[21.11.2012]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen Asiatische Buschmücke sticht heimische Mücken aus

Die offenbar auf dem Schiffsweg eingeschleppte Asiatische Buschmücke verbreitet sich nun auch in Deutschland, wie Insektenkundler verschiedener Institute berichten. Bei ihrem Siegeszug hilft ihnen,

  • daß sie schamlos das Erfolgsrezept unserer heimischen Mücken kopieren, ohne auch nur einen Cent Lizenzgebühr zu zahlen
  • daß man ihre Stiche ganz praktisch nach Nummern bestellen kann ("Ich nehme die 24 in den Knöchel…autsch!")
  • daß ihre Stiche größere Quaddeln erzeugen, die stärker jucken und trotzdem billiger sind (wegen Hungerlöhnen, Wanderarbeit, angeborener Bedürfnislosigkeit)
  • daß bei ihnen die einzelne Mücke nichts zählt, sondern die Mückengemeinschaft, der sie alles unterordnen
  • daß sie pflegeleichter sind, weil sie teure Milch- und Alkoholprodukte nicht vertragen und keine Bärte kriegen
  • und daß sie ihre Opfer wegen der Schlitzaugen besser fokussieren können…autsch! Aaah! Fuck!



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Das schreiben die anderen
  • 21.12.:

    Scobel (3sat) empfiehlt Thomas Gsellas Weihnachtsmannbuch.

  • 20.12.:

    Mark-Stefan Tietze berichtet in der Taz von der Weihnachtsfeier des Frankfurter Pegida-Ablegers.

Titanic unterwegs
26.12.2014 Berlin, Kookaburra
  Heiko Werning mit den Brauseboys
28.12.2014 Nürnberg, Hubertussaal
  Max Goldt
29.12.2014 München, Volkstheater
  Max Goldt
30.12.2014 Augsburg, Reese-Theater
  Max Goldt
Briefe an die Leser

 Bill Gates, alte Charity-Lady!

Das ist Ihnen also bei Ihrem jüngsten Engagement aufgefallen: »Wir sollten aus Ebola lernen: ob wir zu langsam waren, ob wir die richtigen Werkzeuge nutzen, ob wir die Daten aufmerksam beobachtet haben.«

Aber das hat doch schon bei Windows nicht funktioniert!

Warnen vermutlich vergeblich: Ihre Virenscanner von Titanic

 Noch etwas, Jürgs!

Zum klickoptimierten Publizieren phantasieren Sie: »Ein Artikel über die Ereignisse bei Gruner + Jahr könnte … mit verschiedenen Überschriften getestet werden. Die eine würde lauten ›Mrs. Jäkel und Mr. Hyde‹ und käme bei Lesern der TITANIC wohl am besten an. Die andere könnte heißen ›Der Mensch als Mittel. Punkt‹ und würde unter Verlagsangehörigen die meisten Klicks bekommen.«

Nein, nein, nein! Auch wieder falsch. Das einzige, was da klickt, ist Ihr Gebiß.

Punkt. Titanic

 Schnüff, Michael Jürgs!

Als wir in der Süddeutschen Ihre »Vorletzten Worte« zur Übernahme des Verlags Gruner + Jahr durch Bertelsmann, deren Konsequenzen für die dort erscheinenden Zeitungen und den allgemein schlechten Zustand des Journalismus in Zeiten des Internets lasen, dachten wir eine Weile lang, daß Sie der sind, der den schwermütigen Deutschen bei der Soko Wien spielt. Dann aber fiel uns wieder ein: Journalist und Buchautor, von 1986 bis 1990 Chefredakteur des Stern, später von Tempo.

Zum Glück versuchen Sie, Ihren Beinahe-Nekrolog am Ende noch einmal herumzureißen. Da kommen Sie auf Manager zu sprechen, »die davon überzeugt sind, daß es möglich ist, mit neuen Ideen, egal in welcher Form, aber mit Sprache und Leidenschaft das Jammertal zu überbrücken. Wenn aber auf der anderer Seite Darth Vaders sitzen, die das, was Journalisten können, als Produkte betrachten, die man entweder günstig verkaufen oder aber, falls es nicht mehr so läuft, aus dem Regal werfen kann, ist es verlorene Liebesmüh, sich ungebrochen immer wieder unbeugsam auf die Suche danach zu begeben, was die Welt im Innersten zusammen hält.«

Ach, Jürgs: Der Darth Vader ist ja nun wirklich ein schlimmer Finger. Er hat Todessterne bauen lassen, mit ihnen ganze Welten pulverisiert, dem eigenen Sohn den Arm abgehackt und viel Böses mehr zu verantworten. Aber wer hätte je davon gehört, daß er sich als Kaufmann betätigt und gelegentlich Ladenhüter aus Regalen geworfen hat?

Niemand außer Ihnen, der sich als Journalist von 69 Jahren immer noch auf die Suche danach begeben muß, was die Welt im Innersten zusammenhält, obwohl das längst bekannt ist: die Macht. Titanic

 Sie, Robert Harting,

zeigen als Vorzeigeathlet und deutscher Diskus-Dude gern alles: bei der Arbeit einen an Wahnsinn grenzenden Siegeswillen, nach der Arbeit permanent Ihren nackten Oberkörper im zerrissenen Leibchen und bei Dopingdebatten auch mal, was da unter Ihrer Halbglatze vor sich hin köchelt. Folgerichtig zeigten Sie nun auch ungefragt einen nicht übermäßig appetitlichen, endoskopischen Film Ihrer aktuellen Knie-OP im Internet. Wir ersuchen Sie aber inständig, mit der penetranten Zeigefreudigkeit noch vor Ihrer ersten Prostatavorsorgeuntersuchung unwiderruflich aufzuhören. Und sich im besten Fall vielleicht sogar selbst nicht mehr zu zeigen!

Mit erhobenem Zeigefinger: Titanic

 Ciao, Petra Nadolny!

In sämtlichen U-Bahnhöfen des Landes müssen wir Sie so sehen: leichengrau, mit geschlossenen Augen, erahnbar oberkörperfrei, eher einer Stieg-Larsson-Verfilmung entfleucht als dem heiteren »Switch reloaded«, insgesamt Pein und Elend für die Augen. »Mein Ende gehört mir«, behaupten Sie da und werben mithin für das »Recht auf letzte Hilfe«, also: den assistierten Suizid. Nun kann der Freitod an sich durchaus ein edles Unterfangen sein; nur sollte man das Ende auch so wählen, daß möglichst kein anderer dabei zu Schaden kommt. Ergo: Strick, Brücke, Gift – super; Bahnverkehr aufhalten und alles voll mit Gedärm oder sogar Plakaten machen – doof und selbstgefällig.

Deswegen: nur Mut! Sie schaffen das auch alleine.

Letzter Wille von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Indiskret

Obwohl ich am Vormittag des 31. Dezember zumeist sehr damit beschäftigt bin, vor dem Feiertag noch schnell wichtige Besorgungen zu machen, gönne ich mir doch jedes Jahr die Zeit für folgenden kleinen Spaß: Ich gehe in eine Drogerie und lege eine große Packung Kondome auf das Band. Nach dem Bezahlen greife ich genau in jenem Moment nach der Ware, in dem mir die Verkäuferin gedankenverloren einen »Guten Rutsch!« oder – mit etwas Glück – sogar »Kommen Sie gut rein!« wünscht. In diesem Moment halte ich inne, schaue mit großen Augen abwechselnd meinen Einkauf und die Verkäuferin an und verlasse dann ohne etwas zu sagen und mit hochgezogenen Augenbrauen das Geschäft.

Sebastian Oelmann

 Bloß nicht das Gesicht verlieren

Mit typisch asiatisch-undurchsichtigem Lächeln verteilte Dr. Shin-Xu seine Mitbringsel. Er hatte uns von Forschungsarbeiten berichtet, konkret von einem Laser-Scanner, den er gebaut habe und der Füße exakt vermessen könne. Das heißt deren Umriß, Abmessungen, Verformungen und noch viele andere unsägliche Eigenschaften mehr. Als krönenden Abschluß seiner Präsentation griff Dr. Shin-Xu tief in die Aktenmappe und zog ein halbes Dutzend »Geschenke« hervor, die sorgfältig in knittriges Löschpapier gewickelt waren. Nachdem wir dieses vorsichtig entfernt hatten, standen wir wie die begossenen Pudel da, mit je dem Modell eines Fußes in der Hand, das im Maßstab eins zu zehn aus unbeschreiblich gelbem Plastik gegossen war. Es handele sich um seinen eigenen rechten Fuß, erklärte Dr. Shin-Xu voller Stolz. Und wirklich: die Farbe der Modelle entsprach exakt jener Farbe, die in unserer Vorstellung Dr. Shin-Xus Füße hatten. Zum Glück verfügten wir über das berühmte europäisch-undurchschaubare Lächeln, hinter dem wir alle ein und den selben Gedanken versteckten: Für den nächsten Tag hatte sich nämlich ein chinesischer Urologe angekündigt.

Theobald Fuchs

 Im Auge des Betrachters

Heute früh hörte ich beim Bäcker jemanden eine »schöne Tasse Kaffee« bestellen. Das gab mir zu denken, denn weder die klobige Tasse noch deren Inhalt besaßen einen ästhetischen Wert, und das Getränk aus der Maschine schmeckt erfahrungsgemäß so bitter wie es das Leben derjenigen ist, die im Stehcafé frühstücken müssen. Dennoch schien der Mann zufrieden. Kann man sich denn Kaffee schöntrinken?

Tibor Rácskai

 Sonntagssorgen

Neulich: Sonniger Sonntag. Nichts gemacht den ganzen Tag. Im dunklen Zimmer Filme geschaut, rumgehangen, gesnackt. Dann eine Szene im Film, ein Typ liegt den ganzen Tag nur in seinem Bett und starrt auf seinen Laptop. Ich denke: »Traurige Gestalt!« und bekomme einen Meta-Schrecken.

Frederik Skorzinski

 Es träumte mir einst,

ich stünde vor einem überwucherten alten Häuschen. Aufwärtsschauend erblicke ich eine engelsgleiche Frauengestalt auf einem verwitterten Arkadengang: Sie ist in blaue, wallende Seide gewandet, die ihre Schultern neckisch umspielt; ihr dunkles Haar weht im Wind und verströmt doch Ruhe und Behaglichkeit; ihre smaragdgrünen Augen verheißen mir Glück und Ruhm, Liebe und Sinn. Da beginnen ihre Augen zärtlich nach mir zu rufen, und als sie sich – wie schwebend! – ins Häuschen zurückzieht, folge ich ihr atemlos. Im Inneren umfängt mich Dunkelheit, und ich bemerke mit Herzrasen, wie sie sich an meinen Körper schmiegt und mir mit heißem Atem in mein Ohr lispelt: »Ich habe dich bereits erwartet, mein Liebster...« In diesem Moment wandelt sich alles um mich herum, und Lichter gehen an: Es sind penetrante, in den Augen schmerzende Neonlichter, und die Frau fügt hinzu: »... und endlich bist du erschienen, um zusammen mit den anderen am großen Schlußverkauf teilzunehmen.« In diesem Moment erkenne ich mit blankem Entsetzen, daß sich ihre warmen Augen in zwei brutale Eisklötze verwandelt haben: Die Frau ist nun ganz Kälte, Frechheit und Berechnung, und ich werde gewahr, daß ich eingesperrt bin; eingesperrt zusammen mit Hunderten, Tausenden abgelebten Greisen, die mit tristen und grämlichen Mienen lustlos in Verkaufstischchen wühlen, allerlei Plastikramsch in unendlich hohen Regalen zu erklettern trachten und, um Preise für billigstes, gefälschtes Porzellan zu erfragen, in kilometerlangen Schlangen vor der an einer Kasse sitzenden Frau anstehen; lediglich durch das Wegsterben der Greise dünnt sich die Reihe etwas aus, es wird aber sofort nachgerückt. Panik flammt in mir auf, und ich will mich verstecken, doch weiß ich, daß es aus dieser Hölle kein Entrinnen gibt, daß es niemals ein Entrinnen geben kann, daß alle mitmachen müssen und daß niemand, wirklich absolut niemand verschont werden darf. Als ich schweißüberströmt erwachte, wußte ich mit traumwandlerischer Sicherheit, daß ich soeben die große Hure Kapitalismus erträumt hatte.

Sebastian Klug