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Der millionste Käfer war 1955 noch nicht ganz runter vom Band, da sagten die Deutschen stolz: Wir sind wieder wer. Rund 75 Jahre und ein paar Krisen später stellt sich die Frage: Wer sind wir noch?

Wir Deutschen haben, wo andere Länder bräsig bis desinteressiert zu ihrer Nation stehen, ein ganz besonderes Verhältnis zu unserem Land und den Dingen darin. Da sind die liebgewonnenen Klischees wie das besondere Verhältnis zum Auto (NDR), in dem dank reaktionärer Rollenreduktion auf genau zwei Räder mittlerweile sogar der westdeutsche Höcke mit dem ostdeutschen Zweirad Simson das Reich erobern darf. Oder unsere ganz besondere Beziehung zum Wald (DW, Weinmagazin Theatrum vinum), bei der es niemanden wundert, dass unsere Vorfahren das Waldbaden vor dem eigentlichen Baden erfunden haben.

Selbstverständlich nicht, ja niemals zu vergessen, sind unser besonderes Verhältnis zu den Juden und das besondere Verhältnis zum Staat Israel (beides Konrad-Adenauer-Stiftung), die oft vermengt unser besonderes Verhältnis zum Verwechseln »der Juden« mit der politischen Führung Israels bezeugen.

Etwas gelitten hingegen hat, weil die Gen Z gar nicht erst versucht, sich die Welt schönzusaufen, das besondere Verhältnis zu unserem Bier, das der Deutsche Brauerbund schon selbst hochdestillieren muss, während es das RND gleich zur besonderen Beziehung der Deutschen zum Alkohol verwässert.

Die Stadt Zwenkau ändert den Aggregatzustand von flüssig zu fest und beschwört unsere besondere Beziehung zum Brot. Dort muss man es ja wissen, schließlich knuspert das deutsche Herz in der Provinz am lautesten. Doch Pumpernickel und Frankenlaib zum Trotz ist Brot in den Geschichtsbüchern oft Inflationsmarker statt Lebensmittel. Wen sollte da gerade jetzt unser besonderes Verhältnis zum Geld (»Kirche auf Sendung«) wundern oder unser prägendes, besonderes Verhältnis zu Münzen (WDR), während es die die deutsche Seele immer noch am besten verstehende Wirtschaftsp…