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Sag mal, "Spiegel",

an welcher Front hat dieser bedauernswerte Herr denn über 75 Jahre kämpfen müssen, bis er dank Corona endlich aus dem Zweiten Weltkrieg abgezogen wurde?

Nicht so firm in Geschichte:

TITANIC

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Es ist, wertes "Zeit-Magazin",

schon ein Kreuz mit diesen Redaktionsschlüssen. Glaub uns, wir als Monats-Printprodukt wissen, wie das ist. Gerade in unserer rasanten Medienwelt kann heute überholt oder unangemessen sein, was gestern noch relevant oder harmlos erschien. Wir nehmen daher mit größtmöglicher Nachsicht zur Kenntnis, dass Deine Rubrik "Deutschlandkarte" ausgerechnet am Tag von #Hanau das Thema Shisha-Bars in Deutschland zum Thema hatte.
Leicht problematisch wird’s hingegen auf Seite 6 unter dem Titel "Über den Kampf gegen den Faschismus", in der Dein Harald Martenstein mit gewohnter Schein-Naivität seiner reaktionären Hufeisen-Onkeligkeit frönen darf. "Man soll auch nicht rechte und linke Radikale einfach gleichsetzen", gibt Dein Kolumnist gespielt tongue-in-cheek zu Protokoll. "Beide schaffen die Meinungsfreiheit ab und sperren ihre Kritiker ein … aber die Kommunisten haben edlere Ziele. Zum Beispiel Gleichheit. Unter Stalin wurden, ohne Ansehen der Person, ohne Diskriminierung, unliebsame Personenkreise … beseitigt". Ist es das, was linke Radikale von heute wollen? Oder was wollen sie? "Nach dem Thüringen-Schlamassel wurden zahlreiche FDP-Büros angegriffen, ich tippe mal: von Antifaschisten … Eines muss man zugeben, Gewalt wirkt. Bei Anne Will sah ich im Fernsehen zum ersten Mal einen Wolfgang Kubicki, Arnold Schwarzenegger der FDP, der verschüchtert wirkte." Magst Du's ihm erklären, "Zeit-Magazin"? So herzerweichend es sein mag, einen mit allen Wassern gewaschenen Haudrauf-Liberalo einmal im Leben "verschüchtert" zu sehen – die Opfer rechter Gewalt werden gar nicht erst eingeladen. Nicht selten, weil sie halt tot sind. Bevor wir aber diesen total danebenen (also durchschnittlich martensteinschen) Riemen mit den Worten von Prüfers Tochter bewerten ("Der Ekel ist geblieben", S. 45), möchten wir noch den letzten Satz der Glosse wiederholen: "Wahrscheinlich müssen alle deutschen Wähler geschlossen zurücktreten, damit der Faschismus endlich besiegt ist."

Das, aber unironisch.Titanic

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Servus, CSU!

Es ist doch so: Im Grunde braucht eine Partei, die man nur in Bayern und auch nur ab dem 18. Lebensjahr wählen kann, keinen bundesweit empfangbaren Youtube-Account für Kinder. Der BR tut's doch auch. Trotzdem hast Du dir für das Projekt CSYou einen Moderator namens Armin vom Oktoberfest geklaut, gegen den Philipp Amthor wirkt wie Brad Pitt anno 1999 in Fight Club. Armins erstes CSYou-Video hat binnen 48 Stunden satte 85000 Dislikes und 17946 Kommentare erhalten, davon 17945 negativ und einer von Horst Seehofer ("Test"). Aber, mei, es ist ja nicht alles schlecht!

Zum einen gibt es auf dem Kanal bislang nur ein Video – sehr gut! Hier hat man verstanden, was die Leute wollen: auf keinen Fall noch eines! Zum andern ist dieses eine Video, nüchtern nach zwei Maß betrachtet, auch recht gelungen. Allein, wenn man sich mal vorstellt, was in einem CSU-Video noch alles zu sehen hätte sein können! Als da wären:

  • Markus Söder
  • Markus Söder privat
  • Markus Söder mit Ehefrau
  • Markus Söder in der Krachledernen
  • Markus Söder privat in der Krachledernen
  • Markus Söder privat in der Krachledernen mit Ehefrau
  • Markus Söder privat im Ehekrach mit Lederfrau
  • das Glied von Markus Söder
  • eine ausgezuzelte Weißwurst

So gesehen regelrecht sauber gelöst. Wie sagte schon Franz Josef Strauß selig: Manchmal muss man glücklich sein mit dem, was man hat. Und wenn es nur ein Land voller besoffener Barbaren ist. Darum eine Bitte: Gib auch Du dich mal zufrieden und hör künftig doch gleich ganz mit dem Schabernack im Internet auf!

Seid's halt christlich mitanand!

TITANIC

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Na na, Aktion "Gesicht zeigen"!

Mit Anzeigenkampagnen rufst Du momentan die Menschen mit Restverstand in Sachsen und Brandenburg dazu auf, bei den anstehenden Landtagswahlen etwas Nichtrechtes zu wählen.

Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, dennoch müssen wir kurz rumonkeln:
1.) Du behauptest: "Demokratie ist griechisch. Zahlen arabisch. Papier chinesisch." Nun ist Zahlen zwar auch in der arabischen Welt üblich, jedoch nichts originär dort Erfundenes. Gezahlt wurde beispielsweise schon sehr früh in Kleinasien und in China.
2.) Für das clevere Schlagwort "Mein Wahl-Kampf" würden wir Dir gerne gratulieren – wenn nicht schon unser Frankfurter Bürgermeister der Herzen Oliver Maria Schmitt sein Buch zum Wahlkampf 2012 ebenso genannt hätte.

Noch im Guten: Titanic

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Meinungsmacherin "Welt"!

Du überzeugst immer wieder mit brandheißen Themen wie "Schadet Weinen im Job der Karriere?" oder "Schöne Rucksäcke für Männer – und warum sie praktisch sind". Aber unter diese pfiffigen Analysen mischt sich gelegentlich auch ein handfester, hausinterner Meinungskampf. Na klar: Wer starke Köpfe einstellt, hat auch mit starken Kontroversen zu rechnen.

So erst letztens, als Florian Gehm ein hochpolitisches Ding ausgepackt hat. "Der Macht des Thermomix muss Einhalt geboten werden" hieß dieses in die Kategorie "Meinung" eingeordnete Stück Premiumjournalismus. Darin malt Kollege Gehm ein Schreckensbild: Mit seinen neuen Funktionen ("anbraten, karamellisieren, fermentieren und vakuumgaren") unterwerfe das Vorwerk-Gerät nicht nur "die ganze Essenszubereitung seiner Macht", sondern "den Koch gleich mit". Daher stellt er, Gehm, die folgerichtige Frage: "Wer braucht schon Küchenwerkzeuge 'mit Persönlichkeit’?"

Diesen Abgesang auf ein Aushängeschild deutscher (!) Ingenieurskunst kann Klaus Geiger, Investigativreporter mit Persönlichkeit, aber nicht auf sich sitzen lassen. Drei Tage später, auch in der Rubrik "Meinung", schießt er kochendheiß zurück: "Die Kritik am neuen Thermomix ist absurd". Geiger nimmt die Vision des entmachteten Bürgers auf und geht auf die metaphysisch eh schon auf höchstem Niveau gearbeiteten Argumente Gehms noch weiter ein: "Der Küchenroboter ist kein Mittel der Knechtschaft, sondern ein Instrument der Freiheit." Im Anschluss parallelisiert er den Thermomix mit dem Smartphone, dem Computer, sogar dem Auto. Denn: "Jede Erfindung trägt die Chance zur Entfaltung und die Gefahr der Entmündigung in sich." Wow! Abschließend haut Geiger noch einen passend pathetischen Schlussatz raus: "Es liegt an uns."

Gänsehaut. Fehlte nur noch der Bezug auf Artikel 1 des Grundgesetzes. Wer von den beiden recht hat, ließ sich leider nicht abschließend klären, denn alles weitere zu dem Thema wie "Wer selbst kocht, lebt besser– und länger", "Warum ich meinen Schmortopf jedem Thermomix vorziehe" und "Das neue Spielzeug des gastrosexuellen Mannes" versteckt sich hinter der Paywall. Wenn das Axel Springer wüsste!

Gastrosexuell grüßt 
Titanic

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Da bitte, Bild.de,

noch mal drüberlesen:

Denn auch ohne über Deine Friedhofspaywall blicken zu können, ist uns klar: "aktiv" sind die beiden gewiss nicht mehr.
Ebenfalls pietätlos:
Titanic

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Georg Riesch, Bürgermeister von Jachenau!

Wegen des süddeutschen "Schneechaos" (Tagesschau, "Bild" et al.) ging Ihr oberbayerisches 858-Seelen-Dörfchen aufgrund einer gesperrten Zufahrtstraße wahlweise als "eingeschneit" (SZ), "fast komplett isoliert" ("Merkur") oder gleich "von der Außenwelt abgeschnitten" (BR) durch diverse Medien. Als dann noch "Spiegel online" über die wundersamerweise funktionierende Telefonleitung bei Ihnen reinschneite, um mal nachzufragen, wie es um Ihre Gemeinde so steht, ließen Sie den offenbar auf eine dramatische Endzeitstory hoffenden Reporter sich allerdings die Zähne ausbeißen. "Bei uns ist ganz normal Winter ... Wir versinken nicht im Schnee."

Naja, aber die gesperrte Straße, das Von-der-Außenwelt-abgeschnitten-Sein? "Wir haben noch eine Mautstraße ... Diese Strecke ist frei für den Notverkehr." – "Das heißt, die Bewohner sind nicht von der Außenwelt abgeschnitten und können aus Jachenau raus?" beginnt es "Spon" schließlich zu dämmern. Antwort: Ja, "wenn man dringend muss." 

Na, aber irgend was muss doch drin sein, Herrgottnochmal! Was ist etwa mit den "Lebensmittellieferungen, von denen die Rede ist, wieso sind Sie auf die angewiesen? Geht Ihnen das Essen aus?" Antwort: "Nein (lacht). Wir haben hier einen Dorfladen, der ein sehr gutes Angebot hat und turnusmäßig beliefert wird." Die Lieferung habe nur in Feuerwehrautos hergebracht werden müssen, weil die Mautstraße zu schmal für einen Lkw sei. Um den Reporter wohl über sein in kurzer Zeit gestorbenes Megainterview über Zivilisationszusammenbruch im Superwinter hinwegzutrösten, antworteten Sie auf die resignierte Frage "Haben Sie das Gefühl, es wird gerade zu viel Bohei um Jachenau gemacht?" schonend, das alles sei natürlich trotzdem "ernst zu nehmen". 

Ob das ausreicht, um zu verhindern, dass der "Spiegel" so etwas beim nächsten mal doch lieber einen Reporter vom Typ Relotius erledigen lässt? Schmilzt jedenfalls dahin vor Ihrer Eiseskälte: 

TITANIC

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Annalena Baerbock!

»Die CDU hat kein Abo aufs Kanzleramt«, konstatieren Sie im Stern-Interview. Sind Sie sich da auch wirklich sicher? So ein Abo wird, wenn es einmal abgeschlossen wurde, nämlich gerne vergessen und automatisch verlängert. Die letzten Bundestagswahlergebnisse sprechen zumindest dafür. Lassen Sie vorsichtshalber prüfen, ob die Merkel auch fristgerecht gekündigt hat!

Rät Ihr Abo-Service von Titanic

 Als Generalbundesanwalt, Dr. Peter Frank,

sollten Sie sich in Zukunft lieber doch wieder auf Ihre dröge Amtssprache beschränken und bildliche Ausdrücke strikt vermeiden. Denn wenn Sie in einem Interview mit dem SWR behaupten, dass Terroristen nicht vom Himmel fallen, sind Sie ja fast schon selbst ein Fall für den Generalbundesanwalt. Manchmal – Stichwort »11. September« – tun Terroristen nämlich genau dies.

Grüßt ohne Metaphern: Titanic

 Glückwunsch, Bill Kaulitz,

Glückwunsch, Bill Kaulitz,

zu Ihrer Autobiografie »Career Suicide«! Mit deren Erscheinen haben Sie im Alter von 31 Jahren – ob Sie wollen oder nicht – Ihren Lebensabend eingeläutet. Folgende Tätigkeiten stehen Ihnen somit noch zur Verfügung: Sentimental aus dem Fenster schauen; über die Zeitläufte sinnieren; im Ohrensessel sitzend ein Glas Cognac schwenken; imkern; Leute, die an Ihrem Haus vorbeigehen, böse anstarren; in Talkshows über Social Media und Gendersterchen schimpfen; Pfeife rauchen; im Hunsrück wandern; mit der Armbrust auf leere Erbsendosen schießen.

Jedenfalls nicht: Ihre Karriere als Musiker weiterverfolgen. Und dafür möchten wir uns im Voraus herzlich bedanken.

Ihre Jungspunde von Titanic

 Ein paar Gedanken, Ex-Eiskunstläuferin Kati Witt,

mussten wir uns nach einem Ihrer Facebook-Einträge neulich schon über Sie machen. Nicht nur, weil Sie in dem nicht enden wollenden Text extra darauf hinwiesen, keine »Corona-Verleugnerin« oder »Lockdown-Gegnerin« zu sein. Dünnes Eis. Dann schrieben Sie, dass Ihre Trainerin Frau Müller früher aus Solidarität bzw. »Teamwork!« immer mit Ihnen gehungert habe, wenn sie meinte, Sie seien zu dick fürs Eis. Wenn wir es richtig verstanden haben, fordern Sie das jetzt auch von »der Politik«, aber nur im übertragenden Sinne, also zastermäßig.

Mit den Kufen vom Eis haute es uns jedoch bei diesem Satz: »Wenn ich, die wirklich das Glück hat, hier und da einen fröhlichen TV-Auftritt absolvieren zu dürfen, langsam immer mehr den Kopf hängen lasse, mache ich mir ernsthaft Gedanken und Sorgen.« Fernsehauftritte sind für Sie Glück? Quizshows halten Sie für fröhliche Angelegenheiten? Ist Ihre Birne jetzt total vereist?

Vielleicht machen Sie sich doch besser mal Gedanken über einen heißen Grog, empfehlen Ihnen wärmstens Ihre Ernährungsberaterinnen von der Titanic

 Nicht die Bohne, Rowohlt-Verlag,

interessieren uns Kalauer, und für Witze mit Namen und für Alliterationen haben wir bekanntlich auch nichts übrig. Deshalb ist es uns auch komplett egal, ja, wir nehmen es nicht mal ansatzweise zur Kenntnis, dass Du Dein für März als »Spitzentitel« angekündigtes Werk »Die Botschaft der Pflanzen. Was wir von der Natur lernen können und wie sie uns heilt« unbedingt von einem Autor hast anfertigen lassen müssen, der laut Deinen Angaben »Burkhard Bohne« heißt. Schon klar, Rowohlt, Burkhard Bohne, wie Benjamin Blümchen. Oder Arnfried Astel. Wir haben’s kapiert. Sehr, sehr witzig. Aber uns geht’s zum Glück ja nichts an!

Naturgemäß ohne Botschaft: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Pee-Bottle

Aus Insiderkreisen weiß ich, was für Polizisten auf Demos das Schlimmste ist: stundenlang nicht auf Klo können. Da stehen sie, Reih in Reih, mit ihren Schlagstöcken, Visieren und Wasserwerfern, und gucken gequält. Klar, dass man da mal aggressiv wird. In Polizisten-Foren wird geraten, die Stunden vorher nichts zu trinken, das ist aber schwer: Wie auf den morgendlichen Mutmach-Korn verzichten? Praktikabler: Viele Einsatzkräfte gestehen in Foren, sich eine Urinflasche bzw. Pee-Bottle oder auch »Uriwell, die Notfall-Toilette« unterzuschnallen. Deshalb Tipp für Protestler: einfach die eigenen Demosprüche daran anpassen und Kennerschaft beweisen. »Bullenschweine, lauft jetzt schnell / sonst klau’n wir euer Uriwell!« oder irgendwas mit »Trottel / Pee-Bottle«. Reimtechnisch und metrisch noch nicht perfekt, aber in der Sache clever.

Ella Carina Werner

 Redensarten und woher sie kommen

»Einen Zahn zulegen«: Wenn eine Person »kein D-Zug ist«, obwohl sie »die Düse machen« oder »Rennwasser trinken« soll – dann fragen wir uns auch heute noch ganz unwillkürlich, ob besagte Person nicht »einen Zahn zulegen« könnte. Diese Redensart geht zurück auf die Erfindung der beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg. Kurz nach seiner Erfindung kam Gutenberg mit der Produktion kaum nach; Martin Luther schrieb seine beliebten antisemitischen Pamphlete schneller, als sie gedruckt werden konnten. Gingen den Setzern wichtige Buchstaben aus, wurden sie deshalb oft nicht aufwendig nachgegossen, sondern durch einen der stets reich vorhandenen Lehrlingszähne ausgetauscht (ihnen hatte man zuvor »die Fresse poliert«, wie eine andere Wendung aus jener Zeit lautet). Obwohl das Schriftbild durch den Zahn deutlich litt, beschleunigte der in den Setzkasten »zugelegte« Zahn die Produktion erheblich und half den Setzern bei der Aggressionsabfuhr. Wenn Sie also heute jemandem auf die Sprünge helfen wollen, sollten sie ihm zunächst ordentlich aufs Maul geben – vielleicht legt er ja auf diese Weise selbst einen Zahn zu. Oder mehrere!

Leo Fischer

 Kreativ beleidigen

Neues Schimpfwort für Urdeutsche in Jack-Wolfskin-Jacken: Mandarinenpeller!

Alexander Thiemann

 Enjoy the screening!

Den Ausfall der Berlinale in diesem Winter habe ich ganz gut verkraftet. Ich habe ja alles hier daheim: viele schlechte und einige wenige gute Filme (Netflix), das überlegene Gefühl, Filme im Originalton und mit Untertitel sehen zu können (dito Netflix), drinnen stickige Luft und wenig Sonnenlicht, draußen Kälte und ungeräumte Gehwege, Besserwissergetue aus der Reihe hinter mir (wegen dünner Wände zum Nachbarn), schlechtes überteuertes Essen aus Einmalverpackungen. Sogar auf den obligatorisch einsetzenden Harndrang zehn Minuten nach Beginn des Films kann ich mich verlassen, und den Weg zum Klo lege ich natürlich im Dunkeln zurück, durch einen mit aufgereihten Amazon-Kartons gelegten Parcours von nachgeahmten Kinohipster-Käsemauken.

Tina Manske

 Zeitumstellung

Jedes Jahr im Frühling, kurz nach den ersten wärmenden Sonnenstrahlen, dringen überall aus der Umgebung vertraute Geräusche und Gerüche in Ohr und Nase. Und man weiß: Es ist wieder angekärchert!

Markus Berger

Vermischtes

Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURThomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHeiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Martin Sonneborn & Benjamin Schiffner: "Quatsch und mehr" (signiert)
Das hat der Menschheit noch gefehlt: ein einziges Buch mit sämtlichem Quatsch der Geschichte – oder zumindest aus 15 Jahren "Partner TITANIC", der beliebt-kultigen TITANIC-Nonsensrubrik. Fotorätsel, Pflegehinweise, Antwort ohne Frage, unberühmte letzte Worte, Kochen mit Tieren, Kerzen-Fakten, Ediotiral, Tinas Strumpfband und tausend weitere schöne Rubriken – erstmals versammelt auf nicht weniger als 256 vielfarbigen Seiten.
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Titanic unterwegs
20.03.2021 Frankfurt, Mousonturm Oliver Maria Schmitt & Jürgen Kuttner (Livestream)
25.03.2021 Kiel, Kulturforum Max Goldt
04.04.2021 Frankfurt, Museum für Komische Kunst Hauck & Bauer: »Cartoons«