[31.12.2015]
Eintrag teilenEintrag per Email versenden Mit Facebook-Freunden teilen Twittern mit Google+ teilen Eine Grußbotschaft von Bundespräsident a.D. Walter Scheel

Liebe deutsche Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Ich bin froh und dankbar, mich an dieser Stelle zu Wort melden zu dürfen. Nachdem die zwei letzten großen Exkanzler bzw. -präsidenten, Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker, in diesem Jahr endlich verstorben sind, müssen Sie, liebes Volk, nun mit mir als "eldritch stateman" vorlieb nehmen. Ich habe mich stets zurückgehalten, habe nicht jeden Monat bei Maischberger meine Weisheiten hinauskrakeelt – ich habe nämlich keine. Stattdessen vegetiere ich in einem Pflegeheim vor mich hin und komme höchstens in die Schlagzeilen, wenn ich mich aus Versehen in der Speisekammer eingeschlossen habe oder wieder mal über meinen Roomba gestolpert bin. Am Heiligabend sehe ich dann diesen Jungpastor aus der Ostzone im Fernseher und denke mit Wehmut an die gute alte Zeit zurück. Mann, war das scheiße! Früher haben sie noch bunte Revuesendungen gezeigt. Dieser eine Entertainer, der war gut: Walter Scheel! Unvergessen sein Welthit "Hoch auf dem gelben Wagen", den Text kann ich heute noch mitklatschen.

Der gelbe Wagen, er stand natürlich auch für die FDP. Ich selbst habe nie einen Scheel, äh: einen Hehl aus meiner FDP-Mitgliedschaft gemacht. Meinen Parteiausweis habe ich bestimmt noch irgendwo hier rumliegen. Die wenigsten wissen, daß ich sowohl Bundespräsident als auch Bundeskanzler gewesen bin. Als Willy Brandt – wir nannten ihn "Reichstagsbrandt" – wegen seiner Bobbycar-Affäre zurücktreten mußte, habe ich kurzerhand die Amtsgeschäfte übernommen. 1998 muß das gewesen sein. Ja, und dann trat bekanntermaßen dieser schreckliche Dicke aus Ludwigshafen aufs Parkett. Ach, wo steckt bloß mein Parteiausweis? Mildred, hast du meinen FDP-Ausweis gesehen? Mildred, müssen Sie wissen, ist mein ausgestopfter Braunbär. Ich habe ihn in den rumänischen Karpaten erlegt, und er hat mich immer gut beraten. Außer als ich mir diesen Staubsaugerroboter habe aufschwatzen lassen. Wie stellt man den ruhig? Manchmal habe ich den Verdacht, er belauscht meine Telefonate oder verlegt meine Ausweisdokumente. Meine Tochter soll sich bei Gelegenheit darum kümmern, die kennt sich damit aus. Sie ist sehr fortschrittlich in solchen Dingen, in anderen Dingen sogar etwas zu fortschrittlich für meinen Geschmack.

Nun aber wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben eine schöne Zeit auf der Bundesgartenschau! Entspannen Sie sich im Sinne der Entspannungspolitik, gönnen Sie sich ein feines Glas Elbling, und nicht vergessen: 2017 Willy wählen!

Herzlich, Ihr

Walter Scheel




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Das schreiben die anderen
  • 28.06.:

    In der Taz gibt Mark-Stefan Tietze Tips zum richtigen Sonnenbaden.

Titanic unterwegs
03.07.2016 Hannover, Wilhelm-Busch-Museum
  Rudi Hurzlmeier
03.07.2016 Aschaffenburg, Stadttheater
  Greser & Lenz und Hauck & Bauer
05.07.2016 Hamburg, Grüner Jäger
  Seddig, Werner, Masztaler, Neft + Stargast Tietze
22.07.2016 Bielefeld, Kulturzentrum Nummer zu Platz
  Stefan Gärtner

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Briefe an die Leser

 Augen geradeaus, Jens Spahn (CDU)!

Augen geradeaus, Jens Spahn (CDU)!

Zum Clinch zwischen Ihrer Partei und ihrer unansehnlichen Schwester aus Bayern schwafelten Sie im Tagesspiegel: »Wir können Vertrauen nur zurückgewinnen, wenn CDU und CSU gemeinsam nach vorne diskutieren und Lösungen für konkrete Probleme finden.«
Einmal angenommen, Sie finden in der CSU tatsächlich jemanden, der bereit ist, sich mit Ihnen zu treffen, vielleicht sogar jemanden mit einer ähnlich bizarren Brille wie der Ihren, und Sie beide stellen sich dann so hin, daß Sie nach vorne diskutieren, nämlich nebeneinander: Reden Sie dann nicht eigentlich aneinander vorbei? Ja? Auch egal. Titanic

 Sie, Larry Kasanoff,

haben sich unter anderem mit der Verfilmung des Videospiels »Mortal Kombat« einen Namen gemacht und sind damit zweifellos der richtige Produzent für die geplante Leinwandtrilogie »Tetris – the Movie«. Seit dieser Ankündigung bewegen uns allerdings einige Fragen, wie etwa: Warum keine Tetralogie? Werden das Quadrat und das L-förmige Teil jemals zueinanderfinden? Wird der Soundtrack mit fortschreitender Filmdauer immer schneller?

Völlig sicher ist sich allerdings, daß der Streifen ein echter Blockbuster wird: Titanic

 Übrigens, Markus Söder!

Nach Ihren Verkleidungen 2012ff. als – Wikipedia listet es akribisch auf – Punk, Drag Queen, Shrek, Mahatma Gandhi und Edmund Stoiber freut sich schon darauf, Sie fluterprobten bayerischen Heimatminister bei der nächsten Fastnacht als wahlweise Franziska van Almsick oder Clownfisch Nemo zu sehen: Titanic

 Himmel, Franz Josef Wagner!

Ja, man wird und wird nicht jünger, wähnt sich manchmal sogar schon nah und näher beim himmlischen Vater – und trotzdem muß ein alter Bild-Bock wie Sie sich so kurz vor dem gemeinsamen Treffen noch mit dem Allerhöchsten anlegen. Und etwa am 30. Mai angesichts quasibiblischer Regenfälle und Sintfluten die dürre Schmierenschreiberfaust drohend gen Himmel schütteln, daß der Morgenschnaps aus dem Glas spritzt, und fragen: »Was alles erlaubt Gott?«

Wir verraten’s Ihnen: alles. Gott erlaubt sogar solche Gestalten wie Sie.

Herzlichst Titanic

 Sicher, Heribert Prantl?

Sah der kürzlich verstorbene Rupert Neudeck, Mitgründer der Hilfsorganisation »Cap Anamur«, wirklich nur aus »wie eine Mischung aus Rübezahl, Marathonläufer, dem heiligen Christophorus und Gottvater«? Nicht auch noch ein bißchen wie Ayatollah Khomeini, Vader Abraham, Papa Schlumpf, der Alm-Öhi, eine Hälfte von ZZ Top und ein Hipster der mittleren 2010er Jahre?

Oder anders gefragt: Hat beim Verfassen Ihres Nachrufs in der SZ vielleicht ein C2H6O-basiertes Getränk eine Rolle gespielt, zu dem in Ihrer Branche durchaus häufiger gegriffen wird?

Für die Feststellung der absoluten Vergleichsuntüchtigkeit bei mehr als 0,0 Promille: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Gesundheit

Was man nicht im Kopf hat, muß man in den Beinen haben, heißt es. Bei der Thrombose meines Patenonkels hat sich das auf traurige Weise bewahrheitet.

Ernst Jordan

 Harmlosigkeitslippen, die

Dieses mimische Phänomen entsteht durch ein Einwölben und leichtes Aufeinanderpressen der Lippen. Menschen zeigen es in Situationen geringfügiger Peinlichkeit, etwa bei Unklarheit über die Reihenfolge in einer Warteschlange.

Robert von Cube

 Digitale Scham

Was ich mich auf Facebook nicht zu liken traue: meine eigenen Posts, meine eigenen Kommentare und dieses grandiose Läuseshampoo.

Ella Carina Werner

 Resümee

»Sie und ich hätten miteinander glücklich werden können, doch leider lernten wir uns kennen.«

Volker Schwarz

 Verkettung glücklicher Umstände

Die Katze hat letzte Nacht mit viel Radau eine prall gefüllte Blumenvase umgeworfen. Gleichzeitig ist aber auch die Rolle Küchenpapier vom Tisch gefallen und hat die Wasserlache, getreu ihrer Bestimmung, schweigend aufgesaugt.

Dorthe Landschulz