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Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Am Ende

Wer beim Daimler schafft, fährt Benz, wer bei Opel am Band steht, Insignia, erst einmal wegen des Firmenrabatts, aber auch, weil man dadurch sich und der Welt mitteilt, nicht bloß irgendein Hiwi, sondern an der Herstellung eines Produkts beteiligt zu sein, das man selbst mit Stolz in Gebrauch hat.

Zwei von drei Altenpflegekräften, lese ich, möchten später nicht in einem Heim zuendeleben, in dem es so zugeht wie an ihrem Arbeitsplatz, und wäre das hier ein Zeitungskommentar, müßte wohl das Wort „Bankrotterklärung“ auftauchen. Da das hier aber kein Zeitungskommentar ist, wollen wir lieber von Konsequenz sprechen, denn von einem Laden, der sich fürs Humane bloß interessiert, sofern es Humankapital ist, sollte nichts anderes erwartet werden.

Wer zur Mehrwertschöpfung nichts beiträgt, ist raus: Kranke, Arbeitslose, Schulabbrecher, Alte, und während der Tanz ums Kind einer um den künftigen Warenfetischisten ist, herrscht am Alten Eisen spätestens dann kein Interesse mehr, wenn es die konsumstarke Spätperiode als Best und Silver Ager hinter sich hat und nur mehr „Sozialkosten“ verursacht; und die jahrzehntelange unverzichtbare Rolle als Lokführer, Maurer oder Krankengymnastin bewahrt niemanden davor, in der Vorschlußbilanz nur dann noch als Aktivum aufzutauchen, wenn sie von der Buchhaltung eines privatwirtschaftlich betriebenen Heims erstellt wird. (Daß der Überbau, der bekanntlich nicht für die Wahrheit zuständig ist, im Zuge von allerlei Alte-wollen's-noch-mal-wissen-Komödien das Gegenteil insinuiert, beweist genau das.) Natürlich ist es eine Schande für die Gesellschaft, wenn eine Handvoll Polinnen, weil einheimischen Kräften der Deal „harte Arbeit für mageren Lohn“ (noch) nicht einleuchtet, hundert Alte versorgen müssen und sich den lieben langen Tag fürchten, einmal auf eben der Station zu landen, auf der sie Dienst tun, während unsere als „Leistungsträger“ apostrophierten Unglückspromotoren überlegen, welche Farbe die Ledersitze im neuen Sport-Audi benötigen; eine Schande allerdings nicht für diese Gesellschaft, denn die ist marktkonform, und wer als Marktteilnehmer ausfällt – noch einmal –, der kümmert nicht.

„Pflege, welche am Wochenende mit 2 Pflegekräften für 31 Bewohner durchzuführen ist, ist definitiv gefährliche Pflege! … Das Bestreben nach vollen Kassen darf doch nicht Grundlage der Altenpflege sein!“ Aus dem anonymen „Hilferuf“ einer Wohnbereichsleiterin, 2005

Allenfalls vorher, solang er noch einer ist: Der sog. „Pflege-Bahr“, eine Art Riesterversicherung für den Pflegenotfall, boomt, obwohl Stiftung Warentest bereits den Kopf schüttelt, aber die Leute haben Angst, und was sie für ihr Geld und gegen ihre Angst bekommen, ist eine weitere Zusatzversicherung, die bei Beitragsleistungen, wie sie einem normalen Arbeitnehmer möglich sind, nur die Angst dämpfen und nicht das Elend später und bloß jene Versicherungswirtschaft stärken, der (das ist kein Vorwurf, das ist eine Feststellung) an Rendite gelegen ist und nicht daran, daß man's im Alter schön hat, auch wenn man nicht Versicherungsdirektor gewesen ist. (Vor zwei Menschenaltern hatte man sagen dürfen, der Laden gehört Thyssen und Krupp, vor einem, er gehört Mercedes und der Deutschen Bank. Heute gehört er der Allianz.)

Das Leben, wissen wir, lebt nicht. An seinem Ende das Gegenteil zu beweisen wäre allein einer Gesellschaft möglich, die es erst gar nicht müßte.




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Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Bonjour, Marine Le Pen!

Bonjour, Marine Le Pen!

Das Potsdamer Treffen der AfD mit anderen extremen Rechten war selbst Ihnen zu heftig: Sie seien nie für eine »Remigration« in dem Sinne gewesen, dass Französinnen und Franzosen ihre Nationalität entzogen würde, selbst wenn die Einbürgerung unter fragwürdigen Bedingungen geschehen sei, meinten Sie und fügten hinzu: »Ich denke also, dass wir, wenn es denn so ist, eine krasse Meinungsverschiedenheit mit der AfD haben.«

Keine Ahnung, Le Pen, ob Sie mit dieser Haltung eine Chance aufs französische Präsidentenamt haben. Ministerpräsidentin von Thüringen würden Sie mit diesem Weichei-Schlingerkurs aber ganz sicher nicht!

Schon ein bisschen enttäuscht: Titanic

 Einfach mal kreativ sein, Rishi Sunak!

Der BBC sagten Sie: »Ich bin nicht sicher, ob sich die Leute so sehr für meine Ernährung interessieren, aber ich versuche, zu Beginn jeder Woche etwas zu fasten.« Wir glauben, dass Ihre Unsicherheit berechtigt ist: An Ihren Beliebtheitswerten kann man ablesen, dass sich das Interesse an Ihren Gewohnheiten in Grenzen hält.

Das ließe sich aber leicht ändern: Bei den ganzen verschiedenen Varianten wie TV-, Auto- und Plastikfasten gäbe es bestimmt auch für Sie etwas, durch das Sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit »eight days a week« auf sich zögen. Wie wäre es z. B. mit Abschiebungsfasten, Verbrennerverbotverzögerungsfasten oder Zweiteamtszeitfasten?

Nur dass Sie gerade beim Thema »Neuwahlen« dem Verzicht huldigen, sollten Sie nach Ansicht der Mehrheit Ihrer Landsleute schleunigst ändern. Zwischendurch kann man sich doch auch ruhig mal was gönnen, oder?

Mampft Ihre Scones mit Clotted Cream und reichlich Marmelade gleich mit: Titanic

 Moin, Hamburger Craft-Brauerei ÜberQuell!

Dein Firmenname zeugt ja bereits von überschäumender Wortspiellust, aber so richtig freidrehend auf die Kacke haust Du erst bei den Bezeichnungen Deiner einzelnen Biersorten: Die heißen nämlich zum Beispiel »Supadupa IPA«, »Palim Palim Pale Ale«, »Pille Palle Alkoholfreies Ale« oder sogar »Franzbrewtchen Imperial Pastry Brown Ale«. Auweia!

Gerade bei Letzterem, das außerhalb Hamburgs von vielen gar nicht zu entschlüsseln sein dürfte, mussten wir, obschon viel gewohnt, dann doch schlucken, weil uns allein der Name innerhalb von Sekunden pappsatt und sturzbetrunken machte. Er erschien uns einfach zu brewtal, fast schon brauenhaft! Auf Dein Bier haben wir dann lieber verzichtet.

Aus der Ausnüchterungszelle grüßt trotzdem: Titanic

 Dir, Tod,

gefiel es im Jahr 2010, im Abstand von einem Tag Bärbel Bohley (11. September) und Claude Chabrol (12. September) abzuberufen, worauf wir damals in unserer Online-Rubrik »Fakt vs. Frage« scharfsinnig spekulierten, als Nächstes treffe es nun wohl Dieter Dehm, Erhard Eppler und Frank Farian. Knapp daneben! Denn Frank Farian holtest Du erst dieses Jahr, am 23. Januar – nicht ohne vorher noch die Büchnerpreisträgerin Elke Erb (22. Januar) abzuräumen.

Und langsam durchschauen wir Dich, Gevatter: A darf leben, B und C müssen sterben; D darf leben, E und F müssen sterben …

Um es kurz zu machen: Gundula Gause ist, trotz ihres boulevardmedial großflächig breitgetretenen Schwächeanfalls vom Dezember (Bild: »total unnötig«, »hätte mich krankmelden sollen«), fürs Erste fein raus, während Heimatsänger Hansi Hinterseer und Malertochter Ida Immendorff sich lieber schon mal das letzte Hemd anziehen sollten. Stimmt’s?

Gruselt sich vor der Antwort: Titanic

 Na, na, na, welt.de!

»Warum ›Barbie‹ klüger ist als alle anderen nominierten Filme zusammen«, titeltest Du in Deinem Feuilleton bezüglich der diesjährigen Oscar-Kandidaten. Allein: Wir haben noch mal den Taschenrechner gezückt, und wenn man auch die Dokumentar-, Kurz- und Dokumentarkurzfilme berücksichtigt, sind alle anderen nominierten Filme zusammen exakt 1,76 Klugheitspunkte klüger als »Barbie«.

Welches Medium dümmer ist als alle anderen Medien zusammen, braucht hingegen nicht nachzurechnen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Nach Explosion in der Molkerei

Alles in Butter.

Loreen Bauer

 Lauf, Junge!

Die Ordner bei einem Fußballspiel würden sich wesentlich mehr Mühe geben, wenn sie bei der Jagd nach dem Flitzer auch nackt sein müssten.

Rick Nikolaizig

 Authentisch

Jedes Mal, wenn mir ein bekennender Feinschmecker erklären will, wie aufwendig ein echt italienisches Risotto zubereitet gehört, habe ich das Gefühl, es würde stundenlang um den heißen Brei herumgeredet!

Mark-Stefan Tietze

 Pandemisches Passionsspiel

Die Erfahrungen aus der Coronazeit wirken teils immer noch nach. So fragt man sich heute bei der Ostergeschichte: Hat Pontius Pilatus, als er seine Hände in Unschuld wusch, dabei zweimal »Happy Birthday« gesungen?

Jürgen Miedl

 Und das Brot erst!

Einen Krankenwagen rufen, ohne sich in Schulden zu stürzen, mehr Urlaubs- als Arbeitstage, Bier zum Frühstück: Deutschland ist toll. Mit solchen Takes können US-amerikanische Influencerinnen hierzulande natürlich punkten. Aber betreiben sie damit nicht einfach nur billiges Kraut-Pleasing?

Alexander Grupe

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
23.02.2024 Enger (bei Bielefeld), Impuls Thomas Gsella
27.02.2024 Bern, La Capella Max Goldt
27.02.2024 Bruneck, UFO Jugend- & Kulturzentrum Julia Mateus
27.02.2024 Wiesloch, Stadtbibliothek Ella Carina Werner