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Fabian Lichters Economy Class

Nach uns die Sintflut

Man gewöhnt sich ja an alles, selbst an die Irrationalität. Die wird mittlerweile auch schon so offen und unbefangen zur Schau getragen, dass es einen kaum noch wundert, wie sich eine planlose und destruktive Produktionsweise den Menschen doch schon zurechtgemodelt hat. So können Nachrichtensprecher und Journalisten dieses Landes anlässlich der jüngsten Hochwasser dann auch noch wie im Chor von "sintflutartigen Regenfällen" palavern und der Blödsinn hat dennoch sein Wahres, weil man zu großen Teilen eher bereit wäre, eine göttliche Strafe zu bejammern und qualvoll über sich ergehen zu lassen, als eine drohende menschengemachte Katastrophe endlich einmal ernsthaft anzugehen und vielleicht gar abzuwenden. Halleluja!

Ob nun der Klimawandel oder doch nur der Starkregen schuld war an der Zerstörung ganzer Ortschaften, das ist dann nämlich doch eine Frage, die viele gerne noch vorher geklärt wissen wollen. Als ob die Tendenz, dass Starkregen und Extremwetterlagen nachweislich zunehmen, nicht genügen würde, und dieses Entweder-oder schon allein deshalb nicht so ganz aufgehen mag. Und bei wem kopftechnisch schon längst Land unter ist, der sieht im Leid der Menschen, die Angehörige, Existenz und Heim verloren haben, in erster Linie die Gefahr, dass daraus noch ein paar Stimmen für die Grünen herauskommen könnten und warnt: Stoppt die Politisierung der Ereignisse.

Das ist nur konsequent, gibt man sich damit etwa im Hause Springer doch ganz frank und frei als das zu erkennen (nicht dass es weiterer Beweise bedurft hätte), was man ist; in der Polis des antiken Griechenlands galt derjenige, der sich partout aus den öffentlichen Angelegenheiten politischer und gesellschaftlicher Natur heraushielt und den Privatismus vorzog, bekanntlich als Idiot, und wer wollte in dem Falle widersprechen.

Dass heute durchaus beides geht, Politik treiben und ein Idiot sein, das beweist wiederum Armin "Arminion" Laschet und zeigt, was Demokratie 2021 so alles kann: nichts natürlich. Denn wenn Politik im Sehr-spät-Kapitalismus überhaupt noch eine grundlegende Funktion hat außer der Erhaltung der eigenen Machtpöstchen und dem Sichern des Weiter-so, dann wäre das ja selbst das Entpolitisieren aller gesellschaftlichen Widersprüche.

Dafür steht er, Kandidat Laschet, und grinst dumm aus der Wäsche, während die Deiche brechen. Manche Katastrophen laufen eben auf zwei Beinen herum. Und dank des irrwitzigen freien Spiels der Kräfte ist zumindest für eines mit Sicherheit gesorgt: dass für sie immer die Sonne scheint.




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Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Na, na, na, welt.de!

»Warum ›Barbie‹ klüger ist als alle anderen nominierten Filme zusammen«, titeltest Du in Deinem Feuilleton bezüglich der diesjährigen Oscar-Kandidaten. Allein: Wir haben noch mal den Taschenrechner gezückt, und wenn man auch die Dokumentar-, Kurz- und Dokumentarkurzfilme berücksichtigt, sind alle anderen nominierten Filme zusammen exakt 1,76 Klugheitspunkte klüger als »Barbie«.

Welches Medium dümmer ist als alle anderen Medien zusammen, braucht hingegen nicht nachzurechnen: Titanic

 Einfach mal kreativ sein, Rishi Sunak!

Der BBC sagten Sie: »Ich bin nicht sicher, ob sich die Leute so sehr für meine Ernährung interessieren, aber ich versuche, zu Beginn jeder Woche etwas zu fasten.« Wir glauben, dass Ihre Unsicherheit berechtigt ist: An Ihren Beliebtheitswerten kann man ablesen, dass sich das Interesse an Ihren Gewohnheiten in Grenzen hält.

Das ließe sich aber leicht ändern: Bei den ganzen verschiedenen Varianten wie TV-, Auto- und Plastikfasten gäbe es bestimmt auch für Sie etwas, durch das Sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit »eight days a week« auf sich zögen. Wie wäre es z. B. mit Abschiebungsfasten, Verbrennerverbotverzögerungsfasten oder Zweiteamtszeitfasten?

Nur dass Sie gerade beim Thema »Neuwahlen« dem Verzicht huldigen, sollten Sie nach Ansicht der Mehrheit Ihrer Landsleute schleunigst ändern. Zwischendurch kann man sich doch auch ruhig mal was gönnen, oder?

Mampft Ihre Scones mit Clotted Cream und reichlich Marmelade gleich mit: Titanic

 Dir, Tod,

gefiel es im Jahr 2010, im Abstand von einem Tag Bärbel Bohley (11. September) und Claude Chabrol (12. September) abzuberufen, worauf wir damals in unserer Online-Rubrik »Fakt vs. Frage« scharfsinnig spekulierten, als Nächstes treffe es nun wohl Dieter Dehm, Erhard Eppler und Frank Farian. Knapp daneben! Denn Frank Farian holtest Du erst dieses Jahr, am 23. Januar – nicht ohne vorher noch die Büchnerpreisträgerin Elke Erb (22. Januar) abzuräumen.

Und langsam durchschauen wir Dich, Gevatter: A darf leben, B und C müssen sterben; D darf leben, E und F müssen sterben …

Um es kurz zu machen: Gundula Gause ist, trotz ihres boulevardmedial großflächig breitgetretenen Schwächeanfalls vom Dezember (Bild: »total unnötig«, »hätte mich krankmelden sollen«), fürs Erste fein raus, während Heimatsänger Hansi Hinterseer und Malertochter Ida Immendorff sich lieber schon mal das letzte Hemd anziehen sollten. Stimmt’s?

Gruselt sich vor der Antwort: Titanic

 Bonjour, Marine Le Pen!

Bonjour, Marine Le Pen!

Das Potsdamer Treffen der AfD mit anderen extremen Rechten war selbst Ihnen zu heftig: Sie seien nie für eine »Remigration« in dem Sinne gewesen, dass Französinnen und Franzosen ihre Nationalität entzogen würde, selbst wenn die Einbürgerung unter fragwürdigen Bedingungen geschehen sei, meinten Sie und fügten hinzu: »Ich denke also, dass wir, wenn es denn so ist, eine krasse Meinungsverschiedenheit mit der AfD haben.«

Keine Ahnung, Le Pen, ob Sie mit dieser Haltung eine Chance aufs französische Präsidentenamt haben. Ministerpräsidentin von Thüringen würden Sie mit diesem Weichei-Schlingerkurs aber ganz sicher nicht!

Schon ein bisschen enttäuscht: Titanic

 Moin, Hamburger Craft-Brauerei ÜberQuell!

Dein Firmenname zeugt ja bereits von überschäumender Wortspiellust, aber so richtig freidrehend auf die Kacke haust Du erst bei den Bezeichnungen Deiner einzelnen Biersorten: Die heißen nämlich zum Beispiel »Supadupa IPA«, »Palim Palim Pale Ale«, »Pille Palle Alkoholfreies Ale« oder sogar »Franzbrewtchen Imperial Pastry Brown Ale«. Auweia!

Gerade bei Letzterem, das außerhalb Hamburgs von vielen gar nicht zu entschlüsseln sein dürfte, mussten wir, obschon viel gewohnt, dann doch schlucken, weil uns allein der Name innerhalb von Sekunden pappsatt und sturzbetrunken machte. Er erschien uns einfach zu brewtal, fast schon brauenhaft! Auf Dein Bier haben wir dann lieber verzichtet.

Aus der Ausnüchterungszelle grüßt trotzdem: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Pandemisches Passionsspiel

Die Erfahrungen aus der Coronazeit wirken teils immer noch nach. So fragt man sich heute bei der Ostergeschichte: Hat Pontius Pilatus, als er seine Hände in Unschuld wusch, dabei zweimal »Happy Birthday« gesungen?

Jürgen Miedl

 Lauf, Junge!

Die Ordner bei einem Fußballspiel würden sich wesentlich mehr Mühe geben, wenn sie bei der Jagd nach dem Flitzer auch nackt sein müssten.

Rick Nikolaizig

 Und das Brot erst!

Einen Krankenwagen rufen, ohne sich in Schulden zu stürzen, mehr Urlaubs- als Arbeitstage, Bier zum Frühstück: Deutschland ist toll. Mit solchen Takes können US-amerikanische Influencerinnen hierzulande natürlich punkten. Aber betreiben sie damit nicht einfach nur billiges Kraut-Pleasing?

Alexander Grupe

 Authentisch

Jedes Mal, wenn mir ein bekennender Feinschmecker erklären will, wie aufwendig ein echt italienisches Risotto zubereitet gehört, habe ich das Gefühl, es würde stundenlang um den heißen Brei herumgeredet!

Mark-Stefan Tietze

 Nach Explosion in der Molkerei

Alles in Butter.

Loreen Bauer

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
05.03.2024 Frankfurt am Main, Club Voltaire »TITANIC-Peak-Preview«
06.03.2024 Nürnberg, Bernsteinzimmer Thomas Gsella
06.03.2024 Köln, Volksbühne Martin Sonneborn
07.03.2024 Stuttgart, Merlin Cornelius W. M. Oettle