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Meditation und Markt mit Dax Werner

Zwei Geschichten von dir

Liebe Leser_innen,

sicher habt ihr es schon mitbekommen: Die große Koalition hat in Sachen Rassismus-Studie in der Polizei nach Monaten endlich zu einem Kompromiss gefunden. Dafür zuallererst einmal herzlichen Glückwunsch von mir!

Gemeinsam mit der Bundeskanzlerin Fr. Dr. Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) verhandelte Vizekanzler Olaf Scholz von der SPD einen goldenen Kompromiss und zeigte einmal mehr, wie vernünftige Sachpolitik jenseits ideologischer Gräben im Jahr 2020 auszusehen hat. Statt einer expliziten Studie über den in der Polizei verbreiteten Rassismus wird nun untersucht, welche Erfahrungen von Hass und Gewalt von Polizisten selbst gemacht werden. Auch wenn das genau genommen gar nichts mehr mit der ursprünglichen Forderung zu tun hat. Sei's drum, das Politikgeschäft ist mitunter ein ziemlich undankbares Spiel, nicht immer ist auf der großen Berliner Politbühne Platz für die kühle hanseatische Politik mit Augenmaß.

Während sich in den sozialen Netzwerken – wobei genau genommen manchmal von "sozial" gar nicht mehr die Rede sein kann … – gerade mal wieder ein Shitstorm gegen die GroKo und die SPD formiert, möchte ich zwei kleine Anekdoten über Olaf Scholz erzählen, die euch vielleicht helfen, diesen politischen Ausnahmekönner ein paar Mü mehr verstehen zu können.

Die erste Anekdote wurde mir aus Frankfurt erzählt. Ein vermögendes Banker-Ehepaar interessierte sich für eine Immobilie in der Stadt, jedoch hielten sie den veranschlagten Preis für zu teuer. Also baten sie Olaf Scholz um einen Kompromiss. Olaf Scholz antwortete: "Ich denke mal laut nach: Was wäre, wenn das Hamburger Finanzamt die Millionenforderung gegen euch ganz einfach verjähren lässt? Oder, noch besser: Was wäre, wenn wir das Objekt einfach zusammen klauen?"

Ein anderer Fall stammt aus dem Jahr 2007 oder 2008. Ein extrem sowohl in Deutschrap als auch Politik involvierter Student möchte im Master-Studiengang Literaturwissenschaft seine Abschlussarbeit unbedingt über "Rap und Politik" verfassen, an der Uni Hamburg hat jedoch keine Professorin und kein Professor Lust, diese Arbeit zu betreuen. Olaf Scholz wird zu Hilfe gerufen, sein Kompromiss: Der Mann bricht sein Studium komplett ab und beginnt eine Ausbildung zum Mechatroniker in Köln.

Nur zwei kleine Anekdoten, die, wie ich finde, eine ganze Menge über den Olaf Scholz hinter dem Olaf Scholz erzählen. Sie zeichnen das Bild eines Möglichmachers, eines Über-den-Tellerrand-Denkers, Scholz als jemanden, der es zustande bringt, die unterschiedlichsten Interessen irgendwie miteinander zu vereinen.

Ein Ausgleicher und Versöhner, wie ihn dieses unsere Land womöglich schneller brauchen wird, als wir uns gerade noch vorstellen können.

In diesem Sinne

euer: Dax Werner

Kategorie: Meinung



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Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Bitte bedenke, »Tagesspiegel«,

dass nicht jeder, der Dich am Morgen liest, seine Auffassungsgabe schon mit Hilfe von Kaffee stimuliert hat. Und dann sind Überschriften wie diese einfach zu hoch: »Nicht einmal jeder Zwanzigste nutzt kein Internet.«

Nach dem ersten Kaffee und der Lektüre des Artikels wussten wir aber, was Du zu sagen versuchtest: 3,6 Prozent der Menschen in Deutschland verzichten aufs Internet. Deine Überschrift war also gleichermaßen verquer wie unpräzise, denn genau genommen heißt das ja: Noch nicht einmal jeder Fünfundzwanzigste nutzt kein Internet. Aber egal, denn den Text haben ja nicht allzu viele Menschen gelesen. Oder wie Du eine Auflage von knapp 100 000 in Worte fassen würdest: Nicht ganz jeder Deutsche nutzt keinen Tagesspiegel.

Gelegentlich schwer von Kapee: Deine Titanic

 Muss das sein, Kebabhäuser?

»Preis-Explosion beim Döner« (Tagesspiegel) – als würde man sich nicht schon genug einsauen beim Dönerverzehr!

Besucht Euch natürlich trotzdem: Titanic

 Warum, Heroin Chic?

Du hättest Dir einen schönen Lebensabend machen können, aber nein, Du wolltest es anders! Und so sehen wir nun im Jahre 2022 das Comeback extrem ausgemergelter Körper, sich abzeichnender Knochen, blasser Haut und dunkler Augenringe. In den Neunzigern hast Du als Modetrend Erfolge gefeiert, hingst mit Kate Moss ab, danach gingst Du in Rente.

Doch auch bei Dir scheint der monatliche staatliche Rentenobulus nicht allzu hoch zu sein. Warum sonst bist Du jetzt wieder zurück? Aus Spaß an der Freude kann’s wohl nicht sein. Sonst würde irgendeines Deiner Models ja mal lachen. Oder hast Du die Millionen verprasst? Dich mit Telekom-Aktien verzockt? Dir eine Luxuszucht Zwergspitze zugelegt, die jetzt nicht mehr zu vermitteln ist? Heroin Chic, mach nicht denselben Fehler wie Thomas Gottschalk! Deine Zeit ist vorbei. Der kalorienfreie Drops gelutscht. Entspann Dich.

Empfehlen Dir Deine Hot-Stone-Masseur/innen von Titanic

 Guten Appetit, Nachhaltigkeitswebsite »Utopia«!

Du schreibst, Haselnüsse seien gesund und schmeckten gut, hätten aber auch eine »dunkle Seite«. Da wollten wir mal nachfragen: Was werden denn bei Dir so für Haselnüsse gegessen? Denn bei uns sind die meistens von allen Seiten dunkel!

Kann diese harte Nuss nicht knacken:

Deine Titanic

 Sie, Markus Ferber (CSU),

Sie, Markus Ferber (CSU),

sind Mitglied des Europäischen Parlaments und schreiben zum Wechsel der Blackrock-Managerin Elga Bartsch ins deutsche Wirtschaftsministerium: »Die Grünen sind sonst immer die ersten, die Interessenkonflikte kritisieren – hier werden beide Augen zugedrückt und dem Großkapital der rote Teppich ausgerollt.«

Das verdammte Großkapital hat in der Politik nichts zu suchen, da haben Sie völlig recht! Aber wie würden Sie als Unionsmitglied wohl erst reagieren, wenn die Grünen, sagen wir mal, den Aufsichtsratsvorsitzenden von Blackrock zum Parteichef gemacht hätten?

Fragen sich die Merzianer von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Lief richtig gut

Mein erstes Natursekt-Erlebnis war so überwältigend – ich hatte Pipi in den Augen!

Andreas Maier

 Spur des Erfolgs

Ramengenähte Schuhe sind unter Neureichen sehr angesagt; ich hatte mir kürzlich in einem erstaunlichen Anfall von Luxuslaune welche zugelegt. Aber ich warne euch, Leute: Da suppt es ganz schön raus, und sie sind letztlich die ganze Brühe nicht wert.

Mark-Stefan Tietze

 Hochzeitsverplaner

Ein gut gemeinter Rat, wenn Sie noch nach einem schönen Spruch für das Gästebuch bei einer Hochzeit suchen: »Super Party, gerne wieder« kommt nicht so gut an.

Loreen Bauer

 In Frankreich gelernt:

Die große Kunst im Marketing lokal produzierter Kulinarik ist, frische Butter-Croissants so zu fotografieren, dass sie nicht wie Stielwarzen aussehen.

Theobald Fuchs

 Eine Naturburschin

Ich liebe die Flora und Fauna, und damit meine ich meine 3,99€-Zimmerpflanzen von Aldi und eine inzwischen nicht zu vernachlässigende Anzahl an Trauermücken in meiner Wohnung.

Melanie Manthey

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 10.01.: "Der Teufel vom Dachboden" – Eine persönliche Pardon-Geschichte in der Jungen Welt von Christian Y. Schmidt.
  • 13.12.:

    Anlässlich des 85. Geburtstages Robert Gernhardts erinnert Christian Y. Schmidt in der Jungen Welt an den Satiriker und Vermieter.

  • 26.10.:

    Chefredakteurin Julia Mateus spricht über ihren neuen Posten im Deutschlandfunk, definiert für die Berliner-Zeitung ein letztes Mal den Satirebegriff und gibt Auskunft über ihre Ziele bei WDR5 (Audio). 

  • 26.10.:

    Julia Mateus erklärt dem Tagesspiegel, was Satire darf, schildert bei kress.de ihre Arbeitsweise als Chefredakteurin und berichtet der jungen Welt ein allerletztes Mal, was Satire darf. 

  • 26.10.:

    Ex-Chef-Schinder Moritz Hürtgen wird von Knut Cordsen für die Hessenschau über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" interviewt (Video) und liest auf der TAZ-Bühne der Buchmesse Frankfurt aus seiner viel gelobten Schauergeschichte vor (Video). 

Titanic unterwegs
29.01.2023 Hagen im Bremischen, Burg zu Hagen Miriam Wurster: »Gute Manieren«
01.02.2023 Berlin, Pfefferberg Theater Hauck & Bauer, Schilling & Blum und Hannes Richert
02.02.2023 Halle, Objekt 5 Max Goldt
02.02.2023 Nürnberg, Z-Bau Moritz Hürtgen