, bis zur 9. Klasse gemeinsam. „Das ist die politische Botschaft dieses Preises, gegen eine frühe Auslese, so wie sie gerade in unionsgeführten Ländern noch immer praktiziert wird.“

Das, was die Morgenzeitung als politische Botschaft feiert, ist auch eine, allerdings fürs reine Gegenteil. Denn während die hohe Politik, und sei’s in Vertretung von Robert-Bosch- und Heidehof-Stiftung, Schulpreise recht regelmäßig an integrative Blümchenmodelle vergibt, kann sie sich darauf verlassen, daß der bildungspolitische Zug immer schneller in Richtung Auslese, Elite, Hochleistung fährt, wofür schon die traditionelle deutsche Bürgerangst sorgt, mit den kleineren Leuten in einen Topf geworfen zu werden.

So hatte dieselbe (süddeutsche) Morgenzeitung, die hier so integrativ tat, ihre Ausgabe klientelgerecht mit einem Teaser über einen sog. „Notenschwindel“ eröffnet und also darüber, daß ein Einser-Abi in Thüringen viel wertloser sei als, natürlich, eins in Bayern. „Das ist ungerecht, verzerrt den Wettbewerb um Studienplätze und beeinflußt Lebenswege. Warum tut keiner was dagegen?“ Ein regelrechter Hilferuf, denn ein durch die Ungnade des falschen Wohnorts verzerrter Lebensweg gehört nun mal ins Getto oder den Busch, aber doch nicht in die Münchner Volvo-Viertel, wo die Leute so stolz sind auf ihr Eliteabitur und sich dann aber beschweren, wenn es anderswo u.U. einfacher zu haben ist. Ein Widerspruch, mit dem freilich leben muß, wer einen „Wettbewerb um Studienplätze“ längst als Normalität akzeptiert hat und nicht sieht, daß Bildung, die eine sein wollte, an dieser Stelle schon keine mehr sein kann.

„Von Paul Nizan stammt der Satz: ,Ich war zwanzig Jahre alt und ich habe niemandem erlaubt zu sagen, dies sei die schönste Zeit meines Lebens.’ Wenn dieser Satz auch für die heutige heranwachsende Generation noch seine Richtigkeit hat, dann vor allem deshalb, weil es für niemanden zu ertragen ist, in diesem Alter der neuen Projekte und Ideen feststellen zu müssen, daß es keine solchen Projekte und keine Chancen gibt, durch Erfahrung den Dingen auf den Grund zu gehen. Wenn es keine solchen Projekte gibt, bleibt den Jugendlichen nur die blanke Konkurrenz gegeneinander, die erbitterter denn je geführt wird. Dann werden nur noch Mengen eines Wissensstoffs angehäuft, um die Auslese unter den Schülern noch effizienter zu gestalten, oder um sie noch besser zu drillen, nicht aber um das Wissen in einer gesellschaftlich nützlichen Weise oder für eine vernünftige Entwicklung der Persönlichkeit zu entfalten.“ Bourdieu, 1992  

Jedenfalls wollen, während sich in Wuppertal ein paar Hippies um die Loser kümmern, die Kultusminister laut geneigter FAZ „auch Leistungsstarke besser fördern“, nachdem sie sich „jahrelang ... auf leistungsschwache Schüler konzentriert“ haben. „Eine gute Schule“, läßt sich die sächsische Ministerin Kurth (CDU) via SZ vernehmen, „fördert sowohl die benachteiligten Kinder, läßt aber auch Talente nicht verkümmern. Auch das ist eine Frage von Bildungsgerechtigkeit.“ Weshalb jetzt gerechtigkeitsfördernd nachgerüstet wird, inkl. „Spezialklassen für Hochbegabte oder gar eigene Schulen“ (ebd).

Das hat, versteht sich, natürlich rein gar nichts damit zu tun, daß es in diesem Land einen Riesenpool von unterforderten Spitzentalenten gäbe und daß, wer bislang durch Begabung aufgefallen war (und also aus dem richtigen Stall kam), nicht ohne Elitenbrimborium an seinem Platz gelandet wäre. Aber wo die „Inflation von Spitzennoten“ (FAZ) samt passendem Bachelor den Markt mit Bildungszertifikaten überschwemmt, die, Angebot und Nachfrage, immer wertloser (und eben auch im betriebswirtschaftlich gewünschten Sinne: billiger) werden, benötigen Distinktionswahn und Wettbewerbsfetisch ein neues Ausleseprogramm, zum Heile von Status und Standort; gewisse Vulgaritäten werden dabei billigend in Kauf genommen: „Bayern baut … acht Gymnasien mit Hochbegabten-Klassen zu Kompetenzzentren aus“ (SZ). Das „Deppen-Divis“ (Jürgen Roth), das wir sonst stillschweigend korrigieren: hier hat es einmal seinen Platz / in diesem Schmutz von einem Satz.

„Kurth sagt, man habe sich hierzulande lange Zeit mit Eliten schwergetan“, weshalb das Geburts- und Besitzprivileg in jedem Fall schützende deutsche Schulsystem nachweislich das ungerechteste des Kontinents ist. Sie lügen, wenn sie den Mund aufmachen, und sich mit diesem Land und seinen zauberhaften Eliten schwerzutun muß darum, ich bitte, uns Minderbegabten überlassen bleiben.




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Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
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Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Nicolas Mahler: "Der Urknall"
Nicolas Mahler, Meister des opulenten knappen Strichs, legt mit "Urknall" sein grundlegendstes, ursprünglichstes Werk vor. Von Kalauern wie "Sie sind mir aber eine Urknallcharge" bis "Wer hat an der Ur gedreht?" nimmt er zum Glück größtmöglichen Abstand und präsentiert statt dessen ein kleines, unglaublich dichtes Buch, in dem die ganze Welt des komischen Zeichnens angelegt ist, und das vor den Augen des Betrachters regelrecht explodiert. Ein Lichtblick im riesigen Dunkel des Buchmarkts!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 27.11.:

    Die "Märkische Allgemeine" hat einen TITANIC-Brief an Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke gelesen.

  • 26.11.:

    Die LVZ spricht mit Martin Sonneborn über Dumme in Sachsen.

  • 22.11.:

    Vice sprach mit PARTEI-Chef Sonneborn über Neuwahlen, Fünfprozenthürden und Geldverkäufe.

  • 21.11.:

    Das österreichische Radio FM4 empfiehlt die neue Jahrhundertchronik aus dem Hause TITANIC.

  • 21.11.:

    Mark-Stefan Tietze in der Taz über arabische Clans, die Polizei und Gesellschaft unterwandern.

Titanic unterwegs
15.12.2017 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst
  Robert Gernhardt
16.12.2017 Offenbach, Wiener Hof
  Pit Knorr & die eiligen drei Könige
17.12.2017 Frankfurt, Stalburg-Theater
  Thomas Gsella
18.12.2017 Frankfurt, Mousonturm
  Max Goldt

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Briefe an die Leser

 Was, Kathrin Spoerr (»Welt«),

Was, Kathrin Spoerr (»Welt«),

ist eigentlich bei Ihnen in der Redaktion los? In einem Kommentar zu Sexismus und #metoo schilderten Sie: Es gebe »Grund genug, sich belästigt zu fühlen«, berichteten Sie und erzählten auch von der Nachwuchsarbeit: »Praktikanten, die bei uns das Handwerk lernen wollen, lernen bei uns noch mehr. Daß es nicht nur alte Männer gibt, die junge Frauen anflirten, sondern auch alte Frauen, die junge Männer anflirten.« Zudem hätten Sie »Kollegen, die einander nur selten beim Namen nennen, weil sie die Anrede ›Zuckerpuppe‹, ›Baby‹ oder ›Liebchen‹ bevorzugen, Frauen genauso wie Männer. Es gibt Kollegen, die sich anschmachten, aufziehen.«

Uff! Nun kritisieren Sie diese Zustände in Ihrem Text aber gar nicht, sondern verteidigen sie und fragen rhetorisch: »Verbieten, was unsere Arbeit, unser Leben bunt macht?« Und da fragten dann wiederum wir uns: »Verbieten, was unser Leben bunt macht« – ist das denn nicht die Maxime von genau jenem im Kern staubgrauen Konservatismus, für den Springer-Schreiber/innen wie Sie seit jeher eintreten, wenn es um Ausländer, Drogen, Politik, kurz: mal nicht ums egomane Befriedigen der grenzenlosen Geilheit von Ihresgleichen geht?

Ihre Schätzelein von Titanic

 Gemeinde Obernfeld (Untereichsfeld)!

In Deinen Mauern beherbergst Du den RV Stahlross, der unlängst bei den Deutschen Meisterschaften im Radball und -polo auf sich aufmerksam machte – einen »gesamten Medaillensatz« nämlich konnte ein »Stahlross-Trio« dabei erringen: »Besonders auf den seit Jahren erhofften nationalen Meistertitel im Radball durch Andrè (sic!) Kopp und Manuel Kopp waren alle Anwesenden stolz. Aber auch die Vize-Meisterschaft im Radpolo durch Sandra Rakebrand und Jennifer Kopp wie auch die Bronzemedaille des zweiten Obernfelder Radballteams Julian Kopp und Raphael Kopp standen der Aufmerksamkeit im Range nicht zurück«, lobt mit Recht im »Göttinger Tageblatt« der berichtende Sportreporter Berthold Kopp.

Auf den ersten Blick scheint es in Dir, Gemeinde Obernfeld, ein bißchen arg kopplastig zuzugehen, aber im Grunde wird wohl alles Inzucht, pardon: in Zucht und Ordnung sein. Und S. Rakebrand ist vermutlich eine geborene Kopp? Oder verkoppelt als eine in spe?

Heute überhaupt nicht verkopft: Titanic

 Übrigens, Trump,

in die Kameras der Welt zu rufen: »Ich bin ein intelligenter Mensch!« – würde so etwas ein wirklich intelligenter Mensch von sich behaupten? Ist das nicht so, als würde ein bescheidener Mann seinem Gegenüber erklären: »Ich bin bescheiden, viel bescheidener als Sie begreifen können«?

Ach, das haben Sie neulich auch schon von sich gegeben? Sie machen es uns langsam echt zu einfach. Titanic

 Grüß Gott auch, »Süddeutsche Zeitung«!

Investigativ und kritisch wie immer hast Du noch vor den Paradise Papers einen weiteren Mißstand aufgedeckt: »Tausende Mieträder verstopfen europäische Großstädte.« Ist ja auch schon schlimm, wenn man vor lauter Fahrrädern seinen SUV nicht mehr auf dem Radweg parken kann. Was allerdings noch fehlt, sind Deine Top-Storys »Fußgänger atmen jährlich Tonnen von Kohlendioxid aus« und »Wie Ampeln den Straßenverkehr behindern«.

Brummbrumm: Titanic

 Julia Hackober!

Für die Verhaltensauffälligenselbsthilfegruppe »Iconist« bei »Welt online« irren Sie erwachsenenjobmäßig durch das Berliner Nachtleben – wo Sie aber erstaunlicherweise niemand hereinlassen will. »Ohne Connections zu Pressefrauen, Partyveranstaltern und Künstlern verbringt man einen Samstagabend in Berlin hauptsächlich mit Rumstehen, Warten und Hoffen. Unbeschwert losziehen und feiern, das ist in dieser Stadt einfach nicht drin. Egal, ob es um ein Konzert, eine Party oder eine verdammte Popupshoperöffnung geht – überall stehen mehr Menschen auf der Gästeliste, als in den Club, den Shop, den Konzertsaal überhaupt reinpassen«, beschweren Sie sich im gerechten Zorn der geprellten Popupshopbesucherin, finden das »superunwirtschaftlich« und müssen sagen, was Sie finden: »Ich muß sagen, ich finde, man kann so einen Samstagabend auch netter verbringen, als sich stundenlang mit irgendwelchen Strategien zu beschäftigen, wie man es am Gästelisten-Counter vorbei schaffen könnte.« Sodann fordern Sie: »Das muß aufhören! Ich habe wirklich keine Lust mehr, vor jeder Party krampfhaft meinen Facebook-Account nach Leuten zu durchsuchen, die jemanden kennen könnten, der jemanden kennt und so weiter.«

Vielleicht aber, Frau Hackober, ist genau das Ihr Problem: Wenn die Leute vorher mitbekommen, wer da anrauschen will, und womöglich schon mal etwas von Ihnen gelesen haben, stehen eben plötzlich sogar in der nächsten Dönerbude mehr Leute auf der Gästeliste, als hineinpassen. Versuchen Sie es doch mal inkognito.

Aber bitte nicht bei der nächsten Party der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Vice Versa

Was ist eigentlich ungesünder: Kaugummizigaretten zu rauchen oder echte zu kauen?

Teja Fischer

 Notwendiger Entschluß

Wenn mir bewiesen würde, daß unser gesamtes Denken und Handeln determiniert ist, würde sich für mich dadurch nichts ändern. Ich würde alles noch einmal ganz genauso machen.

Valentin Witt

 Vom Fenstersims berichtet

Gestern stand erst ein Krankenwagen, dann der Notarzt vor dem Nachbarhaus, abends ein Leichenwagen. Heute fuhr ein Umzugswagen zum Ausräumen vor. Wenn morgen ein weiterer Transporter mitsamt den neuen Bewohnern ankommt, sollte ich schon die Kriminalpolizei informieren, oder?

Tim Wolff

 Feststellung

Es gibt wenige Deutsche, bei denen sich der erste Satz im Wikipedia-Artikel so spannend liest wie bei Horst Mahler.

Konstantin Hitscher

 Farce

In einem Autobus der Linie 38A von Wien-Heiligenstadt nach Leopoldsberg war plötzlich kurz hinter Grinzing die Bandansage ein wenig malad, so daß nur ein Wort immerfort wiederholt wurde, wie das Mantra eines vorgestrigen FPÖ-Wählers: Anschluß, Anschluß, Anschluß, Anschluß (ad infinitum).

Tibor Rácskai