[28.02.2016]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Supergefährlich

Was glaubt eigentlich Sigmar Gabriel so den lieben langen Tag? Im Zweiten Deutschen Fernsehen, von Adenauer ja einst als „Deutschlandsender“ projektiert, glaubte er laut Tagesschau.de dies: „Er glaube, ,daß wir eigentlich ein neues Solidaritätsprojekt für unsere eigene Bevölkerung brauchen’, sagte Gabriel in der ZDF-Sendung ,Maybrit Illner’. Die Menschen müßten merken, ,daß ihre Bedürfnisse nicht unter die Räder geraten’. Es müsse mehr Geld für sozialen Wohnungsbau und mehr Kita-Plätze ,für alle’ geben, sagte Gabriel. Außerdem müßten geringe Renten aufgestockt werden. ,Das ist konkrete Politik in Deutschland, die sich ändern muß.’“

Und was glaubt die politische Journalistin Constanze v. Bullion? In ihrer SZ, wo sie den Pfarrer Gauck für sein Eintreten wider die unselige Negerfeindschaft lobt und über die „dünne Kruste, die über das Nachwende-Deutschland gewachsen ist“, räsoniert, z.B. das: „Der Umgang mit Minderheiten sei im Kommunismus eben nicht geübt worden wie im Westen, sagt Gauck. Das stimmt, aber es reicht nicht. Es ist auch darüber zu reden“, ich muß das, Entschuldigung, hervorheben, „wie gründlich der Realsozialismus jeden Glauben ans Soziale zerstört hat, an die beglückende Kraft des Teilens, den Schutz Schwächerer durchs Kollektiv. Solche Werte, ausgerechnet, wurden vom SED-Staat verhöhnt“.

Denn die beglückende Kraft des Teilens, die ist allein im minderheitenerprobten Westen (vgl. Wikipedia, „Liste von Angriffen auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland“) zuhaus, wo sie Sigmar Gabriel (Goslar) als das Glück ventiliert, Solidarität als völkische zu erleben. Seit 1977 ist Sigmar Gabriel in der SPD, seit 2009 Vorsitzender jener Partei, die mit den Hartz-Gesetzen dafür gesorgt hat, daß in Deutschland soziale Bedürfnisse planmäßig unter die Räder genommen werden, und diese planierten oder in Planierung befindlichen Sozialschutzgebiete werden jetzt gegen die Artfremden ausgespielt, die nämlich alles bekommen, während die anständigen Deutschen gar nichts kriegen.

„Ich möchte mit manchen Menschen nicht den Bürgersteig teilen, und Sigmar Gabriel gehört dazu.“ Max Uthoff, 2015

Und wer hat schuld? Die SPD, dem Standort Deutschland immer treu ergeben? I wo. Die Flüchtlinge und Asylanten, denen es hinten und vorne hineingestopft wird? Unbedingt: „Für die macht ihr alles, für uns macht ihr nichts“, das hört Gabriel nach eigener Aussage überall, und dieser Satz sei „supergefährlich“. Ist er wirklich, denn Faschismus ist, wenn Kleinbürger ihr Zukurzkommen statt auf die Gesetze der Kapitalverwertung auf irgendwelche Minderheiten schieben. Supergefährlich ist es mithin, wenn eine Sozialdemokratische Partei Deutschlands, statt von früh bis spät und coûte que coûte für Rentner, Mütter, Arbeiter einzutreten, sich dieser längst in Vergessenheit geratenen Generalaufgabe zuverlässig und spätestens dann erinnert, wenn man vor Landtagswahlen Stimmen von Kleinbürgern abgreifen will, die ihr Zukurzkommen supergefährlicherweise Leuten in Rechnung stellen, die im Leben noch sehr viel kürzer gekommen sind.

Daß die Volksgenossen in dieser wunderbar nationalen Stimmung („Asylpaket II“) dann ganz konkret zur Supergefährlichkeit neigen, schiebt unsere linksliberale, dem Standort Deutschland ebenso treu ergebene Qualitätspresse dann vorsorglich auf einen Sozialismus, der, statt wie üblich die Menschen brutal dem gleichmacherischen Kollektiv zu unterwerfen, neuerdings den Glauben ans Teilen verhöhnt (!), und wieder stimmt das Wort des völkischen Antibolschewisten Goebbels: daß nämlich die unverschämtesten Flunkereien am ehesten geglaubt werden.

Und eben die sind die supergefährlichsten. Wer nicht gerade Sigmar Gabriel, Constanze v. Bullion oder sonst eine korrupte Figur ist, weiß das.




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Das schreiben die anderen
  • 26.09.:

    Bei Arte im Portrait: Ex-TITANIC-Chef und PARTEI-EU-Abgeordneter Martin Sonneborn.

  • 18.09.:

    Mark-Stefan Tietze in der Taz über den Niedergang der deutschen Plastiktüten-Manufakturen.

  • 15.09.:

    PARTEI-Führer Martin Sonneborn hält im Europaparlament eine gefeierte Rede zum "State of da Union".

  • 14.09.:

    Die Frankfurter Neue Presse gratuliert Eckhard Henscheid zum 75. TITANIC schließt sich an.

  • 14.09.:

    Oliver Maria Schmitt in der FAS über Liebesschrott an Brücken.

Titanic unterwegs
01.10.2016 Wiedensahl, Wilhelm-Busch-Geburtshaus
  »Hans Traxler – Wilhelm-Busch-Preisträger 2015«
01.10.2016 Berlin, Das ERNST
  Hauck & Bauer
03.10.2016 Hamburg, Akademie der Künste
  Gerhard Henschel, Olli Dittrich, Gregor Gysi, u.a.
03.10.2016 Hannover, Cumberlandsche Galerie
  Mark-Stefan Tietze

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Briefe an die Leser

 »Süddeutsche Zeitung«!

In Deinem Portrait des Fußballers Mario Gomez schreibst Du: »Ausgerechnet der Ort, an dem Gomez wieder zu Sicherheit in seinem Spiel gefunden hat, ist zu einem der unsichersten des Planeten geworden.«

Ei was, Süddeutsche! Da halten die Militärputscher von Istanbul nicht vorher inne, schlagen sich die flachen Hände gegen die Putschistenstirn und rufen: »Halt! Der Ort, an dem Mario Gomez wieder zu Sicherheit im Spiel gefunden hat, muß einer der sichersten des Planeten bleiben. Nur so kann Marios Sicherheit im Spiel stetig ansteigen, und gegenüber Marios Sicherheit im Spiel sind unsere Putschwünsche lächerlich unbedeutend und nachrangig, und wir wollen unseren Aufstand verschieben oder überhaupt nie mehr an ihn denken«!? Sind halt extrem ichbezogen und rücksichtsarm, diese Umstürzler.

Findet ausgerechnet: Titanic

 Prost, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU)!

Laut Medienberichten wollen Sie das Alkohol-Interlock-System einführen, sprich: eine Wegfahrsperre für Alkoholsünder. Hervorragende Idee! Es bleiben allerdings ein paar Fragen offen. Zum Beispiel: Wieso nicht erst mal ein Test mit einem Alkohol-Interlock-System für Ausländer? Wann kommt endlich das Interlock-System für Ihr Brillenetui? Und vor allem: Wie sollen die Deutschen, speziell die mit CSU-Parteiausweis, denn künftig Auto fahren?

Hicks! Titanic

 Buon giorno, Bischof Domenico Pompili!

Bei der Trauerfeier für die Erdbebenopfer im italienischen Amatrice mahnten Sie in Ihrer sicherlich tief bewegenden Predigt: »Gott darf nicht zum Sündenbock werden.« Leider blieben Sie die Antwort auf die Frage schuldig, wer, wenn nicht der per definitionem Allmächtige, denn sonst verantwortlich zu machen sei. Sollte man vielleicht mal wieder ein paar Seismologen wegsperren?

Fragt ungerührt: Titanic

 Liebe Leser!

Gegendarstellung: Die bedauernswerte Dame, die von Popstar Robbie Williams eine geschmacklose Geburtstagstorte mit der Aufschrift »Congrats, you’re the oldest person I’ve slept with« geschenkt bekommen hat, war nicht, wie in einer der letzten Ausgaben von »Briefe an die Leser« fälschlich behauptet, seine »Ex«. Und die sensationell stillose Torte wurde dem Ex-Popstar auch nicht von seiner Ex-, sondern seltsamerweise immer noch angetrauten Gattin leider nicht in die seinerseits auffällig alt gewordene (42) Goschn geklatscht. Was wiederum menschlich tadellos gefunden hätte: Titanic

 Hallo, Gema!

Wir möchten uns hiermit selbst anzeigen: Heute morgen beim regulären Gang zur Toilette entfleuchten einem unserer Mitarbeiter die ersten fünf Töne des White-Stripes-Hits »Seven Nation Army«. Wir bitten daher um Berechnung der gesetzmäßigen Gebühr gemäß folgender Parameter: Raumgröße 6 m², Anzahl Zuhörer: 1, Spitzenlautstärke 76 Dezibel, Eintritt auf Spendenbasis. Es wurde nicht getanzt. Meinst Du, wir kommen da mit unter 1000 Euro davon?

Mit total schechtem Gewissen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Notiz an mich selbst

Als ich neulich eine Pause machte und auf dem Sofa ein wenig einschlummerte, fragte ich mich im Halbschlaf irritiert, warum oben rechts in meinem Blickfeld keine Uhr zu sehen ist. Ich sollte weniger am Rechner arbeiten!

Tibor Rácskai

 Die Bremer Stadtmusikanten mal anders:

Fleisch im Fleisch im Fleisch im Fleisch.

Julia Mateus

 Walter Benjamin

suchte als Philosoph oft Halt bei Haschisch und Huren. Viel Handfestes kam nicht dabei heraus. Auch nicht bei seinen Beschreibungen von Paris, wo es Orte gebe, die aussähen, »als sei über das Photo einer« (abgebrochen). Über den Charme der Stadt dürfe man sagen, es liege »in dieser Atmosphäre eine weise abgewogene Mischung, daß einer« (abgebrochen). Den Charme von Benjamins Schreibweise hingegen kann jeder erfassen, der schon einmal unter Cannabis-Einfluß z.B. Schatten für »eine Brücke über den Lichtstrom der Straße« gehalten hat. Mir aber bleibt es überlassen, das Flanieren als Methode zum Entdecken des Unerwarteten

Ludger Fischer

 Zeichen und Wunder

Kürzlich stutzte ich, als ich auf meiner neuen PC-Tastatur direkt unter dem »F« noch ein kleines rundes Zeichen entdeckte. Ein Smiley? Oder ein zusätzliches @? Weder zusammen mit ALT, CTRL oder sonst einer Kombination ließ sich etwas auf den Bildschirm zaubern. Lange dauerte der klappernde Versuch jedoch nicht, dann wurde mir klar: Man sollte einfach während des Zähneputzens keine E-Mails checken.

Tobias Jelen

 Abgelehntes Stadtmotto

»Im Westen nichts: Neuss«

Torsten Gaitzsch