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Deutschland hat ein Müll-Problem

MEINUNG

Von Moritz Hürtgen
Chefredakteur

Warum derzeit alle spinnen, warum ich Polizisten nicht anspucke und warum Bedacht die Tugend der Freiheit ist. Ein Kommentar von TITANIC-Chefredakteur Moritz Hürtgen.

Yo, lieber Rezo, du hast blaue Haare und machst auf Youtube ... – Moment, das war der Text von letzter Woche. Verzeihen Sie bitte, liebe Leserinnen und Leser! Allora: Natürlich war es töricht vom Innenminister, eine Klage gegen jene Taz-Auto*~<in (haha, köstlich, ich mal wieder!) anzukündigen, der/ssen Name ich hier nicht nenne, weil ich ihn ohnehin falsch schreiben würde. Und natürlich wäre Seehofer mit der Anzeige vor Gericht nicht durchgekommen, die Kanzlerin hat ihn also umsonst davon abgehalten. Eigentlich war die ganze Nummer spätestens gestern vorüber, aber jetzt müssen Sie meinen Text hier eben auch noch zu Ende lesen.

Was bringt Menschen dazu, eine ganze Berufsgruppe, die Polizei, als Müll zu bezeichnen? Der skandalöse Text erschien quasi aus dem Nichts, die Nachrichtenlage der vergangenen zehn Jahre liefert keine Erklärung, keinen Anlass, keinen Zusammenhang. Warum also? Die Antwort lautet: Identitätspolitik. Diese entstand vor kurzem in den geheimen Twitter-Chaträumen amerikanischer Elite-Universitäten und verdirbt nun unsere Jugend. Auf den Schulhöfen wird sie per Bluetooth gehandelt und macht die Kids kirre. Mehr muss man eigentlich nicht wissen.

Müssen wir uns nun aber Sorgen machen? Wird die Identitätspolitik unserer westlichen Kultur den Untergang bringen? Wer die Kommentare in Blättern wie der FAZ, der »Welt« und der Werte-Taz liest, bekommt es vielleicht mit der Angst zu tun. Ich aber sage: ach was! It‘s only a phase, the kids are alright. Lassen Sie sich nicht von alternden Journalisten mit Elternbeirats-Mindset und Bedenkeritis anstecken. Die müssen zum Glück bald alle in Rente.

Wenn mich etwas auf die Palme bringt, dann Leute, die sich in vorgeblich besonnenen Artikeln aufregen und maßlos übertreiben. Es ist doch ganz einfach: Wenn ich einen Polizisten sehe, spucke ich ihn nicht an, sondern nur vor ihm aus. Wenn in der Taz ausnahmsweise mal ein unterhaltsamer Artikel erscheint, gebe und gönne ich Likes und Faves. Und wenn ich am Ende des Textes nicht den Bogen zur Überschrift spannen kann, leiste ich mir diese Freiheit, weil ich als Chefredakteur ohne Kontrollinstanz jeden Quatsch auf unsere Website schreiben darf.

Herzlichst
Ihr Moritz C. Hürtgen

Kategorie: Meinung



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Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Mmmmh, Thomas de Maizière,

Mmmmh, Thomas de Maizière,

über den Beschluss der CDU vom Dezember 2018, nicht mit der Linkspartei oder der AfD zusammenzuarbeiten, an dem Sie selbst mitgewirkt hatten, sagten Sie bei Caren Miosga: »Mit einem Abgrenzungsbeschluss gegen zwei Parteien ist keine Gleichsetzung verbunden! Wenn ich Eisbein nicht mag und Kohlroulade nicht mag, dann sind doch nicht Eisbein und Kohlroulade dasselbe!«

Danke für diese Veranschaulichung, de Maizière, ohne die wir die vorausgegangene Aussage sicher nicht verstanden hätten! Aber wenn Sie schon Parteien mit Essen vergleichen, welches der beiden deutschen Traditionsgerichte ist dann die AfD und welches die Linke? Sollte Letztere nicht eher – zumindest in den urbanen Zentren – ein Sellerieschnitzel oder eine »Beyond Kohlroulade«-Kohlroulade sein? Und wenn das die Alternative zu einem deftigen Eisbein ist – was speist man bei Ihnen in der vermeintlichen Mitte dann wohl lieber?

Guten Appo!

Wünscht Titanic

 Ciao, Luisa Neubauer!

»Massendemonstrationen sind kein Pizza-Lieferant«, lasen wir in Ihrem Gastartikel auf Zeit online. »Man wird nicht einmal laut und bekommt alles, was man will.«

Was bei uns massenhaft Fragen aufwirft. Etwa die, wie Sie eigentlich Pizza bestellen. Oder was Sie von einem Pizzalieferanten noch »alles« wollen außer – nun ja – Pizza. Ganz zu schweigen von der Frage, wer in Ihrem Bild denn nun eigentlich etwas bestellt und wer etwas liefert bzw. eben gerade nicht. Sicher, in der Masse kann man schon mal den Überblick verlieren. Aber kann es sein, dass Ihre Aussage einfach mindestens vierfacher Käse ist?

Fragt hungrig: Titanic

 Ziemlich beunruhigt, Benjamin Jendro,

lässt uns Ihr vielzitiertes Statement zur Verhaftung des ehemaligen RAF-Mitglieds Daniela Klette zurück. Zu dem beeindruckenden Ermittlungserfolg erklärten Sie als Sprecher der Gewerkschaft der Polizei: »Dass sich die Gesuchte in Kreuzberg aufhielt, ist ein weiterer Beleg dafür, dass Berlin nach wie vor eine Hochburg für eine gut vernetzte, bundesweit und global agierende linksextreme Szene ist.«

Auch wir, Jendro, erkennen die Zeichen der Zeit. Spätestens seit die linken Schreihälse zu Hunderttausenden auf die Straße gehen, ist klar: Die bolschewistische Weltrevolution steht im Grunde kurz bevor. Umso wichtiger also, dass Ihre Kolleg/innen dagegenhalten und sich ihrerseits fleißig in Chatgruppen mit Gleichgesinnten vernetzen.

Bei diesem Gedanken schon zuversichtlicher: Titanic

 Lustiger Zufall, »Tagesspiegel«!

»Bett, Bücher, Bargeld – wie es in der Kreuzberger Wohnung von Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette aussah«. Mit dieser Schlagzeile überschreibst Du Deine Homestory aus Berlin. Ha, exakt so sieht es in unseren Wohnungen auch aus! Komm doch gern mal vorbei und schreib drüber. Aber bitte nicht vorher die Polizei vorbeischicken!

Dankend: Titanic

 Boah ey, Natur!

»Mit der Anpflanzung von Bäumen im großen Stil soll das Klima geschützt werden«, schreibt der Spiegel. »Jetzt zeigen drei Wissenschaftlerinnen in einer Studie: Die Projekte können unter Umständen mehr schaden als nützen.« Konkret sei das Ökosystem Savanne von der Aufforstung bedroht. Mal ganz unverblümt gefragt: Kann es sein, liebe Natur, dass man es Dir einfach nicht recht machen kann? Wir Menschen bemühen uns hier wirklich um Dich, Du Diva, und am Ende ist es doch wieder falsch!

Wird mit Dir einfach nicht grün: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Neulich

erwartete ich in der Zeit unter dem Titel »Glückwunsch, Braunlage!« eigentlich eine Ode auf den beschaulichen Luftkurort im Oberharz. Die kam aber nicht. Kein Wunder, wenn die Überschrift des Artikels eigentlich »Glückwunsch, Braunalge!« lautet!

Axel Schwacke

 Treffer, versenkt

Neulich Jugendliche in der U-Bahn belauscht, Diskussion und gegenseitiges Überbieten in der Frage, wer von ihnen einen gemeinsamen Kumpel am längsten kennt, Siegerin: etwa 15jähriges Mädchen, Zitat: »Ey, ich kenn den schon, seit ich mir in die Hosen scheiße!«

Julia Mateus

 Teigiger Selfcaretipp

Wenn du etwas wirklich liebst, lass es gehen. Zum Beispiel dich selbst.

Sebastian Maschuw

 No pain, no gain

Wem platte Motivationssprüche helfen, der soll mit ihnen glücklich werden. »There ain’t no lift to the top« in meinem Fitnessstudio zu lesen, das sich im ersten Stock befindet und trotzdem nur per Fahrstuhl zu erreichen ist, ist aber wirklich zu viel.

Karl Franz

 Dünnes Eis

Zwei Männer in Funktionsjacken draußen vor den Gemüsestiegen des türkischen Supermarkts. Der eine zeigt auf die Peperoni und kichert: »Hähä, willst du die nicht kaufen?« Der andere, begeistert: »Ja, hähä! Wenn der Esel dich juckt – oder nee, wie heißt noch mal der Spruch?«

Mark-Stefan Tietze

Vermischtes

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Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
24.04.2024 Trier, Tuchfabrik Max Goldt
25.04.2024 Köln, Comedia Max Goldt
27.04.2024 Schwerin, Zenit Martin Sonneborn mit Sibylle Berg
28.04.2024 Lübeck, Kolosseum Martin Sonneborn mit Sibylle Berg