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Inside TITANIC (33)

Intime Einblicke in das Innere der TITANIC-Redaktion und ihrer Mitglieder. Heute: Ella Carina Werner über netflixhaftes Hire'n'Fire hinter der Bürotür.

In seinem frisch erschienenen Buch "Keine Regeln. Warum Netflix so erfolgreich ist" plaudert Reed Hastings – Gründer und CEO des namhaften Streamingdienstes – sackstolz, wie gerne er Mitarbeiter absägt, sie einer permanenten Feedback-Kultur aussetzt und ein dauerhaftes Arbeitsklima der Angst installiert hat, um nur die besten, nervenstärksten Köpfe zu behalten: "Bereit zu sein, einen guten Mitarbeiter zu feuern, um stattdessen einen fantastischen einstellen zu können, führt zu Spitzenleistungen."

Keine Frage, Hastings repräsentiert eine neue, zeitgemäße Arbeitskultur. Eine Kultur, die auch andere große Player zelebrieren, darunter TITANIC. Von seiner täglich neu geschürten "Culture of Fear" erzählt Chefredakteur Moritz Hürtgen stets fidel. Das passende Handwerkszeug hat er im Webinar "Motivation. Demotivation. Motivation. Demotivation" der Silicon-Valley-Academy erlernt. Sein Credo: Alles bleibt in permanenter Schwebe, Verängstigung nonstop. Chat-Beiträge der Belegschaft garniert der 24jährige "Bammel-Boss" (Selbstbez.) mit orakelhaften Pokerface- und Augenroll-Smileys. Demütigende Spiele wie "Ich packe meinen Arbeitskoffer für immer, und nehme mit ..." oder "Bello, Bello, dein Knochenjob ist weg" gehören zum Afterwork-Spaß. Wöchentlich wird das Büroschloss ausgewechselt. Nervenkitzel-Frage: Wer kriegt den neuen Schlüssel, wer nicht?

Beim abendlichen Feedback-Gespräch gelingt es dem Medienkapitän, seine Untergebenen nachhaltig zu beunruhigen: Rhythmisches Stirnrunzeln und subtile Werturteile ("FAST gut") tragen zur anspornenden Rundum-Verunsicherung bei. Graphiker T. Hintner kann ein Lied von alledem singen: Seinen Koffer, gepackt nach dem Umzug aus dem Studentenwohnheim vor 32 Jahren, hat er bis heute nicht ausgepackt, aus Angst, es könne ihn jeden Tag "erwischen".

Inzwischen kann sich der Chefredakteur auch mal zurücklehnen. Sein sublim aufgebautes System der gegenseitigen Irritation funktioniert längst wie geschmiert. Wechselseitige Konfusionsspielchen zwischen Kollegen ("Vorsicht, fall' nicht!"), die einander im Vorbeigehen die "Nase" klauen oder anschwärzen, mit Edding beim mittäglichen Powernap, sind integraler Teil des Betriebsklimas.
Neuestes Ziel: Ein paar aussichtsreiche Nachwuchssatiriker aus China und Indien als "temporäre" Mitarbeiter anzuheuern, um die Motivation der Altbelegschaft in ungeahnte Höhen zu treiben – der nächste große Step Richtung 22. Jahrhundert.

Kategorie: Meinung



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Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Ciao, Luisa Neubauer!

»Massendemonstrationen sind kein Pizza-Lieferant«, lasen wir in Ihrem Gastartikel auf Zeit online. »Man wird nicht einmal laut und bekommt alles, was man will.«

Was bei uns massenhaft Fragen aufwirft. Etwa die, wie Sie eigentlich Pizza bestellen. Oder was Sie von einem Pizzalieferanten noch »alles« wollen außer – nun ja – Pizza. Ganz zu schweigen von der Frage, wer in Ihrem Bild denn nun eigentlich etwas bestellt und wer etwas liefert bzw. eben gerade nicht. Sicher, in der Masse kann man schon mal den Überblick verlieren. Aber kann es sein, dass Ihre Aussage einfach mindestens vierfacher Käse ist?

Fragt hungrig: Titanic

 Eine Frage, Miriam Meckel …

Im Spiegel-Interview sprechen Sie über mögliche Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt. Auf die Frage, ob die Leute in Zukunft noch ihr Leben lang im gleichen Beruf arbeiten werden, antworten Sie: »Das ist ja heute schon eher die Ausnahme. Ich zum Beispiel habe als Journalistin angefangen. Jetzt bin ich Professorin und Unternehmerin. Ich finde das toll, ich liebe die Abwechslung.« Ja, manchmal braucht es einfach einen beruflichen Tapetenwechsel, zum Beispiel vom Journalismus in den Fachbereich Professorin! Aber gibt es auch Berufe, die trotz KI Bestand haben werden? »Klempner zum Beispiel. Es gibt bislang keinen Roboter mit noch so ausgefeilter KI auf der Welt, der Klos reparieren kann.«

Das mag sein, Meckel. Aber was, wenn die Klempner/innen irgendwann keine Lust mehr auf den Handwerkeralltag haben und flugs eine Umschulung zum Professor machen? Wer repariert dann die Klos? Sie?

Bittet jetzt schon mal um einen Termin: Titanic

 Und übrigens, Weltgeist …

Adam Driver in der Rolle des Enzo Ferrari – das ist mal wieder großes Kino!

Grazie mille von Titanic

 Also wirklich, »Spiegel«!

Bei kleinen Rechtschreibfehlern drücken wir ja ein Auge zu, aber wenn Du schreibst: »Der selbst ernannte Anarchokapitalist Javier Milei übt eine seltsame Faszination auf deutsche Liberale aus. Dabei macht der Rechtspopulist keinen Hehl daraus, dass er sich mit der Demokratie nur arrangiert«, obwohl es korrekt heißen müsste: »Weil der Rechtspopulist keinen Hehl daraus macht, dass er sich mit der Demokratie nur arrangiert«, müssen wir es doch anmerken.

Fasziniert von so viel Naivität gegenüber deutschen Liberalen zeigt sich

Deine Titanic

 Mmmmh, Thomas de Maizière,

Mmmmh, Thomas de Maizière,

über den Beschluss der CDU vom Dezember 2018, nicht mit der Linkspartei oder der AfD zusammenzuarbeiten, an dem Sie selbst mitgewirkt hatten, sagten Sie bei Caren Miosga: »Mit einem Abgrenzungsbeschluss gegen zwei Parteien ist keine Gleichsetzung verbunden! Wenn ich Eisbein nicht mag und Kohlroulade nicht mag, dann sind doch nicht Eisbein und Kohlroulade dasselbe!«

Danke für diese Veranschaulichung, de Maizière, ohne die wir die vorausgegangene Aussage sicher nicht verstanden hätten! Aber wenn Sie schon Parteien mit Essen vergleichen, welches der beiden deutschen Traditionsgerichte ist dann die AfD und welches die Linke? Sollte Letztere nicht eher – zumindest in den urbanen Zentren – ein Sellerieschnitzel oder eine »Beyond Kohlroulade«-Kohlroulade sein? Und wenn das die Alternative zu einem deftigen Eisbein ist – was speist man bei Ihnen in der vermeintlichen Mitte dann wohl lieber?

Guten Appo!

Wünscht Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Überraschung

Avocados sind auch nur Ü-Eier für Erwachsene.

Loreen Bauer

 Treffer, versenkt

Neulich Jugendliche in der U-Bahn belauscht, Diskussion und gegenseitiges Überbieten in der Frage, wer von ihnen einen gemeinsamen Kumpel am längsten kennt, Siegerin: etwa 15jähriges Mädchen, Zitat: »Ey, ich kenn den schon, seit ich mir in die Hosen scheiße!«

Julia Mateus

 Tiefenpsychologischer Trick

Wenn man bei einem psychologischen Test ein Bild voller Tintenkleckse gezeigt bekommt, und dann die Frage »Was sehen Sie hier?« gestellt wird und man antwortet »einen Rorschachtest«, dann, und nur dann darf man Psychoanalytiker werden.

Jürgen Miedl

 Parabel

Gib einem Mann einen Fisch, und du gibst ihm zu essen für einen Tag. Zeig ihm außerdem, wie man die Gräten entfernt, und er wird auch den folgenden Morgen erleben.

Wieland Schwanebeck

 Teigiger Selfcaretipp

Wenn du etwas wirklich liebst, lass es gehen. Zum Beispiel dich selbst.

Sebastian Maschuw

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
18.04.2024 Berlin, Heimathafen Neukölln Max Goldt
18.04.2024 Hamburg, Centralkomitee Ella Carina Werner
19.04.2024 Wuppertal, Börse Hauck & Bauer
20.04.2024 Eberswalde, Märchenvilla Max Goldt