[12.03.2016]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen Vorort-Reportage: Crystal Meth, die schwulste Droge der Welt

Von unserem Reporter Valentin Witt

Abends, wenn normale Menschen sich auf den Weg ins Bett machen, wird der Nollendorfkiez erst so richtig warm. Hier, wo kürzlich Volker Beck verhaftet wurde, sieht man sie umherschleichen mit ihren Ledermützen, Netzhemden und Hotpants: die homosexuellen Männer Berlins auf der Suche nach Sex und Crystal Meth, den Schwulendrogen Nummer eins und zwei. Vorbei sind die Zeiten, als Händchenhalten im Park und das Tragen von Frauenwäsche die größten Kicks der Hundertfünfundsiebziger waren. Inzwischen geht es in der "Queer-Scene" nur noch um den Mix aus Sex und Meth, Chem-Sex genannt. Meist finden sich größere Gruppen zusammen und sind dann das ganze Wochenende auf Droge und anderen Männern. Was bringt Menschen dazu, über Tage hinweg Orgien zu feiern, ohne daß auch nur eine Frau dabei ist? Die Antwort: Crystal Meth. Danny, der eigentlich anders heißen möchte, war schon auf vielen dieser Partys. "Das geht ganz schnell", sagt er. "Du meldest dich in dubiosen Netzwerken an und schreibst 'SUCHE TINA UND KNICKKNACK' in dein Profil, schon hast du ein paar zwielichtige Typen an den Backen, an jeder einen." "Tina", so heißt der Stoff im Gay-Slang, um die Polizei zu verwirren. Ein zynischer Spaß, wenn man bedenkt, daß Frauen mit den toxischen Kristallen wenig am Dutt haben – sind doch meist homosexuelle Männer die Konsumenten. Und wer einmal angefangen hat, will immer mehr von dem Chem-Cock-Cocktail, hat nur noch schwitzende Männerleiber im Kopf, die sich auf einem Höllentrip gegenseitig zu Kleinholz rammeln. Dinge, die man sich nicht einmal vorstellen will, aber leider trotzdem immer wieder muß, wenn man sich Tina einmal reingepfiffen hat oder darüber schreibt. Denn was kaum bekannt ist: Homosexuelle fahren nicht nur auf Methamphetamin ab wie die Tucken auf Tina, die Droge macht überhaupt erst schwul. Danny z.B. war bis vor einem Jahr ein ganz normaler Familienvater mit Eigenheim in Hannover, Pick-up-Truck, Grillführerschein und Motorsägenfetisch, doch dann spritzte ihm beim Einkauf im Baumarkt heimlich jemand von hinten flüssiges Meth in den Po. "Zunächst wußte ich gar nicht, was mit mir los war", berichtet Danny. "Erst als ich aus dem Geschäft geworfen wurde, weil ich anfing, mich an den umstehenden Männern zu reiben, und anschließend einen Account bei Grindr eröffnete, schwante mir Geiles. Haus, Frau, Kinder und den ganzen Plunder habe ich natürlich sofort versetzt, bin mit acht Junkies in eine Berliner Altbauwohnung gezogen." Das einzige, woran er sich seitdem erinnert, ist Homo-Verkehr auf Hitler-Speed. Ein Schicksal unter vielen, könnte man meinen. Und doch ist es typisch für einen Mann, der von der Teufelsdroge besessen Sex mit anderen Männern hat. Für all jene Herren links (aber auch rechts) der Spree, die sich täglich nach 22 Uhr im Nollendorfkiez ihre Dosis Rauschgift holen und dann wie die Bestien übereinander herfallen und Höhepunkte erleben, von denen wir geifernden Schlüssel- und Polochjournalisten ein Leben lang träumen werden. Im Nollendorfkiez liegt indes weiter der Geruch von Crystalrauch und Männersexschweiß in der Luft, doch plötzlich kühlt es spürbar ab: Die Sonne geht auf.




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Das schreiben die anderen
Titanic unterwegs
13.08.2016 Eschwege, Open Flair (Kleinkunstzelt)
  Oliver Maria Schmitt, Bernd Gieseking, Frank Goose
14.08.2016 Frankfurt, Elfer
  Mark-Stefan Tietze
18.08.2016 Berlin, Das ERNST
  »Das Herz in der Hose«
26.08.2016 Klütz, Literaturhaus Uwe Johnson
  Gerhard Henschel

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Briefe an die Leser

 Tja, Alan Posener,

das ist jetzt mal dumm gelaufen, was? Da haben Sie in der Welt einen langen Riemen über die »verzogenen Bürgerkinder« geschrieben, die in der inzwischen bundesweit bekannten Rigaer Straße 94 in Berlin-Friedrichshain seit Jahren herumlungern. In Ihrer Suada beschränkten Sie sich nicht auf die autonomen Wirrköpfe selbst, sondern rechneten auch grimmig ab mit dem »Berliner Bürgertum, wo es zum guten Ton gehört, sich abfällig über Innensenator Frank Henkel (CDU) zu äußern, der beschlossen hat, der Rechtsstaat müsse endlich Flagge zeigen und die Umbauarbeiten in der Rigaer Straße schützen, koste es, was es wolle.«

Und dann stellt genau drei Tage später das Berliner Landgericht fest, daß eben diese Umbauarbeiten bislang illegal waren, weil der Vermieter nicht einmal einen Räumungstitel vorgelegt hatte. Die Räumung der Bude aber hatte er sich dennoch von Senator Henkel mit geschlagenen 300 Polizisten absichern lassen, die mithin also eine Bande von Einbrechern auf frischer Tat beschützt hat. Da hat der Rechtsstaat ja aber mal richtig schön Flagge gezeigt. Nämlich genau so, wie Leute wie Sie, Posener, das immer schon am liebsten haben, nicht wahr?

Denken jedenfalls die verzogenen Bürgerkinder von Titanic

 Politologe Bernhard Weßels!

Den Wahlausgang des Brexit-Referendums mit dem Abstimmungsergebnis von 51,9 Prozent für die EU-Gegner interpretierten Sie für Spon so: »Das Problem beim Votum: Es gibt in Wahrheit keine echte Mehrheit für den Brexit. Denn von den 92 Prozent der Wahlberechtigten, die sich für das Referendum registrieren ließen, haben nur 70 Prozent abgestimmt. Für eine positive Mehrheit aller britischen Wahlberechtigten aber hätten von ihnen 75 Prozent pro Brexit stimmen müssen – statt wie geschehen 52 Prozent. Ich halte das Ergebnis deshalb eigentlich nicht für belastbar.«

Haben wir’s doch schon immer geahnt! Und wenn Sie jetzt noch unseren früheren Mathelehrern weismachen, daß die damaligen, knapp mehrheitlichen Unterrichtsergebnisse wie 2+2=4 oder a²+b²=c² eigentlich nicht belastbar sind, weil 22 Prozent der Klasse sich mit einer »I don’t give a fuck!«-Einstellung geweigert hatten, die Aufgaben überhaupt zu lösen, hätten Sie zumindest in der Redaktion eine echte Mehrheit (75 Prozent) für Ihre Wahlanalyse.

Mit kollegialen Grüßen: Ihre Vermutungswissenschaftler von Titanic

 Mensch, Ikea!

Du siehst Dich genötigt, in Nordamerika 29 Millionen Kommoden zurückzurufen, die offenbar immer wieder Kinder unter sich begraben haben. Dabei hattest Du mit dem Namen »Malm« doch akkurat angekündigt, was von diesen Möbeln zu erwarten ist! Sicherlich verstehst Du deshalb, daß wir als verantwortungsbewußte Verbraucher künftig von einigen Deiner Produkte lieber die Finger lassen, vor allem dem Drehstuhl »Torkel«, den Kleiderbügeln »Bumerang« sowie dem Zeitschriftensammler »Knuff«. Und auch die Schuhablage »Lustifik« ist uns nicht ganz geheuer!

Gruß auf den Holzweg: Titanic

 Sie, letztlich torlos gebliebener Thomas Müller,

erklärten uns: »Tore sind nicht mein Benzin, eher der Lack auf dem Auto, der Speziallack, der nach außen gut aussieht… Mein Benzin ist mein Antrieb nach Erfolg.«

Einverstanden, Müller. Aber wäre es denn nicht möglich, daß Sie in Wahrheit gar nicht mit Benzin, sondern mit Diesel betrieben werden müssen? Sehen Sie doch mal am Tankdeckel nach!

Raten Ihnen herzlich Ihre Tankwarte von der Titanic

 Es leuchtet, Ingeborg Pils,

schon ein, daß gerade Sie ein Buch mit dem Titel »Deutsche Biere« geschrieben haben. Aber ohne Vorwort von Bild-Büchse Donata Hopfen oder wenigstens Tagesspiegel-Flasche Sebastian Leber bleibt die Pointe einfach zu trocken.

Hat heute leider keine Tulpe für Sie: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Coming-out

Als ich neulich bei Edeka vor dem Wurstregal stand und mich aus Geldknappheit für Gut-&-Günstig-Salami statt für Bio-Aufschnitt des ungarischen Mangalitza-Wollschweins entscheiden mußte, wurde mir klar: Ich bin transfinanziell. Ein reicher Mann, gefangen im Körper eines armen Studenten.

Ernst Jordan

 Werbeslogan zu Ende gedacht

Backen ist Liebe, Braten ist Leidenschaft, Dampfgaren ist Gleichgültigkeit, Dünsten ist Haß.

Julia Mateus

 Richtigstellung

Schon lange möchte ich die allgemeine Lebensweisheit korrigieren, nach der es die kleinen Dinge sind, die das Leben erst schön machen. Es sind nämlich ebenso die kleinen Dinge, die das Leben auch richtig zur Hölle machen können: kneifende Unterhosen, Pop-up-Fenster, im Automat feststeckende Getränkedosen, Mückensummen beim Einschlafen etc. Denken Sie bitte weiter darüber nach.

Leonard Riegel

 Dreieckshoroskopisches

Astrologie ist eine höchst subjektive Angelegenheit. Die Ansicht zum Beispiel, daß Stier und Skorpion sich aufs vorzüglichste ergänzen, teilen meine Frau (Stier) und meine Geliebte (Skorpion) auf keinen Fall. Ich hingegen schon.

Karsten Wollny

 Selbstverwirklichung

Wenn einer ein Trottel ist, gebe ich ihm die Chance, es zu zeigen. Das gilt auch und in erster Linie für mich selbst.

Tibor Rácskai