Newsticker

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Inside TITANIC (12)

Brisante Einblicke in das Innere der TITANIC-Redaktion und ihrer Mitglieder. Heute: Paula Irmschler über die Redaktion im Rauschscham.

Gute Satire fickt sich nicht von allein. Der Sekt zum Frühstück, der Joint vorm Mittag, das Koks bei der Konferenz, das Bier am Nachmittag, das Koks statt Essen, der Wodka-Lemon nachts um vier zum Schreiben der Kolumne, das CBD zum Runterkommen. Das alles machen wir nicht mehr. Stattdessen gibt es viel Schlaf, ausreichend Wasser, gutes Essen und intensive Gespräche.

Bis vor kurzem hielt uns alle zumindest noch die Liebe zum good old Glimmstängel über Wasser. Nachdem alle immer mal wieder scheinheilig mit Rauchen aufgehört hatten, feierte die Ziese in der TITANIC-Welt zuletzt ein Comeback, es wurde wieder geschlaucht, geröchelt, gequatscht. Wir waren kurz davor, den Besuch einer Trinklokalität mal wieder in Betracht zu ziehen.

Bis sie uns wieder ereilte: Die Rauchscham. Äh, die Rauschscham (hier geht es um mehr).

Schuld daran sind: die Praktikantinnen und Praktikanten. Verächtlich "shamen" sie uns, wenn wir zu den guten, alten Abfuckdrogen greifen wollen. Die Jugend macht sowas nicht mehr. Und wir wollen natürlich auch nicht machen, was die Jugend nicht macht, weil wir es machen. Verantwortungsbewusst rühren sie ihr Quinoa an, sind früher als wir im Büro und kümmern sich um die Finanzen. Und sie verzerren ihr Gesicht oder machen diese Scheibenbewegung vor dem Gesicht, wenn wir uns mal ein bisschen Fun gönnen wollen. Einige bestehen nicht mal den "Kennst du alle hundert Millionen Biersorten der Welt?"-Test von Tom Hintner. "Ok Boomer", lachen sie uns mit diesem neuen Internetwitz aus, den ich gegoogelt hab. Und: "Interessant. Diese Zigaretten hatte meine Oma auch." Was glauben die eigentlich, wie alt wir sind?

Neuerdings experimentiert die (erwachsene) Redaktion allerdings heimlich mit Pilzen. Mehr dazu vielleicht bald an dieser Stelle.

Bleibt smooth, kids.

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Meditation und Markt mit Dax Werner

5000 Jahre Internet

Liebe digitale Vorhut,

Rechenzentren, Sternenstaub, unendliche Weiten: Das Internet, Quell und Ursprung aller guten und schönen Dinge in unserem Leben, feiert 50jährigen Geburtstag. Happy Birthday, liebes Weltnetz! 1969 wurde der erste Computer der Welt im sogenannten Alpaka-Net durch ein gelbes LAN-Kabel mit einem WLAN-Router verbunden. Für die Geschichte der Menschheit war dieser eine Handgriff vermutlich nicht von geringerer Bedeutung als das erste Mal ein Feuer machen oder eine Pyramide bauen. Warum? Ein Thread.

Natürlich, das Internet hat uns nicht nur coole Sachen geschenkt: Es sei hier nur an Donald Trump sowie Spam-Mails erinnert. Das war's aber auch eigentlich schon, denn ansonsten stehen insgesamt sehr viele geile neue Möglichkeiten auf der digitalen Habenseite: Memes, Vaporwave, Ebay, Rapidshare, Hundefotos und die Wikipedia-Seite von Reinhold Messner! Daran erkennt man mal wieder sehr gut, dass alles im Leben zwei Seiten hat. Wenn man zum Beispiel heutzutage ein Buch schreiben möchte, kann man sich einfach an den Millionen kostenlosen Texten im Netz bedienen und sich aus diesen ein neues, ein besseres Buch basteln!

Das größte Achievement des Internets ist jedoch sicherlich, dass es denjenigen eine Stimme gab, die vorher keine hatten. Egal ob westdeutscher Babyboomer, thüringischer Millennial oder Don Alphonso: Im Internet darf jeder seine Meinung sagen – und das ist auch gut so!

Wenn es eine Sache gibt, die ich mir an diesem heutigen Geburtstag wünsche, dann vielleicht: Dass wir wieder versuchen, sachlicher miteinander im WWW zu diskutieren, das rhetorische Wettrüsten einstellen und, jawohl, dass wir uns wieder ein Stück weit selber finden. So, wie es der kleine Prinz im berühmten Märchen von Frank Schätzing einmal gesagt hat: "Ich frage mich, ob die Sterne leuchten, damit jeder seinen eigenen eines Tages wiederfindet."

Liebe Internet-Sterne, ihr seid so viel mehr als Einsen und Nullen für mich.

Auf die nächsten 50 Jahre,

Euer Dax Werner

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Life & Style mit Antonia Stille

Style: Inhalte überwinden 

Manche würden sagen, zur Buchmesse in Frankfurt 2019 sei alles gesagt: Wir haben schon viele Analysen über Politik und Bücher und politische Bücher von serbischen Österreichern gelesen oder zumindest wurden sie uns in der Twitter-Timeline vorgeschlagen von den Zeitungsaccounts, die wir aus schlechtem Gewissen abonnieren, aber nie wirklich nutzen – bloß nicht dem Finanzamt sagen. Aber wie jedes Jahr wurde ein Aspekt selbst bei "Bento" und "Zeit Online" sträflich vernachlässigt: Outfits, Kleidung, kurz, die Haute (Non-)Couture in den heiligen Hallen der Menschen, die sich gerne auf ihre Bücherregale reduzieren. Aber, liebe Lesemäuse, let's judge the book by its cover! Bei Büchern geht es angeblich um Inhalte, und das sah man den Besucherinnen und Besuchern nun wirklich an. Marc O'Polo, Cos und H&M gaben sich hier unbeholfen die Klinke in die Hand. Schlecht geschnittene Ponys, Sneakers aus der 2017er Reebok-Kollektion und dazu asymmetrische Bärte, in denen noch die Reste von den Pumpernickel-Schnittchen aus dem vergangenen Jahr hängen: Es ist ein Trauerspiel, bei dem selbst ein Makeover durch die Fab 5 wenig bis nichts hätte ausrichten können. (Antoni, bitte antworte mir endlich bei Insta!) Wirklich schade, wenn man bedenkt, dass all die networkenden Buchstabenfans selbst mal Kinder waren. Darum ist es auch kein Wunder, dass diese traurigen Gestalten sich ihre eigene Existenz beim hippen Umsonst-Saufstand "Generation Riesling" schöntrinken müssen. Dann liest man auch schnell über schwierige Passagen und mehr als vierzig rechte Verlage hinweg, aber ich will jetzt auch nicht politisch werden. Peter Handke hat nämlich auch oberflächlich betrachtet keinen Literaturnobelpreis verdient, sondern höchstens eine Stilberatung und einen Maniküre-Workshop.

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Inside TITANIC (11)

Brisante Einblicke in das Innere der TITANIC-Redaktion und ihrer Mitglieder. Heute: Moritz Hürtgen über die Chats, Mails und Foren der Redaktion.

Die Frage treibt zwar nicht viele, aber gewiss eine Handvoll Nerdboys und Fangirls um: Wie chatten die klügsten Köpfe des Landes? Die Antwort: Alle Mitglieder der TITANIC-Redaktion sind in verschiedenen Chats und Kommentarsträngen organisiert. Eine kurze Übersicht und Historie will ich Ihnen heute gerne liefern.

Alles begann in der 90ern mit dem ältesten Medium der Welt: der E-Mail. Bis heute gibt es einen Verteiler, über den man alle aktiven Mitglieder der Redaktion erreicht. Hier werden wichtige Dinge geklärt wie: Wer kommt dieses Jahr mit auf das Lohrer Bierfest? Aus diesen Plänen wird grundsätzlich nie etwas.

Ein bisschen später, nachdem eine Zeitlang unschuldige Gästebücher anderer Webseiten terrorisiert wurden, führte man ein klassisches Forum mit hellblauer Nutzeroberfläche ein; Leser/innen waren dort eingeladen, mit Redakteuren zu mingeln. In einem geheimen Unterforum, für das man vom Webmaster zugelassen werden musste, wurden Meldungen für den Newsticker auf der Website ausgeheckt. Einige spätere Redakteure fanden so ihren Weg "zum Heft". Ich persönlich denke, dass dieses Forum die schlimmsten Jahre der TITANIC-Geschichte ermöglichte. Heute muss man sich zum Glück wieder ganz normal auf eine Stelle bewerben. Mit Zeugnis und Empfehlung seines Professors.

Dann kam … – Facebook. Ich korrigiere mich: Erst jetzt wurde es richtig entsetzlich und furchtbar beim endgültigen Satiremagazin. Bald postete das halbe TITANIC-Personal mit Autor/innen und weiteren Verrückten in einem halböffentlichen Facebook-Kommentarstrang ca. 70 000 Kommentare zusammen. Es gab stets einen König (m/w, fragen Sie nicht!) und meist ging's um Sex und Schlüpfriges; Menschen zwischen 25 und 45 – ja, auch ich – holten ihre Pubertät nach. Ich habe dieses Kapitel für mich abgeschlossen.

Und jetzt? Ist jede und jeder in ca. 17 verschiedenen Chatgruppen im Facebook-Messenger untergebracht, wo man 24/7 mit Organisatorischem und Intrigenspinnerei behelligt wird. Mein Versuch, die Kolleg/innen davon zu überzeugen, sich professionell bei Slack zu auszutauschen, musste scheitern. Naturgemäß. Loben möchte ich die Plattform Twitter. Dort wird man in den "DMs" stets nur seriös mit Anfragen, die Hand und Fuß (und ein anständiges Honorar) haben, erfreut.

Haben Sie weitere Fragen? Sie erreichen mich unter: papierkorb@titanic-magazin.de

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Meditation und Markt mit Dax Werner

Case Study: Regenbogenfisch

Immer mal wieder finde ich etwas im Internet, was in mir instantly dieses Frank-Thelen-Investment-Case-Feeling triggert. Der Regenbogenfisch-Auftritt der österreichischen Poetry-Slammerin Lisa Eckhart auf 3Sat, der seit gestern auf Twitter die Runde macht, gehört definitiv dazu!

Alles an ihrer Zweieinhalb-Minuten-Performance ist bis ins kleinste Detail genial gearbeitet. Allein das Sujet: "Der Regenbogenfisch", ein 1992 – übrigens auch das Geburtsjahr von Lisa Eckhart – erschienenes, extrem virales Kinderbuch, in dem ein Fisch seine Schuppen an andere Fische verschenkt und so herausfindet, dass man nur durchs Teilen wirklich wahres Lebensglück findet.

Die Möglichkeit, dass es sich bei dem Kinderbuch von Marcus Pfister um ein unter vielen Schuppen verstecktes sozialistisches Manifest handle, das unsere unschuldigen Kinder für den ersten Arbeitsmarkt versaut, bringt Kritiker schon seit dem Erscheinen auf die Palme. Vielleicht zitiert Eckhart deswegen gleich zu Beginn einen sieben Jahre alten, extrem nischigen Tweet des inzwischen 74-Jährigen konservativen US-Radiomoderators Neal Boortz, der weiland ins Twitter drückte: "The Rainbow Fish is the most insipid, disgusting and subversive children's book available today. ObamaPelosiReid would LOVE it." 8 Retweets, 4 Favs. Bei Eckhart wird daraus der staubtrocken servierte Opener: "Wissen Sie, was das schlimmste Kinderbuch ist? Für alle Zeit? Der Regenbogenfisch!" Zugegeben, wenig mehr als ein intertextuelles Goodie für Leute mit abgebrochenem Germanistik-Studium. Aber die Richtung ist natürlich goldrichtig.

Denn in der Satire- und Kabarettbranche arbeiten wir seit langem viel mit Visualisierungen. Eine davon lautet: Wenn du in Deutschland mit Humor Geld verdienen willst, musst du die Best-Ager erobern, die anspruchsvolle und konsumfreudige Kundengruppe der 40- bis 50-Jährigen; Menschen also, die sich unter der Woche den Nuhr in der Stadthalle geben und freitagabends im Karohemd den Welke in der Heute-Show. Du musst die Provinz abholen. Leute, die mehr wollen als Pispers und Priol. Und alle Marktforschungen sagen es deutlich: Diese Menschen haben auf eine Sache am allerwenigsten Lust, nämlich: Sozialismus.

Und Eckharts Kabarett-Setup ist milimetergenau auf die Best-Ager abgestellt: "Besonders zu sein, ist heute nur dann gestattet, wenn alle gleich besonders sind. Denn alle Menschen sind gleich, und jeder ist etwas Besonderes. [...] Das ist definitiv ein Fortschritt. In den Irrsinn." Das ist genau der haarsträubend apokalyptische Sound, auf den gerade in Zeiten von Gendergaga und political correctness sowohl in strukturschwachen- als auch starken Landstrichen, sowohl in Montabaur als auch in Pirna resoniert wird.

Deswegen ist Lisa Eckhart für mich ein extrem clever gearbeitetes Kabarett-Produkt mit retropolitischem Markenkern und hat gerade deswegen eine großartige Zukunft vor sich. Oder, um es mit der ZDF-Social-Abteilung zu sagen: "Bitterböses von Lisa Eckart zum 'schlimmsten' Kinderbuch aller Zeiten: dem 'Regenbogenfisch'." Tränenlachsmiley.

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Nur kein Gedäh! – von Martin Knepper

Ich wärdä diesä Schallplattä niecht kaufän

Monty Python wird 50, und alle überschlagen sich mit Lobpreisungen und Referenzen. Und wer könnte ihre Großartigkeit und humorhistorische Relevanz in Abrede stellen; wie so viele Kulturphänomene leiden sie jedoch an der erdrückenden Umschlingung ihrer Verehrer, zumal seitdem das Internet Bild- und Wortzitate zur frei konvertierbaren Währung erhoben hat. Referenzkapital, das als selbsterklärender Platzhalter Eigenschöpferisches ersetzt, nicht ergänzt. In touristisch organisierten "Silly Walks" und dem viermillionsten "Chleudert den Purchen zu Poden!" verdünnt sich die effiziente Humorarbeit der Engländer und nimmt ein wenig vom Salzstangenspendercharme eines "Dinner for One" oder des gleichfalls silvesterverzahnten "Ein Herz und eine Seele" an – letzteres hat durchaus seine überzeitlichen Meriten, nicht zuletzt durch das heute selten gewordene halbimprovisierte Spiel der Darsteller – allein, es ist die alles erdrückende Kultpflicht, die den distanzierteren Betrachter im Sessel zurücklässt mit dem Gedanken: "Früher hatten die Witze halt mehr Zeit." Vielleicht könnte man den Pythons auch das preußische Tafelsilber Loriot zur Seite stellen, dessen perfekt durchorganisierte Sketche mit der Präzision eines Frankreichfeldzugs ablaufen, ihr inhärent zwangsneurotisches Element nach ungezählten Wiederholungen in MDR-Potpourris und anderswo jedoch zuweilen schmerzhafter als beabsichtigt offenbaren. Ihre zu Recht gerühmte Anarchie – die mehr der subversiven Logik des Traums als einer weltanschaulichen Agenda zu folgen scheint – ist von einer Dichte und Robustheit, die die Pythons vor der finalen Abgegriffenheit bewahren wird; den "Was habe ich da gerade gesehen?"-Effekt haben sie auch ins Streamingzeitalter mit seiner stets zum Absprung bereiten Konzentration zu retten verstanden. Allzu häufigen Gebrauch vermeidend, werden sie weiterhin ein probates Heilmittel gegen Oneliner-Geknatter einer- und brucknerbreite Bräsigkeit andererseits darstellen, denn mausetot ist dieser Papagei noch lange nicht.

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Life & Style mit Antonia Stille

Life: Reich sein, aber richtig 

Wer dieser Tage das "Manager Magazin" aufklappt, dem fällt doch glatt der Aperol aus der Hand: Die Liste der 1001 reichsten Deutschen ist endlich draußen. Aber, liebe Freundinnen (und Freunde!) des gepflegten Geldanhäufens, ich habe da eine Frage: Was sind das für traurige Gestalten, die mir da von den Hochglanzdoppelseiten entgegenbleachen? Wo bleibt da der Swag? Wo ist das gewisse Etwas, das über ein Tragen blau samtener Herrenslipper hinausgeht? In Deutschland sind selbst die Milliardäre spießig und uncool: Peter Harf, Wolfgang Reimann, Renate Reimann-Haas, Stefan Reimann-Andersen und Matthias Reimann-Andersen – wie soll Reichsein da so hip werden wie auf der anderen Seite des Teichs? Keines dieser Gesichter habe ich je auf dem Coachella-Festival gesehen. Da herrscht selbst bei der "Ultimativen Chartshow" mehr Klasse. David Hasselhoff hat unsere Nation vor 30 Jahren nicht wiedervereint, damit Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler die deutschen Kim und Kanye werden. Was fehlt, sind Künstlernamen, Sexskandale und ein Werbedeal mit Snipes, um auch bei den Vapern und denen, die welche werden wollen, anzukommen. Reichsein muss man sich verdienen, da reichen arbeiten und Porsche fahren nicht. Mein Vorschlag an die Karins, Stefans und Wolfgangs, und ich hätte nie gedacht, dass ich diese Worte mal sagen würde: Macht es wie der Wendler. Legt eure Zigarillos beiseite und einen Instagram-Account an, jagt euch die exklusivsten Filter aufs Handy und stellt euch dann unterbezahlte Medienstudenten aus Köln ein, die gerne den Account betreiben, um ein Stück vom Marmorkuchen des Reichtums abzubekommen. Wenn ich schon weniger habe, will ich wenigstens sehen, wie andere mehr haben und dabei auch noch gut aussehen.

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Nichts für ungut, Tasmanischer Tiger!

Nachdem wir Menschen Dich vor circa 100 Jahren absichtlich ein bisschen ausgerottet haben, um unsere Schafe zu schützen, machen wir den Fehltritt jetzt sofort wieder gut, versprochen! Du hast uns glücklicherweise etwas in Alkohol eingelegtes Erbgut zurückgelassen, und das dröseln wir nun auf, lassen Dich dann von einer Dickschwänzigen Schmalfußbeutelmaus in Melbourne austragen, wildern Dich in Australien aus und fangen dann ziemlich sicher an, Dich wieder abzuknallen, wie wir es mit den mühsam wiederangesiedelten Wölfen ja auch machen. Irgendjemand muss ja auch an die Schafe denken.

Aber trotzdem alles wieder vergeben und vergessen, gell?

Finden zumindest Deine dünnschwänzigen Breitfußjournalist/innen von der Titanic

 Guten Appetit, TV-Koch Alfons Schuhbeck!

Guten Appetit, TV-Koch Alfons Schuhbeck!

Nichts läge uns ferner, als über Ihren Steuerhinterziehungsprozess zu scherzen, der für Sie mit drei Jahren und zwei Monaten Freiheitsstrafe geendet hat. Etwas ganz anderes möchten wir ansprechen, nämlich Ihre Einlassung am zweiten von insgesamt vier Verhandlungstagen, während der Sie laut Handelsblatt »lang und breit über die Vorzüge« von Ingwer palaverten, »aber auch über Knoblauch, Kardamom oder Rosmarin«, bis Sie schließlich einsahen: »Ich könnte stundenlang über Gewürze reden, aber das ist wohl der falsche Zeitpunkt.«

Und ob das der falsche Zeitpunkt war! Mensch, Schuhbeck, die gute alte Gewürz-Verteidigung, die hebt man sich doch für ganz zum Schluss auf, die pfeffert man dem Gericht (!) nach den Kreuzkümmelverhören prisenweise entgegen. Wozu zahlen Sie denn gleich zwei Anwälten gesalzene Stundensätze? Bleibt zu hoffen, dass Sie bei der Revision die Safranfäden in der Hand behalten!

Die Gewürzmühlen der Justiz mahlen langsam, weiß Titanic

 Helfen Sie uns weiter, Innenministerin Nancy Faeser!

Auf Ihrem Twitter-Kanal haben Sie angemerkt, wir seien alle gemeinsam in der Verantwortung, »illegale Einreisen zu stoppen, damit wir weiter den Menschen helfen können, die dringend unsere Unterstützung brauchen«. Das wirft bei uns einige Fragen auf: Zunächst ist uns unklar, wie genau Sie sich vorstellen, dass Bürgerinnen und Bürger illegale Einreisen stoppen. Etwa mit der Flinte, wie es einst Ihre Bundestagskollegin von Storch forderte? Das können Sie als selbsternannte Antifaschistin ja sicher nicht gemeint haben, oder? Außerdem ist uns der Zusammenhang zwischen dem Stoppen illegaler Einreisen und der Hilfe für notleidende Menschen schleierhaft.

Außer natürlich Sie meinen damit, dass die von Ihrem Amtsvorgänger und der EU vorangetriebene Kriminalisierung von Flucht gestoppt werden müsse, damit Menschen, die dringend unsere Unterstützung brauchen, geholfen wird.

Kann sich Ihre Aussage nicht anders erklären: Titanic

 Stillgestanden, »Spiegel«!

»Macht sich in den USA Kriegsmüdigkeit breit?« fragst Du in einer Artikelüberschrift. Ja, wo kämen wir hin, wenn die USA die Ukraine nur nüchtern-rational, aus Verantwortungsbewusstsein oder gar zögerlich mit Kriegsgerät unterstützten und nicht euphorisch und mit Schaum vor dem Mund, wie es sich für eine anständige Kriegspartei gehört?

Spiegel-müde grüßt Titanic

 Sicher, Matthew Healy,

dass Sie, Sänger der britischen Band The 1975, die Dinge einigermaßen korrekt zusammenkriegen? Der Süddeutschen Zeitung sagten Sie einerseits: »Ich habe ›Krieg und Frieden‹ gelesen, weil ich die Person sein wollte, die ›Krieg und Frieden‹ gelesen hat.« Und andererseits: »Wir sind vielleicht die journalistischste Band da draußen.« Kein Journalist und keine Journalistin da draußen hat »Krieg und Frieden« gelesen, wollten mal gesagt haben:

Ihre Bücherwürmer von der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Vom Kunstfreund

Erst neulich war es, als ich, anlässlich des Besuchs einer Vernissage zeitgenössischer Kunst, während der Eröffnungsrede den Sinn des alten Sprichworts erfasste: Ein paar tausend Worte sagen eben doch mehr als nur ein Bild.

Theobald Fuchs

 Sprichwörter im Zoonosen-Zeitalter

Wer nichts wird, wird Fehlwirt.

Julia Mateus

 Auf dem Markt

– Oh, Ihr Doldenblütler verkauft sich aber gut!
– Ja, das ist unser Bestsellerie!

Cornelius W.M. Oettle

 Schwimmbäder

Eine chlorreiche Erfindung.

Alice Brücher-Herpel

 Heimatgrüße

Neulich hatte ich einen Flyer im Briefkasten: »Neu: Dezember Special! Alle Champions-League-Spiele auf 15 Flatscreens!!!« Traurig, zu welchen Methoden Mutter greift, damit ich öfter zu Besuch komme.

Leo Riegel

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 26.10.:

    Chefredakteurin Julia Mateus spricht über ihren neuen Posten im Deutschlandfunk, definiert für die Berliner-Zeitung ein letztes Mal den Satirebegriff und gibt Auskunft über ihre Ziele bei WDR5 (Audio). 

  • 26.10.:

    Julia Mateus erklärt dem Tagesspiegel, was Satire darf, schildert bei kress.de ihre Arbeitsweise als Chefredakteurin und berichtet der jungen Welt ein allerletztes Mal, was Satire darf. 

  • 26.10.:

    Ex-Chef-Schinder Moritz Hürtgen wird von Knut Cordsen für die Hessenschau über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" interviewt (Video) und liest auf der TAZ-Bühne der Buchmesse Frankfurt aus seiner viel gelobten Schauergeschichte vor (Video). 

  • 19.10.:

    Stefan Gärtner bespricht in der Buchmessenbeilage der Jungen Welt Moritz Hürtgens Roman "Der Boulevard des Schreckens".

  • 12.10.: Der Tagesspiegel informiert über den anstehenden Chefredaktionswechsel bei TITANIC.
Titanic unterwegs
04.12.2022 Enkenbach-Alsenborn, Klangwerkstatt Thomas Gsella mit den Untieren
06.12.2022 Kassel, Staatstheater Hauck & Bauer mit Kristof Magnusson
06.12.2022 Frankfurt am Main, Club Voltaire TITANIC-Nikolaus-Lesung
08.12.2022 Köln, Senftöpfchentheater Moritz Hürtgen