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Aus Eugen Egners Püppchenstudio

 


Eine, wie sagt man, Verkehrskontrolle (1. Folge)

Nachdem wir bei der blöden Party Wurstscheiben in die Bücher des Gastgebers gesteckt und allen Alkohol ausgetrunken hatten, fuhren Zimmerwald und ich, wie wir das bei solchen Gelegenheiten immer taten, in Zimmerwalds Kleinwagen heim, das heißt, er übernahm Lenkrad und Gangschaltung, ich vom Rücksitz aus mit einem Stock die Pedale, weil der Fahrer ihnen ihre jeweilige Funktion nicht mehr korrekt zuordnen konnte und überdies seine Unterschenkel kaum noch spürte. Doch will ich mich da im Rückblick nicht einseitig festlegen, es ist nämlich ebenso gut möglich, dass ich es war, der lenkte, weil Zimmerwald nichts mehr sah und lediglich noch auf Zuruf die Pedale zu treten vermochte. Wie es nun tatsächlich gewesen ist, dürfte sich wohl nicht mehr feststellen lassen. Es ist für das hier zu Berichtende auch nicht wichtig, geschweige denn entscheidend. Wir rollten oder fuhren also dahin, gar nicht recht wissend wie. Unsere Stimmung war weit davon entfernt, "gedrückt" oder "niedergeschlagen" genannt werden zu müssen. Zimmerwald für seine Person wirkte beschwingt, er phantasierte kreischend von etwas, das, wenn ich mich zutreffend erinnere, klang wie "Lubrikation nach Gutsherrenart". Ich selbst stellte bei einer spontanen Überprüfung meines Gemütszustands fest, dass ich gar nicht an Suizid dachte, also musste ich erheblich betrunken sein. Darauf hätte ich gern mit Zimmerwald angestoßen, aber leider war nichts Geeignetes zur Hand. In der trostreichen Gewissheit, immerhin schon einiges verzehrt zu haben, reisten wir wohlgemut immer weiter, wenn auch unklar war, wer dabei welche Funktion ausübte (s.o.). Doch mit einemmal wurde unsere so reibungslos funktionierende Fahrverrichtung empfindlich gestört, wenige Augenblicke später kam sie gar völlig zum Erliegen. Wir prallten gewissermaßen gegen den Umstand, jählings mit einer Verkehrskontrolle konfrontiert zu sein! Ich kann mich sogar erinnern, dass einer von uns, vielleicht sogar beide, das Wort aussprachen: Verkehrskontrolle. Zwei uniformierte Polizeibeamte, die bis jetzt gelangweilt neben ihrem Einsatzwagen gestanden hatten, hielten uns an. Sofort wünschte ich wieder, tot zu sein, Zimmerwald knurrte: "Hier irrt Gott!" – kein Zweifel, die Stimmung war dahin. Auf unsere wie auch immer im Detail geartete, jedenfalls aber arbeitsteilige Weise brachten wir den Wagen an der Bordsteinkante zum Stehen.

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Der Protagonist

Als Paul de Kerk die Frau an jenem Abend zum ersten Mal sieht, befindet sie sich gerade einer großen Zahl von Angreifern gegenüber. Sie wirkt vollkommen gelassen, weder Furcht noch Zorn, nicht einmal besonderes Interesse scheint sie zu verspüren – ganz wie bei einer alltäglichen Verrichtung, an deren für sie vorteilhaftem Ausgang es keinerlei Zweifel gibt. De Kerk erfaßt den ausgesprochen dramatischen Charakter der Situation überhaupt nicht, ebenso we­nig achtet er auf das Aussehen der Frau; es ist ihm so egal wie ihr Schicksal. Für ihn zählt einzig der Umstand, Protagonist einer Geschichte zu sein. Was auch immer geschehen wird, er steht im Mittelpunkt, sein augenblicklicher Mut­wil­le bestimmt die Handlung. Dieser Gedanke erheitert ihn stark. Doch gleichzeitig drängt sich ihm die Frage auf, ob er eigentlich in diesem Moment wirklich gebührend beachtet wird. Die Frau und ihre Angreifer scheinen ihm ein bißchen zu viel Aufmerksamkeit zu beanspruchen, für Nebenfiguren ge­hör­­t sich das nicht. Er muß sich unbedingt ins rechte Licht setzen. Zuerst aber muß er sich bücken, um seinen linken Schuh zuzubinden, der Schnür­senkel löst sich allzu leicht, seit Jahren ärgert er sich schon darüber. Bei der Beschäftigung mit dem Schuh fällt ihm auch ein, wie schnell er immer die Fer­sen seiner Socken durchläuft: Kein Paar kann er länger als fünfmal tragen. Ei­ne wichtige Sache von einiger Tragweite ist das, ihre befriedigende Er­ledi­gung steht noch aus. Während er durch die Schnürtätigkeit handlungstechnisch vorübergehend außer Gefecht gesetzt ist, verfolgt er aus einer Entfer­nung von ungefähr sechs Metern den Ablauf der Szene vor sich auf dem Bür­gersteig. Aus den alten Gebäuden der finsteren, recht verkommenen Straße dringt ein modriger Geruch. Paul de Kerk unterbricht zwischendurch sein Tun und macht der Frau Zeichen, hält sich auch demonstrativ die Nase zu und verzieht den Mund. Darunter leidet freilich das Schuhzubinden. Die Frau steht mit dem Rücken zu einer Hauswand, ihr gegenüber in etwa zwei Metern Abstand ein halbes Dutzend restlos depravierter Kerle. Auf rudimentär sprachartige Weise teilen sie ihr mit, was sie mit ihr zu tun wünschen. Darüber muß de Kerk wiederholt laut auflachen, weshalb er sich erst recht nicht auf die Arbeit am Schnürsenkel konzentrieren kann und immer wieder erneut beginnen muß. Aus der Hocke sieht er, wie sich einer der Angreifer der Frau nähert. Die übrigen bleiben, wo sie sind, und geben ihrer Vorfreude laut­stark Ausdruck. Jetzt greift der Kerl nach der unverändert seelenruhig Drein­blicken­den. De Kerk wirft ihr Steinchen und zusammengefaltete Zettel zu, um auf sich aufmerksam zu machen, nachdem sein Schuhband endlich fixiert ist.
»Gestatten, Paul de Kerk«, ruft er, »Protagonist dieser Geschichte. Sehen Sie nur, ich kann Flaschen auswendig zeichnen!«
Zum Beweis zeichnet er, ohne eine Vorlage zu verwenden, schnell eine Fla­sche auf ein Stück Papier und hält es hoch. Die Frau reagiert nicht auf ihn.
»Hallo, gnädige Frau! Ich rede mit Ihnen! Sind Sie immer so verschlossen? Soll ich Sie für unfreundlich halten? Wie heißen Sie denn?«
Was für ein Idiot! Nein, wir können es nicht länger mit ansehen – dieser lä­cherliche, unnütze Protagonist kann nur die Handlung ruinieren, wenn er nicht schleunigst durch einen besseren ersetzt wird. Leider ist es sehr schwer, heutzutage einen akzeptablen Ersatz­protagonisten zu finden. Zumal, wenn es schnell gehen soll, sozusagen im fliegenden Wechsel bei laufender Handlung. Deshalb brechen wir die Geschichte hier ab.

Möchten Sie trotzdem die ganze Geschichte lesen? Dann erwerben Sie antiquarisch das alte Buch "Die Durchführung des Luftraums" von Eugen Egner. Große Mengen verramschter Exemplare dieses Titels, die fast nichts kosten, werden im Internet feilgeboten. Keine Sorge: Der Autor verdient nichts daran.

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Unerwartete Entwicklung des Abends (2. Teil)

Nach dem Aussteigen informierte mich der Graf darüber, dass die Räume des Gebäudes derzeit wegen einer Insektenplage nicht bewohnbar seien, weshalb wir uns in den großen, rückwärtig gelegenen Schlossgarten begaben. Dort lernte ich die Gräfin, eine Inderin, kennen.
„Was haben Sie mir mitgebracht?“, fragte sie mich. „Haben Sie Ideen? Eine innere Welt? Erzählen Sie uns alles! Kommen Sie mit an den Fluss, wir betrinken uns!“
Lachend wie ein Schulmädchen, hakte sie sich bei mir ein und zog mich mit sich fort. Der Graf folgte uns. An mich gerichtet sagte er: „Morgen können wir gemeinsam zu Mittag essen und Radio hören. Seien Sie unser Gast, so lange Sie wollen!“ 

Mir war nicht klar, wo ich übernachten sollte, wenn das Schloss momentan unbewohnbar war. Doch behielt ich meine Bedenken für mich. Der späte Sommerabend erzeugte mit all seinem Blütenduft und Mondlicht eine Situation, die ich widerstandslos annahm. Beim alten Teepavillon unweit des Flusses saßen wir angeregt plaudernd und teuren Wein trinkend. Schwarze geflügelte Gestalten huschten über den Nachthimmel. „Große Fledermäuse haben Sie hier“, merkte ich an, doch meine Gastgeber gingen nicht darauf ein. In den Kerzenflammen verbrannten immer wieder prasselnd und zischend Motten. Der Graf schenkte großzügig nach. Ich dachte: ‚Wenn mich jetzt mein Hausarzt sehen könnte!’
Irgendwann verschwand der Graf. Als er nach einigen Minuten zu uns zurückkehrte, hielt er eine kompliziert aussehende elektrische Schaltung in der einen Hand und Lötzeug in der anderen. Mir kam der Verdacht, es könne sich bei den Drähten, Potentiometern, Widerständen und Kondensatoren um einen im Werden begriffenen Rundfunkempfänger handeln. Graf von H. legte den Kram auf den Gartentisch. 

„Sehen Sie sich das an!“, forderte er mich auf. „Alles völlig falsch gelötet!“
„Davon will ich gar nichts wissen“, klagte die Gräfin, indem sie ihr Antlitz verbarg. Dann beugten ihr Mann und ich uns über die tatsächlich komplizierte Schaltung. Bis zum Mittagessen waren wir fertig, so dass wir während der Mahlzeit Radiomusik hören konnten. Es hätte nur noch gefehlt, dass mein Vater als Kind erschienen wäre, doch das geschah nicht.

 


 

Zum Jubiläum: Ein Gegenstand von möglicherweise entscheidender Wichtigkeit

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Unerwartete Entwicklung des Abends (1. Teil)

Im Schaufenster einer Buchhandlung entdeckte ich ein Plakat, auf dem mein Name stand. Es handelte sich um die Ankündigung einer Veranstaltung im neuen Kulturzentrum. Wie es hieß, sollte ich an diesem Abend ab zwanzig Uhr aus meiner Autobiographie lesen. ‚Aber die ist doch noch lange nicht fertig’, dachte ich unangenehm berührt. ‚Wie kommen die Menschen nur auf so eine Idee?’ Ich sah auf meine Uhr, es war bereits zwanzig Uhr zehn. ‚Ich muss sofort hingehen und die Angelegenheit klären’, beschloß ich.
Ein paar Minuten später erreichte ich das neue Kulturzentrum. Wie ich von draußen sehen konnte, standen im erleuchteten Foyer einige Menschen. Ich trat ein. Eine große Frau, deren Alter ich auf siebenundvierzig geschätzt hätte, wenn ich dazu aufgefordert worden wäre, kam zu mir und stellte sich als Kulturamtsleiterin vor.

„Sie haben Glück“, sagte sie, „es ist kein Mensch zu Ihrer Lesung erschienen.“
„Und die Menschen, die hier stehen?“ wunderte ich mich.
„Die sind immer hier“, erklärte die Kulturamtsleiterin, „sie bevölkern das Foyer ein wenig.“
Ich war erleichtert. Die Lesung fiel aus, das ersparte mir große Unannehmlichkeiten. Eigentlich wollte ich nun gehen, doch die Kulturamtsleiterin bestand darauf, mich mit dem Grafen von H. bekannt zu machen. Sogleich präsentierte sie mir einen distinguierten älteren Herrn, den ich bisher überhaupt nicht wahrgenommen hatte. Er drückte mir die Hand und sprach freundlich: „Ich habe Ihren Vater gekannt, als er ein Kind war. Manchmal kam er sonntags zu meiner Frau und mir ins Schloss, um mit uns zu Mittag zu essen und Radio zu hören.“

Mein Vater hatte mir wiederholt von seinen Besuchen im Schloß erzählt. Noch im hohen Alter galten sie ihm als Höhepunkte seines Lebens. Und nun lud derselbe Graf auch mich ein! Ich nahm dankend an. Von der Kulturamtsleiterin war nichts mehr zu sehen. Eventuell hatte sie zwischenzeitlich das Rentenalter erreicht. Der Graf von H. geleitete mich behutsam hinaus auf die Straße, wo seine weiße Maibach-Limousine wartete. Wir stiegen ein, und der livrierte Chauffeur fuhr uns mit rotierenden Rädern zum Schloß, bis wir dort eintrafen. 

 


 

Unterwegs in der Natur

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Endlich wissenschaftlich geklärt: Die Funktionsweise der dichterischen Inspiration

 


 

Es wurde eine Tür geöffnet, und wir blickten in ein halbdunkles Zimmer. Von einer Stehlampe schwach beleuchtet, stand am anderen Ende ein alter Wohnzimmersessel. Jemand saß darin, doch war nichts Genaues zu erkennen. Bevor wir beginnen konnten, die Verbindung herauszuarbeiten, die zwischen allem bestand, veränderte sich alles. Wir standen im Freien und der Bergführer sprach: „Meine Damen und Herren, hier sehen Sie den Himalaya (Dritter von links) mit seinem gallertartigen Gipfel.“ Dann gingen wir nach Hause.

 


 

Nach wie vor wissenschaftlich ungeklärt: Die Funktionsweise der musikalischen Inspiration

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Amt verfügt: Dieses Bild soll dringend hier wiederveröffentlicht werden.

 


 

 

Es folgt die Beschreibung einer älteren Frau mit strohblonden, gewellten Haaren. Sie trug, von oben nach unten, eine Brille, ein kurzärmliges, in Blautönen gehaltenes Kleid und weiße Schuhe. An ihrer linken Hand hing eine helle, beutelartige Handtasche. Neben und über ihr schwebten große, dunkle Fische in der Luft. Ich dachte zuerst, sie sei einer der Dämonen, die in letzter Zeit aus alten Photos herauszukommen pflegten, um Menschen irre zu machen. Dann sah ich jedoch, dass sie nicht, wie jene Dämonen, zwei linke Ohren hatte.

 

 


 

 

Rückblick aufs Leben
Ich hätte auch Äquator werden können, wenn alles ein wenig anders gelaufen wäre.

 

 


 

Kein Emulgator

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Bei der Arbeit


 

Ein erfülltes Berufsleben (4. Folge)

So ging es wohl jahrelang, die exakten Daten sind gelöscht worden. Was ich mir aber mit vierzehn nie hätte träumen lassen: Die Sache ging gut aus, die Tournee war erfolgreich. Geld blieb indessen keins übrig, das Pferd und ich verkauften daher eines Nachmittags widerrechtlich die Orgel.
Aus Abnutzungsgründen dem Konzertbetrieb für immer entsagend, zogen wir uns, jeweils gut versorgt, aufs Altenteil zurück. Bald sollte sich auch meine finanzielle Situation von Grund auf ändern. Durch eine Wette, die ich überhaupt nicht verstand, gewann ich neunhundert Mark, was ungefähr drei Millionen Euro entsprach. Als erstes kaufte ich mir eine neue Salbe gegen das Verrücktwerden im Alter. Was das Pferd inzwischen tut, weiß ich nicht, ich jedenfalls rufe manchmal aus dem Fenster oder drücke Tasten (A oder B). Am liebsten ist mir das Ans-Glas-klopfen (Trinkglas).
Wer nach all dem von mir enttäuscht ist, hatte falsche Erwartungen.

 


 

Belehrung über die Arbeit

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Zu Ihrer Verteidigung, Keanu Reeves,

Zu Ihrer Verteidigung, Keanu Reeves,

der Sie trotz Pandemie auf einer Party in Potsdam waren, erklärte der Chef des »Studio Babelsberg«, es habe sich bei dieser ausgelassenen Feier samt DJ und Alkohol lediglich um eine Filmszene des neuen Matrix-Streifens gehandelt. Und in der Matrix gibt es ja, so spinnen wir diese Argumentation mal fort, kein Coronavirus.

Unserer Ansicht nach brauchen Sie sich aber so oder so keinen Kopf zu machen: Laut der Verordnung Brandenburgs sind derartige Veranstaltungen mit Anmeldung, Hygienekonzept und bis zu 50 Personen erlaubt, sofern sie keinen »Unterhaltungscharakter« besitzen. Und den haben Filme mit Ihnen ja nun wirklich nicht!

Diese Wahrheitspille wurde verabreicht von: Titanic

 Nur interessehalber, Hochschule Bochum:

Die von Dir auf interamt.de, dem Stellenportal des öffentlichen Dienstes ausgeschriebene Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters für das Projekt »Möbilität für Subsahara-Afrika« – ist die am IKEA-Lehrstuhl von Prof. Kvistbro angelagert? Titanic

 Hallöchen, »Tagesspiegel«!

Du erfreust Deine Kundschaft neuerdings mit Berichten über den Aufenthaltsort von Erdbewohnern. Zum Beispiel so: »Musk ist wieder in Berlin, er war am Montag am BER gelandet.« Und weiter: »Der Privatjet von Musk, in Austin (Texas) gestartet, war am Montag um 9:42 Uhr am BER gelandet.« Tolle Nachricht. Falls das bei Dir, Tagesspiegel, zum neuen Standard werden sollte, folgende Info, sogar honorarfrei für Dich:

Es ist und bleibt in Frankfurt Deine Titanic

 Aber heda, ZDF/SWR!

»Wissen aktuell: Der Kopf isst mit!« heißt die Sendung; »Ess Dich gesund!« steht auf der Tafel, die auf dem fürs TV-Programm bereitgestellten Foto im Wochenmarktgemüse steckt.

Bleibt also bei Pommes: Titanic

 Sie, Laura Karasek,

»leben gern exzessiv – ohne Handbremse!« Sie seien rastlos und leidenschaftlich, teilten Sie Bild in einem Interview mit, um dann Erstaunliches zu offenbaren: »Ich schreibe manchmal bis fünf Uhr, gehe selten früh ins Bett, mache Sport, lese viele Bücher.«

Und wir fragen uns nun: Ist das, Frau Karasek, schon die Postcorona-Definition von exzessivem Leben? Müssen wir zukünftig mit Statements rechnen wie: »Wollust? Super, ich stricke total gerne …« oder: »Komasaufen? Find ich mega, aber bitte ohne Alkohol«?

Ist noch nicht ganz in der neuen Zeit angekommen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Geschäftsidee

Hätte ich einen Hutladen, ich würde ihn »Ladenhüte« nennen.

Miriam Wurster

 Dauerbaustelle und Kakerlaken

Wenn das Leben eine Reise ist, möchte ich vom Veranstalter mein Geld zurück.

Dominik Mauer

 Jubiläum

Unser Bonsai-Verein wird nächsten Monat stolze 50 Jahre alt. Keine Frage, dass wir das richtig klein feiern!

Jochen Schubert

 Ungemütlich

Unser gemeinsamer Jubel darüber, dass meine Freundin innerhalb kurzer Zeit mehrere lukrative Werbefotoshootingangebote von Unternehmen wie XXXLutz, Roller und Ikea erhalten hatte, wich, als ich vor Freude unbedacht ausrief, sie habe einfach so ein richtiges Möbelgesicht.

Cornelius W.M. Oettle

 Sordidum Disputatio

Im Zeit-Magazin fand ich einmal die Nummer einer Erotik-Hotline. Diese Illustrierte lesen meines Wissens lediglich Bildungsbürgeridioten und Liebhaber von Werbeinseraten für Uhren ab 1000 Euro. Man muss nur einmal die Zeit-Kontaktanzeigen studieren: »Emeritierter Professor, Opernliebhaber, Freund von Chopin und Zuckmayer, sucht ...« usw. Gerne stelle ich mir vor, wer einen da am anderen Ende der Hotline erwartet: »Hallöchen, mein Orpheus! Ich bin's, Eurydike. Möchtest du wissen, wie ich aussehe? Meine Nase ist gemeißelt aus feinstem Marmor. Meine Beine sind so lang wie die der Goldenen Madonna aus dem Essener Domschatz.« »Weiter. Mehr!« schnurrt der angesexte Anrufer. »Und dann mein Hinterteil ... Sag, Adonis, kennst du den ›Akt von hinten‹ von Modigliani?« »Natürlich kenne ich den, ich bin emeritierter Professor für Kunstgeschichte!« »Und meine Brüste! So riesig, so überproportional wie die der Venusfigurine.« »Welche Venusfigurine? Es gibt mehrere!« keucht der sabbernde Trottel. »Die von Willendorf natürlich«, pariert »Eurydike« und haucht noch ca. 30 Minuten versaute Sachen auf Latein, um den Dirty Talk (»sordidum disputatio«) zu vervollkommnen und den einsamen Zeit-Abonnenten monetär abzumelken. Kommen tun die Anrufer dabei nie, aber Freude haben sie trotzdem.

Ella Carina Werner

Vermischtes

Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
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Das schreiben die anderen

  • 15.01.:

    Welt über Ella Carina Werners Buch "Der Untergang des Abendkleides".

  • 14.01.:

    Thomas Gsella war zu Gast bei Stefan Hölschers Zoom Dialogen um über Lyrik zu sprechen.

Titanic unterwegs
24.01.2021 Amberg, Luftmuseum »Luft? – Sehr witzig! Eine Cartoonschau«
07.03.2021 Frankfurt, Museum für Komische Kunst Hauck & Bauer: »Cartoons«