[24.01.2016]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Showtime

Achtung, Baby, Donald kommt: „Der unzähmbare Mann … exzentrisch, großspurig und unberechenbar. Ein Clown? Oder doch der nächste Präsident der USA? “ (SZ) Eine echt amerikanische Erfolgsgeschichte womöglich „von der Witzfigur zum Hoffnungsträger? Mehr und mehr setzt sich die Auffassung durch, Donald Trump als Kandidat sei kaum noch zu verhindern“ (FAZ). Und das würde aber auch Zeit, weil: „Donald Trump will Waffenverbote an Schulen aufheben“ (Spiegel online). Die Kindergärten sollen folgen.

„Bonzo am roten Knopf“? Als Gremliza das schrieb, vor 35 Jahren, war mit Ronald Reagan gerade eine solche Art Clown zum Präsidenten gemacht worden, „ein ausgemachter Kretin“ und „drittklassiger Westernheld, eine Type, über deren intellektuelle und moralische Inferiorität unter vernünftigen Menschen keine Diskussion möglich ist“. Die mittlerweile durchgehend freie Welt scheint da in der Zwischenzeit nicht klüger geworden zu sein, was, soweit es stimmt, daß das Bewußtsein dem Sein folge, nicht als Überraschung gelten muß, allenfalls als eine der Art, daß nicht nur der Keller vollgelaufen ist, sondern auch der Dachstuhl abgebrannt. „Das hat Marx nicht geahnt, als er die bewußtseinsbildende Kraft des sozialen Seins beschrieb: wie perfide und perfekt zugleich auch noch der Arbeitslose dazu gebracht werden kann, seine Misere irgendwelchen Kommunisten (Negern, Juden, Gastarbeitern, Gewerkschaftern) anzulasten oder eigener Minderwertigkeit; sich und seinesgleichen zu hassen und die zu verehren, die ihn quälen.“

Der Fortschritt ist indes nicht ausgeblieben, denn mit Trump verehren die Gequälten jetzt jenen, der Blödsinn ganz unverstellt als Politik verkauft, weshalb die „anstößigen Bemerkungen über Einwanderer, Frauen oder Muslime“ (Die Welt, sehr gut) gar nicht mehr das primär Stimulierende sind. Das ist Inhalt, und „Inhalte“ sind, spätestens seit Schröders SPD damit hausieren ging, nicht mehr sehr von Belang. It’s the attitude, stupid: „Weder die ethnische Zugehörigkeit, noch das Einkommen, das Alter, das Geschlecht, die Ideologie oder der Bildungsstand seien verläßliche Indikatoren dafür, ob jemand dazu neigt, Trump gut zu finden oder nicht“, schreibt lt. Welt der US-amerikanische Politikwissenschaftler Matthew MacWilliams. In seinen Umfragen zum autoritären Charakter hat er „nur zwei Indikatoren gefunden, die auf statistisch relevante Weise mit Sympathien für den Immobilienmogul korrelieren: eine Neigung zum Autoritarismus und die Angst vor Terror … Es ist die Sehnsucht nach dem starken Mann.“

„Wir ziehen unsere Köpfe in Treibhäusern.“ Lichtenberg, 1775

Die, auch das hat Gremliza damals schon gewußt, mit der Sehnsucht der Medien nach dem quotenstarken Hampelmann korreliert, weshalb die Taz in aller kritischen Arglosigkeit melden kann: „Für viele US-amerikanische Medien stellt sich die Frage, Trump zu ignorieren, zudem gar nicht. Denn der Milliardär bewegt die Menschen. Nach Barack Obama war er mit 43 Millionen Erwähnungen die Person, über die 2015 am meisten getwittert wurde. Welches Medium würde es sich leisten wollen, die fortwährenden Skandale, mit denen Trump sie füttert, unbeachtet zu lassen?“

Und das Medium, am Remmidemmi, welches immer reaktionär ist, strukturell interessiert, ist bekanntlich die Nachricht, und die Nachricht lautet: Yes, he can. Und wir eben nicht, weswegen wir stellvertretend nicht „aufgeblasene Prahler“ (Welt) wählen, sondern Leute, die alles dürfen wollen. Und hätten wir das F-Wort zuletzt nicht etwas sehr strapaziert, wir müßten feststellen, daß Kapitalismus noch in seiner ultralibertären Spielart, wie es aussieht, immer nur auf das eine hinausläuft.

Broov.




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Das schreiben die anderen
  • 18.09.:

    Mark-Stefan Tietze in der Taz über den Niedergang der deutschen Plastiktüten-Manufakturen.

  • 15.09.:

    PARTEI-Führer Martin Sonneborn hält im Europaparlament eine gefeierte Rede zum "State of da Union".

  • 14.09.:

    Die Frankfurter Neue Presse gratuliert Eckhard Henscheid zum 75. TITANIC schließt sich an.

  • 14.09.:

    Oliver Maria Schmitt in der FAS über Liebesschrott an Brücken.

  • 07.09.:

    Der RBB huldigt den Spitzenkandidaten der PARTEI Berlin: Nico und Maxim von K.I.Z.

Titanic unterwegs
25.09.2016 Rennerod, Stadthalle
  Thomas Gsella
25.09.2016 Köln, Klüngelpütz
  Hauck & Bauer
28.09.2016 Hanau, Café des Vereins Lebensgestaltung
  Thomas Gsella
28.09.2016 Wiesbaden, Gemeindezentrum
  Gerhard Henschel

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Briefe an die Leser

 Unser Zuhause, Linda-Luise Bickenbach und Bente Schipp,

ist der wichtigste Ort in unserem Leben. Deshalb stimmen wir dem Atlantik-Verlag zu, der in seiner Vorschau die Bewerbung Eures Buches »Sachen richtig machen« mit den richtig gemachten Worten »Unser Zuhause ist der wichtigste Ort in unserem Leben« einleitet. Man denke aber nicht, daß man an ebenjenem Ort sorglos vor sich hinleben und sich wie zu Hause fühlen kann! Vielmehr hat man Sorgen, denn »ständig tauchen neue Fragen auf«, z.B.: »Wie pflege ich meine Handtaschen und Designermöbel? Was ist ein gut sortierter Kleiderschrank?« und die allerwichtigste: »Welche Drinks sollte man unbedingt mixen können?«

Zu fragen, ob sich mit Eurem »lässigen Buch für ein lässigeres Leben« ein breites Publikum erreichen läßt, unterläßt: Titanic

 Und Du, Bäckerei Bosselmann,

forderst uns mittels Deiner Brötchentüten dazu auf, nicht etwa Deine Backwaren, sondern Deine Mitarbeiterinnen zu bewerten. So kann man auf den Tüten wahlweise ankreuzen:

☐ freundlich
☐ normal/nichts besonderes
☐ unfreundlich

Außerdem ist dort noch Platz für »Mein Lob / Meine Reklamation«.

Wirklich schauerlich, sich vorzustellen, wie Leute ihre Brötchentüten zücken, sie mit Kreuzchen und Denunziationen versehen und dann Deiner Marketingabteilung zuschicken, dabei gleich noch schamlos ihre Adreßdaten preisgeben (denn Du willst Dich ja für das kooperative Verhalten »bedanken können«) und denken, sie hätten nun alles richtig gemacht.

Weißt Du, wie wir das finden, Bäckerei Bosselmann? Such’s Dir aus:

☐ unappetitlich
☐ unfein
☐ zum Kotzen Titanic

 Amazon-Boss Jeff Bezos!

Amazon-Boss Jeff Bezos!

Unter der vor dem Hintergrund der aktuellen Weltlage doch seltsam euphorisch klingenden Überschrift »Auf unsere Zukunft« kündigte uns die Welt auf der Titelseite ein ausführliches Interview mit Ihnen an: »Amazon-Gründer Jeff Bezos ist beeindruckend optimistisch. Erfindungen und Innovationen sind seine Leidenschaft. Der Unternehmer hat trotz der schwierigen Zeiten enormes Vertrauen in die Zukunft.« Und weiter: »Die derzeitigen Probleme sind erheblich, sagt er, aber unsere Fähigkeiten sie zu lösen, sind noch viel größer.« Die Menschheit stehe am Anfang einer goldenen Epoche! Damit meinen Sie, Bezos, wohl vor allem die in der Summe gigantischen Fähigkeiten der für Sie rund um die Uhr schuftenden Billigarbeiter, dank deren unermüdlichem Einsatz Sie ja schon einmal die schwer verdiente goldene Nase in ebenjenes glorreiche Zeitalter hineinstecken konnten, gell? Darum vergeben wir drei goldene Sterne für Sie und Ihre Träume von neuen Absatzmärkten – im Weltraum. Titanic

 Immer verehrtere »SZ«!

»Ausgerechnet im unbezahlbaren München entstehen immer mehr Wohngenossenschaften« – statt nämlich, wie man erwarten könnte, im ohne weiteres bezahlbaren Guben.

Achach. So schwer mit dem Denkdenk? Oder fehlt’s halt sonst an Sensation?

Ausgerechnet Deine Titanic

 Tübinger Querdenker Boris Palmer!

Mit Aussagen wie »Wenn sich jemand nicht an elementare Regeln hält, sind wir berechtigt zu sagen, für euch greift das Asylrecht nicht mehr« und Forderungen, auch nach Syrien abzuschieben, haben Sie sich in die Herzen grüner bis brauner Protofaschisten getönt. Doch ist Ihnen das provinzschwäbische Heldentum im Kampf gegen Hilfesuchende nicht genug, wie Sie dem Schwäbischen Tagblatt verrieten: »Reizvoller als andere politische Ämter fände ich die Herausforderung, in der Wirtschaft etwas zu bewegen.«

Aber das ist doch keine Herausforderung für Sie! Wir haben es praktisch schon vor Augen: Als grünes Haupt der Bewegung werden Sie Firmen wie Krauss-Maffei Wegmann, Heckler & Koch und den großen Nummern des Frachttransportwesens und der Bestattungsindustrie ganz lässig den dringend benötigten Öko-Anstrich geben, keine Sorge.

Weiterhin viel Spaß auf dem Weg von rechts unten nach rechts oben wünscht Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Zeichen und Wunder

Kürzlich stutzte ich, als ich auf meiner neuen PC-Tastatur direkt unter dem »F« noch ein kleines rundes Zeichen entdeckte. Ein Smiley? Oder ein zusätzliches @? Weder zusammen mit ALT, CTRL oder sonst einer Kombination ließ sich etwas auf den Bildschirm zaubern. Lange dauerte der klappernde Versuch jedoch nicht, dann wurde mir klar: Man sollte einfach während des Zähneputzens keine E-Mails checken.

Tobias Jelen

 Abgelehntes Stadtmotto

»Im Westen nichts: Neuss«

Torsten Gaitzsch

 Beim Beobachten der Jugend

Ich bin nicht überrascht, als ein junger Mann im Rewe eine Getränkedose aus der Palette nimmt und in zwei Zügen austrinkt. Schließlich sieht man ja immer öfter angebrochene Tafeln Schokolade, Kekspackungen oder Weinflaschen in Supermärkten. Gestaunt habe ich aber, als er dann ganz selbstverständlich die leere Dose in den Rücknahmeautomaten gesteckt und anschließend den erhaltenen Bon an der Kasse eingelöst hat.

Wolfgang Beck

 Erfassung

Jetzt mal bitte alle die Hände hoch, die nicht gerne an Umfragen teilnehmen.

Ernst Jordan

 Fahrradverleih

Ein Ehepaar kommt zurück mit den eben schon einmal reklamierten Rädern. Der Mann: »Also technisch ist jetzt alles in Ordnung, aber meine Frau ist immer noch unzufrieden!«

Miriam Wurster